Mittwoch, Dezember 26, 2007

Neulich beim Monsieur de Pompadour...

Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.
(Mk 10,25)

Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!
(Mk 10,21)

Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
(Mt 6,19f)

Ich habe mir erlaubt den arbeitslosen Zimmermann etwas hervorzuheben. Unter all dem Pomp konnte man ihn fast nicht mehr erkennen. Also ich sehe schwarz für Ratzinger...

Dienstag, Dezember 25, 2007

Neulich nach dem Dornröschenschlaf...

Der "Krauserblog" ist aufgewacht und hat (rechtzeitig zu den Feiertagen) ein paar neue Geschichten ins Netz gestellt. Viel Spaß beim Lesen...

Montag, Dezember 24, 2007

Po8's Worx #7

ein bißchen...

Es ist als sieht man Sonne und das Meer,
Wenn man in Deine Augen blickt -
Der bitt’ren Welt ein Stück entrückt.
All das ist Dir bei mir geglückt.
Ich wünschte nur, es wär’ ein kleines bisschen mehr.

Es schweigt die Zeit, die Uhren bleiben stehen,
Wenn man mit Dir sich unterhält
Ist Sonne, wo sonst Regen fällt.
Du bist all das, was für mich zählt.
Ich wünscht’ nur, Dich ein bisschen mehr zu sehen.

Dein Sein scheint alle Orte zu verzieren
Als ob sich dichte Nebel heben,
Was leblos war, füllst Du mit Leben
Und lässt mein Herz so schlagen, beben,
Ich wünscht’ nur, Dich ein bisschen mehr zu spüren.

Und so entsetzlich leer ist alles, wenn Du gehst -
Wie ein Bezug ohne sein Kissen.
Als hätte man - ohne Gewissen -
Ein Stück aus mir herausgerissen.

Ich hoff’ nur, dass ein bisschen Du verstehst.

Letztens auf der Weihnachtsfeier...

Es christelt an allen Ecken und Enden, die Anhänger des arbeitslosen Zimmermanns und Gottesklons nutzen jede Gelegenheit um noch vor dem 24. Dezember ihre Nachricht - weithin bekannt als Drohbotschaft - unters Volk zu werfen. Da kann natürlich auch der römische Vorbeter nicht fehlen, der gestern folgendes hinausventilierte:
„Es gibt nichts Schöneres, Dringenderes und Wichtigeres, als den Menschen unentgeltlich das weiterzugeben, was wir unentgeltlich von Gott empfangen haben“
Es ist wirklich faszinierend, dass B16 einmal voll und ganz die Wahrheit sagt! Sie (also Benedikt und Konsorten) haben von Gott nämlich nichts empfangen, und nichts geben sie auch an die Menschen unentgeltlich weiter. Und mag auch dies das Schönste, Dringendste und Wichtigste sein, so ist doch das Zweitwichtigste das Geld und der Gehorsam. Das hat er aber wohlweißlich nicht mehr vor dem Fest gesagt...

Freitag, Dezember 21, 2007

Das po8ische Bilderrätsel reloaded...

Eine gute Idee entwickelt sich irgendwann einmal weiter, erlebt sozusagen eine Evolution. Ebenso ergeht es meinen Bilderrätseln, die nun endlich von der Plattform gekapert wurden, die sie verdient - dem hpd.

Dort sind mittlerweile zwei Rätsel (dieses & jenes) erschienen, die für diejenigen Rätselfüchse, die hier schon etliche Punkte abstaubten (ich denke hier an Hendrik, Wolfi, paradoxa, Fischer und all die, die mir jetzt spontan nicht einfallen), keine wirklich große Herausforderung darstellen sollten.

Auf Grund dessen werde ich diese "po8ischen Bilderrätsel" nur noch in unregelmäßigen Abständen fortsetzen, denn jeden Freitag ist nun Ratezeit beim humanistischen Pressedienst...

Dienstag, Dezember 18, 2007

Neulich beim Aufblasen...

Lt. der katholischen Realsatireseite soll Karol Woityla jetzt den Beinamen "der Große" bekommen. Die Begründung hört sich so an:
In der katholischen Tageszeitung „Avvenire“ meinte Sodano jetzt wörtlich: „Ich war Zeuge der Mühe, die er sich bei internationalen Kontakten gegeben hat, um überall in der Welt die Religionsfreiheit und die Freiheit der Kirche zu fördern.“

Ich bin der Meinung, das ist noch nicht spezifisch genug. Man sollte auch hervorheben, worin denn JP2 nun so "groß" war. Deshalb hier meine Vorschläge:
  • JP2 der große Reaktionär
  • JP2 der große Heiligsprecher
  • JP2 der große Verhütungsgegner
  • JP2 der große CIA-Kollaborateur
  • JP2 der große Selbstdarsteller
  • JP2 der große Landebahnküsser
Hier noch eine kleine Auswahl jener Worte, mit der JP2 die Welt beglückte - zurecht kann man das "groß" nennen, nämlich "große Scheiße":
Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu Lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen, und dann erst Eva.

Ein Krieg gegen Kriege ist ein gerechter und berechtigter Krieg.
Bestimmte sexuelle Verhaltensweisen können Krebs hervorrufen.

Sonntag, Dezember 16, 2007

Neulich beim Treffen...

"Treffen" hat ja auch immer so einen militanten Unterton, umso mehr, wenn die Veranstaltung "Naumann trifft" heißt. Wen will Naumann treffen? Hat er seine "Munition" schon präpariert? Wo will er treffen? Und v.a. wozu will er jemanden treffen (und sei es nur mit Worten)?

Insofern hätte die heutige Veranstaltung "Der Bürgermeister in spe, Michael Naumann, lädt sich einen Gast ein. Heute: Harry Rowohlt" heißen müssen, doch auch ich muss zugeben, dass "Naumann trifft Rowohlt" doch der kürzere und knackigere Titel für eine solche Veranstaltung ist.

Doch sei an dieser Stelle auch angemerkt, dass Rowohlt (seines Zeichens passionierter Lindenstraßenpenner und begnadeter Englischübersetzer und Hörbuchstimmengeber) mit seinen großteils zynischen aber auch sarkastischen Bemerkungen und Anekdoten, die in einen Rahmen einiger bilingual vorgetragener Gedichte und auf Deutsch vorgetragener Essays eingebettet waren, weit besser "traf", als Naumann selbst. Ob dies Absicht war, sei dahingestellt, Wahlkampf sollte es auf jeden Fall sein, obwohl es für ein solches Event erfreulich unpolitisch (trotz der roten Socken Rowohlts, die unter seiner Hose hervorstachen) zuging.

Für diese kurzweilige, sehens- und hörenswerte Sonntagsmatinee, Herr Naumann, ein dickes Dankeschön von mir. Sollten Sie das Rennen um den Bürgermeisterposten gewinnen, dann lasse ich mich überraschen, ob sie dieses hohe Niveau halten können...

Freitag, Dezember 14, 2007

Das po8ische Bilderrätsel #61

Diesmal sollte es nicht allzu schwierig sein...
po8-61

Mittwoch, Dezember 12, 2007

Neulich, kurz vorm Aussterben...

Österreich echauffiert sich gerade darüber, dass das erzkatholische Land (73,6% Katholiken) jetzt (geschätzt) mehr Muslime als Protestanten hat. Da geht natürlich das Interview mit dem salzburger Prälaten Laun - geführt von der Zeitung "Österreich" - etwas unter, in dem er wieder einmal unter Beweis stellt, dass es mit seiner Zurechnungsfähigkeit nicht gut bestellt ist:
ÖSTERREICH: Die Muslime haben die Evangelischen schon überholt. Warum ist das Ihrer Ansicht nach so?
Andreas Laun: Man darf den Muslimen aber keinen Vorwurf daraus machen. Es ist unsere Schuld. Die Österreicher müssen sich einfach überlegen, ob sie aussterben wollen oder nicht. Derzeit sind sie offenbar entschlossen auszusterben.
ÖSTERREICH: Woraus schließen sie das?
Laun: Weil die entscheidenden Punkte nicht diskutiert werden: die Fristenlösung und eine bessere finanzielle Förderung für unsere Mütter. Dann gäbe es auch mehr Kinder.
ÖSTERREICH: Die Fristenlösung ist schuld, dass die Österreicher aussterben?
Laun: Ja, die Abtreibungen sind das Hauptproblem.
ÖSTERREICH: Also sind Sie für ein Verbot von Abtreibungen?
Laun: Natürlich. Dauernd wird über Abtreibung und Verhütung geredet. Das führt zu einem kinderfeindlichen Klima.
ÖSTERREICH: Was wollen Sie gegen Verhütung tun?
Laun: Wir müssen bei der Erziehung ansetzen: Junge müssen besser zur Ehe hingeführt werden.

So so, man kann also der Salzburger Vorbeter werden, ohne einen vernünftigen Satz artikulieren zu können - und Millionen von Österreichern zahlen u.a. für diesen Deppen den Kirchenzehnten. Hier die Kritik im Einzelnen:

Die Österreicher sterben nicht aus. Die Demographische Datenlage lt. wikipedia gibt diesen Schluss nicht her, eher das Gegenteil ist der Fall, die österreichische Bevölkerung wächst.

Und weiter geht es mit folgendem Argument: Es gäbe mehr Kinder, wenn die Fristenlösung abgeschafft und die Mütter finanziell mehr gefördert würden. Was der Zölibatsapostel nicht sieht ist, dass es nur mehr Kinder gibt, wenn mehr unverhüteter Sex praktiziert wird. Sex, Sex und nochmal Sex ist das richtige Programm für mehr Kinder, alles andere sind höchstens günstige Rahmenbedingungen.

Als nächstes kommt die Behauptung, dass die Abtreibung das "Hauptproblem" (für das Aussterben der Österreicher) wäre. Nachdem aber die Österreicher nicht aussterben, hat sich somit das vom Pfaffen beschworene Hauptproblem in Luft aufgelöst.

