Mittwoch, August 06, 2008

Neulich bei der Liebe zur Überwachung...

Dass das Christentum eine Religion der Liebe sei wird ja allenthalben gerne kolportiert, obwohl "Gehorsamskult" wohl eher den Kern der Wahrheit trifft. Nicht nur, dass der (eingebildete) Gott schon eine 24stündige Überwachung aller Menschen vornimmt, nein, natürlich überwachen sich auch die Schäfchen untereienander und werden selbstvernatürlich auch von ihrem Hirten genauestens beäugt. Welche perfiden Züge dies annimmt zeigt ein Fall aus den USA, wo ein (angeblich technikfeindlicher) Priester seinen Gläubigen über das Internet nachrecherierte und die so gewonnenen Informationen in seiner Predigt verwendete (spiegel online & Larknews):
Der eine kauft lieber ein Boot als zu beten, die andere treibt sich in Bars rum und ein Elternpaar weiß nichts von den College-Sünden ihrer Tochter. Wie aus dem Himmel schallen da die Ermahnungen des Pastor Alton direkt ins Herz der Finsternis: "Es war so, als ob der Heilige Geist direkt zu mir gesprochen hätte," staunt der Bootkäufer. Die Bar-Besucherin bittet um Vergebung: "Ich weiß, ich hätte nicht in dieser Umgebung herumlungern dürfen." Die anderen holen ihre arme Tochter heim vom College, um ihr statt Partyskills "Gutes Benehmen" beizubringen.
In seiner Gemeinde gilt der Stalking-Pastor als Technik-Feind. Das World Wide Web nennt er World Wide Waste (weltweiter Müll), die E-Mail schlicht Sündenmail. Doch Alton speichert 170 Bookmarks, surft wöchentlich stundenlang seinen Schäfchen hinterher – um doch noch eines ihrer Vergehen aufzuspüren und in seine Sonntagspredigt einzuarbeiten.
Das scheint zu wirken, die Gemeinde ist baff, glaubt an höhere Mächte. Pastor Alton ist da bodenständiger: "Wenn sie die Verbindung zwischen dem, was sie von sich im Netz preisgeben und dem, was ich sage, nicht hinbekommen, dann könnte ja wirklich Gott zu ihnen sprechen." Jedenfalls behandelten sie Alton nun mit "viel mehr Respekt."

D.h. zukünftig wird man bei Geistlichen, neben dem sexuellen Missbrauch auch noch Stalking auf die Liste der Vergehen setzen, auf die man vermehrt sein Augenmerk richten sollte.

Sonntag, August 03, 2008

Das Wort zum Sonntag #51

Thema heute:
Warum "Inpfkritiker" eher "Krankheitsgläubige" heißen müssten.

Glücklicherweise ist für die meistn Menschen Impfen noch der Normalfall, d.h. man ist sich der Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Impfserum und beimpfter Krankheit bewusst. Das Prinzip ist ja auch recht einfach erklärt. Es gibt Krankheitserreger, welche nach einer "Sonderbehandlung" nicht mehr in der Lage sind die Krankheit hervorzurufen. Von denen wird dem zu Impfenden eine Dosis verabreicht und fertig ist die Laube. Den Rest erledigt das körpereigene Immunsystem, welches schon mal vorsichtshalber sein Equipment auf diese Krankheit hin ausrichtet. Kommt dann tatsächlich mal ein aktiver Vertreter vorbei, so wird dieser schneller eleminiert oder kann sich nicht so entfalten wie er gerne möchte.

Nun gibt es aber selbsternannte "Impfkritiker" bzw. Krankheitsgläubige, die die Faktenlage ignorieren. Gem. deren Darstellung ist es nämlich nicht den Bemühungen der Ärzte zu verdanken, dass die meisten und früher oftmals tödlich verlaufenden Krankheiten so gut wie nicht mehr existenz sind, sondern diese haben sich ihr eigenes System gebastelt welches in groben Zügen so aussieht:

  • Impfen ist böse und unnatürlich
  • Kinder müssen gewisse Krankheiten durchstehen (positiver Effekt)
  • Am Impfen verdient nur die Schulmedizin und die Pharmakonzerne
  • Die Gefahr der Impfnebenwirkungen wird hochgespielt
  • Die Gefahr der impfbaren Krankheiten wird heruntergespielt
Der Kenner merkt gleich, dass es sich hier um eine Variation der Verschwörungstheorie handelt, die (abhängig vom Enthusiasmus des Verschwörungstheoretikers) nicht widerlegbar ist, denn alles kann irgendwie in Zweifel gezogen werden und, als letzten Ausweg, der Raffgier der Ärzte und Pharmazie angekreidet werden. Harte Fakten werden weitestgehend ignoriert, uminterpretiert oder verfälscht.

Hier der Vorher-Nachher Vergleich bei Einführung der Impfung (aus wikipedia):
D.h. wir haben es hier mit einer zeitlich unabhängigen Verbesserung für unzählige Menschen zu tun, die neben temporärem Leid, nämlich der Krankheit an sich, auch Komplikationen und Sterbefälle auf Grund der Erkrankung vermeiden konnte. Die Wirksamkeit von Impfungen ist unter Medizinern unbestritten, was jedoch ein paar Unverbesserliche nicht daran hindert, dies anzuzweifeln. Jedoch stellen sie eben keine eigenen Nachforschungen an, sondern benutzen Statistiken und Beipackzettel um ihren Glauben aufrechtzuerhalten.

Hier kommen wir auch gleich zum stärksten Argument der Impfkritiker: Impfungen haben Nebenwirkungen. Das verwundert nicht wirklich, denn alles hat eine Nebenwirkung, selbst Wasser kann - im Übermaß genossen - zum Tod führen. Für die Masernimpfung lauten die Nebenwirkungen wie folgt:
Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es häufig (bei bis zu 5 % der Impflinge) innerhalb von 1–3 Tagen, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen; gelegentlich auch verbunden mit einer Schwellung der zugehörigen Lymphknoten sowie häufigen Allgemeinsymptomen wie leichter bis mäßiger Temperaturerhöhung (5–15 %), Kopfschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein oder Magen-Darm-Beschwerden. Im Abstand von 5–14 Tagen nach der Impfung können bei etwa 2 % der Impflinge Symptome im Sinne einer leichten „Impfkrankheit“ auftreten: Fieber verbunden mit einem schwachen masernähnlichen Ausschlag. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorüber gehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Komplikationen
Im Zusammenhang mit einer Fieberreaktion kann es beim Säugling und jungen Kleinkind selten einmal auch zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Allergische Reaktionen (meist auf im Impfstoff enthaltene Begleitstoffe wie Gelatine oder Antibiotika) sind sehr selten; über allergische Sofortreaktionen anaphylaktischer Schock) wurde nur in Einzelfällen berichtet. Eine Allergie gegen Hühnereiweiß ist grundsätzlich keine Gegenanzeige gegen die Impfung, da heutige auf Hühnerfibroblasten hergestellte Impfstoffe keinerlei Ovalbumin bzw. nur noch eine kaum mehr nachweisbare und damit nicht signifikante Menge Ovalbumin enthalten. Nach Masern-Erkrankung ist die Masern-Einschlusskörperchen-
Enzephalitis (Krämpfe, Herdsymptome, Halbseitenlähmung) bei schwer Immundefizienten nicht selten. Nach Masern-Impfung sind in der Weltliteratur nur wenige Fälle beschrieben, darunter 1998 die Erkrankung eines Kindes im zeitlichen Zusammenhang mit einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung, bei dem durch Hirnbiopsie Masern-RNA nachgewiesen wurde; die Sequenzierung gestattete die Identifikation als Impfvirus. Die Komplikation tritt 5 Wochen bis 8 Monate nach der Impfung bei schwer immunsupprimierten Individuen auf und verläuft meist tödlich.
Auf Grund unserer miserablen Risikobetrachtungsweise wird jetzt natürlich der eine oder ander sagen, dass ja doch ein Gesundheitsrisiko durch die Impfung besteht. Dies ist auch unbestritten, nur ist das Risiko ohne Impfung an Masern zu erkranken 100%, wohingegen der Horrorverlauf bei einer Masernimpfung nur dann eintritt, wenn man an seinem Immunsystem herumgespielt hat! Die Komplikationen ohne Masernimpfung hat der Assistenzarzt ausführlich beschrieben, deswegen sei hier nur folgender Satz erwähnt:
50% der Kinder mit einem komplikationslosen Verlauf haben anschließend EEG-Veränderungen, soll heißen dass sie potentiell gefährdet sind, Krampfanfälle zu bekommen.
Auch bringt die Impfkritikermeschpoke vor, dass ja unzählige geimpfte Kinder impfschäden davontrugen, welche sie ihren Kindern ersparen möchten. Zu den Impfschäden kann man sich beim Robert-Koch-Institut schlau machen (was diese Impfkritikdeppen aber nicht machen, denn das RKI steckt ja mit der Pharmalobby unter einer Decke und derartige Dokumente sind alle gefälscht). Hier wiederum ein Auszug zum Thema Masern:
In der Öffentlichkeit werden insbesondere Komplikationen nach Verwendung von Masern-Mumps-Rötelnimpfstoff (MMR-Impfstoff) diskutiert. Nur 3% (sieben Fälle) der von sechs Bundesländern gemeldeten Komplikationen betreffen diese Impfung.Ausgehend von einer vorsichtigen Schätzung und bei einer angenommen Durchimpfungsrate für die erste Masern-Mumps-Rötelnimpfung von circa 75 bis 80%, sind in diesen Bundesländern 1,7 bis 1,9 Millionen Dosen Impfstoff im Jahr verimpft worden. Dies entspräche einer maximalen Rate von sieben Komplikationen/16 Millionen Impfstoffdosen. Die berichteten Gesundheitsstörungen dieser sieben Kinder betreffen: eine vollständig ausgeheilte Meningitis, einmal Impfmasern, einen unklaren fortschreitenden Hirnabbauprozess, eine spastische Diplegie und eine Halbseitenlähmung mit Gangstörung (zwei ohne nähere Angaben). Eine nachträgliche kausale Bewertung dieser Ereignisse ist nicht möglich. Systematische Analysen oder Kausalitätsbewertungen anhand der von der WHO definierten Kausalitätskriterien sowie epidemiologische Analysen erlaubt das vorhandene Datenmaterial ebenfalls nicht. (Link)
D.h. bei Prüfung der Faktenlage und unter der Annahme, dass keine weltweite Verschwörung von Millionen von Ärzten und allen Pharmazieunternehmen vorliegt, löst sich die "Impfkritik" in eine reine Luftnummer auf, die meist nur von der Spezies Eltern "geglaubt" wird, die eh schon den ganzen anderen Schwachsinn, wie Homöopathie, Bachblüten, Reiki usw., glauben.

Dabei bleibt festzuhalten, dass sich die "Impfkritiker" als Sozialschmarotzer gerieren, denn sie profitieren von der hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung, sind aber nicht bereit ihren Teil dazu beizutragen und tragen noch aktiv dazu bei, dass diese weiter sinkt. Nachdem es keine gesetzlich vorgeschriebene Impfung gibt, kann man nur auf das Rückgrat der Kindergärtenleitungen und Schulen hoffen, die sich z.B. dafür einsetzen könnten, nur geimpfte Kinder aufzunehmen und zwar mit der Begründung, dass eine beabsichtigte und billigend in Kauf genommene Körperverletzung durch Nichtimpfung in einer Sozialgemeinschaft nicht tolerierbar ist.

