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Donnerstag, Mai 21, 2020

Wie phoenix aus der Asche...

Ohne lange drum herum zu reden, ich will meinen Punkt heute beim Tendenzfernsehen des öffentlich Rechtlichen Rundfunks machen - und zwar am Beispiel des Verhaltens im Vorfeld des Beschneidungsurteils 2012. Ich habe mir hierzu 4 Beispiele herausgesucht, zwei vom Spartensender phoenix (einer Kooperation zwischen ARD und ZDF), die Talkshow von Anne Will und die Maischberger Runde.

Das Rezept, eine Diskussion in die gewünschte Richtung zu lenken ist recht einfach. Die Grundlage sind die Personen, die an so einer Talkrunde teilnehmen.

1. Phoenix - "Ist die Beschneidung zulässig?" - vom 04.07.2012
Moderation: Alexander Kähler, stelv. Geschäftsführer phoenix
Pro-Beschneidung:
Rafael Seligmann, Publizist
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland
Contra-Beschneidung:
Prof. Hans-Peter Bruch, Vorsitzender der dt. Gesellschaft für Chirurgie
Prof. Holm Putzke, Juraprofessor in Passau

Samstag, Juni 15, 2019

Neulich auf dem Globuli...

Gut, das Thema ist ja nicht neu in diesem Blog, wie man hier, hier und hier nachlesen kann...

Jedoch gibt es ein paar interessante Neuigkeiten zu dem Thema. Zum einen ist sich ein Globulihersteller nicht zu blöd Leute zu verklagen, die "behaupten", dass die Homöopathie noch nie eine Wirksamkeit über dem Placebo-Effekt hinaus darstellen konnte (wie man hier nachlesen kann) - wohingegen noch niemand diesen Hersteller verklagt hat, wegen dessen Behauptung, Zuckerkügelchen trügen in irgendeiner Art und Weise zum Heilungserfolg bei. Zum anderen gibt es diese wirklich gute und kritische Homoöpathieseite, die wirklich keine Frage unbeantwortet lässt:

Babys haben sehr feine Antennen 
Die Homöopathie ist nun besonders geschickt darin, diese beiden Mechanismen zu benutzen. Sie verabreicht einerseits wirkstofflose Tablettchen und sie verbindet dies oft mit einem Ritual an Zuwendung, Empathie und der Kraft guter Erfahrungen. Die Globuli tragen somit die Bedeutung "ich lasse Dir Hilfe zuteil werden, liebes Kind" und zwar ohne, dass dies unbedingt in Worte gefasst wird. Die Mutter strahlt aus, dass sie helfen kann, dass sie etwas tun kann, dass sie sich von den Globuli Hilfe verspricht. Das Kind bekommt etwas, das ihm helfen soll, es nimmt wahr, dass es mit seinem Problem nicht allein gelassen wird. Das tut gut. Beiden. Die Mutter/der Vater beruhigt sich und auch das tut Kind und Eltern gut. Das müssen auch keine krassen Verhaltensänderungen sein, Kinder und Babys spüren intuitiv kleinste Veränderungen. Sie sind so abhängig von uns, dass sie mit feinsten Antennen ausgestattet sind.
Und zu guter Letzt, für alle die, die sich lieber ein Video anschauen anstatt zu lesen, hat Jan Böhmermann das auch noch in seinem Neo Casino Magazin Royale aufgegriffen...


Freitag, November 27, 2009

Neulich ein bisschen rosa...

Die Sau mit der "rosa Salbe" wurde ja schon durchs Dorf getrieben, hier noch mal eine kurze Zusammenfassung (beim Eso Blog geklaut):

Montag, Oktober 27, 2008

Neulich bei der aktuen Bronchitis...

Ist man krank dann klammert man sich bekanntlich an jeden Strohhalm. So habe auch ich mal in wikipedia geforscht, was es denn für bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Bronchitis gibt. Fazit: es sieht mau aus und man muss einfach warten bis es wieder abgeheilt ist.

Umso größeres Erstaunen erweckt dann der Eintrag unter der Überschrift "Naturheilkundliche Therapie":
Naturheilkundliche Therapie

Bewährte Mittel bei akuter Bronchitis sind Brustwickel mit Öl, Inhalationen von in heißem Wasserdampf gelösten ätherischen Ölen, Thymiantee, Kapseln die Spiköl enthalten, Quark oder Kartoffeln. Schüssler Salze (Nr. 3,4,6) helfen in den verschiedenen Krankeitsphasen. Die Homöopathie bietet verschiedenste Mittel, sowohl zur Hustenlinderung, Schmerzlinderung, Entgiftung und schnelleren Überwindung der Krankheit.
Es ist schon erstaundlich zu sehen, dass hier rotzfrech behauptet wird dass "Schüsslersalze" "helfen", obwohl deren Wirksamkeit bislang noch nicht nachgewiesen ist (wie wikipedia selbst an anderer Stelle schreibt: "Es ist zu beachten, dass Schüßler-Salze keinerlei wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung haben."), sowie die Dreistigkeit besitzt, dass die homöopathischen Mittel eine lindernde Wirkung hätten (obwohl an anderer Stelle wiederum steht, dass "In etwa 100 unabhängigen Studien konnten keine Nachweise für eine Wirksamkeit erbracht werden.").

Tja, die schleichende Verdummung (auf die z.B. Tammox wieder und wieder hinweist) macht auch vor Wikipedia nicht halt. Doch was kommt als nächstes? Darf ich den Artikel über "Schnee" editieren und Frau Holle als alternatives Konzept zur Schneebildung anbieten?
Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit.
(Anatole France)

Mittwoch, Oktober 15, 2008

Neulich bei den Kanalarbeitern...

Seit Freud sollte man eigentlich wissen, dass Leute, die der Meinung sind im Namen von oder für jemand anderen zu sprechen, ein (schweres) psychisches Problem haben. Im heutigen Multi-Kulti-Esoterikschwurbel aber, lässt sich mit einer solchen "Begabung" (oder vorgetäuschten Begabung) ordentlich Kohle verdienen. Die "professionelle" Bezeichung für dererlei Krankheiten Humbug ist "Channeling", also Kanalisieren, da das Medium die Energie/geistigen Schwingungen/Gedanken/wasauchimmer empfängt und weiterleitet - sich also zum geistig-geistlichen Abflussrohr, zur Güllepumpe eines anderen Wesens macht bzw. gemacht wird (meist lt. eigener Aussage, denn das hört sich besser an).

