Dienstag, Juli 22, 2008

Neulich beim Runterzählen...

Countdowns haben schon etwas Bestechendes. Man kann abschätzen und zusehen, wann etwas vorbei ist. Meist begleiten sie ein signifikantes Ereignis und nicht selten - wie an Silvester - zählt man im Chor die letzten Sekunden gemeinsam mit. Insofern wenig verwunderlich, dass es nun auch einen Herunterzähler gibt, der die letzten Tage des SPAZ1 visualisiert.


Ein Silberstreif am Horizont, denn eigentlich kann es nur besser werden. Obwohl, dasselbe habe ich bei Schilly auch gesagt und dann kam Schäuble.

1: Schlechtester Präsident aller Zeiten

Sonntag, Juli 20, 2008

Das Wort zum Sonntag #49

Thema heute:
Wieso sind natürliche Ursachen für Gläubige so schwer zu akzeptieren?

Inspiriert von meiner lieblings Transplantationsimmunulogin, die sich gerade ihrer masochistischen (oder vielleicht doch humoristischen?) Ader hingibt und ein Buch über "Intelligent Design" liest (und dabei gleichzeitig verbloggt), bin ich dort über folgende Frage gestolpert, die Anlass für das heutige WzS ist:

Wieso ist eigentlich die gleiche Wirklichkeit (z. B. die Existenz von Krankheiten), wenn sie auf natürliche Ursachen zurückgeführt wird, immer viel, viel, VIEL schlimmer, als mit der Annahme betrachtet, die Ursache wäre "das Böse" und "die Sünde"?
An vielen Stellen beobachtet man bei Leuten, die in religiösen Zwangsjacken stecken, dass ein Lauf der Dinge, der sich aus natürliche Ursachen herleitet wesentlich schwerer zu akzeptieren ist, wie einer, der sich aus einem "göttlichen Plan™" ergibt. Warum ist mein Kind im Kindbett gestorben? Gott will dich prüfen! Warum sind Hunderttausende beim Tsunami ums leben gekommen? Gott wollte den Sündenpfuhl reinigen! etc.pp.

Speziell unsere muslimischen Freunde reden ad nauseam von einem "Allerbarmer", rechtfertigen dann aber Massenabschlachtungen desselben (wie beim Tsunami 2004) mit dessen einzigartigen und unverständlichem Willen. Selbst der Buddhismus besitzt ein ähnliches Konstrukt in welchem er mittels der Karma-Behauptung (d.h. nach der Reinkarnation™ machen sich die negativen bzw. positiven Energien aus früheren Leben bemerkbar) auch alle Widrigkeiten rechtfertigen bzw. rationalisieren kann.

Nun, ich denke die größere Akzeptanz der theologischen Schwurbelei gegenüber einem naturalistischen Erklärungsansatz ist, dass wir in unserer maßlosen Selbstüberschätzung und unserem maßlosen Egozentrismus lieber glauben wollen, dass wir über "außerweltliche Mächte" einen Einfluss auf die Welt und unser Schicksal haben bzw. diese mit unserem Verhalten beeinflussen können. D.h. üble Dinge passieren nicht einfach so oder auf Grund einer gewissen Wahrscheinlichkeit oder auf Grund von natürlichen Kausalketten (Kontinentalplattenverschiebung -> Erdbeben), sondern deswegen, weil man der Lehrerin unter den Rock geschaut, die Frau des Nachbarn (einvernehmlich!) genagelt oder, als beschnittener Kopfwindelträger, ein halbes Schwein auf Toast gegessen hat.

Somit schafft der gegenüber der Natur ohnmächtige Mensch (unter Zuhilfenahme des theologischen Doppeldenk) wieder - wenn auch indirekt - Gewalt über selbige zu erlangen - oder falls dies misslingt zumindest eine Erklärung zu haben. Dies zeigt sich u.a. auch darin, dass permanent und mit Vehemenz von (fast) allen Glaubenssystemen ein "Mehr" hinter der erkenn- und erfahrbaren Welt postuliert wird, denn nur mit diesem "Mehr" ist die Aufrechterhaltung der indirekten Steuerung über das eigene Verhalten überhaupt möglich. Allzu oft soll es sich dabei natürlich um ein göttliches Wesen handeln, welches indirekt nach der Pfeife der Pfaffen und Gläubigen zu tanzen habe. Was für ein Hohn!

Was mir dabei aber nicht klar ist - und was JLTs Frage noch extrapoliert - warum geben sich Menschen nicht damit zufrieden, dass sie innerhalb ihres kleinen Wirkungsbereichs, ihres Mikrokosmos, sehr wohl etwas bewegen, durch ihre Handlungen ihre nächste Umwelt positiv beeinflussen und gestalten können? Warum für hungernde Kinder in Afrika beten, wenn man doch auch mal auf die Kinder der alleinerziehenden Nachbarin aufpassen könnte? Warum Gebete für den Frieden im Nahen Osten, wohingegen man doch vor der eigenen Haustüre anfangen kann, ein bisschen freundlicher zu seinen Mitmenschen zu sein?

Vielleicht ist die ganze Menschheitsgeschichte aber auch nur darauf begründet, dass wir Kontroll-freaks sind. Was in der positiven Ausprägung dazu führt, dass wir immer mehr und mehr wissen wollen - denn Wissen ist in gewisser Weise eben auch Macht - in seiner negativen Ausprägung aber dazu, dass wir uns mit vorschnellen Pseudozusammenhängen zufrieden geben, nur weil sie uns den Glauben lassen, wir hätten irgendeine Art von Kontrolle. Weiters würde dieser Kontrollfetischismus auch in gewisser Weise die feuchten Träume Ideen von omnipotenten Wesen besser erläutern.
Der Mensch ist als ein vernünftiges Wesen definiert worden; ich bezeichne ihn als ein leichtgläubiges Wesen. Was kann man ihn nicht alles glauben machen?
(Claude Adrien Helvetius)

Samstag, Juli 19, 2008

Neulich im Tümpel...

Der hpd berichtet über die seltsamen Blüten, die ein ans Kreuz genagelter Frosch in einem südtiroler Museum treibt. Christen, die ansonsten meist keine Gelegenheit verstreichen lassen, um hervorzuheben, wie tolerant man doch christlicherseits in Westeuropa ist, zeigen bei dieser Gelegenheit (mal wieder) die hässliche Fundamentalistenfratze und es geht - wie schon beim Schwein - (mal wieder) um Freiheit der Kunst vs. religiöses Beleidgtsein.

Nachdem dies aber alles schon im hpd-Artikel zu lesen ist, wollte ich noch einen speziellen Aspekt herausgreifen:

Eine Gruppe von Senioren veranstaltet nun an jedem Samstagabend ein Protestgebet vor dem Museum. In Leserbriefen wird die Bevölkerung aufgerufen, sich von zu Hause aus den Gebeten anzuschließen. Die Anrufung Gottes solle bis zur vollkommenen Entfernung des Frosches weitergehen.
D.h. nicht nur, dass man Hassbriefe an das Museum schreibt, politisch und mit einem Hungerstreik Druck macht, nein, es werden auch die transzendenten Mächte via Gebet angerufen, auf dass man den phösen Frosch doch entfernen möge. Doch wie wird die Fangemeinde des arbeitslosen Zimmermanns auf den Ausgang der "Affäre" reagieren? Angenommen man hängte den Frosch ab, so gäbe es bestimmt etliche Gläubige, die herausventilieren, dass ihre Gebete von Erfolg gekrönt worden seien, dass Beten funktioniert (obwohl man in Wirklichkeit nur das Museum erpresste, ihm die Mittel zu streichen o.ä.). Sollte aber der Frosch weiterhin Fliegen Staub fangen dürfen, so käme wohl kein einziger Gläubiger auf die Idee, dass die ganze Beterei damit falsifiziert wäre und Beten nichts weiter als dummer Aberglaube ist.

Dienstag, Juli 15, 2008

Neulich ..öhm... offline

Tja, der rosa Riese mit einem im Tee hat sich anscheinend dazu entschieden mich mittlerweile schon den 5. Tag ohne Verbindung zum Wörldweidweb zu lassen. Das ist nicht nur grausam und inhuman, ich bin somit auch bzgl. meines Blogs Schachmatt gesetzt. Vielleicht handelt es sich ja dabei um eine Weltverschwörung aller Religionen die mich mundtot machen wollen... wer weiß.

Auf jeden Fall bin ich auf Entzug!

Mittwoch, Juli 09, 2008

Neulich im Schweinestall...

Ich bin zufällig auf folgendes Urteil gestoßen, das 1997 im Namen des Volkes ergangen ist. Hier ein kleiner Auszug:
Das Kreuz gehört zu den spezifischen Glaubenssymbolen des Christentums. Es ist geradezu sein Glaubenssymbol schlechthin. Es versinnbildlicht, wie das Bundesverfassungsgericht im Beschluß vom 16.05.1995 (NJW 95, 2477 f.) ausgeführt hat, die im Opfertod Christi vollzogene Erlösung des Menschen von der Erbschuld, zugleich aber auch den Sieg Christi über Satan und Tod und seine Herrschaft über die Welt, Leiden und Triumph in einem. Für den gläubigen Christen ist es deswegen in vielfacher Weise Gegenstand der Verehrung und Frömmigkeitsausübung.

Bei dem auf dem T-Shirt abgebildeten "Schwein am Kreuz" handelt es sich offenkundig um eine beabsichtigte, geschmacklose und bösartige Profanierung (Entweihung) der seit fast 2000 Jahren für den christlichen Glauben zentralen Darstellung des gekreuzigten Christus (Kruzifixus). Das ergibt sich schon daraus, daß sich die Verbindung Schwein und Kreuz in dieser Form auf andere Weise gar nicht sinnvoll erklären läßt. Das Schwein wird, weil es als unrein gilt, üblicherweise als Symbol verwendet, wenn es darum geht, andere zu verunglimpfen und herabzusetzen. Die Profanierungsabsicht wird noch dadurch unterstrichen, daß dort, wo sich bei der christlichen Darstellung Jesu am Kreuz regelmäßig die Aufschrift "INRI" (lateinisch: Jesus von Nazareth, König der Juden) befindet, bei dem Schweine-T-Shirt die Aufschrift "W." angebracht ist. Im übrigen belegt die weitere Veröffentlichung der Firma XY im Internet vom 09.12.1997 deren feindselige Einstellung gegenüber der Katholischen Kirche und die Absicht der Beschimpfung mit hinreichender Deutlichkeit. Das Glaubenssymbol wird auf diese Weise besudelt und in den Schmutz gezogen (OLG Düsseldorf NStZ 82, 290).
Die Worte eines deutschen Gerichts kurz vor Beginn des neuen Jahrtausends. Dass ein deutsches Gericht mit "Erbsünde" & "Satan" argumentiert, ist schon mal sehr abenteuerlich. Dass aber jetzt den Christen noch zusätzlich 300 Jahre Kreuzverehrung angedichtet werden (die nachweislich erst im 3. Jh. unserer Zeitrechnung angefangen hat), ist schon fast Geschichtsfälschung.

