Sonntag, September 28, 2008

Das Wort zum Sonntag #57

Thema heute:
Warum die christliche Position zur Abtreibung biblisch unhaltbar ist.

Abtreibung scheint, wenn man der christlichen Propaganda folgen will, wohl das Schlimmste überhaupt zu sein und anstatt sich dem ethischen Dilemma zu stellen, nämlich zwischen dem Leid des Fötus und dem Leid der abtreibungswilligen Mutter abzuwägen, wird dogmatisch propagiert, dass mit der befruchteten Eizelle das menschliche Leben beginnt. Man hängt sich teebeutelartig in jedwede Diskussion, behauptet Abtreibungen seien das Hauptproblem (siehe hier) und selbst Mutter Teresa, deren "Werke" völlig unverdient mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt wurden, sprach bei ihrer Rede in Stockholm von genau diesen "Morden". Auffällig auch das Vokabular, so ist z.B. vom "Babycaust" zu lesen oder vom "(ungebornenen) Kinder-Mord" usw.. Ich habe dieses Thema ohnehin schon hier und hier angerissen.

Heute soll es aber darum gehen, was zum Thema im hl.Märchenbuch steht. Ich möchte an dieser Stelle auch noch auf den kath. Katechismus verweisen, der bekräftigt, das "die Christen ... das Alte Testament als wahres Wort Gottes [verehren]". Abtreibung war schon in der Antike (übrigens neben Verhütung) und sehr wahrscheinlich auch weit davor bekannt, d.h. sowohl Skeptiker als auch Gläubige können davon ausgehen, dass wenn sich Gott (oder wer auch immer der heilige Ghostwriter war) dazu äußern wollte, es bestimmt auch getan hätte.

Das erste interessante Faktum ist, dass an keiner Stelle Abtreibung explizit verboten wird (obwohl ansonsten ja für so ziemlich jeden Blödsinn ein "Gesetz" erlassen wurde). Doch noch viel interessanter sind die Aussagen über Föten bzw. deren "Wert" im Verhältnis zu anderen Mitgliedern der Gesellschaft, so liest man in 2. Mose 21,22-24:
Wenn Männer miteinander streiten und stoßen dabei eine schwangere Frau, so dass ihr die Frucht abgeht, ihr aber sonst kein Schaden widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wie viel ihr Ehemann ihm auferlegt, und er soll's geben durch die Hand der Richter. Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde.

Hier wird explizit das Leben der Frau höher gewertet als das Leben des Fötus. Es ist nicht von Mord die Rede, sondern nur von einem Schaden, welcher durch Geld auszugleichen ist, obschon bei Erwachsenen das "Auge-um-Auge"-Prinzip anzuwenden sei (abgesehen davon, dass das ja schöne Raufbolde gewesen sein mussten). Dass aber hierbei nicht der Wert des Kindes ausgeglichen werden soll, sondern eher das Leid der Frau legt die nächste Stelle nahe (3. Mose 27,1ff):
Und der HERR redete mit Mose und sprach: Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen: Wenn jemand dem HERRN ein Gelübde getan hat, das abgelöst werden soll, und es sich um einen Menschen handelt, so soll das deine Schätzung sein: Einen Mann von zwanzig bis sechzig Jahren sollst du schätzen auf fünfzig Lot Silber nach dem Gewicht des Heiligtums, eine Frau auf dreißig Lot Silber. Von fünf Jahren bis zwanzig Jahren sollst du, wenn es ein Mann ist, schätzen auf zwanzig Lot Silber, eine Frau aber auf zehn Lot Silber. Von einem Monat an bis auf fünf Jahre sollst du, wenn es ein Knabe ist, schätzen auf fünf Lot Silber, ein Mädchen aber auf drei Lot Silber. Bei sechzig Jahren und darüber sollst du, wenn es ein Mann ist, schätzen auf fünfzehn Lot Silber, eine Frau aber auf zehn Lot Silber.

Hier beginnt die "Schätzung" erst mit einem Monat nach der Geburt, d.h. Neugeborene und Föten haben gar keinen Wert. Das passt auch hevorragend zum historischen Kontext, denn in kinderreichen Familien in vorindustrieller Zeit war es "normal" dass von einem Dutzend nicht alle die Pubertät erreichten und tote Mütter im Kindbett sowie Todgeburten waren an der Tagesordnung.

Dies wird noch an anderer Stelle (4. Mose 3,15) bestätigt, da hier Kinder unter einem Monat noch nicht mal als Person gewertet werden, somit als nicht zählenswert erachtet:
Zähle die Söhne Levi nach ihren Sippen und Geschlechtern, alles, was männlich ist, einen Monat alt und darüber.

