Samstag, Dezember 30, 2006

Neulich in Perversien...

Ok, man hatte einen bösen Buben erwischt und Saddam kann sich in die kleine Reihe derer einreihen, die man nach ihrer Gewaltherrschaft vor ein Gericht gezerrt hat. Erstaunlich allerdings, dass man es mit der Hinrichtung gar nicht eilig genug haben konnte, was wieder mal ein starker Beleg dafür ist, dass Recht und Rache den gleichen Wortstamm haben.

Beizeichnend für diese Hinrichtung ist auch (wie man hier lesen kann), dass Saddam, kurz bevor man ihm mittels eines Galgens das Genick brach, noch die folgenden Worte rezitiert haben soll
"Es gibt keinen Gott außer Gott und Mohammed ist sein Prophet"
Warum eine Wahnvorstellung aufgeben, so sie ihn doch das ganze Leben begleitet hat und ihm sogar die Rechtfertigung für seine Verbrechen (u.a. Verfolgung der irrgläubigen Sunniten.. oder waren es Shiiten?) lieferte?

Erst wenn Bush (der die Hinrichtung übrigens "begrüßte") & Co. verstanden haben, dass die Todesstrafe kein einziges Problem löst, sondern im Gegenteil eher mehr Probleme verursacht und die Judikative als genau dieselbe Mörderbande hinstellt, die diese eigentlich zu beseitigen suchte, dann besteht eine Chance, dass auch nicht so weit entwickelte Staaten den Humanismus zum Leitmotiv nehmen.

Freitag, Dezember 29, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #11

Nachdem das Rätsel der letzten Woche so wenig Resonanz erzeugt hat, was entweder an dem Schwierigkeitsgrad oder an den "Weihnachtsferien" liegen kann, heute mal ein etwas einfacheres (ein Klick macht es groß):
po8-11



Und hier die Auflösung vom letzten Mal:
(Lady) Di + Kran + Reise (ins) Ich - Reis + DES + Ibis + KISS ~
Die Kraniche des Ibykus

Donnerstag, Dezember 28, 2006

Neulich am Rathausplatz...

Wie man ebenfalls mit Scheiße Geld verdienen kann, wird eindrucksvoll bei diversen Ebay-Auktionen (wie z.B. dieser oder dieser) gezeigt, bei denen Karten aus dem echten Monopoly-Spiel verkauft werden, die gaaanz zuuufällig so heißen, wie die begehrten Sticker beim McDoof-Monopoly (vorsicht, der Link flashed).

Mittwoch, Dezember 27, 2006

Neulich im Frankenland...

Ok, man kann darüber geteilter Meinung sein, ob Französisch eine Weltsprache ist, ob es vernünftig ist kleine Amphibien zu essen oder ständig ein Baguette in der Achselhöhle zu tragen, aber mit zwei Aktionen haben die französischen Nachbarn bewiesen, dass sie noch immer eine Grand Nation sind.

Das erste war die Ablehung der EU-Verfassung, eigentlich schon ein alter Hut, deren Tragweite man sich in der deutschen Politik aber offensichtlich immer noch nicht bewusst ist.

Und das zweite ist die Entscheidung eines französischen Gerichts über die Klage der französische Musikindustrie, kurz MI, (wie in diesem heise-Artikel zu lesen). Erdreistete sich doch glatt ein Richter gegen die MI und für die Privatsphäre des Einzelnen zu entscheiden!

Was für ein Frevel im Rahmen der Globalisierung den entscheidenden Vorteil der MI, nämlich Scheiße auf CDs zu pressen und diese zu Geld zu machen, zu unterwandern und der Ausbreitung von Millionen böser Raubkopierkinderschändermördervergewaltigern weiter Vorschub zu leisten. Natürlich ist die MI sofort in Berufung gegangen und hat das Urteil kleingeredet, ist es doch auf der anderen Seite auch nur - mit der DDR-Brille betrachtet - ein kleines Vergehen den Internetnutzern mit Stasimethoden hinterherzuschnüffeln.

Doch wird es sich wohl nur um eine Frage der Zeit handeln, bis innerhalb von Euroland alles per Neusprech auf Kurs gebracht wurde. Der Fortschritt durch digitale Kopie wird in "Raubkopie" (btw, ein contradictio in adjecto) umgemünzt und das "geistige Eigentum" (btw, ein genauso großer Blödsinn) wird noch stärker geschützt werden.

Wer die ausgeführten Gedanken zur Fortschrittsfeindlichkeit der MI lesen will, dem sei dieser Link ans Herz gelegt.

Sonntag, Dezember 24, 2006

Gerade an der Haustüre...

Ein Feuerwehrmann als Polizist verkleidet (oder ein Polizist als Feuerwehrmann verkleidet) wollte mir das Licht von Bethlehem bringen. Nachdem mir diese Tradition begreiflicherweise fremd ist, habe ich mal schnell ein bisschen gegoogelt und bin auf diesen Bericht gestoßen, der u.a. folgendes enthält:


Seit 1986 wird das Friedenslicht in jedem Jahr in den Wochen vor Weihnachten von einem oberösterreichischen Kind in der Geburtsgrotte Jesu entzündet- Von Bethlehem aus reist das Licht mit dem Flugzeug in einer explosionssicheren Lampe nach Wien. Dort wird es am dritten Adventswochenende in alle Orte Österreichs und in die meisten europäischen Länder gesandt. Züge mit dem Licht fahren über den ganzen Kontinent.
Die "Tradition" ist somit 20 Jahre alt und wurde von einem österreichischen Fernsehsender ("Licht ins Dunkel" - wen wundert's, dass es da ums Geld geht?) ins Leben gerufen (soviel auch zum Thema neutrale Berichterstattung). Weiters entzünden sie das Licht in der "Geburtsgrotte" Jesu, obwohl es keinen Nachweis darüber gibt, dass er wirklich dort geboren wurde sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Evangelisten dort hingeschrieben wurde, da Bethlehem die Stadt Davids ist. Interessant auch an dieser Stelle, dass sich zwei Evangelisten alle Mühe gaben Josef eine Verwandtschaft mit David nachzuweisen, Jesus aber eigentlich gar nicht Josefs Balg war, oder wie war das nochmal mit dem sexbesessenen Gespenst heiligen Geist?


Wenn es nicht so kalt und ich so leicht bekleidet gewesen wäre, hätte ich mich gerne noch ein bisschen theologisch auseinandergesetzt. Aber der Feuerwehrmann und seine Kerzenhalterin haben heute ja auch noch einiges vor und schließlich ist ja Weihnachten... da wollte ich mal nicht so sein. Obwohl ich bei "Licht ins Dunkel" immer an Deschners Worte denken muss:
Aufklärung ist ein Ärgernis. Wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher.

In diesem Sinne ein paar angenehme Feiertage :-)

Freitag, Dezember 22, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #10

Sieh da, Timotheus, selbst so kurz vor den Feiertagen (oder gerade zur Überbrückung derselben?), bleibt das po8ische Bilderrätsel nicht aus. Klicken zum vergrößern wie gehabt:
po8-10


Das letzte Rätsel wurde von sir legolas gelöst, so dass eine Auflösung diesmal entfällt.

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Neulich bei den Geschichtsfälschern...

In Wien war sich lt. diesem Bericht Bischof Josef Clemens nicht zu blöd, wieder einmal die Mär der christlichen Urheberschaft für alles mögliche zu unterstreichen. Das hört sich ungefähr so an:


Die positive Wirkungsgeschichte des christlichen Glaubens muss viel stärker als bisher betont werden. [...] Es sei vielen Menschen überhaupt nicht mehr bewusst, dass der Großteil der Errungenschaften der modernen Gesellschaft Konsequenz des christlichen Glaubens und seiner Konzeption der menschlichen Würde sei.

Klar, dass die "positive Wirkungsgeschichte" mehr betont werden muss, da die "negative Wirkungsgeschichte", das millionenfache Morden unter dem Christentum (Judenverfolgung, Ketzerverfolgung, Hexenverfolgung, Kreuzzüge, Kolonialisierung der Amerikas, Unterstützung jeder faschistischen Diktatur Europas etc.), jedem offensichtlich ins Gesicht springt, der sich nur ein bisschen mit Geschichte beschäftigt. Ebenso wie die Tatsache, dass alle modernen Errungenschaften nur deswegen die Kosequenz des christlichen Glaubens sind, weil diese erst blutig gegen eben diesen erstritten werden mussten.

Das Christentum war ab dem 2. Jh. nie Vorreiter irgendeiner humanistischen Idee, sondern hat diese im Nachhinein für sich okkupiert. Die Sklaverei wurde unter dem Einfluss des Christentums schlimmer und erst im 19. Jh. beseitigt (der letzte Sklave war ein Kirchensklave), der Vatikan hat die Menschenrechte erst Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts anerkannt, noch im 19. Jahrhundert sprachen sich die Päpste explizit gegen die Rede- und Pressefreiheit aus etc.etc.etc.

Die Leugnung des Holocaust ist in .de und .at ein Straftatbestand. Die bewusste Geschichtsfälschung bzw. -klitterung bzgl. der christlichen Vergangenheit nicht... leider.

Samstag, Dezember 16, 2006

Sieben nach Zwölf

Das laute Jahr wird leis’ sich neigen,
Die Ankunft naht, s’ist nicht mehr weit.
Der kalte Schnee auf kahlen Zweigen,
Der Wind weht frost’ge Winterreigen,
Sie ist nicht weit, die Weihnachtszeit.

Ein jeder jedem wohl gewogen,
Aus jeder Ecke Knusperduft.
Die Vögel lang gen Süd gezogen –
Nur eine Taube pickt verlogen,
Doch liegt viel Gutes in der Luft.

Die schwarze Nacht zeigt tausend Sterne,
Die niemand je beim Namen nennt.
Die Stuben leuchten rot vor Wärme.
Zufrieden jeder der Dich gerne,
Voll Glück ein jeder, der Dich kennt.

Freitag, Dezember 15, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #9

Es weihnachtet zwar schon sehr, aber nichtsdestotrotz ist es wieder Zeit für ein schillerndes Bilderrätsel. Um es zu vergrößern, bitte draufklicken:
po8-9
Das 3. Bild ist frz. oder lat. zu verstehen...




Auch diesmal wird natürlich wieder Altes (#8) aufgelöst:
Tie + Burg + Shaftstop - Stop ~
Die Bürgschaft

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Neulich in New York...

Gemäß dieser Meldung meiner Lieblingssatireseite hat die UNO jetzt 3 homosexuellen Verbänden als sog. Nichtregierungsorganisationen (NGO) einen Beraterstatus zuerkannt. Mit 24 zu 16 Stimmen fiel die Abstimmung meiner Meinung nach überraschend hoch aus. Doch das wirklich interessante ist, wer alles dagegen gestimmt hat:

Afrikanische Staaten: Ok, da weiß man nicht woher das kommt. Ich vermute, dass der geringe Grad der Alphabetisierung da eine Rolle spielen könnte und sie "homosexuell" für eine gefährliche Geschlechtskrankheit gehalten haben.

China: Dass ein Land in dem Menschenrechte keinen Stellenwert haben gegen alles stimmt, was nur den Duft von Minderheitenschutz hat, war irgendwie zu erwarten.

Russland: Das Feuer der Demokratie ist hier ja auch erloschen, seit der "lupenreine Demokrat" (Schröder) Putin das Sagen hat. Insofern nicht verwunderlich...

Islamische Staaten: Wer jemanden umbringt weil er etwas anderes glaubt oder eine Frau steinigt, weil sie sich mit einem Ungläubigen unterhält hat imho eh nix in der UNO verloren.

Der Vatikan: Einem pawlowschen Reflex gehorchend, hat natürlich auch unser europäischer Zwergstaat der Nächstenliebe dagegen gestimmt. Warum? Nicht weil die Schwulen oder Lesben eine ernsthafte Bedrohung darstellen würden, nein, weil es in einem alten Buch steht.

Ich weiß ja nicht, ob sich nur mir der Verdacht aufdrängt, aber heißt es nicht "mit den Wölfen heulen" oder "gleich und gleich gesellt sich gern"? Insofern passt der päpstliche Feudalstaat ja ganz prima zu den anderen dazu: wirklichkeitsfremd, demokratiefeindlich, religiös dogmatisch
Same procedure as every year, James!

Dienstag, Dezember 12, 2006

I-Gitt...

Seltsam, auf welche Skurilitäten man stößt. So weiß ich jetzt, dass es einen Werner Gitt gibt, der noch dazu ganz dolle Texte zum Thema Denken und Glauben herausgibt (über die er selbst wahrscheinlich nicht lange oder unvoreingenommen genug nachgedacht hat).

Weiters nennt sich Gitt auf seiner Homepage ungerechtfertigterweise "Prof.". Dieser Titel wurde ihm damals aus seiner Funktion heraus erteilt. Er hatte nie eine Professur, also ein Lehramt inne. Man muss nicht viel bösen Willen aufbringen, um zu sehen, dass dies nur eine Masche ist, um sich zusätzliche Autorität zu verschaffen, heißt doch einer seiner pdf-Texte "12 Fragen an Prof. Gitt". Vielleicht sollte man ihm mal sagen, dass lt. StGB auf Amtsanmaßung bis zu zwei Jahre Zuchthaus stehen. Doch selbst wenn das nicht greift, so mangelt es ihm schon beim eigenen Namen an Redlichkeit.

Man kann sich dort wahllos einen pdf-Artikel rausgreifen und wird sehen, dass hier bestenfalls noch stark behauptet, schlimmstenfalls aber pseudowissenschaftliche Schlüsse gezogen werden. Die folgende Passage beschreibt z.B. recht schön, wie es angefangen hat, als man ihm ins Hirn geschissen hat Gitt anfing zu glauben:
Es war für mich ein Schlüsselerlebnis, als ich zum Glauben gekommen war und dieses Wort in der Bibel gelesen habe. In Kombination mit dem Zeugnis Jesu „Ich bin die Wahrheit“ fand ich den Zugang zur ganzen Bibel als dem Wort der Wahrheit. Jesus hat sich immer wieder zu den Schriften des Alten Testamentes bekannt, und er ermahnte seine Zuhörer immer wieder neu: „Habt ihr nicht gelesen? Es steht geschrieben!“ Daran wurde mir klar: Wenn derjenige, der die Wahrheit ist, sagt, dass alles wahr ist, was in den Schriften geschrieben steht, dann ist durch ihn die ganze Bibel autorisiert, also auch das Alte Testament mit seinen zentralen Aussagen zur Schöpfung und zur Urgeschichte der Menschheit. Das war für mich ein Durchbruch, auch das gesamte Alte Testament konnte ich in einem Schlag annehmen.
Also halten wir fest: wenn der, von dem ein altes Buch behauptet, dass er die Wahrheit ist, sagt, dass alles im alten Buch wahr ist, dann muss es natürlich so sein, sonst würde seine zirkuläre Logik nicht funktionieren - logisch, oder?

Somit hat sich Gitt sein wunderbares Wolkenkuckucksheim gebaut, behauptet seitedm überall, dass die Erde nicht viel älter als 10.000 Jahre sein kann und schwadroniert z.B. mit unglaublicher mathematischer Präzision darüber, wie die 3000 (und ein paar Zerquetschte) Prophetien der Bibel alle alle in Erfüllung gegangen sind (obwohl z.B. dieser Telepolisartikel erklärt, warum keine einzige wirklich "in Erfüllung" ging) und selbst der Theologe Hirsch sagt
»Der Weissagungsbeweis ist für uns abgetan. Wir wissen alle, daß er nicht stimmt«
Alle? Nein, ein alternder Pseudoprofessor wehrt sich wehement, sogar gegen theologische Erkenntnisse, und glaubt alles besser zu wissen.... igitt.

Sonntag, Dezember 10, 2006

Amoklaufen leichtgemacht

Standen wir nicht alle schon vor dem Problem: man möchte gern Amoklaufen, aber es fehlen die Worte oder die Zeit einen vernünftigen Abschiedsbrief zu schreiben und man lässt das Vorhaben dann ganz sein. Das Satiremagazin Titanic kommt uns nun entgegen und bietet das Amok-Ankündigungsformular als pdf zum Download an. Also ab jetzt gibt's keine Ausreden mehr. Was für ein Service!

Neulich im Bloggerdorf...

Wie klein die Welt doch ist, so hat sich ein Stück "Po8ry", anfangs in einem ganz anderen Blog & Forum gepostet nach über einem Jahr im Miketionary eingeschlichen, wobei er allerdings bis gestern die Quelle nicht kannte und diese wieder aus einem ganz anderen Forum erfahren hat. Tja, die Wege des Herrn seiner Nudeligkeit sind untergründig unergründlich.



(klick mich, ich bin ein verlinkter Artikel)

Freitag, Dezember 08, 2006

Gestern vor einem Jahr in Miami

In Memoriam Rigoberto Alpizar.

Heute vor einem Jahr haben ein paar schießwütige Air-Marshals in Miami den psychisch kranken Rigoberto Alpizar auf dem Miami International Airport über den Haufen geschossen. Trotzdem ich versucht habe, dieses Thema im Auge zu behalten, ist mir doch der Bericht des Staatsanwalts in Miami (pdf) entgangen, der am 23. Mai 2006 erschienen ist.

Wen wundert es, da schon dieser unrühmliche Vorfall innerhalb von 3 Tagen aus den Medien verschwunden war, dass auch der Untersuchungsbericht (bei dem - ich kann es ruhig vorwegnehmen, da schon am 08.12.2005 niemand etwas anderes vermutet hätte - die Hinrichtungsaktion der Air-Marshals "leagally justified", also gesetzlich legitimiert war) keine Wellen schlagen würde.

Der 46-seitige Bericht an sich ergibt ein seltsames Bild. 39 Leute sind verhört worden und es gibt nur knapp eine halbe Seite an "Fakten". Diese sind so dürftig, dass sie sogar in meinen Blog passen und lauten wie folgt:

1. Alpizar hat seine Medizin nicht genommen, zeigte instabiles und bizarres Verhalten und die Marshals hatten von seiner Krankheit keine Ahnung.

2. Alpizar hat das Wort "bomb" mindestens einmal verwendet und die Marshals haben verstanden er hätte eine solche, folgten ihm in den Jetway, also die Passarelle1, währen er immer noch seinen Rucksack auf seinem Bauch trug.

Bis hierhin konnte man die Aussagen der 39 Zeugen ja noch irgendwie verwenden, wobei es dürftig genug ist, dass noch nicht mal der genaue Wortlaut Alpizars Bombendrohung wiedergegeben werden konnte - vielleicht hat er nur gesagt: "mein Gepäck ist nicht verplombt". Aber hanebüchen sind die Fakten die lediglich auf der Aussage der Air-Marshals basieren können (denn sonst hat ihn ja keiner erschossen) - hier im O-Ton (Hervorhebung von mir):


F.A.M.s2 1 and 2 drew their firearms. F.A.M. 2 identified himself as law enforcement and gave Mr. Alpizar commands in both English and Spanish to "stop" and to "get down," which Mr. Alpizar ignored. Mr. Alpizar did not attempt to exit into the concourse but instead turned around and headed back toward the plane still clutching his backpack to his chest. Mr. Alpizar repeatedly stated that he had a bomb and that he was not afraid to use it or that he would detonate it. Additionally, Mr. Alpizar challenged F.A.M.s 1 and 2 to shoot him. All the while, Mr. Alpizar ignored commands to cease and drop to the ground. Mr. Alpizar’s hands were on his backpack as he approached. F.A.M. 2 discharged his weapon but Mr. Alpizar did not stop approaching the plane. As a consequence, F.A.M.s 1 and 2 continued to discharge their weapons. Mr. Alpizar fell to the jetway floor and died.
Wenn man sich den Tathergang so durchliest, scheint es als hätten die Marshals eine Viertelstunde mit Alpizar gequatscht. Ein (wie oben erwähnt) verwirrter Mann soll so klar im Kopf sein, dass er den Marshals mehrmals eindringlich versichert er habe eine Bombe und er würde sie benutzen und sie sollten ihn doch erschießen wenn sie sich trauten? Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es so gewesen sein könnte, aber an sich ist es eher unglaubwürdig.

Noch dazu zeigen die Eintrittswunden der Kugeln (es wurden übrigens 9 Stück verschossen von denen 6 trafen und nur 5 gut), dass sie alle auf der Vorderseite des Oberkörpers platziert wurden. Welcher Air-Marshal, der der Meinung ist und gleichzeitig noch ganz bei Trost, der vermeintliche Flugzeugbomber trägt eine Bombe im Rucksack vor seinem Oberkörper, würde genau da hin zielen? Wieso schießen diese bewaffneten Flugbegleiter nicht in den Kopf? Oder in die Beine?

Selbst nach dem Untersuchungsbericht (dessen Veröffentlichung ich im Übrigen angezweifelt habe - also eigentlich ein gutes Zeichen, dass er erschienen ist) bleibt bei mir das "Gschmäckle", dass hier maßlos überreagiert wurde und bei der Aufklärung nicht nach Vernunft sondern nach Opportunität vorgegangen wurde. Legitim erschossene vermeintliche Flugzeugbomber passen halt besser in das Bild eines friedenbringenden Amerikas, als schießwütige Flugzeugcowboys...

Die Wahrheit werden wohl nur die beiden Marshals wissen - und sie werden mit ihr leben müssen.

requiescat in pace


1: eine Hommage an meine schweizer Kollegen
2: Federal Air Marshal

Das po8ische Bilderrätsel #8

Auch dieser Freitag soll nicht ohne ein neues Bilderrätsel auskommen müssen. Um den weniger versierten Onlinespielern eine faire Chance zu geben ist das dritte Bild ganz unten1 etwas näher erläutert.

po8-8
(klick mich, damit ich groß und stark werde)




Und wie immer gibt es für die Rätselfaulpelze die Auflösung des letzten Bilderrätsels:
J.Lo - (Rob) Lowe + Achim (Mentzel) + Rind + Gel + Nuts ~
Joachim Ringelnatz


1: (für bessere Lesbarkeit, draufklicken)

Dienstag, Dezember 05, 2006

Neulich im globalen Dorf...

Tja, dem Spiegel ist es online nur eine Kurzmeldung wert, aber die Uno hat eine Studie über die Vermögensverhältnisse der Welt veröffentlicht. Dazu liest man wie folgt:
Würde die Weltbevölkerung auf zehn Menschen reduziert, hieße eine solche Besitzverteilung, dass ein Mensch 99 Dollar besäße und die restlichen neun zusammen einen Dollar.
Ich weiß gar nicht, was die Leute wollen. So funktioniert Kapitalismus. Nur wenn man 9 Leute so kurz hält und ihnen ständig mit den 99 Dollar vor der Nase wedelt (z.B. mit Promi-Shows oder Königshochzeiten) und sie glauben lässt, sie hätten eine Chance mal zu diesen 10% zu gehören, nur dann kann man sie erst richtig ausbeuten. Anhand der derzeitigen Verhältnisse sogar 99mal so lange...

Sonntag, Dezember 03, 2006

Letztens in Santiago de Chile...

Dass die Catholica mit Diktatoren gut kann, wissen wir ja schon seit Franco, Mussolini und Hitler. Dass sie aber in 60 Jahren nichts dazugelernt hat, wissen wir mit Bestimmtheit erst seit heute. So schreibt Spiegel-online in diesem Artikel, dass bei dem ehemalige Diktator Chiles auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes die Pfaffen gezaubert haben die Sterbesakramente, sprich letzte Ölung, erteilt wurde. Weiter steht im Text aber auch:
Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes sind bisher keine Gerichtsverfahren gegen Pinochet in Gang gekommen, in denen seine Verantwortung für den Tod von mehr als 3000 Dissidenten und das Verschwinden von mehr als 1000 politischer Gegner geklärt werden sollte. Während seiner Diktatur wurden laut einem offiziellen Bericht bis zu 30.000 Regimegegner ins Gefängnis gesteckt und gefoltert, 200.000 Menschen gingen ins Exil.

Wieso der Massenmörder Pinochet nicht schon längst exkommuniziert ist, fragt sich nur der, der das Christentum nicht kennt. Hitler ist es übrigens bis heute ebenfalls nicht.

Samstag, Dezember 02, 2006

Neulich im Bienenstock...

Bina hat angefangen so'n Stöckchen rumzuwerfen, das hat dann zuerst mal Roland getroffen und dieser hat (wohl nach dem Motto "was Du nicht willst, das man Dir tu - füg' andern zu" ;-) ) mich dann damit geschlagen. Auf Grund meiner alpinistischen Gotteserfahrungen komme ich erst jetzt dazu die Holzschnitzel abzuarbeiten, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so präsentiert Po8 sein erstes Stöckchen (und was für ein hingekritzeltes):


(klick mich, ich bin ein verkleinertes Bild)

Damit es keine Ausreden gibt, schreibe ich noch mal explizit hin, an wen ich das weiterwerfen möchte: Marc/Kerstin, Torsten und Nils - mal schau'n was dabei rumkommt...

Neulich in Istanbul...

Da soll noch einer sagen, die Türken verstehen keinen Spaß oder können sich nicht der EU anpassen. Wie nebenstehendes Foto beweist, ist dort (wie auch in Deutschland) schon die närrische Zeit angebrochen. Zwei Männer, verkleidet als Tunten (man beachte v.a. das hübsche weiße Tütü - zum Neidischwerden), schreiten durch den Saal der Prunksitzung, nachdem sie vorher und/oder nachher Fantasielieder gesungen und Büttenreden gehalten haben. Einer von den beiden ist in dezentes rot-weiß gekleidet, was wahrscheinlich das Blut symbolisieren soll, dass durch seine Institution vergossen wurde und die Unschuld in der diese Institution immer ihre Hände wäscht und wusch. Der andere sieht aus wie ein billiger Hundertwasser Abklatsch, für den bestimmt keine Lizenzgebühren bezahlt wurden. Der Linke wollte zwar, wie aus unzuverlässiger Quelle bekannt, als galaktischer Imperator Palpatine gehen (wohl wegen der großen Ähnlichkeit), aber schwarze Kutten waren gerade aus und fieses Grinsen alleine genügt nicht.

Freitag, Dezember 01, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #7

Heute ist zwar Freitag, jedoch ist dieser nicht frei von Rätseln (mal ganz davon abgesehen, dass Freitag von der germanischen Liebesgöttin Freya kommt) wie dem folgenden:
po8-7
(klick auf mich und mach mich groß)


Und hier die Auflösung von letzter Woche (obwohl man mit wolfis Tip draufkommen konnte):
Theo (gegen den Rest der Welt) + Louis d'or - Louis + Fontäne ~
Theodor Fontane

Donnerstag, November 30, 2006

Neulich in Perth...

Wer nicht weiß, wo Perth ist, auch nicht schlimm, scheint es doch - wenn man dem Interview auf meiner lieblings Fundamentalistenseite glauben darf - ein steter Hort reaktionären Gedankenguts zu sein. So gibt doch ein gewisser Barry Hickey, seines Zeichens Erzbischof der gerade genannten Stadt, folgendes von sich:
"Es ist Tatsache, dass die Bescheidenheit der Kleidung mit der Würde der Frauen zu tun hat, und vielleicht wachsen junge Menschen heute ohne dieses Verständnis auf. Die Kleidung hat damit zu tun, wie man sich der Welt zeigt, und diese frauliche Würde sollte Teil des Lebens sein, nicht nur sexuelle Verlockung."

"Die Sexualität hat ihre Rolle in der menschlichen Beziehung, aber junge Menschen, die sexuell aktiv sind, werden ausgenutzt. Sie werden die Verbindung zwischen der Sexualität und dem Familienleben verlieren, werden sich durch diese Aktivitäten verletzt finden und Probleme mit ihrem eigenen Selbstwert bekommen."

"Wir sollten uns also für die Keuschheit vor- und die Treue in der Ehe einsetzen, das ist eine Botschaft, die für jeden hilfreich sein wird."

Was muss der katholische für ein voyeuristischer Gott sein? Mich als kleinen Blogschreiber interessiert es nicht die Bohne, was meine Nachbarn treiben, wie sie es treiben oder wie oft. Aber ein allmächtiges, allwissendes Wesen zerbricht sich - repräsentiert durch seine Stellvertreter auf Erden - ständig den Kopf was die Frauen wir anziehen dürfen, wie oft wir es miteinander treiben dürfen, ob wir dazu verheiratet sein müssen oder nicht, ob man einen Phallrückzieher machen darf oder nicht, ob man eine Frau mit der Hand stimulieren darf, wenn er unter Ejaculatio praecox leidet etc.etc.etc.etc. ?

Wie krank müssen die keuschen Pfaffenhirne sein, um sich solche Sauereien auszudenken und als göttliche Weisheit zu verkaufen?

Dienstag, November 28, 2006

Der alpinistische Gottesbeweis

Wenn man hier oben auf dem Berg steht und diese Aussicht genießen darf, dann stellt man sich unweigerlich die Frage wer auf die tolle Idee mit den Bergen gekommen ist. Aus purem Zufall kann sowas schließlich nicht entstanden sein! Noch dazu die Einzigartigkeit von Wasser so nette Schneekristalle zu bilden, dass man auf ihnen mit Holzbrettern runterrutschen kann. Was haben sich die Menschen früher abgequält, als es keinen Schnee und keine Berge gab. Das alpine Schifahren passt so unheimlich gut zu uns, das muss einen intelligenten Schidesigner, Bergdesigner und Schneedesigner gehabt haben.

Noch dazu prophezeit die Bibel das Schifahren:
Zu derselben Zeit sprach der HERR zu mir: Haue dir zwei steinerne Tafeln zu wie die ersten und komm zu mir auf den Berg und mache dir eine hölzerne Lade
(5Mos 10,1)

Noch klarer kann man den göttlichen Befehl zur Herstellung von zwei Schiern und einem Snowboard wohl nicht formulieren! Und selbst den Bau der Apres-Ski-Hütte nimmt die heilige Schrift voraus:
Geht hin auf das Gebirge und holt Holz und baut das Haus! Das soll mir angenehm sein, und ich will meine Herrlichkeit erweisen, spricht der HERR.
(Hag 1,8)

Also wenn das Schifahren in den Alpen kein Beweis für den barmherzigen und gütigen Schöpfergott ist, dann weiß ich auch nicht...

Freitag, November 24, 2006

Gelee Royal...

Gerade durfte ich Daniel Düsentrieb Craig im neuen James Bond bewundern. Obwohl ich den Film nicht unbedingt schlecht fand, so drängen sich bei mir doch irgendwie gemischte Gefühle auf. Die Story war nicht so richtig schlüssig, die Mädels waren nicht so richtig klasse (oder ich muss mich erst ein bisschen an Eva Green gewöhnen), der Böse war nicht nur Böser sondern auch Opfer und Bond war nicht immer Master of the House und bekommt auch oft eine eingeschenkt (v.a. sein Gusto bzgl. Getränken ist recht.. äh.. gewöhnungsbedürftig, was sich auch noch bitter rächt - aber ich will nicht zu viel spoilern).

So kann ich für mich vielleicht folgendes festhalten:
  1. Connery ist immer noch der beste Bond (war ja klar, dass das jetzt kommt)
  2. Craig fängt schwach an, gewinnt aber mit jeder Minute dazu und ist (spätestens) zum Schluss der neue Bond
  3. Eva Green ist mal auf meiner Liste der anzugewöhnenden Frauen gelandet
  4. Wie kann man nur mit dem Aston Martin... hmpf.. ich will ja nicht spoilern
  5. Wenigstens einen Spruch habe ich mir gemerkt:
Wieso nehmen immer diejenigen, die gute Ratschläge verteilen, selbst keine an?

Das po8ische Bilderrätsel #6

Diesmal einen Tick früher als sonst, aber immerhin noch rechtzeitig für den freitäglichen Rätselspaß:
po8-6
(Draufklicken zum Vergrößern)



Und hier die Auflösung von letzter Woche:
Mary + (Rauhreif)^-1 + phono - (Marquise von) O. + Eber + Aschenbecher ~

Marie + Reifrauh + phon + Eber + Aschenbecher ~
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach
Ich geb's zu, diesmal war's sehr schwer...

Montag, November 20, 2006

Neulich beim Amoklaufen...

Tja.. es war alles perfekt geplant, die Titelstory gut recherchiert, alle wichtigen Fotos geschossen, alles fertig gedruckt und so landet es dann auch im Briefkasten bzw. am Kiosk:


Jawoll, ab morgen wird zurückgeschossen! Polen Afghanistan ist schließlich in Not und der deutsche Landser Soldat in der Pflicht das arische deutsche Volk & Vaterland zu verteidigen!

Tja, und blöderweise läuft dann (wieder mal) ein Ex-Schüler Amok und schafft es doch glatt nicht einen Menschen zu töten und jagt sich zum Schluss - evlt. aus Versagensängsten - selbst eine Kugel in den Kopf.

Ist das jetzt eine selbsterfüllende Prophezeiung oder lernen Deutsche wirklich nicht mehr das redliche Kriegshandwerk? Wieso trifft verletzt ein Realschulabgänger von 11 30 Leuten nicht einen tödlich? Lernt man in der Realschule nicht mehr anständig zielen? Muss man dafür jetzt aufs Gymnasium? Was ist mit den Hauptschülern, können die überhaupt noch eine Waffe halten?

Im Deutschen schlagen sich sogar die Gedanken nieder. Oder sie schießen durch den Kopf.
(Karlheinz Deschner)

Edit: Bodycount aktualisiert...

Sonntag, November 19, 2006

Neulich im Karstadt...

Kunde: "Kann man diese Pfanne auch im Backofen verwenden?"
Verkäuferin A: "Ja, aber man kann kein Fleisch darin braten."
Kunde: "Wieso?"
Verkäuferin A: "Wegen der Beschichtung. Andere Pfannen finden sie da hinten."
Kunde trabt nach hinten.
Kunde: "Ich suche eine Pfanne mit Glasdeckel in dem man auch Fleisch braten kann."
Verkäuferin B: "Diese hier?"
Kunde: "Ja, aber bei diesem Modell meinte ihre Kollegin, dass es für Fleisch ungeeignet ist."
Verkäuferin B: "Wer hat das gesagt?"
Kunde: "Verkäuferin A, aber vielleicht habe ich das auch nur falsch verstanden?"
Verkäuferin B: "Nein, nein. Bin gleich wieder da. Ich werde sie gleich mal umbringen zurechtweisen, wenn sie unsere Kunden falsch informiert, nur weil sie die teureren Pfannen verkaufen will..."

Es gibt Situationen, da möchte man gar nicht König sein, oder?

Freitag, November 17, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #5

Freitag - Rätseltag. Und wieder einmal wartet ein Bilderrätsel (durch klicken vergrößern) auf seine Lösung:
po8-5
(Bild 4 ist etwas schwierig zu erkennen, es handelt sich hierbei um einen Film/Roman aus der S/M-Szene bzw. die Hauptdarstellerin - extra für Wolfi ;-) )



Und hier wieder die Auflösung des letzten Rätsels:
Mr. Ed - 1/2*(Mr. Mister) + Garnelen + Po = Ed + Garnelen + Po ~ Edgar Allan Poe

Mittwoch, November 15, 2006

Neulich in Wien...

In Wien wird so ziemlich alles gemacht. Kaffee getrunken, die Türken zurückgeschlagen, Haider gewählt und für den Frieden gerockt. Bemerkenswert auch, dass jetzt endlich der Gottesbeweis erbracht wurde, wie man in diesem kath.net Interview lesen kann. Das YOU! Magazin hat nämlich den Gittaristen "Stu" von "Delirious" interviewt mit folgendem Ergebnis:

YOU!: Welche Bedeutung hat der Glaube für dein Leben? In wie fern ist es für dich vernünftig an Gott zu glauben?

Stu: Im Hebräerbrief, Kapitel 11, steht, dass der Glaube die feste Gewissheit für unsere Hoffnung ist, und dass die unsichtbare Welt Gottes Wirklichkeit ist, auch wenn wir sie noch nicht sehen können. Daher glaube ich an Jesus Christus, auch wenn ich ihn in Fleisch und Blut noch nicht gesehen habe. In anderen Worten, ich glaube daran, dass er wahrhaft existiert. Wenn ich daran wirklich glaube, dann muss ich auch das ernst nehmen, was er gesagt und getan hat, und als Konsequenz mein Leben danach richten.
Also wenn sein Glaube nicht der Beweis für Gottes Existenz ist, weiß ich auch nicht. Selbst Stu, der aussieht wie ein geficktes zu heiß gewaschenes Eichhörnchen, glaubt daran, dass er wahrhaftig existiert!

Dumm nur, dass "Delirious" auf englisch "irreredend", "außer sich" oder "im Delirium" heißt - ich denke das kratzt so ein klein wenig an der Glaubwürdigkeit, oder?

Montag, November 13, 2006

Lasset die Kindlein zu mir kommen... II

Und nun, der mit Spannung erwartete zweite Teil der Geschichte. Die Anmerkungen sind mal wieder von mir (und Teil I. - Grundschule - gibt es hier):

Gymnasium (6. Klasse) - Die Schülerinnen und Schüler

  • wissen, dass das Bekenntnis zum Schöpfergott eine Antwort auf die Frage ist, woher alles kommt und wohin alles geht;
    (jo, aber eine Scheinantwort, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet; z.B. wo kam der Schöpfergott her, wo geht der Schöpfergott hin, warum hat der Vollkommene so mangelhaft geschöpft?; das Problem um eine Ebene nach hinten zu verschieben heißt nicht es zu lösen!)
  • wissen, dass Religionen von Gott in Bildern und Symbolen sprechen, und können ein biblisches Bild für Gott erläutern;
    (wieso wird hier nicht gelehrt, dass Religionen komplett widersprüchliche Aussagen über ihren Gott treffen und dann Kindern dermaßen das Gehirn verdrehen bis diese diesen Blödsinn glauben - Beispiel: Theodizee)
  • kennen Lebensgeschichten von Menschen, die mit Gott ihren Weg gegangen sind.
    (wenn diese Menschen schon mit Gott gegangen sind (was geschichtlich so gut wie nie etwas Gutes bedeutete), warum haben sie dann nicht einen Schnappschuss gemacht oder einen seiner Fußabdrücke mitgenommen?)
Gymnasium (8. Klasse) - Die Schülerinnen und Schüler

  • das besondere Gottesbild in den Gleichnissen Jesu herausarbeiten;
    (ein wahrer Gott, der keine Zwietracht sähen will und keine Missverständnisse schüren, der drückt sich wahrlich in nichtssagenden Gleichnissen aus...)
  • einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Gottesvorstellungen im Islam und im Christentum benennen;
    (hmm.. Gemeinsam: Wahnvorstellung - Unterschied: der Islam ist bis jetzt für die Abschlachtung nicht ganz so viele Leute verantwortlich, wie das Christentum)
  • erklären, warum der Glaube der Muslime an Allah dem biblischen Gottesglauben sehr nahe steht.
    (beide Religionen haben ein menschenverachtendes Weltbild - zumindest was Menschen außerhalb dieser geistigen Zwangsjacke betrifft - deswegen auch das große Verständnis füreinander)
Gymnasium (10. Klasse) - Die Schülerinnen und Schüler

  • können an einem Beispiel Möglichkeiten des Redens von Gott erläutern und seine Grenzen aufzeigen;
    (wahrscheinlich wird hier der pawlowsche Reflex eingeübt: unser Gott ist ein Gott der Liiiiebe und hasst alle, die ihn nicht auch liiiieben)
  • können an biblischen Texten zeigen, wie Geschichte als Weg Gottes mit den Menschen gedeutet wird und wie Nähe und Abwesenheit Gottes erfahren werden;
    (können zeigen, dass es heute noch Menschen gibt, die dumm genug sind, auf Texte von Ziegenhirten mehr zu geben als auf das Leid ihres nächsten Mitmenschen (sofern dieser kein Christ ist))
  • verstehen, dass nach christlichem Verständnis Gott sich den Menschen bedingungslos zuwendet und dass dieses Angebot ernst zu nehmende Konsequenzen hat (unter anderem Weisungen und Normen)
    (häää? "bedingungslos" heißt ohne jede Bedingung, aber noch ist der Satz nicht zu Ende, ist schon wieder von "Weisungen und Normen" zu hören - wie ich dieses scheinheilige Geschwätz verabscheue...)
Gymnasium (Kursstufe 2/4-Stunden) - Die Schülerinnen und Schüler

  • verschiedene Zugänge zum Gottesglauben reflektieren;
    (Kirchenvordertür, Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, Bild-Zeitung, Um-die-Wette-wichsen mit dem Dorfpfarrer... hab ich noch was vergessen?)
  • ausgehend von biblischer Tradition und menschlicher Erfahrung zentrale Aspekte des christlichen Gottesglaubens erläutern, zum Beispiel Schöpfer, Befreier, Retter und Vollender;
    (ok, das ist einfach: bei der Erbschleicherei haben sie aus dem Vollen geschöpft, die Seelen der Ketzer wurden durch den Scheiterhaufen befreit, durch Zwangstaufen wurden die verirrten Schafe gerettet und mit den Diktaturen des 20. Jh. haben sie die Ausrottung der Juden (zu der Paulus schon aufrief!) fast vollendet)
  • darlegen, dass Gott im jüdisch-christlichen Verständnis der ganz Andere ist und darum grundsätzlich unverfügbar bleibt;
    (aha... hier lernt man also den Trick, wenn einem die Argumente ausgehen, zu sagen "Gott ist unergründlich")
  • sich mit anderen Vorstellungen auseinandersetzen, zum Beispiel Atheismus, Agnostizismus, nicht-christliche Religionen.
    (das ist wohl der Abschlusstest. Werden nach 13 Jahren christlicher Indoktrination, zu den Häresien und Ketzereien die richtigen Antworten gegeben? Wer's nicht schafft bleibt sitzen...)
Nicht nur, dass die obigen Punkte von einem umfassenden Bild der Religion weit, weit entfernt sind, ich wage zu behaupten, dass folgender, für diese Vaterreligion typischer, Spruch aus dem heiligen Märchenbuch gerade nicht behandelt werden wird:
»Harret aus in der strengen Zucht, denn als Söhnen begegnet euch Gott! Wo wäre der Sohn, den der Vater nicht in seine Zucht nähme? Würdet ihr ohne Strafe bleiben, wie sie doch alle kosten müssen, so wäret ihr unechte Kinder, keine Söhne. Und wenn wir unsere irdischen Väter zu strengen Erziehern hatten und ihnen Ehrfurcht erwiesen, sollen wir uns da nicht gehorsam unterordnen dem Vater unserer Seelen, um das ewige Leben zu sichern?«
(Heb 12, 7-9)

Ich will niemandem Vorschriften machen, aber sollte unser Nachwuchs nicht erst dann mit einem mythischen Zauberkult (aka Religion) in Berührung kommen, wenn er diesen einigermaßen kritsch beurteilen kann?
Weil Wissen das Glauben übersteigt, deswegen ist Gottlosigkeit immer noch die höchste Kulturstufe.
(Dieter Nuhr)

Samstag, November 11, 2006

Letztens in Tours...

Tja, es ist wieder soweit und der 11. November ist da, der Todestag des hl. Martin von Tours. Wer kennt ihn nicht? Die Legende vom Mantelteilen wird ja schon im Kindergarten erzählt und man bastelt Laternen, zieht durch die Gegend und singt Lieder. Hier noch mal eine kleine Essenz aus Deschners Kriminalgeschichte1 zu eben diesem Heiligen:

Selbst der berühmte hl. Martin von Tours, Schutzpatron Frankreichs und Patron der Gänsezucht, der noch als Soldat, wer wüßte es nicht, einem nackten Bettler am Stadttor von Amiens seinen halben Mantel schenkte (warum nicht den ganzen?), hat als Bischof, der er u.a. durch seine Totenerweckungen (!) wurde, dann 20000 Sklaven gehalten – wer wüßte es! Die Legende kennt jeder! (Übrigens wurde eine weitere Legende, wonach eine Gans, die »Martinsgans«, Martins Versteck verraten haben soll, als er sich, wie üblich in seinen ehrgeizlosen Kreisen, der Bischofswahl entziehen wollte, zum Vorwand entsprechender Tributablieferungen am »Martinstag«!)
Das wäre ja auch ein Fest für Graf Zahl gewesen...

1: Band 3, Die alte Kirche

Freitag, November 10, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #4

Freitag ist's und somit Zeit die Gehirnzellen aufs neue durchzukneten. Am besten geht das mit dem po8ischen Bilderrätsel (draufklicken, dann wird's groß):
po8-4




Und hier noch die Auflösung von Rätsel #3:
Terra - Ra + Tau + Cher ~ Der Taucher

Donnerstag, November 09, 2006

Schwulsein ist heilbar!

Auf diese Nachricht haben wohl schon alle von der gleichgeschlechtlichen Liebe Geplagten gewartet. Wenn man sich diese Seite durchliest, ist es nicht viel schwieriger mit dem Rauchen aufzuhören als mit dem Rumschwulen. Hat doch ein gewisser C. Reumerman da ein ganz, ganz dolles 10 6-Punkte-Programm aufgestellt:

Wie kann Homosexuellen geholfen werden?


  1. Das allerwichtigste ist, dass das Urteil Gottes über diese Sünde anerkannt und die homosexuelle Praxis sofort unterbunden wird. Wer sich dazu nicht bereit erklärt und nicht tatsächlich alle bestehenden homosexuellen Kontakte unterbindet und dies mit des Herrn Hilfe einhält, dem kann m.E. unmöglich geholfen werden! Schon hier scheitern nach meiner Erfahrung die meisten!
  2. Zweitens muss mit ihm/ihr in Gesprächen nach den Faktoren gesucht werden, die möglicherweise bei der Entstehung der Homosexualität eine Rolle gespielt haben.
  3. Drittens ist eine einfühlsame und verständnisvolle Begleitung bei jedem weiteren Schritt nötig.
  4. Viertens braucht er/sie Unterstützung beim Entwickeln einer gesunden Einstellung zu Sexualität und Ehe.
  5. Fünftens muss ein wirksames Programm für die geistliche Entwicklung angeboten werden. Wer noch nicht bekehrt ist, braucht zunächst Hilfe, um zur Buße zu kommen. Das ist eine Voraussetzung für jeden weiteren Fortschritt.
  6. Sechstens ist eine positive christliche Umgebung notwendig und Freund(e)/(-innen), die ihnen bei der Entwicklung einer neuen, biblisch-orientierten Einstellung helfen und sie unterstützen.
Also zusammengefasst ergibt das folgendes:
1. Schwulsein aufgeben (was dann jemanden per definitionem nicht mehr zu einem Schwulen macht)
2. Laienpsychoanalyse (mit Gottes Gnade)
3. Totale Kontrolle
4. Christlich = gesund -> alles andere krank (und das wird eingebleut)
5. Bekehrung, Missionierung, Zwangstaufe, so wie im Mittelalter
6. Am besten ins Kloster gehen

Was der gute Reumann nicht erklärt, wieso der Anteil der Homosexuellen unter den Priestern ca. 50%, in der Normalbevölkerung weniger als 10% beträgt.

Dafür weiß er aber ganz genau, was die Bibel dazu sagt und schreibt:
Ebenso werden in 3. Mose 20,10-21 alle möglichen sexuellen Sünden und Perversionen erwähnt, wie Ehebruch in verschiedenen Variationen, sexueller Kontakt mit Tieren, sexueller Kontakt mit einer Frau während ihrer Menstruation, Blutschande. Bei der Aufzählung diese Sünden heißt es dann in Vers 13: „Und wenn ein Mann bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide einen Greuel verübt; sie sollen gewisslich getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen." Daraus können wir eindeutig entnehmen, wie schlimm Gott diese Sünde findet!

Und aus diesem Statement können wir auch eindeutig entnehmen, wie wenig schlimm C. Reuman die Hinrichtung wegen lächerlicher Vergehen findet. Nicht die göttliche Imprimatur der Todesstrafe ist das Inhumane, nein, weit gefehlt, das alte rein-raus-Spielchen zwischen Menschen gleichen Geschlechts!

Und btw, wenn man sich den biblischen Katalog sexueller Vergehen (Sodomie, Homosexualität, Sex mit Mutter & Tochter, Geschwisterliebe etc.) ansieht, dann muss man sich doch fragen, von welchem Schlag dieses "auserwählte Volk Gottes" war. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kamen all diese "Vergehen" vor und mussten somit verboten werden. Eine schöne Schweinebande hatte Gott sich da auserwählt. Wieso hat er nicht die Griechen genommen, die waren sowohl philosophisch als auch menschlich wesentlich weiter.

Dienstag, November 07, 2006

Neulich in Colorado Springs...

Eigentlich möchte ich ja nicht viel Fernsehprediger-Bashing machen, aber bei einem ignoranten wiedergeborenen Christen wie Ted Haggard geht es einfach ein bisschen mit mir durch. Wer sich noch an die Videos "The Root of All Evil - The God Delusion" und "The Root of All Evil - The Virus of Faith" erinnert, Haggard war da der arrogante christliche Vertreter, der Dawkins Arroganz vorwarf (hier der kurze Ausschnitt) und der die lächerliche und widerlegte Behauptung aufstelle, dass die Bibel widerspruchsfrei(!) sei.

Naja.. und eben dieser lupenreine Christ, dieser Prediger von Gottes Gnaden, dieser Vorzeigekleriker, der eine der zentralen Schnittstellen zwischen dem Verbrecher Wahlbetrüger Präsidenten im Weißen Haus und der christlichen fundamentalistischen Basis war, gerade dieser gottgesandte Mann wird, wie hier zu lesen ist, mit einem Callboy und Drogen erwischt, obwohl er u.a. auch maßlos gegen die Schwulen wetterte. Denn blöderweise steht im heiligen Pamphlet, dass Gott zwar alle ganz unglaublich lieb hat, nur leider nicht Männer die sich gegenseitig ihre Genitalien in irgendwelche Körperöffnungen stecken (wobei man aber auch mal anmerken sollte, dass, steckten sich mehr Männer nur ihre Genitalien gegenseitig irgendwo rein, anstatt sich gegenseitig neue Öffnungen mit Mordwerkzeugen zu bohren, es auf diesem Planeten weit friedlicher zuginge). Insofern war das Verhalten von Teddy pfui-pfui und als gerechte Strafe dafür wird er - sofern die Bibellogik (ups.. ein Oxymoron) stimmt - ewig in der Hölle schmoren.

Dass sich einfach nur zwei Männer (natürlich auch zwei Frauen - diese nicht zu vergessen) einfach nur so liebhaben und evtl. auch nicht öfter Sex miteinander haben als heterosexuelle Paare, das will partout nicht in die zölibatären Hirne vieler Kleriker hinein. Da das Keuschheitsgeheuchel dieser Moralapostel so schon kaum zu ertragen ist, fällt mir bei Gelegenheiten wie dieser immer das Lied von Reinhard Mey ein:
Auch für dich mit dem stolzesten Schritt im Saale
liegt irgendwo schon eine Bananenschale
und wenn du drauftrittst und auf deine Nase fällst
dann um so härter je mehr du dich für was Besseres hälst.
Denn je majestätischer du einherschreitest
desto komischer sieht's auswenn du ausgleitest
du erspar dirwenn du gegen einen Lichtmast rennst
die Enttäuschungwenn du vorher schon erkennst:
Du bist doch auch nur ein armeskleines Würstchen

Und wo Teds Würstchen war, weiß man ja jetzt...

Montag, November 06, 2006

Nur fürs Protokoll...

Ein Cohen kommt selten allein (weiß man schon von den Coen-Brüdern) und so treibt sich nun Sasha Baron Cohen aktuell im Kino rum und zwar mit seiner Figur eines fiktiven kasachischen TV-Journalisten namens Borat. So weit so gut.

Interessant aber, dass anscheinend die Gestalter des Filmposters nicht allzuviel Ahnung von Kyrillisch haben, geschweige denn von kasachischem Kyrillisch. Denn das, was da auf dem Poster steht heißt Bordt. Das kyrillische "A" sieht nämlich dummerweise so aus, wie das lateinische "A" - shit happens - und das Zeichen (Д), was auf dem Poster zu sehen ist, ist ein D.

Wollten sie es wirklich in Kyrillisch schreiben, dann hätte das ganze so aussehen müssen:
БOPAT

Lustig noch bei der ganzen Geschichte:
Kasachische Studenten fühlten sich verunglimpft, haben aber anscheinend die Idee dahinter nicht verstanden, sich nämlich ein Land auszusuchen, dass fast keiner kennt und sich dann hinter dieser "Maske" z.B. über Briten und Amis lustig zu machen... vielleicht macht ja Kasachstan nicht nur einen Schritt Richtung Zivilisation sondern steht dann auch nicht mehr auf seinem Humor ;-)

Sonntag, November 05, 2006

Lasset die Kindlein zu mir kommen... I

Da man mit mythologischen Geschichtchen einen aufgeklärten Menschen nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, schon gar nicht, wenn dieser ein bisschen kritisch denkt, haben sich Klerus in trauter Einigkeit mit der Regierung ein perfides System einfallen lassen, die kleinsten der Kleinen einzufangen und geistige sowie geistliche Umweltverschmutzung zu betreiben.

Exemplarisch sei das mal an den deutschen Lehrplänen für Grundschule und Gymnasium (Gymnasium gibt's dann in Teil II) im Fach katholischer Konfessionsunterricht Religionsunterricht dargestellt. Unter der Rubrik "Gott" steht da folgendes (Anmerkungen von mir):

Grundschule (2. Klasse) - Die Schülerinnen und Schüler


  • wissen: Jesus nennt Gott Vater;
    (was ein deutlicher Hinweis auf die Manifestierung des Patriachats ist - (fast) alle Religionen wurden von Männern erfunden!)
  • können eigene Gottesvorstellungen zum Ausdruck bringen;
  • wissen, dass sich Menschen im Gebet an Gott wenden;
    (wissen aber nicht, dass Gebete Aberglaube sind!)
  • haben anhand zentraler biblischer Gestalten sowie Menschen ihrer Zeit gelernt: Wir können im Vertrauen auf Gott unseren Weg gehen.
    (man kann auch im Vertrauen auf den Weihnachtsmann seinen Weg gehen, beides ist gleich richtig - so what?)
Grundschule (4. Klasse) - Die Schülerinnen und Schüler


  • haben an einer biblischen Schöpfungsgeschichte gelernt: Gott hat die Welt erschaffen und liebt sie vorbehaltlos und können dies in Bildern, Liedern und Geschichten darstellen;
    (toll, Bilder, Lieder und Geschichten über ein Märchen von der Erschaffung der Welt und der Liebe eines unsichtbaren Freundes - ein Fall für den Psychiater?)
  • wissen, dass Christen an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist glauben;
    ("wissen" in diesem Zusammenhang ist eine Vergewaltigung des Wortes - die einfältige Dreifaltigkeit ist reine Spekulation!)
  • können in eigenen Worten von Menschen erzählen, in deren Leben deutlich wurde, dass Gottes Geist Leben schafft, Mut macht, Gemeinschaft stiftet und Veränderungen bewirkt.
    (müsste richtig heißen: können erzählen, dass es Menschen gab, die sich auch Gott eingebildet haben)
Die Kirche ist eine ausgeflippte Braut, die mitten auf dem Marktplplatz mit Bankiers und Diplomaten hurt und kleinen onanierenden Kindern das Leben sauer macht.
(W. Senakowsky)
...und das leider auch bzw. gerade in der Schule!

Samstag, November 04, 2006

Neulich bei Graf Zahl...

Die Zahlen des Tages:

"Sie [Anm.: die Päpste] verschacherten jede Bulle, jede Dispens, jeden Ablaß, jedes Urteil. Sie haben die heiligsten Schätze vermittelt und verklopft, haben jeden »frommen Betrug« im Reliquienhandel gedeckt. Von 19 überprüften Heiligen existieren noch heute in Kirchen und Kapellen 121 Köpfe, 136
Leiber und eine stupende Fülle anderer Glieder. [...]
Ergo kostet der päpstliche Segen, auf einer eigenen Urkunde ausge fertigt, 5000 DM. Orden werden verhökert (je nach Höhe bis zu 120000 DM), Adelstitel desgleichen. Der Preis für einen päpstlichen Freiherrn-Titel liegt bei 300000 DM. Wer mehr sein will als ein bloßer Baron, muß mehr anlegen: Fürstentitel liegen bei 2,5 Millionen DM. Nach einer gewissen Wartezeit (Schamfrist) wird die Erhebung im Petersdom gefeiert. Die Nebenkosten für eine solche Prozedur, etwa anläßlich der Ostermesse dort, belaufen sich auf weitere 50000 DM."
(Deschner/Herrmann - Der Anti-Katechismus)

Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet.
(2. Korither 8,9)
Religion ist schon was tolles, oder?

Freitag, November 03, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #3

Wieder mal ist poets-day (piss off early tomorrow's Saturday) und somit Zeit für ein neues Bilderrätsel. Auch diesmal wieder durch draufklicken zu vergrößern:
po8-3


Und hier noch die Auflösungen der letzten Woche:
Das po8ische Bilderrätsel #2:
Wald + Teer + (Jane) Fonda + Vogel + Weide ~ Walther von der Vogelweide

Heiteres Zitateraten II:
Die richtige Antwort ist immer c)

Dienstag, Oktober 31, 2006

Bücher, die die Welt nicht braucht

Wie man hier lesen kann (und wie ich sogar schon selbst in der Buchhandlung sehen konnte) gibt es "Katholizismus für Dummies" (eigentlich fast eine Tautologie, oder?) aus der berühmten Dummies-Reihe, aus der sich auch "Pornofilmedrehen für Dummies", "Politik für Dummies" und "Ausbeutungsstrategien im Rahmen der Globalisierung für Dummies" recht gut verkauften.

So heißt es auf meiner Lieblingssatireseite zu dem Buch wie folgt:

Katholizismus für Dummies’ erklärt Ihnen, wie und warum die Katholiken Heilige verehren, was die Sakramente sind, welche Regeln für Gläubige gelten und wie die Kirche aufgebaut ist.
Mal abgesehen davon, dass sich hier wieder der Deppenapostroph eingeschlichen hat, nach dieser Beschreibung fehlt mir das Buch in der Bibliothek der dümmsten dünnsten Bücher (und ich vermute auch, dass man das Buch in Rolands wohlsortierter Bücherecke vergeblich suchen wird), denn


Nicht nutzlose Betbrüder nämlich erklommen die 'Ehre der Altare' [Anm.: wurden also Heilige], nein, Ausbeuter, Diebe, Antisemiten, Erpresser, Fälscher, Brandstifter, Bestechungsspezialisten, Mörder und Massenmörder. Helvetius wusste es: 'Wenn man ihre Heiligenlegenden liest, findet man die Namen von tausend heiliggesprochenen Verbrechern. Und fast alle aus der Oberschicht.
(Karlheinz Deschner)

Eine Menschenopfer-Religion, die der Meinung ist, durch Blutvergießen seien wir erlöst. Eine Religion, die ständig von ihren Gläubigen und Priestern verlangt, Blut zu trinken, ist für mich eine Religion für Kannibalen.
(Uta Ranke-Heinemann)

Das Dogma ist nichts anderes als ein ausdrückliches Verbot zu denken.
(Ludwig Feuerbach)

Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche. Aber sie will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.
(Johann Wolfgang v. Goethe)

und alles ist gesagt.

Montag, Oktober 30, 2006

Neulich mit dem Ordinateur...


Es gibt Dinge, die probiert man einmal und dann lässt man es bleiben. Und dann gibt es so Flash-Spielchen, die probiert man wieder und wieder und wieder, obwohl das Prinzip längst verstanden ist und ohne die persönliche Bestleistung - auf Grund mangelnder Hand-Auge Koordination einer schlechten Maus - von 31,39 Sekunden übertreffen zu können... grml.

Sonntag, Oktober 29, 2006

Heiteres Zitateraten II

Heute: nicht ganz so bekannte Zitate über Frauen - wer hat's gesagt?


Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte zum Vollkommenen.

a) Friedrich Nietzsche, Philosoph
b) Kalif Abu Bakr, Nachfolger & Schwiegervater Mohammeds
c) Thomas von Aquin, Heiliger und Kirchenlehrer
d) Bertolt Brecht, Dramatiker und Lyriker



Die Weiber sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen.

a) Thomas von Aquin, Heiliger und Kirchenlehrer
b) Bertolt Brecht, Dramatiker und Lyriker
c) Johannes Chrysostomos, Heiliger und Kirchenlehrer
d) Ajatollah Chomeini, spiritueller Führer der islamischen Revolution



Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte
Winde.

a) Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie
b) Georg Büchner, Arzt, Revolutionär und Dichter
c) Thomas von Aquin, Heiliger und Kirchenlehrer
d) Paracelsus, Arzt, Alchemist und Mystiker



Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfahigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.

a) Adam Smith, schottischer Moralphilosoph und Ökonom
b) Joseph Goebbels, Propagandaminister im 3. Reich
c) Thomas von Aquin, Heiliger und Kirchenlehrer
d) Walter Ulbricht, Staatsvorsitzender der DDR



Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu Lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen, und dann erst Eva.

a) Kalif Abu Bakr, Nachfolger & Schwiegervater Mohammeds
b) Thomas von Aquin, Heiliger und Kirchenlehrer
c) Papst Johannes Paul II.
d) Johannes Chrysostomos, Heiliger und Kirchenlehrer

Samstag, Oktober 28, 2006

Neulich bei Ulla Schmidt-Hahnemann...

Inspiriert durch diesen Artikel (und die heiße Diskussion in den Kommentaren), habe ich mir noch mal meine eigenen Links durchgesehen und bin unter den Literaturangaben auf folgendes Dokument (pdf) gestoßen. Dieses gibt zum einen eine sehr gute argumentative Grundlage gegen die Homöopathie (wobei aber auch die Argumente der Gegenseite betrachtet werden), zum anderen gab es mir aber noch v.a. bzgl. des Nocebo-Effekts der "alternativen" Medizin auf die "Schulmedizin" (d.h. durch die ablehnende Haltung gegenüber der Schulmedizin wird deren Wirkung - die auch einen Placebo-Effekt beinhaltet - verschlechtert) folgenden Denkanstoß.

Ist es nicht so, dass durch die, zwar ständig verneinte aber faktisch doch vorhandene , Zweiklassenmedizin (siehe hier, hier und hier) genau so ein Nocebo-Effekt bei den Kassenpatienten hervorgerufen wird? Wobei ich mich jetzt nicht nur auf die Ober- bzw. Unterschicht der Patienten festlegen will, sondern auch die lustigen Abrechnungssyteme miteinbeziehe. Ein Kassensystem, dass einem Arzt nur noch ein paar Minuten Zeit für die Diagnose lässt, trägt einen gewissen pathogenen Faktor schon in sich und man fragt sich, warum Tante Ulla im Ministerium für Gesundheit arbeitet, so sie doch alle krank macht?

Ich denke, dass der normalsterbliche Kassenpatient bei der Behandlung das Gefühl bekommt, dass ihm womöglich eine Therapie vorenthalten wird, die er nur deswegen nicht bekommt, weil er eben nicht privat versichert ist. Dass ihm ein Medikament nicht verschrieben wird, das evtl. besser wirkt aber teurer ist, dass er nur den billigen Gips bekommt, dass er zwecks Ersatzteilgewinnung aufgeschnippelt wird, während der Privatpatient eine erotische endoskopische Behandlung erfährt etc.etc.

Folglich führen diese negativen Effekte wiederum zu mehr Kosten. Die Genesung verläuft schlechter, mehr Mittel werden verschrieben, Arbeitnehmer sind länger krank usw.usf. Obwohl sich die Ärzte bemühen diese Unterschiede nicht aufkommen zu lassen, so ist ihnen auch - und wer wollte es ihnen verdenken - das Hemd näher als die Hose, somit ein Privatpatient lieber als ein Kassenpatient. Nachdem der Privatpatient aus Sicht des Arztes der bessere Kunde ist, weil er mehr Geld dalässt, ist es Dienst am Kunden, bzw. neudeutsch Customer-Care, zu versuchen, die Sau auszusaugen, aber nicht zu schlachten diesen durch eine gute Behandlung zum Wiederkommen zu animieren.

Aber die Intention hinter alldem, den Masterplan sozusagen, hat damals schon Eugen Roth richtig erkannt:
Was bringt den Doktor1 um sein Brot?
a) Die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
uns zwischen beiden in der Schwebe.

1: hier beliebig "die Ulla", "die Kasse" oder auch "die kassenärtzliche Verrechnungsstelle" einsetzen, wobei letzteres eine Herausforderung bzgl. des Metrums wird.

Freitag, Oktober 27, 2006

Das po8ische Bilderrätsel #2

Und wieder ist es Freitag und wieder wartet ein Rätsel auf seine Lösung:
po8-2
(klicken zum Vergrößern)


Hier noch die Auflösung des Rätsels #1 (falls man durch die Kommentare nicht selbst draufgekommen ist):
Robbie Williams - Robbie + Schecks + Bier ~ William(s) Schecks Bier ~
William Shakespear

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Morgen bei Ailbus...

Wie man hier lesen kann, freut sich Airbus gerade ein Loch in den Bauch, weil die Chinesen 150 ihrer Flieger abnehmen wollen. Die Endmontage der Vögel soll ganz ohne Hintergedanken in China stattfinden.

Wie man jedoch hier lesen und sehen kann, kopieren die Chinesen mittlerweile schon Reisebusse. Vom Smart und dem Transrapid ganz zu schweigen, das sind ja fast schon alte Hüte. Doch hat nicht Airbus alle Hände voll zu tun, um ihr Riesenbaby mal endlich an den Start zu bringen?
Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.
(Konfuzius)

Somit befinden sich die Chinesen z.Zt. auf dem leichtesten Weg, weil die edlen Europäer vorher so viel nachdachten und jetzt die bitteren Erfahrungen mit dem roten Drachen machen müssen, logisch oder?

Was mich noch wundert: ein paar Dateien kopieren gibt 10 Jahre Knast (USA), einen Smart kopieren ist straffrei (China) ... verkehrte Welt.

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Neulich bei den Kanibalen...

Die Transsubstantiationslehre (abgesehen davon, dass viele Gläubige mit dem Begriff nichts anfangen können) ist eine der größten Vergewaltigungen des gesunden Menschenverstands. Besagt diese doch, dass bei der Eurcharistie der Wein und der Keks durch Gottes Gnade (und bei den Katholiken noch zwingend durch das Sakrament des Priesters) zwar nicht physikalisch (also messbar) verwandelt werden, aber dem Wesen nach jetzt Blut und Leib (also Fleisch) Christi sind. Keiner kann den Unterschied zwischen einem transsubstationierten Keks und einem frisch aus der Oblatenfabrik unterscheiden, aber wichtig ist ja nur, dass man daran glaubt!

Das ist ungefähr genauso bescheuert, als würde ich mit einem 5 €-Schein zum Computershop meines Vertrauens gehen, mir einen Rechner für 499 € aussuchen, den 5er auf die Theke knallen und dem verdutzten Angestellen ein lässiges "den Rest können sie behalten" entgegenschleudern. Falls dieser dann nachfragt, ob ich noch ganz bei Trost bin, sage ich zu ihm, dass dieser Euro-Schein transsubstantioniert ist - damit dem Wesen nach ein 500-€-Schein - und somit dem Gegenwert des Rechners entspricht.

Ich denke, mein Standpunkt ist klar geworden. Wir sind nicht hier auf der Welt um uns gegenseitig die Hucke mit irgendwelchem Scheiß vollzulügen. Das christlich-kanibalistische Ritual jeden Sonntag wäre ja noch einigermaßen im Rahmen, hätte man sich diese schwachsinnige Story über die Wesensveränderung der Ingredienzien erspart und das Ganze einfach symbolisch gesehen. Aber wenn man als Christ, v.a. als Katholik oder Protestant, die Transsubstantiation verwirft, kann man auch gleich das ganze Christentum mitverwerfen.

Diese lange Einleitung ist nötig, weil es nämlich (leider zu viele) Leute gibt, die diese Transsubstantiation für wahr halten, d.h. für diese ist das Bestandteil unserer Welt, ist Realität. Deshalb nicht verwunderlich, dass man dazu eine Internetseite baut, auf der u.a. die diversen (und sämtlich erschwindelten) Wunder diesbezüglich gesammelt sind. So heißt es da:


In der ehemaligen Klosterkirche des hl. Longinus in Lanciano feierte im 8. Jahrhundert eines Tages ein Basilianermönch, wie gewohnt, die hl. Messe. Nachdem er die Hostie in den hochheiligen Leib Christi und den Wein in das kostbare Blut Christi verwandelt hatte, hielt er einige Augenblicke inne. Mag sein, dass er von einem Zweifel an der wirklichen Gegenwart Jesu Christi im heiligsten Altarssakrament geplagt wurde. Im selben Augenblicke wurde er von einem ausserordentlichen Wunder überrascht. Ein Teil der geweihten Hostie verwandelte sich nämlich vor seinen entsetzten Augen in blutendes Fleisch, während der übrige Teil weiterhin wie Brot aussah; der verwandelte Wein nahm gleichzeitig die Gestalt frischen Blutes an, das nach und nach zu fünf Blutkörperchen gerann, die in Form und Gestalt verschieden waren.
Zuerst einmal sollte man festhalten, dass es das "Wunder" so wie es unter Gläubigen verstanden wird, nicht gibt. Entweder etwas außergewöhnliches passiert, dann müssen wir unsere Physik/Chemie/wasauchimmer auf die neuen Gegebenheiten anpassen oder das beobachtete scheint nur wunderbar zu sein, dann lässt sich auch eine normale Erklärung dafür finden. Die wahrscheinlichste Erklärung für das oben Dargestellte ist einfach Betrug. Die Kirche hat - vor allem im Mittelalter - dermaßen viel aus Macht- und Profitsucht gefälscht, dass hier eigentlich kein anderer vernünftiger Schluss übrigbleibt.

Aber angenommen es handle sich wirklich um diesen wunderbaren Zauber, der einen Keks in ein Kotlett verwandelt hat. Das weit größere Problem mit Wundern ist, dass durch sie absolut keine wahre Aussage über Gott getroffen werden kann. Aus einem Wunder kann man nicht die Existenz Gottes folgern, das ist ein logischer Fehlschluss, ein sog. non sequitur.

(1) Es passiert etwas wunderbares, etwas unererklärliches
(2) Kein Mensch kann etwas unerklärliches bewirken
-> also gibt es Gott

Etwas konkreter:
Ein Ureinwohner am Amazonas (der noch nicht mit der modernen Welt in Berührung kam) sieht ein Flugzeug am Himmel. Für ihn ist das ein Wunder, eine unerklärbare Erscheinung. Also schließt er daraus, dass es seinen Hausgott Xzwehgahagfagetchl geben muss, denn sonst könnte keiner (aus seinem Dorf) dieses Ding an den Himmel zaubern.

Noch dazu haben fast alle Religionen dieser Erde ihre "Wunder". Seien es die Muslime mit ihrem Mohammed, der auf einem geflügelten Pferd in den Himmel ritt, seien es die Juden mit den vielen Wundern im Alten Testamten, die sie sich mit den Christen teilen müssen, seien es Hidus, manche Richtungen des Buddhismus etc.etc.. Wenn ein Wunder somit ein Beleg dafür wäre, dass ein Glaube, eine Religion wahr ist, dann müssten alle Glaubensrichtungen, alle Religionen, die Wunder verwenden, wahr sein, was de facto auf Grund ihrer unvereinbaren Lehren unmöglich ist.

Aber von einem wahrhaft Gläubigen werden diese Argumente gegen Wunder natürlich mit einem Verweis auf Gottes Logik und Wege und deren Unergründlichkeit vom Tisch gewischt und eine "wissenschaftliche Untersuchungskomission" vom dortigen Bischof ins Leben gerufen (anno domini 1970/71 - also noch fern jeglicher DNS-Analyse!), die dann die blutigen Überreste der Keksschlacht Zauberkekse untersucht. Geleitet wurde diese von Prof. Odoardo Linoli, der - wen wundert's - Chefpathologe der katholischen Klinik "S.Maria Sopra i Ponti" in Arezzo ist/war (ebenfalls lässt sich erahnen wie "ergebnisoffen" hier geforscht worden sein muss...). Dieser brachte dann auch folgende 8 "wissenschaftliche" Erkenntnisse zu Papier:

1. Das Fleisch ist wahrlich Fleisch und das Blut wahrlich Blut.
(schon Einstein sagte: wahrlich, wahrlich, e ist gleich m mal c zum Quadrat!)
2. In der Hostie selbst gibt es keine Hinweise von Brot und Mehl. Obwohl die Hostie aus Weizen gemacht wird, verwandelte sie sich nach den Wandlungsworten in Fleisch und der Wein in Blut.
(hmm.. also der Keks ist gar kein Keks mehr sondern ein Stück Fleisch? Also mich wundert es nicht wenn ich in einem Stück Fleisch keinen Hinweis auf Brot und Mehl finde - außer ich war beim Schotten essen)
3. Sowohl das Fleisch als auch das Blut gehören einer lebenden Person. Das Blut, obwohl geronnen, ist in einem Zustand, als ob es in den Venen einer Person fließe, und das Fleisch, als ob es von einer lebenden Person stammen würde. Es ist ein Beweis dafür, dass Jesus wirklich auferstanden ist, und dass er sowohl im Himmel als auch in der Eucharistie wahrhaft lebendiges und verklärtes Fleisch hat.
(hier offenbart sich jetzt die ganze Wissenschaftlichkeit Prof. Linoleums, da die Fakten, die er analysiert hat einfach nur die Schlussfolgerung zu lassen, dass es sich um menschliches Blut und Gewebe handelt. Das Auferstehungsmärchen ist seine persönliche Interpretation und hat in einer wissenschaftlichen Arbeit nichts zu suchen!)
4. Das Fleisch und das Blut gehören der gleichen Blutgruppe (AB), was darauf hinweist, dass es sich um eine einzelne Person handelt. Der Blutgruppe AB gehören 95 % der jüdischen Frauen an. Die Heilige Jungfrau Maria, deren menschliches Fleisch die zweite Person der Heiligen Dreifaltigkeit durch Einwirkung des Heiligen Geistes annahm, war jüdischer Abstammung. Deshalb musste Christus der gleichen Blutgruppe angehören. Das Blut ist identisch mit dem, das sich auf dem Turiner Grabtuch befindet.
(mal abgesehen davon, dass ich die 95% von Prof. Linux nirgends finden konnte, ist - abgesehen von dem apologetischen Geschwurbel - der Schluss falsch, dass das Kind einer AB-Mutter auch AB haben muss. Außerdem könnte er jetzt wenigstens konsequent sein und gleich mitbehaupten, dass der Heilige Geist nicht die Blutgruppe 0 haben konnte!)
5. Die fünf Kügelchen geronnen Blutes, von verschiedener Größe, wiegen insgesamt 15,85 gr., wie alle fünf zusammen. Das ist, was uns der Glaube lehrt:
Der Leib und das Blut Christi sind gleich vollkommen enthalten, sei es in der Hostie, sei es im Kelch und auch in jedem Teil oder Fragment davon. Wenn die Hostie oder der Kelch geteilt wird, werden der Leib und das Blut Christi nicht geteilt, sondern sie bleiben in allen Teilen vollkommen erhalten.
(und? ist das irgendein wissenschaftlicher Beitrag zu dem Thema? Es ist die Verwurstung von Messung mit Annahmen - höchst unredlich!)
6. Das Fleisch ist von Fasern des Herzens, d.h. aus dem Organ, das am besten die Liebe Christi zu uns versinnbildlicht.
(Und? Beweist das was? Wenn das Fleisch aus dem Hinterteil gewesen wäre, wäre das dann die Versinnbildlichung dass wir Christus am Arsch vorbeigehen? Hallo Herr Professor.. sie interpretieren zum soundsovielten Mal!)
7. Im Fleisch und auch im Blut wurden keine Substanzen oder Zutaten, die die Verwesuung verhindern, gefunden. Hierbei handelt es sich um naturelles Fleisch und Blut.
(In Mumien gibt es auch naturelles Fleisch und Blut und diese sind bis zu 5000 Jahre alt. Nachdem sich Professore zu gut für eine Radiocarbonanalyse war bzw. diese zum damaligen Zeitpunkt mit so kleinen Proben noch nicht funktionierte, wissen wir noch nicht mal ob es sich dabei nicht um eine Fälschung aus späterer Zeit handelt - oder, was auch wahrscheinlich ist, er hat gerade diese Ergebnisse nicht veröffentlicht)
8. Die Konservierung dieser Reliquie, in ihrem jetzigen Zustand, während mehr als 1200 Jahre, ist ein wissenschaftlich unerklärliches Phänomen. Es wurde ein Akt mit verschiedenen Kopien gemacht und eine davon Papst Paul Vi. persönlich überreicht.
(Dass ein trockener Fleischklumpen in einer Monstranz, über 1200 Jahre mehr oder weniger luftdicht eingeschlossen, nicht verwest ist selbst für mich als Nichtwissenschaftler kein unerklärliches Phänomen - im Gegenteil, die Similauner Gletscherleiche ist >5000 Jahre alt und dafür in recht gutem Zustand!)

Es ist und bleibt nichts wunderbares an Lanciano. Das einzige was bleibt ist der schwelende Verdacht, dass hier ein Pfaffe sein Dorf in den Abruzzen bekannt machen wollte, um seine Einnahmen durch die Wallfahrer zu erhöhen. Denn so sehr die Geistlichen auch das Leben nach dem Tod preisen, weltliche Macht und weltliche Reichtum wurden diesem schon immer vorgezogen...

Das nur mal als kleinen Denkanstoß für alle die, die demnächst wieder bei der heiligen Kokserei Kekserei Eurcharistie das Fleisch Christi essen und dessen Blut trinken. (Übrigens ist auch die Transsubstiantiationslehre dafür verantwortlich, dass mit den Hostien umgegangen werden muss, wie mit einem rohen Ei - inkl. wegsperren und den ganzen Kokolores. Man darf den Keks nicht einfach wegschmeißen, wolle man nicht auf ewig in der Hölle schmoren, so man doch den Herrn in der Biotonne entsorgen würde!)

283. Was bedeutet Transsubstantiation?
Transsubstantiation bedeutet die Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Verwandlung vollzieht sich im eucharistischen Gebet durch die Wirkkraft des Wortes Christi und das Handeln des Heiligen Geistes. Die sinnlich wahrnehmbaren Merkmale des Brotes und des Weines, also die „eucharistischen Gestalten“, bleiben jedoch unverändert.
(kath. Katechismus)

"Es ist erbärmlich anzusehen, wie die Menschen nach Wundern schnappen, um nur in ihrem Unsinn und Albernheiten beharren zu dürfen und sich gegen die Obermacht des Menschenverstandes und der Vernunft wehren zu können."
(Johann Wolfgang von Goethe)

Ich glaube, dass sehr vieles möglich ist, wovon unsere Schulweisheit nichts träumt; aber an ausgemachten Blödsinn glaube ich nicht.
(Deschner)


Dienstag, Oktober 24, 2006

Jetzt auf premiere...

Tja, wer sich mit dem Gedanken trägt premeiiere zu kündigen, der hat heute Abend einen guten Grund dazu. Auf "Filmclassics" (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen) zeigen sie den wohl schlechtesten Film aller Zeiten, mit (wen wundert's) Rapper Ice-T, names "Air Rage". Das erinnert mich an meinen Eintrag bei imdb.com zu dem Film, den ich hier auszugsweise nochmal zum besten geben möchte:
Not only that the people moving in the film (the term actors would be an insult for all other actors) should attend more acting classes, the guy who build the setting hasn't even seen an aircraft from afar. It is so ridiculous, that on a 747 only 3 flight attendance are aboard, but this is only the tip of the iceberg. The film is full of illogicalness (e.g.: use sleeping-gas, then don't use it, then use it anyway), which dropped my rating finally to the bottom.
You can have more fun in rearranging you sock drawer or in drilling a hole in your knee and fill it with milk.

Natürlich habe ich da nur einen Stern vergeben.. weniger ging nicht :-(

Montag, Oktober 23, 2006

Neulich in Worms...

Difficile est satiram non scribere!1 Mahnt doch hier Peer Steinbrück, allseits gehasster geäachteter Finanzminister, Mäßigung bei der Industrie an. Und das klingt so:
"Das ist keine Frage der absoluten Höhe [der Managergehälter], aber es gibt in Teilen der Wirtschaft eine gewisse Maßlosigkeit - und das in einer Zeit, wo weite Teile der Bevölkerung mit Zumutungen beladen werden. Es geht mir gegen den Strich, wenn Aufsichtsräte und Vorstände nicht mehr die Proportionen im Blick haben und nicht wissen, dass auch sie eine Vorbildfunktion haben."
Mal abgesehen davon, dass man den letzten Regierungen ebenfalls eine gewisse Maßlosigkeit vorwerfen könnte, so waren diese doch auch maßgeblich an den Zumutungen der Bevölkerung beteiligt, wenn nicht sogar Verursacher! Genausowenig scheinen mir die politischen Kasper Eliten die Proportionen noch richtig im Blick zu haben, geschweige denn, dass sie als Vorbild dienen könnten. Gibt es eigentlich einen Ausdruck für "sich-selbst-ins-Knie-schießen"?

Aber davon abgesehen hat ja Steinbrücks Partei (die u.a. den Gazprom-Kanzler hervorbrachte, den Boss Kanzler der Bosse) mit den berüchtigten C-Parteien koaliert, welche die Position der Wirtschaftsführer mit exzellenten historischen Zitaten begründen können, wie z.B. mit diesen:
"Schau auf den reichen Mann, der neben dir steht. Vielleicht hat er eine Menge Geld bei sich, aber keine Habsucht in sich, während du, der du kein Geld hast, eine Menge Habsucht in dir trägst"
(Augustinus, Heiliger und Kirchenlehrer)
Noch besser lässt sich aber die Ausbeutung und die Bereicherung mit folgendem begründen:
"Wegen der Sünde des ersten Menschen ist dem Menschengeschlecht durch göttliche Fügung die Strafe der Knechtschaft auferlegt worden, so dass [Gott] denen, für die, wie er sieht, die Freiheit nicht passt, in großer Barmherzigkeit die Knechtschaft auferlegt. Und obgleich die Erbsünde durch die Gnade in der Taufe allen Gläubigen genommen ist, hat der gerechte Gott das Leben der Menschen so unterschieden, indem er die einen zu Knechten, die anderen zu Herren einsetzte, damit die Möglichkeit zu freveln für die Knechte durch die Macht der Herren eingeschränkt würde"
(Bischof Burchard von Worms, Kirchenrechtler 11 Jh.)

Somit tut jeder Arbeitgeber, der ja gem. obiger Definition ein besserer Mensch als seine Angestellten ist, ja eigentlich nur etwas Gutes und Gottes Werk, indem er seine Knechte maßregelt, verkauft oder in die Arbeitslosigkeit treibt, so er sie doch damit vom freveln abhält. Religion ist schon was wunderbares...

1: Es ist schwer, keine Satire zu schreiben

Die glorreichen Sieben

Falls es schon jemandem aufgefallen ist, mein kleiner Blog (eigentlich richtig: kleines Blog.. args.. aber an "das Blog" kann ich mich wohl nie gewöhnen) verteilt Kekse, neudeutsch auch Cookies, mit deren Hilfe ich kleine Statistiken über meine Seitenaufrufe abrufen kann. An dieser Stelle möchte ich damit nicht länger hinterm Berg halten und mal eine nette Kuchengrafik aufzeigen:

Mich freut jeder, der die Zeit findet, etwas von diesem Blog zu lesen, mehr noch freut mich natürlich, wenn es jemandem so gut gefallen hat, noch mal wiederzukommen. Und ganz besonder freuen mich die sieben Leute (von denen wahrscheinlich einer ich selbst zwecks Kontrolllesen bin), die mehr als 10mal wiedergekommen sind.

Zum 8monatigen Jubiläum (ich dachte nicht, dass ich das so lange mache) des Blogs, all meinen Besuchern - egal wie oft sie hier waren - an dieser Stelle ein herzliches
Danke!