Montag, April 27, 2009

Damals beim Zipferlaken...

Der Zipferlake

Verdaustig war's, und glaße Wieben
rotterten gorkicht im Gemank.
Gar elump war der Pluckerwank,
und die gabben Schweisel frieben.

»Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind!

Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr.
Vorm Fliegelflagel sieh dich vor,
dem mampfen Schnatterrind.«

Er zückt' sein scharfgebifftes Schwert,
den Feind zu futzen ohne Saum,
und lehnt' sich an den Dudelbaum
und stand da lang in sich gekehrt.

In sich gekeimt, so stand er hier,
da kam verschnoff der Zipferlak
mit Flammenlefze angewackt
und gurgt' in seiner Gier.

Mit Eins! und Zwei! und bis auf's Bein!

Die biffe Klinge ritscheropf!
Trennt' er vom Hals den toten Kopf,
und wichernd sprengt' er heim.

»Vom Zipferlak hast uns befreit?

Komm an mein Herz, aromer Sohn!
Oh, blumer Tag! Oh, schlusse Fron!«
So kröpfte er vor Freud'.

Verdaustig war's, und glaße Wieben

rotterten gorkicht im Gemank.
Gar elump war der Pluckerwank,
und die gabben Schweisel frieben.

(Christian Enzensberger nach einem Original von Lewis Carroll)

Sonntag, April 26, 2009

Neulich beim Sieg der Vernunft...

Die Initiative für ein Wahlpflichtfach Religionsunterricht, das dem Ethikunterricht gleichgestellt wird und zwischen denen sich die Eltern / SchülerInnen entscheiden müssen, hat im Volksentscheid keine Mehrheit bekommen und ist damit abgelehnt worden.




(Bild geklaut beim Feuerbringer)

Freitag, April 24, 2009

Neulich bei der Realsatire...

Wie eine Satire liest sich dieser Artikel, welcher aber vollkommen ernst gemeint ist:

Die Einnahmen des Bundes
Nichts kommt von selbst. Straßen, Schulen, Arbeitslosengeld — alles kostet. Die Mittel muss sich der Staat bei Bürgern, Unternehmen und Organisationen besorgen. Die oberste Verpflichtung des Parlamentes: Dass es bei den Steuergesetzen so gerecht und nachvollziehbar wie eben möglich zugeht.
"Besorgen" ist in diesem Fall ein Pseudonym für "mit Gewalt nehmen" oder auch "rauben", "stehlen" oder "abpressen". Die "oberste Verpflichtung" scheint ebenfalls ein schlechter Witz zu sein, denn weder ist das deutsche Steuersystem gerecht (gibt es überhaupt ein "gerechtes" Steuersystem?), noch ist es nachvollziehbar - Stichwort hierzu: Steuerklassen, Mehrwertsteuer (7%, 19%) usw.usf.. Doch es geht ja noch weiter:

Größter „Brocken“ aus Sicht des Bundes ist die Umsatzsteuer. Sie funktioniert im Prinzip ganz einfach: Diese Steuer begleitet jedes Produkt, ganz gleich, wie oft es weiterverarbeitet oder veredelt wird, bis es vom Endverbraucher gekauft wird. Weil es von Stufe zu Stufe mehr an Wert gewinnt, wird die Steuer auch Mehrwertsteuer genannt.
Klar, warum nur einmal kassieren, wenn man sich blutegelartig an die gesamte Wertschöpfungskette hängen kann. Der letzte in der Kette (i.d.R. der Verbraucher, denn der Einzelhandel hat normalerweise die höchsten Aufschläge) hat dann wieder die Arschkarte gezogen, denn der Löwenanteil der MwSt. wird von diesem erbracht - alle anderen können nämlich gegenrechnen. Mit "gerecht" hat auch das nichts zu tun. Doch der Artikel ist ja noch nicht zu Ende:
Die Steuerschätzer dürfen nie vergessen, dass Steuern auch das Verhalten der Bürger lenken. Häufig setzt der Staat die Steuerschraube ein, um anderes zu bewirken als nur mehr Einnahmen. So freute sich die Gesundheitsministerin über eine wachsende Nichtraucherquote in der Folge höherer Tabaksteuer und die Drogenbeauftragte über einen sprunghaft wachsenden Konsumverzicht von Jugendlichen bei den sogenannten Alcopops durch eine drastische Besteuerung.
Abgesehen davon, dass hier ganz unverblümt davon gesprochen wird, was man seitens der Politik wirklich will, nämlich Leuten mit DaumenSteuerschrauben zu etwas zu zwingen, freut sich die Gesundheitsministerin zu früh. Raucher beanspruchen das Gesundheitssystem weniger als Nichtraucher. D.h. das nächste, was nach der erhöhten Tabaksteuer angepasst werden muss, sind die Krankenkassenbeiträge... und zwar nach oben, weil Mdm. Schmidt in ihrer gesundheitlichen Allmachtsphantasie wieder nicht bis 3 zählen kann. Und wenn die Jugendlichen halt keine Alcopops mehr kaufen können (oder wollen), dann trinken sie halt wieder Bier oder besorgen sich den Schnaps aus dem Supermarkt - Prohibition soft also.