Das Reden von Abtreibung und Verhütung führe zu einem kinderfeindlichen Klima. Selten wurde größerer Blödsinn in die Welt gesetzt. Wie sieht ein "kinderfeinliches Klima" aus? Oder meinte er damit den ehemaligen Budeskanzler? Kleriker, die sich an Minderjährigen vergreifen, sind imho kinderfeindlich, eine rational geführte Diskussion um Abtreibung und Verhütung hingegen nicht!
"Junge müssen besser zur Ehe hingeführt werden". Im Klartext heißt das: Kindern muss schon von Klein auf eingebleut werden, dass Sex etwas ganz schmutziges und sündhaftes ist und das man das nur machen darf wenn man verheiratet ist. Als Verheiratete/r darf man aber nur dann Sex haben, wenn man nicht verhütet - alles andere ist wiederum Sünde.

Bischof Laun, mit der Exkommunikation von Hr. Lugner haben Sie schon anklingen lassen, wes Geistes Kind sie sind. Dieses Interview aber zeigt jedem Leser, dass die Diözese Salzburg von einem Mann geführt wird, der nicht davor zurückschreckt in einer Tageszeigung frech zu lügen, um seine Propaganda unters Volk bringen zu können. Insofern mein po8ischer Rat: geben Sie ihr Amt auf und suchen Sie sich so schnell wie möglich psychiatrische Hilfe - vielleicht ist noch was zu retten...

Dienstag, Dezember 11, 2007

Neulich bei der Not...

Alle sind irgendwie in Not. Vor Weihnachten ganz besonders, denn es fehlt meist noch das passende Geschenk. Wie gut, wenn man sich schon Monate vorher Gedanken dazu gemacht hat. Für alle diejenigen, die noch nicht so richtig wissen, was sie ihren Lieben antun sollen, hat Kirche in Not ein Glaubenspaket entwickeln, das auf kleinstem Raum all das unterbringt, was das Herz eines wahren Schotten Gläubigen höher schlagen lässt:
    • Neues Testament
    • Kleiner Katholischer Katechismus
    • Kreuz
    • Papst-Rosenkranz (!)
    • Betrachtungen
    • Grundgebete
    • Tipps für den
    • Glaubensalltag
    • und vieles mehr...
Es befindet sich auch u.a. auch ein wiederbefüllbares Weihwassergefäß darunter, somit gibt es für die christliche Missionierung kein Halten mehr...

Kirche in Not wurde gem. wikipedia das Spendensiegel verliehen, doch wie bei den meisten Organisationen dieser Art, meinen die Leute Notleidenden etwas Gutes zu tun, in Wirklichkeit wird mit dem Geld vorrangig missioniert. Denn wenn man sich den im Internet veröffentlichten Jahresbericht einmal ansieht, erkennt man, dass von den beachtlichen fast 75 Mio. € nur ein Bruchteil (nämlich 4,6% oder knapp 3 Mio. €) in etwas fließt, was man als "Not" bezeichnen könnte. Weitere 24,8% oder etwas über 15 Mio. € fließen in "Bauhilfe" und so wie ich die Catholica kenne, ist damit wahrscheinlich Hilfe zum Bau von Gotteshäusern gemeint (falls jemand andere Informationen hat, bitte ich um Unterstützung).

Der Löwenanteil der Spenden (nämlich 70,6% oder mehr als 43 Mio. €) fließt jedoch in Dinge wie "Theologische Ausbildung", "Spezielle Pastorale Hilfe" und "Mess-Stipendien". Nachdem es sich dabei um die höchst fragwürdige Aufrechterhaltung (und Erweiterung!) der eigenen Weltanschauungsverbreitung handelt, hat man es hier mit einer Missionierungsorganisation zu tun, die von einer echten Hilfsorganisation nach dem 2. Weltkrieg zu einer Missionierungsorganisation mutiert ist (ähnlich wie die Mutter Teresa Geschichte). Hauptanliegen ist es, den christlichen Glauben zu verbreiten und nicht die Not, also allgemeine Not oder womöglich Not von Anders- oder Ungläubigen zu mindern - schließlich ist die Kirche in Not und nicht die Menschen.


Gott hätte alle Menschen reich erschaffen können, aber er wollte, daß es auf dieser Welt Arme gibt, damit die Reichen Gelegenheit erhalten, sich von ihren Sünden freizukaufen.
(Hl. Eligius, Bischof von Noyon)

Freitag, Dezember 07, 2007

Der Bundesgesundheitsminister rät...

Bloglesen gefährdet ihr Seelenheil!


Wer sich auch so ein nettes Schildchen basteln möchte, kann ja mal hier klicken...

Das po8ische Bilderrätsel #60

Und hier isses:
po8-60

Dienstag, Dezember 04, 2007

Neulich bei den Merkbefreiten...

Tja, das kath.net, die katholische Realsatireseite, titelt (mal wieder) "US-Amerikaner zweifeln eher an Darwin als an der Existenz des Teufels" und beziehen sich dabei auf diese Umfrage und das hört sich ungefähr so an:
Die US-Amerikaner zweifeln eher an der Glaubwürdigkeit Darwins als an der Existenz des Teufels. Rund 62 Prozent der Erwachsenen glauben an die Existenz Satans und der Hölle, aber nur 42 Prozent glauben, dass die Welt durch Evolution entstanden ist.
Mal ganz abgesehen davon, dass der Teufel kein Stückchen mehr real würde, selbst wenn 100% der Amerikaner an ihn glaubten, wohl aber, so das erste Fitzelchen eines Beweises für ihn auftaucht, so gibt mir die Umfrage doch zu denken und zwar v.a. wegen der Zahlen, die kath.net nicht nennt.

So glauben zwar 92% der Katholiken an Gott, bei der Jungfrauengeburt sind es aber nur noch 72% - lt. katholischem Dogma (und meinem Katholikentest) kann man somit 28% nicht mehr zu dieser Glaubensgemeischaft zählen. Bei Geistern sieht es noch schlechter aus, lediglich 47% der Anhänger der Catholica glauben an so etwas, wo doch der Gottesklon selbst diverse Geister und Dämonen vertrieben haben soll! Den Höhepunkt (bzw. Tiefpunkt der kath. Glaubensstatistik) bildet aber der Glauben an Hexen. Nur 32% der katholischen Betbrüder & Schwestern glauben an diese, wo doch im 2. Buch Mose 22,17 steht "Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen." - womit (da es ja das Wort Gottes sein soll), der Allmächtige selbst die Existenz jener Zauberfrauen bestätigt.

Fazit (und das wäre eine viel größere Schlagzeile):
Nur 32% der amerikanischen Katholiken sind wirklich katholisch!

Aber schauen wir auch noch mal auf die Zahlen, die die Umfrage nicht nennt (denn die Agnostiker und Atheisten wurden bei der Glaubensbetrachtung nach Konfession (absichtlich?) außen vor gelassen - Hervorhebungen von mir):
So halten fast 80% der Agnostiker&Atheisten (A&A) die darwinsche Theorie für richtig. Lediglich 2% (in Worten: zwei) können mit dem Kreationismus (also das was Dschordsch-Dabbeljuh und Frau Wolf im Biounterricht einführen wollen) etwas anfangen. An die Horrormärchen von Teufel und Hölle glauben lediglich 3 bzw. 4% und die Auferstehung des Gottesklons halten 8% der A&A für wahr (im Gegensatz zu 96% der wiedergeborenen Christen).

Aber auch hier gilt, selbst wenn 100% der Atheisten glauben, dass Darwin Recht hat, so macht es diese nicht mehr oder weniger wahr. Aber die überwältigenden Indizien für die Evolution (wie z.B. die Erbinformation, die Ähnlichkeiten der Spezies, Resistenzen von Bakterien etc.etc.) machen diese um so vieles plausibler, als alles was uns von klerikaler Seite aufgetischt wurde, dass schon verdammt gute Gegenbeweise vorgebracht werden müssen um hier einen Paradigmenwechsel zu vollziehen.
Mit Statistiken kann man alles beweisen - auch das Gegenteil davon.
(James Callaghan, Baron of Cardiff)

Sonntag, Dezember 02, 2007

Das Wort zum Sonntag #34

Da ist ja mal wieder jede Menge passiert in der letzten Woche. Der Papst hat seine neue Enzyklika herausgegeben, die nur so vor Anachronismen und frömmelnder Sinnfreiheit strotzt und in der er - wie sollte es anders sein - die Vernunft, also die "ratio", sowie die Freiheit unter die Obhut eines Glaubens bzw. seines Glaubens stellen will. Das so eine Vorgehensweise schon prinzipiell mit "Freiheit" nichts zu tun hat, muss hier eigentlich nicht extra erwähnt werden. Somit muss ich weiterhin auf ein intellektuelles Fortkommen Benedikts warten.

Tja, und dann war da noch die Bärengeschichte im Sudan, die sich mehr und mehr zu einem Politikum ausweitet. Lt. Zeitungsberichten sollen Tausende für eine härtere Bestrafung der Lehrerin demonstriert haben, 15 Tag sudanesischer Knast für einen Teddybären namens Mohammed sind offensichtlich für einige gläubige Muslime noch nicht genug. Ich persönlich finde den Namen Mohammed sowohl für Bären als auch für Kinder eine Beleidigung, denn wer wollte schon gern nach einem Kinderficker und Kriegstreiber benannt werden?

Im umgekehrten Fall, wenn man z.B. anmerkt, dass die fortwährenden Rezitationen aus inhumanen Schriften wie der Bibel oder dem Koran, die ad nauseam stilisiert vorgeführte Foltermethode der Römer oder das gesetzlich abgesegnete Kirchenglockengebimmel einem gehörig auf die Nerven gehen und man sich davon persönlich betroffen, gar (und sei's auch nur im guten Geschmack) beleidigt fühlt, so bekommt man vorgehalten, dass man doch gefälligst Respekt vor dem Glauben anderer Leute haben soll.

Respekt kann man nicht befehlen oder staatlich verornden, Respekt muss i.d.R. verdient werden. Ich kann bei keiner religiösen Weltanschauung, so ich mich mit ihr etwas näher beschäftligt habe, auch nur den geringsten Ansatzpunkt erkennen, warum ich diese a priori respektieren sollte. Dieses Ehrfurchts- und Respektsgeschwurbel soll nur darüber hinwegtäuschen, dass man es hier mit einer (bestenfalls) Wusch- bzw. (schlechtestenfalls) Wahnvorstellung zu tun hat, die in keinster Weise durch die Realität gedeckt wird und der "Respekt" soll diesem Konstrukt die Autorität verleihen, die es beim nüchternen Betrachten niemals erlangen würde. Wir haben trotz intensiver Beobachtungen noch keinen einzigen Hinweis darauf gefunden, dass es irgendeinen der hunderten von Göttern gibt, welche sich die Menschen auf Grund von zu viel Freizeit (oder Gehirnerweichung) ausgedacht haben.

