Montag, August 05, 2019

Neulich bei der Natürlichkeit...

Ich kann mich nicht an einen Tag in meinem Leben erinnern, an dem ich wirklich Hunger gelitten hätte (außer ich habe freiwillig auf die Nahrungsaufnahme verzichtet 😋). Das ist das Privileg, wenn man nach den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts in der "1. Welt" geboren ist. Es gibt immer noch Menschen auf dem Planeten, die hungern, immer noch zu viele, aber es wird besser.

D.h. in einem Land wie .de quält einen heute nicht mehr die Frage ob und wieviel man isst, sondern immer mehr was man isst. Die Nahrungsaufnahme war immer schon wichtig und gem. einiger Anthropologen könnte die Nahrungszubereitung der Schlüssel zur dominanten Stellung der menschlichen Spezies sein. Nicht der muskelbepackte Krieger hat es gedeichselt, sondern der Smutje, der Chef de Cuisine 😉

Interessanterweise zeichnen sich hier aber immer mehr religiöse Züge ab. Allen voran die Einteilung in schwarz und weiß... pardon... gut und böse. Wir "sündigen", wenn wir uns etwas Süßes gönnen, Fasten, was und wie wir essen (kein Schwein, koscher usw.) war auch schon immer Thema in den etablierten Weltanschauungen - auch wenn sich fast alles davon heute als Anachronismus darstellt - es ist "böse" ein Schwein zu essen, aber "gut" eine geschächtete Kuh zu verzehren... naja... wer's glaubt.

So ist im Supermarkt natürlich auch alles erst mal "gut" was irgendwie "bio", "natürlich" oder "vegan" heißt. Wir blenden dabei leider aus, dass nicht alles, was aus der Natur kommt per se "gut" ist. Eher das Gegenteil ist der Fall. 90% unseres Planeten (= Natur) ist für uns als Habitat nicht geeignet. Von den Millionen unterschiedlicher Spezies (Tiere sowie Pflanzen) sind nur ein geringer Teil für uns als Nahrung geeignet und davon schmeckt uns auch nur ein noch kleinerer Teil. Irgendwelche lustigen Mahlzeiten aus Algen haben sich (zum Glück) noch nicht großflächig durchgesetzt.

Würden wir heute nur das auf den Tisch bekommen, was die Natur "natürlich" produziert, dann hätten wahrscheinlich die wenigsten Freude daran. So gut wie alle Nahrungsmittel die wir kennen, egal ob pflanzlichen oder tierischen Ursprungs wurden vom Menschen über die Jahrtausende "genetisch" verändert - mit den Mitteln, die unseren Vorfahren zur Verfügung standen, was fast ausschließlich Züchtung bzw. Kreuzung war. D.h. wir essen (auch wenn es "bio" heißt) i.d.R. ein kulturelles, also menschgemachtes Produkt.

Insofern muss man ehrlicherweise anerkennen, dass ein aus dem Wolf durch Züchtung hervorgegangener Rehpinscher genauso natürlich bzw. unnatürlich ist, wie ein durch Genmanipulation erzeugter Rehpinscher. In der "Natur" kämen beide nicht vor - aber vielleicht hat die Natur uns genau deshalb "hervorgebracht", weil sie Bock auf Rehpinscher hatte? Was wir auch gerne ausblenden, die allermeisten Nutztiere und -pflanzen sind ohne die Menschliche Pflege in der Natur kaum oder nicht lebensfähig bzw. würden von ihren nicht gezüchteten/genmanipulierten Artgenossen überrannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein genmanipulierter Rehpinscher die Weltherrschaft an sich reiße, geht gegen null.

Somit sollten wir uns von irgendwelchen esoterischen oder metaphysischen Beurteilungen der Naturveränderung lösen (denn alles auf der Erde, auch die unbelebte Materie, "beeinflusst" die Natur/das Leben in irgendeiner Art und Weise) und zunächst möglichst objektiv und naturalistisch das Geplante durchdenken - welchen Nutzen bringt es, welche Risiken birgt es. Leben ist Veränderung, sich dagegen zu stellen, bedeutet in einem Orkan gegen den Wind zu pusten.

Donnerstag, August 01, 2019

Neulich beim Leipziger Allerlei...

Ok, ich gebe es zu, ich habe es satt Dinge wie diese hier zu lesen. Wieder mal geht es um Kinder, wieder mal geht es ums Essen und - wie könnte es anders sein - man hat mal wieder Schwein gehabt bzw. will keines mehr.

Ein Artikel wie dieser hier schlägt dann noch die Brücke, dass der Verzicht auf (Schweine)Fleisch ja auch positive Effekte für das Klima hätte und dass das Schwein ja ohnehin "die Zigarette unter den Grundnahrungsmitteln" wäre.

Übersehen wird dabei allerdings, dass die Initiierung des Verbots nicht daher kommt, dass man das Klima schützen oder die Kids vor einem Saumagen (anscheinend ja das Pendant zur Raucherlunge, wenn das Schwein schon die Zigarette ist...) bewahren, sondern dass hier unterschwellig bronzezeitliche Nahrungsvorschriften "geachtet" werden.

Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser - all diese Einrichtungen stehen allen Menschen in Deutschland zur Verfügung. In Deutschland gibt es kein Schweinefleischverbot, wie in Saudi Arabien. Auch kein Rindfleischverbot, wie für die meisten Kasten in Indien. Dafür steht aber auch kein Hund auf der Speisekarte, wie z.B. in Südkorea. Wenn ich in Papua-Neuguinea in die Schule gehe, kann ich dort nicht Nürnberger Rostbratwürstchen erwarten, nur weil ich diese gerne esse. Auf der Welt gibt es alle möglichen Befindlichkeiten die Nahrung betreffend, wie man z.B. hier nachlesen kann...

Wie wäre es, wenn ich z.B. 5 Kinder finde, die keinen Broccoli mögen. Könnte ich dann ein Broccoli Verbot durchsetzen? Wenn 10 Kinder Verdauungsprobleme bei Vollkornbrot bekommen, kommt dann die Weißbrotpflicht? Nussallergie? Glutenfrei? Laktoseintoleranz?

Spannend ist auch zu sehen, wenn steinalte Ernährungsvorschriften mit Erkenntnissen aus der modernen Wissenschaft begründet werden. Z.B. gab es auch schon in der Antike die Fleischbeschau, wenn auch noch keine Trichinen bekannt waren - aber man wusste, dass Fleisch belastet sein kann. Heute werden dann diese "Vorschriften" so gedeutet, als hätten unsere Vorfahren schon über besseres Wissen verfügt als wir heute.

Wenn man sich in einer Schulkantine auf irgendetwas einigt, dann soll das so sein. Nur bitte auf der Grundlage von Argumenten, die für alle nachvollziehbar sind. Bitte dann klar kommunizieren, dass man deswegen kein Schweinefleisch mehr anbietet, um der Klimakatastrophe entgegenzuwirken und bitte dann auch alle anderen Fleischsorten verbannen (und ggf. auch die Gemüsesorten, die eine schlechte CO2 Bilanz haben). Aber nicht weil man einen ein paar Jahrhunderte alten Text ausgegraben hat oder weil muslimische (oder jüdische) Schüler eher selten Schwein haben...







Dienstag, Juli 23, 2019

Neulich beim Kindersitzen...

Der Fahrradhelmproblematik hatte ich ja einigen Raum eingeräumt und mich damit auch eingehender beschäftigt. Umso erschreckender ist es, wenn man den Ausführungen dieses TED-Talks folgt:



Gesetzt den Fall, dass das so stimmt, dann hat uns die Kindersitzindustrie (mit Hilfe der Politik) über die letzten Jahr(zehnt)e etliche Millionen Euro für eine gefühlte Sicherheit raus geleiert, die mit Sicherheit aber eines geschafft hat, nämlich die Kindersitzproduzenten vor der Armut zu bewahren. Mit teilweise bis zu 700 Öcken teuren Modellen müssen die Erziehungsberechtigten ihre Fahrzeuge ausstatten, da ansonsten staatlicherseits ein saftiges Bußgeld droht (denn wenn man nicht glaubt, dann muss man halt Buße tun - logisch oder?).

Wie man hier sehen kann, übersteigen die Anzahl der Verkäufe an Kindersitzen die der Kinderwagen ca. um den Faktor 3 (2,3 Mio Kindersitze vs. knapp 800.000 Kinderwagen), d.h. Eltern kaufen 3x so viele Kindersitze wie Kinderwagen. Das hat v.a. zwei Gründe. Der eine ist, dass Kinder so ab 3-5 Jahren keinen Kinderwagen mehr benötigen. Der andere ist, dass "Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind" (§21 1a StVO), nur dann mitgenommen werden dürfen, wenn geeignete Rückhaltevorrichtungen vorhanden sind. D.h. man hat hier mittels einer wenig bis schlecht begründeten Gesetzgebung (der Kindersitz sieht zwar sicher aus, aber gem. der obigen Darstellung ist er in etwa gleichwertig zu normalem Anschnallen) eine Gelddruckmaschine geschaffen, über die sich die Produzenten noch so lange freuen werden, solange es Autos gibt...

Mittwoch, Juli 17, 2019

Gerade beim Kommissionieren...

Aus aktuellem Anlass mal ein schneller Einwurf. Wie man hier lesen kann, hat es ja Zensursula in die Europäische Kommission geschafft bzw. ist jetzt Präsidentin derselben. Parallel ist dann natürlich der Posten des/der Verteidigungsministers/in vakant, welcher, wie hier zu lesen ist, von AKK (nicht zu verwechseln mit AKW! außer vielleicht der Frisur...) ausgefüllt wird.

Das lässt für mich natürlich folgende Schlussfolgerungen zu:
Scheinbar befähigt einen ein abgeschlossenes Studium der Politik- und Rechtswissenschaften auf dem Gebiet der Landesverteidigung kompetent zu sein, obwohl man sonst eigentlich sein ganzes Leben in der Politik verbracht.
Scheinbar befähigt ein skandalumwittertes Engagement im Verteidigungsministerium dazu, sich für die Spitze der EU zu qualifizieren.

Der Basislohn eines EU-Kommissars beträgt 112,5 % des höchsten EU-Beamten (Grad 16), 19.909,89 Euro im Monat ohne Zulagen. Der Präsident erhält 138 % (24.422,80 Euro), Vizepräsidenten 125 % (22.122,10 Euro) und Hohe Vertreter 130 % (23.006,98 Euro). (siehe hier)
 Mich erinnert das fatal an den Spruch, dass ein Experte jemand ist, der immer mehr und mehr von immer weniger und weniger weiß, bis er zum Schluss alles von nichts weiß, wohingegen ein Politiker jemand ist, der immer weniger und weniger von immer mehr und mehr weiß, bis er zum Schluss nichts von allem weiß...

Montag, Juli 15, 2019

Neulich in Alabama...

Zum Thema Abtreibung habe ich ja wahrlich genug verfasst.

Erwähnenswert an dieser Stelle sei lediglich der Sachverhalt (der in diesem bezahl-Artikel des Spiegels dargelegt ist) den ich hier kurz zusammenfassen möchte:

Alabama hat sein Gesetz gegen Abtreibung verschärft (u.a. können einem Arzt der diese vornimmt 99 Jahre Haft drohen) mit dem Hintergedanken, dass dieses Gesetzt, das im übrigen im Gegensatz zu der Supremecourt Entscheidung Roe v. Wade auf Bundesebene steht, dann eben auch in nächster Zeit im Supremecourt entschieden wird. Hierin steckt die Hoffnung, dass die beiden konservativen, von Donald Duck Trump eingesetzten Richter eine Entscheidung gegen Abtreibung fällen werden.

