Freitag, August 23, 2019

Neulich beim Umverteilen...

Normalerweise ist die Reibungsfläche bei Artikeln, die Frau Stokowski in Spiegel online schreibt relativ hoch. Umso größer war mein Erstaunen bei dieser Kolumne, bei der ich ihr (ausnahmsweise) mal zu 100% recht geben muss.

Die Kernaussage ist, dass wir die faktische Diskriminierung über soziale Klassen verstärken, wenn wir z.B. aus Gründen des Klimaschutzes klimaschädliches Verhalten stärker pönalisieren wollen. Die Folge ist, dass sozial schwächere Schichten komplett ausgegrenzt resp. diskriminiert werden, wohingegen sozial Bessergestellte bei dem Verhalten nur einen höheren (finanziellen) Schmerz empfinden.

Spannend ist es auch, die Kommentare zu dem Artikel zu lesen, da diese oft genau den Beißreflex widerspiegeln, den Frau Stokowski gerade eben angesprochen hat - selbst erfüllende Prophezeiung?

Der Tenor geht dabei von "verbieten" bis zum Umverteilen. Was dabei aber leider übersehen wird ist, dass jedes Verbieten und jede Umverteilung prinzipiell eine Anmaßung darstellt, sofern hier nicht ein allgemeines ethisches Prinzip zu Grunde gelegt werden kann. Dass z.B. Sklaverei, also die Betrachtung von anderen menschlichen Individuen als Objekte, nicht in Ordnung ist, darauf kann man sich als Menschheit einigen. Deswegen ist diese i.d.R. auch überall verboten. Ob jetzt aber eine Flug-Fernreise nach Ouagadougou verboten gehört, weil es dem Klima schadet, kann man imho nicht mit Bestimmtheit sagen. Ob z.B. die Umverteilung des einen Euro Steuern pro Liter Kraftstoff ethisch gerechtfertigt ist, entbehrt ebenfalls einer objektiven Begründung.

Das "Drogenverbot" (also das Verbot einer gewissen Auswahl von Drogen, denn Alkohol und Zigaretten waren ja noch nie kaum verboten) ist eines der besten Beispiele, wie man ein finanzielles Riesenrad drehen kann, bei dem zum Schluss quasi kein Output übrig bleibt. Einzig die Drogenmafia freut sich ein Loch in den Bauch, denn nie waren (illegale) Drogen so wertvoll, wie heute.

Und überlegen wir mal das Umweltszenario weiter, sagen wir einfach mal Fleisch wäre Rationiert - wie im Krieg, nur dass es jetzt der Krieg gegen für das Klima wäre. D.h. jedem Bürger stünden 100g Fleisch pro Woche zu, die er (wie auch immer kontrolliert) beziehen kann. Wer wird sich wohl eher um das Verbot drücken können? Jemand der als EU-Kommissarin 25 T€ pro Monat verdient bekommt oder jemand der 1.600 € netto nach Hause bringt? Wer kann sich eher eine Umgehungsstrategie leisten? Und noch viel schlimmer - wie wollte man so ein Szenario überwachen ohne gegen fundamentale Rechte (z.B. Unverletzlichkeit der Wohnung) zu verstoßen?

D.h. die aus meiner Sicht einzige "gerechte" Lösung wäre, die Pönale prozentual an z.B. das Monatseinkommen zu hängen. Wenn jetzt die "Strafe" für eine Flugreise 1% des Monatseinkommens beträgt, so zahlt derjenige mit 1.600 € eben nur 16 € mehr, Frau v.d.Leyen würde aber mit 250 € zur Kasse gebeten. Oder ein SUV-Aufschlag i.h.v. 100% des Monatseinkommens: ein und dasselbe Fahrzeugt (z.B. der Lada Niva Basisversion für ca. 13.000 €) würde für den Geringverdiener dann 14.600 € kosten, für Frau v.d.Leyen eben 38.000 €. Dann wäre wenigstens der Schmerz gerechter verteilt...





Sonntag, August 18, 2019

Neulich beim Wegstecken...

Was haben der
  • Sudan
  • Mauretanien
  • Iran
  • Jemen und
  • Saudi Arabien
gemeinsam? Das gute Wetter? Die besten Sandalen? Die niedrigste Kriminalität?

In diesen fünf Ländern ist die Höchststrafe für sexuelle Handlungen zwischen Männern der Tod. D.h. ein paar gewählte oder qua Geburt in die Regierungspositonen gehievten Menschen bestimmen darüber, ob (i.d.R. zwei) andere Menschen sterben müssen, weil sie sich gern gehabt haben.

Jetzt noch ein kleiner Religionscheck:
  • Sudan - annähernd 100% Muslime
  • Mauretanien - 70% Muslime
  • Iran - > 90% Muslime
  • Jemen - > 90% Muslime
  • Saudi Arabien - > 95% Muslime
Korrelation bedeutet noch nicht zwangsläufig Kausalität und somit ist hiermit noch nicht bewiesen, dass der Islam ursächlich für derart niedrige ethische Standards verantwortlich ist, aber es ist zumindest ein starker Hinweis.

Was gerne übersehen bzw. umgedeutet wird ist die Tatsache, dass sich sowohl die Muslime in diesen Ländern, als auch die in Deutschland auf das gleiche Fundament zurückgreifen. Man kann nicht sagen, dass z.B. in Saudi Arabien eine komplett andere Art von Islam unterwegs ist, sondern lediglich, dass ein und derselbe Islam von Wahhabiten und etwas weniger Radikalen unterschiedlich interpretiert wird. Das ist wie Fahrradfahren, die einen wollen freihändig, die anderen mit Klingel und noch andere mit elektrischer Tretunterstützung - es bleibt aber immer noch Fahrradfahren.

Wir kennen "bessere" ethische Standards, wir haben uns diese über die Jahrhunderte erarbeitet. Es mag sein, dass alte religiöse Texte in der Bronzezeit die davor herrschenden Standards verbessert haben, jedoch können wir das aus der heutigen Sicht gar nicht beurteilen. Im 21. Jhd. darauf zu beharren, dass gleichgeschlechtliche Liebe ein Gräuel ist, weil es ein behaupteter Gott (oder sein Prophet) in ein Pamphlet diktiert hat, ist eine der schlechtesten Begründungen anderen Leuten das Leben zu nehmen...



Samstag, August 10, 2019

Neulich nach der kriminellen Geschichte...