Auf der anderen Seite sind aber jede Menge Fakten darüber vorhanden, zu welchen Gräueltaten religiöse Fanatiker im Stande sind und viele davon sind auch noch in sog. "heiligen Büchern" dokumentiert. Die Geschichte hat gezeigt, dass Menschen immer dann zum Unmenschlichsten fähig waren, wenn sie ihr Handeln unter einer Ideologie gedeckelt wähnten. War dies früher eher geistliche Ideologien (Katholizismus, Islam u.a.) so wurden diese noch durch weltliche im letzten und vorletzten Jahrhundert ergänzt (Faschismus, Stalinismus, Sozialdarwinismus, Führer-Kult in Nordkorea u.a.). Die profanen werden meist recht schnell überwunden, bei den "göttlichen" Ideologien dauert es bekanntermaßen immer etwas länger.

Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
(George de Santayana)


PS: An dieser Stelle noch ein Hinweis auf die Videos von Pat Condell, die das Thema aus einer britischen Sicht behandeln und auch ein Dankeschön an den Fischer, dass er mich darauf aufmerksam gemacht hat ;-)

Samstag, Dezember 01, 2007

Killerspielen reloaded...

Wieso "öffentlich rechtlich" langsam zum Schimpfwort mutiert zeigt folgender Video:

Freitag, November 30, 2007

Gerade beim Deschnern...

Der neue Deschner ist erschienen. Wenn man nun allerdings Band 9 der "Kriminalgeschichte des Christentums" erwartete (wie ich.. grml), so ist man evtl. vorerst etwas enttäuscht, was man aber eigentlich nicht sein muss, denn obwohl es hier "nur" um Literaturkritik geht, ist die Sache wie immer spannend und lehrreich zugleich. Etwas ausführlicher ist das auf hpd-online dargestellt, so dass ich eigentlich gleich zur Leseprobe kommen kann:

Aus der Rezension zu "Gutes Deutsch in Schrift und Rede" von Professor Mackensen
"Wer sprechen kann, der kann auch schreiben - sollte man meinen", lautet der erste Satz des Werkes. Doch warum man das meinen sollte, bleibt angesichts all der Millionen Analphabeten und Kinder, die sämtlich zwar sprechen, doch nicht schreiben können, das Geheimnis von Prof. Mackensen, der bereits zwei Sätze weiter äußert: "Die deutsche Rechtschreibung ist gewiß (!) schwer zu meistern" - und damit zwar nicht gegen unser Sprachgefühl, wohl aber gegen seine eigene Regel verstößt: "Keine Flickwörter!" "Sie gilt es vor allem zu tilgen. Da sind zuerst die Beteuerungen, mit denen wir dem Leser eine vorgefaßte Meinung aufzudrängen suchen: unzweifelhaft, sicher, durchaus, gewiß (!) und ihre Artgenossen. Sie sind eigentlich nur Zeugen unserer Hilflosigkeit ... Streichen wir also unseren Satz durch!" Aber zu streichen wäre nicht der Satz, sondern allenfalls das Flickwort. Doch auch das vergaß Prof. Mackensen und nötigte uns derart mit seiner Behauptung vom "gewiß" schwierigen Meistern deutscher Rechtschreibung nicht nur ein Feindwort, nicht nur eine "vorgefaßte Meinung auf", sondern machte uns auchnoch, un schon mit seinem vierten Satz, zu "Zeugen" seiner "Hilflosigkeit"! Und das eben in der Sache, die er lehrt.
Freilich kann er gleich darauf versichern, dass Deutsch "schwierig" sei - was er vortwährend beweist! - Es "reizt auch unablässig zu Fehlschritten", gesteht er. Es führt - dies wieder auf Seite eins - "oft zu Spannungen: dann leiden Rede und Schreibe (!) ... Das läßt sich nicht auf Anhieb heilen (!). Unser Denken, unser Wortschatz und die Fähigkeit (!), ihn voll zu nutzen (!) ..., werden herausgefordert, wenn wir alle Möglichkeiten unserer Muttersprache nutzen (!) wollen. Am meisten wird unsere (sic) Fähigkeit (!) zu kritischer Selbsterkenntnis abverlangt ... Dieses (!) Buch weist (!) dem willigen Leser einige erprobte Wege zu diesem (!) Ziel." "Es (!) läßt ihn in das Gefüge der Sprache hineinsehen, gibt ihm Hinweise (!) ..." Eine Seite Vorspann - wir stehen noch nicht einmal auf dem Titelblatt - und schon ahnen, nein, wissen wir, was jemand, der im ersten Satz Unsinn redet, im vierten gegen seine eigne Regel verstößt, darauf mit einem Hieb "heilen" will und aufs schlampigste wiederholt, an Gutem Deutsch bieten wird.
Also einen Punkt ziehe ich ab, weil ich die Kriminalgeschichte weiterlesen wollte ;-)

7 von 8 möglichen Punkten

Den größten Erziehungsfehler nennt Gotthold Ephraim Lessing, "dass man die Jugend nicht zum eigenen Nachdenken gewöhnet ..." Das ist kein Fehler. Das ist Absicht!
(Karlheinz Deschner)

Das po8ische Bilderrätsel #59

Ok, nach den doch etwas leichteren Rätseln der letzten Zeit, gibt's diesmal wieder eine harte Nuss. Mal sehen wer sie knacken kann...

po8-59

Donnerstag, November 29, 2007

Neulich beim Überwachungswahn...

Man kann eigentlich nicht genug davor warnen, was Merkel & Co. da in Berlin alles ausbrüten:
Der Bundestag hat am 9. November 2007 mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD den Gesetzentwurf zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland beschlossen. Das Gesetz bedarf noch der Unterschrift des Bundespräsidenten. Falls diese erfolgt, werden wir vor dem Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz einlegen. Denn die zwangsweise Totalprotokollierung unserer Telekommunikation ist ein eklatanter Verstoß gegen das Fernmeldegeheimnis und das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.
Insofern sollte jeder, dem etwas an seiner Freiheit liegt, die Verfassungsbeschwerde unterstützen.


Mittwoch, November 28, 2007

Neulich beim Bärenaufbinden...

Manche Sachen sind einfach so blöd, da ist jeder Kommentar überflüssig...

teddybär_jehova

(aufs Bild klicken zum Vergrößern)

Dienstag, November 27, 2007

Neulich beim Rektschraipfeelea...




Die Grenze zwischen Legasthenie und Analphabetismus ist ein schmaler Grat.


Wer noch nicht genug hat klickt hier.

Freitag, November 23, 2007

Das po8ische Bilderrätsel #58

Das letzte Rätsel wurde als zu leicht empfunden. Nun, hier ein etwas schwierigeres, wenn auch banaleres:
po8-58

Donnerstag, November 22, 2007

Neulich beim Lichtblick...

An allen Ecken und Enden wird von dem Erstarken der Religion gesprochen, obwohl gem. fowid davon eigentlich keine Rede sein kann, im Gegenteil, der Anteil der Gläubigen (sowohl aktive, also Kirchgänger, als auch passive, also Mitläufer) wird statistisch gesehen immer geringer, denn die Bilanz ist schon seit Ende der 60er Jahre negativ.

Ein weiterer Lichtblick ist eine aktuelle Umfrage zur Globalisierung (wie z.B. in spiegel-online dargestellt), welche von British American Tobacco in Auftrag gegeben wurde. Der interessante Aspekt darin ist der Stellenwert, der aktuell in .de und Europa der Religion zukommt. Diese steht weit abgeschlagen hinter Gesundheit, Freunde, Natur, Bildung uvm. an letzter Stelle. Insofern stützt auch diese Umfrage den allgemeinen Trend - so sehr auch manche Medien und Schreiberlinge eine neue Religiosität ausrufen wollen - zur Säkularisierung.


Lediglich 24 von 100 Deutschen erachten Religion als wichtig für ihre Lebensqualität, wohingegen 71 bzw. 98 von 100 Leuten Bildung bzw. Gesundheit dementsprechend einschätzen.

Mittwoch, November 21, 2007

Neulich im Wald...

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir, als hör' ich Kunde wehen,
Dass alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

(Nikolaus Lenau, aus dem "Waldlieder" Zyklus)

Montag, November 19, 2007

Der po8ische Katholikentest

Folgenden Aussagen stimme ich zu 100% zu:

Es existiert ein personaler Gott
Der Name dieses Gottes ist Jahwe
Dieser Gott existiert in einer Dreiheit (Trinität)
Dessen anderen beiden "Teile" heißen Jesus & Hl.Geist
Jesus wurde von einer Frau namens Maria geboren
Jesus ist am Kreuz gestorben um die menschlichen Sünden zu sühnen
Jesus ist leiblich (d.h. mitsamt Körper aber ohne Vorhaut) auferstanden von den Toten
Jesus ist, nach seiner Auferstehung, des öfteren noch gesichtet worden
Marias Hymen wurde während der Geburt nicht verletzt
Maria war vor während und nach der/den Geburte/n bis an ihr Lebensende Jungfrau und somit "unbefleckt"
Maria ist leiblich auferstanden
Niemand, der nicht Mitglied der kath. Kirche ist kann in den Himmel kommen
Der Papst ist unfehlbar, wenn er "ex cathedra" spricht (z.B. die Geschichte von Maria und ihrer Auferstehung)
Der Papst ist das Oberhaupt aller Katholiken
Der Papst kann von keiner weltlichen Instanz gerichtet werden
Die Laien (also alle Nicht-Priester) schulden allen Priestern in Glaubensfragen Gehorsam
Die Kirche (also die Gemeinschaft der Gläubigen) kann nicht irren
Der Hl.Geist hat die Bibel vollumfänglich inspiriert
Ein Keks verwandelt sich durch eine Zauberformel dem Wesen nach in Menschenfleisch (Transsubstatiation)
Ficken außerhalb der ehelichen Gemeinschaft ist eine schwere Sünde (= Todsünde)
Frauen können keine Priester werden, weil sie nicht jesusähnlich sind
Homosexuelle Paare (Schwule, Lesben) sind dem christlichen Gott ein Gräuel
Gott hat den Menschen erschaffen
Gott hat den Menschen die Erbsünde verpasst
Mit der Taufe wird man von dieser Erbsünde befreit
Es gibt Verstorbene, die einen besseren Platz und mehr Einfluss im Himmel haben, sog. "Heilige"
Von diesen Heiligen kennt man über 5000
Die Taufe drückt der Seele ein unauslöschliches Mal auf
Es gibt Engel
Es gibt Engel in unterschiedlichen Hierarchiestufen (z.B. Erzengel)
Es gibt den Teufel und dessen Untertanen (z.B. Dämonen)
Menschen können vom Teufel besessen sein, welcher ausgetrieben werden kann (Exorzismus)
Es gibt die Hölle als Ort physischer und ewig währender Qual

Wer nicht allen Punkten zu 100% zustimmt, kann nicht wirklich als Katholik bezeichnet werden. As simple as that.