So auch eine gewisse Blüte Gutkind (engl. Blossom Goodchild) die spiegel-online bzgl. ihrer jüngsten Prophezeiung (welche, wie zu erwarten war, nicht eingetreten ist) in einem Artikel leicht durch den Kakao zieht. Goodchild wähnt sich als ein Medium der "Föderation des Lichts" also einer Gruppe Außerirdischer, die anscheinend nichts besseres zu tun haben, als einen kleinen blauen Planeten im äußeren Arm einer Spiralgalaxie zu besuchen und dort eine beträchtliche Horde von Nacktaffen zu betrachten. Dem nicht genug, suchen sich doch eben diese supertechnologischen Außerirdischen genau eine Frau in den Wechseljahren aus um durch sie mit den übrigen 6 Mrd. in Kontakt zu treten, noch dazu in einer Art und Weise, die sich nicht eindeutig von Betrug unterscheiden lässt - klar, das ergibt absolut Sinn.

Der ganze UFO-Aberglaube ist von einer derartigen Gedankenlosigkeit, einem solchen Irrsinn gekennzeichnet, dass ich eigentlich nur noch ein Zitat von Russel Wallace anbringen möchte, welches das noch einmal verdeutlicht:
"Bezüglich der kleinen grünen Männchen... sie wollen nicht, dass wir von ihnen wissen, also treten sie nicht mit uns in Kontakt... dann aber vollführen sie blöde Luftübungen in der Reichweite von Militärbasen mit eigeschalteten Außenscheinwerfern... wenn es sich dabei um außerirdische Intelligenz handelt, dann bin ich nicht sicher, ob ich wissen will wie außerirdische Dummheit aussieht."

Montag, Oktober 13, 2008

Neulich auf dem Lokus...

Aus der Reihe "philosophische Konzepte, die beim Scheißen entstanden sind", möchte ich heute etwas zum Besten geben, was sich ein gewisser Paramahansa Yogananda ausgedacht hat und was ganz unzweifelhaft von seinem intellektuellen Anspruch irgendwo zwischen Backe-backe-Kuchen und dem Telefonbuch anzusiedeln ist. Doch sehen sie selbst:

Wir sind eins

Dein kosmisches Leben und ich - wir sind eins.
Du bist der Geist, un dich die Natur,
Wir sind eins.
Du bist das Meer, und ich bin die Welle,
Wir sind eins.
Du bist der Ozean, ich bin der Tropfen,
Wir sind eins.
Du bist die Flamme, und ich bin der Funke,
Wir sind eins.
Du bist die Blume, und ich bin der Duft,
Wir sind eins.
Du bist das Lied, und ich die Musik,
Wir sind eins.
Du bist der Vater, und ich bin Dein Kind,
Wir sind eins.
Du bist die Mutter, und ich bin Dein Sohn,
Wir sind eins.
Du bist mein Freund, und ich bin Dein Freund,
Wir sind eins.
Du bist der Liebende, und ich der Geliebte,
Wir sind eins.
Du bist der Meister, und ich bin Dein Diener,
Wir sind eins.
Du bist mein Guru, und ich bin Dein Jünger,
Wir sind eins.
Du bist das Lachen, ich bin ein Lächeln,
Wir sind eins.
Du bist das Licht, und ich das Atom,
Wir sind eins.
Du bist Bewusstsein, und ich der Gedanke,
Wir sind eins.
Du bist die Allmacht, und ich bin die Kraft,
Wir sind eins.

Dein Frieden und ich, wir sind eins.
Deine Freude und ich, wir sind eins.
Deine Weisheit und ich, wir sind eins.
Deine Liebe und ich, wir sind eins.
Deshalb sind wir jetzt eins,
Deshalb waren wir eins
Und werden eins sein in Ewigkeit!


Der geneigte Leser wird sicher feststellen, dass hier noch wichtige Beziehungen fehlen, wie z.B. die folgenden:
- "du bist die Pest, und ich bin die Beule - wir sind eins" oder
- "du bist der Schimmel, und ich bin der Pilz - wir sind eins"

Falls noch jemand gute Ideen hat, wie man dem Guru zu einem ausgewogenerem Werk verhelfen kann, so bitte ich um zahlreiche Vorschläge...

Mittwoch, August 27, 2008

Neulich bei der Abzocke mit Armin & Andrea...

Ein gewisser Armin Mattich bietet "Hilfe aus der Geistigen Welt" für all jene, die gerne auf billiges Geschwätz und unbelegte Behauptungen hereinfallen. So veranstaltet er Kurse für 15 Euronen pro Person (25 bis 250 Teilnehmern kann geholfen werden - zumindest ihren Geldbeutel zu erleichtern - was dann nach Adam Riese in 375 bis 3.750 € als Einnahme aus so einer Veranstaltung resultiert), in denen

"die Heiler ... sodann intensiven Kontakt mit dem Unterbewusstsein der Teilnehmer auf[nehmen] und konzentrieren sich mit ihren stillen Gebeten auf das Wesentliche."
Ah ja, und wenn ein Teilnehmer den "Kontakt" nicht spürt, so liegt das einfach daran, dass dieser eben mit dem unbewussten Unterbewusstsein stattfand! Der Trick hätte mir mal in der Schule einfallen sollen: Aber Herr Lehrer, haben sie denn nicht gemerkt, dass ich in intensivem Kontakt mit ihrem Unterbewusstsein stand und dort die Frage korrekt beantwortet habe?

Aber es geht natürlich noch weiter.

In der Regel findet die Heiler/in genau das, was Menschen gegenwärtig benötigen, auch ohne ein Wort zu wechseln. Im ganzem Verlauf werden an Sie keine Fragen gestellt. Sie haben jedoch die Möglichkeit, besondere Hinweise zu notieren und vor Ihren Stuhl zu legen. Bereits in der Meditation lesen die Heiler/in die vorhandenen Notizen und beten nochmals für die Betroffenen. Weiterhin können Sie Bilder von Ihren Angehörigen auf einen dafür vorgesehenen Tisch mit der Bildfläche nach unten platzieren. Auch für diese Personen wird gebetet. Armin und Andrea arbeiten in Halbtrance und bringen die dabei frei werdenden Kräfte auf ihre eigene Weise zum Ausdruck. Des weiteren bittet die Heiler/in mit stillen Gebeten um himmlischen Beistand, Trost, Klarheit, Kraft und Hilfe für ihre Mitmenschen.
Und irgendwie haben sie ja auch recht mit dieser Beschreibung: "In der Regel findet der Heiler genau das, was Menschen (Anm.: eben dieser Heiler) gegenwärtig benötigen", nämlich das Geld der anderen. Wie sie dann ihre "tollen Erfolge" erzielen, schreiben sie ja fast ausführlich hin, denn die Opfer Patienten schreiben vorher alle Sorgen auf. Dann wird gebetet, meditiert, zwischen Halb-, Viertel- und Dreisechzehnteltrance hin- und hergeschaltet und den Leuten eine Show geboten, die nur knapp vom Testbild überboten wird (zumindest wenn man lange genug draufschaut).