Ok, nach einer gefühlten Ewigkeit mit der einen oder anderen Lesepause (auch längeren) habe ich mich durch Deschners Kriminalgeschichte des Christentums durchgebissen. Leider konnte er das nicht mehr erleben, hatte jedoch vor seinem Tod noch sein Lebenswerk vollendet (hm... wieviele Lebenswerke wurden nach dem Tod beendet?).

Ich erinnere mich noch gut, als ich damals in Hamburg in eine Buchhandlung ging, erst mal in der Abteilung Religion nach Deschner suchte - natürlich nichts fand - und mich dann an eine nette Dame wandte, die ich fragte, ob sie wohl die "Kriminalgeschichte des Christentums" von Deschner hätte. Sie blickte kurz in ihren Computer und fragte dann zurück: "Welcher Band?"
Bis dahin war ich davon ausgegangen, dass die Kirchen wohl Dreck am Stecken hatten, aber dass es sich doch wohl mit einem mehr oder weniger dicken Buch abfackeln ließe. Wie falsch ich mit dieser Einschätzung lag, musste ich feststellen, als ich den ersten Band in den Händen hielt bzw. diesen dann irgendwann mal gelesen hatte.

Minutiös und detektivisch hat Deschner in der Kriminalgeschichte all das zusammengetragen und in den zeitlichen Kontext gestellt, was in irgendeiner Art von Beleg die Zeit überdauert hatte. Und je mehr man eintaucht, je weiter man verfolgt, wie stark doch alles menschelt und wie wenig bis nichts göttliches in der Kirchengeschichte vorhanden ist, desto grauenvoller ist die Vorstellung von alldem, was Deschner nicht aufschreiben konnte. Von all den Misshandlungen, Ausbeutungen und Menschenrechtsverletzungen die nirgends dokumentiert wurden - weil die Leute damals nicht wollten oder konnten.

Auch folge ich Deschners Argumentation, dass wir geschichtliches nur mit den heutigen Maßstäben bewerten dürfen und uns niemals auf das dünne Eis begeben dürfen, Geschichte aus der Geschichte heraus zu relativieren. Sätze wie "früher war das eben so" oder "die konnten doch früher froh sein, dass ihnen nichts schlimmeres passiert ist", bekommen einen fahlen Beigeschmack, wenn man diese exemplarisch auf das deutsche Nazi-Regime bezieht. Wenn wir heute im 21. Jhd. erkannt haben, dass etwas ungerecht, ethisch verwerflich oder ein Verbrechen ist, dann mag der Tatbestand vor ein paar hundert Jahren nicht geahndet worden oder nur ein Vergehen, sogar straffrei (Sklaverei) gewesen sein, der Maßstab muss aber immer die aktuelle Sichtweise sein - schlicht und ergreifend, weil wir keine andere haben. Alles andere wäre Spekulation und Kaffessatzleserei.

Wer sich die Kriminalgeschichte antut sollte wissen, dass jeder Band an die 300-400 Seiten hat, zusätzlich noch etliche Dutzend Seiten Quellenangaben. Deschners Schreibweise ist zwar ein exzellentes Deutsch, dennoch herausfordernd zu lesen, da so viele Zitate einfließen, und somit die volle Aufmerksamkeit des Lesers erfordern. Es ist keine Lektüre, die man fernsehbegleitet konsumieren kann. Auch kann man Lesezeichen empfehlen, um die besonders wertvollen Stellen zu markieren oder sich auch diverse Zitate rauszuschreiben.

Wer eine anspruchsvolle Lektüre nicht scheut, wer die Geschichte aus den Augen eines "Staatsanwalts" betrachten möchte und die Zusammenhänge zwischen Politik und Religion besser verstehen möchte, für den ist die Lektüre klar zu empfehlen - aber man sollte genügend Zeit mitbringen... 😉

8 von 8 möglichen Punkten


Montag, August 05, 2019

Neulich bei der Natürlichkeit...

Ich kann mich nicht an einen Tag in meinem Leben erinnern, an dem ich wirklich Hunger gelitten hätte (außer ich habe freiwillig auf die Nahrungsaufnahme verzichtet 😋). Das ist das Privileg, wenn man nach den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts in der "1. Welt" geboren ist. Es gibt immer noch Menschen auf dem Planeten, die hungern, immer noch zu viele, aber es wird besser.

D.h. in einem Land wie .de quält einen heute nicht mehr die Frage ob und wieviel man isst, sondern immer mehr was man isst. Die Nahrungsaufnahme war immer schon wichtig und gem. einiger Anthropologen könnte die Nahrungszubereitung der Schlüssel zur dominanten Stellung der menschlichen Spezies sein. Nicht der muskelbepackte Krieger hat es gedeichselt, sondern der Smutje, der Chef de Cuisine 😉

Interessanterweise zeichnen sich hier aber immer mehr religiöse Züge ab. Allen voran die Einteilung in schwarz und weiß... pardon... gut und böse. Wir "sündigen", wenn wir uns etwas Süßes gönnen, Fasten, was und wie wir essen (kein Schwein, koscher usw.) war auch schon immer Thema in den etablierten Weltanschauungen - auch wenn sich fast alles davon heute als Anachronismus darstellt - es ist "böse" ein Schwein zu essen, aber "gut" eine geschächtete Kuh zu verzehren... naja... wer's glaubt.

So ist im Supermarkt natürlich auch alles erst mal "gut" was irgendwie "bio", "natürlich" oder "vegan" heißt. Wir blenden dabei leider aus, dass nicht alles, was aus der Natur kommt per se "gut" ist. Eher das Gegenteil ist der Fall. 90% unseres Planeten (= Natur) ist für uns als Habitat nicht geeignet. Von den Millionen unterschiedlicher Spezies (Tiere sowie Pflanzen) sind nur ein geringer Teil für uns als Nahrung geeignet und davon schmeckt uns auch nur ein noch kleinerer Teil. Irgendwelche lustigen Mahlzeiten aus Algen haben sich (zum Glück) noch nicht großflächig durchgesetzt.

Würden wir heute nur das auf den Tisch bekommen, was die Natur "natürlich" produziert, dann hätten wahrscheinlich die wenigsten Freude daran. So gut wie alle Nahrungsmittel die wir kennen, egal ob pflanzlichen oder tierischen Ursprungs wurden vom Menschen über die Jahrtausende "genetisch" verändert - mit den Mitteln, die unseren Vorfahren zur Verfügung standen, was fast ausschließlich Züchtung bzw. Kreuzung war. D.h. wir essen (auch wenn es "bio" heißt) i.d.R. ein kulturelles, also menschgemachtes Produkt.