Weiters kann sich das Gericht Kreuz und Schwein nicht sinnvoll erklären. Ich kann mir die Verbingung von Christus und Kreuz auch nicht sinnvoll erklären. Gut, die Story im Buch der Bücher, aber warum musste ein allmächtiger, liebender Vater seinen einzigen Sohn ans Kreuz nageln um uns von etwas zu befreien, was wir ohne ihn gar nicht hätten? Hätte er nicht einfach mit seinem Sohn irgendwohin gehen können, wo der Pfeffer wächst, und uns einfach in Ruhe lassen? Deswegen ist für mich das Kreuz komplett sinnlos - egal wen man da drangenagelt hat - und zudem eine ständige Darstellung von Folter & Gewalt in der Öffentlichkeit.

Auch die Inschrift "INRI" ist äußerst fragwürdig, gaben sich doch die Evangelisten die größte Mühe (mit einer fingierten Volkszählung) Jesus nach Nazareth zu schreiben, damit (im Nachhinein!) die Prophezeiung erfüllt wurde. König der Juden heißt er u.a. deswegen weil er aus dem "Geschlecht Davids" gewesen sein soll. Auch hier haben sich wieder die Evangelisten in Ahnentafeln ergangen (und diese nicht mal untereinander abgestimmt!) um Josef als einen Urur..enkel von David erscheinen zu lassen. Wer erkennt den Denkfehler? Lt. Christentum hat Josef mit der Geburt Christi gar nichts am Hut! Maria war diejenige welche mit dem hl.Geist usw.. Aber bei Maria (wie übrigens bei allen Frauen der damaligen Zeit) ist kein einziger Beleg - nicht mal in der Bibel - vorhanden, dass sie aus dem Geschlecht Davids stammt.

D.h. wir haben auf der einen Seite ein Schwein am Kreuz und auf der anderen Seite... auch. Alles relativ irgendwie...

Dienstag, Juli 08, 2008

Lord Helmchen reloaded...

Letztens bemerkte ich ja die Auffälligkeiten zwischen religiösen und cyclistischen Dogmen, deswegen hier noch mal eine Geschichte über die ich zufällig gestolpert bin - und zwar hier.
Samstag abend wollte ich bei jemandem auf der Fahhradstange mitfahren und hatte beide Beine links von der Stange hängen. Wir sind dann aus dem Stand nach rechts umgekippt und da meine Beine links hingen, konnte ich mich so gut wie gar nicht abfangen... Ich bin dann so richtig mit vollem Schwung mit dem Kopf auf die Teerstrasse gedonnert und kann mich an diese paar Sekunden auch gar nicht mehr erinnern (Ohnmacht?)... Jedenfalls habe ich jetzt eine dicke Beule am unteren Hinterkopf und seitdem Kopfweh. Was meint ihr dazu, muss man das röntgen?

Jetzt lässt man sich das mal auf der Zunge zergehen: Die Schreiberin (das mit dem Geschlecht ist eine Annahme von mir, sry wg. Chauvinismus) setzt sich auf die Stange (vermutlich zwischen Sattel und Lenker) eines Fahrrades, dieses kippt dann um und die Genannte schlägt mit dem Kopf auf - also eine "Standardsituation" beim Fahrradfahren!

Es dauert es nicht lange und die ersten Helmverfechter treten auf den Plan:
es ist erstaunlich wie viele Menschen jeden Tag mit dem Fahrrad verunglücken und mitunter schwere Schädeltraumata davontragen. Durch das Tragen eines leichten Fahrradhelms könnte man viele dieser schlimmen Verletzungen vermeiden. Ich fahre seit ca. 4 Jahren nur noch mit Helm Fahrrad. [...]
Deshalb noch einmal die Bitte an alle: fahrt niemals ohne Helm Fahrrad ! Der Helm ist Eure Lebensversicherung beim Fahrradfahren !

Hat der Typ mit den guten Ratschlägen den Unfallhergang nicht begriffen? Die Dame ist gar nicht Fahrradgefahren, sondern Fahrradmitgefahren und das auf der Querstange. Und schließlich schreibt noch ein letzter Teilnehmer:
Insgesamt sollte aber dieser Vorfall schon ein Beispiel dafür sein, wie wichtig doch so ein Fahrradhelm ist - oder?

Ich denke dieser Vorfall ist vor allem ein gutes Beispiel dafür, dass man zwar alt genug sein kann um in einem Forum zu schreiben, aber noch jung genug, seltsame Akrobatiknummern auf Fahrrädern abzuziehen. Ein Helm mag bei solchen Fahrradstunts vor den schlimmsten Kopfverletzungen schützen, klüger macht er einen aber nicht...

Neulich beim Detonieren...

Der Humanismus macht selbst vor dem Pentagon nicht halt. Wie man hier lesen kann, hat Bush angeordnet, dass bei Streubomben jetzt endlich mal 99% explodieren sollen und nicht nur 60-90%. Weiters steht in dem Artikel, dass "nicht explodierte Sprengsätze ... danach eine tödliche Gefahr dar[stellen]".

Also ich war immer der Meinung - die aber offensichtlich nicht von allen Kriegstreibern geteilt wird - dass Sprengsätze an sich schon einen tödliche Gefahr darstellen. Auf die Idee (auf die übrigens mittlerweile 111 Staaten kamen), die Produktion dieser "kleinen Massenvernichtungswaffen" ganz einzustellen kamen die großen Kriegsferkel der Welt, nämlich "USA, Russland, China, Indien, Pakistan und Israel", anscheinend nicht. Schade eigentlich, aber wenig überraschend.

Der Po8 erklärt wie's geht

Nachdem mir heute gerade in der Zigarettenpause beim grünen Tee trinken die Idee gekommen ist, wie man die grundlegenden Prinzipien der Homöopathie einfach und für alle verständlich erklären kann, wollte ich damit natürlich nicht hinterm Berg halten:

1. Prinzip: ganzheitliche Betrachtung
Die Homöopathie geht davon aus, dass man den Patienten ganzheitlich betrachten müsse und dass alle Menschen so verschieden seien, dass man so ein einfaches Prinzip wie "Kopfweh wegen Kater -> Aspirin" nicht anwenden könne.

Also wie muss man sich das dann z.B. in einer Kneipe vorstellen?
Der Barkeeper fragt jeden Gast (denn jeder Gast ist ja von Grund auf verschieden zu jedem anderen Gast) 30-60 Minuten über dessen Leben aus, wie es ihm als Kind erging, welche Beziehung er zu seinen Eltern hat etc.etc.. Nach dieser "Anamnese" schenkt er ihm dann gem. einem alten Getränkebuch einen Drink aus. Nun soll nur einer behaupten, ihm wäre das noch nicht passiert...

2. Prinzip: similis similibus curentur
Darunter versteht der gemeine Homöopath, dass Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen sei. Und zwar testet man das folgendermaßen: ein Gesunder nimmt eine Substanz zu sich und beobachtet, welche Symptome auftreten. Beobachtet man diese Symptome an einem Kranken, so soll das gleiche Mittel diese zum Verschwinden bringen.

Also wie muss man sich das dann in einer Kneipe vorstellen?
Ein gesunder Mann kommt in die Kneipe und trinkt Schnaps. In kurzer Zeit stellen sich folgende Symptome ein: Verwirrtheit, Gleichgewichtsstörungen, undeutliche Aussprache, erhöhte Gewaltbereitschaft, verringerte Hemmschwelle und Reduktion des Denkvermögens.
Jetzt kommt aus einer anderen Kneipe ein Mann herein, der alle diese Symptrome schon aufweist und an die Theke schwankt. Die homöopathische Lösung lautet, dass man diesem zweiten Mann nun Alkohol zuführen müsse, damit die Symptome verschwinden. Absolut logisch, oder?


3. Prinzip: Potenzierung
Unter Potenzierung versteht der gemeine Homöopath, dass ein Mittelchen nicht etwa mit sich selbst malgenommen wird, nein, es wird "einfach" verdünnt. Dabei soll die Mixtur immer wirksamer werden, je mehr sie verdünnt wird.

Wie muss man sich das wieder in einer Kneipe vorstellen?
Der Barkeeper nimmt 5 Schnapsgläser Whiskey und vermischt diese durch spezielles Schütteln mit 0,9 Liter Cola und hat somit eine D1-Mischung Whiskey-Cola hergestellt. Anschließend nimmt er 0,1 Liter dieser Mischung und gießt sie erneut mit 0,9 Litern Cola zusammen, welche dann gut durchgeschüttelt (nicht gerührt!) wird. Jetzt hat er eine D2-Mischung produziert. Von dieser werden wiederum flugs 5 Schnapsgläser abgezweigt und diese wiederum mit fast einem Liter Coke aufgegossen usw.usf. Nach der sechsten Prozedur liegt der Whiskey im Verhältnis 1:1.000.000 vor, was in etwa einem Schnapsglas Whiskey verdünnt in einem solchen Swimmingpool entspricht (hier sei noch angemerkt, dass man aber nicht einfach den Whiskey direkt in einem solchen Pool verdünnen dürfe, sondern das schrittweise Verdünnen sei enorm wichtig - bislang weiß aber niemand warum). Doch hier hört der Barkeeper noch lange nicht auf und verdünnt weiter bis D30, was etwa einem Schnapsglas auf 20.000.000.000.000.000.000.000 km³ Cola (das ist fast 25 Millionen mal das Volumen der Erde) entspricht. In dieser Mischung ist gem. der Avogadro-Konstanten kein Alkoholmolekül mehr vorhanden - aber wen interessiert's? Anschließend schenkt er das den Leuten aus, verlangt dafür 7,50 € und behauptet sie würden davon noch besoffener als von handelsüblichen Whiskey-Cola-Mischungen. Ergibt absolut Sinn, oder?

Sonntag, Juli 06, 2008

Neulich beim stillen Wasser...

Dem AlmÖhi Johann Grander erschien einst "bei vollem Bewusstsein" Jesus (lt. eigener Aussage selbstverständlich) und hat ihm befohlen aus Scheiße Geld aus Wasser Gold zu machen - das Granderwasser. Das war irgendwelchen Deppen in irgenwelchen Ausschüssen so wichtig, dass sie ihm 2001 "das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst" verliehen (wahrscheinlich mehr für die Kunst aus Scheiße Geld aus Wasser Gold zu machen, denn für Wissenschaft, nehme ich an) - wie man sich auch in diesem Video ansehen kann:

1

Doch wo sind jetzt die Träger dieses Kreuzes, die es zu recht bekommen haben und die selbiges scharenweise zurückgeben? Wenn ich z.B. das Bundesverdienstkreuz bekommen hätte und anschließend hätte man dies auch noch Klaus Zumwinkel auf Grund seiner kreativen Steuererklärung und seines vorbildlichen Umgangs mit Informationen (T hört mit) verpasst, so würde ich meines wieder abgeben. Denn eine Ehrung die jeder tiroler Scharlatan bekommen kann, ist das Material nicht wert und konterkariert den Ehrenakt zu einer Farce, einem schlechten Witz.

