Dienstag, Juni 19, 2007

Neulich beim Hit-Mysterium...

Ich frage mich schon die ganze Zeit, was meinen Hit-Counter (rechts unten) dermaßen in die Höhe treibt. Naja.. eigentlich weiß ich was meinen Hit-Counter in die Höhe treibt, aber ich konnte es mir bis heute nicht richtig erklären. Denn die Einträge in meinem Seitenzähler sehen so aus:

Es ist immer dieselbe Ursprungsadresse (nämlich die Google Bildersuche, s.o.) und verweist bei mir immer auf denselben Artikel, nämlich die Filmkritik zu "Deuce Bigalow: European Gigolo".

Jetzt endlich habe ich die Nuss geknackt, denn man muss bei dieser Bildersuche nur "Penis im Gesicht" eingeben und bekommt als erstes das Bild präsentiert, auf das ich auch in dem Artikel verweise, jedoch steht mein Link als ein sich darauf beziehender ebenfalls mit drin.

Insofern weiß ich jetzt, dass täglich ca. 150 Leute wissen wollen, wie das aussieht, wenn jemand ein Geschlechtsteil im Gesicht hat. Ob uns das allerdings als Menschheit weiterbringt wage ich zu bezweifeln...

Montag, Juni 18, 2007

Kardinal Meisner Revolution!

Aller guten Dinge sind drei und aller schlechten wohl auch, denn trotz dreimaligem Anschreiben war die Diözese Köln nicht bereit drei einfache Fragen zum Sexualverhalten zu beantworten. Nachdem ich aber schon damit gerechnet habe, sah meine letzte Mail wie folgt aus:

Email an Kardinal Meisner
(klicken zum Vergrößern)

Somit bestätigt die Diözese Köln durch ihre Nichtantwort (ähnlich wie das leere Grab gem. christlicher Vorstellung die leibliche Auferstehung bestätigt), dass - um es kurz zu machen - hemmungsloser Sex für Katholiken unsittlich bzw. unzüchtig ist und somit eine Sünde.

Wie es wirklich um Kirche und Sexualität bestellt ist zeigt sehr gut das folgende Zitat, das nur etwas über 60 Jahre alt ist:
Die Einführung des männlichen Gliedes in den Mund der Frau wird, sofern sie schnell und ohne Gefahr eines Samenergusses erfolgt, verschiedentlich von der Todsünde frei gesprochen, weil der Mund kein geeignetes Gefäß zum sodomitischen Verkehr ist und die genannte Tat somit eine unzüchtige Berührung darstellt ... Der heilige Alfonso hält in Übereinstimmung mit dem allgemeinen Urteil die Einführung des männlichen Gliedes in den Mund der Frau für eine Todsünde, vor allem deshalb, weil fast immer die Gefahr des Samenergusses besteht.
(Theologia moralis, Rom 1944)

Neulich beim Hmtata...

Samstag Abend durfte ich mal wieder erleben was aus Musikern wird, so sie sich dem Kommerz verschreiben. So gibt es eine "Partyband" names Chari Vari die von der Polkamusik der Similauner Gletscherleichen bis zu Bryan Adams "Summer of 69" alles irgendwie drauf hat, aber alles klang auch irgendwie gleich ätzend. Vielleicht liegt das daran, dass dem Frontmann noch ein paar Gesangsstunden nicht schaden würden, vielleicht auch daran, dass der Drummer sein Repertoir von lediglich "schnell" und "langsam" etwas erweitern sollte oder vielleicht liegt es auch daran, dass die Band schon zu professionell ist und deswegen dazu tendiert Songs prinzipiell schneller zu spielen (denn man kann sie ja in und auswendig) oder es an "Seele", "Esprit" oder einfach nur persönlichem Einsatz mangelt, so dass man als Zuhörer irgendwie das Gefühl hat, man hört Kaufhausdudelmusik, eine sehr laute zwar, aber eben Kaufhausdudelmusik.

Mir sind Bands lieber, die nicht so proffessionell, aber wenigstens mit dem Herzen bei der Sache sind. Sonst fühle ich mich immer schnell an Aldous Huxley erinnert, der da einmal sagte:
Es gibt Leute, deren Herzen gerade in dem Grad einschrumpfen, als ihre Geldbörsen sich erweitern.

Freitag, Juni 15, 2007

Das po8ische Bilderrätsel #35

Und wieder steht das Wochenende vor der Türe, das auch diesmal nicht ohne eine Rätselnuss begangen werden wird:
po8-35



Leider hat die Auflösungsquote in letzter Zeit etwas gelitten, weswegen ich wieder mehr zu schreiben habe. Hier nun die Lösung des letzten Rätsels:
ft(laden) + Wick + Uhlen - fDIN(EU) + and ~ lud + Wick + Uhlen - EN + and ~
Ludwig Uhland

Mittwoch, Juni 13, 2007

Die po8ische Rezension #2

Abermals krähte der Hahn - Karlheinz Deschner
(ISBN: 978-3-442-72025-5)

Nunja, wie der Titel vermuten lässt geht es um Hühnerzucht Kirchengeschichte, und zwar eine kritische. Deschner, der oftmals von seinen Gegnern als "hasserfüllt" beschrieben wird (eine Meinung, die ich nach Lesen diverser seiner Bücher nicht im geringsten nachvollziehen kann - empört ja, hasserfüllt nein), fühlt in diesem, seinem ersten populären, kirchenkritischen Buch dem christlichen Glauben empfindlich auf den Zahn und präsentiert in seiner unverwechselbaren Art den Stand der kritisch theologischen Forschung (sofern man diese drei Worte in einem Atemzug nennen darf).