Insofern muss man ehrlicherweise anerkennen, dass ein aus dem Wolf durch Züchtung hervorgegangener Rehpinscher genauso natürlich bzw. unnatürlich ist, wie ein durch Genmanipulation erzeugter Rehpinscher. In der "Natur" kämen beide nicht vor - aber vielleicht hat die Natur uns genau deshalb "hervorgebracht", weil sie Bock auf Rehpinscher hatte? Was wir auch gerne ausblenden, die allermeisten Nutztiere und -pflanzen sind ohne die Menschliche Pflege in der Natur kaum oder nicht lebensfähig bzw. würden von ihren nicht gezüchteten/genmanipulierten Artgenossen überrannt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein genmanipulierter Rehpinscher die Weltherrschaft an sich reiße, geht gegen null.

Somit sollten wir uns von irgendwelchen esoterischen oder metaphysischen Beurteilungen der Naturveränderung lösen (denn alles auf der Erde, auch die unbelebte Materie, "beeinflusst" die Natur/das Leben in irgendeiner Art und Weise) und zunächst möglichst objektiv und naturalistisch das Geplante durchdenken - welchen Nutzen bringt es, welche Risiken birgt es. Leben ist Veränderung, sich dagegen zu stellen, bedeutet in einem Orkan gegen den Wind zu pusten.

Donnerstag, August 01, 2019

Neulich beim Leipziger Allerlei...

Ok, ich gebe es zu, ich habe es satt Dinge wie diese hier zu lesen. Wieder mal geht es um Kinder, wieder mal geht es ums Essen und - wie könnte es anders sein - man hat mal wieder Schwein gehabt bzw. will keines mehr.

Ein Artikel wie dieser hier schlägt dann noch die Brücke, dass der Verzicht auf (Schweine)Fleisch ja auch positive Effekte für das Klima hätte und dass das Schwein ja ohnehin "die Zigarette unter den Grundnahrungsmitteln" wäre.

Übersehen wird dabei allerdings, dass die Initiierung des Verbots nicht daher kommt, dass man das Klima schützen oder die Kids vor einem Saumagen (anscheinend ja das Pendant zur Raucherlunge, wenn das Schwein schon die Zigarette ist...) bewahren, sondern dass hier unterschwellig bronzezeitliche Nahrungsvorschriften "geachtet" werden.

Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser - all diese Einrichtungen stehen allen Menschen in Deutschland zur Verfügung. In Deutschland gibt es kein Schweinefleischverbot, wie in Saudi Arabien. Auch kein Rindfleischverbot, wie für die meisten Kasten in Indien. Dafür steht aber auch kein Hund auf der Speisekarte, wie z.B. in Südkorea. Wenn ich in Papua-Neuguinea in die Schule gehe, kann ich dort nicht Nürnberger Rostbratwürstchen erwarten, nur weil ich diese gerne esse. Auf der Welt gibt es alle möglichen Befindlichkeiten die Nahrung betreffend, wie man z.B. hier nachlesen kann...

Wie wäre es, wenn ich z.B. 5 Kinder finde, die keinen Broccoli mögen. Könnte ich dann ein Broccoli Verbot durchsetzen? Wenn 10 Kinder Verdauungsprobleme bei Vollkornbrot bekommen, kommt dann die Weißbrotpflicht? Nussallergie? Glutenfrei? Laktoseintoleranz?

Spannend ist auch zu sehen, wenn steinalte Ernährungsvorschriften mit Erkenntnissen aus der modernen Wissenschaft begründet werden. Z.B. gab es auch schon in der Antike die Fleischbeschau, wenn auch noch keine Trichinen bekannt waren - aber man wusste, dass Fleisch belastet sein kann. Heute werden dann diese "Vorschriften" so gedeutet, als hätten unsere Vorfahren schon über besseres Wissen verfügt als wir heute.

Wenn man sich in einer Schulkantine auf irgendetwas einigt, dann soll das so sein. Nur bitte auf der Grundlage von Argumenten, die für alle nachvollziehbar sind. Bitte dann klar kommunizieren, dass man deswegen kein Schweinefleisch mehr anbietet, um der Klimakatastrophe entgegenzuwirken und bitte dann auch alle anderen Fleischsorten verbannen (und ggf. auch die Gemüsesorten, die eine schlechte CO2 Bilanz haben). Aber nicht weil man einen ein paar Jahrhunderte alten Text ausgegraben hat oder weil muslimische (oder jüdische) Schüler eher selten Schwein haben...







Dienstag, Juli 23, 2019

Neulich beim Kindersitzen...

Der Fahrradhelmproblematik hatte ich ja einigen Raum eingeräumt und mich damit auch eingehender beschäftigt. Umso erschreckender ist es, wenn man den Ausführungen dieses TED-Talks folgt:



Gesetzt den Fall, dass das so stimmt, dann hat uns die Kindersitzindustrie (mit Hilfe der Politik) über die letzten Jahr(zehnt)e etliche Millionen Euro für eine gefühlte Sicherheit raus geleiert, die mit Sicherheit aber eines geschafft hat, nämlich die Kindersitzproduzenten vor der Armut zu bewahren. Mit teilweise bis zu 700 Öcken teuren Modellen müssen die Erziehungsberechtigten ihre Fahrzeuge ausstatten, da ansonsten staatlicherseits ein saftiges Bußgeld droht (denn wenn man nicht glaubt, dann muss man halt Buße tun - logisch oder?).

Wie man hier sehen kann, übersteigen die Anzahl der Verkäufe an Kindersitzen die der Kinderwagen ca. um den Faktor 3 (2,3 Mio Kindersitze vs. knapp 800.000 Kinderwagen), d.h. Eltern kaufen 3x so viele Kindersitze wie Kinderwagen. Das hat v.a. zwei Gründe. Der eine ist, dass Kinder so ab 3-5 Jahren keinen Kinderwagen mehr benötigen. Der andere ist, dass "Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind" (§21 1a StVO), nur dann mitgenommen werden dürfen, wenn geeignete Rückhaltevorrichtungen vorhanden sind. D.h. man hat hier mittels einer wenig bis schlecht begründeten Gesetzgebung (der Kindersitz sieht zwar sicher aus, aber gem. der obigen Darstellung ist er in etwa gleichwertig zu normalem Anschnallen) eine Gelddruckmaschine geschaffen, über die sich die Produzenten noch so lange freuen werden, solange es Autos gibt...