Doch ist wahrscheinlich in Österreich die Ordens- und Titelgeilheit, die ja bei jedem Opernball wieder schön zur Schau getragen wird, einfach größer als die Zivilcourage - schade eigentlich.

"Tu misera Austria, fraude!"2

1: Vielen Dank für den Hinweis an die GdK und GWUP
2: Du armseliges Österreich, betrüge

Das Wort zum Sonntag #48

Thema heute:
Das Dogma der "bösen" Schulmedizin.

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Infantizid, die Tötung der Erstgeborenen, durch Herodes, wie er von der Bibel kolportiert wurde. Zum Glück ist diese Geschichte ein Märchen, denn es gibt zwar jede Menge Belege dafür, dass Herodes kein Vorbildherrscher war, aber speziell zu dieser Grausamkeit, die ja einiges Aufsehen erregen musste, schweigen sämtliche zeitnahen Quellen. Trotzdem glauben Menschen (ich ja auch, als ich noch jung und unschuldig war), dass dies so stattgefunden hat. Die häufige Wiederholung dieser Geschichte in Religionsunterrichten und Bibelstunden weltweit, trägt nicht dazu bei, dass dieser Irrtum aufgeklärt wird. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Quelle ja göttlichen, also unfehlbaren Ursprung hat.

Ähnlich verhält es sich mit der "Schulmedizin". Der Begriff wird schon seit einigen Jahrhunderten in abwertender Weise für die Ärzteschaft gebraucht, die ein Hochschulstudium absolvierten und sich der wissenschaftlichen Medizin verschrieben haben. Gerade die Homöopathen des ausgehenden 19. Jh. bedienten sich dieses Begriffs, aber auch die Nazis, die ihn gegen jüdische Ärzte verwendeten.


Jedoch ist in letzter Zeit eine immer größere Spaltung zwischen der (Hoch)schulmedizin und der sog. "Alternativmedizin" zu beobachten. Während erstere sich weiterhin der wissenschaftlichen Methode bedient und immer in der Nachweispflicht der Wirksamkeit ist (dass hier leider auch marktwirtschaftliche bzw. kapitalistische Einflüsse spürbar werden soll heute mal als Thema nicht angefasst werden), so hat die "Alternative" anscheinend komplette Narrenfreiheit. Weder müssen hier zu Zulassung der (Placebo)Präparate irgendwelche Studien vorgelegt werden, noch müssen die Heilpraktiker, Homöopathen, Lichttherapeuten, Reikitherapeuten, Bachblütenschwurbler, Anthroposophen und was es sonst noch so an Scharlatanen in diesem Bereich gibt, irgendeine Art humanmedizinischer Qualifikation vorlegen, die nur Annähernd mit der eines Arztes im praktischen Jahr vergleichbar wäre. Auf Grund von andauernder Propaganda und gefälschten Statistiken wird in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, man könnte mit diesem Scheiß auch wirklich etwas bewegen (zumindest etwas über den Placeboeffekt hinaus).

Miteinhergehend mit den meisten dieser Pseudoalternativen geht auch eine Negativpropaganda über die Hochschulmedizin. Die Hochschulmedizin sei böse, die Ärzte nur auf ihren Gewinn aus, statt auf das Wohl der Patienten und die pharmazeutische Industrie eine Mafia. So berechtigt eine Kritik am bestehenden System auch sein mag (und hier nicht weiter erörtert werden soll), so unhaltbar ist doch eine Pauschalverurteilung, wie sie von Homöopathen, Impfgegnern u.a. vorgebracht wird. Schlimmer noch, das permanente Ärtze-Bashing hat meiner bescheidenenen Meinung nach schon pathogene bzw. dogmatische Züge angenommen. Denn obwohl im Falle schwerer Erkrankungen sehr wohl auf das Wissen und die Erfahrung der Medizin zurückgegriffen wird, so wird doch dort, wo es nichts kostet und nicht akut lebensgefährlich ist (Kopfschmerzen, Bluthochdruck usw.) weiterhin an der Hetze festgehalten.

Dabei müsste man, so man nur in irgeneiner Art und Weise glaubwürdig bleiben wollte, ein einziges positives Beispiel gelten lassen um dieses Dogma der "bösen Schulmedizin" aufzugeben. D.h. eine erfolgreich transplantierte Niere, eine Erfolgreiche Insulinbehandlung eines Diabetikers müssten die Alternativheuchler Lügen strafen und sie müssten eingestehen, dass hier zum einen die Ursache-Wirkung erforscht und auf dieser Basis Maßnahmen gefunden wurden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Erfolge der Medizin werden so ausgelegt, dass der Patient nicht wegen, sondern trotz des Einschreitens eines Hochschulmediziners überlebt hat, und dass der gemeine Arzt ja überhaupt keine Ahnung habe, was es denn sonst noch so alles zwischen Himmel und Erde gäbe und deswegen überhaupt nie so "qualifiziert" derherschwätzen könne, wie ein Homöopath, Anthroposoph, Bachblütler oder sonstiger Wunderheiler. Somit muss der normale Arzt genau das aushalten, was der Wunderheiler selbst bei sich nicht zulässt, nämlich Kritik.

Die einzige Möglichkeit der Alternativmedizinseuche Herr zu werden ist das entschlossene Vorgehen auch der unentschlossenen Patienten. Wer einen niedergelassenen Kassenarzt besucht, der, weil es so "in" ist, auch einen Homöopathiekurs gemacht hat und sich jetzt als solcher schimpft, der Fördert diesen Schwachsinn, ist also passiver Unterstützer. Wer von seiner Krankenkasse fordert, dass sie die homöopathischen Wässerchen bezahlt, der unterstützt den Blödsinn auch noch aktiv. Wir sollten in der heutigen Zeit Dogmen keine Chance mehr geben und v.a. nicht auf die Propaganda von einigen Pseudomedizinsekten hereinfallen, obwohl uns unser Hausarzt fast täglich das Gegenteil beweist und diese als Lügner entlarvt.
Die Erforschung der Krankheiten hat so große Fortschritte gemacht, das es immer schwerer wird, einen Menschen zu finden, der völlig gesund ist.
(Aldous Huxley)

Donnerstag, Juli 03, 2008

Neulich beim Spenden...

JLT hat die Werbetrommel gerührt und ich bin natürlich voll drauf reingefallen. Naja, aber wer würde nicht schwach werden, wenn eine so faszinierende und hochintelligente Transplantations-immunulogin mit einem Organspendeausweis wedelt, der mir zumindest den Hauch einer Chance eröffnet, nach meinem Ableben, so noch das eine oder andere recyclebar sein sollte, in ihrer Petrischale zu landen - sex sells sach ich nur... ;-)


Folglich bin ich nun sein heute stolzer Besitzer eines (selbstausgedruckten, zusammengeklebten und unterschriebenen) Organspendeausweises, eine Sache die ich eigentlich schon lange vorhatte und zu der ich dank JLT den richtigen Schubs bekommen habe. Ich kann es nur empfehlen, denn es hat überhaupt nicht wehgetan und er hat nicht mal gebohrt!


Wer also mein Jünger sein will und mir nachfolgen, der klicke hier, und fertige sich einen selbigen selber an.

Mittwoch, Juli 02, 2008

Neulich ohne Argument...

Der spiegel-online titelt groß "Merkel spricht sich kategorisch gegen Sterbehilfe aus" und dabei müsste es richtig heißen "Merkel spricht sich dogmatisch gegen Stebehilfe aus", denn von unserer Quotenkanzlerin kam kein einziges brauchbares Argument, warum man Sterbewilligen nicht helfen dürfe. Stattdessen will sie noch die aktuelle Gesetzeslage prüfen und "ganz hart bei der Position bleiben".

Über so viel Unmenschlichkeit, noch dazu unbegründete, kann man eigentlich nur den Kopf schütteln und hoffen, dass die Kandesbunzlerin dafür den Dodo des Monats erhält. Zu einem selbstbestimmten Leben (wie man es uns an allen Ecken und Enden verspricht) gehört schließlich auch ein selbstbestimmtes Sterben. Doch anscheinend kommt hier wieder mal die theologische Seite des Bundesmerkels hervor, die besagt, dass Menschen nicht über den Tod entscheiden dürfen (denn das dürfe nur Gott allein). Insoweit ist es ja auch richtig, dass Menschen nicht darüber entscheiden sollen, wann und wie jemand den Löffel abzugeben hat oder nicht. Aber der unmittelbar betroffene Mensch sollte dies sehr wohl dürfen und seinen Freunden und Angehörigen sollte es erlaubt sein ihn dabei so gut wie möglich zu unterstützen um ihm eine Euthanasie (= leichter Tod), und vor allem einen menschenwürdigen, zu ermöglichen.
Wie ein gut verbrachter Tag einen glücklichen Schlaf beschert, so beschert ein gut verbrachtes Leben einen glücklichen Tod.
(Leonardo da Vinci)

Neulich im Zivilprozess...

Manchmal hat man in .de das Gefühl es sei vielleicht doch nicht wirklich alles geregelt, irgendwo existiere noch die eine oder andere kleine Gesetzeslücke, der eine oder andere Freiraum, der mal zur Abwechslung mit gesundem Menschenverstand gefüllt werden könnte... naja.. und dann schaut man z.B. in die Zivilprozessordnung (ZPO) und wird eines besseren belehrt:
§ 811 Unpfändbare Sachen
...
12. künstliche Gliedmaßen, Brillen und andere wegen körperlicher Gebrechen notwendige Hilfsmittel, soweit diese Gegenstände zum Gebrauch des Schuldners und seiner Familie bestimmt sind;

Ich meine, wie muss ich mir das vorstellen? Gab es wirklich Gerichtsvollzieher, die dem kriegsversehrten Schuldner die Beinprothese abgeschraubt haben, oder der Omma die Brille wegnahmen? Lässt das Erlassen eines solchen Gesetzes auf eine Tendenz in der Gesellschaft schließen, dass sowas prinzipiell vorkommen könnte? Und vor allem - möchte ich mich in so einer Gesellschaft aufhalten?

Montag, Juni 30, 2008

Neulich in Word™...

Also da hat man doch endlich mal die Muße gefunden, sich alles schön zurechtgelegt, und dann passiert sowas...


Sonntag, Juni 29, 2008

In Zukunft beim Teufel...

Lange Zeit galt es ja als running Gag in der Fangemeinde des online hack 'n slay Rollenspiels Diablo II, dass sich die Softwareschmiede Blizzard Entertainment mit einem Nachfolger befassen würde. Diese Gerüchte gibt es imho seit Anfang dieses Jahrtausends...


Umso überraschender, dass "Blizz" doch schon etliche Mannmonate in den Nachfolger investiert haben muss, denn sonst könnten sie nicht so schöne Filmchen auf ihrer Homepage zeigen. Wem diese nicht genügen, der findet auf youtube noch einiges zum Thema (hier kann man auch die hohe Auflösung bekommen - allerdings sind das 800 MB).