Doch auch hier ist das Ende der Fahnenstange götlichen Ratschlusses noch nicht erreicht, denn er selbst befiehlt (implizit) Schwangere und somit deren Föten umzubringen oder bringt diese gleich selbst um:
Zähle die Söhne Levi nach ihren Sippen und Geschlechtern, alles, was männlich ist, einen Monat alt und darüber. (4. Mose 31,15)

Auch wenn sie gebären würden, will ich doch die ersehnte Frucht ihres Leibes töten. (Hos 9,16)

Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden. (Hos 14,1)

Weiters bestraft er auch noch Schwangere durch einen Tod des Neugeborenen oder verflucht sie dazu:
Aber weil du die Feinde des HERRN durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der dir geboren ist, des Todes sterben. (2. Sam 12,14)

Wenn du aber deinem Mann untreu geworden bist, dass du unrein wurdest, und hat jemand bei dir gelegen außer deinem Mann, - so soll der Priester mit einem Verwünschungsschwur die Frau beschwören und zu ihr sagen: Der HERR mache deinen Namen zum Fluch und zur Verwünschung unter deinem Volk, dadurch, dass der HERR deine Hüfte schwinden und deinen Bauch schwellen lässt. So gehe nun das fluchbringende Wasser in deinen Leib, dass dein Bauch schwelle und deine Hüfte schwinde! Und die Frau soll sagen: Amen! Amen! Dann soll der Priester diese Flüche auf einen Zettel schreiben und mit dem bitteren Wasser abwaschen und soll der Frau von dem bitteren, fluchbringenden Wasser zu trinken geben. Und wenn das fluchbringende, bittere Wasser in sie gegangen ist, soll der Priester von ihrer Hand das Eifersuchtsopfer nehmen und als Speisopfer vor dem HERRN schwingen und auf dem Altar opfern, nämlich: er soll eine Hand voll vom Speisopfer nehmen als Gedenkopfer und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen und danach der Frau das Wasser zu trinken geben. Und wenn sie das Wasser getrunken hat und unrein ist und sich an ihrem Mann versündigt hat, so wird das fluchbringende Wasser in sie gehen und ihr zum Verderben werden, dass ihr der Bauch schwellen und die Hüfte schwinden wird, und es wird die Frau zum Fluch werden unter ihrem Volk. Hat sich aber eine solche Frau nicht unrein gemacht, sondern ist sie rein, so wird's ihr nicht schaden und sie kann schwanger werden. (4. Mose 5,20ff)
(Letztere Passage ist auch noch mal sehr anschaulich bei "The Brick Testament" dargestellt.)

Wie gezeigt lässt sich die christliche Extremposition gegen Abtreibung nur dadurch halten, indem man stark exegiert, d.h. Bibelstellen interpretiert oder unterschiedlich gewichtet (z.B. "du sollst nicht töten" auch auf Föten ausweitet). Die Strategie dahinter ist recht simpel. Unter Missachtung aller biologischen Fakten (bis zur 7. Woche hat ein Fötus noch kein Nervensystem entwickelt, ist also per definitionem nicht leidensfähig) werden Frauen dazu verdonnert alles auf die Welt zu bringen, was man auf die Welt bringen kann. Und das alles nur, weil eben Föten so schön menschenähnlich aussehen (klar, was auch sonst?) und hier so schön ein biologisches Prinzip ausgenutzt werden kann, nämlich dass Erwachsene auf das Kindchenschema anspringen (Erwachsene, die das nicht in dem Maße taten, sind eh ausgestorben).

Die Doppelmoral dahinter ist kaum zu übersehen: jahrhundertelang wurden Frauen zur heimlichen Abtreibung getrieben, weil außerehelicher (einvernehmlicher) Geschlechtsverkehr gem. kirchlicher Doktrin verboten und Sünde war, d.h. auf die seltsamen Moralvorstellungen des Klerus gehen ein guter Teil eben dieser Abtreibungen. Heute, wo alleinerziehende Mütter fast schon an der Tagesordnung sind, thematisiert man das natürlich nicht mehr sondern stürzt sich auf eine gesellschaftliche Extremposition (ähnlich auch mit der Sterbehilfe) um hier ein paar Extremisten abzugreifen (und das ohne vernünftige Argumente). Schlimmer noch, durch ein generelles Abtreibungsverbot würden all jene Frauen wieder in die Illegalität gedrängt, aus welcher sie die Aufklärung und der Humanismus erst jüngst befreiten.