Mittwoch, Juli 17, 2019

Gerade beim Kommissionieren...

Aus aktuellem Anlass mal ein schneller Einwurf. Wie man hier lesen kann, hat es ja Zensursula in die Europäische Kommission geschafft bzw. ist jetzt Präsidentin derselben. Parallel ist dann natürlich der Posten des/der Verteidigungsministers/in vakant, welcher, wie hier zu lesen ist, von AKK (nicht zu verwechseln mit AKW! außer vielleicht der Frisur...) ausgefüllt wird.

Das lässt für mich natürlich folgende Schlussfolgerungen zu:
Scheinbar befähigt einen ein abgeschlossenes Studium der Politik- und Rechtswissenschaften auf dem Gebiet der Landesverteidigung kompetent zu sein, obwohl man sonst eigentlich sein ganzes Leben in der Politik verbracht.
Scheinbar befähigt ein skandalumwittertes Engagement im Verteidigungsministerium dazu, sich für die Spitze der EU zu qualifizieren.

Der Basislohn eines EU-Kommissars beträgt 112,5 % des höchsten EU-Beamten (Grad 16), 19.909,89 Euro im Monat ohne Zulagen. Der Präsident erhält 138 % (24.422,80 Euro), Vizepräsidenten 125 % (22.122,10 Euro) und Hohe Vertreter 130 % (23.006,98 Euro). (siehe hier)
 Mich erinnert das fatal an den Spruch, dass ein Experte jemand ist, der immer mehr und mehr von immer weniger und weniger weiß, bis er zum Schluss alles von nichts weiß, wohingegen ein Politiker jemand ist, der immer weniger und weniger von immer mehr und mehr weiß, bis er zum Schluss nichts von allem weiß...

Montag, Juli 15, 2019

Neulich in Alabama...

Zum Thema Abtreibung habe ich ja wahrlich genug verfasst.

Erwähnenswert an dieser Stelle sei lediglich der Sachverhalt (der in diesem bezahl-Artikel des Spiegels dargelegt ist) den ich hier kurz zusammenfassen möchte:

Alabama hat sein Gesetz gegen Abtreibung verschärft (u.a. können einem Arzt der diese vornimmt 99 Jahre Haft drohen) mit dem Hintergedanken, dass dieses Gesetzt, das im übrigen im Gegensatz zu der Supremecourt Entscheidung Roe v. Wade auf Bundesebene steht, dann eben auch in nächster Zeit im Supremecourt entschieden wird. Hierin steckt die Hoffnung, dass die beiden konservativen, von Donald Duck Trump eingesetzten Richter eine Entscheidung gegen Abtreibung fällen werden.

Das Erschreckende ist, dass dies auch durchaus noch Erfolg haben könnte, was wiederum bedeutet, dass Frauenrechte mit Füßen getreten werden - aber hier haben wir Herren der Schöpfung ja schon eine jahrtausendealte Tradition.

Wenn man sich dann noch diesen Artikel im katholischen Witzblättchen anschaut, dann bekommt man langsam ein Gefühl dafür, wie "fake News" entstehen. Hier sprechen sie davon, dass "Immer mehr US-Bürger […] pro-life" seien, jedoch zeigt fowid, dass es sich bei diesem Statement um nichts anderes als Schönfärberei handelt. Die Zahl der Befürworter und Gegner sind in den USA in den letzten 25 Jahren erstaunlich stabil. Somit lese ich daraus, dass zwar im letzten Vierteljahrhundert etliche Ewiggestrige weggestorben sind, aber in den USA hier steter Nachschub besteht.
"Die Männer verbieten die Abtreibung im Allgemeinen, akzeptieren sie aber im Einzelnen als eine bequeme Lösung. Sie können es sich leisten, sich mit leichtfertigem Zynismus zu widersprechen, aber die Frau spürt diese Widersprüche in ihrem Fleisch." - Simone de Beauvoir

Montag, Juli 08, 2019

Neulich beim beitragen können...

Frage nicht, was Deine Medien für Dich tun können, frage lieber, was Du zu ihnen beitragen kannst... Dieses paraphrasierte Kennedy-Zitat bildet imho ganz sinnig ab, wie sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ÖR) gerieren, ist doch fast all das, was ich schon hier vor 13 Jahren geschrieben habe eingetreten.

Man hat mittlerweile die "freie Wahl" einen festen Wohnsitz zu haben und den ÖR zwangsweise zu bezuschussen oder man ist obdachlos und zahlt nichts. Die Gebühr... pardon... der Beitrag hat steuerlichen Charakter, d.h. Grundsteuer oder Rundfunkbreitrag lassen sich von einem Außenstehenden nicht wirklich unterscheiden. Auch ist die Frage, was eigentlich eine Grundversorgung sei, niemals erschöpfend beantwortet worden.

Doch eines der ad nauseam angeführten Argumente ist die "Unabhängigkeit". Ohne eine von der Politik unabhängige Finanzierung des ÖR könnte dieser nicht kritisch berichten, sondern wäre (wenn werbefinanziert) von den Werbekunden abhängig und würde diese schonen oder (wenn steuerfinanziert) von der Politik abhängig und schonte eben diese. Schön, dass man mit einer unabhängigen Finanzierung dann quasi machen kann, was man will - im Fall von ARD und ZDF bedeutet das, einfach alle mal zu schonen. Kritische Berichterstattung muss man mit der Lupe suchen, tendenziöse, weichgespülte und unterschwellig meinungsbildende Formate findet man an jeder Ecke.

So wie man es in einer Partei zu nichts bringt, wenn man nicht "linientreu" ist, so hat man auch im ÖR keine Chance, wenn die Schere im Kopf nicht groß genug ist, eine ausreichende Vorzensur zu betreiben (die natürlich nicht so genannt werden darf). Wenn man jetzt noch Carsten Frerks Buch im Hinterkopf hat und sich dann den Bayrischen Rundfunkrat anschaut, dann wundert man sich eigentlich über gar nichts mehr. Die Politik ist kirchengesteuert (oder wenigstens stark beeinflusst) und das Fernsehen politikgesteuert (oder wenigstens stark beeinflusst).