Letztlich werden auch noch ein paar Zahlen geliefert, die deutlich aufzeigen, wohin das Ganze gehen soll:
In den ersten 50 Jahren der deutschen Nachkriegsgeschichte finanzierte sich der Bund mehr aus direkten Steuern (wie der Einkommensteuer) als aus indirekten Steuern (wie der Umsatzsteuer). 1950 betrug dieses Verhältnis 50,6 zu 49,4 Prozent (5,3 zu 5,2 Milliarden Euro). 1989 war das Verhältnis auf 59,5 zu 40,5 Prozent (159,5 zu 121,6 Milliarden Euro) auseinander gedriftet.
In nicht ganz 40 Jahren hat der Staat seinen Diebstahl so verfeinert, dass sich die Einnahmen verdreißigfacht (!) haben.

Dabei ist das Problem offensichtlich: so wie es die Aufgabe des Bäckers ist, Brote zu produzieren, so ist es die Aufgabe des Sozial- oder Wohlfahrtsstaats, Wohlfahrtsempfänger zu produzieren. Fehlten diese nämlich und ginge es allen Leuten einigermaßen gut, so würde die Berechtigung für diese gigantische Umverteilungsmaschine wegfallen.

Montag, April 20, 2009

Neulich bei der Buskampagne...

Wie man z.B. in diesem Artikel sehen kann, sträuben sich die deutschen Verkehrsbetriebe atheistische Werbung an oder in ihren Fahrzeugen anzubringen.


Um so ärgerlicher, wenn man dann z.B. gestern mit so einem Scheiß in der Hamburger U-Bahn belästigt wird:

Sonntag, April 12, 2009

Neulich bei den Länderspielen...

Youtube zensiert jetzt anscheinend auf Länderebene. Nicht dass das jemanden davon abhalten könnte die Videos zu sehen, nein, es ist lediglich ein höherer Aufwand nötig. Seltsam irgendwie, dass man aus dem dritten Reich und zig Diktaturen, welche immer als erstes dazu übergehen, freie Meinung zu verbieten oder einzuschränken, nichts gelernt hat.

Samstag, April 11, 2009

Neulich bei den Zynikern...

Also ich stelle mir mal so vor, mein ganzes Hab und Gut ist gerade bei einer Naturkatastrophe draufgegangen, die halbe Familie ist gestorben und ich überlege mir jetzt, was ich am dringendsten brauche bzw. was man am ehesten spenden sollte. Daraus erstelle ich dann eine Liste in der Reihenfolge der Wichtigkeit. An welcher Stelle käme dann wohl das da:


Doch letztendlich hat er nicht nur Trost gespendet - hätte mich ja auch gewundert:

Difficile est satiram non scribere.

Sonntag, April 05, 2009

Neulich in Nordhessen...

Man erfährt gerade aus spiegel-online:
Vater schlug mit Hammer auf seine schlafenden Kinder ein

Familiendrama in Nordhessen: Ein geschiedener Vater hat versucht, seine drei kleinen Kinder im Schlaf mit einem Hammer zu erschlagen. Der drei Jahre alte Junge und seine fünf und sieben Jahre alten Schwestern erlitten lebensgefährliche Kopfverletzungen.

