Dienstag, Mai 29, 2007

Neulich auf der Dope de France...

Eigentlich habe ich meine Meinung zum Thema Doping schon ausführlich in diesem Artikel erläutert. Weswegen ich es jetzt nochmal aufgreife, sind die krokodilstränengetränkten Berichte über Zabel, Riis & Co. die sich jetzt als Opfer des phösen, phösen Radsports hinstellen und eben viel mehr dieses (also das Opfer) als Täter waren.

Nunja, betrachten wir das mal aus einem spieltheoretischen Modell mit folgenden Voraussetzungen:
  • es gibt nur zwei Radfahrer, die immer wieder gegeneinander antreten
  • fahren beide ohne Zusatzstoffe oder mit, gewinnt jeder 50
  • fährt nur einer gedopt, der andere nicht, so gewinnt der gedopte 100, der andere geht lehr aus
Bei einer Ausgangssituation von "beide ungedopt" ergibt sich ein bilaterales Plus von 50. Jedoch ist für jeden der Anreiz da zu dopen, da er seinen Gewinn verdoppeln kann. Dopt der erste Fahrer, so ist die erfolgreiche Strategie des zweiten Fahrers auch zu dopen, da dieser dann statt 0 wieder 50 gewinnt. Folglich ist das einzig stabile Gleichgewicht dort, wo beide Fahrer dopen.
Wie kann man nun aus diesem Dilemma herauskommen? Die bisherige Strategie waren aufwendige Tests und Aberkennung der Gewinne. Jedoch ändert dies nur die Gewinnverteilung, denn bei einer 90% Dopingerkennungsrate gewinnt ein einseitiger Betrüger statt 100 nur noch 10, betrügen beide so bekommen beide noch 5, jedoch wird der Anreiz zu dopen nicht aus dem System genommen (u.a. deswegen weil es eine 100% Dopingerkennung nicht gibt). Die Strategie ändert sich also nicht.

Führt man nun aber eine Extraprämie für ungedoptes Fahren ein, sagen wir mal in Höhe von 51, so ändern sich die Strategien beider Fahrer. Dopt ein Fahrer, der andere aber nicht, so gewinnt der saubere Fahrer mehr, als im Falle von gedoptem Fahren. Fahren beide ohne Zusatzstoffe, ist deren Gewinn sogar mehr als verdoppelt. D.h. das spieltheoretisch stabile Gleichgewicht liegt dann vor, wenn beide sauber fahren.


Natürlich kann man über die Realisierung Diskutieren (vorstellbar wäre z.B. ein pro-aktiver Nachweis o.ä.) und es müsste seitens der Sponsoren und der Fans die Bereitschaft existieren, dopingfreie Leistungen in gleicher Weise anzuerkennen bzw. zu honorieren. Das mag vielleicht schwierig sein, unmöglich ist es meines Erachtens aber nicht.

Vielleicht sollten sich auch nur mehr Sportler an den Satz von Mark Twain halten, der da gesagt hat:
Es ist besser, Ehrungen zu verdienen und nicht geehrt zu sein, als geehrt zu sein und es nicht zu verdienen.

Kommentare:

Fischer hat gesagt…

Klasse Ansatz mit der Spieltheorie.

*und es müsste seitens der Sponsoren und der Fans die Bereitschaft existieren, dopingfreie Leistungen in gleicher Weise anzuerkennen bzw. zu honorieren.*
Das ist m.E. nicht so sehr das Problem. Ärger wird es wohl eher mit dem Umkehrschluss geben, dass eben die bisherigen Leistungen nicht dopingfrei waren.

Po8 hat gesagt…

Das ist richtig. Ich wollte ja diese (Spiel)Theorie u.a. zur Diskussion stellen um auch etwaige Fehler zu erkennen. Vielleicht muss ich ja den Ansatz auch verwerfen. Ich bin nur der Meinung, dass die bisherige Methode weder Doping vernünftig verhindern konnte.

Wer also gute Ideen hat, immer her damit ;-)