Trotz der 40 Jahre, die seit der Erstauflage vergangen sind, hat das Buch nichts an Aktualität verloren und behandelt im wesentlichen folgende vier Bereiche:
  • Die Evangelien und ihr Umkreis
  • Paulus
  • Der Frühkatholizismus
  • Die siegende Kirche
Die Kritik am frühen Christentum sowie an dem arbeitslosen Zimmermann fällt bei ihm sehr gemäßigt aus und alles in allem ist das Buch eher dazu geeignet das Vertrauen in die Institution Kirche und deren Liturgie zu verlieren, als den Gottglauben an sich. Trotz der 680 Seiten (+ 120 Seiten Quellenangaben!) ist das Buch sehr flüssig und kurzweilig zu lesen, was wieder einmal das Vorurteil widerlegt, dass Sachbücher langweilig wären.

Eine kleine Leseprobe zum Stuhle Petri:

Mag Petrus aber in Rom gewesen sein oder nicht: auf der Cathedra Petri hat er nie gesessen. Es ist dies eine der großen Geschichtsfälschungen der katholischen Kirche. Sie gibt Petrus als den von Jesus eingesetzten ersten Papst aus, der die unumschräkte Herrschaft über die Kirche seinen Nachfolgern vererbt habe. Auf Grund dieser reinen Erfi ndung beanspruchen die Bischöfe von Rom die absolute Regierungsgewalt und das Recht, über alle Glaubensfragen nach eigenem Er messen zu entscheiden. Allerdings wurde das Dogma vom Universalepiskopat des römischen Bischofs und von der "Infallibilität", der Irrtumslosigkeit seiner Glaubensentscheidungen, erst auf dem Vatikanischen Konzil vom Jahre 1870 verkündet, von dem wir noch sprechen werden.
Petrus war weder der erste Bischof in der Reihe einer angeblichen apostolischen Sukzession, noch gar der erste Papst. Gerade in Rom setzte sich das monarchische Bischofsamt besonders spät durch, erst in der vierten oder fünften christlichen Generation. Doch wußte damals, Mitte des 2. Jahrhunderts, niemand in der Gemeinde von ihrer Stiftung durch Petrus. Noch im ausgehenden 2. Jahrhundert zählte man Petrus in Rom nicht als Bischof. Mitte des 4. Jahrhunderts aber erklärte man dort, er sei fünfundzwanzig Jahre römischer Bischof gewesen. Ein weltweit verbreiteter christlicher Bestseller behauptet heute gar, wir besäßen bereits aus dem 1. Jahrhundert Votivtafeln und Münzen mit der Aufschrift "heiliger Petrus bitte für uns" was rein erfunden ist. In der altchristlichen Kunst tritt Petrus sogar erst im 4. Jahrhundert stärker hervor. Das alles stört freilich die modernen Christgläubigen nicht. Schließen sie doch auch von einer Petrusstatue des 12. Jahrhunderts auf den Charakter "dieses mächtigen Mannes, dem Jesus die Schlüssel zum Himmelreich versprochen hatte".
Bewertung: 8 von 8 möglichen Punkten


Doch machte man es ihm fast zu leicht, denn wie sagte schon Manfred Bosch:

Kritik an der Kirche trifft immer ins Schwarze.

Montag, Juni 11, 2007

Neulich beim Keuschheitsgelübde...

In diesem kleinen Video erzählt Bill Maher etwas über die Enthaltsamkeit amerikanischer Teenager und was das Keuschheitsversprechen, das sich manche geben wirklich bringt.


Gefunden bei vSocial!

Anmerkungen:
- STD = Sexually transmitted desease -> Geschlechtskrankheiten

Sonntag, Juni 10, 2007

Neulich getrennt von Geist und Hirn...

So ungefähr muss sich der Bischof von Regensburg, Gerhard Ludwig Müller, gefühlt haben, als er folgenden Satz in die große weite Welt hinausposaunte:
„Der Atheismus trennt, der Glaube führt zusammen.“

Ich war mir zuerst nicht sicher, ob er vielleicht meinte, dass der Atheismus wahre von falschen Aussagen trenne, der Glaube es jedoch schaffe Unvernunft mit Unbelehrbarkeit zusammenzuführen. Doch er präzisierte dies dann noch weiter:
„Der Gottesglaube führt zusammen und baut auf, der Atheismus dagegen trennt die Menschen und führt in den Abgrund“. [...] Wie die atheistischen Ideologien im 20. Jahrhundert, Kommunismus und Nationalsozialismus, zeigten, führe die Leugnung Gottes zu Hass, Unfrieden, Streit und Zerstörung[...].

Man sieht, der Bischof reist mit schwerem Gepäck und hat sowohl die Nazi- als auch die Stalinkeule eingepackt. Warum er diese beiden stecken lassen kann, zeigt eindrucksvoll dieses Dokument (pdf). Denn obwohl 1933 94% (in Worten: vierundneuzig Prozent) der Deutschen Christen waren, in der Sovietunion ca. 75% der Bevölkerung ihren Glauben (russisch orthodox) nicht ablegte, müssen immer die paar Prozent Atheisten für das Übel der Welt verantwortlich gemacht werden.

Aber schauen wir doch mal auf das Positive, darauf, wie das Christentum die Völker zusammengeführt hat. Im ersten Weltkrieg, als man die christlichen Deutschen und die christlichen Franzosen z.B. bei Verdun zusammenführte, oder auch im zweiten Weltkrieg, als die christlichen Kroaten unter Pavelic sich mit den (etwas widerwilligen) Serben "vereinten", was 750.000 Serben das Leben kostete. Weiters fruchtet diese Zusammenführung ja auch vortrefflich in Nordirland, Ruanda, Äthiopien sowie Liberia, wo der Präsident Charles Taylor - seines Zeichens auch Baptistenprediger - seine Gegner dazu überredete sich mit sich selbst zusammenzuführen und ihre eigenen Körperteile zu verspeisen.