Donnerstag, Juli 31, 2008

Neulich beim GynekoScientologen...

Der hpd berichtet in einem mehrteiligen Artikel (wovon erst ein Teil erschienen ist - den zweiten reiche ich dann auch noch nach) über Scientology. Das angenehm überraschende ist, dass hier nicht wie üblich wahllos auf eine Glaubensgemeinschaft eingedroschen wird, sondern differenziert Ross und Reiter bzw. Hase und Igel beim Namen genannt werden:
Wer Scientologen einmal persönlich kennen gelernt hat, kann das nicht bestätigen. Es sind schlicht normale Leute und über Religion hat jeder der Befragten seine eigene Auffassung. Von außen gesehen ist der Glaube der Scientologen ebenso absurd wie christliche, muslimische, jüdische, buddhistische oder andere Religionsmythen. Es handelt sich zudem um eine kleinere Religionsgemeinschaft, die in der Übersicht des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes (REMID) unter „Verschiedene Gemeinschaften / neuere religiöse Bewegungen" aufgelistet wird und nicht zu den größten zählt.



Zu Teil 2 bitte hier klicken

Mittwoch, Juli 30, 2008

Neulich bei der gewagten Hypothese...

Der Fischblog hat vor kurzem eine interessante Geschichte gebracht, dass die meiste Biomasse auf Parasiten entfällt - zumindest verglichen mit anderen Tiergruppen. Das verleitet mich nun zu folgender Annahme:

Gesetzt den Fall man hat es wirklich mit einem Schöpfer des Lebens auf der Erde zu tun, so favorisiert er mit dieser Biomasseverteilung ja klar das Parasitentum. Das geht sogar so weit, dass manch ein Parasit eine Geschlechtsumwandlung am Wirt vornimmt und diesen rücksichtslos zu seinen Zwecken ausbeutet.

Nun stellt in diesem Zusammenhang die Priesterkaste die logische Fortsetzung dieses Parasitentums dar. Sie beuten die Wirte bzw. Gläubigen in Form von Opfertieren oder Kirchensteuer aus, gaukeln diesen etwas vor (was sie ohne die Priester gar nicht nötig hätten) und halten sie in permanenter Abhängigkeit (Beichte, Buße, Zeremonien & eine Heilslehre). Somit wäre dieses Vorgehen zumindest einmal ein Hinweis darauf, dass vielleicht doch was an der Schöpfungsgeschichte dran sein könnte... ;-)

Neulich in der Bullenscheiße...

Auch wenn der Titel anderes vermuten lässt, um Bullenscheiße handelt es sich wirklich nicht was Penn & Teller auf youtube.com zu bieten haben. Dort sind eine ganze Reihe ihrer "Bullshit" Videos vertreten, die ich an dieser Stelle dem geneigten Leser etwas näherbringen möchte. Anzumerken sei noch, dass diese (wie zu erwarten war) auf englisch und für den amerikanischen Zuschauer bestimmt sind, was einen bestimmten Stil nach sich zieht. Nichtsdestotrotz sind diese fast immer sehr unterhaltsam und lehrreich.

Penn & Teller über die Bibel:


Teil 2 / Teil 3

Penn & Teller über Kreationismus:
Teil 1 / Teil 2 / Teil 3

Penn & Teller über Mutter Teresa & andere (Schein)Heilige:
Teil 1 / Teil 2 / Teil 3

Montag, Juli 28, 2008

Neulich im Kinderzimmer...

Kinderspielzeug wird auch immer bescheuerter.... der Transreformator:

Oder Öko-Computerspiele...


Hier kommts her.

Sonntag, Juli 27, 2008

Das Wort zum Sonntag #50

Thema heute:
Ist Atheismus (auch nur) ein Glaube?

Zur Beantwortung der Frage sollte man sich zunächst auf eine Definition von "Glaube" einigen. Glaube im Sinne von vermuten oder Vermutung kann hier nicht gemeint sein. Eine sinnvolle Definition von Glaube im Zusammenhang mit einer Weltanschauung könnte lauten:

Ich halte meine Weltanschauung für wahr und richte mein Leben danach aus.
Nun beinhaltet "Glaube" aber eben auch, dass gewisse geglaubte Parameter erfüllt sind und nicht, dass diese Parameter nicht erfüllt sind. Man kann z.B. einen Ufo-Glauben entwickeln, d.h. man glaubt dass eine Entität "UFO" existiert und diese UFOs irgendetwas machen (z.B. die Welt beobachten, Leute entführen und vergewaltigen, die Weltherrschaft an sich reißen1 etc.) .

Auf der anderen Seite käme aber kein Mensch auf die Idee einen Nicht-UFO Glauben ins Leben zu rufen. Rein semantisch, wäre nämlich ein Nicht-UFO alles außer einem UFO und somit all das, worauf wir uns ohnehin einigen können, denn ein Fernseher ist sicher ebensowenig ein UFO, wie ein Auto oder ein Wäschetrockner.

Eine Definition über "nicht" funktioniert einfach nicht:
"Was gab es heute zu Mittag?"
"Nicht-Schweinsbraten!"
"Ok, aber was gab es denn dann?"
"Nicht-Chickencurry!"
"Hmpf..."

Weiters ist es völlig unmöglich aus der Nicht-Existenz irgendeine Handlungsprämisse dieser abzuleiten. D.h. man kann nicht sagen, wie Nicht-Chickencurry schmeckt (einzig, dass es nicht wie Chickencurry schmeckt), genausowenig, wie man das Aussehen eines Nicht-UFOs beschreiben kann (abgesehen davon, dass man das Aussehen eines UFOs auch nicht beschreiben kann, denn sonst wäre es kein solches mehr). D.h. diese ganze "Nicht-Geschichte" führt nirgendwo hin und es lässt sich auch keine vermittelbare Weltanschauung oder irgendwelche Handlungsprämissen daraus ableiten ("Soll ich Nicht-Chickencurry oder Nicht-Schweinsbraten essen?").

Warum aber wird seitens unser theistischen Mitbürger so oft der Vorwurf erhoben Atheismus sei "auch nur ein Glaube", ein Glaube eben daran, dass es Gott nicht gäbe. Dies resultiert imho zum einen nur aus der äußerst begrenzten bzw. beschränkten Sicht, dass es eben genau nur diesen Gott (Allah, Jahwe, Fitzliputzli, Zeus etc.) gäbe, an den der Theist gerade zu glauben beliebt, d.h. es wird unterschwellig ein Dualismus ähnlich der Pascal'schen Wette ins Leben gerufen, entweder man glaubt an z.B. Jesus oder eben nicht. Zum anderen sähe sich der Theist aber auch gerne als pares inter pares, also als Gleicher unter Gleichen, denn damit könnte man jedes Argument gegen den Theismus in ein Argument gegen den Atheismus umdrehen.

Dass das nicht so funktioniert, lässt sich leicht verdeutlichen:
"Muslime sollten erst einmal einen nachprüfbaren Beleg bringen, dass deren Gott so existiert, wie sie sich das vorstellen."
Und jetzt mit Atheismus:
"Atheisten sollten erst einmal einen nachprüfbaren Beleg bringen, dass deren Nicht-Gott so existiert, wie sie sich das vorstellen."

Abgesehen davon, dass derartige Aussagen sinnlos sind, haben wir uns darauf geeinigt, dass Nicht-Existenzen niemals nachgewiesen werden müssen, sondern immer nur Existenzen. Die Nicht-Existenz ist der Normalfall. Wenn man z.B. die Existenz eines negativen Effekts von Handys behauptet, so ist man für dessen Nachweis zuständig und nicht alle anderen für den Nachweis der Nicht-Existenz eines solchen Effekts (mal ganz abgesehen davon, dass dies für die meisten Dinge ohnehin unmöglich ist). Wer Behauptungen aufstellt ist in der Beweispflicht und nicht derjenige, der Behauptungen ablehnt in der Gegenbeweispflicht.

Somit kann man Atheismus unter der Rubrik "Sammelbegriff zur Ablehnung unbelegter Behauptungen" ablegen, aber eben nicht unter einer Glaubensrichtung.
Alle von Menschen verursachten Katastrophen in der Weltgeschichte und in der Gegenwart, vom Holocaust bis zum Völkermord, haben ihre Ursache in der Abkehr der Völker von Gott.
(Ingo Friedrich, CSU-Politiker)

1: Dieses ganze Weltherrschaftsgedöhns finde ich sehr lustig, da es immer impliziert, man risse diese von jemandem weg und dieser Jemand sei der Mensch. Die übliche Selbstüberschätzung des Homo Sapiens...

Freitag, Juli 25, 2008

Neulich bei den Kaninchenzüchtern...

Das katholische Onlineblättchen stellt doch tatsächlich folgende sinnfreie Argumentation ins Netz:
"Das Neutralitätsgebot bedeutet, dass sich der Staat mit keiner Religionsgemeinschaft identifizieren darf", sagt Schwester Cornelia Bührle, Beauftragte der Erzbischöfe von Hamburg und Berlin in Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag in Schwerin. "Ebenso wenig wie schulischer Sportunterricht aus unserem Staat eine Sportrepublik macht, macht Religionsunterricht aus unserer Republik einen Gottesstaat." Die Forderung des Humanistischen Vereins verkenne das Wesen dieses Neutralitätsgebotes, sagt die Juristin.

Somit würde ein Homöopathieunterricht auch nicht gegen das Neutralitätsgebot verstoßen, denn es entstünde dann sicher auch keine Homöopathenrepublik, wenn der Staat an staatlichen Schulen den kleinsten der Kleinen die "Vorteile" der Homöopathie nahelegte. "Schülerinnen und Schüler würden auf autoritäre Weise von wesentlichen Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung und Bildung abgeschnitten. 'Selbst Physikunterricht kommt nicht an der Homöopathiefrage vorbei...'" (oder so ähnlich). Als nächstes stünden dann wohl die Kaninchenzüchter mit einer Forderung nach eigenem Unterricht auf der Matte...

Manche schrecken auch vor nichts zurück...

Unterschätzte Risiken: Sandhügel1

Rettungsversuche durch einen Betriebsmitarbeiter und anschließend durch die alarmierte Feuerwehr blieben erfolglos. Weil für die Helfer akute Lebensgefahr durch nachrutschenden Sand bestand, musste die Bergung zunächst eingestellt werden.
Der Sand wurde schließlich mit einem Radlader abgetragen. Erst rund zwei Stunden nach dem Unfall wurde der Junge tot geborgen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er erstickt ist.

(
15-Jähriger erstickt in Kieswerk - Spiegel online)

Unterschätzte Risiken: Haustiere
Eine 76-jährige Rentnerin aus Laim ist beim Spazierengehen über ihren Hund gestolpert und wenig später an den Folgen des Sturzes gestorben.
(Rentnerin stürzt über Hund und stirbt - Süddeutsche)

Wer mehr über unterschätzte Risiken wissen will, sollte sich mal Erichs Sammlung anschauen.