Natürlich reicht das alles noch nicht um überhautp eine Kritik abgeben zu können, aber der erste Blick sieht schon sehr danach aus, als hätte man vieles richtig gemacht. Viele Vertrautheiten wurden übernommen, etliche Neuerungen eingeführt, das ganze macht optisch einen sehr guten Eindruck (zumindest verglichen mit dem Vorgänger und aktuellen Klonen) und - und das ist auch wieder eine Eigenart dieser Softwareschmiede - der Verkaufstermin ist noch nicht mal lanciert (obwohl es den Gerüchten nach in einem Jahr soweit sein soll).


Naja.. ich wollte eigentlich nur mal vorwarnen, sollte in Zukunft auf einmal dieser Blog akut in Stasis verfallen, so besteht Grund zur Annahme, dass der Verkauf begonnen hat.

Freitag, Juni 27, 2008

Neulich beim Nachrufen...

Am 22. Juni hat leider ein großer Comedian die Bühne für immer verlassen: George Carlin.

Ich habe seine bissige und selbstironische Art leider erst spät entdeckt, dafür umso schneller lieben gelernt. Wer sich der englischen Sprache genügend mächtig wähnt, dem kann ich nur diese Schnippsel auf youtube empfehlen.

R.I.P.

Mittwoch, Juni 25, 2008

Neulich im BILDe...

Nachdem sich die BILD - im gegesatz zu der Hetze vor dem Spiel gegen Österreich - sehr zurückhaltend zeigt, was die Häme gegen die türkische Nationalmannschaft bzw. alle zig Millionen Türken betrifft (evtl. weil es so viele sind?), muss ich hier natürlich in die Bresche springen. Leider fehlt mir die Fantasie, deswegen habe ich mir ein paar Ideen aus dieser Bildrubrik ausgeborgt, die leider nicht mehr online verfügbar ist die man hier einsehen kann:

Also frisch ans Werk, hier die erste Türkenverhöhnung, also aufgepasst liebe Kümmeltürken:

Die hauen wir um,
denn die sind sehr dumm
Selbst am bepissen sich die
und der vergnügt sich dann mit seiner Perle.

und hier das Original...


Gleich noch einen drauf:


sind blöder als man glaubt,
das blödste überhaupt,
ja die sind doof wie Stroh,
verlieren sowieso.
Ein ist ein ,
,
ein hat die Hosen voll,
fort rennen wird er, das wird toll.

Und hier hab ich's geklaut:

Natüüürlich repräsentieren BILDleser nicht den Bevölkerungsdurchschnitt. Natüüürlich sind das die lyrischen Perlen einzelner Chauvinisten Idioten und natüüürlich muss man das alles mit einem zwinkernden Auge sehen. Aber ein zwinkerndes Auge ist nur noch ein Auge vom selbstverordneten Nicht-sehen-wollen entfernt und im privaten Umfeld seine nationalen Animositäten feilzubieten (augenzwinkernd oder nicht) hat imho eine andere Qualität, als diese in dem auflagenstärksten Käseblatt zu verbreiten.
Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.
(Marie von Ebner-Eschenbach)


Und das halt BILD mal wieder eindrucksvoll bewiesen...

PS: An dieser Stelle sei mal wieder ganz allgemein auf den BILDblog hingewiesen, eines der letzten Bollwerke gegen den ungeBILDeten Schmuddeljournalismus.

PPS: Vielen Dank an Mr. G für den Verbesserungsvorschlag ;-)

Donnerstag, Juni 19, 2008

Neulich beim Nachtreten Nachschlagen...

Die einseitig.info Seite hat zwar rechtzeitig zur EM, aber zu spät von mir entdeckt, das kleine EM Lexikon nebst Ergänzungsauflage herausgebracht. Für alle Fußballenthusiasten (und solche, die es noch werden wollen) eine durchaus lohnenswerte Lektüre.
kompromisslos – Beschreibung eines der körperbetonten Spielweise zusprechenden Abwehrspielers. Dieser wird auch gern knallhart, eisenhart oder kein Kind von Traurigkeit genannt. Fußballkommentatoren hegen diesen Spielern gegenüber eine gewisse Sympathie, die jedoch je nach Mannschaftszugehörigkeit ansatzlos in Verständnis für einen Platzverweis umschlägt.

körperbetont – Verharmlosung einer wilden bis brutalen Bolzerei.

Neulich in Dulsberg bzw....

Der Herr Schwarzer hat mal wieder bzw. schon wieder mal einen recht netten Artikel zum Thema Beziehungsfragen bzw. was sie noch nie darüber wissen wollten und auch nicht zu fragen wagten publiziert, den Mann bzw. Frau sich mal durchgelesen haben sollte ;-)
Auch der selbstbewußtseinslosesten Frau im zwar Prinzip klar, daß „irgendwo da draußen“ zahllose Deckelchen vorhanden sind, aber sie will eben nicht nur irgendeinen, sondern den richtigen Deckel. Ein Beispiel: Wenn ein Magazin wie „St. Paulis Dickerchen“ deutlich machen sollte, daß es ungezählte Männer gibt, die eine tiefe Leidenschaft für übergewichtige Damen mit Dellen am Po pflegen, atmen die Damen die über dergleichen Attribute verfügen nicht etwa erleichtert auf und annoncieren umgehend in jenem Fachblatt eine Heiratsanzeige. Nein, sie wenden sich angewidert ab, kann doch ein Mann der solcherart Magazine liest* unmöglich der Richtige sein.

Dienstag, Juni 17, 2008

Neulich bei den Deuzis...

Gut, die österreichische Nationalmannschaft wurde gestern von den Deuzis besiegt, aber mal Hand aufs Herz, wer hätte wirklich etwas anderes erwartet (obwohl die Hoffnung ja meist zuletzt stirbt)? Doch der wahre Verlierer des gestrigen Tages war v.a. der gute Geschmack, wahrer Gewinner war jedoch der offen zur Schau getragene Chauvinismus, um nicht zu sagen Rassismus.

Wikipedia führt den Begriff "Ösi" als " eine in Deutschland verwendete Bezeichnung für Österreicher, die - im Gegensatz zum von Österreichern abwertend benutzen Begriff „Piefke“ für Deutsche - meist neutral oder aber auch verniedlichend gemeint ist" und schreibt dann seltsam unreflektiert weiter: "Im Gegensatz zum Wort „Piefke“ ist die Bezeichnung „Ösi“ nicht zwangsläufig negativ zu verstehen und nicht abwertend gemeint. Trotzdem sehen die meisten Österreicher diesen verniedlichenden Begriff als abwertend und beleidigend."

Egal wie oft Bild auch "Liebe Ösis" schreiben mag (letztens aber - anscheinend als Steigerung - "Dösis", etwas was vom schweizerischen Bild-Derivat "Blick" losgetreten worden sein soll), der Begriff reiht sich nahtlos in die Reihe der Ethnophaulismen wie Itaka, Polacke, Kaffer, Kanake oder Kümmeltürke ein.

Erbärmlich auch, um das an dieser Stelle anzumerken, dass meine Landsleute auch noch auf diesen Blödsinn eingegangen sind (wie z.B. hier und hier) und dabei ein ebenso unterirdisches Niveau erreicht haben. Noch erbärmlicher allerdings ist, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen, mit Ingolf Lücks humorfreier Fußballsatire "Nachgetreten" solche Sprüche eines D- oder E-Promis durchgehen lässt:

Dumm nur, dass sich ein Land wie Deutschland bzw. dessen mediale Vertreter sich so einen Fauxpas nur gegen den "kleinen Bruder" Österreich trauen, denn was wäre wohl die Reaktion wenn Bild mit "Kanaken beim Abkacken" vor bzw. nach dem nächsten Türkeispiel titelt oder alternativ, so das israelische Team mal wieder dabei sein sollte und zufällig gegen die Deuzis spielte, ein freundliches "Judensäue, ihr seid Warmduscher!" "Israeliten, ihr braust euch zu heiß!" um die Ohren gehauen bekäme?

Nationalstolz ist eben die billigste Idendifikationsmöglichkeit, das vereinende Moment für (geistig) Arme, denn eine Nationalität hat selbst der letzte Depp.

Montag, Juni 16, 2008

Das Wort zum Sonntag #47

Thema heute:
Warum wissen so viele Gläubige nicht was sie glauben (müssen)?

Angeregt durch diese "tolle" Geschichte, bei der einem querschnittsgelähmten Katholiken die kirchliche Trauung auf Grund von dauerhafter Impotenz verweigert wurde, lautet das heutige Thema, ob oder warum so wenige Gläubige ihre Vereinsstatuten lesen. Wer sich nämlich ein bisschen im katholischen Kirchenrecht auskennt, würde diesem behinderten Italiener - genau wie kath.net - folgende Auskunft geben:
Impotenz ist eine Form von Ehehindernis und trifft dann zu, wenn einer der beiden Gatten zur Zeit der Heirat unfähig zum Beischlaf ist. Das Hindernis liegt nur vor, wenn die Unfähigkeit dauerhaft ist und ausnahmslos besteht. Im Gegensatz dazu ist Unfruchtbarkeit kein Ehehindernis. Die zwölf Ehehindernisse werde im Kirchenrecht in den cc. 1083 - 1094 aufgezählt und sind: Alter, Impotenz, Eheband, Religionsverschiedenheit, Weihen, Gelübde, Entführung, Gattenmord, Blutsverwandtschaft, Schwägerschaft, öffentliche Ehrbarkeit und gesetzliche Verwandtschaft. Von den Ehehindernissen göttlichen Rechts (Impotenz, Eheband, Gelübde, Blutsverwandtschaft in der geraden Linie) kann die Kirche auch nicht dispensieren.
Doch was ist dieses Kirchenrecht überhaupt? Nun, es genügt offenbar nicht, dass ein arbeitsloser Zimmermann vor 2000 Jahren in Palestina herumrannte und "ich bringe euch Liiiebe" rief (was im übrigen auch so nicht ganz stimmt) um einen Staat zu machen eine Kirche zu gründen.

Dazu bedarf es dann einer ganz profanen Gesetzessammlung, die allenthalben durch religiöses Geschwurbel angereichert ist. Die Katholiken (also die Römisch-Katholischen, damit nicht einer auf die Idee kommt ich meine einer der vielen katholischen Kleinstsekten) haben das in ihrer langen Geschichte voll durchexerziert und den sog. CIC (= codex iuris canonici) herausgebracht. Die kleinen Babys bei der Taufe können nicht abschätzen, dass sie mit der Glaubensgemeinschaft der Catholica sich auch automatisch diesem Kirchenrecht unterwerfen. Glücklicherweise bzw. der Aufklärung sei dank, gilt das Kirchenrecht nicht vor dem Staatsrecht - was aber die meiste Zeit nicht so war.

Das tolle ist, dass man anhand des CIC schon vorhersagen kann, was von diesen ganzen "basisdemokratischen" Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche zu halten ist. Diese schießen wie Pilze aus dem Boden (z.B. Wir sind Kirche) und die Gläubigen sind doch wirklich der Ansicht etwas bewegen zu können. Dabei genügt schon ein Blick ins Kirchenrecht um sie eines Besseren zu belehren:
Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewußtsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen.
(CIC can. 212 §1)
Somit haben die Laien (die übrigens den allergrößten Teil der Katholiken ausmachen, egal wie christlich bewandert sie auch sind) nur zu folgen, aber nicht vorzuschlagen oder zu bestimmen. Letztendlich entscheidet immer der höhere Kleriker, d.h. der Pfarrer "überstimmt" alle Laien seiner Gemeinde, der Bischof den Pfarrer, der Kardinal den Bischof und der Papst alle zusammen.