Jedoch sucht man jetzt vergebens den hessischen Innenminister Volker Bouffier, der die gefährlichen Tötungstrainingssoftware wie Super Mario Bros. u.ä. auf eine schwarze Liste setzen will und die Softwarehersteller dazu auffordert, derartige Killerspiele doch in Zukunft nicht mehr zu produzieren. Wieso sieht hier niemand das Offensichtliche??

Freitag, April 03, 2009

Neulich in London...

(für Anonym aus Österreich:
"Wissenschaft fliegt dich zum Mond
Religion fliegt dich in Gebäude)

Mittwoch, April 01, 2009

Neulich bei den bayrischen Betonschädeln...

Wie aus der Pressemitteilung des bayrischen Innenministeriums hervorgeht, hat sich ein weiterer merkbefreiter Politiker zu Computerspielen geäußert - und zwar der bayrische Innenminister Joachim Herrmann - was sich wie ein Aprilscherz anhört, aber offensichtlich ernst gemeint ist:

"Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden."

Selbst wenn die Software nicht mehr in .de produziert würde (was sie meines Wissens eh nicht wird) und auch nicht vertrieben würde, so bestehen doch (der EU sei dank) genügend Möglichkeiten dies auch über das Ausland zu besorgen - d.h. eine derartige Forderung ist nicht nur hirnrissig, sondern geht auch an der Realität vorbei.

Interessant auch, dass man private "Killerspiele" verbieten will, aber bei den globalen Killerspielen seitens der Politiker immer brav mitmischt. Sei es "nur" durch Waffenverkäufe oder aber durch Entsendung von Truppen. Doch der Schwachsinn hat, wenn es nach dem bayrischen Innenministerium geht, noch kein Ende gefunden... weiter steht da:

Für Herrmann ist es wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt. "Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden."

Soso, für Herrn Herrmann ist es also "wissenschaftlich klar erwiesen", was dem geübten Leser aber nur zeigt, dass man als bayrischer Innenminister keine Ahnung von Wissenschaft haben muss und anscheinend auch sonst nicht viel auf der Pfanne, denn seine "Schlussfolgerungen" sind nichts als billige Agitation. Doch der Tiefpunkt ist leider immer noch nicht erreicht:

"Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Leider habe viele Eltern überhaupt keine Vorstellungen davon, welchen dauerhaften Schaden ihre Kinder hier nehmen." Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.

Das einzige, was imho geächtet gehört, sind "christlich-soziale" Politiker, die meinen, sie müssten ihr verschrobenes Weltbild mittels Fehlschlüssen oder Scheinargumenten allen anderen Menschen als das Nonplusultra aufs Auge zu drücken. Interessant auch, dass der, der gegen "Killerspiele" eine Hetzjagd entfachen möchte, selbst in einer katholischen Studentenverbindung war und Hauptmann der Reserve ist, also dem echten Töten unter staatlicher Pseudo-Legitimation. Wasser predigen und Blut saufen - oder wie muss ich das verstehen, Herr Herrmann? Schön, dass Sie dem politischen Schwachsinn wieder ein Gesicht gegeben haben.

"Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal Fresse halten!"
(Dieter Nuhr)

Montag, März 30, 2009

Neulich beim Stimmvieh...

Der spiegel-online berichtet überraschend kritisch über ein Unding, welches sich das Bundesmerkel im Wahljahr ausgedacht hat - die Abwrackprämie.
Deutschland im Abwrackwahn: Seit die Bundesregierung zum 27. Januar die sogenannte Umweltprämie einführte, die jedem Käufer eines Neuwagens 2500 Euro schenkt, wenn er ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet, erlebt der Automarkt eine wundersame Zwischenkonjunktur mit absurden Folgen. Pressen malmen quer durchs Land im Dauereinsatz, Käufer strömen in die Präsentationshallen, Ersatzteile überschwemmen den Markt - die Preise für Altmetall und Gebrauchtwagen sind im freien Fall. Gleichzeitig suchen Studenten oder Geringverdiener oft vergeblich nach dem 1000-Euro-Wagen.

Selbst wenn man unsterstellt, dass hier etwas Gutes getan werden wollte, so erstaunt doch einerseits die unglaubliche Kurzsichtigkeit der Politik in Verbindung mit der unfassbaren Naivität des Wahlviehs.