Den Bayrischer Rundfunkrat in seiner ganzen Pracht kann man hier bestaunen. Wichtiger aber noch die Zugehörigkeit der Mitglieder. Der Einfachheit halber, habe ich mich auf die Bereiche Politik und Religion bzw. Kirche beschränkt. Auch Muslime oder Juden zähle ich zur Fraktion der Gläubigen. Sollte ein Vertreter ein offensichtliches tendenziöses Amt Innehaben (z.B. Marcel Huber, der als Politiker noch Vorsitzender des "Katholischen Männervereins Tuntenhausen" (difficilam est, satiram non scribere…) ist), so bringt das natürliche eine Stimme auf der einen und anderen Seite. Nicht berücksichtigt habe ich die persönlichen Glaubensvorstellungen, selbst wenn sie angegeben waren. Zum Schluss sehen wir folgendes Ergebnis:

Politiker oder der Politik nahestehende Mitglieder: 37
Vertreter der Glaubensfraktion oder dieser nahestehend: 10
Mitglieder ohne eindeutige Zuordnung: 9

D.h. bei 50 Mitgliedern beobachtet man eine extreme Schlagseite seitens der Politik (74%), wohingegen sich die Glaubensfraktion zumindest offiziell nicht allzu stark vertreten ist (20%). Lediglich knapp 20% konnte ich keinem Lager zuweisen, was jedoch bedeutet, so sich Kirche und Staat einig sind, diese immer mit 80% dagegen halten können. Eine unabhängige vierte Gewalt in Form der ÖR kann ich nicht erkennen. Damit das nicht allzu trocken wird, hier noch ein kleiner Clip dazu:


Man kann jetzt natürlich einwenden, dass der ÖR nicht alles ist und dass es doch jede Menge private Sender und Print-/Onlinemedien gäbe, jedoch möchte ich an dieser Stelle Volker Pispers zu Wort kommen lassen...

Mittwoch, Juli 03, 2019

Neulich beim Gruseln...

Wer kennt es nicht, dieses Gefühl gruseligen Schauderns, das einen z.B. bei einem gut gemachten Horrorfilm überfällt. Oder auch bei Filmen wie "Fight Club" oder "Inception", die zum Schluss noch einen schönen Twist in die Geschichte bringen, so dass man das gerade Gesehene noch einmal hinterfragen zu müssen glaubt.

Ein vergleichbarer Grusel befällt einen, wenn man Carsten Frerks Buch "Kirchenrepublik Deutschland - Kirchlicher Lobbyismus" liest. Viele irreale Verschwörungstheorien bzgl. "Lügenpresse" oder ähnlichen, unbegründeten Behauptungen verblassen gegen die real existierende Einflussnahme auf politischer Ebene v.a. durch die beiden Großkirchen. Hatte man diesen (zumindest von meiner Seite) immer schon das Übelste unterstellt, so ist das tatsächliche Ausmaß der Einflussnahme wahrlich angsteinflößend.

Akribisch hat Carsten Frerk hier auf Bundes- und Landesebene all die Fakten zusammengetragen, die letztlich keinen anderen Schluss zulassen, als dass jedes Gesetz, jede Regelung nur dann Erfolg haben kann, wenn es auch das Plazet der beiden Kirchen erhält. Auf Bundes- wie Landesregierungen wird eindrücklich Einfluss genommen, wobei diese Art von Lobbyismus noch nicht einmal offengelegt werden muss. Wen wundert es da noch, dass man sich in Deutschland mit dem selbst bestimmten Sterben so schwer tut, wohingegen Länder wie die Niederlande oder die Schweiz schon vernünftige Regelungen geschaffen haben. Wen wundert es noch, dass die Zahlungen staatlicherseits an die Kirchen nicht eingestellt werden (Forderungen die teilweise 200 Jahre alt sind), wenn doch diejenigen, die diese Zahlungen abstellen könnten mit denjenigen, die dagegen intervenieren zusammen im Beichtstuhl sitzen, Empfänge besuchen, von der Politik in kirchliche Unternehmungen wechseln und umgekehrt - kurz, mich wundert seit der Lektüre nichts mehr. Deutschland ist massiv mit kirchlicher Einflussnahme durchseucht und Carsten Frerks großer Verdienst in dieses Hinsicht ist, dass dies nun schwarz auf weiß veröffentlicht ist.

Vergleichbar minutiös wie in seinen Büchern zum Finanzwesen der Kirchen bzw. deren caritativen Einrichtungen stellt Carsten Frerk auch hier die Verflechtungen zwischen Politik und Kirche dar. Das bedingt - und das ist imho die einzige Schattenseite des Buches - dass die Ausführungen über manche Strecken trocken wirken. Nur ist die Beweisaufnahme in einem Gerichtsprozess, mit dem man das hier durchaus vergleichen könnte, nun auch nicht gerade eine Ausgeburt an sprühender Phantasie und Kurzweil. Es muss halt erst mal (um mit Augstein zu sprechen) "gesagt werden, was ist". Und diese Klüngelei, fast schon Vetternwirtschaft, ist über Jahre gewachsen und kann per se nicht in 5 Sätzen dargestellt werden.

Fazit: Wer keine oder wenig (kirchenkritische) Sachbücher liest, sollte vielleicht eher die Finger davon lassen (und sich eher mal "Kirche im Kopf" zu Gemüte führen). Wer aber die Büchse der Pandora öffnen möchte, wer erfahren möchte, wie stark religiöses Denken die Geschicke der Bundesrepublik prägt, der kommt an diesem Buch nicht wirklich vorbei.

7,5 von 8 möglichen Punkten


Freitag, Juni 28, 2019

Neulich bei der Schlacht um Malakow...

Wie man hier nachlesen kann, wurde das Fort Malakow 1855 erobert, sinnigerweise auf der Halbinsel Krim, was wiederum bedeutet, dass um dieses Beinahe-Eiland schon die längste Zeit gestritten wird (evtl. liegt das ja an der Sektproduktion...).
An anderer Stelle steht, dass die Festung evtl. der Namensgeber einer österreichischen Tortenspezialität wäre - ich übernehme das einfach mal ungefragt, denn egal warum was wie heißt, Hauptsache es schmeckt 😉
Und wie schon Reinhard Mey feststellte, ist nicht der Run auf das Buffet mit einer Schlacht vergleichbar?