Bei so vielen positiven Beispielen gibt es nur eine logische Konsequenz, die Müller dann so formuliert:
„Wir gehen auf ein neues Europa zu. Wir als katholische Kirche verbinden viele Völker und geben in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel.“

Wer die Catholica zum Freund hat, kann auf weitere Feinde getrost verzichten, denn diese frömmelnde Schleimscheißerei hört sich zu anderen Zeiten auch anders an, nämlich so:
Dem Soldaten ist das kalte Eisen in die Faust gegeben und er soll es führen ohne Schwächlichkeit und Weichlichkeit. Der Soldat soll totschießen, soll dem Feind das Bajonett in die Rippen bohren, soll die sausende Klinge auf den Gegner schmettern, das ist seine heilige Pflicht, ja, das ist sein Gottesdienst.
(Divisionspfarrer Schettler)

Das Wort zum Sonntag #18

Thema heute:
Warum dürfen wir von Gott nichts wissen?

Prinzipiell ist es egal, welche Stelle man aus dem hl.Märchenbuch nimmt, denn alle drücken sich ähnlich schwammig aus. Ich habe mich heute mal für Lukas 10,22 entschieden, denn dort steht zu lesen:
Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.
Fazit: Keiner weiß was genaues und eine handfeste Offenbarung (selbst wenn sie vom vermeintlichen Gottessohn kommt) lässt sich nicht wirklich von einer faustdicken Lüge unterscheiden - nicht mal mit einem Lügendetektor.

Doch nehmen wir mal umgekehrt an, wir "wüssten von Gott". D.h. sein ungerechtes Strafsystem nach dem Tod wäre genauso unvermeidlich wie die Steuererklärung, seine widersprüchliche Dreiheit wäre in ihrer Einfalt erklärt, da wir uns ja immer wieder davon überzeugen könnten indem wir ihn ansehen, dass es so ist. Wir wüssten auch, dass wir kleine Stückchen Fleisches Jesu Christi in Form von Keksen bei der sonntäglichen Messe in uns aufnehmen würden, die sich dann im Verdauungstrakt wiederum in den Keks zurückverwandeln etc.etc.

Wenn wir das alles wüssten, wenn es sich dabei um "gesichertes Wissen" handelt, also ähnlich gutes Wissen wie z.B. die Mathematik oder warum Australier nicht von der Erde fallen, so sie doch auf der unteren Seite sind, dann wäre ja jeder komplett verrückt sich nicht christlich zu verhalten und hündisch diesem Gott zu huldigen.

Nur ein Masochist oder Lebensmüder würde es riskieren nicht zum Abendmahl zu gehen, Sex vor der Ehe (oder noch schlimmer: mit einer anderen verheirateten Frau!) zu praktizieren, sich einen Abzuschütteln, "Du Narr!" (Mt 5,22) zu jemandem zu sagen oder sich gegen den hl.Geist zu versündigen.

D.h. ein Wissen von Gott gäbe zum einen eine große Sicherheit in dem was man tut (auch wenn es einem nicht unbedingt gefällt), zum anderen nähme es aber auch den Leuten jeglichen Interpretationsspielraum die damit ihr Geld verdienen, nämlich den Klerikern. Kein Mensch bräuchte mehr eine Auslegung der Bibelstellen oder Vermutungen darüber, was Gottes Wille sein könnte, denn wir wissen ja dann was sein Wille ist!

Und weiters bräuchte v.a. auch niemand mehr an Gott "glauben", denn alle wissen dann ja, dass es z.B. Gott genau gem. der christlichen Vorstellung gibt. Dummerweise scheint aber dieser Gott den Glauben ganz bitter nötig zu haben, denn es wird an allen Ecken und Enden geglaubt auf Teufel-komm-raus.

Terry Pratchet hat mal in seinen Scheibenweltromanen das Götterbild so entworfen:
Es gibt unzählig viele Götter auf der Scheibenwelt, die so genannten „geringen Götter“, welche überall sind, aber keine Macht haben. Erst wenn sie durch irgendein Ereignis Gläubige gewinnen, werden sie mächtiger. Je mehr Glauben, desto mehr Macht.

Und daraus folgt zwangsläufig: je weniger Glauben, desto weniger Macht - und genau das lässt sich bei allen alten Göttern beobachten. Denn merke:
Der Glaube lebt vom Gläubigen, nicht umgekehrt
- wie gern der Gläubige dies auch glaubt.
Dafür sorgen die wenigen, die tatsächlich vom Glauben leben,
wenn auch von dem der andern mehr als vom eignen,
was der Gläubige aber nicht glaubt.

Samstag, Juni 09, 2007

Neulich beim Saunaabend...

Ich habe gestern zweimal den Fehler gemacht in das UCI-Kino der UCI-Kinoweltgruppe zu gehen, nämlich zum ersten und zum letzten mal. An die halbe Stunde Werbung vor dem Film hat man sich ja schon irgendwie gewöhnt, was gestern aber ganz besonders ekelhaft war, das war die Tatsache, dass der Raum dreieinhalb Stunden nicht be- oder entlüftet wurde (von einer Klimaanlage ganz zu schweigen!). Beschwerden in der Pause wurden vom Manager(!) persönlich abgebügelt, mit dem Hinweis, die Lüftung sei vollkommen in Ordnung. In einem Saal mit kaputter Technik zu sitzen ist das eine, von demjenigen, der einem vorher 9,50 € abgenommen hat, rotzfrech angelogen zu werden, das ist etwas, was ich so nicht auf mir sitzenlasse.