Lt. dem Artikel wollen ca. 8 Mio. Autobesitzer die 2.500 € abkassieren. Nach Adam Ries(e) macht das 20.000.000.000 €, also mehr als die Einnahmen der Tabaksteuer. Folglich kommt - grob gerechnet - auf jeden der 40 Mio Arbeitnehmer eine Mehrbelastung von 500 € zu, und das nur, weil das Merkel so tut, als habe es Geld zu verschenken.

Wer sein Auto abwracken lässt, ist im Prinzip also vorsetzlich asozial, so er den Merkel-Trick durchschaut oder andernfalls ein einfältiger Trottel - man kann es sich aussuchen.

Dienstag, März 24, 2009

Neulich beim Schwachsinn^2...

Spiegel-online schreibt:

Bonuszahlungen an bestimmte Manager in den USA sollen laut Votum des Repräsentantenhauses künftig mit 90 Prozent besteuert werden. Dem von den Demokraten eingebrachten Gesetzentwurf zufolge soll dieser höchste Steuersatz für alle Angestellte gelten, die über ein Familienjahreseinkommen von mindestens 250.000 Dollar verfügen und deren Firmen mindestens fünf Milliarden Dollar aus dem staatlichen Rettungsfonds bekommen haben.

Tja, anstatt zu sehen, dass diese milliardenschweren "Hilfsprogramme" schon ein Schritt in die falsche Richtung waren, reagiert man entrüstet so diese Milliarden auch zu Bonuszahlungen verwendet werden und fordert diese mit einem neuen Gesetz zurück. Wie wäre es, wenn man sich schon das Hilfprogramm gespart hätte? Hätte das nicht nur die jetzt verdammten Bonuszahlungen, sondern auch das neue Gesetz verhindert?


Mir kommt das immer so ein bisschen vor wie die Brandstifter, die einen Waldbrand gelegt haben (Wirtschaftskrise) und jetzt erzählen, dass nur Löschen mit Benzin das Problem löst (Geld in den Markt pumpen). Dann sieht man, dass in dem Wald einer steht und sich am Großbrand seine Zigarette anzündet (Bonuszahlungen), was die Konfiszierung der Schachtel Zigaretten nach sich zieht - ein rationales Vorgehen ist für mich hier nicht erkennbar... aber war es das je?

Montag, März 23, 2009

Neulich in der hpd Röhre...

Tube heißt ja bekanntlich Röhre und das gleiche Synonym verwenden auch die Briten für ihren Fernseher. Daraus erklärt sich dann ganz einfach, warum man ein Videoportal "youtube" nennen kann. Nunja, dieses Portal nutzt jetzt auch der hpd und hat dort schon ein paar Videos bereitgestellt... hoffentlich werden es bald mehr.

Samstag, März 21, 2009

Gerade beim blinden Aktionismus...

Eigentlich wollte ich es mir sparen etwas über den aktuellen Amoklauf zu schreiben und vorherzusagen, dass mal wieder "Killerspiele" ganz oben auf der Agenda stehen wird, aber anscheinend wollen die Angehörigen der Opfer ihr Leid und ihre Trauer in Rache verwandeln und mittels eines offenen Briefs ein "politisches Signal" setzen.

Menschlich ist das nur allzu verständlich, denn es stellt sich unweigerlich die Frage warum so etwas passieren konnte. Nur kann man (wie so oft) die Geschehnisse nicht auf einen Grund auf eine Ursache zurückführen. Folglich wird in o.g. Brief natürlich auch ein ganzes Paket geschnürt, was sich denn so alles in der Gesellschaft verändern müsse, damit die Wiederholung eines solchen Amoklaufs unwahrscheinlicher werde. (Dabei sollte man aber immer im Hinterkopf bewahren, dass es bei weitem wahrscheinlicher ist, bei einem Haushaltsunfall zu sterben, als durch einen Amokschützen ums Leben zu kommen - wieso finden sich so wenig offene Briefe bzgl. dieser großen Gefahr?)