Bezeichnend ist auch, was die europäischen Bischöfe zum Thema EU und Abtreibung zu sagen haben:
„Die Europäische Union hat keinerlei Entscheidungsbefugnis oder Kompetenz bezüglich Abtreibung oder irgendeiner Frage, die im Bezug zu Leistungen sexueller und reproduktiver Gesundheitsdienste steht“

D.h. der Gesamtheit der europäischen Bevölkerung, respektive ihrer politischen Vertreter, wird die Kompetenz abgesprochen über Derartiges zu entscheiden. Sehr interessant, dass sich im Gegenzug aber ein paar hauptamtliche sonntägliche Travestiekünstler mit alten Beduinenschriften hierbei für kompetent erachten. Man könnte auch sagen: das stinkt zum Himmel!
Inzwischen wimmelt das in den Slums aller Länder, die Knie der glücklichen Mütter werden von Geschöpfen umspielt, die später in den Kohlenbergwerken oder in den Ackergräben für den Profit der anderen verrecken dürfen... aber: es ist nicht abgetrieben worden. Der Kranz, der Kranz ist gerettet!
(Kurt Tucholsky)

Freitag, September 26, 2008

Neulich beim christlichen Marketing #5

Meister Eckhart (1260-1327)

Unique selling proposition: Wenn Gott nicht ist, dann ist nichts.

Reason why: Wenn das Sein nicht ist, ist nichts Seiendes oder nichts, so wie wenn die Weiße nicht ist, nichts Weißes ist.
Gott? Ohne ihn ist alles nichts!




Johannes Duns Scotus (1263-1308)

Unique selling proposition: Mit dem [Begriff des] Ranghöchsten ist unvereinbar, dass es etwas Vollkommeneres gibt.

Reason why: Dem Seienden widerstreitet Unendlichkeit nicht; also ist das Vollkommenste unendlich.
Nur das Beste. Gott!




Wilhelm von Ockham (1300-1349)

Unique selling proposition: Man muss entweder eine Kette bis ins Unendliche annehmen oder zu einer Größe kommen, die erhält und auf keine Weise erhalten wird.

Reason why: Alles, was real von etwas hervorgebracht wird, wird, solange es in der Realität bleibt, real von etwas erhalten.
Gott. Ewig haltbar ohne Zusatzstoffe.



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Sonntag, September 21, 2008

Das Wort zum Sonntag #56

Thema heute:
Warum sind Religionen tendenziell und systematisch Unruhestifter?

Angenommen in einem kleinen Dorf gibt es einen Tauben- und einen Kaninchenzüchterverein. Beide haben natürlich ständig das Problem der Überalterung, denn auf Grund des typisch menschlichen Pragmatismus bleiben zwar die Mitglieder (größtenteils) erhalten, doch ohne neue Vereinsmeier ist kein Staat zu machen. Expansion durch neue Mitglieder ist sinnvoll, da mehr Geld in der Kasse ist, man mehr Druck auf den Bürgermeister ausüben kann etc.etc..

Nun wäre das Maximum dann erreicht, wenn alle Dorfbewohner Mitglied beider Vereine wären, jedoch schmälerte dies wiederum die Macht jedes einzelnen Vereins, denn im Zweifel wüsste man natürlich nicht, für welchen Verein das Mitglied stimmt, wo es seine Spenden lässt etc.etc..

Aus dieser Situation ergeben sich mehrere Strategien:

1. Man macht nichts (passiv)
Hier hat man die größte Ruhe, jedoch auch den geringsten Mitgliederzuwachs, d.h. auch ohne Werbung o.ä. entscheiden sich immer wieder Leute zu dem Verein zu stoßen.

2. Man erzählt Gutes von sich (positive Propaganda)
Hier stellt man heraus, wie toll doch die Kaninchen-/Taubenfeste waren, die man feierte, wieviel Leistung doch das Mitglied für wie wenig Geld bekomme, wofür man sich alles einsetze und was man schon alles bewegt habe usw.usf.. Idee dabei ist, durch ein möglichst positives Image Leute zum Vereinseintritt zu bewegen.

3. Man erzählt Schlechtes über den anderen (negative Propaganda)
Hier lässt man wiederum nichts aus, den anderen durch den Kakao zu ziehen, was man doch für ein Weichei wäre, wenn man Kaninchen-/Taubenzüchter sei, wie armselig die Partys des anderen Vereins doch seien und wieviel Gestank/Lärm doch der andere Verein im Dorf verursache.