Hier also nun mein ultimatives Rezept für eine Malakow-Torte:

Zutaten:
  • Löffelbiskuits (ich nehme immer ca. 400g)
  • Puderzucker (250g)
  • 2 EL Zucker
  • Butter (250g)
  • geriebene und geschälte Mandeln (200-250g - je nach Verpackung)
  • Sahne (500 ml)
  • 7 Eier (6 Eidotter + 1 ganzes Ei)
  • Vanille(zucker)
  • Milch (250 ml)
  • 6cl Rum (Stroh Rum mit 80%)
  • Sahnesteif
  • Raspelschokolade (Vollmilch)

Utensilien:
- Springform üblicher Größe (26cm), Glasboden bietet sich an
- Küchenmaschine (man kann das auch mit der Hand rühren)
- Backpapier
- Konditorspachtel

Die Herstellung der Torte unterteilt sich im wesentlichen in 3 Arbeitsschritte:
1. Herstellung der Masse (Butter-Mandel-Creme)
2. Das Befüllen der Springform mit Löffelbiskuits und der Masse (abwechselnd)
3. mind. 12 h Ruhephase im Kühlschrank

Phase 1:
Die Zutaten sollten Zimmertemperatur haben (d.h. die v.a. die Butter rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen!). Die Butter schaumig rühren, dann abwechselnd Puderzucker und die 6 Eidotter sowie Vanille und/oder Vanillezucker (nach Geschmack) in die Butter einrühren. Danach die Mandeln einrühren. Jetzt abwechselnd 200 ml Sahne und 4 cl Rum einrühren.

Phase 2:
In einem Gefäß folgende Mischung herstellen:
250 ml Milch, 1 Ei und 2 cl Rum gut verquirlen, ggf. auch hier Vanillezucker hinzugeben
Danach jedes Löffelbiskuit kurz in dieses Milchmischung eintunken und dann in die Springform legen. Man kann hier mit dem Richtwert 3x Eintunken für weniger als 0,5 Sekunden beginnen. Wichtig ist, dass sich die die Biskuits nicht vollsaugen, sondern sich quasi nur am Rand etwas angesaugt haben, innen sollten sie noch trocken sein. Beim Belegen der Löffelbiskuits in der Springform ist darauf zu achten, dass diese nicht zu dicht liegen. Sie sollen sich leicht berühren, aber nicht reingequetscht werden. Zu dichtes Verlegen verhindert die Aufnahme der Flüssigkeit aus der Masse und die Torte wird dann trocken. Zu lockeres Verlegen verbraucht mehr Masse und macht die Torte instabiler.
Ist die Lage Löffelbiskuits eingelegt, wird diese mit einer Lage Masse bedeckt. Hier ist v.a. darauf zu achten, dass die Masse gut in die Zwischenräume kommt und möglichst gleichmäßig verteilt wird. Anschließend wieder eine Lage Löffelbiskuits usw..
Ich bekomme in meiner Springform 3 Lagen Löffelbiskuits unter und verwende die meiste Masse für die letzte Lage.

Phase 3:
Die Torte in der Springform mit Backpapier bedecken und einen "Deckel" darauflegen. Man kann hierzu einen anderen Springform-Boden verwenden oder sich aus einem Karton etwas zurechtschneiden. Diese Konstruktion jetzt mindestens 12 h (besser 24 h) in den Kühlschrank stellen und dort z.B. mit vorhandenen Gegenständen beschweren - ich nehme hier i.d.R. 2-3 Milchpackungen. Durch die Ruhezeit und das Gewicht nehmen die (innen noch trockenen) Löffelbiskuits die Flüssigkeit der Masse auf und man erhält eine butterweiche Buttermandelcremetorte 😋

Servieren:
Hier ist der individuellen Phantasie keine Grenze gesetzt. Ich halte das normalerweise relativ schlicht und schlage die verbleibende Sahne, versetzt mit den 2 EL Zucker, Vanillezucker und Sahnesteif fest und bestreiche die aus der Springform genommene Torte oben und an den Seiten. Darüber gebe ich die Raspelschokolade. Die Torte sollte immer gekühlt serviert werden und sich nicht zu lange bei Zimmertemperatur aufhalten, da sie sonst anfängt zu zerfließen. Die Torte lässt sich wohl auch einfrieren - jedoch habe ich das selbst (mangels geeigneter Tiefkühleinrichtung) noch nie probiert.

Bon Appétit!


Dienstag, Juni 18, 2019

Neulich in der Röhre...

Meme sind ja das, was unsere irdische Existenz überdauern kann. Bei dadada-da denken vielleicht einige an Beethovens 5. Symphonie, bei da-da-da evtl. eher an Trio und die Neue Deutsche Welle.

Ich habe mir auch gedacht, es sollte etwas geben, was mich überdauert und was quasi der Fundbürosong des 21. Jahrhunderts werden könnte, deswegen habe ich mich po8isch (zum zweiten Mal) auf YouTube verewigt. Diesmal mit einer Geschichte in englischer Sprache, um die Zielgruppe zu vergrößern - tja, wenn er nur mal viral ginge... 😉



Samstag, Juni 15, 2019

Neulich auf dem Globuli...

Gut, das Thema ist ja nicht neu in diesem Blog, wie man hier, hier und hier nachlesen kann...

Jedoch gibt es ein paar interessante Neuigkeiten zu dem Thema. Zum einen ist sich ein Globulihersteller nicht zu blöd Leute zu verklagen, die "behaupten", dass die Homöopathie noch nie eine Wirksamkeit über dem Placebo-Effekt hinaus darstellen konnte (wie man hier nachlesen kann) - wohingegen noch niemand diesen Hersteller verklagt hat, wegen dessen Behauptung, Zuckerkügelchen trügen in irgendeiner Art und Weise zum Heilungserfolg bei. Zum anderen gibt es diese wirklich gute und kritische Homoöpathieseite, die wirklich keine Frage unbeantwortet lässt:

Babys haben sehr feine Antennen 
Die Homöopathie ist nun besonders geschickt darin, diese beiden Mechanismen zu benutzen. Sie verabreicht einerseits wirkstofflose Tablettchen und sie verbindet dies oft mit einem Ritual an Zuwendung, Empathie und der Kraft guter Erfahrungen. Die Globuli tragen somit die Bedeutung "ich lasse Dir Hilfe zuteil werden, liebes Kind" und zwar ohne, dass dies unbedingt in Worte gefasst wird. Die Mutter strahlt aus, dass sie helfen kann, dass sie etwas tun kann, dass sie sich von den Globuli Hilfe verspricht. Das Kind bekommt etwas, das ihm helfen soll, es nimmt wahr, dass es mit seinem Problem nicht allein gelassen wird. Das tut gut. Beiden. Die Mutter/der Vater beruhigt sich und auch das tut Kind und Eltern gut. Das müssen auch keine krassen Verhaltensänderungen sein, Kinder und Babys spüren intuitiv kleinste Veränderungen. Sie sind so abhängig von uns, dass sie mit feinsten Antennen ausgestattet sind.
Und zu guter Letzt, für alle die, die sich lieber ein Video anschauen anstatt zu lesen, hat Jan Böhmermann das auch noch in seinem Neo Casino Magazin Royale aufgegriffen...