Hier nun die Vorschläge der Angehörigen:
  • Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird. Die derzeitige gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. Bedenkt man, dass ein junger Mensch gerade in dieser Zeit durch die Pubertät mit sich selbst beschäftigt und häufig im Unreinen ist, so ist die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre unerlässlich.
Ein derartiger Vorschlag wird die Bundeswehr ganz besonders freuen, welche die Rekruten ja schon ab dem 18. Lebensjahr einzuziehen gedenkt. Weiters war der Amokschütze 18 Jahre alt, die Erhöhung von 14 auf 21 ist somit schlicht willkürlich und ohne Begründung, da dieser nicht die letzten 4 Jahre seines Lebens schießen geübt hat. Dieser Vorschlag zieht lediglich eine zusätzliche Gängelung Tausender vernünftiger Sportschützen nach sich, die plötzlich auf ihren Sport verzichten müssten - und zwar für die nächsten 7 Jahre.
  • Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. Das Fernsehen, als noch wichtigste Informations- und Unterhaltungsplattform, hat einen sehr großen Einfluss auf die Denk- und Gefühlswelt unserer Mitbürger. Das Fernsehen setzt heute die ethischen und moralischen Standards. Wenn wir es zulassen, dass unseren Mitbürgern weiterhin täglich Mord und Totschlag serviert werden, ist abzusehen, dass die Realität langsam, aber stetig dem Medienvorbild folgen wird. Von den Sendern muss verlangt werden, dass sie ein ausgewogenes Programm anbieten und die Zurschaustellung von Gewalt reduziert wird. Eine „Gewaltquote“, der Anteil von Sendungen mit Gewalt in Relation zur Gesamtsendezeit pro Sender, sollte eingeführt werden.
Tja, nachdem mir persönlich das Fernsehprogramm seit Jahren schon nicht gefällt, habe ich die Konsequenz daraus gezogen und schaue es nicht mehr. Das ist die einfachste Lösung, anstatt hier mit "Gewaltquoten" und ähnlichem Firlefanz zu argumentieren. Weiters fehlt auch die fundierte Herleitung, wie das Fernsehen "ethische und moralische Standards" setzen soll. Das Fernsehen ist lediglich ein Spiegel der Gesellschaft, ist dieses amoralisch, so ist es die Gesellschaft auch und somit auch die Unterzeichner dieses Briefes - as simple as that.
  • Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden. Spiele, ob über Internet oder auf dem PC, die zum Ziel haben, möglichst viele Menschen umzubringen, gehören verboten. Gleiches gilt für alle Gewalt verherrlichenden Spiele, deren Aufbau und Darstellung sehr realistisch sind und bei denen viel Blut fließt.
Und ich will, dass Email verboten wird, denn jeder Amokläufer der letzten Zeit hat vor seinem Amoklauf noch Emails gelesen... Auch hier fehlt wieder jeglicher Nachweis, dass "Killerspiele" Amokläufe begünstigen oder gar verursachen. Sry, aber es geht die Angehörigen (und den Staat) einen glatten Scheißdreck an, was sich auf meiner Festplatte befindet und wieviele tausend Pixelmenschen ich jeden Tag umzubringen gedenke - das ist - wie Religion - Privatsache!
  • Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet. In der virtuellen Welt werden heute anonym und gefahrlos Gedankengänge artikuliert und diskutiert, die eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Wie diese Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht. Es darf aber nicht sein, dass sich junge Menschen anonym gegenseitig aufhetzen und zu Gewalteskalationen auffordern.
Auch hier erschließt sich mir der Gedankengang nur aus einem Vergeltungsbedürfnis. Millionen von Menschen sollen bzgl. der freien Rede eingeschränkt werden, weil 15 Menschen auf tragische Weise ums Leben kamen. Alle sollen leiden, nur weil die Angehörigen auch leiden - sehr seltsam und auch bezeichnend, da doch gerade Deutschland in Bezug auf Jugendschutz eine stete Vorreiterrolle einnimmt und sogar mit Pseudo-Zensur-Gremien (nämlich der BPjM) Erwachsenen den Zugang zu Informationen erschwert bzw. unmöglich macht. Wieso gab es in Ländern, die derartige Überwachungspraktiken nicht haben (Österreich, Italien, Spanien...) nicht wesentlich häufiger derartige Amokläufe, was man ja erwarten würde, hätte diese These nur den Hauch einer Berechtigung.
  • Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten.
Nachdem oben schon die Gedankenfreiheit eingeschränkt werden sollte, hier nun auch noch die Einschränkung der Pressefreiheit - das ist wenigstens Konsequent.