Es wird leider immer gerissene Abzocker wie Armin & Andrea geben, die sich leichtgläubige Opfer suchen, ihnen etwas vom Pferd erzählen und mit Astralleibern, Kirlianphotographie und ähnlichem Schwachsinn Leute dazu verführen, ihr mühsam Erspartes für gequirlte Scheiße auszugeben.

Esoterik und Faschismus überschneiden sich in ihrem elitären Führerkult, ihrem Schicksals-, Karma- und Vorsehungsglauben; sie überschneiden sich in ihrer antisozialen und antiaufklärerischen Haltung. Und nicht zuletzt überschneiden sie sich auch im blinden Fanatismus ihrer Anhänger.
(Colin Goldner)

Dienstag, August 19, 2008

Neulich im Mittelalter...

Vieles aus dieser Zeit glaubt man überwunden zu haben, schließlich hatten wir doch die Aufklärung. Dummerweise haben wir aber auch die Sekte der ewig Gestrigen mitgeschleppt und einen ewig Vorgestrigen lässt das katholische Realsatiremagazin zu Wort kommen:
Der Geistliche [Anm.: Jeremy Davis] ist auch studierter Physiker und in seiner Diözese seit 1986 offiziell als Exorzist tätig. Kürzlich hat er ein Buch über das biblische und praktische Verständnis von Exorzismus veröffentlicht.

Was lernen wir hier als erstes? Selbst ein Physikstudium schützt nicht davor geistigem Dünnschiss zu verfallen. Doch es kommt noch besser, denn Davis hat ja schon alles identifiziert, was in der Gesellschaft falsch läuft:
Promiskuität, Homosexualität und Pornographie bezeichnet der 73-jährige Priester Jeremy Davies als Formen sexueller Perversion, die zu Besessenheit führen können. Auf die besondere Verbreitung der Homosexualität in den letzten Jahren angesprochen, meint er: „Unter den Gründen für die Homosexualität ist ein ansteckender dämonischer Faktor.“
[...]
„Auch heterosexuelle Promiskuität ist eine Perversion; und der Intimverkehr, der in den geheiligten Raum ehelicher Liebe gehört, kann zum Einfallstor nicht nur für Krankheiten, sondern auch für böse Geister werden“, führt Davies aus.

Wen wundert es, dass ein "Exorzist" alles als dämonisch brandmarkt, was normal ist, würde er sich doch andernfalls die Grundlage seiner Daseinsberechtigung entziehen.

Ein Staat, der tatenlos zusieht, wie dahergelaufene Pfaffen psychisch kranke Menschen "exorzieren", macht sich imho der Mittäterschaft schuldig. Solchen Menschen muss medizinisch-psychiatrisch geholfen und nicht ein Kreuz auf die Stirn gedrückt und lateinische Zaubersprüche gemurmelt werden, à la "Aberakadaberon - husch und weg ist der Dämon".

Natürlich kann man solchen Schwachsinn müde belächeln, wie so viele andere esoterische Praktiken (z.B. Ausrichten der Chakren o.ä. Schmarrn), jedoch ist die Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen immanent, wie z.B. der Fall Anneliese Michel zeigt. Von den psychischen Schäden, die durch so ein katholisches Geisterheiler-Gedöhns verursacht werden mal ganz zu schweigen.

Doch das Problem ist nicht ein geistiger Schwachmat wie Davis, das Problem sitzt viel weiter oben, wie kath.net (wahrscheinlich unbeabsichtigt - oder sind sie sogar stolz darauf?) zugibt:
Das Amt eines Exorzisten in der katholischen Kirche kann nur ein Priester ausüben, der von seinem Bischof dafür eigens beauftragt worden ist, eine spezielle Ausbildung absolviert hat und Frömmigkeit, Kenntnisse, Klugheit und einen integren priesterlichen Lebenswandel vorweisen kann, wie das Kirchenrecht definiert. Einem offiziellen exorzistischen Ritus gehen medizinische und psychiatrische Untersuchungen voraus, um andere Ursachen der Störungen auszuschließen. Seit 2005 bietet der Vatikan Exorzismuskurse für Priester an.

Im 21. Jahrhundert, etwa 1000 Jahre nach dem finsteren Mittelalter, bietet ein absolutistischer Zwergstaat in Italien weiterhin Dämonenaustreibungskurse an und ignoriert damit mehr als 100 Jahre psychologischer Forschungsarbeit. Ein Schlag ins Gesicht für jeden, der sich jahrelang an der Uni oder im Beruf mit dem Thema menschliche Psyche wissenschaftlich beschäftigt hat.

Noch widerlicher bei dieser Geschichte ist, dass man zwar die Gefahr des Terrorismus in den schillerndsten Farben zu schildern weiß, aber echte Gefahrenpotentiale, wie z.B. solche "Exorzisiten" nicht postwendend des Landes verweist inkl. Einreiseverbot. Doch für so einen Schritt haben Merkel & Co. wohl zu wenig Eier in der Hose...
Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt ... so halte ich dafür .... daß es wahre Teufel sind.
(Martin Luther)

Samstag, August 09, 2008

Lieber SWR,

Ihr habt Freitag vergangener Woche die "lange Nacht des Übersinnlichen" gebracht. Angefangen habt Ihr diese mit der Wiederholung des Nachtcafés vom 11. Januar, bei dem mit Colin Golnder wenigstens noch ein kritischer Kopf (der, btw, neben dem Moderator das einzigen Highlights der Sendung war) in der Runde saß und den ganzen Hexen, Geistersehern und Engelsschwätzerinnen Paroli bieten konnte. Doch im Anschluss ging es gleich weiter mit der Dauerwerbesendung für Scharlatane aller Couleur.


Als nächstes brachtet Ihr einen dreiviertelstündigen Beitrag über "Rätselhafte Heilung", in welchem die Reporter völlig unkritisch und mit staunenden Augen durch einzelne Fälle spontaner Heilung stolpern und Betroffene mit ihrem Krebs ein "Abkommen schließen" und ähnlicher Schwurbel mehr. Hier vermittelt ihr eindeutig falsche Hoffnungen, denn die zig Todkranken, die eine derartige Behandlung nicht überlebt haben, habt ihr nicht aufgeführt.