4. (vornehmliche) Kooperation
Man tut vordergründig so, als kooperiere man (um des lieben Friedens im Dorf Willen) mit dem anderen Verein, ist nach außen hin einmütig, aber streitet in der Sache bis aufs Blut. Oder man bildet ein Kartell und teilt den zu beackernden Markt unter sich genau auf, ohne dem anderen in die Quere zu kommen.

Kombinationen der Strategien sind natürlich vorprogrammiert, doch ich denke das Prinzip kann jeder nachvollziehen.

Gleiches kann man auf dem Markt der Religiositäten beobachten. Denn nachdem das Produkt (Allah, Zeus, Jahwe etc.) für das normale Mitglied nicht unterscheidbar ist und sich eine rationale Entscheidung kaum treffen lässt, müssen die zusätzlichen Vorteile herausgestellt bzw. die negativen Eigenheiten des anderen stigmatisiert werden. D.h. Religionen bzw. ihren Vertretern geht es nie um friedliches Miteinander, denn dann würde die Weltanschauung im Meer der Weltanschauungen untergehen, sondern immer nur darum, sich abzugrenzen, sich zu unterscheiden, heraustzustellen, dass man das beste Produkt habe (ähnlich wie mit der Waschmittelwerbung - Jesus wäscht weißer).

Somit ist die Unruhe vorprogrammiert und der einzige Ausweg ist, diese zu entmachten, Religion zur Privatsache zu machen. Kein Waschmittelkonzern kann auch mit noch so viel negativer oder positiver Propaganda einen Keil zwischen die Hausfrauen treiben und diese in Gruppen aufteilen, je nach Produktpräferenz. Gleiches sollte Religionen auch nicht mehr möglich sein, doch dazu bedarf es der Aufklärung und des Engagements jedes einzelnen.
"Wie kann es Frieden geben, wenn Trunkenbolde, Drogendealer, Kommunisten, Atheisten, New-Age-Anhänger, Satansanbeter, Säkulare Humanisten, unterdrückerische Diktatoren, geizige Geldwechsler, revolutionäre Attentäter, Ehebrecher, und Homosexuelle obenauf sind?"
(Pat Robertson, 1991)

Donnerstag, September 18, 2008

Neulich anno 33...

A: Wissen Sie schon das Neueste?

B: Nein, was ist passiert?

A: Die Welt ist erlöst!

B: Was Sie sagen!

A: Ja, der Liebe Gott hat Menschengestalt angenommen und sich in Jerusalem hinrichten lassen: dadurch ist nun die Welt erlöst und der Teufel geprellt.

B: Ei, das ist ja ganz scharmant.

(Arthur Schopenhauer)

Neulich beim christlichen Marketing #4

Bonaventura da Bagnoregio (1221-1274)

Unique selling proposition: [Gott ist] das erste, ewige, einfachste, wirklichste vollkommenste und höchst eine Sein.

Reason why: Schau also, wenn du es vermagst, das reine Sein selbst, und du wirst finden, dass es nicht gedacht werden kann, als habe es das Sein von einem anderen empfangen. Damit aber wird es notwendig als absolut erstes erfasst, das weder aus dem Nichts, noch von einem anderen stammen kann [...] Du siehst weiter ein, dass es in keiner WEise etwas in sich trägt, das nicht das Sein selbst ist, und dass es darum mit keinem zusammengesetzt, sondern absolut einfach ist.
Gott. Sicher. Sauber. Einfach.


Thomas von Aquin (1225-1274)

Unique selling proposition: Es ist aber notwendig zu glauben, dass dieser Gott, der alles fügt und beherrscht, nur Einer ist.

Reason why: Das bedeutet, dass es um die Fügung der Menschengeschicke wohlbestellt ist: hier findet man das Viele gefügt und gelenkt durch den Einen.
Gott. Es kann nur einen geben.



Pietro di Giovanni Olivi (1248-1298)

Unique sellign proposition: Darin sieht man, wie groß die Präsenz Gottes ist.

Reason why: Wer das versteht, der erkennt, dass der Satz "Gott existiert" im höchsten Maße zwingend und notwendig ist.

Supporting evidence: Der Nachweis für dieses Argument wurde vom heiligen Anselm erbracht.
Gott? Muss man nicht drüber reden.



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Montag, September 15, 2008

Neulich, mitten im Wahlkampf...