1: Ok, der Titel ist geklaut, aber ich konnte einfach nicht widerstehen

Mittwoch, Juli 23, 2008

Dienstag, Juli 22, 2008

Neulich beim Niederknien...

Die katholische Realsatireseite titelt
Weltjugendtag: Papst Benedikt wünscht Mundkommunion

Hmm... ob das wohl etwas mit diesen Vorfällen zu tun hat? Da soll noch einer sagen, dass die Catholica nicht zu Veränderungen bereit sei - honi soit qui mal y pense ;-)

Neulich beim Runterzählen...

Countdowns haben schon etwas Bestechendes. Man kann abschätzen und zusehen, wann etwas vorbei ist. Meist begleiten sie ein signifikantes Ereignis und nicht selten - wie an Silvester - zählt man im Chor die letzten Sekunden gemeinsam mit. Insofern wenig verwunderlich, dass es nun auch einen Herunterzähler gibt, der die letzten Tage des SPAZ1 visualisiert.


Ein Silberstreif am Horizont, denn eigentlich kann es nur besser werden. Obwohl, dasselbe habe ich bei Schilly auch gesagt und dann kam Schäuble.

1: Schlechtester Präsident aller Zeiten

Sonntag, Juli 20, 2008

Das Wort zum Sonntag #49

Thema heute:
Wieso sind natürliche Ursachen für Gläubige so schwer zu akzeptieren?

Inspiriert von meiner lieblings Transplantationsimmunulogin, die sich gerade ihrer masochistischen (oder vielleicht doch humoristischen?) Ader hingibt und ein Buch über "Intelligent Design" liest (und dabei gleichzeitig verbloggt), bin ich dort über folgende Frage gestolpert, die Anlass für das heutige WzS ist:

Wieso ist eigentlich die gleiche Wirklichkeit (z. B. die Existenz von Krankheiten), wenn sie auf natürliche Ursachen zurückgeführt wird, immer viel, viel, VIEL schlimmer, als mit der Annahme betrachtet, die Ursache wäre "das Böse" und "die Sünde"?
An vielen Stellen beobachtet man bei Leuten, die in religiösen Zwangsjacken stecken, dass ein Lauf der Dinge, der sich aus natürliche Ursachen herleitet wesentlich schwerer zu akzeptieren ist, wie einer, der sich aus einem "göttlichen Plan™" ergibt. Warum ist mein Kind im Kindbett gestorben? Gott will dich prüfen! Warum sind Hunderttausende beim Tsunami ums leben gekommen? Gott wollte den Sündenpfuhl reinigen! etc.pp.

Speziell unsere muslimischen Freunde reden ad nauseam von einem "Allerbarmer", rechtfertigen dann aber Massenabschlachtungen desselben (wie beim Tsunami 2004) mit dessen einzigartigen und unverständlichem Willen. Selbst der Buddhismus besitzt ein ähnliches Konstrukt in welchem er mittels der Karma-Behauptung (d.h. nach der Reinkarnation™ machen sich die negativen bzw. positiven Energien aus früheren Leben bemerkbar) auch alle Widrigkeiten rechtfertigen bzw. rationalisieren kann.

Nun, ich denke die größere Akzeptanz der theologischen Schwurbelei gegenüber einem naturalistischen Erklärungsansatz ist, dass wir in unserer maßlosen Selbstüberschätzung und unserem maßlosen Egozentrismus lieber glauben wollen, dass wir über "außerweltliche Mächte" einen Einfluss auf die Welt und unser Schicksal haben bzw. diese mit unserem Verhalten beeinflussen können. D.h. üble Dinge passieren nicht einfach so oder auf Grund einer gewissen Wahrscheinlichkeit oder auf Grund von natürlichen Kausalketten (Kontinentalplattenverschiebung -> Erdbeben), sondern deswegen, weil man der Lehrerin unter den Rock geschaut, die Frau des Nachbarn (einvernehmlich!) genagelt oder, als beschnittener Kopfwindelträger, ein halbes Schwein auf Toast gegessen hat.

Somit schafft der gegenüber der Natur ohnmächtige Mensch (unter Zuhilfenahme des theologischen Doppeldenk) wieder - wenn auch indirekt - Gewalt über selbige zu erlangen - oder falls dies misslingt zumindest eine Erklärung zu haben. Dies zeigt sich u.a. auch darin, dass permanent und mit Vehemenz von (fast) allen Glaubenssystemen ein "Mehr" hinter der erkenn- und erfahrbaren Welt postuliert wird, denn nur mit diesem "Mehr" ist die Aufrechterhaltung der indirekten Steuerung über das eigene Verhalten überhaupt möglich. Allzu oft soll es sich dabei natürlich um ein göttliches Wesen handeln, welches indirekt nach der Pfeife der Pfaffen und Gläubigen zu tanzen habe. Was für ein Hohn!

Was mir dabei aber nicht klar ist - und was JLTs Frage noch extrapoliert - warum geben sich Menschen nicht damit zufrieden, dass sie innerhalb ihres kleinen Wirkungsbereichs, ihres Mikrokosmos, sehr wohl etwas bewegen, durch ihre Handlungen ihre nächste Umwelt positiv beeinflussen und gestalten können? Warum für hungernde Kinder in Afrika beten, wenn man doch auch mal auf die Kinder der alleinerziehenden Nachbarin aufpassen könnte? Warum Gebete für den Frieden im Nahen Osten, wohingegen man doch vor der eigenen Haustüre anfangen kann, ein bisschen freundlicher zu seinen Mitmenschen zu sein?

Vielleicht ist die ganze Menschheitsgeschichte aber auch nur darauf begründet, dass wir Kontroll-freaks sind. Was in der positiven Ausprägung dazu führt, dass wir immer mehr und mehr wissen wollen - denn Wissen ist in gewisser Weise eben auch Macht - in seiner negativen Ausprägung aber dazu, dass wir uns mit vorschnellen Pseudozusammenhängen zufrieden geben, nur weil sie uns den Glauben lassen, wir hätten irgendeine Art von Kontrolle. Weiters würde dieser Kontrollfetischismus auch in gewisser Weise die feuchten Träume Ideen von omnipotenten Wesen besser erläutern.
Der Mensch ist als ein vernünftiges Wesen definiert worden; ich bezeichne ihn als ein leichtgläubiges Wesen. Was kann man ihn nicht alles glauben machen?
(Claude Adrien Helvetius)

Samstag, Juli 19, 2008

Neulich im Tümpel...

Der hpd berichtet über die seltsamen Blüten, die ein ans Kreuz genagelter Frosch in einem südtiroler Museum treibt. Christen, die ansonsten meist keine Gelegenheit verstreichen lassen, um hervorzuheben, wie tolerant man doch christlicherseits in Westeuropa ist, zeigen bei dieser Gelegenheit (mal wieder) die hässliche Fundamentalistenfratze und es geht - wie schon beim Schwein - (mal wieder) um Freiheit der Kunst vs. religiöses Beleidgtsein.

Nachdem dies aber alles schon im hpd-Artikel zu lesen ist, wollte ich noch einen speziellen Aspekt herausgreifen:

Eine Gruppe von Senioren veranstaltet nun an jedem Samstagabend ein Protestgebet vor dem Museum. In Leserbriefen wird die Bevölkerung aufgerufen, sich von zu Hause aus den Gebeten anzuschließen. Die Anrufung Gottes solle bis zur vollkommenen Entfernung des Frosches weitergehen.
D.h. nicht nur, dass man Hassbriefe an das Museum schreibt, politisch und mit einem Hungerstreik Druck macht, nein, es werden auch die transzendenten Mächte via Gebet angerufen, auf dass man den phösen Frosch doch entfernen möge. Doch wie wird die Fangemeinde des arbeitslosen Zimmermanns auf den Ausgang der "Affäre" reagieren? Angenommen man hängte den Frosch ab, so gäbe es bestimmt etliche Gläubige, die herausventilieren, dass ihre Gebete von Erfolg gekrönt worden seien, dass Beten funktioniert (obwohl man in Wirklichkeit nur das Museum erpresste, ihm die Mittel zu streichen o.ä.). Sollte aber der Frosch weiterhin Fliegen Staub fangen dürfen, so käme wohl kein einziger Gläubiger auf die Idee, dass die ganze Beterei damit falsifiziert wäre und Beten nichts weiter als dummer Aberglaube ist.

Dienstag, Juli 15, 2008

Neulich ..öhm... offline

Tja, der rosa Riese mit einem im Tee hat sich anscheinend dazu entschieden mich mittlerweile schon den 5. Tag ohne Verbindung zum Wörldweidweb zu lassen. Das ist nicht nur grausam und inhuman, ich bin somit auch bzgl. meines Blogs Schachmatt gesetzt. Vielleicht handelt es sich ja dabei um eine Weltverschwörung aller Religionen die mich mundtot machen wollen... wer weiß.

Auf jeden Fall bin ich auf Entzug!

Mittwoch, Juli 09, 2008

Neulich im Schweinestall...

Ich bin zufällig auf folgendes Urteil gestoßen, das 1997 im Namen des Volkes ergangen ist. Hier ein kleiner Auszug:
Das Kreuz gehört zu den spezifischen Glaubenssymbolen des Christentums. Es ist geradezu sein Glaubenssymbol schlechthin. Es versinnbildlicht, wie das Bundesverfassungsgericht im Beschluß vom 16.05.1995 (NJW 95, 2477 f.) ausgeführt hat, die im Opfertod Christi vollzogene Erlösung des Menschen von der Erbschuld, zugleich aber auch den Sieg Christi über Satan und Tod und seine Herrschaft über die Welt, Leiden und Triumph in einem. Für den gläubigen Christen ist es deswegen in vielfacher Weise Gegenstand der Verehrung und Frömmigkeitsausübung.

Bei dem auf dem T-Shirt abgebildeten "Schwein am Kreuz" handelt es sich offenkundig um eine beabsichtigte, geschmacklose und bösartige Profanierung (Entweihung) der seit fast 2000 Jahren für den christlichen Glauben zentralen Darstellung des gekreuzigten Christus (Kruzifixus). Das ergibt sich schon daraus, daß sich die Verbindung Schwein und Kreuz in dieser Form auf andere Weise gar nicht sinnvoll erklären läßt. Das Schwein wird, weil es als unrein gilt, üblicherweise als Symbol verwendet, wenn es darum geht, andere zu verunglimpfen und herabzusetzen. Die Profanierungsabsicht wird noch dadurch unterstrichen, daß dort, wo sich bei der christlichen Darstellung Jesu am Kreuz regelmäßig die Aufschrift "INRI" (lateinisch: Jesus von Nazareth, König der Juden) befindet, bei dem Schweine-T-Shirt die Aufschrift "W." angebracht ist. Im übrigen belegt die weitere Veröffentlichung der Firma XY im Internet vom 09.12.1997 deren feindselige Einstellung gegenüber der Katholischen Kirche und die Absicht der Beschimpfung mit hinreichender Deutlichkeit. Das Glaubenssymbol wird auf diese Weise besudelt und in den Schmutz gezogen (OLG Düsseldorf NStZ 82, 290).
Die Worte eines deutschen Gerichts kurz vor Beginn des neuen Jahrtausends. Dass ein deutsches Gericht mit "Erbsünde" & "Satan" argumentiert, ist schon mal sehr abenteuerlich. Dass aber jetzt den Christen noch zusätzlich 300 Jahre Kreuzverehrung angedichtet werden (die nachweislich erst im 3. Jh. unserer Zeitrechnung angefangen hat), ist schon fast Geschichtsfälschung.