Danach war noch "Die Geistheilerin von Lustadt" dran, sowie "Die Stimme in meinem Kopf" und noch, als wäre das noch nicht genug gewesen "Die Wahrsager von Mainz". Erneut drei Werbeplattformen, in denen die Protagonisten Behauptungen über ihren Scheiß hinausposaunen konnten, ohne dass auch nur ein Reporter eine kritische Frage gestellt hätte, jeder auch noch so abstruse Blödsinn wird als (gott)gegeben hingenommen. Einfach widerlich.


Als letzten Beitrag habt ihr dann noch über "Das Geschäft mit den Sternen" berichtet. Von der Dreiviertelstunde waren mindestens 30 Minuten Selbstdarstellung von seltsamen Sterndeutern (u.a. ein "Wirtschaftsastrologe" - viel blöder ging es nicht mehr!) gegen Ende hin vermischt mit einigen kritischen Stimmen v.a. gegen anonyme Astrologieanschreiben. Eine prinzipielle Kritik, dass Astrologie weder erklärt ist, es keine Studien gibt, die das "Funktionieren" von Astrologie bestätigen oder ein paar Anmerkungen, dass die These Millionen Lichtjahre entfernte Sonnen hätten Einfluss auf unser Leben jeglicher Vernunft widerspricht, suchte man vergebens. Stattdessen wieder nur Behauptungen, Behauptungen, Behauptungen.


Kritischen oder aufklärerischen Journalismus scheint ihr nicht ernst zu nehmen oder nicht zu kennen und wenn die Berichterstattung in einem Gebiet schon so miserabel ist, in welches ich mich ein bisschen eingelesen habe, wie unterirdisch ist es dann wohl in anderen Bereichen, denen ich noch nicht so viel Aufmerksamkeit widmen konnte? Das Nachtcafé war sehenswert (aber wiederholt), bei den restlichen Sendungen waren ca. 10 Minuten von über 3 Stunden einigermaßen gehaltvoll. Somit bewegt ihr euch langsam aber sicher auf das Niveau von Sendern wie Astro-TV (hier wird gezeigt, wie dieser funktioniert) & Co. nur unter dem Deckmäntelchen einer "öffentlich-rechtlichen Berichterstattung".


Doch ich muss euch dankbar sein, weiß ich doch wieder einmal, warum ich keine Fernsehgebühren bezahle.


Mit unesoterischen und -freundlichen Grüßen,


Po8

Dienstag, Juli 08, 2008

Der Po8 erklärt wie's geht

Nachdem mir heute gerade in der Zigarettenpause beim grünen Tee trinken die Idee gekommen ist, wie man die grundlegenden Prinzipien der Homöopathie einfach und für alle verständlich erklären kann, wollte ich damit natürlich nicht hinterm Berg halten:

1. Prinzip: ganzheitliche Betrachtung
Die Homöopathie geht davon aus, dass man den Patienten ganzheitlich betrachten müsse und dass alle Menschen so verschieden seien, dass man so ein einfaches Prinzip wie "Kopfweh wegen Kater -> Aspirin" nicht anwenden könne.

Also wie muss man sich das dann z.B. in einer Kneipe vorstellen?
Der Barkeeper fragt jeden Gast (denn jeder Gast ist ja von Grund auf verschieden zu jedem anderen Gast) 30-60 Minuten über dessen Leben aus, wie es ihm als Kind erging, welche Beziehung er zu seinen Eltern hat etc.etc.. Nach dieser "Anamnese" schenkt er ihm dann gem. einem alten Getränkebuch einen Drink aus. Nun soll nur einer behaupten, ihm wäre das noch nicht passiert...

2. Prinzip: similis similibus curentur
Darunter versteht der gemeine Homöopath, dass Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen sei. Und zwar testet man das folgendermaßen: ein Gesunder nimmt eine Substanz zu sich und beobachtet, welche Symptome auftreten. Beobachtet man diese Symptome an einem Kranken, so soll das gleiche Mittel diese zum Verschwinden bringen.

Also wie muss man sich das dann in einer Kneipe vorstellen?
Ein gesunder Mann kommt in die Kneipe und trinkt Schnaps. In kurzer Zeit stellen sich folgende Symptome ein: Verwirrtheit, Gleichgewichtsstörungen, undeutliche Aussprache, erhöhte Gewaltbereitschaft, verringerte Hemmschwelle und Reduktion des Denkvermögens.
Jetzt kommt aus einer anderen Kneipe ein Mann herein, der alle diese Symptrome schon aufweist und an die Theke schwankt. Die homöopathische Lösung lautet, dass man diesem zweiten Mann nun Alkohol zuführen müsse, damit die Symptome verschwinden. Absolut logisch, oder?


3. Prinzip: Potenzierung
Unter Potenzierung versteht der gemeine Homöopath, dass ein Mittelchen nicht etwa mit sich selbst malgenommen wird, nein, es wird "einfach" verdünnt. Dabei soll die Mixtur immer wirksamer werden, je mehr sie verdünnt wird.

Wie muss man sich das wieder in einer Kneipe vorstellen?
Der Barkeeper nimmt 5 Schnapsgläser Whiskey und vermischt diese durch spezielles Schütteln mit 0,9 Liter Cola und hat somit eine D1-Mischung Whiskey-Cola hergestellt. Anschließend nimmt er 0,1 Liter dieser Mischung und gießt sie erneut mit 0,9 Litern Cola zusammen, welche dann gut durchgeschüttelt (nicht gerührt!) wird. Jetzt hat er eine D2-Mischung produziert. Von dieser werden wiederum flugs 5 Schnapsgläser abgezweigt und diese wiederum mit fast einem Liter Coke aufgegossen usw.usf. Nach der sechsten Prozedur liegt der Whiskey im Verhältnis 1:1.000.000 vor, was in etwa einem Schnapsglas Whiskey verdünnt in einem solchen Swimmingpool entspricht (hier sei noch angemerkt, dass man aber nicht einfach den Whiskey direkt in einem solchen Pool verdünnen dürfe, sondern das schrittweise Verdünnen sei enorm wichtig - bislang weiß aber niemand warum). Doch hier hört der Barkeeper noch lange nicht auf und verdünnt weiter bis D30, was etwa einem Schnapsglas auf 20.000.000.000.000.000.000.000 km³ Cola (das ist fast 25 Millionen mal das Volumen der Erde) entspricht. In dieser Mischung ist gem. der Avogadro-Konstanten kein Alkoholmolekül mehr vorhanden - aber wen interessiert's? Anschließend schenkt er das den Leuten aus, verlangt dafür 7,50 € und behauptet sie würden davon noch besoffener als von handelsüblichen Whiskey-Cola-Mischungen. Ergibt absolut Sinn, oder?