Donnerstag, Juni 13, 2019

Neulich in der Nutshell...

Doppelbesteuerung leichtgemacht...

In einer gedachten Volkswirtschaft mit 3 Teilnehmern (A, B, Staat), verdient A 10 Euro, B bezieht HartzIV in Höhe von 5 Euro, Zigaretten kosten 5 Euro p. Schachtel mit 80% Tabaksteuer und die Steuerquote beträgt 50%, hinzu kommt noch, dass A & B rauchen.

Was beobachten wir:

A verdient 10 Euro und muss 5 an den Staat abdrücken.
A kauft Zigaretten für 5 Euro von denen wiederum 4 an den Staat abgeführt werden.
Der Staat bezahlt B 5 Euro.
B kauft Zigaretten für 5 Euro (-> 4 Euro an den Staat).

Endsaldo:
A:        0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:        0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
Staat:   8,00 €

Gleiches Szenario, nur jetzt fällt die Tabaksteuer weg:

Endsaldo:
A:        4,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:        4,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
Staat:   0,00 €

Jetzt noch das Szenario, ganz ohne Steuern & Umverteilung:

Endsaldo:
A:        9,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:        0,00 €
Staat:   0,00 €

Und zu guter Letzt noch die Königsübung (Szenario 1, Zinssatz 20%, Einkommenssteuer 50%, Tabaksteuer 40%):

C ist Zigarettenproduzent und Arbeitgeber von A.
C hat sich 10 Euro von Bank D geliehen um A zu bezahlen.
Bank D wiederum hat sich 10 Euro beim Staat geliehen.
C zahlt 10 € an A (davon 5 € an Staat).
Staat zahlt 5 € an B
A & B kaufen für 5 € Zigaretten von C.
C zahlt mit seinen 2 € die Zinsen an Bank D
D zahlt 1 € Zinsen an Staat. 
D zahlt 0,5 € Steuern auf Gewinn durch Zinseinkünfte

Endsaldo:

A:       0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
B:       0,00 € + 1 Schachtel Zigaretten
C:       0,00 €
D:       0,50 € + 10 € Forderung gegen C
Staat:  9,50 € + 10 € Forderung gegen D

Honi soit qui mal y pense

Samstag, Juni 08, 2019

Neues Spiel, neues Glück?

Ok, man hat ja schon so ziemlich alles gesehen,
  • Pferde vor der Apotheke kotzen,
  • die Wiedervereinigung und erneute Trennung von Modern Talking (sogar für eine Coverversion von Cherry Lady ist sich Capital Bra nicht zu blöd),
  • den Schulz-Zug abfahren,
  • die Automobilindustrie kartelliert sich (hat so was von karamellisieren, irgendwie was klebriges...)
  • den Islam zu Deutschland bundespräsidial dazu zu dichten um kurz darauf über die eigene Geiz-ist-geil Mentalität zu stolpern,
  • diverses frühlingshaftes Erwachen in muslimisch geprägten Ländern nebst Decollation missliebiger Despoten
  • konsequenzenlose Besetzung mancher Inseln im Schwarzen Meer, weil der Sekt ausgegangen ist,
  • das Ende der Zuma'schen Kleptokratur in Südafrika und Ersatz derselben durch die Rhamaposaische
  • die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in .de (nicht aus Überzeugung, sondern weil man hier im Wahljahr Stimmen abzufangen glaubte)
  • gro(ß)ko(tzige) Koalitionen im Bundestag in Endlosschleife
  • Frühverrentungsbestrebungen der österreichischen "Freiheitselite" durch alkohol- und gummibärchengeschwängerte Gespräche in Urlaubsdomizilen
  • halbherzige Flüchtlingspolitik, die den braunen Schmutz nach mehr als 80 Jahren wieder in die Regierung brachte
  • das Ende des Echo (was kein Verlust wahr.. wahr.. wahr..),
  • ein brasilianisches Sommermärchen mit anschließender Weltmeisterüberheblichkeit und dem obligatorischen tiefen Fall,
  • Whistleblowing als neue Freizeitbeschäftigung mit anschließender Freiheitsberaubung in Militärgefängnissen oder Botschaften nebst geschlechtsangleichender Operation,
  • den ersten Papst seit langem, der nicht im Amt verstorben, sondern in Rente gegangen ist... aber sowas von ratz fatz…
  • Donald Duck ist Präsident der USA... was?... ok, anderer Nachname, aber der Rest passt,
  • kommerzielle Weihnachtsmärkte sind Gott ein Dorn im Auge, darum setzt er hier ab und an ein (LKW Kenn)Zeichen, Altbundeskanzler anscheinend auch... auch der Kohl hat ein Ende (R.I.P.) nur die Wurst hat zwei,
  • Karlheinz Deschner schmort neben Christopher Hitchens in der Hölle - ich hab's mit eigenen Augen gesehen!,
  • totgesagte leben länger, speziell wenn es sich um Po8en handelt...
Also alles beim alten, oder? ...ohne Anspruch auf Regelmäßigkeit, Brett vor dem Kopf, Schaum vor dem Mund oder mit dem Versprechen über den Tellerrand hinaussehen zu können, habe ich beschlossen hier doch noch das eine oder andere aufzuschreiben. 😜

Dienstag, März 02, 2010

Neulich in Bosbach...

"Viele Straftaten könnten nur mit den Daten aus der Vorratsdatenspeicherung
aufgeklärt werden, sagte der CDU-Politiker der "Bild-Zeitung" (Dienstagsausgabe). "Sollte das Gericht das Gesetz verwerfen, werden viele Täter nicht mehr überführt werden können. Die Terrorhelfer sind hochkommunikativ und konspirativ, wir brauchen den Datenzugriff." Das Bundesverfassungsgericht verkündet am Dienstag sein Grundsatzurteil zur Datenspeicherung." (
Wolfgang
Bosbach
)

Wieviele Straftaten können verhindert werden? Wievle Täter können nicht mehr überführt werden. Solange diese Zahlen nicht auf dem Tisch sind, sind Sie ein Dummschwätzer, Herr Bosbach!