Neulich beim Killerspielen...

Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit bis bei dem gerade verhinderten "Amoklauf" (der anscheinend mit Armbrust und Soft-Air-Waffen stattfinden sollte) auf den Festplatten der Protagonisten "Killerspiele" gefunden und diese (wieder mal) als alleiniger Grund exponiert werden.

Wie schön, geradezu erbauend, ist es dann andererseits, wenn man auf telepolis einen (zwar sehr langen) aber äußerst differenzierten Artikel zum Killerspielverbot lesen kann, den sich so manche Becksteins & Co. und andere Verbotsrufer hinter die Ohren schreiben, besser, aufmerksam durchlesen sollten.

Deshalb muss diese Zensur im Sinne der erkämpften Freiheitswerte rückgängig gemacht werden! Die aktuelle Bedrohung ist, über die Computerspiel-Zensur hinaus, die Tendenz zu einer Politik, welche der Gesellschaft die Kontrolle über das Privatleben, sogar die Fantasie, zugesteht: zum Gesellschaftstotalitarismus. Dieser ist keineswegs ein Gegensatz zur Demokratie, sondern ihre Ausartung zur Diktatur der Mehrheit, die individuelle Freiheiten nicht respektiert. Die nächsten Ziele sind auch schon zu erkennen, agitieren die einschlägigen Medien doch auch schon gegen angebliche "sexuelle Verwahrlosung", um damit verschärfte Repressionen gegen Pornografie zu rechtfertigen.

Freitag, November 16, 2007

Neulich bei den Krauts...

Der katholische Vorzeigeschwiegersohn der Nation hat den Bestsellerautor und Oxford Professor Richard Dawkins in seine Sendung eingeladen. Offensichtlich traut er sich nicht alleine mit Dawkins zu sprechen, sondern lud sich dazu noch drei weitere gottesfürchtige Kandidaten ein. Zum einen Heiner Geißler, der anscheinend bei jedem Hundsausläuten dabei sein muss, weiters den Weihbischof von Hamburg, Hans-Jochen Jaschke und schließlich noch den protestantischen Kampfhund vor dem Herrn, Bischof Huber.

Die "Diskussion", sofern man überhaupt von einer solchen sprechen kann, denn nicht nur, dass Kerner als Moderator sehr parteiisch war (z.B. durch die Auswahl der Zitate aus Dawkins Buch) noch dazu fiel er seinem Gast, ohnehin schon durch die Simultanübersetzung gehandicapped, andauernd ins Wort, verlief planungsgemäß schlecht für Dawkins. Weder konnte er dezidiert zu den tendenziösen Zitaten ausreichend Stellung nehmen, noch wurde von den Anwesenden antizipiert, dass er nur mit einigen Sekunden Verzögerung überhaupt dem jeweiligen Gespräch folgen konnte. Zum "Ausgleich" ließ er beiden anwesenden Prälaten sinnfrei über ihren Glauben schwadronieren, die wohlbekannte Nazi- und Kommunistenkeule auspacken und den Fundamentalistenvorwurf Hubers (der offensichtlich Dawkins Buch maximal überfolgen hatte) unkommentiert durchgehen.

Im Ganzen erinnerte dies doch wieder sehr an den Schauprozess mit Eva Herman, nur dass Kerner sich diesmal (wohl aus Angst vor Dawkins Eloquenz und im Bewußtsein seiner eigenen Bibelunfestigkeit) nicht drei Statisten, sondern drei Mitstreiter eingeladen hatte. Bezeichnend auch, dass speziell diese Sendung nicht auf der (wirklich gut gemachten) ZDF-Mediathek verfügbar ist. Man will das wohl so durchlaufen lassen und möglichst keine Wellen verursachen oder gar zu Protesten auf Grund der offensichtlichen Ungleichbehandlung anregen.

Mein Fazit: Das ZDF hat sich wieder mal als das Sprachrohr der Großkirchen erwiesen, in dem man fromme Röckchenträger ungebremst Sinnloses in die Welt ventilieren und sich zum Schluss als die Guten und Selbstgerechten, sich in der wohligen Wärme wundergefärbter Wahnvorstellungen wähnend, hinstellen lässt. Und schließlich war Kerner genauso widerlich wie immer, weswegen ich schon immer reflexartig den Aus- bzw. Umschaltknopf betätige, bevor der Brechreiz ob seiner Sendung die Oberhand gewinnt.

Was die Welt braucht, ist nicht ein Dogma, sondern eine Bejahung der wissenschaftlichen Forschung zusammen mit dem Glauben, daß die Qualen von Millionen nicht wünschenswert sind, ob sie nun von Stalin oder einer Gottheit, die sich der Gläubige als sein Ebenbild vorstellt, verhängt werden.
(Bertrand Russel)
PS: Hier noch ein welt.de Artikel zu der gestrigen Sendung

Update: Link zur Mediathek, wer sichs noch mal anschauen möchte (Dank an Karsten)

Das po8ische Bilderrätsel #57

And here we go...
po8-57

Mittwoch, November 14, 2007

Neulich im ZDF...

Wie hier zu lesen ist, hat sich beim ZDF folgendes zugetragen1:

ZDF-Moderator Steffen Seibert wird verrückt

„Ich habe Pumuckel vermisst“, bekennt der 47-jährige Journalist. „Pumuckel hat durch eine große Leere zu mir gesprochen, die ich schmerzlich gespürt habe.“

Steffen Seibert, 47, Moderator des Heute-Journals (ZDF), hat zum Glauben an die Klabautermänner zurückgefunden. „Pumuckel hat durch eine große Leere zu mir gesprochen, die ich schmerzlich gespürt habe”, berichtet er in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „MeisterEder“, die von den Steyler Missionaren herausgegeben wird.
„Ich habe etwas vermisst, ich habe ihn vermisst”, sagt er. „Es gab einige Begegnungen mit Menschen zur vielleicht genau richtigen Zeit. Es haben sich mir die Augen geöffnet, dass dies der Weg für mich sein sollte.“ Seine Familie sei „diesem Weg gegenüber sehr offen“ gewesen. „Sie haben gemerkt, dass es eine Notwendigkeit für mich ist. Man sollte seinen Bedürfnissen folgen.“

1: Fehler beim Übertragen des Artikels sind nicht ausgeschlossen

Samstag, November 10, 2007

Neulich in Wittenberg...

Viele Personen der Geschichte werden häufig zu undifferenziert gesehen, wie z.B. Martin von Tours, von dem man zwar die Martinsgans und das Mantelteilen kennt (wieso gab er nicht den ganzen Mantel?), dessen Kirchensklaven werden aber immer hübsch ausgeblendet, passen sie doch so gar nicht zu dem verehrten Heiligen.

Gleiches gilt auch für Martin Luther, denn in ihm sieht man immer nur den innerkirchlichen Aufklärer, der so richtig in der katholischen Kirche der frühen Neuzeit aufräumte, der als einziger dem Papst Paroli bieten konnte etc.etc.. Auch hier wird, v.a. von Theologen, wider besseres Wissen die Schattenseiten Luthers geflissentlich ausgeblendet. So räumte er zwar mit der Heiligenverehrung und dem Ablasshandel auf, beließ aber alles andere beim alten. Auch resümierte seine Opposition zur Catholica weniger aus einer humanitären oder gar humanistischen Sichtweise, sondern schlicht aus der Tatsache, dass er selbst die strengen Auflagen, die sein monastischer Lebensstil ihm aufzwang, nicht erfüllen konnte und deshalb auf eine Erlösungslehre verfiel, die ihm persönlich gut zu Passe kam.

Ein weiteres Thema, das in Bezug zu Luther gerne ausgeblendet wird ist sein Judenhass, der mit steigendem Alter mehr und mehr zunahm. Der hpd hat, passend zu Luthers Geburtstag, einen interessanten Artikel zu Luthers Antisemitismus veröffentlicht, den ich nur empfehlen kann:
Dieser Reformator hat „unserem Herren und der Christenheit zu Ehren" als Schluss einer 170seitigen Tirade zur Verteufelung der Juden eine Anleitung für die Judenverfolgung entwickelt. Eine Agenda der Unmenschlichkeit, die von den Nationalsozialisten gleichsam Punkt für Punkt „abgearbeitet" wurde.

DerAntisemitismus von Martin Luther
Martin Luther fragt: „Was sollen wir Christen nun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden tun? (...)" und gibt sieben Empfehlungen:
  • „Erstlich, dass man ihre Synagoga oder Schule mit Feuer anstecke und, was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun, unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien und solch öffentlich Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner Christen wissentlich nicht geduldet noch gewilliget haben.

Neulich beim Aquaplaning...

Tja, gestern war es mal wieder so weit und die Straßenmeisterei Hamburg hat erhöhte Aquaplaninggefahr ausgerufen. Wahrscheinlich ist es nur diesen Hinweisen zu verdanken, dass der unten gezeigte Autofahrer nicht mit dem Verkehrsschild kollidierte.

Freitag, November 09, 2007

Das po8ische Bilderrätsel #56

Naja.. das letzte Rätsel wurde ja gelöst, insofern habe ich gute Hoffnungen für dieses hier:
po8-56

Mittwoch, November 07, 2007

Neulich auf dem Bahnhofsklo...

Höllendrohungen sind nicht nur das Handwerkszeug von Pfaffen, nein, auch die deutsche Führungselite wie z.B. der Sprachpanscher und Deutsche Bahn Vorstand Hartmut Mehdorn hat diese auf dem Kasten. Wie mittlerweile hinreichend bekannt sein sollte, hat Hartmut ein Problem im Unternehmen und dieses Problem heißt Gewerkschaft.