Das Erschreckende ist, dass dies auch durchaus noch Erfolg haben könnte, was wiederum bedeutet, dass Frauenrechte mit Füßen getreten werden - aber hier haben wir Herren der Schöpfung ja schon eine jahrtausendealte Tradition.

Wenn man sich dann noch diesen Artikel im katholischen Witzblättchen anschaut, dann bekommt man langsam ein Gefühl dafür, wie "fake News" entstehen. Hier sprechen sie davon, dass "Immer mehr US-Bürger […] pro-life" seien, jedoch zeigt fowid, dass es sich bei diesem Statement um nichts anderes als Schönfärberei handelt. Die Zahl der Befürworter und Gegner sind in den USA in den letzten 25 Jahren erstaunlich stabil. Somit lese ich daraus, dass zwar im letzten Vierteljahrhundert etliche Ewiggestrige weggestorben sind, aber in den USA hier steter Nachschub besteht.
"Die Männer verbieten die Abtreibung im Allgemeinen, akzeptieren sie aber im Einzelnen als eine bequeme Lösung. Sie können es sich leisten, sich mit leichtfertigem Zynismus zu widersprechen, aber die Frau spürt diese Widersprüche in ihrem Fleisch." - Simone de Beauvoir

Montag, Juli 08, 2019

Neulich beim beitragen können...

Frage nicht, was Deine Medien für Dich tun können, frage lieber, was Du zu ihnen beitragen kannst... Dieses paraphrasierte Kennedy-Zitat bildet imho ganz sinnig ab, wie sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ÖR) gerieren, ist doch fast all das, was ich schon hier vor 13 Jahren geschrieben habe eingetreten.

Man hat mittlerweile die "freie Wahl" einen festen Wohnsitz zu haben und den ÖR zwangsweise zu bezuschussen oder man ist obdachlos und zahlt nichts. Die Gebühr... pardon... der Beitrag hat steuerlichen Charakter, d.h. Grundsteuer oder Rundfunkbreitrag lassen sich von einem Außenstehenden nicht wirklich unterscheiden. Auch ist die Frage, was eigentlich eine Grundversorgung sei, niemals erschöpfend beantwortet worden.

Doch eines der ad nauseam angeführten Argumente ist die "Unabhängigkeit". Ohne eine von der Politik unabhängige Finanzierung des ÖR könnte dieser nicht kritisch berichten, sondern wäre (wenn werbefinanziert) von den Werbekunden abhängig und würde diese schonen oder (wenn steuerfinanziert) von der Politik abhängig und schonte eben diese. Schön, dass man mit einer unabhängigen Finanzierung dann quasi machen kann, was man will - im Fall von ARD und ZDF bedeutet das, einfach alle mal zu schonen. Kritische Berichterstattung muss man mit der Lupe suchen, tendenziöse, weichgespülte und unterschwellig meinungsbildende Formate findet man an jeder Ecke.

So wie man es in einer Partei zu nichts bringt, wenn man nicht "linientreu" ist, so hat man auch im ÖR keine Chance, wenn die Schere im Kopf nicht groß genug ist, eine ausreichende Vorzensur zu betreiben (die natürlich nicht so genannt werden darf). Wenn man jetzt noch Carsten Frerks Buch im Hinterkopf hat und sich dann den Bayrischen Rundfunkrat anschaut, dann wundert man sich eigentlich über gar nichts mehr. Die Politik ist kirchengesteuert (oder wenigstens stark beeinflusst) und das Fernsehen politikgesteuert (oder wenigstens stark beeinflusst).

Den Bayrischer Rundfunkrat in seiner ganzen Pracht kann man hier bestaunen. Wichtiger aber noch die Zugehörigkeit der Mitglieder. Der Einfachheit halber, habe ich mich auf die Bereiche Politik und Religion bzw. Kirche beschränkt. Auch Muslime oder Juden zähle ich zur Fraktion der Gläubigen. Sollte ein Vertreter ein offensichtliches tendenziöses Amt Innehaben (z.B. Marcel Huber, der als Politiker noch Vorsitzender des "Katholischen Männervereins Tuntenhausen" (difficilam est, satiram non scribere…) ist), so bringt das natürliche eine Stimme auf der einen und anderen Seite. Nicht berücksichtigt habe ich die persönlichen Glaubensvorstellungen, selbst wenn sie angegeben waren. Zum Schluss sehen wir folgendes Ergebnis:

Politiker oder der Politik nahestehende Mitglieder: 37
Vertreter der Glaubensfraktion oder dieser nahestehend: 10
Mitglieder ohne eindeutige Zuordnung: 9

D.h. bei 50 Mitgliedern beobachtet man eine extreme Schlagseite seitens der Politik (74%), wohingegen sich die Glaubensfraktion zumindest offiziell nicht allzu stark vertreten ist (20%). Lediglich knapp 20% konnte ich keinem Lager zuweisen, was jedoch bedeutet, so sich Kirche und Staat einig sind, diese immer mit 80% dagegen halten können. Eine unabhängige vierte Gewalt in Form der ÖR kann ich nicht erkennen. Damit das nicht allzu trocken wird, hier noch ein kleiner Clip dazu:


Man kann jetzt natürlich einwenden, dass der ÖR nicht alles ist und dass es doch jede Menge private Sender und Print-/Onlinemedien gäbe, jedoch möchte ich an dieser Stelle Volker Pispers zu Wort kommen lassen...

Mittwoch, Juli 03, 2019

Neulich beim Gruseln...

Wer kennt es nicht, dieses Gefühl gruseligen Schauderns, das einen z.B. bei einem gut gemachten Horrorfilm überfällt. Oder auch bei Filmen wie "Fight Club" oder "Inception", die zum Schluss noch einen schönen Twist in die Geschichte bringen, so dass man das gerade Gesehene noch einmal hinterfragen zu müssen glaubt.

Ein vergleichbarer Grusel befällt einen, wenn man Carsten Frerks Buch "Kirchenrepublik Deutschland - Kirchlicher Lobbyismus" liest. Viele irreale Verschwörungstheorien bzgl. "Lügenpresse" oder ähnlichen, unbegründeten Behauptungen verblassen gegen die real existierende Einflussnahme auf politischer Ebene v.a. durch die beiden Großkirchen. Hatte man diesen (zumindest von meiner Seite) immer schon das Übelste unterstellt, so ist das tatsächliche Ausmaß der Einflussnahme wahrlich angsteinflößend.

Akribisch hat Carsten Frerk hier auf Bundes- und Landesebene all die Fakten zusammengetragen, die letztlich keinen anderen Schluss zulassen, als dass jedes Gesetz, jede Regelung nur dann Erfolg haben kann, wenn es auch das Plazet der beiden Kirchen erhält. Auf Bundes- wie Landesregierungen wird eindrücklich Einfluss genommen, wobei diese Art von Lobbyismus noch nicht einmal offengelegt werden muss. Wen wundert es da noch, dass man sich in Deutschland mit dem selbst bestimmten Sterben so schwer tut, wohingegen Länder wie die Niederlande oder die Schweiz schon vernünftige Regelungen geschaffen haben. Wen wundert es noch, dass die Zahlungen staatlicherseits an die Kirchen nicht eingestellt werden (Forderungen die teilweise 200 Jahre alt sind), wenn doch diejenigen, die diese Zahlungen abstellen könnten mit denjenigen, die dagegen intervenieren zusammen im Beichtstuhl sitzen, Empfänge besuchen, von der Politik in kirchliche Unternehmungen wechseln und umgekehrt - kurz, mich wundert seit der Lektüre nichts mehr. Deutschland ist massiv mit kirchlicher Einflussnahme durchseucht und Carsten Frerks großer Verdienst in dieses Hinsicht ist, dass dies nun schwarz auf weiß veröffentlicht ist.

Vergleichbar minutiös wie in seinen Büchern zum Finanzwesen der Kirchen bzw. deren caritativen Einrichtungen stellt Carsten Frerk auch hier die Verflechtungen zwischen Politik und Kirche dar. Das bedingt - und das ist imho die einzige Schattenseite des Buches - dass die Ausführungen über manche Strecken trocken wirken. Nur ist die Beweisaufnahme in einem Gerichtsprozess, mit dem man das hier durchaus vergleichen könnte, nun auch nicht gerade eine Ausgeburt an sprühender Phantasie und Kurzweil. Es muss halt erst mal (um mit Augstein zu sprechen) "gesagt werden, was ist". Und diese Klüngelei, fast schon Vetternwirtschaft, ist über Jahre gewachsen und kann per se nicht in 5 Sätzen dargestellt werden.

Fazit: Wer keine oder wenig (kirchenkritische) Sachbücher liest, sollte vielleicht eher die Finger davon lassen (und sich eher mal "Kirche im Kopf" zu Gemüte führen). Wer aber die Büchse der Pandora öffnen möchte, wer erfahren möchte, wie stark religiöses Denken die Geschicke der Bundesrepublik prägt, der kommt an diesem Buch nicht wirklich vorbei.

7,5 von 8 möglichen Punkten


Freitag, Juni 28, 2019

Neulich bei der Schlacht um Malakow...

Wie man hier nachlesen kann, wurde das Fort Malakow 1855 erobert, sinnigerweise auf der Halbinsel Krim, was wiederum bedeutet, dass um dieses Beinahe-Eiland schon die längste Zeit gestritten wird (evtl. liegt das ja an der Sektproduktion...).
An anderer Stelle steht, dass die Festung evtl. der Namensgeber einer österreichischen Tortenspezialität wäre - ich übernehme das einfach mal ungefragt, denn egal warum was wie heißt, Hauptsache es schmeckt 😉
Und wie schon Reinhard Mey feststellte, ist nicht der Run auf das Buffet mit einer Schlacht vergleichbar?

Hier also nun mein ultimatives Rezept für eine Malakow-Torte:

Zutaten:
  • Löffelbiskuits (ich nehme immer ca. 400g)
  • Puderzucker (250g)
  • 2 EL Zucker
  • Butter (250g)
  • geriebene und geschälte Mandeln (200-250g - je nach Verpackung)
  • Sahne (500 ml)
  • 7 Eier (6 Eidotter + 1 ganzes Ei)
  • Vanille(zucker)
  • Milch (250 ml)
  • 6cl Rum (Stroh Rum mit 80%)
  • Sahnesteif
  • Raspelschokolade (Vollmilch)

Utensilien:
- Springform üblicher Größe (26cm), Glasboden bietet sich an
- Küchenmaschine (man kann das auch mit der Hand rühren)
- Backpapier
- Konditorspachtel

Die Herstellung der Torte unterteilt sich im wesentlichen in 3 Arbeitsschritte:
1. Herstellung der Masse (Butter-Mandel-Creme)
2. Das Befüllen der Springform mit Löffelbiskuits und der Masse (abwechselnd)
3. mind. 12 h Ruhephase im Kühlschrank

Phase 1:
Die Zutaten sollten Zimmertemperatur haben (d.h. die v.a. die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen!). Die Butter schaumig rühren, dann abwechselnd Puderzucker und die 6 Eidotter sowie Vanille und/oder Vanillezucker (nach Geschmack) in die Butter einrühren. Danach die Mandeln einrühren. Jetzt abwechselnd 200 ml Sahne und 4 cl Rum einrühren.