Weiters kann sich das Gericht Kreuz und Schwein nicht sinnvoll erklären. Ich kann mir die Verbingung von Christus und Kreuz auch nicht sinnvoll erklären. Gut, die Story im Buch der Bücher, aber warum musste ein allmächtiger, liebender Vater seinen einzigen Sohn ans Kreuz nageln um uns von etwas zu befreien, was wir ohne ihn gar nicht hätten? Hätte er nicht einfach mit seinem Sohn irgendwohin gehen können, wo der Pfeffer wächst, und uns einfach in Ruhe lassen? Deswegen ist für mich das Kreuz komplett sinnlos - egal wen man da drangenagelt hat - und zudem eine ständige Darstellung von Folter & Gewalt in der Öffentlichkeit.

Auch die Inschrift "INRI" ist äußerst fragwürdig, gaben sich doch die Evangelisten die größte Mühe (mit einer fingierten Volkszählung) Jesus nach Nazareth zu schreiben, damit (im Nachhinein!) die Prophezeiung erfüllt wurde. König der Juden heißt er u.a. deswegen weil er aus dem "Geschlecht Davids" gewesen sein soll. Auch hier haben sich wieder die Evangelisten in Ahnentafeln ergangen (und diese nicht mal untereinander abgestimmt!) um Josef als einen Urur..enkel von David erscheinen zu lassen. Wer erkennt den Denkfehler? Lt. Christentum hat Josef mit der Geburt Christi gar nichts am Hut! Maria war diejenige welche mit dem hl.Geist usw.. Aber bei Maria (wie übrigens bei allen Frauen der damaligen Zeit) ist kein einziger Beleg - nicht mal in der Bibel - vorhanden, dass sie aus dem Geschlecht Davids stammt.

D.h. wir haben auf der einen Seite ein Schwein am Kreuz und auf der anderen Seite... auch. Alles relativ irgendwie...

Dienstag, Juli 08, 2008

Lord Helmchen reloaded...

Letztens bemerkte ich ja die Auffälligkeiten zwischen religiösen und cyclistischen Dogmen, deswegen hier noch mal eine Geschichte über die ich zufällig gestolpert bin - und zwar hier.
Samstag abend wollte ich bei jemandem auf der Fahhradstange mitfahren und hatte beide Beine links von der Stange hängen. Wir sind dann aus dem Stand nach rechts umgekippt und da meine Beine links hingen, konnte ich mich so gut wie gar nicht abfangen... Ich bin dann so richtig mit vollem Schwung mit dem Kopf auf die Teerstrasse gedonnert und kann mich an diese paar Sekunden auch gar nicht mehr erinnern (Ohnmacht?)... Jedenfalls habe ich jetzt eine dicke Beule am unteren Hinterkopf und seitdem Kopfweh. Was meint ihr dazu, muss man das röntgen?

Jetzt lässt man sich das mal auf der Zunge zergehen: Die Schreiberin (das mit dem Geschlecht ist eine Annahme von mir, sry wg. Chauvinismus) setzt sich auf die Stange (vermutlich zwischen Sattel und Lenker) eines Fahrrades, dieses kippt dann um und die Genannte schlägt mit dem Kopf auf - also eine "Standardsituation" beim Fahrradfahren!

Es dauert es nicht lange und die ersten Helmverfechter treten auf den Plan:
es ist erstaunlich wie viele Menschen jeden Tag mit dem Fahrrad verunglücken und mitunter schwere Schädeltraumata davontragen. Durch das Tragen eines leichten Fahrradhelms könnte man viele dieser schlimmen Verletzungen vermeiden. Ich fahre seit ca. 4 Jahren nur noch mit Helm Fahrrad. [...]
Deshalb noch einmal die Bitte an alle: fahrt niemals ohne Helm Fahrrad ! Der Helm ist Eure Lebensversicherung beim Fahrradfahren !

Hat der Typ mit den guten Ratschlägen den Unfallhergang nicht begriffen? Die Dame ist gar nicht Fahrradgefahren, sondern Fahrradmitgefahren und das auf der Querstange. Und schließlich schreibt noch ein letzter Teilnehmer:
Insgesamt sollte aber dieser Vorfall schon ein Beispiel dafür sein, wie wichtig doch so ein Fahrradhelm ist - oder?

Ich denke dieser Vorfall ist vor allem ein gutes Beispiel dafür, dass man zwar alt genug sein kann um in einem Forum zu schreiben, aber noch jung genug, seltsame Akrobatiknummern auf Fahrrädern abzuziehen. Ein Helm mag bei solchen Fahrradstunts vor den schlimmsten Kopfverletzungen schützen, klüger macht er einen aber nicht...

Neulich beim Detonieren...

Der Humanismus macht selbst vor dem Pentagon nicht halt. Wie man hier lesen kann, hat Bush angeordnet, dass bei Streubomben jetzt endlich mal 99% explodieren sollen und nicht nur 60-90%. Weiters steht in dem Artikel, dass "nicht explodierte Sprengsätze ... danach eine tödliche Gefahr dar[stellen]".

Also ich war immer der Meinung - die aber offensichtlich nicht von allen Kriegstreibern geteilt wird - dass Sprengsätze an sich schon einen tödliche Gefahr darstellen. Auf die Idee (auf die übrigens mittlerweile 111 Staaten kamen), die Produktion dieser "kleinen Massenvernichtungswaffen" ganz einzustellen kamen die großen Kriegsferkel der Welt, nämlich "USA, Russland, China, Indien, Pakistan und Israel", anscheinend nicht. Schade eigentlich, aber wenig überraschend.

Der Po8 erklärt wie's geht

Nachdem mir heute gerade in der Zigarettenpause beim grünen Tee trinken die Idee gekommen ist, wie man die grundlegenden Prinzipien der Homöopathie einfach und für alle verständlich erklären kann, wollte ich damit natürlich nicht hinterm Berg halten:

1. Prinzip: ganzheitliche Betrachtung
Die Homöopathie geht davon aus, dass man den Patienten ganzheitlich betrachten müsse und dass alle Menschen so verschieden seien, dass man so ein einfaches Prinzip wie "Kopfweh wegen Kater -> Aspirin" nicht anwenden könne.

Also wie muss man sich das dann z.B. in einer Kneipe vorstellen?
Der Barkeeper fragt jeden Gast (denn jeder Gast ist ja von Grund auf verschieden zu jedem anderen Gast) 30-60 Minuten über dessen Leben aus, wie es ihm als Kind erging, welche Beziehung er zu seinen Eltern hat etc.etc.. Nach dieser "Anamnese" schenkt er ihm dann gem. einem alten Getränkebuch einen Drink aus. Nun soll nur einer behaupten, ihm wäre das noch nicht passiert...

2. Prinzip: similis similibus curentur
Darunter versteht der gemeine Homöopath, dass Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen sei. Und zwar testet man das folgendermaßen: ein Gesunder nimmt eine Substanz zu sich und beobachtet, welche Symptome auftreten. Beobachtet man diese Symptome an einem Kranken, so soll das gleiche Mittel diese zum Verschwinden bringen.

Also wie muss man sich das dann in einer Kneipe vorstellen?
Ein gesunder Mann kommt in die Kneipe und trinkt Schnaps. In kurzer Zeit stellen sich folgende Symptome ein: Verwirrtheit, Gleichgewichtsstörungen, undeutliche Aussprache, erhöhte Gewaltbereitschaft, verringerte Hemmschwelle und Reduktion des Denkvermögens.
Jetzt kommt aus einer anderen Kneipe ein Mann herein, der alle diese Symptrome schon aufweist und an die Theke schwankt. Die homöopathische Lösung lautet, dass man diesem zweiten Mann nun Alkohol zuführen müsse, damit die Symptome verschwinden. Absolut logisch, oder?


3. Prinzip: Potenzierung
Unter Potenzierung versteht der gemeine Homöopath, dass ein Mittelchen nicht etwa mit sich selbst malgenommen wird, nein, es wird "einfach" verdünnt. Dabei soll die Mixtur immer wirksamer werden, je mehr sie verdünnt wird.

Wie muss man sich das wieder in einer Kneipe vorstellen?
Der Barkeeper nimmt 5 Schnapsgläser Whiskey und vermischt diese durch spezielles Schütteln mit 0,9 Liter Cola und hat somit eine D1-Mischung Whiskey-Cola hergestellt. Anschließend nimmt er 0,1 Liter dieser Mischung und gießt sie erneut mit 0,9 Litern Cola zusammen, welche dann gut durchgeschüttelt (nicht gerührt!) wird. Jetzt hat er eine D2-Mischung produziert. Von dieser werden wiederum flugs 5 Schnapsgläser abgezweigt und diese wiederum mit fast einem Liter Coke aufgegossen usw.usf. Nach der sechsten Prozedur liegt der Whiskey im Verhältnis 1:1.000.000 vor, was in etwa einem Schnapsglas Whiskey verdünnt in einem solchen Swimmingpool entspricht (hier sei noch angemerkt, dass man aber nicht einfach den Whiskey direkt in einem solchen Pool verdünnen dürfe, sondern das schrittweise Verdünnen sei enorm wichtig - bislang weiß aber niemand warum). Doch hier hört der Barkeeper noch lange nicht auf und verdünnt weiter bis D30, was etwa einem Schnapsglas auf 20.000.000.000.000.000.000.000 km³ Cola (das ist fast 25 Millionen mal das Volumen der Erde) entspricht. In dieser Mischung ist gem. der Avogadro-Konstanten kein Alkoholmolekül mehr vorhanden - aber wen interessiert's? Anschließend schenkt er das den Leuten aus, verlangt dafür 7,50 € und behauptet sie würden davon noch besoffener als von handelsüblichen Whiskey-Cola-Mischungen. Ergibt absolut Sinn, oder?

Sonntag, Juli 06, 2008

Neulich beim stillen Wasser...

Dem AlmÖhi Johann Grander erschien einst "bei vollem Bewusstsein" Jesus (lt. eigener Aussage selbstverständlich) und hat ihm befohlen aus Scheiße Geld aus Wasser Gold zu machen - das Granderwasser. Das war irgendwelchen Deppen in irgenwelchen Ausschüssen so wichtig, dass sie ihm 2001 "das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst" verliehen (wahrscheinlich mehr für die Kunst aus Scheiße Geld aus Wasser Gold zu machen, denn für Wissenschaft, nehme ich an) - wie man sich auch in diesem Video ansehen kann:

1

Doch wo sind jetzt die Träger dieses Kreuzes, die es zu recht bekommen haben und die selbiges scharenweise zurückgeben? Wenn ich z.B. das Bundesverdienstkreuz bekommen hätte und anschließend hätte man dies auch noch Klaus Zumwinkel auf Grund seiner kreativen Steuererklärung und seines vorbildlichen Umgangs mit Informationen (T hört mit) verpasst, so würde ich meines wieder abgeben. Denn eine Ehrung die jeder tiroler Scharlatan bekommen kann, ist das Material nicht wert und konterkariert den Ehrenakt zu einer Farce, einem schlechten Witz.