Ich habe mir mal für nächste Woche vorgenommen, dieser Geschichte bei der UCI-Zentrale auf den Grund zu gehen. Wollen doch mal sehen, was die UCIs zu so einem Verhalten zu sagen haben.

(to be continued...)

PS: Der Film war "Fluch der Karibik, Teil 3", hat mich aber nicht wirklich vom Hocker gerissen.

Freitag, Juni 08, 2007

Das po8ische Bilderrätsel #34

The Riddler strikes again...
po8-34
Hint1: ft bedeutet eine Funktion der Zeit


Und hier - wie immer - die Auflösung vom letzten mal:
Schach +
Nouvelle Cuisine - Cuisine ~ Schachnovelle

Mittwoch, Juni 06, 2007

Neulich bei den Haien...

Das Logo des 31. evangelischen Kirchentages passt wieder mal prima zu dem Finanzgebaren der Kirchentagsveranstalter. Obwohl es sich um eine konfessionelle Veranstaltung handelt sieht die Finanzierung (lt. Kölner Stadtanzeiger) wie folgt aus:

  • Land Nordrhein-Westfalen: 3,1 Mio € ~ 22%
  • Stadt Köln: 1,5 Mio € ~ 11%
  • Bund: 0,43 Mio € ~ 3%
  • Sponsoren: 0,7 Mio € ~ 5%
  • Teilnehmer (Eintrittspreis + Devotionalienhandel): 4,8 Mio € ~ 34%
  • Rheinische Landeskirche: 3,5 Mio € ~ 25%
D.h. trotz aller Kirchensteuerzahlungen, Klingelbeutel, Staatsbesoldung der Bischöfe und all der anderen Querfinanzierung aus allgemeinen Haushalten (also auch aus Haushalten, die ich als Atheist mitfinanzieren muss), schafft es die evangelische Kirche nicht ihren Kirchentag zu mehr als einem Viertel selbst zu finanzieren. Die Leistung der öffentlichen Hand bei dieser Geschichte beträgt 36% (inkl. Sponsoren, zu denen u.a. auch die Post gehört, sogar 41%) und das für die Selbstbeweihräucherungsaktion einer Sekte, der zwar formell noch ~31% der Deutschen angehören, von denen aber redlicherweise nur noch ca. 3% als praktizierend bezeichnet werden können (auf Basis des Gottesdienstbesuchs).

Dagegen liest sich dann das Statement von Hans-Peter Lindlar zum kölner Haushalt 2007 wie glatter Hohn:

"Angesichts des Umfangs des Gesamthaushaltes mit einem Volumen von annähernd 3,5 Milliarden Euro entspricht das einer Punktlandung, die in keinem Bereich Luft für weitere Ausgaben lässt."
Interessant wäre noch zu erfahren, bei welchen anderen Dingen die Stadt Köln gespart hat, z.B. wieviele Schulen nicht renoviert wurden, weil man der Kirche das Geld in den Arsch schieben musste.

Wenn das kein Wunder ist: ein toter Gott, ein totes Christentum, eine tote Kirche - und Generationen von Pfaffen, die fort und fort davon leben!
(Karlheinz Deschner)

Sie haben Post...

Normalerweise kennt man ja diesen dummen Spruch nur von diversen Emailprogrammen, aber ich habe zur Abwechslung mal was mit der langsamen Post bekommen - und zwar aus Indien (vermutlich). Vor ca. 2-3 Wochen habe ich mir nämlich über das Internet dieses Buch bestellt und erhielt es heute etwas eigenwillig verpackt.

Aber abgesehen davon, dass ich demnächst über die (bis jetzt nur) "selige" Mutter Teresa mehr wissen werde (wer vorab schon ein paar kritische Stimmen sichten möchte dem sei dieser Telepolis-Artikel und dieser englische Video empfohlen), war doch der Autor Aroup Chatterjee so nett und hat meine Ausgabe handsigniert, was mich ganz besonders freut.
Denn Agnes Gonxha Bojaxhiu, wie sie mit bürgerlichem Namen hieß, mag viel gewesen sein, nur war sie weder eine "Heilige" noch eine Humanistin, sondern lediglich eine klerikale PR-Strategie.

Sonntag, Juni 03, 2007

Erzbischof Meisner reloaded...

Hm.. bis jetzt immer noch keine Antwort vom frommen Kirchenmann bzw. seiner Pressestelle zu diesem Thema. Entweder kennen sie die Antworten selbst nicht oder es ist ihnen einfach egal.


Evtl. - und da müsste ich mich schon fast geehrt fühlen - ist es ja auch nur das übliche klerikale Ignorieren von Kritikern.


Naja.. ich werde noch einen zweiten Reminder rausschicken und eine Deadline setzen.

Das Wort zum Sonntag #17

Thema heute:
Warum ist die Hölle so fürchterlich?

An vielen Stellen im hl.Märchenbuch ist zu lesen, dass es ja zum einen das wunderbare Leben nach dem Tod an der Seite Gottes geben wird, zum anderen aber, für alle diejenigen, die sich, ob der schlechten Beweislage oder wasauchimmer, nicht bekehren lassen wollten, ein warmen Plätzchen in der Hölle reserviert ist. So liest man z.B. bei Lukas 42,41f:
Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.