Sonntag, Juli 06, 2008

Neulich beim stillen Wasser...

Dem AlmÖhi Johann Grander erschien einst "bei vollem Bewusstsein" Jesus (lt. eigener Aussage selbstverständlich) und hat ihm befohlen aus Scheiße Geld aus Wasser Gold zu machen - das Granderwasser. Das war irgendwelchen Deppen in irgenwelchen Ausschüssen so wichtig, dass sie ihm 2001 "das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst" verliehen (wahrscheinlich mehr für die Kunst aus Scheiße Geld aus Wasser Gold zu machen, denn für Wissenschaft, nehme ich an) - wie man sich auch in diesem Video ansehen kann:

1

Doch wo sind jetzt die Träger dieses Kreuzes, die es zu recht bekommen haben und die selbiges scharenweise zurückgeben? Wenn ich z.B. das Bundesverdienstkreuz bekommen hätte und anschließend hätte man dies auch noch Klaus Zumwinkel auf Grund seiner kreativen Steuererklärung und seines vorbildlichen Umgangs mit Informationen (T hört mit) verpasst, so würde ich meines wieder abgeben. Denn eine Ehrung die jeder tiroler Scharlatan bekommen kann, ist das Material nicht wert und konterkariert den Ehrenakt zu einer Farce, einem schlechten Witz.

Doch ist wahrscheinlich in Österreich die Ordens- und Titelgeilheit, die ja bei jedem Opernball wieder schön zur Schau getragen wird, einfach größer als die Zivilcourage - schade eigentlich.

"Tu misera Austria, fraude!"2

1: Vielen Dank für den Hinweis an die GdK und GWUP
2: Du armseliges Österreich, betrüge

Sonntag, Juni 08, 2008

Das po8ische Homöopathierätsel...

Und weil es so schön war, kommt hier gleich noch eine kniffelige Rätselaufgabe:

Welche Substanz kommt nicht in homöopathischen Präparaten vor?
(bitte ankreuzen)

Ablagerungen aus dem Mutterkuchen des Pferdes (Hippomanes)
Afrikanisches Elfenbein (Dens loxodonta africana)
Amerikanischer Kartoffelkäfer (Doryphora decemlineata)
Arsen (Arsenicum album, A. bromatum, A.hydrogenatum, A. iodatum, A. metallicum, A. sulphuratum flavum)
Austernschalenkalk (Calcarea carbonica)
Benzol (Benzinum)
Bernstein (Succinum)
Bettwanze (Cimex lectularius)
Bibergeil (Castoreum)
Blattgold (Aurum foliatum)
Blattläuse von Chenopodium (Aphis chenopodii glauci)
Blausäure (Hydrocyanicum acidum)
Blei (Plumbum metallicum)
Botulinum
Brechweinstein (Antimonium tartaricum)
Brustkrebs-Nosode (Carcinosinum Burnett)
Buchenholzkohlenteer (Kreosotum)
Chlor (Chlorum)
Chloroform (Chloroformium)
Cholesterin (Cholesterinum)
cubensis, T. hispanica)
Curare
Delphinmilch (Lac delphinum)
Deutsche Otter (Vipera)
Diphtherie-Nosode (Diphtherinum)
DNA (Desoxyribonucleinicum acidum)
Eierstockextrakt von Kühen oder Schafen (Ovininum)
Eihaut des Hühnereis (Ovi gallinae pellicula)
Eiterflüssigkeit aus dem Krätzebläschen (Psorinum)
Elektrizität (Electricitas)
Englische Sonne (Sol britannica)
Faules Rindfleisch (Pyrogenium)
Filzlaus (Phthirus pubis)
Fliegenpilz (Agaricus)
Flüssiges Pech oder Teer (Pix liquida)
Flusskrebs (Astacus fluviatilis)
Formaldehyd (Formalinum)
Fuchslunge (Pulmo vulpi)
Gallensäure (Gallicum acidum)
Gebärmutterkrebs-Nosode (Epihysterinum)
Getrocknete Tintenfischtinte (Sepia succus)
Getrocknetes Blut des Pfeilschwanzkrebses (Limulus cyclops)
Giftsumach (Rhus toxicodendron, venenata)
Gila-Echse (Heloderma suspectum)
Gneis aus Gastein (Lapis albus)
Graphit (Graphites)
Grüner Knollenblätterpilz (Agaricus phalloides)
Haschisch (Cannabis indica)
Hausfliegenmilbe (Trombidium muscae domesticae)
Hausstaubmilbe (Dermatophagoides pteronyssinus)
Holzkohle (Carbo vegetabilis)
Holzruß (Fuligo ligni)
Holzteerdestillat (Eupionum)
Hornisse (Vespa crabro)
Hundekot (Excrementum caninum)
Hundemilch (Lac caninum)
Hunderäudemilbe (Sarcoptes canis)
Hypophyse (Pituaria glandula)
Iridium (I. metallicum)
Kadmiumsulfat (Cadmium sulphuratum)
Kakerlaken (Blatta americana, B. orientalis)
Kalziumarsenit (Calcarea arsenicosa)
Karlsbader Wasser (Carlsbad aqua; wird nur in niederen Potenzen empfohlen)
Käseschmiere (Vernix caseata; eine fettige Schicht, die die Haut des Fötus bedeckt)
Katzenmilch (Lac felinum)
Kellerassel (Oniscus asellus)
Keuchhusten-Nosode (Pertussinum)
Klapperschlangengift (Crotalus horridus)
Kobalt (Cobaltum)
Kobragift (Naja tripudians)
Kohlenmonoxid (Carboneum oxygenisatum)
Kokain (Cocainum hydrochloricum)
Kondomgummi (Latex vulcani)
Königswasser (Nitromuriaticum acidum; Mischung aus starker Salpeter- und Salzsäure)
Kopfhautekzem-Nosode (Melitagrinum)
Korallen (Corallium rubrum)
Kreuzspinne (Aranea diadema)
Krötengift (Bufo rana)
Kubanische und Spanische Tarantel (Tarantula
Kupfer, Kupferarsenit (Cuprum metallicum, C.arsenicosum)
Lava und Schlacke des Vulkans Hekla (Hecla lava)
Lepra-Nosode (Leprominum)
Licht der Venus (Venus stella errans)
Löwenmilch (Lac leontis)
Magnetischer Nord- bzw. Südpol (Magnetis polus arcticus bzw. australis)
Maisbrand (Ustilago maydis)
Manganacetat (Manganum aceticum)
Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
Materialisierte Asche von Sai Baba (Vibhuti Sai Baba)
Menschenfloh (Pulex irritans)
Menschenkopflaus (Pediculus humanus capitis)
Menschlicher Hodenextrakt (Orchitinum)
Menschlicher Mutterkuchen (Placenta humana)
Mikrowellen (Microwave)
Milch des afrikanischen Elefanten (Lac loxodonta africana)
Milch des indischen Elefanten (Lac elephantis)
Milch des Wolfes (Lac lupi)
Milch einer Frau (Lac humanum)
Milch mehrerer Frauen (Lac maternum)
Milzbrand (Anthracinum; Bacillus anthracis aus der Milz des Schafes)
Mondstrahlen (Luna)
Mutterkorn (Secale cornutum)
Nabelschnur des Schweins (Funiculus umbilicalis suis)
Naphtalin (Naphthalinum)
Nasenschleimhaut (Mucosa nasalis)
Nickel (Niccolum metallicum)
Nierensteine (Calculus renalis)
Ohrenqualle (Medusa)
Opium
Osmium (Osmium metallicum)
Palladium (Palladium metallicum)
Paraffin (Paraffinum)
Petroleum
Pferdehaarehaar (Pilus equinus)
Pferdemauken-Nosode (Malandrinum; aus der Hautentzündung an der hinteren Fläche der Fessel in der Fesselbeuge)
Platin (Platinum metallicum)
Pocken-Nosode (Variolinum)
Purpurschnecke (Murex purpureus)
Quecksilber (Mercurius; in verschiedenen Formen)
Radiumbromid (Radium bromatum)
Rindergalle (Fel tauri)
Röntgenstrahlen (X-Ray; eine mit Röntgenstrahlen behandelte Alkoholampulle)
Rote Waldameise (Formica rufa)
Roter Seestern (Asterias rubens)
Sahara-Skorpion (Buthus australis)
Salzsäure (Muriaticum acidum)
Schierling (Conium maculatum)
Schimpansenmilch (Lac panis troglodytis)
Schwarze Witwe (Latrodectus mactans)
Schweinemilch (Lac suilinum)
Silber (Argentum metallicum)
Silbernitrat (Argentum nitricum)
Sonnenfinsternisstrahlen (Sol eclipsium)
Sonnenstrahlen (Sol)
Spanische Fliege (Cantharis vesicatoria)
Speichel tollwütiger Hunde (Lyssinum, Hydrophobinum)
Spinnennetz (Tela aranearum)
Staphylokokkeneiter (Staphylococcinum)
Stinktiersekret (Mephitis putorius)
Strontiumcarbonat (Strontium carbonicum)
Strychnin (Strychninum)
Stubenfliege (Musca domestica)
Südwestwind (Auster eurus)
Süßwasserschwamm (Badiaga)
Syphiliserreger-Nosode (Syphilinum)
TNT (Trinitrotoluenum)
Tripper-Nosode (Medorrhinum)
Tuberkulöse Lunge (Bacillinum Burnett)
Tuberkulöse Rinderabszesse (Tuberculinum bovinum Kent)
Tuberkulöser Hoden (Bacillinum testium)
Urin (Urinum humanum)
Vakuum (Vacuum)
Verdauungssaft des Hummers (Homarus)
Vogelspinne (Mygale lasiodora)
Walfischdreck (Ambra grisea, grauer Amber; aus dem Darm des Pottwals)
Westindische Feuerspinne (Theridion curassavicum)
Wismutnitrat (Bismuthum)
Zecke (Ixodes ricinus)
Zehennägelschuppen des Pferdes (Castor equi)
Zinn (Stannum metaliicum)
Zinnober (Cinnabaris)
Zyankali (Kali cyanatum