Wie schön könnte doch die Welt des freien Unternehmertums sein, wenn sich diese nimmersatten Arbeitnehmer nicht immer zu Interessensgemeinschaften zusammenschlössen und dann die Gesellschaft (und hier meint er nicht nur seine eigene!) unter Druch setzten. Anscheinend weiß Hartmut jetzt nicht mehr aus noch ein - Verhandlungen mit der Lokführergewerkschaft kommen für ihn schließlich nicht in Frage - und wendet sich an seine große Schwester Merkel. In diesem Brief soll nun die Vorbeterin der Nation unter Ausübung ihrer leviathanischen Rechte den kleinen Streikern den Gar ausmachen. Das liest sich hier ungefähr so:
Durch die Forderungen der Lokführer drohe eine "schwer zu beherrschende Tarifvielfalt", schrieb Mehdorn an die Kanzlerin. Die Bahn könne dem Drängen der Gewerkschaft daher "aus grundsätzlichen Erwägungen nicht nachgeben", heißt es in dem Brief, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. "Andere Berufsgruppen der Bahn würden umgehend ebenfalls eigene Gewerkschaften gründen und ihre Interessen mit gleicher Begründung durchzusetzen versuchen". Eine solche Entwicklung bliebe aber nicht auf sein Unternehmen beschränkt: "Im Ergebnis könnte die in Deutschland seit Jahrzehnten bewährte Sozialpartnerschaft und damit ein bedeutender Standortvorteil Schaden nehmen."
Doch schauen wir seine "Argumente" mal etwas genauer an. Wenn man aus prinzipiellen Erwägungen etwas nicht machen will, so handelt man dogmatisch, da man nicht bereit ist, seine Weltanschauung zu ändern. Insofern schießt sich hier unser kleiner Hartmut selbst ins Knie, zeigt er doch, dass wir die bisherigen Streiks seiner fundamentalisitschen Position verdanken.

Anschließend kramt er noch seine Höllendrohungen hervor, dass dann sofort alle noch mehr wollten und ebenfalls Gewerkschaften gründeten und streikten (Belege dafür muss klein Harmut ja nicht bringen, ist er doch Chef der Bahn), was dann nicht nur sein Unternehmen, sondern die "seit Jahrzehnten bewährte Sozialpartnerschaft" in Deutschland gefährde. Seltsam nur, wie die Süddeutsche gerade berichtet, dass sich zwei Drittel des Vermögens in .de auf 10% der Bevölkerung verteilen. Die Hälfte aller Deutschen besitzt quasi nichts. Somit wendet sich auch diese Begründung Hartmuts für das staatliche Eingreifen eigentlich gegen ihn, denn diese "Sozialpartnerschaft" ist seit Jahrzehnten Makulatur. Im Gegenteil, der Staat sollte die Bildung von Interessensverbänden der Arbeitnehmer eher fördern, als diesen den Hahn abzudrehen.
Die Gemeinschaft darf keine Maske sein, unter der der eine lächelt und der andere weint.
(Georges Pompidou, frz. Politiker)
Also bitte keine Krokodilstränen, Herr Mehdorn, der Zug ist abgefahren!

Sonntag, November 04, 2007

Neulich im Haushalt...

Haushaltstips kann man eigentlich nie genug haben...
  • Zwiebeln statt Kiwis kaufen! Sie sind länger haltbar und ausserdem preiswerter.
  • Drückt man während der Fahrt das mittlere Pedal im Wagen, kann man jederzeit vor Kreuzungen oder Ortschaften die Geschwindigkeit drosseln.
  • Brot trocknet nicht so rasch aus, wenn man es stets in einem Eimer mit Wasser lagert.
  • Feiern Sie die jährliche Wiederkehr Ihres Geburtstags doch mit einer Torte und einer schönen Party, zu der Sie Freunde und Verwandte einladen.
  • Weizenbier lässt sich leichter einschenken, wenn Sie statt Reis ein kleines Seifestückchen ins Glas tun.
  • Zwei große Pappscheiben in die oberen Ecken Ihres Fernsehschirms kleben - jetzt sehen die Nachrichtensprecher aus wie Micky Maus.
  • Tote Goldfische sind praktische Lesezeichen für Bücher aus der Leihbibliothek. Der wachsende Fischgeruch dient als einfache Gedächtnisstütze zur rechtzeitigen Bücherrückgabe.
  • Fettflecken werden wie neu, wenn man sie täglich mit ein wenig Butter einreibt.
  • Oberhemden vor dem Bügeln ausziehen!

Hier geklaut

Samstag, November 03, 2007

Neulich bei der Sandale...

Wer kennt ihn nicht, den blasphemischen Hetzfilm der Komikertruppe aus Großbritannien - "das Leben des Brian". In diesem Film wird ja auch ganz konkret eine heilige Sandale im wahrsten Sinne des Wortes durch den Dreck gezogen, der dann Brians Jünger folgen.





Wie sehr muss man sich als religiöser Mensch, v.a. als Katholik, von so einem Film angegriffen fühlen, so doch Jesu Latschen heutzutage tatsächlich noch verehrt werden und dies geschieht in Prüm (in der Nähe von Trier).

Dort befindet sich... aber ich lasse am besten das kreuz.net selbst zu Wort kommen:

Aber es gibt eine Reliquie Jesu, die kaum bekannt ist – die Sandalen Christi in Prüm im Rheinland. [...] Die Reliquie besitzt eine lange Geschichte. Papst Zacharias († 752) schenkte sie in seinem Todesjahr dem Frankenkönig Pippin III. († 768), dem Vater Karls des Großen († 814). Pippin III. hatte dem Papst Schutz gegen dessen italienische Feinde zugesichert. [...] Aber die Reliquie ist immer noch da. Sie wird in einem schönen Schrein aus dem Jahre 1896 verehrt. Für alle Besucher, die es wünschen, wird er zur Verehrung aufgeklappt.
Man muss sich das einmal vorstellen! Fast ein dreiviertel Jahrtausend waren die Sandalen gut versteckt, bis sie dann Papst Zacharias, der sich v.a. dadurch auszeichnete beim Konzil 745 den Erzengel Uriel als unkanonisch auszustoßen und das Märchenbuch Mirakelbuch "Dialoge über Leben und Wunder der italischen Väter" - da selbst Grieche - ins Griechische zu übersetzen, Pippin III. gab. Das ist doch wahrlich eine wunderbare Fügung, oder?

Und wen das noch nicht überzeugt, dem möchte ich noch folgendes Argument mit auf den Weg geben: würde die katholische Kirche einen Schrein & eine komplette Kirche um ein paar alte Sandalen bauen, wenn es nicht diejenigen vom Gottesklon wären? Na also!
Wenn das kein Wunder ist: ein toter Gott, ein totes Christentum, eine tote Kirche - und Generationen von Pfaffen, die fort und fort davon leben!
(Karlheinz Deschner)

Das po8ische Texträtsel...

Woher stammt dieser Text?


Viele Eltern und Erzieher machen die ihnen anvertrauten Kinder nicht mit dem Nationalsozialismus bekannt. Sie begründen dies mit dem Argument:

„Das soll das Kind einmal selber entscheiden!“

Es ist leicht zu sehen, wie töricht diese Aussage ist: Würde man einem Kind die notwendige Nahrung vorenthalten, dann wäre es „später“ längst tot.

Oder würde man ein Kind von der Muttersprache oder von der Schule fernhalten, mit der Begründung es solle erst später selber entscheiden, welche Sprache es lernen und welche Schule es besuchen wolle?

Auf diese Weise kann ein Kind im geistigen Sinne innerlich verhungern und wird später kaum mehr Interesse am Nationalsozialismus entwickeln, da ihm vor lauter falscher Tröster echter Trost vorenthalten wurde.

Die nationalsozialistische Erziehung ist kein Zwang. Sie eröffnet dem Kinde den Weg in die Freiheit der Gerechtigkeit des Führers.

Auch die Zusatzbemerkung vieler Eltern, man könne auch Gut sein ohne in der Partei zu sein ist ein Irrtum und somit eine Falle für das Kind.

Denn der Führer alleine ist die Liebe und das Gute. Ohne ihn sind tiefere Dinge nicht erlebbar.

Nur in der Verbindung zum Führer kann das Kind einen inneren Wandlungsprozeß zum ewigen Glück hin erfahren.

Arme Eltern, die ihren Kindern keinen Kadavergehorsam lehren. Sie lassen ihre Kleinen im Stich und erzählen ihnen nichts von der arischen Überlegenheit, die nur durch den Führer Erfüllung finden kann.

Kinder, die um die arische Überlegenheit nicht wissen, werden sich viel eher entwerten lassen und nur noch die Alternative des Sich Vollfressens, der glatten Worte, der Trostlosigkeit, der Gier und vermeintlichen Gewinnes leben.

Wie viele Frauen wären keine Prostituierten, wenn man ihnen von der arischen Überlegenheit erzählt und Ihnen das Wissen um die Rassen gelehrt hätte.

Wie viele Menschen wären nicht auf die schiefe Bahn geraten, nicht in Verzweiflung und Selbstmord gestürzt? Wie viele Millionen Menschen wären nicht zu lebenden Toten geworden?

Wer kann diese schwere Verantwortung tragen, ein Kind politisch im Stich gelassen zu haben?

Der Führer spricht: "Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht!"


a) aus dem Familienprogramm der NSDAP von 1937
b) aus dem Parteiprogramm der NPD von 1998
c) von einer aktuellen kreuz.net Seite (mit kleinen Änderungen) übernommen

Freitag, November 02, 2007

Das po8ische Bilderrätsel #55

Neuer Freitag, neues Glück...
po8-55


Hm.. das letzte Rätsel war ja anscheinend wieder einen Tick zu schwer. Deswgen hier die Lösung:

Iron + iE ~ Ironie

Mittwoch, Oktober 31, 2007

Neulich im Rechts-Staat...

In einem Spiegel Interview "erdreistete" sich der Grüne Abgeordnete Volker Beck den Bischof von Köln, Kardinal Meisner betreffend folgender Äußerung einen "Hassprediger" zu nennen:

Alle so genannten alternativen Modelle des menschlichen sexuellen Zusammenlebens sind aber unwahr und darum für den Menschen im Kern verderblich. Die Menschheit richtet sich hier selbst zugrunde.
Erschwerend kommt hier hinzu, dass Beck selbst bekennender Homosexueller ist und sich somit durch Meisners sinn- und geistlose Äußerung auch direkt angesprochen fühlen muss.

