Donnerstag, Oktober 18, 2007

Neulich in Turin...

In Turin liegt ein Tuch, das die Catholica nur alle 25 Jahr an das Licht der Öffentlichkeit zerrt. Gem. deren Reliquienverehrung soll es sich dabei um das Grabtuch Jesu handeln, wie auch dieser wenig kritische Artikel auf wikipedia darlegt.

Doch wiewohl das Gezänk um dessen Echtheit bis jetzt nicht zur Ruhe gekommen ist, kann sich derjenige, der zwar über keinerlei naturwissenschaftlichen Analysemethoden besitzt, dafür aber einen scharfen Verstand, gemütlich zurücklegen. Denn es gilt immer noch, dass etwas erst dann echt ist, wenn seine Echtheit bewiesen wurde und nicht, wenn diese fortlaufend behauptet wird.

Folgende Behauptung wird seitens der Kirche Vorgetragen:

Es handelt sich dabei um das Grabtuch Jesu Christi
Nun, hier steckt schon mehr als eine Behauptung drin, denn bei Licht besehen sind das folgende:
  • Das Tuch stammt aus dem Jahr 32 u.Z.
  • Ein gewisser Jesus von Nazareth war darin eingewickelt
  • Dieser Jesus ist Gottes Sohn
Bis jetzt fehlt jegliche Datierung des Grabtuchs völlig. Die einzige durchgeführte Radiocarbondatierung verwies auf das Mittelalter. Solange die christlichen Behaupter diesen ersten Claim nicht belegen, ist das alles eine Luftnummer.

Noch dazu dürfte es äußerst schwer fallen, selbst wenn sich das Alter als gesichert diesen Zeitraum betreffend herausstellt, es als das Grabtuch von Jesus von Nazareth nachzuweisen, da es außerhalb der Bibel noch nicht mal schriftliche Aufzeichnungen über den jüdischen Revoluzzer und arbeitslosen Zimmermann gibt.

Aber gänzlich unmöglich ist, die Gottessohnschaft des Feigenbaumverfluchers aus eben diesem Tuch zu belegen. Hier steht man nämlich vor einem logischen "non sequitur", d.h. es folgt nicht daraus.

Hätte man doch wenigstens ein Fitzelchen DNA an dem Grabtuch, so könnte man dieses evtl. mit einer der vierzehn (!) Vorhäute Jesu vergleichen, die ebenfalls von den Katholiken über die Jahrhunderte gefälscht gefunden wurden.
Die Fälschungen beginnen in neutestamentlicher Zeit und haben nie aufgehört.
(Carl Schneider, ev. Theologe)

Kommentare:

wolfi hat gesagt…

am lustigsten ist der link neben der zahl vierzehn: ein wikipedia artikel mit dem titel 'heilige vorhaut'.
erstmal ein gepflegter lachkrampf.

eine heilige vorhaut? was für ne freak-show.
wie soll man sich die situation vorstellen: ein rudel gläubiger kniet vor einer alten vorhaut (von ungewisser herkunft) nieder und betet sie gar an?
schade, daß es früher noch keine plastiktüten gab. ein furz von einem heiligen in so einem zeitlosen behälter wäre doch eine herrliche reliquie. und mindestens genauso anbetungswürdig.

Po8 hat gesagt…

Naja.. ganz nach dem Motto "Und ist's auch Wahnsinn, so hat es doch System" kam man irgendwann mal drauf, dass Jesus ja in einer jüdischen Familie geboren wurde und somit beschnitten worden sein musste. Da die Bibel nichts darüber berichtet, ob seine Vorhaut mit ihm auferstanden sei oder nicht haben das einige ausgenutzt und Jahrhunderte(!) nach seiner angeblichen Himmelfahrt das göttliche Stück Präputium gefunden. Dies wurde dann - abergläubisch wie man war (ist nicht jeder Glauben ein Aberglauben?) - teilweise von den Mächtigen anstatt eines Rings am Finger getragen.

Wie sich die christliche Reliquienverehrung (evtl. auch mal hier reinschauen) mit der Totenruhe vereinbaren lässt, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben...