Dienstag, Juni 03, 2008

Neulich im EM-Krankenhaus...

Spiegel-online hat sich mit diesem Artikel (wieder mal) nicht mit Ruhm bekleckert, da wie so oft völlig unkritisch über magische Praktiken referiert wird. So ist doch da zu lesen:
Fußballern sind auch alternative Heilmittel recht, um möglichst schnell wieder auf die millionenschweren Beine zu kommen. Eine Umfrage unter Bundesliga-Ärzten ergab, dass 92 Prozent von ihnen Spieler homöopathisch behandeln - darunter auch Stars aus dem deutschen EM-Team.
Mit anderen Worten: 92% der Bundesliga-Ärzte sind nur beschränkt zurechnungsfähig (was wahrscheinlich ganz prima zum geistigen Zustand der Kicker passt).

Die Homöopathie, speziell die lustigen Mittelchen (in denen u.a. auch Hundescheiße zählt - stark verdünnt natürlich und zwar geschüttelt nicht gerührt!), haben bislang noch nie - und hier weiß ich nicht welchen Teil von "nie" die Spiegelredakteure nicht verstanden haben - ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt. Ausführliche Informationen dazu liefert dieser GWUP-Artikel.

Mich würde nur mal interessieren, wie unsere Herren Fußballer reagieren, wenn man ihnen altes "Wissen" auftischte, dass die Fußballschuhe vor einem wichtigen Match in Pferdepisse gebadet werden sollten oder die Schnürsenkel aus dem Grabtuch von Turin gewebt sein müssen etc.etc.. Meine Vermutung ist, dass selbst solcher offensichtlicher Blödsinn auf irgendeinen fruchtbaren Boden fällt, denn immer dann, wenn der Zufall eine nicht unerhebliche Rolle spielt, tendieren wir Menschen dazu, zu versuchen diesen mit schwachsinnigen Ritualen oder magischen Gegenständen zu beeinflussen. Harte Fakten, wie sie z.B. im Fall der Homöopathie über deren Unwirksamkeit bzw. Wirksamkeit in Übereinstimmung mit dem Placeboeffekt vorliegen, werden dann schnell weginterpretiert oder gar nicht wahrgenommen.

An dieser Stelle kommt dann oftmals der Spruch "wer heilt hat recht", doch ist dieser von gleicher Qualität (auf Grund des Logikfehlers non sequitur), wie die Aussage "weil ich heute aufgegessen habe ist morgen schönes Wetter". Solange ein kausaler Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen (Homöopathie bzw. Aufessen und Heilung bzw. schönes Wetter) nicht hergestellt werden kann, sind die Aussagen beliebig und damit für eine weitere Betrachtung unbrauchbar.

Deswegen würde ich mir von einem Magazin wie dem Spiegel wünschen, so es noch das Prädikat "kritischer Journalismus" tragen möchte, dass derartiger geistiger Müll nicht unreflektiert dargeboten und damit nur unzulässig Werbung für Scharlatanerie betrieben wird.

Samstag, Mai 31, 2008

Neulich beim Schotten...

Ok, man weiß es ja, keiner besucht offiziell das Restaurant mit den beiden goldenen Bögen, aber inoffiziell weiß wohl jeder was ein BigMac ist und dass das "TS" beim Royal (in den USA heißt er noch immer "Quaterpounder", wie man aus Pulp Fiction erfahren hat) nicht für transsexuell sondern Tomate&Salat steht. Etwas weniger bekannt dürfte da schon der BigMac-Index sein, ein Preisindex, der sich auf der hervorragenden Vergleichbarkeit der Produkte des Schotten etabliert hat.

Was man eher nicht kennt, ist die Menge an Nährstoffen, die so ein ausgewogenes Fast-Food-Menü (übrigens, Fast-Food = engl. für fast ein Essen) beinhaltet. Wer sich darüber schlau machen will, der drehe einfach mal die Papierunterlage des Tabletts um. Dort finden sich detaillierte Angaben darüber, wie dick das aktuelle Produkt gerade macht. Sven Köpfer hat sich die Mühe gemacht und einen McDoof-Kalorienrechner ins Netz gestellt. Einfach das zu konsumierende Produkt ankreuzen und auf berechnen klicken.

Ich habe das hier mal beispielhaft für ein großes BigMac-Menü (Pommes rot-weiß), Cola und einem anschließendem Eis berechnet:

Dass es zum gleichen Preis auch anders geht (denn diese Schnellrestaurants bieten immer auch ein Menü mit Salat an), zeigt die folgende Berechnung:

D.h. im ersten Fall haben wir ca. 1700 kcal, im zweiten Fall weniger als die Hälfte davon, v.a. deswegen, weil ich die Kalorienbombe Pommes mit Majo weggelassen habe.

Wer sich einen Überblick über seinen täglichen Grundenergieumsatz beschaffen möchte, der kann mal einen Blick auf diesen Rechner werfen und wer wissen möchte, wie lange man welche Sportart ausüben muss um o.g. Menü wider von den Rippen zu bekommen, dem sei der Fitrechner empfohlen. Für den zweiten Menüvorschlag müsste ich z.B. ca. eineinhalb Stunden joggen, für den ersten fast dreieinhalb Stunden.


Donnerstag, Mai 29, 2008

Neulich am Flughafen...

Wer kennt sie nicht, die langen Schlangen vor dem "Security Check" am Flughafen. Fluggäste werden gebeten, sich bis auf die Unterhose auszuziehen um zu beweisen, dass sie kein Teufelsmal haben kein Terrorist sind.


Diese peinliche Befragung Untersuchung hat mittlerweile schon groteske Züge angenommen, so dass Kindern stumpfe Bastelscheren abgenommen werden und jede noch so banale Flüssigkeit in irgendwelche Tütchen abgepackt werden muss (als ob ein Plastiktütchen schon jemals eine Explosion o.ä. verhindert hätte).


Leidtragende sind nicht nur die Fluggäste, die für viele Euronen eine Beförderung von A nach B gekauft haben, sondern auch das "Sicherheitspersonal", die sich wahrscheinlich jede Menge dumme Sprüch anhören dürfen und wahrscheinlich über diverse Nagelknipser Grundsatzdiskussionen führen mussten.


Ich persönlich fühle mich durch diese Checks nicht nur in meiner Würde verletzt, sondern sehe auch das Prinzip der Unschuldsvermutung ausgehebelt, d.h. ein Fluggast gilt solange als (potentieller) Terrorist, bis er seine Unschuld durch Ausziehen selbst bewiesen hat. Ein sehr gefährlicher Trend imho, denn wie oft hört man an dieser Stelle "wer nichts zu verbergen hat, der kann sich auch am Flughafen ausziehen".


Nunja, nachdem man mir bei einem meiner letzten Flüge in Newark ein Gasfeuerzeug abnahm, denn ich hätte ja im Kabinenklo ein hübsches Lagerfeuer entfachen können und damit die Piloten zwingen in die Statue of Liberty zu fliegen, und ich keinen Flughafen für sicher genug halte, als dass dort nicht ein "Terrorist", so er über genügend kriminelle Energie (oder religiösen Fanatismus) verfügt, hineinkommen könnte, wollte ich mal ausprobieren, ob man nicht doch noch etwas an Bord bekommt. Ich hatte mir schon vor einiger Zeit ein sehr praktisches kleines Werkzeug gekauft, dass man sich wie einen Schlüssel an den Schlüsselbund hängen kann und das noch dazu bei flüchtiger Betrachtung wie ein Schlüssel aussieht:



Klar, MacGyver könnte damit locker einen C-Check bei einer 747 durchführen, aber für den Normalsterblichen langt es gerade mal ein bisschen zum Schrauben, Flaschen- und Paketeöffnen. Nichtsdestotrotz blieb diese 1,5 cm lange Klinge (was für ein Drohpotential bei einer Flugzeugentführung!) bei der Sicherheitsüberprüfung unbemerkt, obwohl der Schlüsselbund vor den Augen des Personals in die bereitgestellten Durchleuchtungsschalen gelegt wurde.


Dieses Beispiel zeigt aber eines ganz deutlich. Absolute Sicherheit gibt es nicht und die Security-Checks sind eher dazu geeignet den Eindruck einer "gefühlten Sicherheit" zu verbreiten, denn wirklich ambitionierte Kriminelle abzuhalten, wie auch das Sicherheitspersonal nur menschlichen Vorurteilen unterliegt und etwas, das wie ein Schlüssel aussieht und an einem Schlüsselbund hängt eben i.d.R. als einen Schlüsssel erkennt, auch wenn es keiner ist.

Sonntag, Mai 25, 2008

Das Wort zum Sonntag #46

Thema heute:
Sind "religiöse Gefühle" ein Argument?

Oder einfacher gefragt, sind Gefühle ein Argument? Mit Sicherheit sind Gefühle im zwischenmenschlichen Bereich ein Argument (wenn auch kein gutes), in dem z.B. dem Partner klargemacht wird, dass er die eigenen Gefühle verletzt, auf diesen rumtrampelte oder gar keine mehr hätte etc.pp..

"Religiöse Gefühle" kann man allgemein als "weltanschauliche Gefühle" fassen, d.h. jede Weltanschauung die wir uns aneignen ruft in uns natürlich auch Gefühle hervor. So ruft das Weltbild "ich bin eine gute Mutter" jede Menge positive Gefühle hervor, wenn die filia oder der filius sich genau so verhalten, wie man sich das vorgestellt hat, jede Menge negative Gefühle aber, wenn die/der Kleine an o.g. Weltbild durch schlechtes Benehmen zu rütteln anfängt.

Wenn jetzt z.B. ein Künstler eine Sau durchs Dorf jagt, auf der groß Mohammed geschrieben steht, so fühlen sich Muslime in ihren "religiösen Gefühlen" verletzt, weil das Lebewesen, dass bei ihnen (unbegründet!) an letzter Stelle steht, mit dem (angeblichen) Propheten in Verbindung gebracht wird, der bei ihnen an zweiter Stelle steht.

Doch seltsam mutet es an, dass solch ein schwaches Argument stets aus der religiösen Ecke kommt. Mir ist kein Atheist bekannt, der sich durch einen Fußgängerzonenbibelschreier in seinen "atheistischen Gefühlen" verletzt fühlt. Ebenso weiß ich von keinem Kapitalisten, der sich durch einen Tarifabschluss in seinen "kapitalistischen Gefühlen" verletzt sieht. Weiters sind auch Schifahrer unbekannt, die sich von Snowboardern in ihren "schifahrerischen Gefühlen" verletzt meinen (und natürlich vice versa) gleichfalls wie Opernsänger, die sich durch eine Scheiße wie DSDS in ihren musikalischen Gefühlen verletzt wähnen. D.h. sobald "religiöse Gefühle" ins Spiel gebracht werden handelt es sich um ein persönliches oder kollektives Beleidigtsein, eine persönliche oder kollektive Intoleranz (meist) gegenüber einer Meinungsäußerung in Wort und/oder Bild, die mit der eigenen Weltanschauung nicht übereinstimmt.

Doch dürfen wir ein solches Argument in einer säkularen Gesellschaft gelten lassen? Ich denke nicht, denn prinzipiell könnte sich jede Gruppe bei jeder Entscheidung in irgendeiner Art und Weise beleidigt fühlen und dieses Argument vorbringen. Zum Beispiel könnten die Autofahrer beim Bau von Radwegen sich in ihren "automoblilistischen Gefühlen" verletzt fühlen und auf die Barrikaden gehen.


Gefühle solcher Art bringen uns in einer rationalen Diskussion kein Stückchen weiter, im Gegenteil, sie öffnen der Willkür Tür und Tor. Jeder fühlte sich dann irgendwann irgendwie auf den Schlips getreten und forderte unterschwellig Toleranz für seine persönliche Intoleranz, obwohl sich objektiv keine Beleidigung feststellen ließe - denn dafür gibt es einen Paragraphen im StGB.

Somit plädiere dafür, dass man, analog zu Godwin's Law, das "po8ische Gesetz" (oder Po8's Law) einführt, welches besagt, dass derjenige, der "religiöse oder weltanschauliche Gefühle" in die Diskussion einbringt, automatisch verloren hat.
Es ist schwerer, Gefühle, die man hat, zu verbergen, als solche, die man
nicht hat, zu heucheln.
(François Herzog La Rochefoucauld)

Montag, Mai 19, 2008

Neulich bei mir Mia...

Ok, ich hatte es ja versprochen und hier ist es nun, ein brandaktuelles Foto meiner ¬E. Man kann durchaus sagen, dass sie bereits mit Großwerden beschäftigt ist, was zum einen ihre Mum auf Trab hält und zum anderen sich in fortwährendem Essen und Schlafen ausdrückt. Doch in dieser Intensität und Ausprägung wird sie das wohl den Rest ihres Lebens nicht mehr so hinbekommen.

Natürlich bleiben ihr die Statemens à la "ganz der Vater" oder "ganz die Mutter" nicht erspart, wobei ich einfach finde, dass sie ganz wie ein Baby aussieht - und in ihrem Alter reicht das doch völlig, oder?



Montag, Mai 12, 2008

Das Wort zum Sonntag #45

Thema heute:
Warum hat Gott ein Kommunikationsproblem?

Ist es nicht erstaunlich? Alle Naselang kommt irgendein allmächtiger Gott daher, der aber, trotz seiner Allmacht (nur so als Anmerkung: er kann also alles, alles tun), immer nur zu ein paar ganz ausgewählten Leuten spricht, die man - so man die Gottevorstellung nicht teilt - i.d.R. von einem gewöhnlichen psychisch Kranken, der Stimmen in seinem Kopf hört, nicht unterscheiden kann.

Wieso überlegt sich Gott (welcher sei mal dahingestellt), nicht eine Methode, mit der er alle Menschen gleichzeitig erreicht. Z.B. könnte er sich überall auf der Welt gleichzeitig in alle Fernsehkanäle einklinken und dort in der jeweiligen Landessprache seine Botschaft verkünden. Man könnte dann zwar immer noch zweifeln, denn vielleicht ist das nur ein technischer Trick, aber es wäre mal ein schlagkräfigerer Beweis als alle heiligen Bücher zusammen.

Apropos heilige Bücher. Mal abgesehen vom Buch Mormon, dass erst im 19 Jh. erschienen ist (und selbst den meisten Gläubigen zu unglaubwürdig), datieren alle anderen hl.Bücher auf das Frühmittelalter oder noch davor. D.h. der jeweilige Gott hat anscheinend seit damals eine Schreibblockade oder hat bzgl. Ziegen- und Sklavenhaltung schon alles wesentliche mitgeteilt, so dass es keines Updates bedarf.

Das nächste Problem, das sich stellt, ist die Interpretation. Die hl.Schriften sind keineswegs eindeutig, sondern höchst zweideutig oder komplett unbedeutend. Man kann z.B. fast jede Bibelstelle aufschlagen und findet ähnlichen Schwurbel wie diesen hier (Eph 4,17ff):
So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier. Ihr aber habt Christus nicht so kennen gelernt; ihr habt doch von ihm gehört und seid in ihm unterwiesen, wie es Wahrheit in Jesus ist. Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Abgesehen davon, dass Paulus hier mal wieder seinen Chauvinismus, um nicht zu sagen Rassismus, raushängen lässt, so sind doch diverse Dinge unerklärt. Der Text ist voll von willkürlichen Behauptungen, Unschärfen und Allgemeinplätzen, so dass er ohne Interpretation überhaupt nicht anwendbar ist. Die Heiden wurden von den Katholiken schon lange ausgerottet, es wird nicht gesagt, was der "alte Mensch" war, geschweige denn, wie der "neue Mensch" nun genau sein soll. Falls das wirklich ein Gott geschrieben oder inspiriert haben sollte, so ist er maßgeblich schuld an allen Folgen, die aus der Interpretation dieser Texte folgen.

Doch wenn man es mal vom anderen Gesichtspunkt aus betrachtet, so erklären sich all diese "wunderbaren" Texte von selbst. Ein religiöser Spinner, evtl. noch schizophren (oder mit einer anderen geistigen Störung ausgestattet), zieht sich in eine Höhle zurück, schläft wenig, isst wenig, haluziniert ein bisschen und kommt zurück mit einer ganz tollen Geschichte von Engeln, die ihm erschienen sind, von Dämonen, die er bekämpft hat und mit ganz tollen Anweisungen, die ihm eine "göttliche Macht" mitgeteilt hat (dumm nur, dass die göttliche Macht nicht über den Horizont eines Ziegenhirten hinausblicken konnte).

Fatal wird es dann, wenn heutzutage Leute dieses Geschreibsel für bare Münze nehmen, wenn sie einen tieferliegenden Sinn darin erkennen wollen und (dank der Schwammigkeit) diesen dann auch noch finden. Dann haben unsere Vorfahren ja doch irgendwie recht gehabt (egal wie oft sie sich sonst auch irrten), hatten ein höheres Wissen, eine höhere Spiritualität, ähnlich wie man den Ureinwohnern Amerikas oder anderen Naturvölkern eine höhere Erkenntnis der Welt zugesteht (was aber in Wirklichkeit auf der Legende des "edlen Wilden" beruht).

Insofern kann man als aufgeklärter Mensch nur sagen, dass wenn Gott (welcher auch immer) ein Interesse daran hat, dass seine merkwürdigen Gebote hier befolgt werden, so sollte er sich schleunigst auf seinen Hosenboden setzen und sich mit uns unterhalten. Andernfalls haben wir, so es zum jüngsten Gericht (oder etwas ähnlichem) kommen sollte, einen schwarzen Peter, dem wir ihm ohne zu überlegen zuschieben können. Der Stärkere muss auf den Schwächeren eingehen - und nicht umgekehrt!
Die Bibel mag immer die richtige Quelle sein, um ein Zitat zu finden, mit dem literarisch oder rhetorisch Staat zu machen ist. In ihrer Gesamtheit jedoch wird sie auch von Gläubigen inzwischen als der Versuch kritisiert, Erwachsenen mit Kinderbüchern beizukommen.
(Klaus Brandstetter)

Sonntag, Mai 11, 2008

Das (po8ische) Bilderrätsel...

Was habe ich wohl bekommen?


Neulich beim Einäschern...

Oft ist das Leben besser als jede Satire. So zum Beispiel auch im spiegel-online:
Das US-Militär hat offenbar Leichen von im Irak oder in Afghanistan getöteter Soldaten in einem Krematorium verbrannt, in dem auch Haustiere eingeäschert werden. Der Vorgang wurde bekannt, nachdem der republikanische Präsidentschaftsikandidat John McCain, der auch im Armeeausschuss des US-Senats sitzt, vom Verteidigungsministerium eine offizielle Untersuchung einforderte. "Dieser Bericht", sagte McCain, "ist höchst beunruhigend. Unsere Männer und Frauen in Uniform, die das höchste aller Opfer bringen, müssen mit Würde behandelt werden."

Es ist doch höchst erstaunlich, dass man die toten Körper der Soldaten mit so viel Würde behandeln will, sie aber vorher in einen würdelosen Krieg geschickt hat. Wahrscheinlich liegt da die irrige Annahme dahinter, dass man einer Leich noch irgendetwas gutes tun kann, was man dem Menschen zu seinen Lebzeiten nicht getan hat. Und im Übrigen hätte man die Kadaver nur mit ihren biologischen Verwandten verbrannt (wenn man es denn überhaupt getan hätte - das ganze ist nichts als ein blöder Irrtum), und was an so einem Family-Happening würdelos sein soll erschließt sich mir nicht.

Nur fürs Protokoll: Man darf mich gerne mit Tieren verbrennen, wenn es soweit ist.

Donnerstag, Mai 08, 2008

Neulich beim Pumpen...

Irgendwann ist einem anscheinen nichts mehr zu blöd und so verwundert es nicht, dass amerikanische Gläubige an der Zapfsäule von Tankstellen um billiges Benzin beten ("Prayer at the Pump"), wie die katholische Realsatireseite berichtet:
Der Preis für eine Gallone (3,79 Liter) Sprit war dort auf vier Dollar (2,59 Euro) gestiegen, ein Preis, der für die US-Amerikaner extrem hoch ist. Miteinander beteten sie dafür, dass Gott „in das Leben jener selbstsüchtigen, gierigen Leute eingreifen“ möge, „die die Preise so steigen lassen“.

Dumm nur, dass man den Billigbenzinanbetern genau das gleich vorwerfen könnte, nämlich dass sie selbstsüchtig und gierig sind und nur ihren Benzinpreis im Kopf haben, anstatt für etwas selbstloseres, wie z.B. die Heilung der Menschheit von AIDS oder Krebs.

Auch hier ist wiederum die Kausalkette schön zu beobachten. Millionen Bibeltreuer Christen wählen zum zweiten mal (!) einen Präsidenten, der von Gott einen Irakkrieg befohlen bekam, woraufhin die Ölfirmen mit erhöhten Preisen reagieren, so dass eben diese Millionen Christen dann wieder an der Tankstelle stehen können und zu ihrem Schöpfer beten, er möge doch den Leuten mal das Hirn aufräumen, die die Preise so hochtreiben. Tja, oftmals genügt es auch schon vor dem Beten bei sich selbst anzufangen und nicht nach Konfession oder Spiritualität sondern nach rationalen Erwägungen sein Kreuzchen zu setzen...

Freitag, Mai 02, 2008

Neulich bei der Maserung...

Einen sehr interessanten Artikel bzgl. der Gefährlichkeit von Masern habe ich beim Assistenzarzt gefunden. Vielleicht sollten sich all die "Impfkritiker", die der Meinung sind mit Masernparties etwas gutes zu tun, diesen einmal durchlesen. Doch auch dann hoffe ich nicht auf Einsicht, denn wer der bescheuerten Idee anhängt, die Hochschulmedizin wolle nur möglichst viel Profit und gehe dabei über Impfleichen, den werden auch diese Fakten nicht überzeugen:

Bei etwa 10% der Kinder (= eins von zehn erkrankten Kindern) treten Fieberkrämpfe auf. Die müssen dann nicht unbedingt mehr auf die Masernerkrankung beschränkt bleiben. 50% der Kinder mit einem komplikationslosen Verlauf haben anschließend EEG-Veränderungen, soll heißen dass sie potentiell gefährdet sind, Krampfanfälle zu bekommen. Dazu kann z.B. das nächste Fieber führen oder Stress etc. Bei den meisten gehen die EEG-Veränderungen wieder weg, bei einigen nicht. Die werden dann halt auch mal Epileptiker. Übrigens führt jeder Epileptische Anfall zu einer passageren Sauerstoffunterversorgung des Gehirns und kann damit zum Zelltod einiger Hirnzellen führen. Je häufiger die Anfälle, desto schlechter fürs Gehirn.

Mittwoch, April 30, 2008

Neulich beim Zahnarzt...

Zahnarzt:
"So, da spritze ich jetzt mal was von dem Betäubungsmittel hin. Das schmeckt zwar nicht, aber es wirkt."

Patient:
"Das ist ja genau wie mit Alkohol. Der schmeckt auch nicht, aber er wirkt."

Neulich in Terpunktion...

Welche Aussage trifft auf folgenden Satz zu:

Zehn finger hab ich an jeder Hand fünfundzwanzig an Händen und Füßen.

a) Das sagt ein Einbeiniger mit einer Fingermutation.
b) Wir haben es mit einer Person mit Dyskalkulie zu tun.
c) Der Satz ist völlig korrekt. Die Interpunktion ist es nicht.

Samstag, April 26, 2008

Neulich am Azon...

Man kennt das ja, der Ball ist rund, ein Spiel dauert 90 Minuten und ein Tag hat 25 Stunden... Huh? 25? Habe ich zuerst auch gedacht, aber das Tracking&Tracing kann ja nicht irren, oder?


Freitag, April 25, 2008

Neulich bei der Condemllnation...

Pat Condell hat wieder einen neuen Video herausgebracht und auf youtube eingestellt. Naja.. dort habe ich ihn mal geklaut. Viel Spaß!

Neulich in Somnia...

Gegenmaßnahmen (Zwischenbericht):

  • Rumbullion
    • Vorteile: gute Verfügbarkeit, schnelle Wirkung
    • Nachteile: geringer kulinarischer Genuß, Acetylsalicylsäure erforderlich
  • Merlot
    • Vorteile: gute Verträglichkeit, kulinarischer Genuß
    • Nachteile: hoher Verbrauch an caseinhaltigen Produkten, schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Sedativa (Betadorm-D)
    • Vorteile: schnelle Wirkung, geringer Preis, kongrade Amnesie
    • Nachteile: kongrade Amnesie, Abususgefahr

Dienstag, April 22, 2008

Neulich bei Lord Helmchen...

Es ist schon faszinierend zu sehen, wie eine Religion entsteht. Umso faszinierender, dass diese Religion sich genau dessen bedient, was eigentlich einmal als Gegengift gegen alte Mythen gedacht war: der Wissenschaft.


Ich bin zufällig auf diesen Blogeintrag gestoßen, in dem es um das Tragen von Sturzbekleidung auf dem Kopf - kurz Helm genannt - geht, wobei die anschließende Diskussion in den Kommentaren noch viel aufschlussreicher ist. Erich hat das mal sehr gut in seinem Blog zusammengefasst. Doch für einen Einstieg in die Fahrradhelmproblematik seien mal kurz folgende Punkte genannt:
  • Fahrradfahren ist von der Risikobewertung ca. doppelt so gefährlich wie Golfspielen aber nur ein Viertel so gefährlich wie Tennisspielen (wie man hier nachlesen kann), also prinzipiell eine eher ungefährliche Tätigkeit
  • Es ist nicht geklärt, wieviele schwere oder lebensbedrohliche Kopfverletzungen beim Fahrradfahren auftreten
  • Es gibt keine vernünftigen Standards, was ein Fahrradhelm alles leisten können muss (außer nicht vom Kopf zu fallen, wenn man radelt)
Doch jetzt passiert etwas sehr spannendes, was, wie ich offen zugeben muss, an mir vorbeigegangen ist. Wir haben ein Vorurteil, eine Prägung, dass immer dann, wenn etwas gefährlich wird, ein Helm eine praktische Sache ist. So z.B. auf der Baustelle, beim Klettern, in der Formel 1 oder auch im Krieg. Wir nehmen aber nicht nur stillschweigend an, dass die jeweilige Kopfbedeckung den Anforderungen genügt, sondern auch, dass die Gefahr vor der geschützt werden soll eine gewisse Eintrittswahrscheinlichkeit hat. D.h. der Helm der Infantrie soll Gewehrkugeln bis zu einem bestimmten Kaliber aufhalten können, der Baustellenhelm einen Ziegel, der aus einer bestimmten Höhe runterfällt oder der Kletterhelm die Steine, die sich immer mal aus einer Wand lösen oder vom Vordermann losgetreten werden usw..


Nun ist der Mensch aber auf der anderen Seite von Natur aus irrsinnig schlecht in Statistik. Unsere statistische Risikobewertung der Umwelt ist darauf ausgelegt, Dinge die um uns herum passieren in den Kontext unseres Weltbildes zu setzen und dieses ggf. abzuändern. Wir sind uns z.B. bewusst, dass Autofahren eine gefährliche Sache ist. Wir schnallen uns an, achten beim Autokauf auf passive Sicherheit, kaufen Kindersitze usw.. Auf der anderen Seite missachten wir aber das Risiko bei einem Haushaltsunfall zu sterben. Die Letalität ist aber in beiden Fällen ähnlich hoch (ca. 6.500 Tote p.a. in .de -> pi*Daumen ein Risiko von 1:12.500). D.h. obwohl wir eigentlich genausoviel Angst vor dem Frühjahrsputz haben müssten, wie vor der Fahrt zur Arbeit, scheint für uns das Autofahren eher gefährlich, der Haushalt eher ungefährlich. Um den Haushalt gefährlich erscheinen zu lassen müsste zum einen diese Statistik stärker publiziert werden und zum anderen noch ein Fall in unserem nähren Umfeld an uns herangetragen werden. Ich bin mir sicher, jeder kennt jemanden aus seiner nähren Umgebung, der schon mal in einen Autounfall verwickelt war. Genauso wahrscheinlich ist es aber, dass man jemanden kennt, der schon mal in einen Haushaltsunfall verwickelt war. Nur werden letztere nicht in gleicher Weise an die große Glocke gehängt.


Und hier greift jetzt das Glaubenssystem "Fahrradhelm". Eine Gruppe von Fahrradfahrern fährt mit Helm und suggeriert damit zwangsläufig, dass es sich um eine gefährliche Tätigkeit handelt, d.h. unser (unzulänglicher) Sinn für statistische Risikobewertung ist geweckt. Und anschließend kommt noch die Verstärkung von denjenigen Helmfahrern hinzu, die stürzten und anschließend meist ohne eine genaue Auswertung behaupten, der Helm hätte sie vor Schlimmerem bewahrt (siehe auch Erichs Kommentar dazu). Hingegen hört man von all denen nichts, die zwar gestürzt sind, aber keinen Helm trugen (s. hier).


Insofern haben wir hier zwei falsche Meme, die sich aber gegenseitig verstärken und somit ihr Überleben sichern. Mem-1 sagt, dass Fahrradfahren gefährlich ist (was es aber de facto nicht ist, sondern Frühjahrsputz ist 10x gefährlicher), Mem-2 sagt, dass man es durch einen Helm (dessen Wirksamkeit weder genau spezifiziert noch nachgewiesen ist) ungefährlicher wird (obwohl ein gesehener Helm unterschwellig zu der Annahme verleitet es sei gefährlich).


Insofern vermute ich, dass sich der Fahrradhelm immer mehr und mehr durchsetzen wird, da es sich hier um ein System mit positivem Feedback handelt, je mehr Helmfahrer, desto gefährlicher erscheint das Radfahren, umso eher sind Menschen bereit sich vor dieser Gefahr zu schützen, was in noch mehr Helmträgern resultiert.


Nur noch zur Klarstellung: Ich spreche dem Fahrradhelm in keinster Weise seinen Sturzschutz ab, d.h. er kann vor kleineren Verletzungen wie Platzwunden o.ä. schützen. Auch will ich niemanden verleiten mit oder ohne Helm zu fahren, denn es steht mir nicht zu anderen Menschen Vorschriften zu machen. Ich möchte nur bewusst machen, dass das Tragen oder Nichttragen eines Helms aus der persönlichen und möglichst sachlichen Risikoabwägung resultieren sollte und nicht daraus, was wir uns zusammenreimen.


Und btw, ich bin auch Herrn Schwarzers Meinung, dass diese Helme richtig Scheiße aussehen ;-P

PS: Hier auch noch ein netter Radhelmflyer

Montag, April 21, 2008

Gerade im Stadtpark...

Ich hatte das Traurige vergnügen heute Zeuge zu werden, wie ein städteplanerischer Missgriff einen Knie- und einen Fahrradschaden verursachte. Die "Radrampe" auf der das passiert ist, ist im Bild unten dargestellt.

Man stelle sich nun folgendes vor. Eine (alleinerziehende) Mutter fährt mit ihren beiden Kids, die sie in einem Kinderwagenradanhänger chauffiert und kommt nun auf diese Stelle im Park zu. Über die Treppe geht gar nicht, da ihr Drahtesel schon etwas älter war und sie alleine nie den Kinderwagen hochbekommen hätte. Also blieb noch die Rampe. Doch die 90°-Kurve, die irgendein gehirnamputierter Städteplaner hier eingezeichnet hat (evlt. weil sich das so gut mit einem Geodreieck bewerkstelligen ließ), führte dazu, dass das Hinterrad des Kinderwagens an der Metall-Leitplanke (denn die Räder sollen ja nicht auf den Rasen!) hängenblieb und die Frau somit zum Sturz kam. Dabei verbog sich der Kinderwagen, das Hinterrad ihres Fahrrads und nachdem sie auf das Knie gefallen ist, wird sich auch hier ein schönes Hämatom (ähnlich diesem) ausbilden, wenn nicht noch Schlimmeres.

Das bittere an dieser Geschichte ist, dass ich auch schon fast einmal dort gestürzt wäre und das sogar ohne Anhänger. Ein Sturz an dieser Stelle ist sehr schmerzhaft und falls man unglücklich fällt (nämlich auf die gusseisene Leitplanke), so ist ein Knochenbruch vorprogrammiert. Hier hat man offenslichtlich aus rein optischen Gründen eine Fahrradfalle gebastelt, die ihresgleichen sucht, denn sie sieht weit weniger gefährlich aus, als sie ist. Da mag man noch so oft "Hamburg, meine Perle" singen, hier zeigt sich deine dunkle Seite.




PS: Zu helfen war natürlich eine Selbstverständlichkeit, aber angesichts der verfahrenen Situation und der Fahruntüchtigkeit des Rades war alles was ich machen konnte nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Sonntag, April 20, 2008

Neulich beim...

"In vino veritas"

Das mag ja stimmen, obwohl "in vino oblivio" zumindest kurzzeitig auch funktoniert... genauso wie "in vino somnus".

Das Wort zum Sonntag #44

Thema heute:
Welche Religion müssten wir erfinden?

Wie schon in meinem letzten Wort zum Sonntag angeklungen ist, sollte eine Beschäftigung mit dem Universum dazu führe, dass wir uns als Menschheit einander näher kommen. Leider ist dies bzgl. eines Spiritualitätsbedürfnisses auf Dauer nicht ausreichend. D.h. man müsste das Ganze noch in eine metaphysische Hülle stecken und mit einem System versehen. Dies will ich jetzt mal versuchen:

Die Religion, die ich hier vorstellen möchte, hat als Kernaussage, dass die Menschheit als ganzes einen "Astralleib" bildet, d.h. wir sind alle Teil einer übergeordneten Metaebene - selbstredend, dass alle Lebewesen auf der Erde ebenfalls in diese Metaebene eingehen, da wir mit diesen gemeinsame Vorfahren haben. Wie die Zellen eines Körpers oder die Neuronen des Gehirns tradiert jeder Mensch die menschliche Erbinformation sowie dessen Gehirn die menschliche Kulturinformation über die Generationen weiter und weiter. Ziel ist es, möglichst lange in diesem Universum zu existieren, so dass die Menschheit ihr Wissen über dessen Existens in irgendeiner Art und Weise (die wir noch entdecken werden) weitergibt. Dabei ist die einzelne menschliche Existenz zwar unwichtig, aber nicht unbedeutend.

Alle Abläufe innerhalb dieses "Astralleibes" sollten mithilfe kritisch-rationaler Methoden getroffen werden. Dogmen oder andere Denkbeschränkungen schaden dem hehren Ziel des Überlebens als Ganzes (die "Astralleibhypothese" stellt sich dieser auch, wird aber eben aus der rationalen Erwägung aufrechterhalten, dass ein gewisser Bedarf an spirituellem Überbau besteht). So wie sich ein politisches System oder ein Organismus über die Zeit weiterentwickeln kann, so muss sich auch der "Astralleib" weiterentwickeln können. Unumstößliche Schriften stören hierbei nur. Wir haben mittlerweile eine gewisse Fähigkeit erreicht über unser eigenes Leben hinauszublicken, ähnlich wie sich in den ersten Lebewesen lichtempfindliche Schichten oder Augen bildeten. Je besser wir diese Sicht entwickeln, desto mehr müssen wir sie für unsere aktuellen Handlungen berücksichtigen.

Jedes einzelne Individuum innerhalb dieser Metaebene ist wertvoll und es sollte unser Ziel sein die uns umgebenden Teile der Metaebene, sprich, die uns umgebenden Individuen so gut wie möglich zu behandeln bzw. so gut zu behandeln, wie wir auch behandelt werden möchten, da dies ebenfalls das hehre Ziel des langen Überlebens der Menschheit sichern hilft.


Das soweit mal als grobe Skizze und als Diskussionsgrundlage. Was mir jetzt noch in meinem Vorschlag fehlt ist ein vernünftiger Ansatz um spirituelle Erlebnisse (z.B. Meditation) und soziale Veranstaltungen zu integrieren. Ein vernünftiger Name fehlt natürlich ebenfalls. Aber wie gesagt, es darf diskutiert werden...

Neulich, völlig unbegründet...

Es ist doch immer ein gutes Gefühl, wenn sich eine Sorge als unbegründet herausstellt. So habe ich in diesem Artikel bzgl. der Lebensdauer von fernsehkritik.tv geschrieben
Meine Sorge ist allerdings, dass es evtl. nur bei diesen drei Folgen bleiben wird - wäre schade drum.

Nunja, mittlerweile sind es nicht mehr 3, nicht 6, sondern bereits 11 Folgen und die zwölfte ist bereits in Arbeit.

Weiter so!

PS: Sehr sehenswert ist Folge 8, bei der Mario Barth (vielleicht daher ja auch der Ausdruck "der Witz hat einen Barth"?) den ersten Platz in der Top-Ten der schlechtesten Comedians erringt - völlig zurecht, wie ich meine.

PPS: Wer kennt die Titel- und Schlussmelodie von den fernsehkritik.tv Beiträgen? Ich komm da nicht drauf...

Donnerstag, April 17, 2008

Neulich beim Schwurbeln...

Der metaphysische Schwurbler fährt nach Washington und der Spiegel hat nichts besseres zu tun als zu titeln "Benedikt liest Bush die Leviten". Doch schauen wir mal an, was er damit so genau meint:
Es sind Sätze, die viel Spielraum für Interpretation lassen. Doch wer hören will, der höre: "Ich bin zuversichtlich, dass das amerikanische Volk in seinem religiösen Glauben eine wertvolle Quelle der Einsicht finden wird und Inspiration, einen vernünftigen, verantwortungs- und respektvollen Dialog anzustreben im Bemühen, eine humanere und freiere Gesellschaft zu erbauen." Offenbar meint der Papst hier einen Mangel festzustellen. "Die Kirche ist überzeugt,… , dass Demokratie nur blühen kann, wenn die politischen Führer sich von der Wahrheit leiten lassen und ihre Weisheit auf moralische Grundsätze aufbauen." Die verlogene Begründung des Irak-Kriegs - Vizepräsident Dick Cheney und Außenministerin Condoleezza Rice sitzen unter den Ehrengästen in der ersten Reihe - kann damit nicht gemeint sein.
Das jemand in seinem "religiösen Glauben" eine "wertvolle Quelle der Einsicht finden wird" mag ja noch irgendwie plausibel erscheinen, jedoch nicht in dem Zusammenhang "einen vernünftigen, verantwortungs- und respektvollen Dialog anzustreben" und schon gar nicht eine "humanere und freiere Gesellschaft" zu schaffen, da ein religiöser Glaube weder die Vernunft fördert (sondern die Unvernunft), die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen ausblenden kann und nur seiner eigenen Gottesvorstellung und den Mitgliedern seiner eigenen Mischpoke den Respekt zollt, den der katholische Vorbeter hier wohl meint. Eine humanere und freier Gesellschaft wurde genau dann geschaffen, als man es geschafft hat religiöse Mythen zu entzaubern, klerikale Machthaber zu entmachten und der Vernunft den Vorrang vor (palestinischen) Ammenmärchen gab.

Auch bei seinem nächsten Satz merkt man ganz deutlich den Größenwahn Ratzingers, versteht er sich doch als das Sprachrohr von 1,2 Mrd. Katholiken und erzählt Bush wovon "die Kirche" überzeugt ist. Das tolle am katholischen Kirchenrecht ist, dass er mit dieser Einstellung sogar recht hat. Aber hat sich Bush bei seinem Irakkrieg nicht von der "Wahrheit" leiten lassen? Sagte er nicht selbst, dass ihm Gott den Krieg befohlen habe? Die Existens eines solchen mal vorrausgesetzt, wieviel näher an der göttlichen Wahrheit hätte Bush denn noch liegen können? Und wie stark blühte die Demokratie, als Tausende von Soldaten beider Seiten sich im Wüstensand gegenseitig den Kopf weggeschossen haben? Ebenso die "Weisheit" auf "moralische Grundsätze" zu bauen, ist der größte Käse den man vorschlagen kann, denn moralische Grundsätze bedeuten, dass man die Welt in gut und böse einteilen kann. Die richtige Forderung an dieser Stelle wären "ethische Grundsätze" gewesen, da diese zum einen eine Neubewertung zulassen und die Frage nach dem Fair bzw. Unfair stellen. Noch dazu ist das einzige, was man gerade aus der Bibel nicht ableiten kann Demokratie und gemäß der Organisation gerade der katholischen Kirche und dessen Zwergstaat in Mittelitalien auch das, was der (schein)"heilige Vater" will.

Somit hat Paparatzi mal wieder gezeigt, dass er ein Meister des Schwurbelns ist, dass er sich aus ein paar markigen Worten eine Rede zusammenbasteln kann, die das Papier nicht wert ist, auf welchem sie geschrieben steht und dass er immer noch willige Claqueure bei den deutschen Medien findet, deren Angestellte es anscheinend nicht für nötig erachten auch nur 2 Minuten über dessen Geschwätz nachzudenken. Ich muss langsam mein Abo kündigen...

Mittwoch, April 16, 2008

Neulich beim Selbstversuch...

Wie oft kann man wohl ein und dasselbe Lied hintereinander hören?




Zwischenstand: verdammt oft *grml*

Sonntag, April 13, 2008

Neulich bei Bill Maher...

...war Richard Dawkins zu Gast. Nachdem das noch nicht soo lange her ist, nämlich letzten Freitag, denke ich man kann das noch bringen.

Und hier noch die "Rules". Der "katholische" Teil beginnt ca. bei Minute 3:15...


Das Wort zum Sonntag #43

Thema heute:
Warum bin ich machen Religionen egozentrisch?

Eigentlich ist dieses Thema meinem eigenen Egozentrismus geschuldet, denn ein Loch im Fahradschlauch, "Gott sei dank" noch auf den ersten zwei Kilometern, so dass der Rückweg nicht ganz so lange war, hat meinem Sonntagsausflug ein jähes Ende gesetzt. Bei solchen, und natürlich schwerwiegenderen Schicksalsschlägen, taucht unweigerlich die Frage auf "warum passiert das mir?".


Wir bzw. unsere "egoistischen Gene" haben eine ganz natürliche Ichbezogenheit, denn für uns sind natürlich die Fragen "wo bekomme ich etwas zu essen her?" oder "wo finde ich meinen Lebensabschnittsgefährten?" von essentieller Bedeutung (andernfalls wären wir schon ausgestorben). Jedoch werden wir andauernd mit Unwägbarkeiten des Lebens konfrontiert, die wir nicht einordnen können, deren Ursache-Wirkungsprinzip uns lange verborgen war oder noch immer verborgen ist. Warum bekomme ich eine schreckliche Krankheit, warum hat der Sturm die Ernte zerstört und warum habe genau ich das Loch im Reifen.


Jedoch sollte man sich immer dann, wenn man meint, dass es das Schicksal ganz böse mit einem gemeint hat ein paar Bilder von hubblesite.org anschauen, wie z.B. folgendes:



Und jetzt muss man sich das noch so vorstellen: in einem Universum, das so unglaublich groß ist, dass wir es uns nicht wirklich vorstellen können gibt es so viele Sonnensysteme mit Planeten, dass wir uns das genausowenig vorstellen können und zumindest einer dieser Planeten hat eine affenartige Spezies hervorgebracht, die sich darüber zumindest ansatzweise bewußt werden konnte (nachdem vorher 99% aller jemals lebenden Spezies dieses Planeten ausgestorben sind) und ich bin einer davon. Was habe ich doch für ein Riesenglück!


Und nun zum Vergleich, was man von theistischer Seite dazu sagen würde: Was ist das doch für ein toller Gott, der um mich (und alle Mitglieder meiner Glaubensgemeinschaft) diese unvorstellbare Menge an Universum geschaffen hat. Er hat für mich einen ganz speziellen Plan ausgetüftelt und wenn ich hier auf der Erde meine Pflicht erfüllt habe, dann darf ich im Jenseits/Nirwana/Paradies den Rest meiner Tage bis in alle Ewigkeit verbringen. Was habe ich doch für ein Riesenglück!


Und obwohl beide Weltanschauungen mit dem gleichen Ergebnis aufwarten, so führt doch die Erstere dazu, dass man immer bescheidener und zugleich staundender werden sollte, wohingegen die zweite sich selbst bestätigt und zu einer größeren Egozentrik führt. Ein Schicksalsschlag wird zur Prüfung uminterpretiert, ein Hurrikan über New Orleans als gerechte Strafe (innerhalb des Plans des Schöpfers) für die Unzucht und Homosexualität an diesem Ort ausgelegt.


Und so wie die Erkenntnis, dass wir in einer sehr dünnen Bioschicht eines unbedeutenden Planeten in einem unbedeutenden Arm einer unbedeutenden Spiralgalaxie leben und uns dessen bewusst sind, eigentlich alle Menschen mehr zueinander führen sollte, mehr dazu beitragen sollte, dass wir uns gemeinsame Ziele für die nächsten Jahrzehnte (und Jahrhunderte) stecken sollten (was z.B. Anstieg bzw. Rückgang der Weltbevölkerung betrifft), so führt der religiöse Ansatz eines unsichtbaren Planers dazu, dass man sein eigenes Leben als immer wichtiger erachtet und selbst Gräueltaten noch im Rahmen eines göttlichen Plans interpretieren kann.


Für das frühere Überleben von kleinen Gruppen, geplagt von unheilbaren Krankheiten, Erntemisserfolgen und hoher Kindersterblichkeit mag das ja noch eine sinnvolle Herangehensweise gewesen sein, jedoch sollten wir uns mittlerweile geistig so weit emanzipiert haben, dass wir derartige Krücken nicht mehr brauchen. Naja.. wir sollten, aber die Wirklichkeit sieht leider anders aus...

Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wieviel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen.
(Albert Einstein)

Samstag, April 12, 2008

Die po8ische Rezension #10

Gott ist tot - Ronald F. Currie
(Goldmann Verlag - ISBN: 978-3-442-31152-1)

Das ist eine der Rezensionen, bei der ich mir wirklich schwer tue. Zwar hat das Buch einen Titel, der mir sehr gut gefällt und auch die Quelle aus der es kam würde die Bewertung stark nach oben treiben, doch leider hat Currie es - wie man in Hamburg sagt - ziemlich verbaselt. Das Buch hat einen sehr zwiespältigen Eindruck in mir hinterlassen, v.a. deswegen weil gute Ansätze nicht konsequent zu Ende gedacht wurden. Und auch wenn der Weg das Ziel sein mag und in englischer Literatur das Wie des Erzählens einen größeren Stellenwert genießt, als das Was, das man erzählt hat, so rettet es das Gesamtwerk doch nicht vor der Mittelmäßigkeit.

Leseprobe:
Aber wir schrieben schlechte Zeiten, das Ende eines Jahrzehnts wirtschaftlicher Krisen mitsamt den dazugehörigen sozialen Misständen: Massenarbeitslosigkeit, ein besorgniserregender Anstieg bei Drogenmissbrauch, häuslicher Gewalt und Eigentumsdelikten, dazu Rassenunruhen, Arbeitskämpfe und, im Zuge der mittlerweile legendären Übernahme des Veteranen-Hospitals in Cleveland durch erboste Golfkriegs-Heimkehrer, organisierte und gewalttätige Insubordination.
Dann erfuhr die Welt von Gottes Tod im Sudan. Soweit sich die Vorfälle rekonstruieren ließen, hatte er menschliche Gestalt angenommen, um den bewaffneten Konflikt zwischen der islamischen Regierung des Sudan und dem christlichen Nuer-Stamm im Süden hautnah mitzuerleben. Er hatte versucht, mit einer Gruppe von Nuer-Flüchtlingen nach Kenia zu gelangen, un sich dabei in einem Nato-Draht-Zaun verfangen, der an ein Minenfeld angrenzte. Ein paar der anderen wollten ihn befreien, mussten aber fliehen, als Kampfflugzeuge der Regierung sie bombardierten. Sein Leichnam, von Dieben nackt ausgezogen und von der Äquatorsonne versengt, wurde nahe der Grenzstadt Kapoeta aufgefunden.
Sein Tod, dieser eine kleine Tod unter Tausenden, wäre unbemerkt geblieben, hätten nicht ein paar Wildhunde, die von seinem Kadaver fraßen, plötzlich begonnen, einen Mischmasch aus Griechisch und Hebräisch zu sprechen und auf den Wassern des Weißen Nils zu wandeln, als wäre er aus Glas.
Die Nachricht vom Tod Gottes, wie könnte es anders sein, traf die Welt wie ein Keulenschlag. Eine Welle von Panik, gesellschaftlichem Aufruhr und allgemein schlechtem Benehmen schwappte über den Erdball. Das Kriegsrecht wurde ausgerufen, und in allen größeren amerikanischen Städten ging die Nationalgarde in Stellung. Die Selbstmordrate bei Nonnen und Geistlichen nahm epidemische Ausmaße an, ebenso wie die Gier nach Seelentröstern wie Kinderschokolade und Yes-Torties, die zu Ladenplünderungen im großen Stil führte. Die meisten, ich inbegriffen, glaubgten das Ende nahe, und eine Zeitlang versteckten wir uns in unseren Häusern, schreckhaft und geduckt, jeden Moment darauf gefasst, mit einem Knall in Fetzen gerissen oder stillschweigend ausgelöscht zu werden.
Und dann geschah etwas Seltsames: gar nichts. Mit der Zeit gestanden wir uns ein, dass die Sonne unverändert morgens auf- und abends unterging, dass die Gezeiten immer noch pünktlich wechselten und dass wir und alle, die wir kannten (die meisten jedenfalls) nach wie vor quicklebendig waren. Fernsehkommentatoren und selbsternannte Experten sonderten Theorien in Hülle und Fülle ab, aber unterm Strich - und die Mehrzahl begriff das intuitiv - sah es einfach so aus: Gott hatte die Welt erschaffen und sie auf ihre Bahn gesetzt, und in dieser Bahn zuckelte sie weiter, auch wenn er nun nicht mehr da war und Ordnung hielt.

Aus der Leseprobe wird auch schon mein größter Kritikpunkt deutlich, denn ich bin der Meinung, dass sich Currie nicht wirklich fundiert mit dem Gottglauben auseinandergesetzt hat. Denn wieso z.B. sollten die Wildhunde Hebräisch sprechen? Ginge es wirklich um die Gegebenheiten am Beginn unserer Zeitrechnung in Palestina, so müsste zumindest Aramäisch die Sprache der Wahl sein. Weiters unterstellt Currie mehr oder weniger stillschweigend den christlichen Gott ohne auf das Problem mit dem Judentum einzugehen. Ebenso geht er nicht im Geringsten darauf ein, wie Gott denn "Ordnung gehalten" hätte.

Das Buch wirft in meinen Augen mehr Fragen auf, vor allem Fragen, was sich der Autor denn dabei gedacht hat. Andererseits umschmeichelt er den Leser mit einem kurzweiligen Schreibstil und teilweise genialen Einfällen für die unterschiedlichen Szenairen, die er anführt, aber selten befriedigend abschließt. Dem Autor ist anscheinend immer wichtiger, wie er etwas erzählt, anstatt was er erzählt. Insofern kann ich dieses Buch eigentlich nur dem empfehlen, der an religionskritischer Literatur so ziemlich alles gelesen hat und sich einfach langweilt.

4 von 8 möglichen Punkten

Donnerstag, April 10, 2008

Die po8ische Rezension #9

Der Herr ist kein Hirte - Christopher Hitchens
(Karl Blessing Verlag, ISBN: 978-3-89667-355-8)

"Religion vergiftet alles", das ist das zentrale Thema von Hitchens Buch und man gewinnt auch den Eindruck, dass er recht haben könnte. Seiner allseitsbekannten Eloquenz, die er bei verschiedenen Debatten, die auch auf youtube verfügbar sind, unter Beweis stellte, wurde durch die deutsche Übersetzung kein Abbruch getan und so kann man Argument für Argument verfolgen, wie Hitchens Argument Kapitel für Kapitel belegt wird. Klar, dass man bei ihm, wie aus seinen Debatten bekannt, mit scharfen Formulierungen zu rechnen hat.

Hitchens ist keiner, der ein Blatt vor den Mund nimmt und so nennt er z.B. die Beschneidung, wie sie von Juden oder Muslimen praktiziert wird, eben auch eine Verstümmelung. Er ist (wie auch ich) der Meinung, dass das Neue Testament eigentlich alles noch schlimmer statt besser gemacht hat und sieht, wie Dawkins auch, die Kinder durch dieses "Gift" misshandelt.

Leseprobe:
Auch die anderen menschgemachten Dummheiten und Grausamkeiten der Gottesgläubigen sind schnell festgemacht. Die Folter ist so alt wie dei Garstigkeit der Menschheit, ist der Mensch doch die einzige Spezies mit der nötigen Fantasie, sich vorzustellen, wie es sich anfühlt, wenn man jemand anderem etwas antut. Wir können der Religion diesen Impuls nicht vorwerfen, aber wir können sie dafür verurteilen, dass sie die Folter institutionalisert und perfektioniert hat. Die Mittelaltermuseen Europas von Holland bis in die Toskana sind vollgestopft mit Instrumenten und Geräten, mit denen fromme Männer austesteten, wie lang sie einen Menschen am Leben erhalten konnten, während er über dem Feuer briet. Wir müssen hier nicht weiter ins Detail gehen, doch es gibt sogar religiöse Bücher, die in diese Kunst einführen und zeigen, wie man mittels Schmerz Ketzerei aufspürt. Wer nicht das Glück hatte, sich an einem Autodafé zu beteiligen, also einem "Glaubensgericht", wie die Folter auch genannt wurde, durfte sich nach Gutdünken Schauermärchen und Albträume ausdenken und sie dem unwissenden Volk verbal verabreichen, um es in einem Zustand permanenter Angst zu halten. In einer Ära, in der es so gut wie keine öffentlichen Vergnügungen gab, entsprach eine nette öffentliche Verbrennung oder das Verstümmeln und Rädern von Menschen in etwa der Dosis an Zerstreuung, die man dem Volk vonseiten der Kirche zu gestatten wagte. Nichts macht deutlicher, dass die Religion vom Menschen erschaffen wurde, als das kranke Hirn, das sich die Hölle ausdachte, dicht gefolgt von dem arg beschränkten Hirn, dem nichts Besseres einfiel, als den Himmel als Ort weltlicher Behaglichkeit oder ewiglicher Langeweile zu beschreiben.
Schon die vorchristlichen Höllen waren sehr unangenehm und vom gleichen sadistischen Einfallsreichtum gezeichnet. Einige der früheren Höllen, die uns bekannt sind - hier vora llem die der Hindus -, hatten eine zeitliche Begrenzung. Ein Sünder wurde beispielsweise zu einer bestimmten Anzahl von Jahren in der Hölle verurteilt, wo jeder Tag sechstausendvierhunder Menschenjahren entsprach. Hatte er einen Priester erschlagen, entsprach die Strafe 149504000000 Jahren. Danach durfte er ins Nirvana einziehen, was wohl mit der Vernichtung gleichzusetzen war. Es blieb den Christen vorbehalten, eine Hölle zu erfinden, aus der es kein Entrinnen gibt - eine Vorstellung, die übrigens auch gern abgekupfert wird: Ich habe einmal gehört, wie Louis Farrakhan, Anführer der häretischen "Nation of Ilsam" mit ausschließlich schwarzen Mitgliedern, der Menge im Madison Square Garden ein entsetzliches Gebrüll entlockte, indem er den Juden voller Verachtung zurief: "Und denkt daran - wenn Gott euch in die Öfen steckt, dann AUF EWIG!"

Hitchens nahm in Kauf, dass im, ob seiner - im Vergleich zu Dawkins - umfangreicheren Islamkritik, der eine oder andere beschränkte Mullah eine Fatwa verehre. Ein umfangreiches Buch in dem argumentativ aber nicht undifferenziert Tacheles gesprochen wird.

8 von 8 möglichen Punkten

Tantum religio potuit suadere malorum. (So viel Übel vermochte die Religion
den Menschen einzureden.)

Lukrez, De rerum natura

Mittwoch, April 09, 2008

Neulich in Süddeutschland...

Die Süddeutsche hat einen erfreulich kritischen Artikel zum Dalai Lama herausgebracht und stellt sich damit gegen den in .de vorherrschenden Mainstream, dass es sich bei diesem Kalendersprücherezitierer um eine Art Gottkönig handelt:
Die europäische Philosophie, das westliche Denken, alle Religion ist leider Gottes von der nördlichen Blässe des Gedankens angekränkelt. Keiner hat das deutlicher ausgesprochen als der melancholische Pfarrerssohn Friedrich Nietzsche, wenn er Zarathustra den christlichen Priestern ins Gewissen predigen lässt: "Bessere Lieder müssten sie mir singen, dass ich an ihren Erlöser glauben lerne: erlöster müssten mir seine Jünger aussehen!"

Daran fehlt es den Freunden des Dalai Lama nicht. Viel zu lange mussten die Europäer und die Amerikaner an den "schwarzen Teichen" leben, "aus denen heraus die Unke ihr Lied mit süßem Tiefsinne singt" (Nietzsche). Der Dalailamismus hingegen macht - endlich - gedankenfrei und ist damit die ideale Religion für den daseinserschöpften Westler. Sie verpflichtet den Gläubigen, dem
die Füße schon beim Gedanken an den Jakobsweg wehtun, zu nichts mehr, als sich einen inneren Gebetsraum einzurichten und ansonsten möglichst viel zu lächeln.

Sonntag, April 06, 2008

Neulich beim Landeanflug...

Grml... einmal ist was los am - ansonsten verschlafenen - Hamburger Flughafen und ich war nicht da.

Das Wort zum Sonntag #42

Thema heute:
Wie unterscheidet man Islamisten von gemäßigten Muslimen?

Geert Wilders, ein holländischer Politiker, hat einen Film veröffentlicht, der den Namen "Fitna" (arab. f. "Chaos") trägt und den islamischen Terrorismus in Verbindung zu den jeweiligen Suren und Versen im Koran setzt. Den Video gibt es hier zu sehen, liveleak hatte ihn zunächst wegen Morddrohungen, später wegen Copyrightverletzungen Wilders' von der Plattform entfernt. Einen der wenigen guten Artikel zu dem Film und vor allem zu dem, was mit ihm erreicht werden sollte hat Henryk M. Broder geschrieben:
Wilders ist so "einseitig" wie jeder Dokumentarist, der die Wirklichkeit verdichtet. Sein Film ist so "islamfeindlich" wie die Filme von Michael Moore "kapitalismusfeindlich" sind. Die Feindschaft liegt nicht im Auge des Betrachters, sondern in der Natur des betrachteten Gegenstands. Zu den festen Ritualen, mit denen Sprecher der muslimischen Gemeinden auf die Feststellung reagieren, der Islam sei nicht unbedingt und nicht immer eine Religion des Friedens, gehört die Androhung von Gewalt, falls diese "Beleidigung" nicht zurückgenommen werde - egal ob es sich um den Papst, einen Politiker oder einen Poeten handelt.
Doch soll es heute hier nicht um den Film gehen, sondern um die Reaktion darauf bzw. den Standardspruch, dass man ja den Terror und die Gewalt von Islamisten erkenne, gemäßigte Muslime aber doch friedlich seien und man nicht alle undifferenziert in einen Topf werfen dürfe.

Ich möchte - obwohl im Titel aus Provokationsgründen anders dargestellt - dies eigentlich auf alle Religionsgemeinschaften erweitern, denn wie bei politischen Parteien gibt es immer einen gewissen Anteil von Mitgliedern, die radikaler sind als andere. So teilte man z.B. lange Zeit die Gründen in "Fundis" und "Realos" ein, die SPD hat ein linkes Spektrum, die CDU ein rechtes usw..

Doch wenn man schon so eine Einteilung innerhalb einer Gruppe vornimmt, so sollte man auch Kriterien nennen können, anhand derer sich diese Untergruppen unterscheiden lassen. Somit stellt sich die Frage ab welchem Zeitpunkt ein Gläubiger (z.B. Muslim) der Gruppe der "Fanatiker" (Islamisten) zu zuordnen ist. Die nächste Frage ist, ob wir diese Einteilung im Vorhinein vornehmen können und letztlich welche Tendenz innerhalb des Systems zu erwarten ist.

Bei näherer Beschäftigung mit dem Islam zeigt sich sehr schnell in Bezug auf obige Fragen, dass sich "gemäßigte Muslime" von ihren fanatischen Brüdern v.a. dadurch unterscheiden, dass sie sich oft unislamisch verhalten. So achten z.B. gemäßigte Muslime in .de viele der Menschenrechte, obwohl diese der Sharia diametral entgegenstehen. Man könnte somit folgende Faustformel aufstellen, dass je "unislamischer" ein Mensch ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er der Gruppe der radikalen Gläubigen angehört. Somit wird den gemäßigten Muslimen seitens der Islamisten zurecht vorgeworfen, zu wenig "muslimisch" zu sein.

Kann nun aber im Vorhinein beurteilt werden, wer ein potentieller Islamist ist? Ich denke nein, denn selbst wenn jemand als gemäßigter Gläubiger seine Glaubenskarriere beginnt, so birgt diese immer die Gefahr den Gläubigen zu radikalisieren. Umgekehrt besteht natürlich genauso die Möglichkeit, dass ein radikalisierter Gläubiger wieder vom Glauben abfällt. Letztendlich kann man a priori nur sagen, dass die Islamisten eine echte Teilmenge der muslimischen Glaubensgemeinschaft (auf die starke Diversifikation will ich hier mal nicht eingehen - die größte homogene Gruppe hat 12 Millionen Mitglieder) darstellen. Somit gilt: Jeder Islamist ist ein Muslim aber nicht jeder Muslim ist ein Islamist. In ähnlicher Weise verhielt es sich im dritten Reich: nicht alle Mitglieder der NSDAP waren Kriegsverbrecher, aber alle Kriegsverbrecher Mitglieder der NSDAP.


Und letztlich noch die Frage, welche Tendenz innerhalb des Systems zu erwarten ist. Nun, wenn man andere Glaubensrichtungen wie z.B. die Catholica betrachtet, so unterliegen die Strömungen zwei Faktoren, zum einen dem allgemeinen Zeitgeist (so schwammig dieser Begriff auch ist) und zum anderen der Macht innerhalb des politischen Systems. Im Mittelalter, als die Macht der katholischen Kirche groß war und durch jahrhundertelange Verdummung der Zeitgeist ebenfalls "katholisch", hat sie mit Inquisition, Kreuzzügen und Verfolgungen Andersgläubiger eine ihrer hässlichsten Fratzen gezeigt. Als der "Zeitgeist" in der Renaissance wieder humanistisches Gedankengut der Antike aufgriff, erfolgten die ersten faktischen Anpassungen, das System blieb aber vom Prinzip her das gleiche (und ist es heute noch!). D.h. sollten Machtposition und Zeitgeist es wieder erlauben, so fällt auch die katholische Kirche wieder in die mittelalterliche Barbarei zurück - wie z.B. in Kroatien unter Pavelic geschehen.


Ähnlich verhält es sich mit dem Islam. Dort wo er politisch und aus der Sicht des Zeitgeistes schwach ist (wie z.B. in Westeuropa), halten sich seine Auswirkungen in Grenzen, selbst radikalere Gläubige tolerieren den einen oder anderen aufklärerischen Wert (z.B. Gleichberechtigung von Mann und Frau). In islamischen Ländern, mit einer starken politischen Macht des Islams, verbunden mit einem starken islamischen Zeitgeist, beobachtet man eine Stagnation in bezug auf Aufklräung, Humanismus und freiheitlichem Denken.


Insofern bin ich der Meinung, dass "man" Islamisten (oder radikalisierte Gläubige) nicht von gemäßigten Gläubigen unterscheiden kann. Dies hat zur Folge, dass die einzigen, die solche Leute erkennen könn(t)en, die Mitglieder der jeweiligen Gruppe sind. Solange diesen Gemäßigten aber nicht bewusst ist, dass sie durch ihre eigene Handlungsunfähig oder -willigkeit eben diesen Elementen, die nicht nur anderen Weltanschauungsgemeinschaften schaden wollen sondern in nächster Konsequenz auch die eigene miskreditieren, ein Biotop, einen sicheren Hafen bieten, aus welchem diese geschützt und unbehelligt agieren können, solange hat "man" gegen Islamisten bzw. radikale Gläubige keine Chance.
Die Hand, welches das Schwert führt und würget, ist nicht mehr Menschen Hand, sondern Gottes Hand, und nicht der Mensch, sondern Gott hänget, rädert, enthauptet, würget, krieget.
(Martin Luther)

Samstag, März 29, 2008

Neulich im Sandkasten...

Spiegel-online schreibt:
Nach monatelangem - vergeblichem - Warten auf den Weltuntergang haben sieben russische Sektenmitglieder ihre Höhle verlassen. Mehr als zwei Dutzend weitere Anhänger halten sich noch in dem Erdloch versteckt - darunter auch Kleinkinder.

Was ich mich bei solchen Berichten immer frage ist, wieso die Mitglieder von Weltuntergangssekten immer auf die Idee kommen in einem Erdloch einen Weltuntergang zu überleben. Eigentlich ist man doch in einem solchen Loch (mal ganz abgesehen davon, dass es dreckig ist und die sanitären Regelungen auch recht kompliziert sein müssen) vor überhaupt nichts geschützt, außer, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt. Wieso verkriechen sich diese Spinner nicht in einen Atombunker mit Verpflegung für mehrere Jahre? Wieso wandern sie nicht auf eine kleine, nicht-atombombenverseuchte Pazifikinsel aus? Wieso ein Erdloch?

Vielleicht liegt es ja daran, dass der Mensch im Zustand geistiger Umnachtung (schön auch wieder zu sehen, dass man die eigenen Kinder mit dem Wahnsinn ebenfalls infizierte) wieder zu seinen Ursprüngen zurrückkehrt und es seinen Vor-vor-vor-vorfahren nachmachen will, die sich damals ja auch in der Erde verkrochen haben. Eine bessere Erklärung fällt mir leider nicht ein.

Sonntag, März 23, 2008

Das Wort zum Sonntag #41

Thema heute:
Warum eigentlich "Würdenträger"?

Wer kennt es nicht, Meldungen die Anfangen wie "die Würdenträger der XY Kirche haben sich zusammengefunden" etc.blablubb. Das interessante dabei ist, dass wir kritiklos hinnehmen, so hier jemand ohne ersichtlichen Grund als "Würdenträger", also als Person, die eine "hohe, ehrenvolle Stellung bekleidet" (DWDS), bezeichnet wird.

Doch woher kommt die irrige Annahme, dass die Vertreter einer Religion besonders ehrenvolle Stellungen bekleiden? Unter normalen Umständen belächeln wir z.B. einen Mann, der in Frauenkleidern herumläuft, in Bezug auf Religion aber begegnen wir einem solchen Typen mit "Respekt". Doch dies resultiert einzig und allein aus der Tatsache, dass die klerikalen Transvestiten ihre Parade - im Gegensatz z.B. zum Christopher-Street-Day - mit einem unglaublichen Ernst durchziehen.

Während eines Gottesdienstes oder einer Prozession wird nicht gelacht. Spaß, Humor oder Lebensfreude müssen draußenbleiben, denn zerstörte man einmal den Nimbus des "Heiligen", des "Würdevollen" oder "Ernsthaften", so könnte die Schar der Gläubigen vielleicht draufkommen, dass die Handlungen totaler Blödsinn sind. Jemand der morgens seine Cornflakes mittels eines griechischen Zauberspruchs in den Leib von Julius Caesar verwandelt empfinden wir als durchgeknallt. Jemand der am Sonntag einen Keks mittels eines lateinischen Zauberspruchs in den Leib Jesu Christi verwandelt, den betrachten wir als Würdeträger?

Viele religiöse Handlungen sind einfach lächerlich, manche (wie z.B. die Beschneidung) sogar gefährlich. Trotzdem werden diese toleriert, also geduldet. Doch warum sollte eine Genitalverstümmelung mit mehr "Respekt" behandelt werden, als das Abschneiden des kleinen Fingers? Welche "Würde" liegt im offen praktizierten Antisemitismus bzw. Rassismus z.B. der Muslime oder der Catholica, verglichen mit dem offen praktizierten Rassismus einer Rechtspartei wie der NPD?

Nun, meine Erklärung dafür ist ein vorauseilender Gehorsam verbunden mit einer jahrhundertelangen Gehirnwäsche und Geschichtsfälschung. D.h. jedem wird von Klein auf eingeimpft, dass z.B. das Christentum eine "Religion der Nächstenliebe" sei, obwohl sich das weder aus dessen Schriften, noch dessen Verhalten eindeutig ableiten lässt oder dass Geistliche irgendwie bessere Menschen seien als der nicht-klerikale Rest der hominum sapientium, was sich aber ebenfalls weder aus den Schriften, noch der Geschichte nachweisen lässt - eher sogar das Gegenteil.

Es wird meines Erachtens Zeit, dass man den Herren "Würdenträgern" den Respekt zollt den sie verdienen, nämlich gar keinen.
Je mehr Würde man für eine Sache aufwendet, desto würdeloser ist sie gewöhnlich.
(Karlheinz Deschner)

Samstag, März 22, 2008

Neulich an Ostern...

Rechtzeitig zum Osterfest ist es mir gelungen die Wahrheit herauszufinden:


Verhältnismäßigkeit reloaded...

Der besonderen Aufmerksamkeit Herrn Schwarzers ist es zu verdanken, dass ich eine fehlende Größe aus diesem Beitrag nachliefern kann:

menschliches ego
(zum Vergrößern klicken)

Donnerstag, März 20, 2008

Neulich auf der Bundesstraße...

BAD FALLINGBOSTEL (dpd) - Aus bisher nicht genannten Gründen geht die Polizeidirektion Soltau davon aus, dass in Bezug auf die diesjährigen Eierlieferungen mit beträchtlichen Behinderungen zu rechnen ist. Obwohl die Identität des Osterhasen bis jetzt nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnte, geht Polizeikommissarobermeister Wietprecht davon aus, dass es sich nicht um einen sog. Trittbretthasen handelt.

Mittwoch, März 19, 2008

Neulich bei der Verhältnismäßigkeit...

Neulich beim Tatsachenverdrehen...

Im großen Stil hat die Catholica es immer betrieben, im kleinen Stil wird diese Vorgehensweise jetzt sehr deutlich vom Bistum Regensburg vorgeführt.

Das Bistum Regensburg hat einen wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Pfarrer in einer neuen Gemeinde eingesetzt, in welcher er Zugang zu Kindern hatte und sich an diesen - was für ein Wunder! - wiederum verging. Für jeden Ottonormalverbraucher ist es einleuchtend, dass man bzgl. eines solchen "Seelsorgers" äußerst vorsichtig sein sollte, dem Bistum aber scheint jeglicher gesunder Menschenverstand fremd zu sein.

Dafür wird jetzt medial zurückgeschossen, wie man hier lesen kann:
Stattdessen habe das Gericht damals erklärt, dass es für den Verurteilten keine Einschränkungen für einen allgemeinen pastoralen Einsatz gebe. Das Bistum Regensburg habe "nach bestem Wissen und Gewissen" gehandelt, erklärte der Bischof.

Nach seinem Gewissen mag der Bischof vielleicht noch gehandelt haben, denn in seiner Weltanschauung wird ja mit Kindern recht rüde umgesprungen (sofern sie einmal auf der Welt sind). Jedoch erscheint eine solche Stellungnahme unter der vorliegenden Beweislast mehr als lächerlich.

Ich habe in diesem Artikel bereits darauf hingewiesen, dass das Bistum sehr wohl bescheid wusste und sich gegen die richterliche Empfehlung entschieden hat. Weiters legt auch die aktuelle Strafkammer den Sachverhalt wie folgt dar:
In seiner Urteilsbegründung hatte der Richter auch das Bistum scharf angegriffen. Die Vorgesetzten hätten gewusst, dass der Pfarrer noch in seiner Bewährungszeit entgegen der gerichtlichen Auflagen bereits wieder in Riekofen tätig gewesen sei. Damit habe man ihn in eine "Versuchungssituation" gebracht. "Es ist so, als stellte die Bank einen wegen Unterschlagung vorbestraften Mann als Kassier ein", erklärte der Richter.
Im Prozess war deutlich geworden, dass das Bistum von Anfang an über die Aktivitäten des Priesters in Riekofen Bescheid wusste. In seiner Personalakte fanden Ermittler sogar Zeitungsausschnitte über seine öffentlichen Auftritte. Eine Kommissarin hatte erklärt, der Pfarrer habe bereits 2001 voll die Seelsorge in Riekofen übernommen und Ministrantenausflüge organisiert. Seine Bewährungsfrist - mit der Auflage, keinesfalls mit Kindern zu arbeiten - dauerte aber bis 2003.

Insofern hoffe ich inständig, dass diese Geschichte Herrn Müller den Bischofssstuhl kosten wird. Denn einen Fehler zu machen ist unglücklich, diesen Fehler trotz Warnungen zu machen ist äußerst leichtsinnig und unglücklich, die Verantwortung dafür aber im Nachhinein von sich zu weisen und der Justiz anzulasten ist imho nur mit Vorsatz und bewusster Desinformation zu erklären.

Donnerstag, März 13, 2008

Neulich beim Cyborg...

Der Mensch verwächst mit der Technik, Mikrochips helfen beim Hören, am optischen "Kanal" wird auch experimentiert, doch erst der Selbstversuch einer US-Amerikanerin aus dem Biblebelt zeigt, was noch alles möglich ist (wie man hier lesen kann):

Frau mit Toilette verwachsen
[...]Ihre Muskeln seien bereits verkümmert und ihre Haut mit der Klobrille verwachsen gewesen, dennoch weigerte sich die 35-Jährige vehement ärztliche Hilfe anzunehmen und das stille Örtchen zu verlassen. "Wir brachen den Klositz schließlich mit einem Brecheisen von der Toilette ab und brachten sie dann mit der festgewachsenen Klobrille ins Krankenhaus," sagte Whipple. In einer Klinik in Wichita gelang es Medizinern Frau und Plastik zu trennen.


Die Meldung an sich hört sich ja schon skuril genug an, doch stellen sich mir natürlich ein paar Fragen. Zum Beispiel, wie ein Klo aussieht, an das zwei Jahre lang keine Klobürste herankam oder wie eine Frau aussieht, die sich so lange nicht gewaschen hat oder wo und wie man bei einer solchen Konstellation den WC-Stein einführt anbringt? Obwohl... manche Antworten will man nicht wirklich wissen, oder?

Sonntag, März 09, 2008

Grml... schon wieder ein Ohrwurm...

...der mich, abgesehen von einigen anderen Dingen, vom Wort zum Sonntag abgehalten hat, sry.


Neulich beim Mindestlöhnen...

Wenn man der spiegel-online Eilmeldung Glauben schenken darf, so hat das berliner Verwaltungsgericht beschlossen, dass die von der Regierung beschlossenen Mindestlöhne für Briefzusteller (9,00 Euro (Ost) bis 9,80 Euro (West)) nicht rechtmäßig sind, da "die Regelung ... die Grundrechte der kleineren Zustelldienste [verletze]".

Nun ist das Thema Mindestlohn mindestens so spannend um einen eigenen Blogeintrag zu füllen, jedoch weckte der letzte Absatz des oben verlinkten Artikels meine Aufmerksamkeit, in dem es heißt:

Die Post-Konkurrenten hatten ihre Klage Ende Januar eingereicht. "Es geht hier nicht um Gewinnmaximierung, es geht ums Überleben", hatte der Präsident des Arbeitgeberverbands Neue Brief- und Zustelldienste, Florian Gerster, damals erklärt. Die Post könne wegen ihrer Marktmacht den überhöhten "Monopollohn" leicht auf die Kunden abwälzen, bei der schwächeren Konkurrenz seien hingegen 46.000 neu geschaffene Arbeitsplätze in Gefahr.

Florian Gerster...hm.. das kam mir gleich bekannt vor, klingelte aber nicht sofort, v.a. nicht in Bezug auf Mindestlöhne. Doch wiederum musste ich mich von wikipedia eines Besseren belehren lassen, denn dort heißt es:

Bereits vor seiner Entlassung bekam Gerster aufgrund seiner „Attitüden eines Sonnenkönigs“ (Stern 14/2004) negative Schlagzeilen: Hierzu gehörten der luxuriöse und großzügige Umbau der Vorstandsetage, unangemessene Regelungen in Bezug auf eigene Dienstwagen (Nutzung von drei Dienstwagen) sowie ein offenbar großspuriger und arroganter Umgang mit den Mitarbeitern, z.B. angebliches absolutes Vorrecht der Aufzugsnutzung. Auch wurde moniert, dass Gerster nicht die Dienstwohnung der BA im Villenviertel Erlenstegens bezog, sondern sich in das Hilton Hotel Nürnberg einmietete. Ein weiterer Vorwurf war, dass Gerster sich ein Jahresgehalt von ca. EUR 250.000 zusichern ließ, das in etwa doppelt so hoch war wie die Besoldung Jagodas. Nach seiner Entlassung bezog Gerster immer noch Zahlungen aus seiner Tätigkeit bei der BA. Dies hatte er sich vorher vertraglich entsprechend zusichern lassen.

Somit hat Herr Gerster den von Jagoda definierten Mindestlohn von (geschätzten) 62,50 €/h auf 125 €/h hochgesetzt - und das auf Kosten der Steuerzahler. Wenn es Herrn Gerster vor allem ums Überleben geht, so meint er damit wohl sein eigenes Überleben als Vorsitzender des o.g. Verbandes, der es nicht einmal für nötig hält seine eigene Finanzlage auf der Homepage des Verbandes zu veröffentlichen, aber scheinbar ganz genau weiß, wieviel bzw. -wenig man in .de verdienen kann ohne dabei draufzugehen.
Insofern wieder mal ein Beweis dafür, dass der alte Spruch noch immer seine Richtigkeit hat, gemäß dem es sich mit voller Hose wahrlich gut stinken lässt - stimmt's Florian?
Das Geld, das man besitzt, ist das Instrument der Freiheit; das Geld, dem man nachjagt, ist das Instrument der Knechtschaft.
(Jean-Jacques Rousseau, Philosoph, 1712-1778)

Samstag, März 08, 2008

Neulich im argumentativen Kindergarten...

Die katholische Witzseite titelt (mal wieder) "Fast 5.000 Kindergartengruppen ausgelöscht" und jedem normal denkenden Menschen kommen sofort Bilder einer Grippe- oder Salmonellenepedemie in den Sinn, vielleicht auch ein großangelegter terroristischer Anschlag. Doch weit gefehlt, es geht (mal wieder) um das Lieblingsthema christlicher Gruppen: die Abtreibung bzw. die Position gegen diese. So schreibt kath.net weiter:

Monika Hoffmann, CDL-Medienbeauftragte der Christdemokraten für das Leben, erklärt: „Es ist schizophren: Die Schaffung neuer Krippenplätze ist in aller Munde. Gleichzeitig belegen die Abtreibungszahlen von 2007, dass die Kinder von fast 5.000 Kindergartengruppen fehlen werden, weil sie vor ihrer Geburt im Mutterleib getötet wurden.“
Die Politik schweige dazu, kritisiert sie. „Und sie bringt jene zum Schweigen, die das Abtreibungsunrecht beim Namen nennen. Von einem wirksamen Lebensschutz, wie er der im Grundgesetz festgeschriebenen unteilbaren Menschenwürde entspricht, kann in Deutschland keine Rede sein.“
Hier kann man wieder sehr schön erkennen, dass es sich lediglich um die Variation des Arguments des "Potentials" handelt. 130.000 getötete Embryonen haben das "Potential" einmal 5.000 Kindergartengruppen zu füllen. Diese haben auch das Potential 130.000 neue Einsteins zu werden oder 130.000 neue Adolf Hitlers. Weiters haben erwachsene zeugungsfähige Mütter durch Nichtvollzug des Geschlechtsverkehrs (und der daraus resultierenden monatlichen Blutung) das "Potential" von soundsovielen Babys im letzten Jahr verhindert - mich wundert es, dass es noch keine christliche Gruppe gibt, die Geschlechtsverkehr zu den fruchtbaren Tagen vorschreiben will um ja kein "potentielles" Kind zu verpassen.

Man kann es gar nicht oft genug betonen: das (Pseudo)Argument des "Potentials" hilft in dieser Diskussion überhaupt nicht weiter.

Weiters läuft aber diese ganze Anti-Abtreibungs Agitation nur darauf hinaus, dass man Stimmung gegen Abtreibung (und Abtreibende) machen will sowie den Abtreibenden ein schlechtes Gewissen einzuimpfen. Und dies geschieht z.B. mit dem im Artikel verlinkten Video. Hier werden schöne Bilder von bereits geborenen Kindern mit schöne Musik unterlegt, nach dem Motto: das habt ihr alles vernichtet.

Dabei ist das so nicht richtig: ca. 70% aller Schwangerschaften enden bereits so früh, dass die betroffenen Frauen davon gar nichts mitbekommen - welch irrsinniges "Potential" das die Natur hier ganz ohne menschliches Zutun vernichtet! Ebenso ist etwas, nur weil es menschlich aussieht, noch lange kein Mensch.

Auch wenn das folgende nicht als Beweis oder Beleg herhalten kann, so kenne ich keine Frau, die sich die Entscheidung um eine Abtreibung (egal welcher Konfession sie angehört) leichtgemacht hätte. Ferner kann man davon ausgehen, dass eine Frau, die ohne Zweifel und (wie so oft von christlicher Seite heraufbeschworen) gewissenlos abtreibt, wahrscheinlich auch keine gute Mutter wäre. Nun mag es diese zweifellos geben, wie es auch den einen oder anderen Massenmörder oder Kinderschänder gibt, jedoch ist dies bestimmt nicht (wie ebenfalls ad nauseam von christlicher Seite als Strohmann aufgebaut) die Regel, denn - und das kann man nun schon als Beleg durchgehen lassen - die Menschheit wäre mit dermaßen vielen Rabenmüttern überhaupt nicht so weit gekommen.

Was wir dringend brauchen sind unideologisch geführte Debatten, was uns als Menschheit das Überleben sichern kann und hierzu gehören meiner Meinung nach Stammzellenforschung und eine globale "Bevölkerungsplanung" (also dass wir uns mal ernsthaft fragen, wieviele Menschen dieser Planet überhaupt vertragen kann und wie wir hier gute Lösungen finden können). Sinnfreie Sprüche wie der folgende bringen uns nirgendwohin:
Abtreibung ist ein schlimmerer moralischer Skandal als der sexuelle Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester.
(Der australische Erzbischof George Pell beim Weltjugendtag in Toronto, 2002)

Donnerstag, März 06, 2008

Neulich beim Freispruch...

Das Ferkelbuch ist wieder frei!
Nun ist es gewissermaßen „amtlich": Auch Kinder dürfen über religiöse Aussagen, die ihnen komisch erscheinen, lachen. Nach einer einstündigen Anhörung von Autor, Illustrator und Verleger hat die Bundesprüfstelle entschieden, dass das religionskritische Kinderbuch „Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine Ferkel" nicht als jugendgefährdend anzusehen sei. Mit der Entscheidung wurde der Indizierungsantrag des Bundesfamilienministeriums zurückgewiesen, das unterstellt hatte, das Buch sei „geeignet, Kinder und Jugendliche sozial-ethisch zu desorientieren".

Weiter auf hpd...

Mittwoch, März 05, 2008

Neulich bei der Parade...

JLT hat sich die unglaubliche Mühe gemacht und eine Blogparade in ihrem Blog gehosted, an der teilzunehmen ich die unglaubliche Ehre habe.

Viele tolle Links, viele tolle Blogs, aber was rede ich... selber lesen ist doch viel lustiger ;-)

Dienstag, März 04, 2008

Neulich bei der Exhumierung...

Ein "kaum verwester" Leichnahm Pater Pios und schon frohlockt der Episkopat. Seltsam, natürlich nur für den Skeptiker, wieso speziell diese "heiligen" Persönlichkeiten immer in einem verschweißten Bleisarg beerdigt werden, der die Verwesungsvorgänge extrem beeinflusst. Seltsam auch, dass speziell Geistliche diese Art von nekrophilen Phantasien entwickeln und sich auch nicht scheuen Leichen und Gebeine in Kirchen auszustellen, anstatt ihnen ihre Ruhe auf einem Gottesacker zu gönnen. Und am allerseltsamsten, dass so gut wie nie ein Wissenschaftler anwesend sein darf ist, der diesen ganzen Hokuspokus in die Schranken weist.

Meiner Meinung nach ist die (speziell katholische) Leichenfledderei eine echte Scheußlichkeit vor dem Herrn und der Reliquienschwindel sowie die Wallfahrerei zeigt ganz genau den ökonomischen Ansatz, der hinter allem steckt, was die Kirche anfasst.

Es gibt den Menschen guten Willens zu denken, daß eine Organisation, die damit prahlt, die wahre Hochreligion und das Gebot der Nächstenliebe zu vertreten, aus ideologischen wie wirtschaftlichen Gründen so viele Kulturen niedermachte.
(Horst Herrmann)

Sonntag, März 02, 2008

Das Wort zum Sonntag #40

Thema heute:
Darf man Religionen gegenüber Vorurteile haben?


Das ZDF hat sich gestern und heute des Ferkelbuchs angenommen und lässt (das sei positiv vermerkt) Gideon Botsch sagen, dass der Antisemitismusvorwurf nicht haltbar sei. Gegen Ende des Beitrags allerdings meint Botsch, dass das Buch Vorurteile gegen Religionen schüre und die zivilisatorische Funktion nicht berücksichtige.

Nun stellt sich natürlich die Frage ob prinzipielle Vorurteile gegen Weltanschauungen angebracht sind oder nicht. Ist es vernünftig gegen eine Religion, wie z.B. das Judentum, Vorurteile zu haben, wenn man weiß, dass dieses bestimmt kleine Kinder zu beschneiden und deren Schniedel von einem Mohel anschließend abgeschlecken zu lassen? Ist es vernünftig gegen eine Gruppe von Leuten Vorurteile zu haben, die zwar objektiv nur einen Keks, dem Wesen nach aber ihren Gott, jeden Sonntag in einem "heiligen Mahl" zu sich nehmen?

Es ist ein natürliches Verhalten ungewöhnliche, sinnlose oder unlogische Praktiken eher zurückzuweisen, als diese kritiklos anzunehmen. Die Vorurteile gehören genauso zum Menschsein, wie Empathie oder der Fortpflanzungstrieb, weil diese ein besseres Überleben gewährleisteten. Nun war es früher so, dass andere Weltbilder sich nur äußerst langsam verbreiten konnten. Die längste Zeit war man dafür auf Reisende oder Schriften angewiesen, die nur langsam transportiert und - was die Schriften betrifft - in den seltensten Fällen gelesen werden konnten, weil die Analphabetenrate unglaublich hoch war.

Heute allerdings werden wir mit Weltanschauungen nur so bombardiert. Der Besuch des Dalai Lama, des selbsternannten Gottkönigs (lt. eigener Ansicht Herrscher über die ganze Welt!), hier, der Papstbesuch (lt. päpstlicher Vorstellung der Vertreter aller Christen!) da, an anderer Stelle wieder Muslimische Gruppen (deren größte homogene Gruppe weltweit 12 Millionen Mitglieder zählt), die behaupten "Islam" bedeute Frieden (obwohl es in Wirklichkeit "Unterwerfung" bedeutet) usw.usf..

Darf man sich nun das Vorurteil erlauben, dass jede Weltanschauung, mit der man konfrontiert wird zunächst einmal Quatsch oder kompletter Blödsinn ist, bis diese das Gegenteil bewiesen hat? Ich denke wir müssen das sogar und zwar aus mindestens zwei Gründen. Erstens haben wir gar nicht die Zeit uns mit jeder Weltanschauung so intensiv zu beschäftigen, bis wir deren Wahrheitsgehalt bewertet, gar noch deren Riten ausprobiert haben, und zweitens kann man deren "positiven Effekt" auf die Zivilisation nur schwerlich beurteilen, da alle Religionen natürlich nur - wer wollte ihnen die PR verdenken - das Positive heraus, die negativen Seiten aber meist unter den Scheffel stellen.

Deswegen empfiehlt es sich einen kleinen Fragenkatalog zur Hand zu haben, der Weltanschauungen auf ihre Sozialverträglichkeit überprüft. Dabei geht es nicht darum, wie sich eine Weltanschauungsgemeinschaft selbst darstellt oder heute empfindet, sondern ob deren Lehre das Potential enthält gegen den Katalog zu verstoßen. Denn die Geschichte hat gezeigt, dass speziell Religionen wie das Christentum, die heute vorgeben friedlich zu sein, es erst dann waren, als sie keine Macht mehr hatten.

Hier nun die (unvollständige) Weltanschauungscheckliste (uVwg*):
Sieht sich die Weltanschauungsgemeinschaft selbst oder aus ihrer Lehre heraus als irgenwie "auserwählt" oder "höherwertig" gegenüber Nichtmitgliedern an?
Wird in den Lehren der Weltanschauung Gewalt gegen Mensch und Tier (z.B. Opfertiere) gerechtfertigt oder glorifiziert bzw. dieser den Vorzug vor einer gewaltfreien Lösung gegeben?
Werden in den Lehren Gedankenverbrechen geahndet und/oder mit profanen Strafen belegt?
Sind in den Lehren nichtüberprüfbare Drohungen enthalten (z.B. Höllendrohung)?
Sind die Weltanschauungsgemeinschaften und deren Lehren intolerant gegenüber Minderheiten (z.B. Homosexuellen) oder Aussteigern?
Steht die Lehre und/oder Organisation mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung im Widerspruch?

Das praktische an dieser Liste ist, dass bereits "ein Kreuz" genügt, um die Weltanschauung als unethisch zurückzuweisen, egal wieviel oder wenig sie im Lauf der Geschichte für die Menschheit getan hat, wie friedlich ihre Gläubigen heute sind, oder was Leute, die diese Anschauung hatten einmal für die Menschheit herausgefunden haben.
Eine Religion, wie immer sie auch beschaffen sein möge, wird sich vor der Lächerlichkeit immer durch 'gute Werke' retten.
(Henry de Montherlant, franz. Dichter)

1: um Vervollständigung wird gebeten

Neulich bei der Schwulenhetze...

Die katholische Realsatireseite hat mal wieder die sinnfreie Hetzpropaganda eines österreichischen Politikers, des Generalsekretärs der Partei "Die Christen", Gernot Steiner, abgedruckt. Wenn man sich das so durchliest, sind wirklich alle "christlichen Tugenden" wie Toleranz und Nächstenliebe enthalten


Jeder christliche Politiker hat die sittliche Pflicht, sich klar und öffentlich gegen die rechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften auszusprechen und gegen einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zu stimmen.
Einen derartigen Gesetzesvorschlag zu unterstützen, ist schwerwiegend unsittlich und ein Verstoß gegen die Pflicht, für die Wahrheit Zeugnis zu geben. Das Gemeinwohl verlangt, die eheliche Gemeinschaft von Mann und Frau als Fundament der Familie, der Grundzelle der Gesellschaft, anzuerkennen, zu fördern und zu schützen.
Die rechtliche Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften oder deren Gleichsetzung mit der Ehe bedeutet, ein abwegiges Verhalten zu billigen und zu einem Modell in der gegenwärtigen Gesellschaft zu machen.

Für mich ist es immer wieder faszinierend zu sehen, wie viele Sorgen sich Christen darum machen was in anderer Leute Betten geschieht. Evtl. liegt das ja daran, dass im eigenen tote Hose herrscht. Es ist für den Lauf der Welt sowas von belanglos, ob es Leute gerne von hinten oder von vorn, ob anal, vaginal oder oral, ob nur Frauen, nur Männer oder eine gute Mischung daraus miteinander Sex haben. Btw, wäre es ein gutes Mittel die Streitereien auf dieser Welt zu beenden, wenn nur mal mehr Menschen miteinander ins Bett gehen würden, anstatt sich gegenseitig niederzuschießen oder in die Luft zu sprengen.

Dem nicht genug, ist diese Christen-Partei natürlich auch gegen all die üblichen Geschichten die aus diesem Lager kommen. Sie sind gegen Abtreibung und Sterbehilfe, wollen die Bestrafung der Blasphemie wieder einführen undsoweiterundsofort. Aber was will man auch von den Menschen anderes erwarten, die sich in ihrem Privatleben freiwillig einem willkürlichen Despoten unterwerfen und dieses Lebensmodell auch noch für andere propagieren.

Am 9. März kann man die Jungs wohl das erste mal in Niederösterreich wählen, doch ich hoffe, dass die Niederösterreicher sich den modifizierten Dopingspruch zu Herzen nehmen:

Keine Macht den Doofen!