Doch ist wahrscheinlich in Österreich die Ordens- und Titelgeilheit, die ja bei jedem Opernball wieder schön zur Schau getragen wird, einfach größer als die Zivilcourage - schade eigentlich.

"Tu misera Austria, fraude!"2

1: Vielen Dank für den Hinweis an die GdK und GWUP
2: Du armseliges Österreich, betrüge

Das Wort zum Sonntag #48

Thema heute:
Das Dogma der "bösen" Schulmedizin.

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Infantizid, die Tötung der Erstgeborenen, durch Herodes, wie er von der Bibel kolportiert wurde. Zum Glück ist diese Geschichte ein Märchen, denn es gibt zwar jede Menge Belege dafür, dass Herodes kein Vorbildherrscher war, aber speziell zu dieser Grausamkeit, die ja einiges Aufsehen erregen musste, schweigen sämtliche zeitnahen Quellen. Trotzdem glauben Menschen (ich ja auch, als ich noch jung und unschuldig war), dass dies so stattgefunden hat. Die häufige Wiederholung dieser Geschichte in Religionsunterrichten und Bibelstunden weltweit, trägt nicht dazu bei, dass dieser Irrtum aufgeklärt wird. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Quelle ja göttlichen, also unfehlbaren Ursprung hat.

Ähnlich verhält es sich mit der "Schulmedizin". Der Begriff wird schon seit einigen Jahrhunderten in abwertender Weise für die Ärzteschaft gebraucht, die ein Hochschulstudium absolvierten und sich der wissenschaftlichen Medizin verschrieben haben. Gerade die Homöopathen des ausgehenden 19. Jh. bedienten sich dieses Begriffs, aber auch die Nazis, die ihn gegen jüdische Ärzte verwendeten.


Jedoch ist in letzter Zeit eine immer größere Spaltung zwischen der (Hoch)schulmedizin und der sog. "Alternativmedizin" zu beobachten. Während erstere sich weiterhin der wissenschaftlichen Methode bedient und immer in der Nachweispflicht der Wirksamkeit ist (dass hier leider auch marktwirtschaftliche bzw. kapitalistische Einflüsse spürbar werden soll heute mal als Thema nicht angefasst werden), so hat die "Alternative" anscheinend komplette Narrenfreiheit. Weder müssen hier zu Zulassung der (Placebo)Präparate irgendwelche Studien vorgelegt werden, noch müssen die Heilpraktiker, Homöopathen, Lichttherapeuten, Reikitherapeuten, Bachblütenschwurbler, Anthroposophen und was es sonst noch so an Scharlatanen in diesem Bereich gibt, irgendeine Art humanmedizinischer Qualifikation vorlegen, die nur Annähernd mit der eines Arztes im praktischen Jahr vergleichbar wäre. Auf Grund von andauernder Propaganda und gefälschten Statistiken wird in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, man könnte mit diesem Scheiß auch wirklich etwas bewegen (zumindest etwas über den Placeboeffekt hinaus).

Miteinhergehend mit den meisten dieser Pseudoalternativen geht auch eine Negativpropaganda über die Hochschulmedizin. Die Hochschulmedizin sei böse, die Ärzte nur auf ihren Gewinn aus, statt auf das Wohl der Patienten und die pharmazeutische Industrie eine Mafia. So berechtigt eine Kritik am bestehenden System auch sein mag (und hier nicht weiter erörtert werden soll), so unhaltbar ist doch eine Pauschalverurteilung, wie sie von Homöopathen, Impfgegnern u.a. vorgebracht wird. Schlimmer noch, das permanente Ärtze-Bashing hat meiner bescheidenenen Meinung nach schon pathogene bzw. dogmatische Züge angenommen. Denn obwohl im Falle schwerer Erkrankungen sehr wohl auf das Wissen und die Erfahrung der Medizin zurückgegriffen wird, so wird doch dort, wo es nichts kostet und nicht akut lebensgefährlich ist (Kopfschmerzen, Bluthochdruck usw.) weiterhin an der Hetze festgehalten.

Dabei müsste man, so man nur in irgeneiner Art und Weise glaubwürdig bleiben wollte, ein einziges positives Beispiel gelten lassen um dieses Dogma der "bösen Schulmedizin" aufzugeben. D.h. eine erfolgreich transplantierte Niere, eine Erfolgreiche Insulinbehandlung eines Diabetikers müssten die Alternativheuchler Lügen strafen und sie müssten eingestehen, dass hier zum einen die Ursache-Wirkung erforscht und auf dieser Basis Maßnahmen gefunden wurden. Doch das Gegenteil ist der Fall. Erfolge der Medizin werden so ausgelegt, dass der Patient nicht wegen, sondern trotz des Einschreitens eines Hochschulmediziners überlebt hat, und dass der gemeine Arzt ja überhaupt keine Ahnung habe, was es denn sonst noch so alles zwischen Himmel und Erde gäbe und deswegen überhaupt nie so "qualifiziert" derherschwätzen könne, wie ein Homöopath, Anthroposoph, Bachblütler oder sonstiger Wunderheiler. Somit muss der normale Arzt genau das aushalten, was der Wunderheiler selbst bei sich nicht zulässt, nämlich Kritik.

Die einzige Möglichkeit der Alternativmedizinseuche Herr zu werden ist das entschlossene Vorgehen auch der unentschlossenen Patienten. Wer einen niedergelassenen Kassenarzt besucht, der, weil es so "in" ist, auch einen Homöopathiekurs gemacht hat und sich jetzt als solcher schimpft, der Fördert diesen Schwachsinn, ist also passiver Unterstützer. Wer von seiner Krankenkasse fordert, dass sie die homöopathischen Wässerchen bezahlt, der unterstützt den Blödsinn auch noch aktiv. Wir sollten in der heutigen Zeit Dogmen keine Chance mehr geben und v.a. nicht auf die Propaganda von einigen Pseudomedizinsekten hereinfallen, obwohl uns unser Hausarzt fast täglich das Gegenteil beweist und diese als Lügner entlarvt.
Die Erforschung der Krankheiten hat so große Fortschritte gemacht, das es immer schwerer wird, einen Menschen zu finden, der völlig gesund ist.
(Aldous Huxley)

Donnerstag, Juli 03, 2008

Neulich beim Spenden...

JLT hat die Werbetrommel gerührt und ich bin natürlich voll drauf reingefallen. Naja, aber wer würde nicht schwach werden, wenn eine so faszinierende und hochintelligente Transplantations-immunulogin mit einem Organspendeausweis wedelt, der mir zumindest den Hauch einer Chance eröffnet, nach meinem Ableben, so noch das eine oder andere recyclebar sein sollte, in ihrer Petrischale zu landen - sex sells sach ich nur... ;-)


Folglich bin ich nun sein heute stolzer Besitzer eines (selbstausgedruckten, zusammengeklebten und unterschriebenen) Organspendeausweises, eine Sache die ich eigentlich schon lange vorhatte und zu der ich dank JLT den richtigen Schubs bekommen habe. Ich kann es nur empfehlen, denn es hat überhaupt nicht wehgetan und er hat nicht mal gebohrt!


Wer also mein Jünger sein will und mir nachfolgen, der klicke hier, und fertige sich einen selbigen selber an.

Mittwoch, Juli 02, 2008

Neulich ohne Argument...

Der spiegel-online titelt groß "Merkel spricht sich kategorisch gegen Sterbehilfe aus" und dabei müsste es richtig heißen "Merkel spricht sich dogmatisch gegen Stebehilfe aus", denn von unserer Quotenkanzlerin kam kein einziges brauchbares Argument, warum man Sterbewilligen nicht helfen dürfe. Stattdessen will sie noch die aktuelle Gesetzeslage prüfen und "ganz hart bei der Position bleiben".

Über so viel Unmenschlichkeit, noch dazu unbegründete, kann man eigentlich nur den Kopf schütteln und hoffen, dass die Kandesbunzlerin dafür den Dodo des Monats erhält. Zu einem selbstbestimmten Leben (wie man es uns an allen Ecken und Enden verspricht) gehört schließlich auch ein selbstbestimmtes Sterben. Doch anscheinend kommt hier wieder mal die theologische Seite des Bundesmerkels hervor, die besagt, dass Menschen nicht über den Tod entscheiden dürfen (denn das dürfe nur Gott allein). Insoweit ist es ja auch richtig, dass Menschen nicht darüber entscheiden sollen, wann und wie jemand den Löffel abzugeben hat oder nicht. Aber der unmittelbar betroffene Mensch sollte dies sehr wohl dürfen und seinen Freunden und Angehörigen sollte es erlaubt sein ihn dabei so gut wie möglich zu unterstützen um ihm eine Euthanasie (= leichter Tod), und vor allem einen menschenwürdigen, zu ermöglichen.
Wie ein gut verbrachter Tag einen glücklichen Schlaf beschert, so beschert ein gut verbrachtes Leben einen glücklichen Tod.
(Leonardo da Vinci)

Neulich im Zivilprozess...

Manchmal hat man in .de das Gefühl es sei vielleicht doch nicht wirklich alles geregelt, irgendwo existiere noch die eine oder andere kleine Gesetzeslücke, der eine oder andere Freiraum, der mal zur Abwechslung mit gesundem Menschenverstand gefüllt werden könnte... naja.. und dann schaut man z.B. in die Zivilprozessordnung (ZPO) und wird eines besseren belehrt:
§ 811 Unpfändbare Sachen
...
12. künstliche Gliedmaßen, Brillen und andere wegen körperlicher Gebrechen notwendige Hilfsmittel, soweit diese Gegenstände zum Gebrauch des Schuldners und seiner Familie bestimmt sind;

Ich meine, wie muss ich mir das vorstellen? Gab es wirklich Gerichtsvollzieher, die dem kriegsversehrten Schuldner die Beinprothese abgeschraubt haben, oder der Omma die Brille wegnahmen? Lässt das Erlassen eines solchen Gesetzes auf eine Tendenz in der Gesellschaft schließen, dass sowas prinzipiell vorkommen könnte? Und vor allem - möchte ich mich in so einer Gesellschaft aufhalten?

Montag, Juni 30, 2008

Neulich in Word™...

Also da hat man doch endlich mal die Muße gefunden, sich alles schön zurechtgelegt, und dann passiert sowas...


Sonntag, Juni 29, 2008

In Zukunft beim Teufel...

Lange Zeit galt es ja als running Gag in der Fangemeinde des online hack 'n slay Rollenspiels Diablo II, dass sich die Softwareschmiede Blizzard Entertainment mit einem Nachfolger befassen würde. Diese Gerüchte gibt es imho seit Anfang dieses Jahrtausends...