Weiters haben eben diese Prälaten auch den Katechismus (hier sei wieder speziell der katholische genannt, doch Ähnliches existiert in vielen Religionen) zusammengebastelt, der ebenso Lebensvorschriften für die Gläubigen bereithält. So liest man z.B. folgenden Passus:
494. Welche Aufgabe haben die staatlichen Behörden in Bezug auf die Keuschheit?

Da die staatlichen Behörden die Achtung der Menschenwürde zu fördern haben, sollen sie beitragen, ein für die Keuschheit günstiges Klima zu schaffen. Durch angemessene Gesetze müssen sie auch die Ausbreitung einiger der oben genannten schweren Vergehen gegen die Keuschheit verhindern, um vor allem die Minderjährigen und die Schwächsten zu schützen.

D.h. die Catholica schreibt ihren Gläubigen (so sie sich staatlicherseits betätigen) vor, dass die staatlichen Behörden "ein für die Keuschheit günstiges Klima zu schaffen" hätten, und faselt etwas von "schweren Vergehen" gegen die Keuschheit. Jetzt fragt man sich natürlich, was denn das für schwere Vergehen wären, doch auch hier hilft der Katechismus weiter:
492. Welche Hauptsünden gegen die Keuschheit gibt es?

Sünden, die entsprechend der jeweiligen Natur des Gegenstandes schwer gegen die Keuschheit verstoßen, sind: Ehebruch, Selbstbefriedigung, Unzucht, Pornographie,
Prostitution, Vergewaltigung, homosexuelle Handlungen. Diese Sünden sind Ausdruck des Lasters der Unkeuschheit. Wenn sie an Minderjährigen begangen werden, wiegen solche Handlungen noch schwerer, weil sie gegen deren physische und moralische Unversehrtheit verstoßen.
Wie man klar ersehen kann, stellt sich somit der Katechismus gegen das deutsche Grundgesetz, nach dem alle gleich seien, unbesehen ihrer sexuellen Orientierung. Auch soll der Staat gegen Autoerotik, ladläufig auch Masturbation genannt, vorgehen, sowie gegen Pornographie, das horizontale Gewerbe (das es übrigens schon länger als die Catholica gibt und z.B. Papst Sixtus IV. ließ nicht nur die Sixtinische Kapelle, sondern auch ein Bordell in Rom errichten, das einen Teil seiner Einnahmen an ihn abzuführen hatte) und einvernehmlicher Sex zwischen Erwachsenen, die nicht, oder mit jemand anderem verheiratet sind. Tolle Aussichten, wenn die Pfaffen in .de ans Ruder kommen.

In der heutigen Zeit verfährt man kirchlicherseits mit einer Doppelstrategie. Zum einen tritt man die rigiden Gesetze nicht in der Öffentlichkeit breit (somit war der katholische Rollstuhlfahrer ein echter Glücksfall für die Aufklärung) und zum anderen lässt man die Gläubigen in ihrem Treiben (sowohl sexueller, als auch kirchlich-demokratischer Natur) gewähren und verschafft sich somit ein recht liberales Ansehen.

Die Gläubigen wiederum interessieren sich i.d.R. lediglich für die kirchlichen Feste, also für Taufe, Firmung, Hochzeit und Begräbnis, jedoch in der Masse immer weniger und weniger für die Glaubensinhalte, wie man z.B. am Gottesdienstbesuch ablesen kann. Das hat in etwa die Qualität, dass man in einem Golfclub ist, ohne die Golfregeln zu kennen oder, bis auf das Weihnachtstunier, je dort zu spielen. Was gläubige Katholiken aber wirklich alles zu glauben haben, hatte ich ja bereits in meinem (unvollständigen) Katholikentest aufgeführt... nur haben diesen wahrscheinlich zu wenige gelesen.
Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.
(Heinrich Heine)

Freitag, Juni 13, 2008

Neulich am 12./13. Juni...

Gewinner - Verlierer - es kommt immer darauf an, wie man sich fühlt. Zuerst haben die Kroaten Deutschland im Fußball geschlagen. Hier ist es noch relativ einfach den Gewinner und Verlierer auszumachen. Im anschließenden Spiel Polen gegen Österreich und dessen Endstand von 1:1, ist es schon erheblich schwieriger. Österreich fühlt sich als Sieger, weil man trotz dutzender Torchancen einen geschenkten glücklichen Elfmeter in der Nachspielzeit verwandelte. Jetzt taumelt Österreich schon im Cordobarausch, jenem denkwürdigen Spiel 1978 in Argentinien, bei dem das kleine Alpenland den großen Nachbarn mit einem 3:2 nach Hause fahren ließ (und selbst auch den Hut nehmen musste, da es vorher von Italien und den Niederlanden besiegt wurde). Verdenken kann man es meinen Landsleuten nicht, ist doch Österreich gerade keine große Fußballnation und die Qualifikation für EM oder WM schon ein Wunder an sich.

Tja, und dann waren da noch die Iren. Diese haben sich doch gestern wirklich erdreistet den tollen "Vertrag von Lissabon" mehrheitlich abzulehnen, was sie nicht nur in den Augen aller anderen Völker (demos) Europas, denen man eine derartige Herrschaft (kreios) über die brüsseler Eurokraten nicht zutraute, zu Helden machen sollte, sondern auch zu den wahren Gewinnern dieses Freitags.

Welchen Müll die Bürokraten schon beim ersten Anlauf über Europa ausgießen wollten, kann man hier nachlesen. Anschließen hat man das verschlimmbessert und alte Hundescheiße in neuen Sandförmchen als "Verträge von Lissabon" präsentiert. Diesmal waren auch die Störfaktoren Frankreich und Niederlande ausgeschaltet, die beim letzten mal das Schlimmste durch ein "Nein" bei der Volksbefragung verhinderten. Doch zum Glück war Irland beim Abschaffen der Demokratie zu lahmarschig, so dass hier noch das Volk entscheiden musste. Und es hat abermals "Nein" gesagt.

Mir geht es jetzt gar nicht so sehr um die Details oder die genauen Gründe warum was hier abgelehnt wurde, sondern um den allgemeinen Prozess innerhalb der EU. Ich würde mir wünschen, dass Politiker wie Bürokraten in Brüssel sich darauf besinnen warum sie dort sitzen wo sie sitzen, nämlich um dem Bürger der EU, dem Europäer zu dienen. Gesetze und Verordnungen müssen so gestaltet sein, dass sie jeder verstehen kann, dass sie für jeden nachvollziehbar sind und das prinzipiell jeder darüber abstimmen kann. Wer einen Blick in die o.g. Verträge wirft, wird nichts davon erkennen können, sondern nach ein paar Absätzen ins Reich der Träume entfliehen.

Warum fängt man nicht mit kleinen Brötchen an? Warum lässt man nicht z.B. die UN-Menschenrechte (und zwar alle!) Europaweit von allen Bürgern (!) zu ratifizieren? Und nach diesem kleinen Schritt kommt der nächste, z.B. etwas ähnliches wie die ersten 20 Artikel des deutschen Grundgesetzes usw.usf.. Aber man, d.h. die Politiker aller Orten, wollte ja lieber alles-alles haben und zeigt sich jetzt echauffiert über ein basisdemokratisches No-Way und als schlechter Verlierer. Schade.
Die Demokratie ist keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern der Sittlichkeit.
(Willy Brandt)

Dienstag, Juni 10, 2008

Der po8ische Einbürgerungstest

Nachdem gerade in Deutschland beschlossen wurde, ab 1. September einen einheitlichen Einbürgerungstest einzuführen (wie gut die Deutschen dabei selbst sind, kann man sich z.B. hier anschauen - kann man eigentlich auch wegen Unwissenheit wieder ausgebürgert werden?). Insofern möchte ich nach dem Motto "lerne deinen unbekannten Nachbarn kennen" hier den ultimativen po8ischen österreichischen Einbürgerungstest präsentieren:

1. Welches ist die zweitgrößte Stadt Österreichs (nach Wien)?
Salzburg
Linz
Graz
Innsbruck

2. Was verbindet man in Österreich mit den Namen "Dollfuß" und "Schuschnigg"?
Die Sachertorte
Den austrofaschistischen Ständestaat
Die Doppelweltmeister in der nordischen Kombination
Die Erstbesteiger des höchsten Bergs Österreichs

3. Was versteht man unter "Palatschinken"
Geräucherte Schinkenspezialität aus Tirol
Ein bekanntes Schlafmittel
Hausschuhe
Pfannkuchen

4. Wie heißt der höchste Berg Österreichs
Matterhorn
Großglockner
Schupfkogel
Glockturm

5. In welchem Ort befand sich das einzige österreichische KZ (unbesehen der vielen Nebenlager)?
Mürzzuschlag
Sinabelkirchen
Mauthausen
Kitzbühel

6. Welchen Namen trug die österreichische "1. Bundesliga" (Fußball) nicht?
Erste Klasse
1. Division
tipp 3-Bundesliga powered by T-Mobile
Gauliga Ostmark

7. Was bedeutet der Name der österreichischen Motorradmarke "KTM"?
nichts
Kronreif-Trunkenbolz-Mattighofen
Kettenfahrzeuge-Traktoren-Motoren
Kraftradbau-Thomas-Mischnigg

8. Welches ist kein landesweiter österreichischer Feiertag?
Tag der Volksabstimmung
Stefanitag
Maria Empfängnis
Heilige Drei Könige

9. Welche Währungsbezeichnung wurde in Österreich nicht verwendet?
Schilling
Krone
Gulden
Taler

10. Welches Konterfei zeigt die österreichische 2-Euro Münze?
Elisabeth von Österreich-Ungarn (Sissi)
Bertha von Suttner
Maria Theresia
Marie von Ebner-Eschenbach

Sonntag, Juni 08, 2008

Neulich beim Zusammenklauen...

Eigentlich wollte ich mir folgendes Video vom Atheisten (und das ist auch gut so) klauen, doch dann bin ich draufgekommen, dass er ihn wiederum von SoWhy geklaut hat und dieser wiederum nur youtube verlinkt hat... tja, Anarchie pur. Das Video ist trotzdem toll :-)


Das po8ische Homöopathierätsel...