Freitag, Januar 22, 2010

Neulich in Braunschweig...

"Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß die hier dargestellten Schwierigkeiten mit der Aussagekraft aller globaler Klimamodelle den sogenannten "Klimawissenschaftlern" bekannt sind. Als die "Klimawissenschaftler" von den Politikern (IPCC) die Aufgabe übernahmen, mit Modellrechnungen die angeblich durch Kohlendioxid verursachten Klimaveränderungen zu berechnen, haben diese Leute sehr bewußt gelogen und die Öffentlichkeit betrogen, da sie genau wußten, daß nie realitätsnahe "Rechnungen" möglich sind und sein werden. Deshalb werden die "Ergebnisse" wie vom Delphischen Orakel verkündet, wodurch die "Klima-Wissenschaftler" nur schwer von Astrologen zu unterscheiden sind. Grundlage teurer Maßnahmen sollten endlich wieder wirklich gemessene Größen sein und nicht aus schlechten Modellvorstellungen geschätzte und hochgerechnete Zahlen (Szenarien)."
Prof. Dr. Gerhard Gerlich, TU Braunschweig

Freitag, Dezember 25, 2009

Neulich beim Erwartungswert...

Nehmen wir mal an, in einer Schule klaut eine Bande von Rüpeln den anderen Kindern immer das Pausenbrot. V.a. werden immer die Kinder bestohlen, welche etwas besonders Leckeres dabeihaben. Auf Grund dieser Praxis beschließen immer mehr Kinder nur noch eklige Frühstücke mitzubringen. Wenn jetzt die Rüpel ein Mitspracherecht bei der elterlichen Frühstücksgestaltung hätten, was würden wir dann erwarten?

Und genauso verhält es sich mit dem Sozialschmarotzer Ulrich Blum, der Zeit seines Lebens nur im Universitätsbetrieb tätig war und somit auf Kosten der Allgemeinheit lebte, welcher vorschlug:

Wer aus der Kirche austritt und keine Kirchensteuer zahlt, sollte eine andere Abgabe an eine soziale Einrichtung wie das Rote Kreuz entrichten.
Klar, dass jemandem, der sich auf Kosten der Nettosteuerzahler durchfuttert keine Begründung zu blöd ist, die Einkommensbasis zu verbreitern - oder deutlicher formuliert, die Bürger noch mehr von staatlicher/staatsnaher Seite zu bestehlen, als dies ohnehin schon der Fall ist1.

Wenigstens gaben die Säkularen auf diesen Blödsinn kontra:
Von einer Ausnutzung der Kirchen durch Nichtkirchliche, so Ladwig, könne also gar keine Rede sein. Im Gegenteil ließen sich die Kirchen ihre inneren Angelegenheiten von der Allgemeinheit finanzieren. Anlässlich des Vorstoßes des "Kirchenlobbyisten Blum", so Ladwig, sollte man es auch mal anders herum sehen: "Wenn also vom Subventionsabbau die Rede ist, müsste man den Transfer in die Kirchen mal in den Blick nehmen.

Das einzig überraschende an diesem Thema ist, dass noch niemand vor Blum auf diese Schnapsidee kam. Alles andere, nämlich dass die Bild dies als regierungsnahes und christliche Blatt unkritisch kolportierte, dass es keinen Aufschrei aus der Politik gab und dass Herr Blum (als Volkswirtschaftswissenschaftler!) keine Ahnung von der Finanzierung der Kirchen hat, erfüllt auch hier voll den Erwartungswert.


1: Nach allgemeinem Verständnis liegt nämlich dann Diebstahl vor, wenn Eigentum ohne die Zustimmung des Eigentümers übertragen wird. Dass sich der Staat hier sein Extrawürstchen in Form der Besteuerung geschaffen hat, unterstreicht nur den unmoralischen Ansatz.

Mittwoch, Dezember 23, 2009

Neulich beim Ökologismus...

Religionen müssen immer alt und verstaubt sein? Hier mal ein neues Angebot:
Die zehn Gebote des Öko-Glaubens:

Das erste Gebot: Du sollst dich fürchten!
Das furchtbarste Szenario ist das wahrscheinlichste. Wenn es einmal gut ging, so kommt es beim nächsten Mal umso schlimmer.

Das zweite Gebot: Du sollst ein schlechtes Gewissen haben!
Wer lebt, schadet der Umwelt - alleine schon durch seine Existenz

Das dritte Gebot:Du sollst nicht zweifeln!
Die Ökobewegung irrt nie. Wer daran zweifelt, dient den Ungläubigen.

Viertes Gebot: Die Natur ist unser gütiger Gott!
Sie besteht aus Pandabären, Robbenbabys, Sonnenuntergängen und Blumen. Erdbeben, Wirbelstürme und Killerviren sind Folgen menschlicher Hybris

Fünftes Gebot: Du sollst deine Gattung verachten!
Der Mensch ist das Krebsgeschwür des Globus. Vor seinem Auftauchen war der Planet eine friedliche Idylle.

Sechstes Gebot: Du sollst die Freiheit des Marktes verabscheuen!
Der Planet kann nur durch zentrale Planung internationaler Großbürokratien gerettet werden

Siebtes Gebot: Du sollst nicht konsumieren!
Was immer du auch kaufst, benutzt oder verbrauchst: Es schadet der Umwelt. Die Zuteilung von Gütern sollte den weisen Priestern des Ökologismus übertragen werden. [...]

Montag, Dezember 21, 2009

Neulich beim wilden Alarmieren...

Das ef-magazin hat einen sehr lesenswerten dreiteiligen Beitrag zum leidigen Thema Klima veröffentlicht:
Vor einer Woche reisten die Politik der Welt nach Kopenhagen. Sie benötigten bislang 1200 Limousinen – so viele, dass die dänischen Autovermieter sich in den Nachbarländern versorgen mussten – und 120 Jets – was dazu führte, dass zahlreiche Flüge auf Nachbarflughäfen umgeleitet werden mussten, um die schweren Lasten für uns zu besprechen, die aber um des Klimas Willen leider notwendig seien.

Hier zu Teil 1
Hier zu Teil 2
Hier zu Teil 3