Umso überraschender, dass "Blizz" doch schon etliche Mannmonate in den Nachfolger investiert haben muss, denn sonst könnten sie nicht so schöne Filmchen auf ihrer Homepage zeigen. Wem diese nicht genügen, der findet auf youtube noch einiges zum Thema (hier kann man auch die hohe Auflösung bekommen - allerdings sind das 800 MB).


Natürlich reicht das alles noch nicht um überhautp eine Kritik abgeben zu können, aber der erste Blick sieht schon sehr danach aus, als hätte man vieles richtig gemacht. Viele Vertrautheiten wurden übernommen, etliche Neuerungen eingeführt, das ganze macht optisch einen sehr guten Eindruck (zumindest verglichen mit dem Vorgänger und aktuellen Klonen) und - und das ist auch wieder eine Eigenart dieser Softwareschmiede - der Verkaufstermin ist noch nicht mal lanciert (obwohl es den Gerüchten nach in einem Jahr soweit sein soll).


Naja.. ich wollte eigentlich nur mal vorwarnen, sollte in Zukunft auf einmal dieser Blog akut in Stasis verfallen, so besteht Grund zur Annahme, dass der Verkauf begonnen hat.

Freitag, Juni 27, 2008

Neulich beim Nachrufen...

Am 22. Juni hat leider ein großer Comedian die Bühne für immer verlassen: George Carlin.

Ich habe seine bissige und selbstironische Art leider erst spät entdeckt, dafür umso schneller lieben gelernt. Wer sich der englischen Sprache genügend mächtig wähnt, dem kann ich nur diese Schnippsel auf youtube empfehlen.

R.I.P.

Mittwoch, Juni 25, 2008

Neulich im BILDe...

Nachdem sich die BILD - im gegesatz zu der Hetze vor dem Spiel gegen Österreich - sehr zurückhaltend zeigt, was die Häme gegen die türkische Nationalmannschaft bzw. alle zig Millionen Türken betrifft (evtl. weil es so viele sind?), muss ich hier natürlich in die Bresche springen. Leider fehlt mir die Fantasie, deswegen habe ich mir ein paar Ideen aus dieser Bildrubrik ausgeborgt, die leider nicht mehr online verfügbar ist die man hier einsehen kann:

Also frisch ans Werk, hier die erste Türkenverhöhnung, also aufgepasst liebe Kümmeltürken:

Die hauen wir um,
denn die sind sehr dumm
Selbst am bepissen sich die
und der vergnügt sich dann mit seiner Perle.

und hier das Original...


Gleich noch einen drauf:


sind blöder als man glaubt,
das blödste überhaupt,
ja die sind doof wie Stroh,
verlieren sowieso.
Ein ist ein ,
,
ein hat die Hosen voll,
fort rennen wird er, das wird toll.

Und hier hab ich's geklaut:

Natüüürlich repräsentieren BILDleser nicht den Bevölkerungsdurchschnitt. Natüüürlich sind das die lyrischen Perlen einzelner Chauvinisten Idioten und natüüürlich muss man das alles mit einem zwinkernden Auge sehen. Aber ein zwinkerndes Auge ist nur noch ein Auge vom selbstverordneten Nicht-sehen-wollen entfernt und im privaten Umfeld seine nationalen Animositäten feilzubieten (augenzwinkernd oder nicht) hat imho eine andere Qualität, als diese in dem auflagenstärksten Käseblatt zu verbreiten.
Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.
(Marie von Ebner-Eschenbach)


Und das halt BILD mal wieder eindrucksvoll bewiesen...

PS: An dieser Stelle sei mal wieder ganz allgemein auf den BILDblog hingewiesen, eines der letzten Bollwerke gegen den ungeBILDeten Schmuddeljournalismus.

PPS: Vielen Dank an Mr. G für den Verbesserungsvorschlag ;-)

Donnerstag, Juni 19, 2008

Neulich beim Nachtreten Nachschlagen...

Die einseitig.info Seite hat zwar rechtzeitig zur EM, aber zu spät von mir entdeckt, das kleine EM Lexikon nebst Ergänzungsauflage herausgebracht. Für alle Fußballenthusiasten (und solche, die es noch werden wollen) eine durchaus lohnenswerte Lektüre.
kompromisslos – Beschreibung eines der körperbetonten Spielweise zusprechenden Abwehrspielers. Dieser wird auch gern knallhart, eisenhart oder kein Kind von Traurigkeit genannt. Fußballkommentatoren hegen diesen Spielern gegenüber eine gewisse Sympathie, die jedoch je nach Mannschaftszugehörigkeit ansatzlos in Verständnis für einen Platzverweis umschlägt.

körperbetont – Verharmlosung einer wilden bis brutalen Bolzerei.

Neulich in Dulsberg bzw....

Der Herr Schwarzer hat mal wieder bzw. schon wieder mal einen recht netten Artikel zum Thema Beziehungsfragen bzw. was sie noch nie darüber wissen wollten und auch nicht zu fragen wagten publiziert, den Mann bzw. Frau sich mal durchgelesen haben sollte ;-)
Auch der selbstbewußtseinslosesten Frau im zwar Prinzip klar, daß „irgendwo da draußen“ zahllose Deckelchen vorhanden sind, aber sie will eben nicht nur irgendeinen, sondern den richtigen Deckel. Ein Beispiel: Wenn ein Magazin wie „St. Paulis Dickerchen“ deutlich machen sollte, daß es ungezählte Männer gibt, die eine tiefe Leidenschaft für übergewichtige Damen mit Dellen am Po pflegen, atmen die Damen die über dergleichen Attribute verfügen nicht etwa erleichtert auf und annoncieren umgehend in jenem Fachblatt eine Heiratsanzeige. Nein, sie wenden sich angewidert ab, kann doch ein Mann der solcherart Magazine liest* unmöglich der Richtige sein.

Dienstag, Juni 17, 2008

Neulich bei den Deuzis...

Gut, die österreichische Nationalmannschaft wurde gestern von den Deuzis besiegt, aber mal Hand aufs Herz, wer hätte wirklich etwas anderes erwartet (obwohl die Hoffnung ja meist zuletzt stirbt)? Doch der wahre Verlierer des gestrigen Tages war v.a. der gute Geschmack, wahrer Gewinner war jedoch der offen zur Schau getragene Chauvinismus, um nicht zu sagen Rassismus.

Wikipedia führt den Begriff "Ösi" als " eine in Deutschland verwendete Bezeichnung für Österreicher, die - im Gegensatz zum von Österreichern abwertend benutzen Begriff „Piefke“ für Deutsche - meist neutral oder aber auch verniedlichend gemeint ist" und schreibt dann seltsam unreflektiert weiter: "Im Gegensatz zum Wort „Piefke“ ist die Bezeichnung „Ösi“ nicht zwangsläufig negativ zu verstehen und nicht abwertend gemeint. Trotzdem sehen die meisten Österreicher diesen verniedlichenden Begriff als abwertend und beleidigend."

Egal wie oft Bild auch "Liebe Ösis" schreiben mag (letztens aber - anscheinend als Steigerung - "Dösis", etwas was vom schweizerischen Bild-Derivat "Blick" losgetreten worden sein soll), der Begriff reiht sich nahtlos in die Reihe der Ethnophaulismen wie Itaka, Polacke, Kaffer, Kanake oder Kümmeltürke ein.

Erbärmlich auch, um das an dieser Stelle anzumerken, dass meine Landsleute auch noch auf diesen Blödsinn eingegangen sind (wie z.B. hier und hier) und dabei ein ebenso unterirdisches Niveau erreicht haben. Noch erbärmlicher allerdings ist, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen, mit Ingolf Lücks humorfreier Fußballsatire "Nachgetreten" solche Sprüche eines D- oder E-Promis durchgehen lässt:

Dumm nur, dass sich ein Land wie Deutschland bzw. dessen mediale Vertreter sich so einen Fauxpas nur gegen den "kleinen Bruder" Österreich trauen, denn was wäre wohl die Reaktion wenn Bild mit "Kanaken beim Abkacken" vor bzw. nach dem nächsten Türkeispiel titelt oder alternativ, so das israelische Team mal wieder dabei sein sollte und zufällig gegen die Deuzis spielte, ein freundliches "Judensäue, ihr seid Warmduscher!" "Israeliten, ihr braust euch zu heiß!" um die Ohren gehauen bekäme?

Nationalstolz ist eben die billigste Idendifikationsmöglichkeit, das vereinende Moment für (geistig) Arme, denn eine Nationalität hat selbst der letzte Depp.

Montag, Juni 16, 2008

Das Wort zum Sonntag #47

Thema heute:
Warum wissen so viele Gläubige nicht was sie glauben (müssen)?

Angeregt durch diese "tolle" Geschichte, bei der einem querschnittsgelähmten Katholiken die kirchliche Trauung auf Grund von dauerhafter Impotenz verweigert wurde, lautet das heutige Thema, ob oder warum so wenige Gläubige ihre Vereinsstatuten lesen. Wer sich nämlich ein bisschen im katholischen Kirchenrecht auskennt, würde diesem behinderten Italiener - genau wie kath.net - folgende Auskunft geben:
Impotenz ist eine Form von Ehehindernis und trifft dann zu, wenn einer der beiden Gatten zur Zeit der Heirat unfähig zum Beischlaf ist. Das Hindernis liegt nur vor, wenn die Unfähigkeit dauerhaft ist und ausnahmslos besteht. Im Gegensatz dazu ist Unfruchtbarkeit kein Ehehindernis. Die zwölf Ehehindernisse werde im Kirchenrecht in den cc. 1083 - 1094 aufgezählt und sind: Alter, Impotenz, Eheband, Religionsverschiedenheit, Weihen, Gelübde, Entführung, Gattenmord, Blutsverwandtschaft, Schwägerschaft, öffentliche Ehrbarkeit und gesetzliche Verwandtschaft. Von den Ehehindernissen göttlichen Rechts (Impotenz, Eheband, Gelübde, Blutsverwandtschaft in der geraden Linie) kann die Kirche auch nicht dispensieren.
Doch was ist dieses Kirchenrecht überhaupt? Nun, es genügt offenbar nicht, dass ein arbeitsloser Zimmermann vor 2000 Jahren in Palestina herumrannte und "ich bringe euch Liiiebe" rief (was im übrigen auch so nicht ganz stimmt) um einen Staat zu machen eine Kirche zu gründen.

Dazu bedarf es dann einer ganz profanen Gesetzessammlung, die allenthalben durch religiöses Geschwurbel angereichert ist. Die Katholiken (also die Römisch-Katholischen, damit nicht einer auf die Idee kommt ich meine einer der vielen katholischen Kleinstsekten) haben das in ihrer langen Geschichte voll durchexerziert und den sog. CIC (= codex iuris canonici) herausgebracht. Die kleinen Babys bei der Taufe können nicht abschätzen, dass sie mit der Glaubensgemeinschaft der Catholica sich auch automatisch diesem Kirchenrecht unterwerfen. Glücklicherweise bzw. der Aufklärung sei dank, gilt das Kirchenrecht nicht vor dem Staatsrecht - was aber die meiste Zeit nicht so war.