Phase 2:
In einem Gefäß folgende Mischung herstellen:
250 ml Milch, 1 Ei und 2 cl Rum gut verquirlen, ggf. auch hier Vanillezucker hinzugeben
Danach jedes Löffelbiskuit kurz in dieses Milchmischung eintunken und dann in die Springform legen. Man kann hier mit dem Richtwert 3x Eintunken für weniger als 0,5 Sekunden beginnen. Wichtig ist, dass sich die die Biskuits nicht vollsaugen, sondern sich quasi nur am Rand etwas angesaugt haben, innen sollten sie noch trocken sein. Beim Belegen der Löffelbiskuits in der Springform ist darauf zu achten, dass diese nicht zu dicht liegen. Sie sollen sich leicht berühren, aber nicht reingequetscht werden. Zu dichtes Verlegen verhindert die Aufnahme der Flüssigkeit aus der Masse und die Torte wird dann trocken. Zu lockeres Verlegen verbraucht mehr Masse und macht die Torte instabiler.
Ist die Lage Löffelbiskuits eingelegt, wird diese mit einer Lage Masse bedeckt. Hier ist v.a. darauf zu achten, dass die Masse gut in die Zwischenräume kommt und möglichst gleichmäßig verteilt wird. Anschließend wieder eine Lage Löffelbiskuits usw..
Ich bekomme in meiner Springform 3 Lagen Löffelbiskuits unter und verwende die meiste Masse für die letzte Lage.

Phase 3:
Die Torte in der Springform mit Backpapier bedecken und einen "Deckel" darauflegen. Man kann hierzu einen anderen Springform-Boden verwenden oder sich aus einem Karton etwas zurechtschneiden. Diese Konstruktion jetzt mindestens 12 h (besser 24 h) in den Kühlschrank stellen und dort z.B. mit vorhandenen Gegenständen beschweren - ich nehme hier i.d.R. 2-3 Milchpackungen. Durch die Ruhezeit und das Gewicht nehmen die (innen noch trockenen) Löffelbiskuits die Flüssigkeit der Masse auf und man erhält eine butterweiche Buttermandelcremetorte 😋

Servieren:
Hier ist der individuellen Phantasie keine Grenze gesetzt. Ich halte das normalerweise relativ schlicht und schlage die verbleibende Sahne, versetzt mit den 2 EL Zucker, Vanillezucker und Sahnesteif fest und bestreiche die aus der Springform genommene Torte oben und an den Seiten. Darüber gebe ich die Raspelschokolade. Die Torte sollte immer gekühlt serviert werden und sich nicht zu lange bei Zimmertemperatur aufhalten, da sie sonst anfängt zu zerfließen. Die Torte lässt sich wohl auch einfrieren - jedoch habe ich das selbst (mangels geeigneter Tiefkühleinrichtung) noch nie probiert.

Bon Appétit!


Dienstag, Juni 18, 2019

Neulich in der Röhre...

Meme sind ja das, was unsere irdische Existenz überdauern kann. Bei dadada-da denken vielleicht einige an Beethovens 5. Symphonie, bei da-da-da evtl. eher an Trio und die Neue Deutsche Welle.

Ich habe mir auch gedacht, es sollte etwas geben, was mich überdauert und was quasi der Fundbürosong des 21. Jahrhunderts werden könnte, deswegen habe ich mich po8isch (zum zweiten Mal) auf YouTube verewigt. Diesmal mit einer Geschichte in englischer Sprache, um die Zielgruppe zu vergrößern - tja, wenn er nur mal viral ginge... 😉



Samstag, Juni 15, 2019

Neulich auf dem Globuli...

Gut, das Thema ist ja nicht neu in diesem Blog, wie man hier, hier und hier nachlesen kann...

Jedoch gibt es ein paar interessante Neuigkeiten zu dem Thema. Zum einen ist sich ein Globulihersteller nicht zu blöd Leute zu verklagen, die "behaupten", dass die Homöopathie noch nie eine Wirksamkeit über dem Placebo-Effekt hinaus darstellen konnte (wie man hier nachlesen kann) - wohingegen noch niemand diesen Hersteller verklagt hat, wegen dessen Behauptung, Zuckerkügelchen trügen in irgendeiner Art und Weise zum Heilungserfolg bei. Zum anderen gibt es diese wirklich gute und kritische Homoöpathieseite, die wirklich keine Frage unbeantwortet lässt:

Babys haben sehr feine Antennen 
Die Homöopathie ist nun besonders geschickt darin, diese beiden Mechanismen zu benutzen. Sie verabreicht einerseits wirkstofflose Tablettchen und sie verbindet dies oft mit einem Ritual an Zuwendung, Empathie und der Kraft guter Erfahrungen. Die Globuli tragen somit die Bedeutung "ich lasse Dir Hilfe zuteil werden, liebes Kind" und zwar ohne, dass dies unbedingt in Worte gefasst wird. Die Mutter strahlt aus, dass sie helfen kann, dass sie etwas tun kann, dass sie sich von den Globuli Hilfe verspricht. Das Kind bekommt etwas, das ihm helfen soll, es nimmt wahr, dass es mit seinem Problem nicht allein gelassen wird. Das tut gut. Beiden. Die Mutter/der Vater beruhigt sich und auch das tut Kind und Eltern gut. Das müssen auch keine krassen Verhaltensänderungen sein, Kinder und Babys spüren intuitiv kleinste Veränderungen. Sie sind so abhängig von uns, dass sie mit feinsten Antennen ausgestattet sind.
Und zu guter Letzt, für alle die, die sich lieber ein Video anschauen anstatt zu lesen, hat Jan Böhmermann das auch noch in seinem Neo Casino Magazin Royale aufgegriffen...


Donnerstag, Juni 13, 2019

Neulich in der Nutshell...

Doppelbesteuerung leichtgemacht...

In einer gedachten Volkswirtschaft mit 3 Teilnehmern (A, B, Staat), verdient A 10 Euro, B bezieht HartzIV in Höhe von 5 Euro, Zigaretten kosten 5 Euro p. Schachtel mit 80% Tabaksteuer und die Steuerquote beträgt 50%, hinzu kommt noch, dass A & B rauchen.

Was beobachten wir:

A verdient 10 Euro und muss 5 an den Staat abdrücken.
A kauft Zigaretten für 5 Euro von denen wiederum 4 an den Staat abgeführt werden.
Der Staat bezahlt B 5 Euro.
B kauft Zigaretten für 5 Euro (-> 4 Euro an den Staat).

Endsaldo:
A:        0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:        0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
Staat:   8,00 €

Gleiches Szenario, nur jetzt fällt die Tabaksteuer weg:

Endsaldo:
A:        4,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:        4,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
Staat:   0,00 €

Jetzt noch das Szenario, ganz ohne Steuern & Umverteilung:

Endsaldo:
A:        9,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:        0,00 €
Staat:   0,00 €

Und zu guter Letzt noch die Königsübung (Szenario 1, Zinssatz 20%, Einkommenssteuer 50%, Tabaksteuer 40%):

C ist Zigarettenproduzent und Arbeitgeber von A.
C hat sich 10 Euro von Bank D geliehen um A zu bezahlen.
Bank D wiederum hat sich 10 Euro beim Staat geliehen.
C zahlt 10 € an A (davon 5 € an Staat).
Staat zahlt 5 € an B
A & B kaufen für 5 € Zigaretten von C.
C zahlt mit seinen 2 € die Zinsen an Bank D
D zahlt 1 € Zinsen an Staat. 
D zahlt 0,5 € Steuern auf Gewinn durch Zinseinkünfte

Endsaldo:

A:       0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:       0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
C:       0,00 €
D:       0,50 € + 10 € Forderung gegen C
Staat:  9,50 € + 10 € Forderung gegen D

Honi soit qui mal y pense

Samstag, Juni 08, 2019

Neues Spiel, neues Glück?

Ok, man hat ja schon so ziemlich alles gesehen,
  • Pferde vor der Apotheke kotzen,
  • die Wiedervereinigung und erneute Trennung von Modern Talking (sogar für eine Coverversion von Cherry Lady ist sich Capital Bra nicht zu blöd),
  • den Schulz-Zug abfahren,
  • die Automobilindustrie kartelliert sich (hat so was von karamellisieren, irgendwie was klebriges...)
  • den Islam zu Deutschland bundespräsidial dazu zu dichten um kurz darauf über die eigene Geiz-ist-geil Mentalität zu stolpern,
  • diverses frühlingshaftes Erwachen in muslimisch geprägten Ländern nebst Decollation missliebiger Despoten
  • konsequenzenlose Besetzung mancher Inseln im Schwarzen Meer, weil der Sekt ausgegangen ist,
  • das Ende der Zuma'schen Kleptokratur in Südafrika und Ersatz derselben durch die Rhamaposaische
  • die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in .de (nicht aus Überzeugung, sondern weil man hier im Wahljahr Stimmen abzufangen glaubte)
  • gro(ß)ko(tzige) Koalitionen im Bundestag in Endlosschleife
  • Frühverrentungsbestrebungen der österreichischen "Freiheitselite" durch alkohol- und gummibärchengeschwängerte Gespräche in Urlaubsdomizilen
  • halbherzige Flüchtlingspolitik, die den braunen Schmutz nach mehr als 80 Jahren wieder in die Regierung brachte
  • das Ende des Echo (was kein Verlust wahr.. wahr.. wahr..),
  • ein brasilianisches Sommermärchen mit anschließender Weltmeisterüberheblichkeit und dem obligatorischen tiefen Fall,
  • Whistleblowing als neue Freizeitbeschäftigung mit anschließender Freiheitsberaubung in Militärgefängnissen oder Botschaften nebst geschlechtsangleichender Operation,
  • den ersten Papst seit langem, der nicht im Amt verstorben, sondern in Rente gegangen ist... aber sowas von ratz fatz…
  • Donald Duck ist Präsident der USA... was?... ok, anderer Nachname, aber der Rest passt,
  • kommerzielle Weihnachtsmärkte sind Gott ein Dorn im Auge, darum setzt er hier ab und an ein (LKW Kenn)Zeichen, Altbundeskanzler anscheinend auch... auch der Kohl hat ein Ende (R.I.P.) nur die Wurst hat zwei,
  • Karlheinz Deschner schmort neben Christopher Hitchens in der Hölle - ich hab's mit eigenen Augen gesehen!,
  • totgesagte leben länger, speziell wenn es sich um Po8en handelt...
Also alles beim alten, oder? ...ohne Anspruch auf Regelmäßigkeit, Brett vor dem Kopf, Schaum vor dem Mund oder mit dem Versprechen über den Tellerrand hinaussehen zu können, habe ich beschlossen hier doch noch das eine oder andere aufzuschreiben. 😜

Dienstag, März 02, 2010

Neulich in Bosbach...