Wer auch nur ein Häkchen gesetzt hat, der liegt leider falsch. Sämtliche angeführten Substanzen finden in der Homöopathie Verwendung!

Neulich beim Hochpotenzieren...

Meine Einstellung zur Homöopathie, als eine Geißel der Hochschulmedizin und geistige Umweltverschmutzung, sollte man ja mittlerweile kennen. Umso mehr freut es mich da, dass der Wissenblog einen recht kurzen und doch umfangreichen Artikel zu dem Thema veröffentlicht hat. Ich kann nur all denen, die immer noch meinen, dass an der Homöopathie "was dran" wäre, empfehlen diesen zu lesen:

Was aber weniger bekannt ist, ist die Tatsache, daß Homöopathie eine esoterische Pseudowissenschaft ist. Die Übereinstimmungen zwischen Homöopathie, Astrologie und Numerologie (auch Kabbala) sind evident.

Dazu einige Beispiele:

Gleicher geistiger Background, gleiche Terminologie (bei Hahnemann nachzulesen): „Uridee, Archetypen, geistiges Wesen der Ursubstanz, Urgrund, Urübel = Erbsünde (Miasma), kosmische Urkraft“ etc. (gemeint ist der Schöpfer, die Schöpfung, Urgrund Gott).

Das „senkrechte Denken“ der symbolischen Astrologie („die Uridee durchzieht alle Ebenen von oben bis unten, im Sinne von wie oben so auch unten), manifestiert sich eindrucksvoll in der Homöopathie („Heilung von oben nach unten“ und 10er-Hierarchien).

Dienstag, Juni 03, 2008

Neulich im EM-Krankenhaus...

Spiegel-online hat sich mit diesem Artikel (wieder mal) nicht mit Ruhm bekleckert, da wie so oft völlig unkritisch über magische Praktiken referiert wird. So ist doch da zu lesen:
Fußballern sind auch alternative Heilmittel recht, um möglichst schnell wieder auf die millionenschweren Beine zu kommen. Eine Umfrage unter Bundesliga-Ärzten ergab, dass 92 Prozent von ihnen Spieler homöopathisch behandeln - darunter auch Stars aus dem deutschen EM-Team.
Mit anderen Worten: 92% der Bundesliga-Ärzte sind nur beschränkt zurechnungsfähig (was wahrscheinlich ganz prima zum geistigen Zustand der Kicker passt).