Vielleicht sollten sich die Angehörigen fragen, warum Amokläufe nie in Militärkasernen oder Polizeistationen stattfinden, sondern immer an Schulen oder Universitäten? Jemand der Amoklaufen will, wird sich natürlich einen Ort aussuchen, bei dem er möglichst sicher gehen kann, dass er auf keine Gegenwehr stößt. Und jemand der Amoklaufen will, wird sich auch illegal eine Waffe besorgen können (wie z.B. Erfurt zeigte). Kriminellen ist es nämlich i.d.R. egal ob Waffenbesitz strafbar ist oder nicht, da sie so oder so vorhaben gegen geltendes Recht zu verstoßen - die Waffe ist nur das i-Tüpfelchen.

Insofern möchte ich die Angehörigen dazu aufrufen, mal ein bisschen mehr in der Realtität anzukommen und aus ihrer persönlichen Trauer und ihrem persönlichen Leid nicht eine kollektive Verurteilung der Gesellschaft zu basteln. Was .de wirklich nicht braucht sind noch mehr und noch schärfere Gesetze, sondern weniger Staat und mehr Eigenverantwortung der Bürger.

Ich warte ja nur noch darauf, dass irgendeiner auf die glorreiche Idee kommt Amokläufe bundesweit zu verbieten um das Problem zu beheben...

Mittwoch, März 18, 2009

Das Wort zum Sonntag #61

Thema heute:
Die Unsinnigkeit von Geschwindigkeitsbeschränkungen.

(Fast) Jeder, der einen Führerschein besitzt und mit einem Auto fuhr wird (wenn er sich selbst gegenüber ehrlich ist) zugeben, schon einmal die zulässige Höchstgeschwindigkeit übertreten zu haben. Vermutlich "passiert" dies in .de etliche tausendmal pro Stunde und auch gerade jetzt.

Doch warum neigen Menschen dazu die "zulässige Höchstgeschwindigkeit" zu übertreten? Warum fahren wir z.B. nicht mit 200 km/h über einen unasphaltierten Waldweg? Warum fahren wir nicht 30 km/h auf einer 8 spurigen Autobahn? Nun, der Mensch trifft eine persönliche Risikoabschätzung (RA) bzgl. multipler Faktoren wie z.B. Wetterlage, Verkehrsdichte, Zustand des Fahrzeugts, Sicherheitsmaßnahmen (Airbags etc.) im Fahrzeug, Ablenkung durch Insaßen, persönliche Risikobereitschaft, Wirtschaftlichkeit der Fahrweise usw.. Die lokale Geschwindigkeitsbegrenzung fließt als ein weiterer Faktor in diese Betrachtung mit ein.

D.h. mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung maßt sich ein Dritter, in dem Fall das Verkehrsministerium (oder lokale Verantwortliche) an, eine bessere RA treffen zu können als ich. D.h. wenn meine persönliche RA auf einer vierspurigen Stadtautobahn zu dem Schluss kommt, hier sind 112 km/h in Ordnung, so zwingt man mich auf Grund eines Blechschildes, auf welchem 60 km/h in einem roten Kringel steht und (im Zweifel) mit Waffengewalt bzw. Zwangsenteignung, diese willkürliche Geschwindigkeit zu fahren. Persönliches Leid und zusätzliche Kosten (v.a. in Lebenszeit) wird dabei billigend in Kauf genommen.

Dabei läuft das Konzept der derzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzung auch der aktuellen Fahrzeugtechnik zuwider. Ein Fahrzeug hat heute einen kürzeren Bremsweg als vor 30 Jahren, ein Fahrzeug bietet heute eine höhre aktive und passive "Sicherheit" also vor 30 Jahren. D.h. wir kommen schneller zum stehen als vor 30 Jahren (treffen also u.U. die Mauer gar nicht) und so wir sie doch treffen, landet unser Kopf in einem Airbag anstatt auf dem Lenkrad (nachdem Gurtstraffer alles noch mal schön festgezurrt haben usw.). Das einzige, was sich nicht verändert hat, ist das Verkehrsschild.
Für 1953 lässt sich das erste Bundesergebnis (nach dem heutigen Gebietsstand) errechnen: 12 631 Verkehrstote kamen statistisch auf fast 4,8 Millionen Fahrzeuge. Beide Zahlen stiegen in den Folgejahren: 1970 wurden 21 332 Verkehrstote gezählt, der Kraftfahrzeugbestand hatte auf 20,8 Millionen zugenommen. Seitdem ist – mit wenigen Ausnahmejahren – die Zahl derVerkehrstoten permanent gesunken, trotz weiter steigendem Fahrzeugbestand. (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Doch was wäre der po8ische Blog, wenn er nicht auch eine Alternative aufzeigen würde. Wie wäre es, wenn wir nur noch Schilder hätten, die dem Autofahrer Empfehlungen nahelegen.