"Viele Straftaten könnten nur mit den Daten aus der Vorratsdatenspeicherung
aufgeklärt werden, sagte der CDU-Politiker der "Bild-Zeitung" (Dienstagsausgabe). "Sollte das Gericht das Gesetz verwerfen, werden viele Täter nicht mehr überführt werden können. Die Terrorhelfer sind hochkommunikativ und konspirativ, wir brauchen den Datenzugriff." Das Bundesverfassungsgericht verkündet am Dienstag sein Grundsatzurteil zur Datenspeicherung." (
Wolfgang
Bosbach
)

Wieviele Straftaten können verhindert werden? Wievle Täter können nicht mehr überführt werden. Solange diese Zahlen nicht auf dem Tisch sind, sind Sie ein Dummschwätzer, Herr Bosbach!

Freitag, Januar 22, 2010

Neulich in Braunschweig...

"Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die hier dargestellten Schwierigkeiten mit der Aussagekraft aller globaler Klimamodelle den sogenannten "Klimawissenschaftlern" bekannt sind. Als die "Klimawissenschaftler" von den Politikern (IPCC) die Aufgabe übernahmen, mit Modellrechnungen die angeblich durch Kohlendioxid verursachten Klimaveränderungen zu berechnen, haben diese Leute sehr bewußt gelogen und die Öffentlichkeit betrogen, da sie genau wußten, daß nie realitätsnahe "Rechnungen" möglich sind und sein werden. Deshalb werden die "Ergebnisse" wie vom Delphischen Orakel verkündet, wodurch die "Klima-Wissenschaftler" nur schwer von Astrologen zu unterscheiden sind. Grundlage teurer Maßnahmen sollten endlich wieder wirklich gemessene Größen sein und nicht aus schlechten Modellvorstellungen geschätzte und hochgerechnete Zahlen (Szenarien)."
Prof. Dr. Gerhard Gerlich, TU Braunschweig

Freitag, Dezember 25, 2009

Neulich beim Erwartungswert...

Nehmen wir mal an, in einer Schule klaut eine Bande von Rüpeln den anderen Kindern immer das Pausenbrot. V.a. werden immer die Kinder bestohlen, welche etwas besonders Leckeres dabeihaben. Auf Grund dieser Praxis beschließen immer mehr Kinder nur noch eklige Frühstücke mitzubringen. Wenn jetzt die Rüpel ein Mitspracherecht bei der elterlichen Frühstücksgestaltung hätten, was würden wir dann erwarten?

Und genauso verhält es sich mit dem Sozialschmarotzer Ulrich Blum, der Zeit seines Lebens nur im Universitätsbetrieb tätig war und somit auf Kosten der Allgemeinheit lebte, welcher vorschlug:

Wer aus der Kirche austritt und keine Kirchensteuer zahlt, sollte eine andere Abgabe an eine soziale Einrichtung wie das Rote Kreuz entrichten.
Klar, dass jemandem, der sich auf Kosten der Nettosteuerzahler durchfuttert keine Begründung zu blöd ist, die Einkommensbasis zu verbreitern - oder deutlicher formuliert, die Bürger noch mehr von staatlicher/staatsnaher Seite zu bestehlen, als dies ohnehin schon der Fall ist1.

Wenigstens gaben die Säkularen auf diesen Blödsinn kontra:
Von einer Ausnutzung der Kirchen durch Nichtkirchliche, so Ladwig, könne also gar keine Rede sein. Im Gegenteil ließen sich die Kirchen ihre inneren Angelegenheiten von der Allgemeinheit finanzieren. Anlässlich des Vorstoßes des "Kirchenlobbyisten Blum", so Ladwig, sollte man es auch mal anders herum sehen: "Wenn also vom Subventionsabbau die Rede ist, müsste man den Transfer in die Kirchen mal in den Blick nehmen.

Das einzig überraschende an diesem Thema ist, dass noch niemand vor Blum auf diese Schnapsidee kam. Alles andere, nämlich dass die Bild dies als regierungsnahes und christliche Blatt unkritisch kolportierte, dass es keinen Aufschrei aus der Politik gab und dass Herr Blum (als Volkswirtschaftswissenschaftler!) keine Ahnung von der Finanzierung der Kirchen hat, erfüllt auch hier voll den Erwartungswert.


1: Nach allgemeinem Verständnis liegt nämlich dann Diebstahl vor, wenn Eigentum ohne die Zustimmung des Eigentümers übertragen wird. Dass sich der Staat hier sein Extrawürstchen in Form der Besteuerung geschaffen hat, unterstreicht nur den unmoralischen Ansatz.

Mittwoch, Dezember 23, 2009

Neulich beim Ökologismus...

Religionen müssen immer alt und verstaubt sein? Hier mal ein neues Angebot:
Die zehn Gebote des Öko-Glaubens:

Das erste Gebot: Du sollst dich fürchten!
Das furchtbarste Szenario ist das wahrscheinlichste. Wenn es einmal gut ging, so kommt es beim nächsten Mal umso schlimmer.

Das zweite Gebot: Du sollst ein schlechtes Gewissen haben!
Wer lebt, schadet der Umwelt - alleine schon durch seine Existenz

Das dritte Gebot:Du sollst nicht zweifeln!
Die Ökobewegung irrt nie. Wer daran zweifelt, dient den Ungläubigen.

Viertes Gebot: Die Natur ist unser gütiger Gott!
Sie besteht aus Pandabären, Robbenbabys, Sonnenuntergängen und Blumen. Erdbeben, Wirbelstürme und Killerviren sind Folgen menschlicher Hybris

Fünftes Gebot: Du sollst deine Gattung verachten!
Der Mensch ist das Krebsgeschwür des Globus. Vor seinem Auftauchen war der Planet eine friedliche Idylle.

Sechstes Gebot: Du sollst die Freiheit des Marktes verabscheuen!
Der Planet kann nur durch zentrale Planung internationaler Großbürokratien gerettet werden

Siebtes Gebot: Du sollst nicht konsumieren!
Was immer du auch kaufst, benutzt oder verbrauchst: Es schadet der Umwelt. Die Zuteilung von Gütern sollte den weisen Priestern des Ökologismus übertragen werden. [...]

Montag, Dezember 21, 2009

Neulich beim wilden Alarmieren...

Das ef-magazin hat einen sehr lesenswerten dreiteiligen Beitrag zum leidigen Thema Klima veröffentlicht:
Vor einer Woche reisten die Politik der Welt nach Kopenhagen. Sie benötigten bislang 1200 Limousinen – so viele, dass die dänischen Autovermieter sich in den Nachbarländern versorgen mussten – und 120 Jets – was dazu führte, dass zahlreiche Flüge auf Nachbarflughäfen umgeleitet werden mussten, um die schweren Lasten für uns zu besprechen, die aber um des Klimas Willen leider notwendig seien.

Hier zu Teil 1
Hier zu Teil 2
Hier zu Teil 3

Dienstag, Dezember 15, 2009

Neulich beim Wirtschaftsweisen...

Im aktuellen Spiegel wird der "Wirtschaftsweise" Wolfgang Wiegard, Zeit seines Lebens Sozialschmarotzer auf Kosten der Steuerzahler - er hat den Universitätsbetrieb nie verlassen - und SPD Mitglied, mit folgendem Satz bzgl. des Mehrwertsteuergeplänkels im Hotel- und Gaststättengewerbe zitiert:
"Das Steuerrecht wird komplizierter, und Geld wird verschenkt, das dringend benötigt würde."

Soso.. also Geld wird verschenkt, wenn Unternehmen und/oder Bürger nicht ganz so stark vom Staat finanziell geschröpft werden? Der Staat hat kein Geld zum verschenken, denn alles was er vermeintlich verschenkt, muss er erst jemandem anderen mit Gewalt wegnehmen. Diese simple Weisheit sollte herrn Wiegard doch geläufig sein...

Das Steurrecht in .de ist imho schon eines der kompliziertesten, willkürlichsten und ungerechtesten weltweit - "komplizierter" vermittelt hier ja fälschlich den Eindruck, dass es vorher einfach war! Weiters wird kein Geld verschenkt, sondern das Geld bleibt bei demjenigen, der es verdient hat (der Gast, der weniger ausgeben muss und der Wirt, der weniger abführen muss). Zu behaupten das Geld würde "dringend (wo anders) benötigt", heißt nur, sich anzumaßen besser zu wissen, wie Individuen ihr Geld auszugeben haben.

Als Wirtschaftsweiser (quasi die moderne Form der Auguren) in Allwissenheitsphantasien zu schwelgen ist das eine, diese aber öffentlich und ohne Beleg hinauszuposaunen ist in meinen Augen mehr als dreist - jedoch das übliche Prozedere.

Freitag, November 27, 2009

Neulich ein bisschen rosa...

Die Sau mit der "rosa Salbe" wurde ja schon durchs Dorf getrieben, hier noch mal eine kurze Zusammenfassung (beim Eso Blog geklaut):

Mittwoch, November 25, 2009

Neulich, vom Menschen gemacht...

"Stellen Sie sich nun einen Frühzeitmenschen vor, der sich nach einem Tag fröhlicher Werkzeugarbeit in seiner Umwelt umsieht. Er schaut sich um und sieht eine Welt, die ihm wahnsinnig gut gefällt: Hinter ihm liegen Berge mit Höhlen darin - Berge sind toll, weil man sich in den Höhlen verstecken kann und nicht im Regen herumlaufen muß, und die Bären kriegen einen nicht; vor ihm liegt der Wald - darin gibt's Nüsse und Beeren und andere Leckereien; ein Bach fließt vorbei, gefüllt mit Wasser - köstlich zu trinken, man kann die Boote darin zum Schwimmen bringen und überhaupt alles mögliche damit anstellen. Und da ist ja auch Vetter Ug, der hat gerade ein Mammut gefangen -Mammuts sind toll, man kann sie essen, man kann ihre Felle tragen, man kann aus ihren Knochen Waffen herstellen, um andere Mammuts zu fangen. Echt, diese Welt ist großartig, sie ist phantastisch.

Aber unser Mensch hat einen Augenblick Zeit nachzudenken, und er denkt sich: »Also, das ist wirklich eine interessante Welt, in der ich lebe«, und dann stellt er sich eine sehr tückische Frage, eine Frage, die völlig bedeutungslos und trügerisch ist, sich aber nur aufgrund des Wesens seiner Per­sönlichkeit stellt, der Persönlichkeit, zu der er sich entwickelt hat und die erfolgreich ist, weil er so denkt. Der Mensch als Macher betrachtet seine Welt und sagt: »Wer hat das alles gemacht?« Wer hat das gemacht? - Sie merken, warum das eine tückische Frage ist. Der Frühzeitmensch denkt: »Weil es nur ein Lebewesen gibt, das ich kenne, das Dinge herstellt, muß derjenige, egal wer es ist, der all dies gemacht hat, viel größer, viel mächtiger und zwangsläufig unsichtbar sein; einer wie ich, und weil ich meist der Starke bin, der alles macht, ist er wahrscheinlich ein Mann.« So sind wir zur Gottesidee gelangt. Weil wir aber, wenn wir Dinge herstellen, auch vorhaben, etwas mit ihnen anzustellen, fragt sich der Mensch der Frühzeit: »Wenn er es gemacht hat, wozu hat er es gemacht?« Und jetzt schlägt die Falle zu, denn der Frühzeitmensch denkt: »Diese Welt paßt sehr gut zu mir. Es gibt all diese Dinge, die mir helfen, mich ernähren und auf mich aufpassen; ja, diese Welt ist wie für mich geschaffen«, und er kommt zur unausweichlichen Schlußfolgerung, daß, wer auch immer die Welt gemacht hat, sie für ihn geschaffen hat."
(Douglas Adams)

Und stellen Sie sich nun einen Menschen im 21. Jh. vor. Dieser stellt sich, als Macher, eine sehr tücksiche Frage "Wer hat das Klima so warm gemacht?" und weil er der einzige ist, der sich einen Schinken-Käse-Toast auf dem Herd warmmachen kann und die Idee vom unsichtbaren Warmmacher nicht wirklich wissenschaftlich ist, ist er zur Idee gelangt, dass er es wohl selbst sein muss, der mit seinem Herd oder irgendeinem anderen Ding, welches er oder seine Vorfahren erfunden haben, das Klima wärmer macht. Mit dieser Idee im Kopf beginnt er zu messen und zu zählen, bohrt tiefe Löcher in den Boden, pinkelt tiefe Löcher in den Schnee und findet Daten, die seine Theorie weiter stützen. Angetrieben von diesem Erfolg sucht er immer weiter und weiter und findet immer mehr, was prima zu seiner Idee passt. Wenn er etwas findet, was nicht passt, dann wird es ignoriert oder umgedeutet, verharmlost oder in eine Verschwörungstheorie gepackt, denn es kann ja nicht sein, dass ein wärmeres Klima von jemandem anderes gemacht worden sein soll, als vom einzigen Macher hier auf Erden.