Und weil es so schön war, kommt hier gleich noch eine kniffelige Rätselaufgabe:

Welche Substanz kommt nicht in homöopathischen Präparaten vor?
(bitte ankreuzen)

Ablagerungen aus dem Mutterkuchen des Pferdes (Hippomanes)
Afrikanisches Elfenbein (Dens loxodonta africana)
Amerikanischer Kartoffelkäfer (Doryphora decemlineata)
Arsen (Arsenicum album, A. bromatum, A.hydrogenatum, A. iodatum, A. metallicum, A. sulphuratum flavum)
Austernschalenkalk (Calcarea carbonica)
Benzol (Benzinum)
Bernstein (Succinum)
Bettwanze (Cimex lectularius)
Bibergeil (Castoreum)
Blattgold (Aurum foliatum)
Blattläuse von Chenopodium (Aphis chenopodii glauci)
Blausäure (Hydrocyanicum acidum)
Blei (Plumbum metallicum)
Botulinum
Brechweinstein (Antimonium tartaricum)
Brustkrebs-Nosode (Carcinosinum Burnett)
Buchenholzkohlenteer (Kreosotum)
Chlor (Chlorum)
Chloroform (Chloroformium)
Cholesterin (Cholesterinum)
cubensis, T. hispanica)
Curare
Delphinmilch (Lac delphinum)
Deutsche Otter (Vipera)
Diphtherie-Nosode (Diphtherinum)
DNA (Desoxyribonucleinicum acidum)
Eierstockextrakt von Kühen oder Schafen (Ovininum)
Eihaut des Hühnereis (Ovi gallinae pellicula)
Eiterflüssigkeit aus dem Krätzebläschen (Psorinum)
Elektrizität (Electricitas)
Englische Sonne (Sol britannica)
Faules Rindfleisch (Pyrogenium)
Filzlaus (Phthirus pubis)
Fliegenpilz (Agaricus)
Flüssiges Pech oder Teer (Pix liquida)
Flusskrebs (Astacus fluviatilis)
Formaldehyd (Formalinum)
Fuchslunge (Pulmo vulpi)
Gallensäure (Gallicum acidum)
Gebärmutterkrebs-Nosode (Epihysterinum)
Getrocknete Tintenfischtinte (Sepia succus)
Getrocknetes Blut des Pfeilschwanzkrebses (Limulus cyclops)
Giftsumach (Rhus toxicodendron, venenata)
Gila-Echse (Heloderma suspectum)
Gneis aus Gastein (Lapis albus)
Graphit (Graphites)
Grüner Knollenblätterpilz (Agaricus phalloides)
Haschisch (Cannabis indica)
Hausfliegenmilbe (Trombidium muscae domesticae)
Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus)
Holzkohle (Carbo vegetabilis)
Holzruß (Fuligo ligni)
Holzteerdestillat (Eupionum)
Hornisse (Vespa crabro)
Hundekot (Excrementum caninum)
Hundemilch (Lac caninum)
Hunderäudemilbe (Sarcoptes canis)
Hypophyse (Pituaria glandula)
Iridium (I. metallicum)
Kadmiumsulfat (Cadmium sulphuratum)
Kakerlaken (Blatta americana, B. orientalis)
Kalziumarsenit (Calcarea arsenicosa)
Karlsbader Wasser (Carlsbad aqua; wird nur in niederen Potenzen empfohlen)
Käseschmiere (Vernix caseata; eine fettige Schicht, die die Haut des Fötus bedeckt)
Katzenmilch (Lac felinum)
Kellerassel (Oniscus asellus)
Keuchhusten-Nosode (Pertussinum)
Klapperschlangengift (Crotalus horridus)
Kobalt (Cobaltum)
Kobragift (Naja tripudians)
Kohlenmonoxid (Carboneum oxygenisatum)
Kokain (Cocainum hydrochloricum)
Kondomgummi (Latex vulcani)
Königswasser (Nitromuriaticum acidum; Mischung aus starker Salpeter- und Salzsäure)
Kopfhautekzem-Nosode (Melitagrinum)
Korallen (Corallium rubrum)
Kreuzspinne (Aranea diadema)
Krötengift (Bufo rana)
Kubanische und Spanische Tarantel (Tarantula
Kupfer, Kupferarsenit (Cuprum metallicum, C.arsenicosum)
Lava und Schlacke des Vulkans Hekla (Hecla lava)
Lepra-Nosode (Leprominum)
Licht der Venus (Venus stella errans)
Löwenmilch (Lac leontis)
Magnetischer Nord- bzw. Südpol (Magnetis polus arcticus bzw. australis)
Maisbrand (Ustilago maydis)
Manganacetat (Manganum aceticum)
Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
Materialisierte Asche von Sai Baba (Vibhuti Sai Baba)
Menschenfloh (Pulex irritans)
Menschenkopflaus (Pediculus humanus capitis)
Menschlicher Hodenextrakt (Orchitinum)
Menschlicher Mutterkuchen (Placenta humana)
Mikrowellen (Microwave)
Milch des afrikanischen Elefanten (Lac loxodonta africana)
Milch des indischen Elefanten (Lac elephantis)
Milch des Wolfes (Lac lupi)
Milch einer Frau (Lac humanum)
Milch mehrerer Frauen (Lac maternum)
Milzbrand (Anthracinum; Bacillus anthracis aus der Milz des Schafes)
Mondstrahlen (Luna)
Mutterkorn (Secale cornutum)
Nabelschnur des Schweins (Funiculus umbilicalis suis)
Naphtalin (Naphthalinum)
Nasenschleimhaut (Mucosa nasalis)
Nickel (Niccolum metallicum)
Nierensteine (Calculus renalis)
Ohrenqualle (Medusa)
Opium
Osmium (Osmium metallicum)
Palladium (Palladium metallicum)
Paraffin (Paraffinum)
Petroleum
Pferdehaarehaar (Pilus equinus)
Pferdemauken-Nosode (Malandrinum; aus der Hautentzündung an der hinteren Fläche der Fessel in der Fesselbeuge)
Platin (Platinum metallicum)
Pocken-Nosode (Variolinum)
Purpurschnecke (Murex purpureus)
Quecksilber (Mercurius; in verschiedenen Formen)
Radiumbromid (Radium bromatum)
Rindergalle (Fel tauri)
Röntgenstrahlen (X-Ray; eine mit Röntgenstrahlen behandelte Alkoholampulle)
Rote Waldameise (Formica rufa)
Roter Seestern (Asterias rubens)
Sahara-Skorpion (Buthus australis)
Salzsäure (Muriaticum acidum)
Schierling (Conium maculatum)
Schimpansenmilch (Lac panis troglodytis)
Schwarze Witwe (Latrodectus mactans)
Schweinemilch (Lac suilinum)
Silber (Argentum metallicum)
Silbernitrat (Argentum nitricum)
Sonnenfinsternisstrahlen (Sol eclipsium)
Sonnenstrahlen (Sol)
Spanische Fliege (Cantharis vesicatoria)
Speichel tollwütiger Hunde (Lyssinum, Hydrophobinum)
Spinnennetz (Tela aranearum)
Staphylokokkeneiter (Staphylococcinum)
Stinktiersekret (Mephitis putorius)
Strontiumcarbonat (Strontium carbonicum)
Strychnin (Strychninum)
Stubenfliege (Musca domestica)
Südwestwind (Auster eurus)
Süßwasserschwamm (Badiaga)
Syphiliserreger-Nosode (Syphilinum)
TNT (Trinitrotoluenum)
Tripper-Nosode (Medorrhinum)
Tuberkulöse Lunge (Bacillinum Burnett)
Tuberkulöse Rinderabszesse (Tuberculinum bovinum Kent)
Tuberkulöser Hoden (Bacillinum testium)
Urin (Urinum humanum)
Vakuum (Vacuum)
Verdauungssaft des Hummers (Homarus)
Vogelspinne (Mygale lasiodora)
Walfischdreck (Ambra grisea, grauer Amber; aus dem Darm des Pottwals)
Westindische Feuerspinne (Theridion curassavicum)
Wismutnitrat (Bismuthum)
Zecke (Ixodes ricinus)
Zehennägelschuppen des Pferdes (Castor equi)
Zinn (Stannum metaliicum)
Zinnober (Cinnabaris)
Zyankali (Kali cyanatum

Wer auch nur ein Häkchen gesetzt hat, der liegt leider falsch. Sämtliche angeführten Substanzen finden in der Homöopathie Verwendung!

Neulich beim Hochpotenzieren...

Meine Einstellung zur Homöopathie, als eine Geißel der Hochschulmedizin und geistige Umweltverschmutzung, sollte man ja mittlerweile kennen. Umso mehr freut es mich da, dass der Wissenblog einen recht kurzen und doch umfangreichen Artikel zu dem Thema veröffentlicht hat. Ich kann nur all denen, die immer noch meinen, dass an der Homöopathie "was dran" wäre, empfehlen diesen zu lesen:

Was aber weniger bekannt ist, ist die Tatsache, daß Homöopathie eine esoterische Pseudowissenschaft ist. Die Übereinstimmungen zwischen Homöopathie, Astrologie und Numerologie (auch Kabbala) sind evident.

Dazu einige Beispiele:

Gleicher geistiger Background, gleiche Terminologie (bei Hahnemann nachzulesen): „Uridee, Archetypen, geistiges Wesen der Ursubstanz, Urgrund, Urübel = Erbsünde (Miasma), kosmische Urkraft“ etc. (gemeint ist der Schöpfer, die Schöpfung, Urgrund Gott).

Das „senkrechte Denken“ der symbolischen Astrologie („die Uridee durchzieht alle Ebenen von oben bis unten, im Sinne von wie oben so auch unten), manifestiert sich eindrucksvoll in der Homöopathie („Heilung von oben nach unten“ und 10er-Hierarchien).

Neulich im Buchladen...

Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! (Mt 19,21)

Allein in den vergangenen drei Jahren nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche durch den Verkauf seiner Werke rund zwei Millionen Euro ein (kath.net)
Da hat unser Paparatzi doch mal wieder (fast) alles richtig gemacht, oder?

Donnerstag, Juni 05, 2008

Neulich bei der Ölsardine...

Ok, der Titel mag etwas provokant sein, aber der Fischblog hat sich sehr ausführlich mit dem Thema Erdöl beschäftigt und eine lesenswerte kleine Serie eingestellt, die vorzuenthalten eine Schande wäre:

Dienstag, Juni 03, 2008

Heiteres Zitateraten V

Wer hats gesagt?

"Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß heute das Judentum noch immer als geschlossenes Ganzes auftritt und als solches in die Entwickelung unserer gegenwärtigen Zustände vielfach ein- gegriffen hat, und das in einer Weise, die den abendländischen Kulturideen nichts weniger als günstig war. Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und daß es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion allein, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise."

  1. Joseph Goebbels anlässlich des Reichsparteitags 1937
  2. Rudolph Steiner, Begründer der Waldorfschulen
  3. Mahmud Ahmadinedschad, Präsident der islamischen Republik Iran

Neulich im EM-Krankenhaus...

Spiegel-online hat sich mit diesem Artikel (wieder mal) nicht mit Ruhm bekleckert, da wie so oft völlig unkritisch über magische Praktiken referiert wird. So ist doch da zu lesen:
Fußballern sind auch alternative Heilmittel recht, um möglichst schnell wieder auf die millionenschweren Beine zu kommen. Eine Umfrage unter Bundesliga-Ärzten ergab, dass 92 Prozent von ihnen Spieler homöopathisch behandeln - darunter auch Stars aus dem deutschen EM-Team.
Mit anderen Worten: 92% der Bundesliga-Ärzte sind nur beschränkt zurechnungsfähig (was wahrscheinlich ganz prima zum geistigen Zustand der Kicker passt).