Das tolle ist, dass man anhand des CIC schon vorhersagen kann, was von diesen ganzen "basisdemokratischen" Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche zu halten ist. Diese schießen wie Pilze aus dem Boden (z.B. Wir sind Kirche) und die Gläubigen sind doch wirklich der Ansicht etwas bewegen zu können. Dabei genügt schon ein Blick ins Kirchenrecht um sie eines Besseren zu belehren:
Was die geistlichen Hirten in Stellvertretung Christi als Lehrer des Glaubens erklären oder als Leiter der Kirche bestimmen, haben die Gläubigen im Bewußtsein ihrer eigenen Verantwortung in christlichem Gehorsam zu befolgen.
(CIC can. 212 §1)
Somit haben die Laien (die übrigens den allergrößten Teil der Katholiken ausmachen, egal wie christlich bewandert sie auch sind) nur zu folgen, aber nicht vorzuschlagen oder zu bestimmen. Letztendlich entscheidet immer der höhere Kleriker, d.h. der Pfarrer "überstimmt" alle Laien seiner Gemeinde, der Bischof den Pfarrer, der Kardinal den Bischof und der Papst alle zusammen.

Weiters haben eben diese Prälaten auch den Katechismus (hier sei wieder speziell der katholische genannt, doch Ähnliches existiert in vielen Religionen) zusammengebastelt, der ebenso Lebensvorschriften für die Gläubigen bereithält. So liest man z.B. folgenden Passus:
494. Welche Aufgabe haben die staatlichen Behörden in Bezug auf die Keuschheit?

Da die staatlichen Behörden die Achtung der Menschenwürde zu fördern haben, sollen sie beitragen, ein für die Keuschheit günstiges Klima zu schaffen. Durch angemessene Gesetze müssen sie auch die Ausbreitung einiger der oben genannten schweren Vergehen gegen die Keuschheit verhindern, um vor allem die Minderjährigen und die Schwächsten zu schützen.

D.h. die Catholica schreibt ihren Gläubigen (so sie sich staatlicherseits betätigen) vor, dass die staatlichen Behörden "ein für die Keuschheit günstiges Klima zu schaffen" hätten, und faselt etwas von "schweren Vergehen" gegen die Keuschheit. Jetzt fragt man sich natürlich, was denn das für schwere Vergehen wären, doch auch hier hilft der Katechismus weiter:
492. Welche Hauptsünden gegen die Keuschheit gibt es?

Sünden, die entsprechend der jeweiligen Natur des Gegenstandes schwer gegen die Keuschheit verstoßen, sind: Ehebruch, Selbstbefriedigung, Unzucht, Pornographie,
Prostitution, Vergewaltigung, homosexuelle Handlungen. Diese Sünden sind Ausdruck des Lasters der Unkeuschheit. Wenn sie an Minderjährigen begangen werden, wiegen solche Handlungen noch schwerer, weil sie gegen deren physische und moralische Unversehrtheit verstoßen.
Wie man klar ersehen kann, stellt sich somit der Katechismus gegen das deutsche Grundgesetz, nach dem alle gleich seien, unbesehen ihrer sexuellen Orientierung. Auch soll der Staat gegen Autoerotik, ladläufig auch Masturbation genannt, vorgehen, sowie gegen Pornographie, das horizontale Gewerbe (das es übrigens schon länger als die Catholica gibt und z.B. Papst Sixtus IV. ließ nicht nur die Sixtinische Kapelle, sondern auch ein Bordell in Rom errichten, das einen Teil seiner Einnahmen an ihn abzuführen hatte) und einvernehmlicher Sex zwischen Erwachsenen, die nicht, oder mit jemand anderem verheiratet sind. Tolle Aussichten, wenn die Pfaffen in .de ans Ruder kommen.

In der heutigen Zeit verfährt man kirchlicherseits mit einer Doppelstrategie. Zum einen tritt man die rigiden Gesetze nicht in der Öffentlichkeit breit (somit war der katholische Rollstuhlfahrer ein echter Glücksfall für die Aufklärung) und zum anderen lässt man die Gläubigen in ihrem Treiben (sowohl sexueller, als auch kirchlich-demokratischer Natur) gewähren und verschafft sich somit ein recht liberales Ansehen.

Die Gläubigen wiederum interessieren sich i.d.R. lediglich für die kirchlichen Feste, also für Taufe, Firmung, Hochzeit und Begräbnis, jedoch in der Masse immer weniger und weniger für die Glaubensinhalte, wie man z.B. am Gottesdienstbesuch ablesen kann. Das hat in etwa die Qualität, dass man in einem Golfclub ist, ohne die Golfregeln zu kennen oder, bis auf das Weihnachtstunier, je dort zu spielen. Was gläubige Katholiken aber wirklich alles zu glauben haben, hatte ich ja bereits in meinem (unvollständigen) Katholikentest aufgeführt... nur haben diesen wahrscheinlich zu wenige gelesen.
Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus, ärgert dich deine Hand, so hau sie ab, ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab, und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch.
(Heinrich Heine)

Freitag, Juni 13, 2008

Neulich am 12./13. Juni...

Gewinner - Verlierer - es kommt immer darauf an, wie man sich fühlt. Zuerst haben die Kroaten Deutschland im Fußball geschlagen. Hier ist es noch relativ einfach den Gewinner und Verlierer auszumachen. Im anschließenden Spiel Polen gegen Österreich und dessen Endstand von 1:1, ist es schon erheblich schwieriger. Österreich fühlt sich als Sieger, weil man trotz dutzender Torchancen einen geschenkten glücklichen Elfmeter in der Nachspielzeit verwandelte. Jetzt taumelt Österreich schon im Cordobarausch, jenem denkwürdigen Spiel 1978 in Argentinien, bei dem das kleine Alpenland den großen Nachbarn mit einem 3:2 nach Hause fahren ließ (und selbst auch den Hut nehmen musste, da es vorher von Italien und den Niederlanden besiegt wurde). Verdenken kann man es meinen Landsleuten nicht, ist doch Österreich gerade keine große Fußballnation und die Qualifikation für EM oder WM schon ein Wunder an sich.

Tja, und dann waren da noch die Iren. Diese haben sich doch gestern wirklich erdreistet den tollen "Vertrag von Lissabon" mehrheitlich abzulehnen, was sie nicht nur in den Augen aller anderen Völker (demos) Europas, denen man eine derartige Herrschaft (kreios) über die brüsseler Eurokraten nicht zutraute, zu Helden machen sollte, sondern auch zu den wahren Gewinnern dieses Freitags.

Welchen Müll die Bürokraten schon beim ersten Anlauf über Europa ausgießen wollten, kann man hier nachlesen. Anschließen hat man das verschlimmbessert und alte Hundescheiße in neuen Sandförmchen als "Verträge von Lissabon" präsentiert. Diesmal waren auch die Störfaktoren Frankreich und Niederlande ausgeschaltet, die beim letzten mal das Schlimmste durch ein "Nein" bei der Volksbefragung verhinderten. Doch zum Glück war Irland beim Abschaffen der Demokratie zu lahmarschig, so dass hier noch das Volk entscheiden musste. Und es hat abermals "Nein" gesagt.

Mir geht es jetzt gar nicht so sehr um die Details oder die genauen Gründe warum was hier abgelehnt wurde, sondern um den allgemeinen Prozess innerhalb der EU. Ich würde mir wünschen, dass Politiker wie Bürokraten in Brüssel sich darauf besinnen warum sie dort sitzen wo sie sitzen, nämlich um dem Bürger der EU, dem Europäer zu dienen. Gesetze und Verordnungen müssen so gestaltet sein, dass sie jeder verstehen kann, dass sie für jeden nachvollziehbar sind und das prinzipiell jeder darüber abstimmen kann. Wer einen Blick in die o.g. Verträge wirft, wird nichts davon erkennen können, sondern nach ein paar Absätzen ins Reich der Träume entfliehen.

Warum fängt man nicht mit kleinen Brötchen an? Warum lässt man nicht z.B. die UN-Menschenrechte (und zwar alle!) Europaweit von allen Bürgern (!) zu ratifizieren? Und nach diesem kleinen Schritt kommt der nächste, z.B. etwas ähnliches wie die ersten 20 Artikel des deutschen Grundgesetzes usw.usf.. Aber man, d.h. die Politiker aller Orten, wollte ja lieber alles-alles haben und zeigt sich jetzt echauffiert über ein basisdemokratisches No-Way und als schlechter Verlierer. Schade.
Die Demokratie ist keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern der Sittlichkeit.
(Willy Brandt)

Dienstag, Juni 10, 2008

Der po8ische Einbürgerungstest

Nachdem gerade in Deutschland beschlossen wurde, ab 1. September einen einheitlichen Einbürgerungstest einzuführen (wie gut die Deutschen dabei selbst sind, kann man sich z.B. hier anschauen - kann man eigentlich auch wegen Unwissenheit wieder ausgebürgert werden?). Insofern möchte ich nach dem Motto "lerne deinen unbekannten Nachbarn kennen" hier den ultimativen po8ischen österreichischen Einbürgerungstest präsentieren:

1. Welches ist die zweitgrößte Stadt Österreichs (nach Wien)?
Salzburg
Linz
Graz
Innsbruck

2. Was verbindet man in Österreich mit den Namen "Dollfuß" und "Schuschnigg"?
Die Sachertorte
Den austrofaschistischen Ständestaat
Die Doppelweltmeister in der nordischen Kombination
Die Erstbesteiger des höchsten Bergs Österreichs

3. Was versteht man unter "Palatschinken"
Geräucherte Schinkenspezialität aus Tirol
Ein bekanntes Schlafmittel
Hausschuhe
Pfannkuchen

4. Wie heißt der höchste Berg Österreichs
Matterhorn
Großglockner
Schupfkogel
Glockturm

5. In welchem Ort befand sich das einzige österreichische KZ (unbesehen der vielen Nebenlager)?
Mürzzuschlag
Sinabelkirchen
Mauthausen
Kitzbühel

6. Welchen Namen trug die österreichische "1. Bundesliga" (Fußball) nicht?
Erste Klasse
1. Division
tipp 3-Bundesliga powered by T-Mobile
Gauliga Ostmark

7. Was bedeutet der Name der österreichischen Motorradmarke "KTM"?
nichts
Kronreif-Trunkenbolz-Mattighofen
Kettenfahrzeuge-Traktoren-Motoren
Kraftradbau-Thomas-Mischnigg

8. Welches ist kein landesweiter österreichischer Feiertag?
Tag der Volksabstimmung
Stefanitag
Maria Empfängnis
Heilige Drei Könige

9. Welche Währungsbezeichnung wurde in Österreich nicht verwendet?
Schilling
Krone
Gulden
Taler

10. Welches Konterfei zeigt die österreichische 2-Euro Münze?
Elisabeth von Österreich-Ungarn (Sissi)
Bertha von Suttner
Maria Theresia
Marie von Ebner-Eschenbach

Sonntag, Juni 08, 2008

Neulich beim Zusammenklauen...

Eigentlich wollte ich mir folgendes Video vom Atheisten (und das ist auch gut so) klauen, doch dann bin ich draufgekommen, dass er ihn wiederum von SoWhy geklaut hat und dieser wiederum nur youtube verlinkt hat... tja, Anarchie pur. Das Video ist trotzdem toll :-)


Das po8ische Homöopathierätsel...