Da eine Idee nicht dumm genug sein kann, um sie nicht seinem Nachbarn zu erzählen, posaunt der Mensch seine Erkenntnisse in die Welt hinaus. Und da fast alle anderen auch so denken wie er, dass es einen Warmmacher geben muss und dass dieser Warmmacher nur der Mensch sein kann, laufen sie alle in einer Stadt zusammen, die Kaufmannshafen (oder so ähnlich) heißt, um dort den Kaltmacher zu bestimmen. Denn wenn der Mensch die Welt warm gemacht hat, dann kann er sie natürlich auch wieder kalt machen - logisch, oder?

Samstag, November 21, 2009

Neulich reichlich undifferenziert...

Spiegel-online, genauer der Journalist Wolfgang Kaden, spricht ein wichtiges Thema an, nämlich Deutschland verfällt dem Schuldenrausch. Doch wäre es ein Spiegelartikel, wenn er klar Ross und Reiter nennen würde? Stattdessen wird undifferenziert moralisiert:
Wir alle sind es, die diese Blase mit produzieren

Vielleicht wäre es ganz angebracht, wenn wir mal bei uns selbst anfangen würden, statt immer nur die da oben verantwortlich zu machen. Ja, wir alle sind es, die diese Blase mit produzieren - als Teile einer Gesellschaft, die keine Phasen des Innehaltens und der Neuorientierung mehr zulässt. Die ohne ständig steigendes Sozialprodukt aus den Fugen gerät. Einer Gesellschaft, in der das Wort "Wachstum" zur meist gebrauchten Metapher in den Reden der Politiker und Manager aufgestiegen, zu einer Art Religionsersatz geworden ist.

Gierig sind eben nicht allein die Banker, maßlos nicht allein die Politiker. Gierig und maßlos sind wir alle. Das sieht man schon daran, dass wir uns von der neuen Regierung ein "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" verpassen lassen. Welch eine großartige Wortschöpfung! Das vielsilbige Ungetüm steht für eine Politik, die sich bedingungslos dem "Immer mehr!" verschrieben hat. Wachstum wird mit neuen Schulden erzeugt, wir können nicht mehr ohne die Schuldendroge. Wohlstand auf Kosten der Zukunft.


Klar ist jeder Mensch gierig, diese Erkenntnis ist so trivial, dass man darüber eigentlich kein Wort verlieren muss - gemeinhin nennt man dies übrigens ökonomisches Verhalten. Nur wer so argumentiert verkennt, wo Entscheidungen gefällt werden und wer das Gewaltmonopol besitzt, diese durchzudrücken. Nicht das Gros der Unternehmer oder Angestellten war maßlos, sondern Politiker konnten ihre Gier nach Macht nicht zügeln und klügelten mit den Großunternehmen (vornehmlich Banken) auf Kosten der Normalsterblichen, welche sich nicht ein Stück dagagen wehren konnten. Denn dass alle Macht vom Volke ausginge, ist schon lange Makulatur.

Wenn in guten Zeiten die Politik alles richtig gemacht haben will und sich anschickt dafür die Meriten einzustreichen, dann muss sie auch in schlechten Zeiten alles falsch gemacht haben. Somit betreibt der Spiegel moralisch gesehen genau das, was die Politiker finanzpolitisch betreiben, nämlich die (Zwangs)Sozialisierung der Schuld: alle sollen quasi haften und alle sollen ein schlechtes Gewissen haben. Sry, Herr Kaden, aber diese Predigt des Maßhaltens ist zu albern um ernst genommen zu werden.

Dienstag, November 10, 2009

Neulich im europäischen Irrenhaus...

Die europäische Zwangsjacke wird wieder mal ein bisschen fester gezogen, denn man muss lesen, "die EU-Finanzminister beschlossen am Dienstag in Brüssel, den Mindeststeuersatz für Tabak in der EU ab 2014 von derzeit 64 auf dann 90 Euro pro 1000 Zigaretten anzuheben".

Besonders zynisch wird es dann zum Schluss des Berichts:
Nach Angaben der EU-Kommission sterben europaweit jedes Jahr 650.000 Bürger an den Folgen des Rauchens. Mit den höheren Steuern will die Behörde Bürger systematisch vom weißen Qualm entwöhnen.

Also jedes Jahr sterben über eine halbe Million Menschen an den Folgen des Rauchens, aber nicht ohne zuvor vom Staat noch mal über Gebühr geschröpft worden zu sein. Vielleicht wären diese Leute noch am Leben, wenn sie sich nur bessere Nahrungsmittel kaufen hätten können oder eine private Krankenversicherung abgeschlossen hätten oder auch nur öfter in den Urlaub gefahren wären oder aufs Land hätten ziehen können. Doch leider mussten sie viermal so viel Geld für ein Produkt aufwenden, als dessen tatsächlicher Tauschwert beträgt - was ja nur zu ihrem Besten geschah. Daran erkennt man den wahren Menschenfreund, der am Leid der anderen noch kräftig mitverdienen kann. Auf verbeamtete scheinheilige Lebensretter können wir in Zukunft gerne verzichten...

Montag, November 09, 2009

Neulich beim Durchgehenlassen...

Seltsam, wie selektiv doch die Wahrnehmung ist. So wird um die Äußerungen eines Herrn Sarrazin, welche zwar polemisch daherkamen aber doch durch Fakten gestützt waren, so ein Bohei gemacht, dass sich jemand sogar genötigt sah Anzeige wegen Volksverhetzung zu stellen, wohingegen man den alten Volksverhetzer aus Köln auch dieses Jahr wieder ungeschoren ließ. Die Medien waren vornehmlich zurückhaltend und seitens der Politik, die ansonsten jede Killerspielesau durch Winnenden zu treiben vermag, vernahm man.. öhm... gar nichts. Vielleicht genießt man mit dem Titel "Kardinal" doch Immunität, wer weiß?

Anlässlich der jüngsten Entgleisung, welche von den Medien kaum, von der Politik sogar unbeachtet blieb, hat der hpd einen längeren Artikel bereitgestellt, welcher anschaulich zeigt wo und wann wer wen verhetzte:
  • 1991 warf er im Soldatengottesdienst (!) allen Nichtchristen „menschenverachtenden Kannibalismus“ vor, nur ein gläubiger Mensch sei „auf Dauer ein friedfertiger Zeitgenosse“.
  • 1992 geht er weiter: „Unter den Nichtgläubigen säßen wirklich die Verantwortlichen für die gegenwärtige Ausländerfeindlichkeit.“
  • 2005 behauptet er, wenn Eltern ihre Kinder nicht religiös erzögen, machten sie diese zu „geistigen Krüppeln“ und
  • 2007 verkommt „Menschlichkeit ohne Gottesglauben [ ... ] in Brutalität“.
Und wie so oft verhält es sich realiter genau umgekehrt, oder um es mit den (leicht modifizierten) Worten Meisners auszudürcken:
Das System des Christentums und des Katholiszismus im vergangenen Jahrhundert hat uns gezeigt, wohin das führt: Nicht zu mehr Glück und Freiheit des Menschen, sondern an den Rand des Abgrunds, in letzter Konsequenz zur Abschaffung des Menschen.

Freitag, November 06, 2009

Amoklaufen reloaded...

Ein US-Major hat auf dem US-Truppenstützpunkt Fort Hood in Texas zwölf Soldaten getötet und 31 teils schwer verletzt. (spon)

Gemäß der Politikerdenke müssen jetzt zwei Konsequenzen folgen:
  1. Verbot von Schusswaffen auf Militärstützpunkten
  2. Verbot von Killerspielen (also auch von Krieg) für Soldaten
Ich bin mal gespannt...

Montag, November 02, 2009

Neulich beim Strandurlaubsverbot...

Wie spiegel-online berichtet sind auf den Kanaren zwei Menschen beim Strandurlaub ums Leben gekommen, da sie von Felsbrocken erschlagen wurden:
Drama im Ferienparadies auf Teneriffa: Felsbrocken sind auf der spanischen Ferieninsel auf einen beliebten Badestrand gestürzt und haben zwei Frauen getötet.

Da es sich hierbei um ein vergleichbares Risiko handelt (nämlich ein sehr geringes), wie bei einem Amoklauf ums Leben zu kommen, fordere ich hier auch jede Menge Zwangsmaßnahmen:
  • Komplettes Strandulraubsverbot für Frauen, Kinder und Jugendliche
  • Abtragen sämtlicher Steilküsten innerhalb der nächsten 5 Jahre
  • Generelle Helmpflicht an Stränden
  • Notrufsäulen an Stränden weltweit in einem Abstand von 50 Metern
  • Aufbau einer Global Beach Force (GBF), einer Strandpolizei, die Risiken früh erkennt und Verstöße ahndet
Falls jetzt jemand diese Vorschläge überzogen findet, so verweise ich auf die vielen Menschenleben, die dadurch (wie übrigens auch bei der Amok- oder Terrorismusprävention) gerettet werden! Blinder Aktionismus hat noch keinem geschadet, das ist empirisch erwiesen...

Samstag, Oktober 17, 2009

Neulich bei der Geldverschwendung...

Deutschland ist sicher, Schwerverbrecher Ullrich durch BKA überführt!

Gut, was hat der Ullrich gemacht? Kleine Kinder geschändet? Hunderte Frauen vergewaltigt? Milliarden Steuergelder verschwendet? Nichts von alledem. Er hat beim professionellen Radfahren gemogelt. Spiegel online schreibt dazu:
Die Beweise dafür fanden BKA-Experten der Einsatzgruppe Doping auf einem Computer, den sie bei einer Razzia in Pevenages Wohnung beschlagnahmt hatten. Techniker hatten Daten rekonstruiert, die von der Computerfestplatte gelöscht worden waren. Dies geht aus bislang unter Verschluss gehaltenen Akten der Bonner Staatsanwaltschaft hervor, die 2219 Seiten umfassen. Die Strafverfolger hatten seit Juli 2006 gegen Ullrich wegen Verdachts des Betrugs ermittelt und stellten das Verfahren im März 2008 gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 250.000 Euro ein.