Die Homöopathie, speziell die lustigen Mittelchen (in denen u.a. auch Hundescheiße zählt - stark verdünnt natürlich und zwar geschüttelt nicht gerührt!), haben bislang noch nie - und hier weiß ich nicht welchen Teil von "nie" die Spiegelredakteure nicht verstanden haben - ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt. Ausführliche Informationen dazu liefert dieser GWUP-Artikel.

Mich würde nur mal interessieren, wie unsere Herren Fußballer reagieren, wenn man ihnen altes "Wissen" auftischte, dass die Fußballschuhe vor einem wichtigen Match in Pferdepisse gebadet werden sollten oder die Schnürsenkel aus dem Grabtuch von Turin gewebt sein müssen etc.etc.. Meine Vermutung ist, dass selbst solcher offensichtlicher Blödsinn auf irgendeinen fruchtbaren Boden fällt, denn immer dann, wenn der Zufall eine nicht unerhebliche Rolle spielt, tendieren wir Menschen dazu, zu versuchen diesen mit schwachsinnigen Ritualen oder magischen Gegenständen zu beeinflussen. Harte Fakten, wie sie z.B. im Fall der Homöopathie über deren Unwirksamkeit bzw. Wirksamkeit in Übereinstimmung mit dem Placeboeffekt vorliegen, werden dann schnell weginterpretiert oder gar nicht wahrgenommen.

An dieser Stelle kommt dann oftmals der Spruch "wer heilt hat recht", doch ist dieser von gleicher Qualität (auf Grund des Logikfehlers non sequitur), wie die Aussage "weil ich heute aufgegessen habe ist morgen schönes Wetter". Solange ein kausaler Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen (Homöopathie bzw. Aufessen und Heilung bzw. schönes Wetter) nicht hergestellt werden kann, sind die Aussagen beliebig und damit für eine weitere Betrachtung unbrauchbar.

Deswegen würde ich mir von einem Magazin wie dem Spiegel wünschen, so es noch das Prädikat "kritischer Journalismus" tragen möchte, dass derartiger geistiger Müll nicht unreflektiert dargeboten und damit nur unzulässig Werbung für Scharlatanerie betrieben wird.

Samstag, Mai 31, 2008

Neulich beim Schotten...

Ok, man weiß es ja, keiner besucht offiziell das Restaurant mit den beiden goldenen Bögen, aber inoffiziell weiß wohl jeder was ein BigMac ist und dass das "TS" beim Royal (in den USA heißt er noch immer "Quaterpounder", wie man aus Pulp Fiction erfahren hat) nicht für transsexuell sondern Tomate&Salat steht. Etwas weniger bekannt dürfte da schon der BigMac-Index sein, ein Preisindex, der sich auf der hervorragenden Vergleichbarkeit der Produkte des Schotten etabliert hat.

Was man eher nicht kennt, ist die Menge an Nährstoffen, die so ein ausgewogenes Fast-Food-Menü (übrigens, Fast-Food = engl. für fast ein Essen) beinhaltet. Wer sich darüber schlau machen will, der drehe einfach mal die Papierunterlage des Tabletts um. Dort finden sich detaillierte Angaben darüber, wie dick das aktuelle Produkt gerade macht. Sven Köpfer hat sich die Mühe gemacht und einen McDoof-Kalorienrechner ins Netz gestellt. Einfach das zu konsumierende Produkt ankreuzen und auf berechnen klicken.

Ich habe das hier mal beispielhaft für ein großes BigMac-Menü (Pommes rot-weiß), Cola und einem anschließendem Eis berechnet:

Dass es zum gleichen Preis auch anders geht (denn diese Schnellrestaurants bieten immer auch ein Menü mit Salat an), zeigt die folgende Berechnung:

D.h. im ersten Fall haben wir ca. 1700 kcal, im zweiten Fall weniger als die Hälfte davon, v.a. deswegen, weil ich die Kalorienbombe Pommes mit Majo weggelassen habe.

Wer sich einen Überblick über seinen täglichen Grundenergieumsatz beschaffen möchte, der kann mal einen Blick auf diesen Rechner werfen und wer wissen möchte, wie lange man welche Sportart ausüben muss um o.g. Menü wider von den Rippen zu bekommen, dem sei der Fitrechner empfohlen. Für den zweiten Menüvorschlag müsste ich z.B. ca. eineinhalb Stunden joggen, für den ersten fast dreieinhalb Stunden.


Donnerstag, Mai 29, 2008

Neulich am Flughafen...

Wer kennt sie nicht, die langen Schlangen vor dem "Security Check" am Flughafen. Fluggäste werden gebeten, sich bis auf die Unterhose auszuziehen um zu beweisen, dass sie kein Teufelsmal haben kein Terrorist sind.


Diese peinliche Befragung Untersuchung hat mittlerweile schon groteske Züge angenommen, so dass Kindern stumpfe Bastelscheren abgenommen werden und jede noch so banale Flüssigkeit in irgendwelche Tütchen abgepackt werden muss (als ob ein Plastiktütchen schon jemals eine Explosion o.ä. verhindert hätte).


Leidtragende sind nicht nur die Fluggäste, die für viele Euronen eine Beförderung von A nach B gekauft haben, sondern auch das "Sicherheitspersonal", die sich wahrscheinlich jede Menge dumme Sprüch anhören dürfen und wahrscheinlich über diverse Nagelknipser Grundsatzdiskussionen führen mussten.


Ich persönlich fühle mich durch diese Checks nicht nur in meiner Würde verletzt, sondern sehe auch das Prinzip der Unschuldsvermutung ausgehebelt, d.h. ein Fluggast gilt solange als (potentieller) Terrorist, bis er seine Unschuld durch Ausziehen selbst bewiesen hat. Ein sehr gefährlicher Trend imho, denn wie oft hört man an dieser Stelle "wer nichts zu verbergen hat, der kann sich auch am Flughafen ausziehen".


Nunja, nachdem man mir bei einem meiner letzten Flüge in Newark ein Gasfeuerzeug abnahm, denn ich hätte ja im Kabinenklo ein hübsches Lagerfeuer entfachen können und damit die Piloten zwingen in die Statue of Liberty zu fliegen, und ich keinen Flughafen für sicher genug halte, als dass dort nicht ein "Terrorist", so er über genügend kriminelle Energie (oder religiösen Fanatismus) verfügt, hineinkommen könnte, wollte ich mal ausprobieren, ob man nicht doch noch etwas an Bord bekommt. Ich hatte mir schon vor einiger Zeit ein sehr praktisches kleines Werkzeug gekauft, dass man sich wie einen Schlüssel an den Schlüsselbund hängen kann und das noch dazu bei flüchtiger Betrachtung wie ein Schlüssel aussieht:



Klar, MacGyver könnte damit locker einen C-Check bei einer 747 durchführen, aber für den Normalsterblichen langt es gerade mal ein bisschen zum Schrauben, Flaschen- und Paketeöffnen. Nichtsdestotrotz blieb diese 1,5 cm lange Klinge (was für ein Drohpotential bei einer Flugzeugentführung!) bei der Sicherheitsüberprüfung unbemerkt, obwohl der Schlüsselbund vor den Augen des Personals in die bereitgestellten Durchleuchtungsschalen gelegt wurde.


Dieses Beispiel zeigt aber eines ganz deutlich. Absolute Sicherheit gibt es nicht und die Security-Checks sind eher dazu geeignet den Eindruck einer "gefühlten Sicherheit" zu verbreiten, denn wirklich ambitionierte Kriminelle abzuhalten, wie auch das Sicherheitspersonal nur menschlichen Vorurteilen unterliegt und etwas, das wie ein Schlüssel aussieht und an einem Schlüsselbund hängt eben i.d.R. als einen Schlüsssel erkennt, auch wenn es keiner ist.

Sonntag, Mai 25, 2008

Das Wort zum Sonntag #46

Thema heute:
Sind "religiöse Gefühle" ein Argument?

Oder einfacher gefragt, sind Gefühle ein Argument? Mit Sicherheit sind Gefühle im zwischenmenschlichen Bereich ein Argument (wenn auch kein gutes), in dem z.B. dem Partner klargemacht wird, dass er die eigenen Gefühle verletzt, auf diesen rumtrampelte oder gar keine mehr hätte etc.pp..

"Religiöse Gefühle" kann man allgemein als "weltanschauliche Gefühle" fassen, d.h. jede Weltanschauung die wir uns aneignen ruft in uns natürlich auch Gefühle hervor. So ruft das Weltbild "ich bin eine gute Mutter" jede Menge positive Gefühle hervor, wenn die filia oder der filius sich genau so verhalten, wie man sich das vorgestellt hat, jede Menge negative Gefühle aber, wenn die/der Kleine an o.g. Weltbild durch schlechtes Benehmen zu rütteln anfängt.

Wenn jetzt z.B. ein Künstler eine Sau durchs Dorf jagt, auf der groß Mohammed geschrieben steht, so fühlen sich Muslime in ihren "religiösen Gefühlen" verletzt, weil das Lebewesen, dass bei ihnen (unbegründet!) an letzter Stelle steht, mit dem (angeblichen) Propheten in Verbindung gebracht wird, der bei ihnen an zweiter Stelle steht.

Doch seltsam mutet es an, dass solch ein schwaches Argument stets aus der religiösen Ecke kommt. Mir ist kein Atheist bekannt, der sich durch einen Fußgängerzonenbibelschreier in seinen "atheistischen Gefühlen" verletzt fühlt. Ebenso weiß ich von keinem Kapitalisten, der sich durch einen Tarifabschluss in seinen "kapitalistischen Gefühlen" verletzt sieht. Weiters sind auch Schifahrer unbekannt, die sich von Snowboardern in ihren "schifahrerischen Gefühlen" verletzt meinen (und natürlich vice versa) gleichfalls wie Opernsänger, die sich durch eine Scheiße wie DSDS in ihren musikalischen Gefühlen verletzt wähnen. D.h. sobald "religiöse Gefühle" ins Spiel gebracht werden handelt es sich um ein persönliches oder kollektives Beleidigtsein, eine persönliche oder kollektive Intoleranz (meist) gegenüber einer Meinungsäußerung in Wort und/oder Bild, die mit der eigenen Weltanschauung nicht übereinstimmt.

Doch dürfen wir ein solches Argument in einer säkularen Gesellschaft gelten lassen? Ich denke nicht, denn prinzipiell könnte sich jede Gruppe bei jeder Entscheidung in irgendeiner Art und Weise beleidigt fühlen und dieses Argument vorbringen. Zum Beispiel könnten die Autofahrer beim Bau von Radwegen sich in ihren "automoblilistischen Gefühlen" verletzt fühlen und auf die Barrikaden gehen.


Gefühle solcher Art bringen uns in einer rationalen Diskussion kein Stückchen weiter, im Gegenteil, sie öffnen der Willkür Tür und Tor. Jeder fühlte sich dann irgendwann irgendwie auf den Schlips getreten und forderte unterschwellig Toleranz für seine persönliche Intoleranz, obwohl sich objektiv keine Beleidigung feststellen ließe - denn dafür gibt es einen Paragraphen im StGB.