Da man seitens des Erzbistums sich gerne in Schweigen hüllt (wie auch ich schon an dieser Stelle selbst erfahren konnte) und somit die Sache nicht argumentativ aus der Welt schaffen wollte (oder konnte?), fühlte man, bzw. Meisner, sich ganz fürchterlich von dem Ausdruck "Hassprediger" beleidigt, da unter allgemeinem Verständnis - so das Bistum - darunter Personen zu verstehen seien "die unter religiöser Verbrämung volksverhetzende Aktivitäten entfalten und zu Gewalt aufrufen". So sah der Kardinal bzw. das Bistum keinen anderen Ausweg, als vor Gericht zu ziehen.

Das Haus- und Hofgericht zu Köln urteilte mit seiner Einstweiligen Verfügung ganz zu Gunsten Meisners und verdonnert Beck im Wiederholungsfall zu einer viertel Million Euro Schmerzensgeld. Insofern hätte Beck den Kardinal wohl eher einen Kinderficker nennen sollen, denn das finden deutsche Gerichte, speziell das in Köln (!), weit weniger schlimm (wie man hier lesen kann).

Doch wer mit gesundem Menschenverstand könnte denn in Meisners folgenden Äußerungen der Liebe Hasspredigten erkennen?

"Dort, wo die Kultur von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte."

"Der europäische Mensch muss, um nicht unterzugehen, Gifte wie Homosexualität auschwitzen."

"Kirche ist keine Demokratie."

"Nächstenliebe ist kein Freundlichkeitsbrei"

"Es gehört zu den größten Häresien, zu glauben, das Ziel der Christen sei die Selbstverwirklichung ... Der Selbstverlust ist unsere Berufung."

"In betenden Händen ist die Waffe vor Missbrauch sicher."
Ich würde mir wirklich wünschen, dass Herr Beck das nächste mal nicht zu vorschnell über den ehrwürdigen Hassprediger Bischof von Köln, seine Eminenz Kardinal Meisner urteilt.

"Auch in einem gerechtfertigten Verteidigungskampf ist nicht jedes Kampfmittel schlechthin erlaubt. Wenn das Kampfmittel sich der Kontrolle des Menschen völlig entzöge, müßte seine Anwendung als unsittlich verworfen werden. Daß die Wirkung der atomaren Kampfmittel sich dieser Kontrolle völlig entzieht, muß nach dem Urteil gewissenhafter Sachkenner als unzutreffend bezeichnet werden. Ihre Verwendung widerspricht darum nicht notwendig der sittlichen Ordnung und ist nicht in jedem Fall Sünde."
(Kath. Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, 1958)

Dienstag, Oktober 30, 2007

Neulich bei der Premiere...

Es gab nicht viele Premieren, bei denen ich zugegen sein durfte, umso mehr freut es mich natürlich, dass ich Augenzeuge der ersten "Emanzipationsfeier" im Rahmen und Namen des Humanismus wurde.

Der hpd hat ein ausführliches Interview mit dem Emanzipator (?) oder Emanzipationisten (?) geführt, das den ganzen Sachverhalt, samt verlinkter Rede so dezidiert dargelegt, dass ich mir eigentlich weitere Kommentare sparen kann. Wie für Humanisten üblich war die Feier (abgesehen von der etwas besseren Garderobe) angenehm zwanglos, Eikes Rede (abgesehen von ein paar präsentatorischen Unwägbarkeiten) großartig und bei den anschließenden Gesprächen war von tiefgründig bis erfrischend alles dabei.
Ein Mensch bekennt sich zu den humanistischen Idealen. Das kommt häufig vor, wird jedoch selten gefeiert. Dieses Bekenntnis geht oft mit der Abkehr von anderen traditionellen Bräuchen und Normen einher und zuweilen reagiert das persönliche Umfeld des nun bekennenden Humanisten zurückweisend.
Ja, es wertet Selbsterklärungsversuche sogar als nicht angebrachte Missionierungsversuche. In der Konsequenz führt das dazu, dass nicht nur eine gute Gelegenheit zu Feiern ungenutzt bleibt, sondern es wird auch nicht diskutiert und ein Dialog findet nicht statt. Das hat zur Folge, dass die Gedanken der Humanisten keinen weiteren Bekanntheitsgrad erlangen. So kommt es, dass man als Humanist seine Positionen immer und immer wieder darstellen muss. Gleichzeitig wird es Fundamentalisten anderer Weltanschauungen erleichtert, den Humanismus zu diskreditieren. Ja, selbst im beginnenden 21 Jahrhundert muss der Humanist zuweilen gegen ein Stigma der Gottlosigkeit ankämpfen, welches eigentlich längst überwunden sein sollte.Diese Problematik will ich mit dieser Feier angehen.

Gerne hätte ich mit dem Emanzipanten (?) noch gestritten, aber das fällt natürlich schwer, wenn man ihm vernünftiger Weise in allen Punkten recht geben muss... ;-)

Montag, Oktober 29, 2007

Neulich beim Abprotzen...

Tja, B16 hat jetzt seinen ersten Superlativ. 498 Faschisten (oder zumindest faschistophile Katholiken) hat er jetzt heilig selig gesprochen (siehe hier und hier) und damit wieder einmal unter Beweis gestellt, wo die Catholica steht - nämlich ganz weit rechts. Denn entgegen der landläufigen (und so gut zum Märtyrertum passenden) Meinung wurden diese Menschen nicht deswegen umgebracht, weil sie Christen, oder genauer, Katholiken waren, sondern deswegen, weil sie einen faschistischen Diktator unterstützten, der zusammen mit der Papstkirche das Land noch fast 40 Jahre in seinen Klauen haben sollte. Der Atheist fragt sich natürlich sofort, wieso er nicht noch zwei gefunden hat um das halbe Tausend voll zu machen. Bei 55 Millionen Toten im zweiten Weltkrieg sollte das ja nicht so schwierig sein.

Aber andererseits kann man sich als Außenstehender und Ungläubiger natürlich fragen, warum er z.B. nicht die Millionen Menschen selig sprach, die völlig unschuldig von den Nazis im KZ abgeschlachtet wurden? Nun, die Antwort ist recht einfach: weil sie keine Katholiken waren!

Doch die katholische Doktrin hört hier noch nicht auf. Da ca. nur ein Viertel der Menschen Katholiken sind (alle Kuschel-Katholiken miteingerechnet), werden die restlichen Dreiviertel, also ca. 4.500.000.000 Menschen in der Hölle schmoren und ewige Qualen erleiden - eine Art KZ hoch 10 - weil sie nicht an den richtigen Gott glauben. Folglich - sofern die katholische Lehre richtig ist - foltert (oder lässt foltern) deren Gott der Liebe den größten Teil der Menschheit auf bestialische Weise bis in alle Ewigkeit und das alles weil (oder obwohl?) er gütig und gerecht sein soll!

Wie erbarmungslos ist doch die Lehre Jesu, die Menschen auf ewig zur Hölle gehen läßt, weil sie es nicht fertiggebracht haben, zu glauben, daß er der Sohn des arabischen Gottes Jehovah sei. Weder er noch sein Gott(-Vater) könnte als gnädig bezeichnet werden ... Kein liebender Gott würde zahllose Millionen auf ewig zur Hölle senden, selbst wenn er die Macht dazu hätte.
(Anagãrika Dharmapãla)

PS: Das Bild habe ich hier geklaut.

Sonntag, Oktober 28, 2007

Das Wort zum Sonntag #33

Thema heute:
Warum ist ein allmächtiger Gott ein gefährliches Konzept?

Alle Religionen (naja, fast alle) haben einen allmächtigen (Schöpfer)Gott in der Hinterhand, der sich lediglich gegenüber Ungläubigen hartnäckig weigert, seine Allmacht unter Beweis zu stellen. Da nützt auch alles Beten nichts, Gott lässt sich nicht dazu bewegen z.B. den Atlantik von Portugal bis New York zu teilen, alle Atomsprengköpfe weltweit auf einen Schlag zu deaktivieren oder zur Abwechslung mal den Krebs abzuschaffen. D.h. bis jetzt haben wir lediglich die immer wieder vorgebrachte Behauptung von Gläubigen, dass ihr Gott eben sowas von allmächtig sei, einen empirischen Beweis dafür blieb bis jetzt jede dieser (erfundenen) Gottheiten schuldig.

Doch ist das mit der Allmächtigkeit wirklich so eine einfache Sache? Scheitert Gott nicht am Allmächtigkeitsparadoxon, das in etwa besagt:
Kann Gott einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass er ihn nicht hochheben kann?
Und hier teilt sich jetzt die Spreu vom Weizen. Denn ein allmächtiger Gott, der logisch konsistent sein will, wird durch das Allmächtigkeitsparadoxon widerlegt (ebenso ein Gott, dessen "Allmacht" an unser Universum gebunden ist). Man kann jedoch noch weiter gehen und sagen, dass das was wir für logisch halten, einen Gott nicht juckt, d.h. Gott setzt sich einfach über die menschliche Logik hinweg und kann einen Stein erschaffen, der so groß ist, dass er ihn nicht heben kann und kann ihn trotzdem gleichzeitig hochheben. Wem dieser Satz blöd vorkommt, der hat das Problem verstanden.

D.h. nur in diesem zweiten Fall, in dem sich Gott über die Gesetze des Universums und der Logik hinwegsetzt, kann man von wirklicher Allmacht sprechen. Nur folgt aus dieser Allmacht eben auch, dass Gott einfach alles machen kann und das was er macht muss noch nicht mal logisch oder rational verstänlich sein. D.h. bei einem wirklich allmächtigen Wesen haben wir es mit einem - aus unserer Sicht - komplett Verrückten zu tun, denn weder kann man generell eine Logik, die Gesetzmäßigkeiten unseres Universums oder gar menschliche Ratio voraussetzen.