Faszinierend dabei ist, dass wegen eines solchen Blödsinns Ermittlungskosten in erheblicher Höhe entstanden sind (ich würde mal schätzen ein paar Millionen Euronen), welche aber nicht von Herrn Ullrich oder einem deutschen Radverband übernommen, sondern auf alle alle umgelegt werden. D.h. vom Raddesintressierten bis zum Tour-de-France-Fan werden alle zur Kasse gebeten.

Ehrlichgesagt ist es mir völlig gleichgültig was sich Sportler in die Venen schießen. Wer meint er müsse dopen und das Risiko körperlicher Fehlfunktionen auf sich nehmen will, der kann das meinetwegen gerne tun. Warum hört man nicht einfach mit den Dopingtests auf und lässt das Publikum entscheiden? Wenn die Leute gedopte Sportler sehen wollen, dann wird sich das herausstellen, wenn keiner mehr die Tour einschaltet, dann hat sich das mit dem Doping eh von selbst erledigt.

Der größte Vorteil aber wäre, dass sich dann diese betroffenheitsschwangeren Dopingdiskussionen erledigen, dass kein Sportler mehr vor der Kamera lügen oder unter Tränen sein "Dopingverbrechen" gestehen müsste. Doping - na und?

Mittwoch, Oktober 14, 2009

Neulich bei der Fristenlösung...

Zur Zeit stürzt sich die österreichische Kirche mal wieder auf das Dauerthema Abtreibung. Schade eigentlich, dass auch das ef-magazin ins gleiche Horn bläst und in verschwörungstheoretischer Manier einen Bezug zwischen dem unverdienten Nobelpreis Obamas und dem ebenso unverdienten Nobelpreis Mutter Teresas herstellt, deren "noch heute zu Tränen rührenden Dankesrede" nämlich vor allem eines war, religiöser Schwurbel vermischt mit Anti-Abtreibungspropaganda.

Doch zurück zu Österreich und dem Bischof Küng, der im profil ein Interview gab, welches in vollem Wortlaut auf kath.net veröffentlicht wurde. Darin sagt er folgendes:
Wie könnten strafrechtliche Maßnahmen aussehen? Zu bedenken ist, dass schwangere Frauen in Konfliktsituationen oft unter großem Druck stehen. Auch Frauen haben natürlich ihre Verantwortung - Abtreibung ist und bleibt immer ein Strafbestand, auch in der jetzt geltenden Regelung ist das so -, aber es kann auch mildernde Gründe geben, die insbesondere bei betroffenen Frauen zu berücksichtigen sind. Ich würde bei jenen ansetzen, die auf eine schwangere Frau Druck ausüben, das Kind abtreiben zu lassen. Das kann der Kindesvater sein oder andere Personen; bezüglich Arbeitgeber gibt es schon Strafbestimmungen. Die Ärzte müssen in die Pflicht genommen werden. Die Kirche fordert seit Jahren, verschiedene Punkte gesetzlich festzulegen und bei Nichtbefolgung zu bestrafen; z. B. Einhalten einer Bedenkfrist, umfassende Informationspflicht über alle Folgen einer Abtreibung, verpflichtender Hinweis auf angemessene psychosoziale Beratung, verpflichtende Aufforderung zur Konsultation eines anderen Arztes. Das wären jedenfalls erste kleine Schritte in die richtige Richtung.

Der Bischof möchte natürlich nur diejenigen hinter Gitter sehen, die eine Frau zur Abtreibung überreden (oder diese durchführen), da hier der wirre Gedankengang dahintersteckt, dass eine Schwangerschaft gottgewollt und somit per se gut ist. Würde der St.Pöltener Röckchenträger aber das was er sagt ernst nehmen, so müsste er auch Strafen für all jene fordern (also quasi auch für sich), die auf eine abtreibungswillige Frau Druck ausüben, den Fötus auszutragen.
Die Kirche fordert, das dürfte aus meinen Antworten klar geworden sein, nicht so sehr die strafrechtliche Verfolgung schwangerer Frauen, als vielmehr den Schutz wehrloser Kinder und dann auch den Schutz schwangerer Frauen vor dem Druck außenstehender Personen. Außerdem gehören Verantwortungslosigkeit und Geschäftemacherei mit dem Leben bestraft. Und ich wage zu behaupten, die Kirche muss sich bei diesem Thema immer wieder einmischen, es ist ihre Pflicht, zum Wohle der Menschen und der ganzen Gesellschaft ihre Stimme zu erheben. Denn wie schon Kardinal König wiederholt sagte, die Abtreibung hinterlässt eine tiefe Wunde in der Gesellschaft.
Auch hinter dieser leidigen Abtreibungsdiskussion steckt wieder mal die Annahme, dass Menschen nicht fähig sind selbst Entscheidungen für ihr Leben zu treffen und dass somit andere Leute wie Politiker oder Bischöfe (die aber gemäß dieser Denke ja auch keine Entscheidungen für ihr eigenes Leben treffen können, geschweige denn für das anderer) entscheiden müssen, was diese zu tun oder zu lassen haben. Vorgeblich wird ad nauseam von "Schutz" (des ungeborenen Lebens, der Mutter etc.) gesprochen, faktisch handelt es sich aber nur um einen weiteren Ansatzpunkt Zwangsmaßnahmen vorzunehmen und über das Leben anderer Leute bestimmen zu wollen.

Montag, Oktober 12, 2009

Neulich ausgepreist...

Einer der Wirtschaftsnobelpreise ging diesmal an eine Wissenschaftlerin, welche sich um das Allmende-Problem gekümmert hat. Spiegel online schreibt dazu:
Ein Beispiel, wie sich das Dilemma der Überfischung lösen lässt, gibt es in der Türkei: In Antalya haben Fischer eine Art Kooperative gegründet, in der jeder einen bestimmten Meeresabschnitt zugeteilt bekommt. Weil die Bereiche unterschiedlich attraktiv sind, rotieren die jeweiligen Seegebiete zwischen den Betroffenen. So bekommt jeder eine faire Chance - und gleichzeitig werden alle Fischer von ihren Konkurrenten überwacht.

Wie das Beispiel zeigt, ist Ostrom in ihrer praxisorientierten Forschung auch zu der Erkenntnis gekommen, dass die Menschen vor Ort oft die besten Lösungen für ihre Probleme finden. Damit hat die Wissenschaftlerin nachgewiesen, dass weder der Staat noch der Markt - wie es viele ihrer Kollegen behaupten - in der Regel zu den besten Ergebnissen führt.

Es ist schon fast erschreckend zu sehen, was Journalisten dem Markt alles antun können. Ist es der Finanzmarkt, so haben nicht Finanzleute vor Ort die beste Lösung gefunden, wie man in einem überregulierten System am besten abzocken kann, sondern der Markt war daran schuld. Sind es aber ein paar türkische Fischer, so hat der Markt mit deren Rotationsprinzip natürlich überhaupt nichts zu tun, sondern "die Menschen vor Ort" haben allein aus Herzensgüte und purem Altruismus zu dieser Lösung gefunden...

Freitag, Oktober 09, 2009

Gerade in Oslo...

Weite Teile Norwegens sind vom Rinderwahnsinn befallen. Anders kann man sich die Verleihung des Friedensnobelpreises an Obama eigentlich nicht erklären. Oder wie ars libertatis schreibt:
Nun hat also ein amtierender Präsident den Friedensnobelpreis erhalten, der momentan in etlichen Nationen Krieg führt, in unzähligen Staaten Militärbasen hat, diverse Foltergefängnisse betreibt, unter dessen Aufsicht einige Geheimdienstoperationen in anderen Ländern durchgeführt werden und der in seinem eigenen Land paramilitärische Truppen einsetzt, die immer und immer wieder Unschuldige und kleine Hunde ermorden. Ein Friedensnobelpreisträger, der neben einem War on Terror, einem War on Poverty, einem War on Climate Change auch noch einen War on Drugs führt, wegen dem tausende harmlose Kiffer und Drogensüchtige im Gefängnis sitzen, Todkranke ihr Marihuana nicht mehr erhalten, Drogenabhängige kriminell werden müssen, um die extrem hohen Preise für ihren Stoff bezahlen zu können und der Mexiko in eine Hölle der Gewalt verwandelt hat.
Doch eigentlich ist der Preis schon lange durch Träger wie den Dalai Lama, Mutter Teresa, Arafat oder Kissinger diskreditiert - also nicht wirklich etwas Neues.

Sonntag, Oktober 04, 2009

Neulich, solange es passt...

Deutschland soll ein Rechtsstaat sein, d.h. die Organe des Staates sollen an die Rechtsordnung gebunden sein (wie wikipedia meint). Dass es hier eine Menge Gestaltungsfreiheit gibt, zeigt folgender Video (mit Dank an den Aufklärer 2.0):



Apropos passen... in Irland hat man ja jetzt auch solange gewählt bis es endlich passt. Spiegel online schreibt dazu:
"Die Iren haben mit klarer Stimme gesprochen", sagte Ministerpräsident Brian Cowen am Samstag in Dublin, "es ist ein guter Tag für Irland und ein guter Tag für Europa". Die Abstimmung sei "eine Willenserklärung, im Herzen Europas zu bleiben".
Folglich haben die Iren mit irgendeiner anderen Stimmte gesprochen, als sie letztes Jahr "NEIN" gesagt haben - tja... wenn eine demokratische Entscheidung nicht passt, wird sie passend gemacht.

Montag, September 28, 2009

Neulich bei Telepolis...

Einen wichtigen Artikel hat Telepolis veröffentlicht, der den Finger genau in die Wunden legt, derentwegen man gestern auch mit gutem Gewissen kein Kreuzchen machen konnte - Der Parlamentarismus als Anachronismus:
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein abschreckendes Beispiel für eine Bevormundungsdemokratie, also eine Variante der Scheindemokratie, wo das Wählervotum von den Gewählten in eine gar nicht gewollte Generalvollmacht umgewandelt wird. Da nur die politische Klasse, aber nicht die Wahlbürger über die politischen Spielregeln entscheiden, handelt es sich beim Wählen unter solchen Bedingungen um eine Selbstentmündigung der Bürger.

In einer freiheitlich-demokratischen Republik brauchen die Bürger eigentlich nur ein vom Volk beherrschtes Verfahren zur staatlichen Willensbildung, aber keine Vertretung, die sich durch Anmaßung von Befugnissen zum Vormund des Volkes aufschwingt. Eine Ermächtigung durch das Volk, die nach der Wahl über viele administrative Instanzen weitergereicht wird, verwässert die demokratische Legitimation. Dies ist in unserer Vertretungsdemokratie regelmäßig der Fall, wo politische oder leitende Beamte, ordentliche Richter, Verfassungsrichter und Repräsentanten für die Europäische Union in obskuren Parteizirkeln nach Gesichtspunkten des Machterhalts und der Pfründesicherung ausgeklüngelt werden. Man beruft sich dabei, wie auch bei der Regierungsbildung, auf das sogenannte "Wählervotum". (Das hat man auch in der DDR gemacht, und die westliche Presse sprach dann von "Schwindelwahlen".) Was die Wähler wirklich wollen, wissen die Gewählten durch Umfragen ziemlich genau, aber darum brauchen sie sich nicht zu scheren, denn die Wähler können sie nicht wirkam zur Verantwortung ziehen.