"Heulen und Zähneklappern", man schmort in einem "Feuerofen" und das in Ewigkeit. Und warum? Weil man nicht geglaubt hat, weil man gegen irgendein lächerliches Gebot verstoßen hat (z.B. am Samstag nicht arbeiten), Sex außerhalb der Ehe hatte oder sich mal einen von der Palme gewedelt hat, ohne diese Geschichte dem Haus- und Hofpfaffen zu beichten.

Doch ist es überhaupt nötig, dass die Hölle so unglaublich furchtbar dargestellt wird? Würde nicht jeder vernünftig denkende Mensch, so er die wahl zwischen zwei Himmeln hätte, den besseren bevorzugen, wenn der schlechtere Himmel nur marginal schlechter wäre (also z.B. keine Cornflakes zum Frühstück)? Vergleichbar mit einem Autokauf, bei dem man zwischen zwei gleichen Autos wählen kann, beide gleich teuer, nur bei einem funktioniert das Beifahrerfenster nicht elektrisch. Welches Auto würde man wählen? Wieso müssen von klerikaler Seite statt dem nicht-perfekten Auto ein Paar Wanderschuhe angeboten werden, die noch dazu Nägel und Steine im Fußbett haben?

Eine vernünftige Erklärung hierfür ist, dass Menschen sich seit je her von Monstrositäten beeinflussen ließen. D.h. ist eine Sache schon schwer zu glauben, so wird sie noch potenziert um das Unglaubwürdige zu verschleiern. Aktuelles Beispiel dafür mag die "Raubkopiererkampagne" sein, die Filesharern mit einer Gefängnisstrafe und der dazugehörigen Vergewaltigung durch die Mitgefangenen drohen. Anstatt den Sachverhalt vernünftig zu durchdenken und zu bemerken, dass einem handelsüblichen Filesharer solcherlei Strafen erspart bleiben, hat man schon beim Runterladen von Share- und Freewareprogrammen ein schlechtes Gewissen.

Weiters ist auch ein solches Höllenszenario mit einem allgütigen und gerechten Gott logisch unvereinbar. Denn dieser verhinge sonst Strafen die unverhältnismäßig und noch dazu ungerecht, da unendlich, sind.
Ein Gott, der die Hölle gemacht, verdient als einziger darin zu braten.
(Karlheinz Deschner)

Die po8ische Rezension #1

Die Kraft des Glaubens - Anselm Grün
(ISBN: 978-3629020703)


Nunja, dieses Buch habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und mittlerweile auch durchgelesen (u.a. auch deswegen, weil es mit schätzungsweise 40 Seiten auch nicht besonders dick ist) .


Anselm Grün, seines Zeichens Benediktinerpater, beschreibt darin, was er unter Glauben versteht. So zeigen es auch die Überschriften "Glauben als Vertrauen", "Glauben - das Gute sehen" oder "Glauben als Festhalten" etc.. Untermauert wird das Ganze von jeder Menge Bibelzitaten, die Grün jedoch - wie es für jeden modernen Theologen zutrifft - gemäß seinem eigenen Gutdünken interpretiert. Man verfällt so in einen Zustand des Eingelulltseins und kauft ihm so das eine oder andere leichter ab. Die Absurdität seiner Formulierungen fällt erst dann auf, wenn man die Sätze bzw. Absätze isoliert betrachtet (Hervorhebung von mir):

Es ist eine paradoxe Formulierung, die der Hebräerbrief [Anm.: Hebr 11,1] hier wagt. Wie kann ich feststehen in dem, was ich erhoffe, was also in der Zukunft verborgen liegt und was ich jetzt gar nicht sehen kann? Im Glauben bekomme ich festen Grund unter den Füßen. Aber dieser Grund ist unsichtbar. Es ist letztlich Gott, auf dem ich stehe wie auf einem Fels. [...]
Wenn ich in Gott feststehe, dann werfen mich die Verletzungen und Kränkungen der Mitmenschen nicht so leicht um. Es trift zwar meine Gefühle, wenn mich jemand beschimpft. Aber den Grund, auf dem ich im Glauben stehe, kann mir weder Beschimpfung noch Beleidigung unter den Füßen wegziehen.
Wer glaubt, der flattert nicht im Wind, der wird kein Wendehals. Er hat inGott einen festen Grund, der ihm Stehvermögen schenkt.

Was Grün hier auftischt ist nichts anderes als fundamentaler und unbedingter Gottglaube, sozusagen der Süchtige, der den anderen Süchtigen davon überzeugen will, dass die Sucht nicht das Problem sondern die Lösung ist.


Denn Glaube, so schreibt Grün ja auch gleich im ersten Kapitel, ist ja auch immer das" Vertrauen Gott gegenüber", also das Vertrauen, dass Gott uns mit seinem hl.Buch nicht übers Ohr gehauen hat, dass seine Mini-Wunder auch alle so stattgefunden haben, dass er - nachdem er uns zürnte -, um sich mit uns zu versöhnen, seinen eigenen Sohn sandte, damit wir diesen abschlachten und noch jede Menge weiteren Blödsinn. Sollte aber, und das kommt bei Grün natürlich nicht in Betracht, ein berechtigter Zweifel an der Gottesannahme bestehen, so löst sich der Sinn seines Buches in Luft auf, denn alle Annahmen die er trifft, laufen im Prinzip auf die Letztbegründung durch Gott hinaus. Grüns ständig wiederholte Forderung nach blindem Glauben ist für jemanden, der seinen kritisch-rationalen Verstand nicht am Empfang abgegeben hat, somit eine Zumutung.