Die Homöopathie, speziell die lustigen Mittelchen (in denen u.a. auch Hundescheiße zählt - stark verdünnt natürlich und zwar geschüttelt nicht gerührt!), haben bislang noch nie - und hier weiß ich nicht welchen Teil von "nie" die Spiegelredakteure nicht verstanden haben - ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt. Ausführliche Informationen dazu liefert dieser GWUP-Artikel.

Mich würde nur mal interessieren, wie unsere Herren Fußballer reagieren, wenn man ihnen altes "Wissen" auftischte, dass die Fußballschuhe vor einem wichtigen Match in Pferdepisse gebadet werden sollten oder die Schnürsenkel aus dem Grabtuch von Turin gewebt sein müssen etc.etc.. Meine Vermutung ist, dass selbst solcher offensichtlicher Blödsinn auf irgendeinen fruchtbaren Boden fällt, denn immer dann, wenn der Zufall eine nicht unerhebliche Rolle spielt, tendieren wir Menschen dazu, zu versuchen diesen mit schwachsinnigen Ritualen oder magischen Gegenständen zu beeinflussen. Harte Fakten, wie sie z.B. im Fall der Homöopathie über deren Unwirksamkeit bzw. Wirksamkeit in Übereinstimmung mit dem Placeboeffekt vorliegen, werden dann schnell weginterpretiert oder gar nicht wahrgenommen.

An dieser Stelle kommt dann oftmals der Spruch "wer heilt hat recht", doch ist dieser von gleicher Qualität (auf Grund des Logikfehlers non sequitur), wie die Aussage "weil ich heute aufgegessen habe ist morgen schönes Wetter". Solange ein kausaler Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen (Homöopathie bzw. Aufessen und Heilung bzw. schönes Wetter) nicht hergestellt werden kann, sind die Aussagen beliebig und damit für eine weitere Betrachtung unbrauchbar.

Deswegen würde ich mir von einem Magazin wie dem Spiegel wünschen, so es noch das Prädikat "kritischer Journalismus" tragen möchte, dass derartiger geistiger Müll nicht unreflektiert dargeboten und damit nur unzulässig Werbung für Scharlatanerie betrieben wird.

Donnerstag, Januar 17, 2008

Neulich auf der Autobahn...

In Österreich gibt es eine Betreibergesellschaft des Schnellstraßen- und Autobahnnetzes, die dem Touristen maximal dann über den Weg läuft, wenn er sich sein "Pickerl", also seine Mautplakette, kaufen muss - die ASFINAG.

Das alles gibt es ja in anderen Ländern auch, doch anscheinen "leistet" sich nur die österreichische Form dieser modernen Wegelagerei ihre Straßen mittels esoterischem Mumpitz zu "entstören". So kommen (wie der aktuelle Skeptiker oder der Standard schreibt) Wünschelrutengeher und ähnliche Scharlatane zum Einsatz, wenn es gilt vermeintlich unfallträchtige Stellen sicherer zu machen.

Das alles wäre ja noch nicht so schlimm, wenn der jeweils dafür verantwortliche diesen Schwachsinn aus seiner eigenen Tasche bezahlen würde, aber zum einen werden alle österreichischen Pickerlbenutzer an diesem Blödsinn beteiligt, zum anderen verschafft es der Zunft der Pendel- und Stöckchenhalter ein unangemessenes weil unberechtigtes und unnachgewiesenes Ansehen.

Man kann es nicht oft genug betonen: bis zum heutigen Tag konnte das Wünschelrutengehen (oder Radiästhesie wie es sich selbst gern - weil unverständlich - nennt) kein wissenschaftlich nachprüfbares Ergebnis erzielen, kurz: Wünschelrutengehen funktioniert nicht und beruht nur auf Selbsttäuschung und dem Carpenter-Effekt (der übrigens schon seit 150 Jahren bekannt ist - aber die Menschheit wird anscheinend nicht wesentlich klüger). Weiters hat James Randi schon seit Jahren einen Preis von 1 Mio. US$ ausgesetzt, falls jemand eine paranormale Fähigkeit (wie z.B. Wünschelrutengehen) besitzt. Bis jetzt wartet dieser Preis, trotz zahlreicher aber vergeblicher Versuche, immer noch auf einen Gewinner.

Anzumerken bleibt noch, dass zwar Frauen dreimal so "Horoskopgläubig" sind wie Männer, die Herren der Schöpfung jedoch 8x so "Wünschelrutengläubig".

Donnerstag, Oktober 18, 2007

Neulich in Turin...

In Turin liegt ein Tuch, das die Catholica nur alle 25 Jahr an das Licht der Öffentlichkeit zerrt. Gem. deren Reliquienverehrung soll es sich dabei um das Grabtuch Jesu handeln, wie auch dieser wenig kritische Artikel auf wikipedia darlegt.

Doch wiewohl das Gezänk um dessen Echtheit bis jetzt nicht zur Ruhe gekommen ist, kann sich derjenige, der zwar über keinerlei naturwissenschaftlichen Analysemethoden besitzt, dafür aber einen scharfen Verstand, gemütlich zurücklegen. Denn es gilt immer noch, dass etwas erst dann echt ist, wenn seine Echtheit bewiesen wurde und nicht, wenn diese fortlaufend behauptet wird.

Folgende Behauptung wird seitens der Kirche Vorgetragen:

Es handelt sich dabei um das Grabtuch Jesu Christi
Nun, hier steckt schon mehr als eine Behauptung drin, denn bei Licht besehen sind das folgende:
  • Das Tuch stammt aus dem Jahr 32 u.Z.
  • Ein gewisser Jesus von Nazareth war darin eingewickelt
  • Dieser Jesus ist Gottes Sohn
Bis jetzt fehlt jegliche Datierung des Grabtuchs völlig. Die einzige durchgeführte Radiocarbondatierung verwies auf das Mittelalter. Solange die christlichen Behaupter diesen ersten Claim nicht belegen, ist das alles eine Luftnummer.

Noch dazu dürfte es äußerst schwer fallen, selbst wenn sich das Alter als gesichert diesen Zeitraum betreffend herausstellt, es als das Grabtuch von Jesus von Nazareth nachzuweisen, da es außerhalb der Bibel noch nicht mal schriftliche Aufzeichnungen über den jüdischen Revoluzzer und arbeitslosen Zimmermann gibt.

Aber gänzlich unmöglich ist, die Gottessohnschaft des Feigenbaumverfluchers aus eben diesem Tuch zu belegen. Hier steht man nämlich vor einem logischen "non sequitur", d.h. es folgt nicht daraus.