Sonntag, September 27, 2009

Gerade bei der Wahl

Sieg der Vernunft!

Gem. ersten Hochrechnungen wollen mehr als 66,5% aller Wähler, also eine klare Mehrheit, nicht Merkel bzw. die Unionsparteien. Lassen wir uns mal überraschen, wer Kanzler wird...

Zweitstärkste Fraktion sind diesmal mit 28% Nichtwähler, die jedoch wie üblich in einem demokratischen System, in welchem es auf Mehrheiten ankommt, übergangen werden.

Lustig auch die ganzen Reaktionen auf die Wahl. Es hat schon etwas Religiöses. So wie z.B. Christen auch noch die härtesten Schicksalsschläge rationalisieren (Gott hatte einen Plan, es ist eine Prüfung usw.), genauso rationalisieren die enttäuschten Wähler das Ergebnis: die Nichtwähler sind schuld, das Parteiprogramm war zu schlecht, der Wahlkrampfkampf schreckte ab, Steinmeier ist der Falsche, Gysi hat eine zu große Klappe etc.pp.. Wie immer hat nicht das System ein unerwünschtes Ergebnis produziert, sondern es lag an "Kleinigkeiten". Denn das System anzutasten hieße ja auch sich zukünftige Chancen auf das zu verbauen, was man auch bei dieser Wahl anstrebte, nämlich seine eigene Meinung anderen Leuten aufzwingen zu können.

Doch was bekommt man denn nun bei Lichte betrachtet? Von 62 Mio. potentiell stimmberechtigten (ca. 75% der Bevölkerung) haben ca. 44 Mio. gewählt (ca. 53%). Von diesen 53% haben ca. 34% Merkel und Co. gewählt, d.h. gerade mal 18% der Gesamtbevölkerung wollen CDU/CSU. Diese wird voraussichtlich mit der FDP koitieren koalieren, welche selbst 8% der Gesamtbevölkerung stimmtechnisch auf sich verbuchen konnte. D.h. eine Schwarz-Gelbe-Regierung hat die Unterstützung von ca. 26% der Bevölkerung - das nenne ich doch mal eine absolute Mehrheit!

Mittwoch, September 16, 2009

Neulich mit ganz viel Freiheit...

Wie folgender Video zeigt, können wir uns auf eine rosige Zukunft, mancher würde auch sagen schöne neue Welt, mit ganz viel Freiheit gefasst machen:

Sonntag, September 13, 2009

Neulich beim Nachfragen...

Eher zufällig bin ich auf Jan Helfeld gestoßen, der - im Gegensatz zu deutschen Journalisten - nicht müde wird immer und immer wieder nachzufragen, wenn er mit der verschwurbelten Antwort von Politikern nicht zufrieden ist. Schön anzusehen an diesem Beispiel:

Wer noch mehr davon sehen will: hier klicken

Samstag, September 12, 2009

Neulich beim Ausschuss...

Peer Steinbrück, dessen Rolle man bei dem Bericht der financial Times Deutschland in Bezug auf die Bankenkrise schön nachverfolgen kann, lügt sich in diesem Spiegelvideo vor seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss die Wirklichkeit passend zurecht. Man habe ja nichts anderes machen können, als HRE zu retten, also ein totes Unternehmen mit 100.000.000.000 Euro am Leben zu erhalten, weil es sonst pleite gegangen wäre - was für eine unglaubliche Erkenntnis!


Alternativ hätte man den 4,5 Mio. Sozialschwachen eine Einmalzahlung von ca. 22.000 Euro verpassen können oder man hätte die Mineralölsteuer & Tabaksteuer ein Jahr lang aussetzen können.

Welche anderen tollen Verwendungsmöglichkeiten kann man sich noch für 100 Mrd. Euro vorstellen?

Mittwoch, September 09, 2009

Neulich beim ORF...

Dass die Qualität des österreichischen Rundfunks (ORF) nachgelassen hat, habe ich schon lange vermutet, dass es aber mittlerweile so bitter ist, dass er billige Verschwörungstheorien bedient, war mir nicht bekannt:
Es ist immer dasselbe: Man konstruiert im Nachhinein Zusammenhänge wo keine sind und bringt das Publikum mit suggestiven Fragen dorthin, wo man es haben möchte. Vermeintliche Ungereimtheiten werden aufgezeigt und Vermutungen angestellt: Eine schlüssige alternative Darstellung der Ereignisse wird nicht geliefert (wie denn auch?). Man fordert, jede noch so idiotische Behauptung im Detail zu widerlegen und jede noch so unbedeutende Einzelheit genau zu rekonstruieren, man selbst braucht aber gar nichts zu beweisen. Es reicht, den Generalverdacht zu konstruieren, den Rest besorgt dann schon die Phantasie des Publikums. Wenn dann noch Ressentiments gegen Amerika oder Israel bedient werden, kann nichts mehr schiefgehen, der Erfolg ist quasi garantiert. Das Muster funktioniert seit den Protokollen der Weisen von Zion. [...]

Wirkliche Verschwörungen haben immer nur sehr wenige Beteiligte und Mitwisser. Sie sind trotzdem aufgeflogen. Von der Ermordung Cäsars bis Watergate. In unserer Zeit wird bereits der Oralverkehr eines amerikanischen Präsidenten zum publizistischen Weltereignis. Und diese Menschen glauben ernsthaft, unter der Clinton-Administration könnte eine gigantische Verschwörung, die tausende Amerikaner das Leben kostet, ausgeheckt und bis ins Detail vorbereitet worden sein, die dann unter der Bush-Regierung exekutiert wird, und nichts, rein gar nichts, dringt nach außen! Hunderte Helfer, Selbstmordattentäter, Sprengstoff- und Raketenexperten, verschwundene Flugzeuge samt Passagieren. Und alle Beteiligten halten bis heute dicht?

Sonntag, August 30, 2009

Neulich beim 2x Yo

Der Yoyo-Effekt mag manchem meiner Leser eher aus dem Bereich des Körpergewichts bekannt sein, aber es gibt auch Japaner die machen mit den kleinen Scheiben am Faden Dinge, die man kaum für möglich hält...

Samstag, August 15, 2009

Neulich bei denen...


Glaub die These muss ich mal in einer Feldstudie überprüfen... in zwei Wochen weiß ich mehr ;-)

Dienstag, August 11, 2009

Freitag, August 07, 2009

Neulich bei den offenen Fragen...

Es gibt so ein paar Dinge, die haben mich schon immer interessiert. Nur um es nicht zu vergessen schreibe ich mal die Fragen auf (vielleicht gibt es ja auch schon eine Antwort dazu?):
  • Wenn Kain und Abel Siamesische Zwillinge gewesen wären, hätten sie dann Kabel geheißen?
  • Sind die, die hungern und dürsten gesegnet, weil sie sich an ihre Diät halten?
  • Ist das beste Vitamin für einen Christen wirklich B16?
  • Wenn jemand ein Armutsgelübde abgelegt hat, sollte man ihn dann wirklich mit dem Zusenden von Spenden auf die Nerven gehen?

Donnerstag, August 06, 2009

Das Wort zum Sonntag #64

Thema heute:
Die Parallelen zwischen Demokratie und Glauben.

Also Religionen funktionieren ungefähr so: man stelle eine Behauptung auf, die faktisch nicht überprüfbar oder beweisbar ist (z.B. es gibt einen allgütigen Gott) und interpretiere alle Daten, die nicht dazu passen entsprechend (z.B. Gott wollte die Tsunamiopfer strafen, das steht mit Allgüte nicht im Widerspruch).

Dummerweise tendieren wir Menschen dazu auf solcherlei Humbug hereinzufallen. Dies umso mehr, je stärker wir an eine solche Herangehensweise konditioniert wurden. Doch wie sieht das jetzt in einer Demokratie aus?

Man stelle ein Ziel auf, zu dessen Erlangung man eine organisatorische Struktur benötigt (z.B. Gesundheitssystem), dessen Berechtigung aber faktisch nicht beweisbar ist (wird meist "Wille des Volkes" genannt). Tauchen jetzt Fakten auf, die berechtigte Zweifel am Ziel oder der Struktur aufkommen lassen, so suche man sich schnell einen Sündenbock (z.B. Gesundheitssystem: böse Pharmafirmen, gierige Ärtzte). Tatsächlich ist es aber so, dass hier unfähige Politiker gepaart mit einer planwirtschaftlichen Organisationsstruktur zussammentreffen, was das System sehr teuer und gleichzeit sehr ineffizient macht.

Doch auf Grund unserer Schwäche für einfache Erklärungen, die möglichst wenig von unserem Weltbild kaputtmachen, tendieren wir dazu der billigen Erklärung zu "glauben"

Die richtige Herangehensweise wäre jetzt, den kompletten Prozess zu hinterfragen, also ob dieser Volkeswille sich tatsächlich so ein stümperhaftes System gewünscht hat, das v.a. gierige Pharmaunternehmen + gierige Ärzte produziert und gleichzeitig dem Patienten lange Wartezeiten und Mondbeiträge verschafft. Ob der Staat wirklich die einzige Instanz ist, welche so ein System ins leben rufen kann. Ob das Gesundheitswesen wirklich planwirtschaftlich organisiert sein muss. etc.etc. Vermutlich ist dem nicht so.

Das ist überhaupt ganz seltsam mit dem "Volkswillen", denn obwohl noch nicht mal zwei Menschen einen zu 100% übereinstimmenden Willen haben, hat ein ganzes Volk einen solchen. Das muss man sich wahrscheinlich so ähnlich wie in der Homöopathie vorstellen, wo ein Wille immer konkreter und konkreter wird, je mehr Individuen daran beteiligt sind. Ähnlich verhält es sich mit dem Willen Gottes, denn obwohl dieser "unbegreiflich" ist, gelingt es doch ständig irgendwelchen geronten Travestiten genau zu wissen was der jeweilige Gott will, den sie hier auf Erden vertreten.

Darauf angesprochen reagieren die meisten Leute mit Ablehnung. Doch diese Ablehnung resultiert einzig und allein daraus - und hier schließt sich auch der Kreis zu religiösen Vorstellungen wieder -, dass Realität und die Vorstellung der Realität im Kopf des einzelnen nicht übereinstimmen.

Oder um dies zu konkretisieren: Gläubige sagen z.B. sie glaubten an Gott, weil es die Wahrheit ist. In Wirklichkeit glauben sie genau an den Gott, weil sie so erzogen wurden und/oder sie Spaß an den gemeinsamen Keksorgien haben und/oder ihr soziales Umfeld sich in diesem Kreis bewegt und/oder ... . Denn wären sie an der Wahrheit interessiert, dann müssten sie jedem um den Hals fallen, der ihre Denkfehler aufzeigt.