Der große Vorteil wäre, dass zum einen unbekannte Fakten (z.B. spielende Kinder) in die Risikobetrachtung des Autofahrers unmittelbar einfließen können und zum anderen, dass die moderne Art der Wegelagerei mittels mobiler oder statischer Radarfalle nicht mehr möglich wäre, denn es gibt keine "richtige" oder "falsche" Geschwindigkeit mehr.

Denn verantwortungsvolles und bewusstes Handeln resultiert nicht aus einer möglichst stark (durch Verbote/Verbotsschilder) reglementierten Umgebung, sondern aus einer Umgebung in der ein möglichst hohes Maß an Freiheit für das Individuum herrscht.

Mittwoch, März 11, 2009

Neulich beim Stehlen...

Nachdem die Bußgelder schon wieder erhöht wurden, mal das hier:


§ 21 Fahren ohne Fahrerlaubnis

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
  1. ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist, oder

  2. als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist.
(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen wird bestraft, wer

  1. eine Tat nach Absatz 1 fahrlässig begeht,

  2. vorsätzlich oder fahrlässig ein Kraftfahrzeug führt, obwohl der vorgeschriebene Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung in Verwahrung genommen, sichergestellt oder beschlagnahmt ist, oder

  3. vorsätzlich oder fahrlässig als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, obwohl der vorgeschriebene Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung in Verwahrung genommen, sichergestellt oder beschlagnahmt ist.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 kann das Kraftfahrzeug, auf das sich die Tat bezieht, eingezogen werden, wenn der Täter

  1. das Fahrzeug geführt hat, obwohl ihm die Fahrerlaubnis entzogen oder das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten war oder obwohl eine Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuchs gegen ihn angeordnet war,

  2. als Halter des Fahrzeugs angeordnet oder zugelassen hat, dass jemand das Fahrzeug führte, dem die Fahrerlaubnis entzogen oder das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten war oder gegen den eine Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuchs angeordnet war, oder

  3. in den letzten drei Jahren vor der Tat schon einmal wegen einer Tat nach Absatz 1 verurteilt worden ist.


D.h. es geht hier nicht darum, dass derjenige prinzipiell kein Auto führen kann, sondern dass sich eine Organisation anmaßt darüber zu bestimmen unter welchen Bedingungen er ein Fahrzeug führen darf. Tut er es doch, so wird er zwangsenteignet - darf aber weiterhin die ganze Chose zwangsmitfinanzieren.

Sonntag, März 08, 2009

Damals im heiligen Herz...

... oder auch "Sacré Cœur" wie man das Mädcheninternat nannte. Geführt wurde es natürlich - bei dem Namen! - von Nonnen, welche mit christlicher Nächstenliebe durchtränkt waren:
Enge Bindungen an andere Menschen wurden im Sacré Cœur nicht gerne gesehen. Ich hatte Freundschaft mit der temperamentvollen Tochter eines Kollegen meines Vaters geschlossen. So wie ich war sie an Freiheit gewöhnt. Unsere Freundschaft musste den Müttern jedoch ein Dorn im Auge gewesen sein. Wir wurden, getrennt voneinander, im Keller des Internats mit fünfzehn Peitschenhieben auf den Po bestraft. Anschließend mussten wir ein Gelübde ablegen, niemandem, auch nicht unseren Eltern, von der Züchtigung zu erzählen.

Freitag, März 06, 2009

Neulich beim Atheisten-Bashing...


Geklaut bei ars libertatis - aber ich musste das einfach haben ;-)

Donnerstag, Februar 12, 2009

Montag, Februar 09, 2009