Hätte man doch wenigstens ein Fitzelchen DNA an dem Grabtuch, so könnte man dieses evtl. mit einer der vierzehn (!) Vorhäute Jesu vergleichen, die ebenfalls von den Katholiken über die Jahrhunderte gefälscht gefunden wurden.
Die Fälschungen beginnen in neutestamentlicher Zeit und haben nie aufgehört.
(Carl Schneider, ev. Theologe)

Montag, August 27, 2007

Neulich unter Feinden...

Auf Grund massiver Reisetätigkeit kam u.a. meine sonntägliche Rubrik des tagesbezogenen Wortes zu kurz. Nichtsdestotrotz werde ich mich bemühen, meinen kleinen aber feinen Leserkreis nicht weiter zu vergraulen.

Um die Feinde, genauer um die Feinde der Vernunft geht es in Richard Dawkins neuer Dokumentation, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wieder nicht ins deutsche Fernsehen schaffen wird. Dabei behandelt er v.a. "Parawissenschaften" wie Astrologie, Kartenlesen oder Wünschelrutengehen, also all den Krams, deren Funktionieren bis zum Erbrechen (oder wie der Lateiner sagt "ad nauseam") behauptet wird, deren Wirksamkeitsnachweis aber bis heute komplett fehlt. Wer sich also des Englischen mächtig fühlt, dem seien folgende beiden dreiviertelstündigen Dokumentationen ans Herz gelegt:

Sonntag, Mai 13, 2007

Neulich beim Geburtstagen...

Die GWUP, also die Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, wird 20. Das war Telepolis doch glatt ein Interview wert, hier ein kleiner Auszug:


Ist Homöopathie eine Parawissenschaft?
Amardeo Sarma: Noch klarer: ein Beispiel für Humbug und Pseudowissenschaft. Ihre Vertreter erheben einen wissenschaftlichen Anspruch, den sie nicht einlösen. Die Wirksamkeit der Homöopathie is nicht nachgewiesen, und sie steht im Widerspruch zu dem, was wir in den letzten 200 Jahren in Medizin, Biologie, Chemie und Physik hinzugelernt haben.

Bitter genug, dass trotz 20jähriger Arbeit der GWUP immer noch so viel Scharlatane unterwegs sind, egal ob sie Chakren ausrichten, die Platzierung von Betten einpendeln, für Feng-Shui teures Geld verlangen oder Bachs Blüten verhökern - die Liste ist schier endlos. Die GWUP bietet aber zu den meisten Themen Texte an, die diesen Schwachsinn auseinandernehmen. Wer davon nicht genug bekommen kann, kann auch den Skeptiker bestellen, der 4mal jährlich erscheint.


Doch anscheinend will die Welt beschissen werden. An allen Ecken und Enden trifft man Menschen die darauf schwören, dass die chemotherapiebegleitenden Hochpotenzen ihres Haus- und Hofhomöopathen sie vom Krebs geheilt haben. Dumm nur, dass diejenigen, die zu Tode "therapiert" wurden, keine Stimme mehr haben, sonst sähe die Werbung für diesen (und anderen) himmelschreienden Schwachsinn anders aus.

Link(s):
GWUP Konferenz

Samstag, Oktober 28, 2006

Neulich bei Ulla Schmidt-Hahnemann...

Inspiriert durch diesen Artikel (und die heiße Diskussion in den Kommentaren), habe ich mir noch mal meine eigenen Links durchgesehen und bin unter den Literaturangaben auf folgendes Dokument (pdf) gestoßen. Dieses gibt zum einen eine sehr gute argumentative Grundlage gegen die Homöopathie (wobei aber auch die Argumente der Gegenseite betrachtet werden), zum anderen gab es mir aber noch v.a. bzgl. des Nocebo-Effekts der "alternativen" Medizin auf die "Schulmedizin" (d.h. durch die ablehnende Haltung gegenüber der Schulmedizin wird deren Wirkung - die auch einen Placebo-Effekt beinhaltet - verschlechtert) folgenden Denkanstoß.

Ist es nicht so, dass durch die, zwar ständig verneinte aber faktisch doch vorhandene , Zweiklassenmedizin (siehe hier, hier und hier) genau so ein Nocebo-Effekt bei den Kassenpatienten hervorgerufen wird? Wobei ich mich jetzt nicht nur auf die Ober- bzw. Unterschicht der Patienten festlegen will, sondern auch die lustigen Abrechnungssyteme miteinbeziehe. Ein Kassensystem, dass einem Arzt nur noch ein paar Minuten Zeit für die Diagnose lässt, trägt einen gewissen pathogenen Faktor schon in sich und man fragt sich, warum Tante Ulla im Ministerium für Gesundheit arbeitet, so sie doch alle krank macht?

Ich denke, dass der normalsterbliche Kassenpatient bei der Behandlung das Gefühl bekommt, dass ihm womöglich eine Therapie vorenthalten wird, die er nur deswegen nicht bekommt, weil er eben nicht privat versichert ist. Dass ihm ein Medikament nicht verschrieben wird, das evtl. besser wirkt aber teurer ist, dass er nur den billigen Gips bekommt, dass er zwecks Ersatzteilgewinnung aufgeschnippelt wird, während der Privatpatient eine erotische endoskopische Behandlung erfährt etc.etc.

Folglich führen diese negativen Effekte wiederum zu mehr Kosten. Die Genesung verläuft schlechter, mehr Mittel werden verschrieben, Arbeitnehmer sind länger krank usw.usf. Obwohl sich die Ärzte bemühen diese Unterschiede nicht aufkommen zu lassen, so ist ihnen auch - und wer wollte es ihnen verdenken - das Hemd näher als die Hose, somit ein Privatpatient lieber als ein Kassenpatient. Nachdem der Privatpatient aus Sicht des Arztes der bessere Kunde ist, weil er mehr Geld dalässt, ist es Dienst am Kunden, bzw. neudeutsch Customer-Care, zu versuchen, die Sau auszusaugen, aber nicht zu schlachten diesen durch eine gute Behandlung zum Wiederkommen zu animieren.

Aber die Intention hinter alldem, den Masterplan sozusagen, hat damals schon Eugen Roth richtig erkannt:
Was bringt den Doktor1 um sein Brot?
a) Die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
uns zwischen beiden in der Schwebe.

1: hier beliebig "die Ulla", "die Kasse" oder auch "die kassenärtzliche Verrechnungsstelle" einsetzen, wobei letzteres eine Herausforderung bzgl. des Metrums wird.