Und so verteidigen Demokraten die Demokratie, weil es "das beste System sei, dass wir kennen", weil es "gerecht" sei, weil es eine gewaltlose Regierungsform sei etc.pp.. In Wirklichkeit verteigigen sie Demokratie, weil sie i.d.R. nichts anderes kennen und/oder weil sie darauf hoffen, selbst irgendwann den Willen des Volkes zertreten vertreten zu dürfen und/oder weil Freiheit in ihrem Leben eine untergeordnete Rolle spielt und/oder ... . Hier - mutatis mutandis - das gleiche, ein Demokrat müsste demjenigen um den Hals fallen, der zeigt, dass das System nicht gerecht ist, dass es nicht gewaltlos ist usw.. In Wirklichkeit fällt er diesem aber nicht um den Hals, sondern er geht ihm dann an die Gurgel.

So man nun aber aufzeigt, dass jedes Handeln eines (demokratischen) Staates _nur_ auf Gewalt bzw. der Androhung derselben beruht, dass das Vorhandensein eines (demokratischen) Staates keinen Wohlfahrtsgewinn, sondern einen Wohlfahrtsverlust produziert und dass "freiheitliche demokratische Grundordnung" ein Widerspruch in sich ist, so macht man sich alles, nur keine Freunde. Denn man deckt die Diskrepanz zwischen dem was man beobachten kann (z.B. Steuereintreibung unter Androhung von Gewalt) und dem was der Betreffende nun wider besseres Wissen "glaubt" (z.B. höhere Gesamtwohlfahrt) auf. Und Boten die unliebsame Nachrichten überbringen ließ man nur allzuoft meucheln anstatt sich mit diesen Fakten auseinanderzusetzen.
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.
(Jean-Jacques Rousseau)

Dienstag, Juli 21, 2009

Neulich auf der Zigarettenschachtel...

Die Schweizer haben mit einer Unart angefangen, die mir bislang nur aus Canada bekannt war, nämlich dämliche Sprüche mit Horrorbildchen auf Zigarettenschachteln abzudrucken. Das sieht dann ungefähr so aus:

Seltsam nur, dass wir derartige Erziehungsmaßnahmen nicht auch auf anderen Dingen finden...



Oder wie wäre es mit diesem leckeren Bildchen, permanent auf jeder Motorhaube eingraviert?


Dienstag, Juli 14, 2009

Das Wort zum Sonntag #63

Thema heute:
Die Farce der "sozialen Gerechtigkeit".

Nachdem man dieses Wort speziell aus der politischen (aber auch aus der religiösen!) Ecke alle Nase lang zu hören bekommt, speziell jetzt, wenn es mit Riesenschritten auf die Wählerverarschung Wahlen zugeht, sollte man sich mal etwas genauer damit beschäftigen, was damit genau gemeint sein soll bzw. wie "sozial gerecht" es wirklich zugeht.

Offensichtlich geht es auf dieser Welt nicht allzu "gerecht" zu. Viele Menschen leben in Gebieten, die kaum in der Lage sind, sie zu ernähren und wenn, dann nur unter hartem körperlichem Einsatz. Tausende verhungern jedes Jahr, viele Kinder sterben, andere wiederum kaufen sich ein Auto nach dem anderen oder befinden sich im Stadium Adipositas III. Ich denke ich muss das nicht weiter ausführen um aufzuzeigen, dass diese Welt alles ist, nur nicht gerecht.


Doch mittlerweile haben wir eine Möglichkeit gefunden, diese Welt ein bisschen gerechter zu machen durch - die Nierenspende. Tausende Menschen weltweit sind von der Dialyse abhängig. Auf der anderen Seite gibt es Millionen von Menschen, die nicht nur eine funktionierende Niere, sondern sogar zwei davon haben. Das ist - sozial gesehen - höchst ungerecht. Insofern wäre es doch recht chic, wenn der Staat all diejenigen mit zwei Nieren zwingen würde, eine davon einem Dialysepatienten abzugeben. Natürlich sollte das nicht alles willkürlich geschehen, sondern vorher wird die Bevölkerung biopsiert und eine staatliche Spenderdatenbank erstellt. Anschließend wird - sofern mehrere Spender vorhanden sind - per Zufall einer ausgewählt. Eine Entschädigung gibt es natürlich nicht, sondern nur das Recht eines jeden auf eine funktionieren (Spender)Niere.

Ließe sich für so einen Vorschlag eine Mehrheit finden?

Und wenn nicht, dann frage ich mich, wieso mein Geld, welches genauso mir gehört, wie meine Niere, an Bedürftige zwangsumverteilt werden darf, so mich doch die Erlangung desselben meine Lebenszeit und meine Gesundheit kostet.

Eine Nierenspende, so sie freiwillig geschieht, ist ein höchst sozialer Vorgang, einer Selbstaufopferung nahekommend. Eine Zwangsnierenspende ist nichts weiter als Barbarei. Leute zu motivieren, sich freiwillig sozial zu engagieren ist eine beachtenswerte Leistung und zu befürworten. Leuten jedoch Geld abzupressen unter dem Deckmantel etwas Gutes zu tun (denn das Gegenteil von Gut ist gut gemeint) und dabei selbst noch gut zu leben, ist nichts weiter als heuchlerische Erpressung und bigotte Wegelagerei.

Bezogen auf das o.a. Thema heißt das, dass ein erzwungenes Sozialverhalten näher an der Erpressung ist, denn an einer freiwilligen Mitmenschlichkeit. "Gerecht" hieße, alle gleich zu behandeln, also dem mittellosen HartzIV-Empfänger das Geld des Steuerzahlers zukommen zu lassen und dem dialysierten Steuerzahler die Niere des HartzIV-Empfängers. Insofern ist die praktizierte Gerechtigkeit ein höchst subjektives, der jeweiligen Situation angepasstes Vorgehen, was wiederum nicht wirklich etwas mit dem Wortsinn zu tun hat.
Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten die Wolle abzuscheren.
(Romain Rolland, frz. Dichter, 1866-1944)

Freitag, Juli 10, 2009

Neulich beim sozialen Zyklus...

Päpste menstruieren mental. So sie dies tun, befinden sie sich im Zyklus und Ergebnis dessen ist eine Enzyklika. Anscheinend sind sie dabei immer auch auf geistigem Entzug, dafür vom hl.Geist beseelt (wahrscheinlich nicht nur diesem...). 141 Seiten hat der aktuelle Papst noch zu Stande gebracht, Horst Herrmann benötigt ungefähr so viele Zeilen in diesem Artikel um den schwachen Glanz des Pamphlets völlig zum Erlöschen zu bringen:
Über die päpstlichen Vorstellungen von einer Weltinstanz können viele nur lachen. Dieser Papst hat nicht einmal die Pius-Brüder im Griff. Katholiken können sich nicht darüber einigen, wie die Hostie empfangen werden soll: Mund- oder Handkommunion? Und da schwebt Benedikt XVI. eine Art ständiger Krisengipfel vor, „um die Weltwirtschaft zu steuern“, die Ökonomien zu sanieren, „den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren“. Ein solches von allen anerkanntes Gremium, schreibt Ratzinger, müsse befugt sein, „gegenüber den Parteien, den eigenen Entscheidungen wie auch den in den verschiedenen internationalen Foren getroffenen abgestimmten Maßnahmen Beachtung zu verschaffen.“ Die Ackermänner dieser Welt hören es und kommen aus dem Lachen nicht heraus. Auf wie vielen Wirtschafts-konferenzen wird in den nächsten Tagen wohl über Ratzinger gespottet werden?

Montag, Juni 29, 2009

Neulich am Ufer...

"Projekte mit Nearshorern"1 mit "Projekten mit Nashoernern" zu verwechseln, kann u.U. lebensgefährlich sein...

1: "Ich hasse Anglizismen. Das ist alles Bullshit." (Georg Kofler, Geschäftsführer von Premiere)

Samstag, Juni 27, 2009

Neulich beim nichtbewerteten Film...

Wer der Meinung ist, man habe (zumindest in der westlichen oder 1. Welt) den Faschismus überwunden, der wird durch diesen Film eines Besseren belehrt. Und wie bei Zensursulas Stoppschildern kommt der faschistische Ansatz verpackt in einer Bonbonhülle aus guten Vorsätzen daher, nämlich dem Vorsatz, die Jugend zu schützen - sehr widerlich.


Samstag, Juni 20, 2009

Neulich bei der Antwort...


Hier noch mal eine etwas jüngere Version...


Mittwoch, Juni 10, 2009

Neulich im Panorama...

Neulich bei der Pflichtdebatte...

Die SPD hat am Sonntag verloren (genauer gesagt, sie hat nichts dazugewonnen) und ist deswegen etwas bockig. Da der Fehler ja nie bei einem selbst, sondern immer bei anderen liegt, ventiliert ein gewisser Jörn Thießen etwas von "Wahlpflicht" in die Welt, was auf Telepolis hier treffend kommentiert wurde:
Nachdem die Wahlbeteiligung am letzten Sonntag nun auch mit viel Rabulistik nicht positiv gewertet kann und die SPD z.B. in Bayern noch das Prinzip Hoffnung anwendet (Die Themen stimmen, das Personal auch - wenn die Menschen erst die Krise am eigenen Leib spüren, sieht alles ganz anders aus...), wird nun die Wahlpflicht von dem SPD-Abgeordneten Thießen ins Spiel gebracht. 50 Euro Strafe soll derjenige zahlen, der nicht von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, denn der Gang zur Wahlurne ist ja schließlich Zeichen der demokratischen Willensbildung und die lebt nicht nur von Politikern, sondern auch von der Teilhabe der Bevölkerung, auch wenn diese darin besteht, regelmäßig ihr Kreuzchen auf einem Zettelchen abzugeben - und das dem, der vor der Wahl die beste Schleimspur hinterlässt, auf der der Wähler dann zur Urne rutscht.

Freitag, Juni 05, 2009

Neulich bei den 16 Zwergen...

Wie Spiegel-online schreibt, haben sich die 16 Innenminister zusammengefunden, um darüber zu beraten, was auf heimischen PCs und/oder Fernsehern zu laufen hat, bzw. was man denn noch alles an medialer Unterhaltung verbieten könnte. Dabei kommen mit erstaunlicher Regelmäßigkeit immer die gleichen unbelegten Stereotypen zum Einsatz:
"Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt", sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann zu "Welt Online". "Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt."
Ganz großes Kino. Die meisten Amokläufer haben sich auch vor der Tat mit ihrem Schniedel beschäftigt und die ad nauseam dargestellte kriegerische Gewalt in der Tagesschau (welche zu fast 100% von Politikern verursacht wurde) senkt natürlich überhaupt keine Hemmschwelle.

Verbieten, verbieten, verbieten und dann natürlich noch Kontrolle. Die einzige Antwort, welche die 16 Politkasper zu bieten haben. Nunja, wo die Sonne der Erkenntnis tief scheint, wirft selbst ein Zwerg lange Schatten...

Neulich beim Rechtsüberholen...

Ich hatte mich ja schon mal über die Unsinnigkeiten von Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgelassen, doch wie dieser Ausschnitt von extra 3 zeigt, hat Recht noch lange nicht etwas mit Gerechtigkeit oder gar mit Logik zu tun...

Mittwoch, Juni 03, 2009

Neulich in Wichita...

Wiedereinmal zeigt christlich-religiöser Fanatismus seine hässliche Fratze (obwohl es diesen lt. diverser Bischöfe ja gar nicht gibt):
In den USA wurde der “Abtreibungsarzt” George Tiller von einem fanatischen Abtreibungsgegner ermordet. Der Täter ist “für das Leben”, aber das ist wohl relativ, wenn es um das Leben von Ärzten geht.