Bewertung: 2 von 8 möglichen Punkten
(und diese auch nur wegen der schönen Bilder & Aufmachung)


Denn wie schon Schopenhauer sagte:

Glauben und Wissen vertragen sich nicht wohl im selben Kopfe: sie sind darin wie Wolf und Schaf in einem Käfig; und zwar ist das Wissen der Wolf, der den Nachbar aufzufressen droht.

Freitag, Juni 01, 2007

Neulich bei mieser Recherche...

DER SPIEGEL war der Meinung er müsse eine Titelstory über die "Neuen Atheisten" bringen. Nach dem ich es jetzt doch mal geschafft habe, den Artikel ganz zu lesen, stieß mir doch einiges sauer auf.

So ist die Kritik am 100% Atheismus gerechtfertigt, denn dieser unterscheidet sich von einem 100% Theismus nicht wirklich, jedoch betont, der in dem Artikel häufig erwähnte, Richard Dawkins, dass er eben nicht zu 100% ein solcher Atheist ist, wie z.B. Deschner von sich auch nicht behauptet ein solcher zu sein. Ein vernünftiger Atheist ist nicht ein solcher, weil er in der Gottlosigkeit das Seelenheil sieht (gut, dass ich dieses Problem nicht mehr habe), sondern weil das, was an Evidenzen für die Götter angeboten wird (hl.Bücher, Zeremonien, lateinische Zaubersprüche etc.) einer kritischen Prüfung bis jetzt nie standgehalten hat. Das wesentliche des "neuen Atheismus" ist die Kritik und die Schärfe mit der sie vorgetragen wird.

Doch nun mal ein bisschen Exegese anhand der aktuellen Spiegelausgabe. Auf Seite 65 steht da:

Die Neuen Atheisten nehmen sich die abstrusesten Vertreter des Glaubens vor und überschütten sie mit Spott. Doch die wenigsten Christen würden ernsthaft behaupten, Gott sei eine Art Telefonzentrale, die pausenlos Gebete entgegennimmt und abarbeitet.
Als erstes wird der Glaube kritisiert und nicht der Mensch der glaubt. Wenn ich daran glaube, dass Elvis lebt, diese Theorie begründet kritisiert wird und ich mich dann verspottet fühle, so ist das Problem kaum beim Kritiker. Des weiteren - und hier ist der SPIEGEL mal wieder schön inkontinent inkonsistent - wenn die meisten Christen nicht von einer Erfüllung der Gebete ausgehen (was vernünftig ist, denn Gebete sind Aberglauben), warum wird dann so viel gebetet und vor allem warum wird um so viel gebetet (Frieden im Nahen Osten, Auffinden der kleinen Madeleine etc.)?

Doch der SPIEGEL schreibt weiter:

Zugleich zitieren Harris und Dawkins die Bibel ebenso buchstabengläubig wie die vernageltsten Adventisten, ohne zwischen Bildrede, Allegorie und Lyrik zu unterscheiden. Alt- und Neutestamentarischer Gott werden durcheinandergeworfen, Kirchenregeln mit Glaubensdogmen verwechselt, Religion mit Gottesglauben.
Nun, auch hier lässt der SPIEGEL, bzw. der Journalist Alexander Smoltczyk, seine Leser im Dunkeln was er jetzt denn hier genau unter "Bildrede" oder "Allegorie" zu verstehen gedenkt. Er reiht sich mit diesem Statement nahtlos in die Schar der Exegeten ein, die zwar jede positive Aussage für bare Münze nehmen, aber alles Schlechte im Buch der Bücher nur als "Bildrede" verstanden wissen wollen. Die älteste erhaltene Abschrift der Bibel stammt aus dem frühen Mittelalter, es gibt 250.000 verschiedene Arten sie zu lesen und sowohl das Alte noch das Neue Testament taugen nur äußerst bedingt als historische Quelle. Es ist somit intellektuell unredlich etwas anderes als den reinen Text zu analysieren. Irgendeine hineininterpretierte Erwartungshaltung aus einem bereits bestehenden Gottglauben hat da nichts zu suchen. Weiters wird der Vorwurf vorgebracht, dass Alt- und Neutestamentarischer Gott durcheinandergewürfelt wird. Aber ist es nicht so, dass gerade die Christen behaupten, dass ihr Gott ewig und unveränderlich ist? Und wenn dieser so sein soll, so ist die Frage berechtigt, warum er sich im Alten Testament damit begnügt, Ungläubige einfach abzuschlachten oder abschlachten zu lassen, wohingegen er ihnen im Neuen Testament noch zusätzlich ewige Höllenqualen androht. D.h. der NT-Gott ist noch schlimmer als der alte. Ebenso wurden Kirchenregeln mit der Zeit zu Glaubensdogmen (Unfehlbarkeit des Papstes, Transsubstantiation etc.) und eine theistische Religion ohne Gottglauben ist schlicht sinnlos, d.h. das eine bedingt das andere und eine klare Trennung ist oftmals gar nicht möglich.

Insofern, Herr Smoltczyk, möchte ich Ihnen empfehlen das nächste mal gründlicher zu recherchieren (z.B. auf hpd-online) oder sich Seiten wie die von Volker Dittmar zu Gemüte zu führen, die den Glauben mittels der kritischen Vernunft angreifen und sich erst dann etwas aus den Fingern zu saugen und Interviews mit Pfaffen aus dem Vatikan zu führen. Deswegen, trotz der guten PR-Aktion, leider nur ein "ausreichend" von meiner Seite zu ihrem Artikel.