Seltsamerweise benutzen aber (fast) alle Religionen gerade die Logik um ihre abstrusen Thesen zu begründen. So landet man z.B. christlicherseits bei Begehung von Sünden quasi per Gesetz in der Hölle (also ein Ursache-Wirkungs-Prinzip, das bei einer allmächtigen Entität eigentlich so nicht zwangsläufig gelten kann). Weiters ist ein Allmächtiger nicht wirklich an Gesetze gebunden, auch nicht an solche, die er sich selbst auferlegt, da er damit seine eigene Allmacht ad absurdum führt.

Somit wäre die einzig richtige Reaktion, wenn man einem allmächtigen Wesen begegnet, sich so schnell wie möglich ganz weit weg zu verpissen entfernen, z.B. in den äußeren Spiralarm einer unbedeutenden Galaxie wie der Milchstraße. Und dann versucht man größtmöglichen Abstand zu halten, denn dieses Wesen könnte alles Mögliche (und Unmögliche) tun und es besteht kein Grund zur Annahme, dass uns das immer gefällt.
Es ist ungefährlicher, die Macht Gottes in Frage zu stellen, als die Macht des Papstes.
(Ein Opfer der Inquisition um 1300)

Freitag, Oktober 26, 2007

Das po8ische Bilderrätsel #54

Diesmal auch wieder ein kurzes Rätsel, das evtl. schwerer aussieht als es in Wirklichkeit ist...
po8-54

Donnerstag, Oktober 25, 2007

Neulich im Kindergarten...

Nichts ist für die Catholica so schlimm wie der Sex. An zig Stellen des Katechismus wird darauf hingewiesen, dass dieser - sofern er überhaupt erfolgt um die Menschheit nicht aussterben zu lassen - nur unter Gottes bzw. priesterlichem Segen zu erfolgen hat und auch dann nur, wenn die prinzipielle Möglichkeit auf ein Kind besteht.

Seit dem Mittelalter mit dessen inhumaner und schon fast pathogener Sexualmoral erheben die Röckchenträger Prälaten immer wieder den Anspruch genau zu wissen welche Stellung gottgefällig und welche Technik bzw. Partnerkombination geradewegs in die Hölle führt.

So verwundert es freilich wenig, dass Bischof Algermissen ein Kindertheater, das sich der Sexualaufklärung verschrieben hat kritisiert und zu dessen Boykott aufruft (wie man hier oder hier lesen kann). Dabei fallen ihm so schlaue Sätze ein wie:

Nach Auffassung der Kirche hat Sexualaufklärung der Kinder ihren originären Platz im Elternhaus und kann nicht Aufgabe einer Theatergruppe sein. Sexualaufklärung und ethische Wertevermittlung gehören nach katholischem Selbstverständnis untrennbar zusammen.
Was ja auch Sinn ergibt, so nämlich die Eltern nur die Missionarsstellung kennen, vorehelichen Geschlechtsverkehr gem. kirchlicher Doktrin verdammen und Homosexuelle (zumindest mental) zur Steinigung freigeben, so bekommen Kinder genau diese sexualfeindlichen Werte der katholischen Kirche weitervermittelt, der Kreis schließt sich und die Machtausübung seitens der Kuttenträger über die körperliche Zuwendung ist gesichert.

Doch die pure Hetze und Boykottierung einer vom Staat autorisierten Aufklärungsveranstaltung (die bestimmt auch von vielen Eltern begrüßt wird, die sich mit den Bienchen und den Blümchen schwer tun) reicht dem Lila-Launebär noch nicht und so ventiliert er noch folgendes in die Öffentlichkeit:

Eltern, die ihre Kinder unseren katholischen Kindertagesstätten anvertrauen, können sicher sein, dass diese Form der Sexualaufklärung als Kinderspiel nicht Gegenstand der pädagogischen Arbeit mit den Kleinsten ist.
Zum einen sind diese "katholischen Kindertagesstätten" nicht seine bzw. die der Catholica, denn diese tragen zur Finanzierung durchschnittlich 7-8% bei. Und zum zweiten können Eltern sicher sein, dass sie in diesen Tendenzbetrieben, in denen Mitarbeiter systematisch diskriminiert werden, ihre Kleinsten noch mit einem viel größeren Schund vollgepumpt werden, nämlich der Wahnidee, dass auch sie schon eine Erbsünde auf sich hätten, Sünder für ewige Zeiten in die Hölle kämen und irgendein arbeitsloser Zimmermann, der zugleich Gottes Klon gewesen sein soll, sich dafür hat barbarisch abschlachten lassen.

Nicht die Sexualkunde verdirbt die Minderjährigen - der Religionsunterricht!
(Karl-Heinz Deschner)

Mittwoch, Oktober 24, 2007

Gerade beim Erzählen...

Hoffmann hat erzählt - und wie! Man könnte natürlich, wie immer, über so vieles dieser Aufführung trefflich streiten, denn die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Wer jedoch vor einer modernen Inszenierung nicht zurückschreckt und gegen eine Besetzung mit sehr guten bis hervorragenden Sängern nichts einzuwenden hat, der sollte einen der noch folgenden 8 Termine wahrnehmen und sich eine Karte besorgen.

8 von 8 möglichen Punkten
Wer mir nicht glaubt, der kann mit dem verlinkten Video auf dem o.a. Link mal hineinschnuppern...

Dienstag, Oktober 23, 2007

Die po8ische Rezension #7

Oper für Dummies - David Pogue, Scott Speck
(ISBN: 978-3-527-70099-8)

Nunja, nachdem ich morgen das Vergnügen habe mir meine Lieblingsoper anzusehen, was ist da naheliegender, als einen Opernführer zu rezensieren. Der Opernführer für Dummies ist - wie jedes Buch aus der Dummy-Reihe - erfreulich einfach aufgemacht und nimmt so die erste Hürde auch den Nicht-Opernfreund bzw. -kenner zum Lesen zu animieren. Durch geschicktes Verbinden von Geschichtlichem und Wissenswertem rund um das Thema Oper mit den in 14 Teile gegliederten Hauptthemen (von "Vorhang auf!" bis "Zehn Möglichkeiten für 'Oper lebenslänglich'"), hat man nach ca. 300 Seiten einen so großen Überblick über das klassische Theaterstück mit Gesang, dass man - je nach eigenem Gedächtnis - in (fast) jeder Opernrunde mitreden kann. Es fallen sowohl die wichtigsten Namen der Operngeschichte als auch die "50 Überflieger" als Inhaltsangabe sowie das beste vom Rest, was in dem Fall die übrigen Opern meint, die die Autoren nicht zu den 50 besten zählen.


Leseprobe:
Hoffmanns Erzählungen

Originaltitel: Les Contes d'Hoffmann. Musik von: Jacques Offenbach. Libretto (französisch) von: Jules Barbier und Michael Carré, nach Geschichten von E.T.A. Hoffmann. Uraufgeführt: Paris, 1881.

Auf was sie sich freuen dürfen: Drei bizarre, aufeinanderfolgende Geschichten über bittere Enttäuschung, plus ein Vorspiel und ein Nachspiel.

Hintergründiges: Wie Sie in Kapitel 6 nachlesen können, war Offenbach der Satirekönig. Er schrieb lustige Operetten, in denen er sich über bedeutende französische Institutionen lustig machte. Bevor er starb, wollte Offenbach aber wenigstens eine ernste Oper geschrieben haben. Dies gelang ihm schließlich mit Hoffmanns Erzählungen. Leider hat er sein Werk nie aufgeführt gesehen, da er während der Proben starb. Jemand anderes übernahm die Proben, veränderte einige Stellen, ließ einen Akt weg, und hat im Allgemeinen ziemlich viel Durcheinander angerichtet. Offenbachs Originalwerk wird inzwischen häufig wieder aufgeführt. Es kann aber auch sein, dass sie die eine oder andere Variante sehen.

Vorspiel: Der böse Lindorf (Bass) und ein Diener kommen in eine Bar. Der Diener hat einen Brief von einer Sängerin namens Stella, die nebenan in der Oper auftritt. Lindorf kauft ihm den Brief für 40 Taler ab (40 Taler waren damals natürlich viel mehr Geld als heute...). In dem Brief lädt Stella den Dichter Hoffmann nach der Aufführung auf ihr Zimmer ein. Lindorf grinst hämisch.

Eine Schar Studenten singt "Drig! drig! drig! à nous ta bière, a nous ton vin" ("Drig! drig! drig! Wir wollen Bier, wir wollen Wein"). Sie schauen zwischen zwei Akten von Don Giovanni mal eben in dre Bar nebenan rein. Hoffmann (Tenor) tritt mit seinem Freund Niklaus auf (Mezzosopran, die Figur ist aber ein junger Mann). Hoffmann lässt durchblicken, dass er es leid ist, seine alte Flamme Stella auf der Bühne zu sehen.

Als die Studenten ihn bitten, etwas zu singen, stimmt Hoffmann das Lied von Kleinzack an, einem buckligen Narren. Nachdem Hoffmann noch mehr getrunken hat, gibt er dem Drängen der Studenten nach, ihnen etwas von seinen letzten drei Verflossenen zu erhählen (das geht auch genau auf: je eine pro Akt). Den STudenten ist es egal, dass sie deswegen den Rest von Don Giovanni verpassen. (In jedem Akt taucht auch der böse Lindorf in unterschiedlichen Rollen auf, er ist aber immer böse, deswegen nennen wir ihn der Einfachheit halber immer Lindorf.)

1. Akt (Olympia): Der Physiker Spalanzi (Tenor) hat eine lebensgroße, aufziehbare und wirklich niedliche Puppe geabut. Sie heißt Olympia. Unser Freund Hoffmann verliebt sich in sie, trotz Niklaus Warnungen. Der fiese Lindorf, hier ein Verkäufer von Wunderbrillen, verkauft Hoffmann eine Röntgenbrille, deren Gläser alle Dinge in verklärender Schönheit erscheinen lassen. So wirdOlympia für ihn noch anziehender. Spalanzi hat er ein paar Augen für Olympia verkauft. Spalanzi bezahlt den ganzen Schnickschnack mit einem Scheck.

Als die Partygäste erscheinen, singt die Puppe Olympia ziemlich mechanisch die berühmte Arie "Les oiseaux dans la charmille" ("Phöbus stolz im Sonnenwagen"). In Liebe zu ihr entbrannt, singt Hoffmann für Olympia, er umwirbt sie. Als sie zusammen tanzen, wird sie plötzlich immer schneller, wie verrückt rennt sie durch die Gegend, dabei verliert Hoffmann seine Brille. Niklaus warnt Hoffmann, dass Olympia nicht nur wie eine echte Puppe aussieht, sondern auch eine echte Puppe ist.