Und weil es so schön war, kommt hier gleich noch eine kniffelige Rätselaufgabe:

Welche Substanz kommt nicht in homöopathischen Präparaten vor?
(bitte ankreuzen)

Ablagerungen aus dem Mutterkuchen des Pferdes (Hippomanes)
Afrikanisches Elfenbein (Dens loxodonta africana)
Amerikanischer Kartoffelkäfer (Doryphora decemlineata)
Arsen (Arsenicum album, A. bromatum, A.hydrogenatum, A. iodatum, A. metallicum, A. sulphuratum flavum)
Austernschalenkalk (Calcarea carbonica)
Benzol (Benzinum)
Bernstein (Succinum)
Bettwanze (Cimex lectularius)
Bibergeil (Castoreum)
Blattgold (Aurum foliatum)
Blattläuse von Chenopodium (Aphis chenopodii glauci)
Blausäure (Hydrocyanicum acidum)
Blei (Plumbum metallicum)
Botulinum
Brechweinstein (Antimonium tartaricum)
Brustkrebs-Nosode (Carcinosinum Burnett)
Buchenholzkohlenteer (Kreosotum)
Chlor (Chlorum)
Chloroform (Chloroformium)
Cholesterin (Cholesterinum)
cubensis, T. hispanica)
Curare
Delphinmilch (Lac delphinum)
Deutsche Otter (Vipera)
Diphtherie-Nosode (Diphtherinum)
DNA (Desoxyribonucleinicum acidum)
Eierstockextrakt von Kühen oder Schafen (Ovininum)
Eihaut des Hühnereis (Ovi gallinae pellicula)
Eiterflüssigkeit aus dem Krätzebläschen (Psorinum)
Elektrizität (Electricitas)
Englische Sonne (Sol britannica)
Faules Rindfleisch (Pyrogenium)
Filzlaus (Phthirus pubis)
Fliegenpilz (Agaricus)
Flüssiges Pech oder Teer (Pix liquida)
Flusskrebs (Astacus fluviatilis)
Formaldehyd (Formalinum)
Fuchslunge (Pulmo vulpi)
Gallensäure (Gallicum acidum)
Gebärmutterkrebs-Nosode (Epihysterinum)
Getrocknete Tintenfischtinte (Sepia succus)
Getrocknetes Blut des Pfeilschwanzkrebses (Limulus cyclops)
Giftsumach (Rhus toxicodendron, venenata)
Gila-Echse (Heloderma suspectum)
Gneis aus Gastein (Lapis albus)
Graphit (Graphites)
Grüner Knollenblätterpilz (Agaricus phalloides)
Haschisch (Cannabis indica)
Hausfliegenmilbe (Trombidium muscae domesticae)
Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus)
Holzkohle (Carbo vegetabilis)
Holzruß (Fuligo ligni)
Holzteerdestillat (Eupionum)
Hornisse (Vespa crabro)
Hundekot (Excrementum caninum)
Hundemilch (Lac caninum)
Hunderäudemilbe (Sarcoptes canis)
Hypophyse (Pituaria glandula)
Iridium (I. metallicum)
Kadmiumsulfat (Cadmium sulphuratum)
Kakerlaken (Blatta americana, B. orientalis)
Kalziumarsenit (Calcarea arsenicosa)
Karlsbader Wasser (Carlsbad aqua; wird nur in niederen Potenzen empfohlen)
Käseschmiere (Vernix caseata; eine fettige Schicht, die die Haut des Fötus bedeckt)
Katzenmilch (Lac felinum)
Kellerassel (Oniscus asellus)
Keuchhusten-Nosode (Pertussinum)
Klapperschlangengift (Crotalus horridus)
Kobalt (Cobaltum)
Kobragift (Naja tripudians)
Kohlenmonoxid (Carboneum oxygenisatum)
Kokain (Cocainum hydrochloricum)
Kondomgummi (Latex vulcani)
Königswasser (Nitromuriaticum acidum; Mischung aus starker Salpeter- und Salzsäure)
Kopfhautekzem-Nosode (Melitagrinum)
Korallen (Corallium rubrum)
Kreuzspinne (Aranea diadema)
Krötengift (Bufo rana)
Kubanische und Spanische Tarantel (Tarantula
Kupfer, Kupferarsenit (Cuprum metallicum, C.arsenicosum)
Lava und Schlacke des Vulkans Hekla (Hecla lava)
Lepra-Nosode (Leprominum)
Licht der Venus (Venus stella errans)
Löwenmilch (Lac leontis)
Magnetischer Nord- bzw. Südpol (Magnetis polus arcticus bzw. australis)
Maisbrand (Ustilago maydis)
Manganacetat (Manganum aceticum)
Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
Materialisierte Asche von Sai Baba (Vibhuti Sai Baba)
Menschenfloh (Pulex irritans)
Menschenkopflaus (Pediculus humanus capitis)
Menschlicher Hodenextrakt (Orchitinum)
Menschlicher Mutterkuchen (Placenta humana)
Mikrowellen (Microwave)
Milch des afrikanischen Elefanten (Lac loxodonta africana)
Milch des indischen Elefanten (Lac elephantis)
Milch des Wolfes (Lac lupi)
Milch einer Frau (Lac humanum)
Milch mehrerer Frauen (Lac maternum)
Milzbrand (Anthracinum; Bacillus anthracis aus der Milz des Schafes)
Mondstrahlen (Luna)
Mutterkorn (Secale cornutum)
Nabelschnur des Schweins (Funiculus umbilicalis suis)
Naphtalin (Naphthalinum)
Nasenschleimhaut (Mucosa nasalis)
Nickel (Niccolum metallicum)
Nierensteine (Calculus renalis)
Ohrenqualle (Medusa)
Opium
Osmium (Osmium metallicum)
Palladium (Palladium metallicum)
Paraffin (Paraffinum)
Petroleum
Pferdehaarehaar (Pilus equinus)
Pferdemauken-Nosode (Malandrinum; aus der Hautentzündung an der hinteren Fläche der Fessel in der Fesselbeuge)
Platin (Platinum metallicum)
Pocken-Nosode (Variolinum)
Purpurschnecke (Murex purpureus)
Quecksilber (Mercurius; in verschiedenen Formen)
Radiumbromid (Radium bromatum)
Rindergalle (Fel tauri)
Röntgenstrahlen (X-Ray; eine mit Röntgenstrahlen behandelte Alkoholampulle)
Rote Waldameise (Formica rufa)
Roter Seestern (Asterias rubens)
Sahara-Skorpion (Buthus australis)
Salzsäure (Muriaticum acidum)
Schierling (Conium maculatum)
Schimpansenmilch (Lac panis troglodytis)
Schwarze Witwe (Latrodectus mactans)
Schweinemilch (Lac suilinum)
Silber (Argentum metallicum)
Silbernitrat (Argentum nitricum)
Sonnenfinsternisstrahlen (Sol eclipsium)
Sonnenstrahlen (Sol)
Spanische Fliege (Cantharis vesicatoria)
Speichel tollwütiger Hunde (Lyssinum, Hydrophobinum)
Spinnennetz (Tela aranearum)
Staphylokokkeneiter (Staphylococcinum)
Stinktiersekret (Mephitis putorius)
Strontiumcarbonat (Strontium carbonicum)
Strychnin (Strychninum)
Stubenfliege (Musca domestica)
Südwestwind (Auster eurus)
Süßwasserschwamm (Badiaga)
Syphiliserreger-Nosode (Syphilinum)
TNT (Trinitrotoluenum)
Tripper-Nosode (Medorrhinum)
Tuberkulöse Lunge (Bacillinum Burnett)
Tuberkulöse Rinderabszesse (Tuberculinum bovinum Kent)
Tuberkulöser Hoden (Bacillinum testium)
Urin (Urinum humanum)
Vakuum (Vacuum)
Verdauungssaft des Hummers (Homarus)
Vogelspinne (Mygale lasiodora)
Walfischdreck (Ambra grisea, grauer Amber; aus dem Darm des Pottwals)
Westindische Feuerspinne (Theridion curassavicum)
Wismutnitrat (Bismuthum)
Zecke (Ixodes ricinus)
Zehennägelschuppen des Pferdes (Castor equi)
Zinn (Stannum metaliicum)
Zinnober (Cinnabaris)
Zyankali (Kali cyanatum

Wer auch nur ein Häkchen gesetzt hat, der liegt leider falsch. Sämtliche angeführten Substanzen finden in der Homöopathie Verwendung!

Neulich beim Hochpotenzieren...

Meine Einstellung zur Homöopathie, als eine Geißel der Hochschulmedizin und geistige Umweltverschmutzung, sollte man ja mittlerweile kennen. Umso mehr freut es mich da, dass der Wissenblog einen recht kurzen und doch umfangreichen Artikel zu dem Thema veröffentlicht hat. Ich kann nur all denen, die immer noch meinen, dass an der Homöopathie "was dran" wäre, empfehlen diesen zu lesen:

Was aber weniger bekannt ist, ist die Tatsache, daß Homöopathie eine esoterische Pseudowissenschaft ist. Die Übereinstimmungen zwischen Homöopathie, Astrologie und Numerologie (auch Kabbala) sind evident.

Dazu einige Beispiele:

Gleicher geistiger Background, gleiche Terminologie (bei Hahnemann nachzulesen): „Uridee, Archetypen, geistiges Wesen der Ursubstanz, Urgrund, Urübel = Erbsünde (Miasma), kosmische Urkraft“ etc. (gemeint ist der Schöpfer, die Schöpfung, Urgrund Gott).

Das „senkrechte Denken“ der symbolischen Astrologie („die Uridee durchzieht alle Ebenen von oben bis unten, im Sinne von wie oben so auch unten), manifestiert sich eindrucksvoll in der Homöopathie („Heilung von oben nach unten“ und 10er-Hierarchien).

Neulich im Buchladen...

Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! (Mt 19,21)

Allein in den vergangenen drei Jahren nahm das Oberhaupt der katholischen Kirche durch den Verkauf seiner Werke rund zwei Millionen Euro ein (kath.net)
Da hat unser Paparatzi doch mal wieder (fast) alles richtig gemacht, oder?

Donnerstag, Juni 05, 2008

Neulich bei der Ölsardine...

Ok, der Titel mag etwas provokant sein, aber der Fischblog hat sich sehr ausführlich mit dem Thema Erdöl beschäftigt und eine lesenswerte kleine Serie eingestellt, die vorzuenthalten eine Schande wäre:

Dienstag, Juni 03, 2008

Heiteres Zitateraten V

Wer hats gesagt?

"Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß heute das Judentum noch immer als geschlossenes Ganzes auftritt und als solches in die Entwickelung unserer gegenwärtigen Zustände vielfach ein- gegriffen hat, und das in einer Weise, die den abendländischen Kulturideen nichts weniger als günstig war. Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung innerhalb des modernen Völkerlebens, und daß es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion allein, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise."

  1. Joseph Goebbels anlässlich des Reichsparteitags 1937
  2. Rudolph Steiner, Begründer der Waldorfschulen
  3. Mahmud Ahmadinedschad, Präsident der islamischen Republik Iran