Auf welcher Gesetzestafel steht: Die heiligen Gefühle der Theisten müssen respektiert werden, die heiligen Gefühle der A-Theisten aber nicht?
(Ludwig Marcuse, dt. Philosoph)

Das po8ische Bilderrätsel #33

Hier isses wieder, das neue Rätsel:
po8-33


Für die Vergangene Woche gilt es ja gleich zwei Dinge aufzulösen:

Erstens natürlich wie immer das alte Rätsel:
FRA + NZ + Kalif - (Jet) Lee ~ Franz Kafka

Und zweitens latürnich die Preisfrage:
a) ~ 30 Minuten
b) ~ 2 h 45 min

Dienstag, Mai 29, 2007

Neulich auf der Dope de France...

Eigentlich habe ich meine Meinung zum Thema Doping schon ausführlich in diesem Artikel erläutert. Weswegen ich es jetzt nochmal aufgreife, sind die krokodilstränengetränkten Berichte über Zabel, Riis & Co. die sich jetzt als Opfer des phösen, phösen Radsports hinstellen und eben viel mehr dieses (also das Opfer) als Täter waren.

Nunja, betrachten wir das mal aus einem spieltheoretischen Modell mit folgenden Voraussetzungen:
  • es gibt nur zwei Radfahrer, die immer wieder gegeneinander antreten
  • fahren beide ohne Zusatzstoffe oder mit, gewinnt jeder 50
  • fährt nur einer gedopt, der andere nicht, so gewinnt der gedopte 100, der andere geht lehr aus
Bei einer Ausgangssituation von "beide ungedopt" ergibt sich ein bilaterales Plus von 50. Jedoch ist für jeden der Anreiz da zu dopen, da er seinen Gewinn verdoppeln kann. Dopt der erste Fahrer, so ist die erfolgreiche Strategie des zweiten Fahrers auch zu dopen, da dieser dann statt 0 wieder 50 gewinnt. Folglich ist das einzig stabile Gleichgewicht dort, wo beide Fahrer dopen.
Wie kann man nun aus diesem Dilemma herauskommen? Die bisherige Strategie waren aufwendige Tests und Aberkennung der Gewinne. Jedoch ändert dies nur die Gewinnverteilung, denn bei einer 90% Dopingerkennungsrate gewinnt ein einseitiger Betrüger statt 100 nur noch 10, betrügen beide so bekommen beide noch 5, jedoch wird der Anreiz zu dopen nicht aus dem System genommen (u.a. deswegen weil es eine 100% Dopingerkennung nicht gibt). Die Strategie ändert sich also nicht.

Führt man nun aber eine Extraprämie für ungedoptes Fahren ein, sagen wir mal in Höhe von 51, so ändern sich die Strategien beider Fahrer. Dopt ein Fahrer, der andere aber nicht, so gewinnt der saubere Fahrer mehr, als im Falle von gedoptem Fahren. Fahren beide ohne Zusatzstoffe, ist deren Gewinn sogar mehr als verdoppelt. D.h. das spieltheoretisch stabile Gleichgewicht liegt dann vor, wenn beide sauber fahren.


Natürlich kann man über die Realisierung Diskutieren (vorstellbar wäre z.B. ein pro-aktiver Nachweis o.ä.) und es müsste seitens der Sponsoren und der Fans die Bereitschaft existieren, dopingfreie Leistungen in gleicher Weise anzuerkennen bzw. zu honorieren. Das mag vielleicht schwierig sein, unmöglich ist es meines Erachtens aber nicht.

Vielleicht sollten sich auch nur mehr Sportler an den Satz von Mark Twain halten, der da gesagt hat:
Es ist besser, Ehrungen zu verdienen und nicht geehrt zu sein, als geehrt zu sein und es nicht zu verdienen.

Sonntag, Mai 27, 2007

Das Wort zum Sonntag #16

Passend zum Pfingstwochenende, dachte ich mir, dass die folgende Frage einigermaßen spannend sein könnte:

Thema heute:
Warum trägt Gott Eulen nach Athen?

Folgende Bibelstelle sei mal exemplarisch dafür angeführt, dass JC nach seinem Tod, nämlich bis zu seiner "Himmelfahrt" noch des öfteren irgendwo vorbeischaute:

Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken aber und fürchteten sich und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken, und warum kommen solche Gedanken in euer Herz? Seht meine Hände und meine Füße, ich bin's selber. Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße. Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm's und aß vor ihnen.
(Lukas 24,36ff)

Abgesehen davon, dass es wahrscheinlich im Himmel nichts zu essen gibt - zumindest keinen Fisch - ist es doch ebenso erstaunlich, dass diese Darstellung so gar nicht zu der in Matthäus 28,16f passt:
Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Doch was einem vernünftigen Menschen am meisten zu denken geben sollte ist, warum legt ein Gott Wert darauf, genau denen zu erscheinen, die vorher schon an ihn glaubten (durch die ganzen Wunder und den Hokuspokus)? Wäre es nicht sinnvoller sich der ganzen Welt zu offenbaren oder wenigstens allen Leuten in Jerusalem (also auch Römern, Juden und wer dort sonst noch alles so wohnte)? Warum fährt ein allmächtiger, allwissender Gott so eine klein-klein Strategie?

Nun, die am häufigsten anzutreffende Antwort darauf ist, dass es sich um ein "Geheimnis des Glaubens" handelt. Gott will verborgen bleiben. Gott will sich nur den Gläubigen offenbaren. Doch wenn er wirklich verborgen bleiben wollte, warum hat er dann das meistgedruckte Buch auf diesem Planeten "inspiriert"? Warum laufen seine Anhänger durch die Gegend und verbreiten seine Drohbotschaft Frohbotschaft? Ist das nicht reichlich inkonsequent?