Der böse Lindorf platzt herein - Spalanzis Scheck war nicht gedeckt! Olympia tanzt immer noch völlig unkontrolliert, sie singt immer höher und schneller, bis sie schließlich in ein anderes Zimmer geführt wird. Plötzlich hören wir von nebenan ein Knirschen wie von einer zerberstenden Maschine. Lindorf kommt böse lachend aus Olympias Zimmer. Hoffmann rennt panisch in ihr Zimmer und kommt einen Moment später mit ein paar zerstörten Maschinenteilen wieder heraus. Olympia ist kaputt. Hoffmann ist betzrübt und entsetzt, dass er Opfer dieser Täuschung geworden ist. Die Gäste lachen ihn aus.

2. Akt (Antonia): Die schöne Antonia Crespel (gespielt von der gleichen Spüranistin, die auch Olympia gespielt hat) stirbt gerade, wie so viele andere Opernheldinnen, an Tuberkulose. Als sie ein trauriges Lied zu Ende gesungen hat, herrscht ihr Vater (Bariton) sie an, sie solle das Singen sein lassen, da es sie zu sehr schwäche. Herr Crespel versucht dem alten tauben Diener Franz zu erklären, dass niemand Antonia sehen darf.

Hoffmann tritt auf und singt mit Antonia ein Liebesduett, was sie natürlich noch kranker macht. Ihr Vater tritt in Begleitung des bösen Dr. Lindorf ins Zimmer, der Antonia wie verzaubert ganz hohe Noten singen lässt. Hoffmann bittet sie, damit aufzuhören. Aber Dr. Lindorf schnappt sich die Geige und begleitet Antonia, die sich in immer ausgeflippteres Singen steigert - natürlich stirbt sie daran.

3. Akt (Giulietta): Auf einer Party in Venedig, die hinter der Bühne stattfindet, hören wir eine Melodie, die inzwischen von Generationen von Klavierschülern gespielt wurde, die Barkaole, "Schöne Nacht, du Liebesnacht".

Hoffmanns Freund Niklaus kommt mit einer fabelhaft aussehenden Frau herein (in der Sie vermutlich Olympia und Antonia wiedererkennen werden). Sie heißt Giulietta. Sie ist, öh, eine Dame der Nacht. Als sie sich neben Hoffmann setzt, wird ihr Freund Schlemil (Bass) fürchterlich eifersüchtig.

Der Zauberer Lindorf tritt auf und erzählt uns seinen Bösen Plan: Hoffmann soll sich in Giulietta verlieben, und sie wird später für Schlemils Tod verantwortlich sein. Damit das gelingt, benutzt Lindorf einen großen Zauberdiamanten: "Strahle Diamant, du Spiegel"

Lindorf verlangt von Giulietta, mit diesem Diamanten Hoffmanns Spiegelbild einzufangen, das ihm in seiner Sammlung noch fehlt. Trotz seiner anfänglichen Proteste verliebt Hoffmann sich in Giulietta und gibt ihr sogar sein Spiegelbild, nur damit sie ein weiteres Liebesduett singen können.

Schlemil und Hoffmann streiten sich um den Schlüssel zu Giuliettas Zimmer. Weil Hoffmann das Schwert des bösen Lindorf benutzt, gelingt es ihm, Schlemil zu töten. Er bekommt den Schlüssel. Leider ist es aber schon zu spät: Giulietta sitzt bereits mit einem anderen Freund in einer Gondel und fährt davon.

Nachspiel: Wir befinden uns wieder in der Bar. Hoffmann sagt den Studenten, dass dies nun das Ende der Geschichte sei. ("Voilà quelle fut l'histoire"). Niklaus findet heraus, dass Hoffmanns drei Geliebte in Wirklichkeit alle ein und dieselbe Person sind, nämlich Stella, die Opernsängerin.

Plötzlich erscheint die Muse der Dichtung (Sopran) - das ist eigentlich auch Niklaus, der sich für ein paar Minuten in ein Mädchen verwandeln muss - und gebietet Hoffmann, sich ausschließlich der Muse und seiner Kunst zu widmen.

Eine sterngleiche Schönheit, Stella, kommt in die Bar. Es handelt sich hier um die Frau, die Hoffmann auch in allen drei Akten vor Augen hatte. Aber Hoffmann ist so betrunken, dass er schon nichts mehr mitbekommt. Als der böse Lindorf mit Stella aus dem Zimmer geht, wirft sie Hoffmann noch eine Blume zu - aber der ist schon völlig in sich zusammengesunken und kann nicht mehr reagieren.

Obwohl dieser "Opernführer" an manchen Stellen etwas ungenau und amerikanisch daherkommt und auch nur eine Lektüre für jemanden darstellt, der sich näher mit der Materie des Singspiels befassen will, so ist es doch dasjenige Buch seiner Gattung, in dem ich bis jetzt am meisten gelesen habe.

6 von 8 möglichen Punkten

Freitag, Oktober 19, 2007

Neulich beim Onlinefernsehen...

Der humanistische Pressedienst hat jetzt sein Werbevideo ins Netz gestellt. Dieses wurde zum ersten mal bei der Deschner-Preisverleihung gezeigt. Ich finde das Anschauen lohnt sich. Um jedoch in den vollen Genuß zu kommen, sollte man den Player auf Vollbildmodus schalten:

Das po8ische Bilderrätsel #53

Hmpf.. schon wieder keine Lösung. Naja, wenigsten hat Fischer zu erkennen gegeben, dass er weiß, dass er nichts weiß und somit wusste er evtl. mehr als alle anderen ;-)
Doch neues Spiel, neues Glück, hier ist das Rätsel für heute:
po8-53



Und hier die Auflösung des letzten Rätsels:

Drum (gesprochen 'dram') + A ~ Drama

Donnerstag, Oktober 18, 2007

Neulich in Turin...

In Turin liegt ein Tuch, das die Catholica nur alle 25 Jahr an das Licht der Öffentlichkeit zerrt. Gem. deren Reliquienverehrung soll es sich dabei um das Grabtuch Jesu handeln, wie auch dieser wenig kritische Artikel auf wikipedia darlegt.

Doch wiewohl das Gezänk um dessen Echtheit bis jetzt nicht zur Ruhe gekommen ist, kann sich derjenige, der zwar über keinerlei naturwissenschaftlichen Analysemethoden besitzt, dafür aber einen scharfen Verstand, gemütlich zurücklegen. Denn es gilt immer noch, dass etwas erst dann echt ist, wenn seine Echtheit bewiesen wurde und nicht, wenn diese fortlaufend behauptet wird.

Folgende Behauptung wird seitens der Kirche Vorgetragen:

Es handelt sich dabei um das Grabtuch Jesu Christi
Nun, hier steckt schon mehr als eine Behauptung drin, denn bei Licht besehen sind das folgende:
  • Das Tuch stammt aus dem Jahr 32 u.Z.
  • Ein gewisser Jesus von Nazareth war darin eingewickelt
  • Dieser Jesus ist Gottes Sohn
Bis jetzt fehlt jegliche Datierung des Grabtuchs völlig. Die einzige durchgeführte Radiocarbondatierung verwies auf das Mittelalter. Solange die christlichen Behaupter diesen ersten Claim nicht belegen, ist das alles eine Luftnummer.

Noch dazu dürfte es äußerst schwer fallen, selbst wenn sich das Alter als gesichert diesen Zeitraum betreffend herausstellt, es als das Grabtuch von Jesus von Nazareth nachzuweisen, da es außerhalb der Bibel noch nicht mal schriftliche Aufzeichnungen über den jüdischen Revoluzzer und arbeitslosen Zimmermann gibt.

Aber gänzlich unmöglich ist, die Gottessohnschaft des Feigenbaumverfluchers aus eben diesem Tuch zu belegen. Hier steht man nämlich vor einem logischen "non sequitur", d.h. es folgt nicht daraus.

Hätte man doch wenigstens ein Fitzelchen DNA an dem Grabtuch, so könnte man dieses evtl. mit einer der vierzehn (!) Vorhäute Jesu vergleichen, die ebenfalls von den Katholiken über die Jahrhunderte gefälscht gefunden wurden.
Die Fälschungen beginnen in neutestamentlicher Zeit und haben nie aufgehört.
(Carl Schneider, ev. Theologe)

Mittwoch, Oktober 17, 2007

Neulich in PISA...

Ok, in der 3. Klasse sollte man noch nicht allzuviel erwarten, aber der folgende Aufsatz kommt mir doch etwas unterdurchschnittlich vor:



Weil es immer wieder forkomt, das Menschen einfach sterben, mus es neue geben. Das ist der Beischlaf.

Eigendlich schläft man aber nicht, sondern ist mit dem Herzen und mit seinem Penis und seiner Wagina ganz doll am machen. Ich habe meine Eltern im Wohnzimmer gesehen, wo sie gebleischlaft haben. Mein Papa hat furchtbar gestönt und meine Mami hat geheult, dabei ist von uns noch gar keiner tot. Filleicht haben sie aber geübt, weil meine Oma schon zimlich alt ist. Und weil ich gemerkt habe, das sie dreimal in der Woche üben stirbt die Oma filleicht bald. Im Nachttisch von meiner Mutter habe ich Tableten gefunden. Papa fragt sie immer, ob sie die Pille schon genommen hat. Bestimt ist sie auch krank aber sie geht nicht zum Arzt. Aber wenn sie so doll am üben sind kommt bestimmt bald ein neues Wesen auf die Welt.

Ich wünsche mir ein Kaninchen.

Die Pfortpfalnzung des Menschen geschiet durch Samen. Die Blumen und Sträucher und Bäume müssen oft gegossen werden und meine mama duscht jeden Tag.

Dann wächst filleicht alles schneller.

Das neue Wesen wächst im Bauch, aber weil Mami krank ist, macht es diesmal filleicht mein Vater. Sein Bauch ist schon gröser geworden aber er hat uns noch nichts veraten.

Wenn das neue Wesen auf die Welt kommt, muß es zuerst durch die Wagina und ist ganz klein und weiss.

Die Neger kommen bestimmt durch den Popo.



Vielleicht unternehmen die Damen und Herren Bildungspolitiker jetzt etwas... und hoffentlich tun sie das schnell!