Somit plädiere dafür, dass man, analog zu Godwin's Law, das "po8ische Gesetz" (oder Po8's Law) einführt, welches besagt, dass derjenige, der "religiöse oder weltanschauliche Gefühle" in die Diskussion einbringt, automatisch verloren hat.
Es ist schwerer, Gefühle, die man hat, zu verbergen, als solche, die man
nicht hat, zu heucheln.
(François Herzog La Rochefoucauld)

Montag, Mai 19, 2008

Neulich bei mir Mia...

Ok, ich hatte es ja versprochen und hier ist es nun, ein brandaktuelles Foto meiner ¬E. Man kann durchaus sagen, dass sie bereits mit Großwerden beschäftigt ist, was zum einen ihre Mum auf Trab hält und zum anderen sich in fortwährendem Essen und Schlafen ausdrückt. Doch in dieser Intensität und Ausprägung wird sie das wohl den Rest ihres Lebens nicht mehr so hinbekommen.

Natürlich bleiben ihr die Statemens à la "ganz der Vater" oder "ganz die Mutter" nicht erspart, wobei ich einfach finde, dass sie ganz wie ein Baby aussieht - und in ihrem Alter reicht das doch völlig, oder?



Montag, Mai 12, 2008

Das Wort zum Sonntag #45

Thema heute:
Warum hat Gott ein Kommunikationsproblem?

Ist es nicht erstaunlich? Alle Naselang kommt irgendein allmächtiger Gott daher, der aber, trotz seiner Allmacht (nur so als Anmerkung: er kann also alles, alles tun), immer nur zu ein paar ganz ausgewählten Leuten spricht, die man - so man die Gottevorstellung nicht teilt - i.d.R. von einem gewöhnlichen psychisch Kranken, der Stimmen in seinem Kopf hört, nicht unterscheiden kann.

Wieso überlegt sich Gott (welcher sei mal dahingestellt), nicht eine Methode, mit der er alle Menschen gleichzeitig erreicht. Z.B. könnte er sich überall auf der Welt gleichzeitig in alle Fernsehkanäle einklinken und dort in der jeweiligen Landessprache seine Botschaft verkünden. Man könnte dann zwar immer noch zweifeln, denn vielleicht ist das nur ein technischer Trick, aber es wäre mal ein schlagkräfigerer Beweis als alle heiligen Bücher zusammen.

Apropos heilige Bücher. Mal abgesehen vom Buch Mormon, dass erst im 19 Jh. erschienen ist (und selbst den meisten Gläubigen zu unglaubwürdig), datieren alle anderen hl.Bücher auf das Frühmittelalter oder noch davor. D.h. der jeweilige Gott hat anscheinend seit damals eine Schreibblockade oder hat bzgl. Ziegen- und Sklavenhaltung schon alles wesentliche mitgeteilt, so dass es keines Updates bedarf.

Das nächste Problem, das sich stellt, ist die Interpretation. Die hl.Schriften sind keineswegs eindeutig, sondern höchst zweideutig oder komplett unbedeutend. Man kann z.B. fast jede Bibelstelle aufschlagen und findet ähnlichen Schwurbel wie diesen hier (Eph 4,17ff):
So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier. Ihr aber habt Christus nicht so kennen gelernt; ihr habt doch von ihm gehört und seid in ihm unterwiesen, wie es Wahrheit in Jesus ist. Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Abgesehen davon, dass Paulus hier mal wieder seinen Chauvinismus, um nicht zu sagen Rassismus, raushängen lässt, so sind doch diverse Dinge unerklärt. Der Text ist voll von willkürlichen Behauptungen, Unschärfen und Allgemeinplätzen, so dass er ohne Interpretation überhaupt nicht anwendbar ist. Die Heiden wurden von den Katholiken schon lange ausgerottet, es wird nicht gesagt, was der "alte Mensch" war, geschweige denn, wie der "neue Mensch" nun genau sein soll. Falls das wirklich ein Gott geschrieben oder inspiriert haben sollte, so ist er maßgeblich schuld an allen Folgen, die aus der Interpretation dieser Texte folgen.

Doch wenn man es mal vom anderen Gesichtspunkt aus betrachtet, so erklären sich all diese "wunderbaren" Texte von selbst. Ein religiöser Spinner, evtl. noch schizophren (oder mit einer anderen geistigen Störung ausgestattet), zieht sich in eine Höhle zurück, schläft wenig, isst wenig, haluziniert ein bisschen und kommt zurück mit einer ganz tollen Geschichte von Engeln, die ihm erschienen sind, von Dämonen, die er bekämpft hat und mit ganz tollen Anweisungen, die ihm eine "göttliche Macht" mitgeteilt hat (dumm nur, dass die göttliche Macht nicht über den Horizont eines Ziegenhirten hinausblicken konnte).

Fatal wird es dann, wenn heutzutage Leute dieses Geschreibsel für bare Münze nehmen, wenn sie einen tieferliegenden Sinn darin erkennen wollen und (dank der Schwammigkeit) diesen dann auch noch finden. Dann haben unsere Vorfahren ja doch irgendwie recht gehabt (egal wie oft sie sich sonst auch irrten), hatten ein höheres Wissen, eine höhere Spiritualität, ähnlich wie man den Ureinwohnern Amerikas oder anderen Naturvölkern eine höhere Erkenntnis der Welt zugesteht (was aber in Wirklichkeit auf der Legende des "edlen Wilden" beruht).

Insofern kann man als aufgeklärter Mensch nur sagen, dass wenn Gott (welcher auch immer) ein Interesse daran hat, dass seine merkwürdigen Gebote hier befolgt werden, so sollte er sich schleunigst auf seinen Hosenboden setzen und sich mit uns unterhalten. Andernfalls haben wir, so es zum jüngsten Gericht (oder etwas ähnlichem) kommen sollte, einen schwarzen Peter, dem wir ihm ohne zu überlegen zuschieben können. Der Stärkere muss auf den Schwächeren eingehen - und nicht umgekehrt!
Die Bibel mag immer die richtige Quelle sein, um ein Zitat zu finden, mit dem literarisch oder rhetorisch Staat zu machen ist. In ihrer Gesamtheit jedoch wird sie auch von Gläubigen inzwischen als der Versuch kritisiert, Erwachsenen mit Kinderbüchern beizukommen.
(Klaus Brandstetter)

Sonntag, Mai 11, 2008

Das (po8ische) Bilderrätsel...

Was habe ich wohl bekommen?


Neulich beim Einäschern...

Oft ist das Leben besser als jede Satire. So zum Beispiel auch im spiegel-online:
Das US-Militär hat offenbar Leichen von im Irak oder in Afghanistan getöteter Soldaten in einem Krematorium verbrannt, in dem auch Haustiere eingeäschert werden. Der Vorgang wurde bekannt, nachdem der republikanische Präsidentschaftsikandidat John McCain, der auch im Armeeausschuss des US-Senats sitzt, vom Verteidigungsministerium eine offizielle Untersuchung einforderte. "Dieser Bericht", sagte McCain, "ist höchst beunruhigend. Unsere Männer und Frauen in Uniform, die das höchste aller Opfer bringen, müssen mit Würde behandelt werden."

Es ist doch höchst erstaunlich, dass man die toten Körper der Soldaten mit so viel Würde behandeln will, sie aber vorher in einen würdelosen Krieg geschickt hat. Wahrscheinlich liegt da die irrige Annahme dahinter, dass man einer Leich noch irgendetwas gutes tun kann, was man dem Menschen zu seinen Lebzeiten nicht getan hat. Und im Übrigen hätte man die Kadaver nur mit ihren biologischen Verwandten verbrannt (wenn man es denn überhaupt getan hätte - das ganze ist nichts als ein blöder Irrtum), und was an so einem Family-Happening würdelos sein soll erschließt sich mir nicht.

Nur fürs Protokoll: Man darf mich gerne mit Tieren verbrennen, wenn es soweit ist.

Donnerstag, Mai 08, 2008

Neulich beim Pumpen...

Irgendwann ist einem anscheinen nichts mehr zu blöd und so verwundert es nicht, dass amerikanische Gläubige an der Zapfsäule von Tankstellen um billiges Benzin beten ("Prayer at the Pump"), wie die katholische Realsatireseite berichtet:
Der Preis für eine Gallone (3,79 Liter) Sprit war dort auf vier Dollar (2,59 Euro) gestiegen, ein Preis, der für die US-Amerikaner extrem hoch ist. Miteinander beteten sie dafür, dass Gott „in das Leben jener selbstsüchtigen, gierigen Leute eingreifen“ möge, „die die Preise so steigen lassen“.

Dumm nur, dass man den Billigbenzinanbetern genau das gleich vorwerfen könnte, nämlich dass sie selbstsüchtig und gierig sind und nur ihren Benzinpreis im Kopf haben, anstatt für etwas selbstloseres, wie z.B. die Heilung der Menschheit von AIDS oder Krebs.

Auch hier ist wiederum die Kausalkette schön zu beobachten. Millionen Bibeltreuer Christen wählen zum zweiten mal (!) einen Präsidenten, der von Gott einen Irakkrieg befohlen bekam, woraufhin die Ölfirmen mit erhöhten Preisen reagieren, so dass eben diese Millionen Christen dann wieder an der Tankstelle stehen können und zu ihrem Schöpfer beten, er möge doch den Leuten mal das Hirn aufräumen, die die Preise so hochtreiben. Tja, oftmals genügt es auch schon vor dem Beten bei sich selbst anzufangen und nicht nach Konfession oder Spiritualität sondern nach rationalen Erwägungen sein Kreuzchen zu setzen...

Freitag, Mai 02, 2008

Neulich bei der Maserung...

Einen sehr interessanten Artikel bzgl. der Gefährlichkeit von Masern habe ich beim Assistenzarzt gefunden. Vielleicht sollten sich all die "Impfkritiker", die der Meinung sind mit Masernparties etwas gutes zu tun, diesen einmal durchlesen. Doch auch dann hoffe ich nicht auf Einsicht, denn wer der bescheuerten Idee anhängt, die Hochschulmedizin wolle nur möglichst viel Profit und gehe dabei über Impfleichen, den werden auch diese Fakten nicht überzeugen:

Bei etwa 10% der Kinder (= eins von zehn erkrankten Kindern) treten Fieberkrämpfe auf. Die müssen dann nicht unbedingt mehr auf die Masernerkrankung beschränkt bleiben. 50% der Kinder mit einem komplikationslosen Verlauf haben anschließend EEG-Veränderungen, soll heißen dass sie potentiell gefährdet sind, Krampfanfälle zu bekommen. Dazu kann z.B. das nächste Fieber führen oder Stress etc. Bei den meisten gehen die EEG-Veränderungen wieder weg, bei einigen nicht. Die werden dann halt auch mal Epileptiker. Übrigens führt jeder Epileptische Anfall zu einer passageren Sauerstoffunterversorgung des Gehirns und kann damit zum Zelltod einiger Hirnzellen führen. Je häufiger die Anfälle, desto schlechter fürs Gehirn.