Wäre es nicht besser, so Gott die Zahl seiner Anhänger vergrößern wollte, dass er speziell denen erscheint, die nicht an ihn glauben? Und das möglichst unmissverständlich? Insofern überzeugt Gott ja immer genau diejenigen, die schon von ihm überzeugt sind, aber auch das noch nicht mal besonders gerecht. Denn kurz nach seinem Tod soll ja der arbeitslose Zimmermann noch oft erschienen sein, also so erschienen, dass er z.B. einen Fisch essen konnte, aber seit 2000 Jahren hat man derartiges nicht mehr gehört. D.h. Gott lässt seine eigenen Gläubigen auch ganz schön auf dem Trockenen sitzen und verlangt von diesen mehr als er damals den Aposteln abverlangt haben soll. Das mag alles sein, nur nicht gerecht!
Glauben heißt: Dinge für wahr halten, für die es keine Parallele und keinen Beweis gibt und die jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt.
(Ambrose Bierce)

Freitag, Mai 25, 2007

Today's Towel Day!

Towel Day :: A tribute to Douglas Adams (1952-2001)

Heute vor 6 Jahren ging einer der witzigsten Autoren des 20. Jahrhundert von uns: Douglas Adams

Aus diesem Grund hat man den "Towel Day" ins leben gerufen, an dem jeder, der seine Sympathie zu diesem Mann und seinem Werk zum Ausdruck bringen will, an dessen Todestag ein Handtuch tragen kann. Dieses Symbol leitet sich aus seinen "Per Anhalter durch die Galaxis"-Romanen ab, in denen jeder gute Anhalter immer genau weiß, wo sein Handtuch hängt.

Wer Adams erleben möchte, der möge sich den folgenden youtube-Video anschauen, in dem er einen Gastauftritt in Dawkins Sendung bei der BBC hatte und die Stelle aus "Das Restaurant am Ende des Universums" vorliest, in der sich ein Tier selbst als Abendessen anbietet.


Weiters möchte ich noch den folgenden Text einwerfen, in dem Adams in seiner unverwechselbaren Weise die Entstehung des Glaubens erklärt:

"[...]Stellen Sie sich nun einen Frühzeitmenschen vor, der sich nach einem Tag fröhlicher Werkzeugarbeit in seiner Umwelt umsieht. Er schaut sich um und sieht eine Welt, die ihm wahnsinnig gut gefällt: Hinter ihm liegen Berge mit Höhlen darin - Berge sind toll, weil man sich in den Höhlen verstecken kann und nicht im Regen herumlaufen muß, und die Bären kriegen einen nicht; vor ihm liegt der Wald - darin gibt's Nüsse und Beeren und andere Leckereien; ein Bach fließt vorbei, gefüllt mit Wasser - köstlich zu trinken, man kann die Boote darin zum Schwimmen bringen und überhaupt alles mögliche damit anstellen. Und da ist ja auch Vetter Ug, der hat gerade ein Mammut gefangen -Mammuts sind toll, man kann sie essen, man kann ihre Felle tragen, man kann aus ihren Knochen Waffen herstellen, um andere Mammuts zu fangen. Echt, diese Welt ist großartig, sie ist phantastisch.

Aber unser Mensch hat einen Augenblick Zeit nachzudenken, und er denkt sich: »Also, das ist wirklich eine interessante Welt, in der ich lebe«, und dann stellt er sich eine sehr tückische Frage, eine Frage, die völlig bedeutungslos und trügerisch ist, sich aber nur aufgrund des Wesens seiner Per­sönlichkeit stellt, der Persönlichkeit, zu der er sich entwickelt hat und die erfolgreich ist, weil er so denkt. Der Mensch als Macher betrachtet seine Welt und sagt: »Wer hat das alles gemacht?« Wer hat das gemacht? - Sie merken, warum das eine tückische Frage ist. Der Frühzeitmensch denkt: »Weil es nur ein Lebewesen gibt, das ich kenne, das Dinge herstellt, muß derjenige, egal wer es ist, der all dies gemacht hat, viel größer, viel mächtiger und zwangsläufig unsichtbar sein; einer wie ich, und weil ich meist der Starke bin, der alles macht, ist er wahrscheinlich ein Mann.« So sind wir zur Gottesidee gelangt. Weil wir aber, wenn wir Dinge herstellen, auch vorhaben, etwas mit ihnen anzustellen, fragt sich der Mensch der Frühzeit: »Wenn er es gemacht hat, wozu hat er es gemacht?« Und jetzt schlägt die Falle zu, denn der Frühzeitmensch denkt: »Diese Welt paßt sehr gut zu mir. Es gibt all diese Dinge, die mir helfen, mich ernähren und auf mich aufpassen; ja, diese Welt ist wie für mich geschaffen«, und er kommt zur unausweichlichen Schlußfolgerung, daß, wer auch immer die Welt gemacht hat, sie für ihn geschaffen hat.

Das ist etwa so, als wachte eine Pfütze eines Morgens auf und denkt: »Das ist eine interessante Welt, in der ich mich befinde - ein interessantes Loch, in dem ich liege - paßt doch ganz prima zu mir, oder? Ja, es paßt so ungeheuer gut zu mir, daß es eigens für mich geschaffen worden sein muß.« Das ist eine so packende Idee, daß die Pfütze, als die Sonne am Himmel höher steigt und die Luft sich erhitzt und sie immer kleiner und kleiner wird, sich immer noch verzweifelt an die Vorstellung klammert, daß alles schließlich wieder ins Lot kommen wird, weil diese Welt für sie erdacht, für sie erschaffen wurde; und so kommt für sie der Moment ziemlich überraschend, in dem sie verschwindet.[...]
"

Requiescat in pace.