Nunja.. man weiß ja mittlerweile, dass die nominierte Vizepräsidentin des republikanischen Kandidaten McCain die Gouverneurin Alaskas, Sarah Palin, ist1. Was man evtl. noch nicht weiß, dass sie neben einer religiösen Hardlinerin, Abtreibungsgegnerin, Heimschläferin und Nepotistin offensichtlich auch noch die Erfinderin des US-Pendants zum Knigge bzgl. Tischmanieren sein muss, wie folgende Bilder dokumentieren:

1: Gem. meinem vorurteilbelasteten Amerikaverständnis leben in Alaska eh nur Männer, die in der Ölindustrie arbeiten oder Männer, die in Fischindustrie arbeiten oder Männer, die in der Pelzindustrie arbeiten - kurz es leben dort nur Männer, was die Wahl einer ehemaligen Miss Irgendwas, die weder wie ein Ölfass, Fisch oder Biber aussieht, anscheinend enorm begünstigt. Denn an ihrem überragenden Intellekt kann es ja nicht gelegen haben.

Donnerstag, September 11, 2008

Neulich beim Requiem...

B16 hat für einen seiner Kardinäle, genauer Kardinal Innocenti (wie kath.net berichtet) - übrigens ein Widerspruch in sich, denn wann war je ein Kardianl "innocent", also unschuldig? -, ein Requiem gehalten, bei dem er die schwerwiegenden Worte sagte:


Der leibliche Tod sei mit einem Wort des heiligen Paulus kein Verlust, sondern ein Gewinn.

Wenn man sehr ketzerisch an die Sache herangeht, dann könnte man ihm nur recht geben, denn nur ein toter Pfaffe ist ein guter Pfaffe.

Doch selbst das stimmt nicht ganz, denn die katholische Kirche entblödete sich nicht, selbst einem toten Papst noch ein weltliches Tribunal, die sog. Leichensynode, zu bereiten (eine der vielen Stellen in der katholischen Historie, die man nicht so gerne an die große Glocke hängt). So schreibt Deschner in der "Kriminalgeschichte" dazu:

Der seit neun Monaten Bestattete [Anm.: Formosus] wurde jetzt, bereits stark angefault, von den Anhängern der Widonen aus dem Grab gerissen, in Pontifikalgewänder gesteckt und wohl im Januar 897 vor der »Leichensynode« in St. Peter auf den sogenannten Apostolischen Stuhl gesetzt. Darauf hielt man drei Tage in aller Form über die herausgeputzte Mumie Gericht, die drei Kläger, die Bischöfe Petrus von Albano, Silvester von Porto und Paschalis (mit unbekanntem Bistumssitz) sowie einen Diakon als Pflichtverteidiger an die Seite bekam, der mit zittriger Stimme und natürlich unbefriedigend für sie geantwortet hat.

Dienstag, September 09, 2008

Neulich beim christlichen Marketing #3

Boethius (480-524)

Unique selling proposition: So zeigt Vernunft, dass Gott das wwahre Gute ist, indem sie beweist, dass auch das vollkommene Gute in ihm enthalten ist.

Reason why: Überhaupt kann die Natur keines Dinges besser sein als ihr eigener Ursprung.
Gott. Total Quality.



Johannes Damasezenus (645 - ca. 750)

Unique selling proposition: Da also der Schöpfer ungeschaffen ist, so ist er sicherlich auch unveränderlich.

Reason why: Alles, was [...] geschaffen [wurde] ist sicherlich auch veränderlich. [...] Der Schöpfer aber muss ungeschaffen sein.
Gott - Da weiß man, was man hat.



Anselm von Canterbury (1033 - 1109)

Unique selling proposition: "Das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann", [kann] nicht im Verstande allein sein.

Reason why: Denn wenn es wenigstens im Verstand allein ist, kann gedacht werden, dass es auch in Wirklichkeit existiere - was größer ist. Wenn also "das über dem Größeres nicht gedacht werden kann", im Verstande allein ist, so ist eben "das über dem Größeres nicht gedacht werden kann", über dem Größeres gedacht werden kann. Das aber kann gewiss nicht sein.
Think big. Gott.


Hier zu Teil 2
Hier zu Teil 1

Montag, September 08, 2008

Neulich beim Rekord...

Rekorde die keiner braucht:

Unter
http://www.llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.com/
hat sich die nordwalisische Stadt (lt. eigenen Angaben) die längste Ein-Wort-.com-Domain gesichert.

Abgesehen davon, dass eh kein Tourist diese Stadt fehlerfrei aussprechen kann (hier eine kleine Aussprachehilfe), wurde dieser Marketing-Gag erst im 19. Jh. erfunden. Davor hieß die Stadt schlicht "Llanfair Pwllgwyngyll", was soviel bedeutet wie "Die Marienkirche am Teich neben den weißen Haselsträuchern". Ein findiger Kopf veränderte das dann zu "Die Marienkirche in der Senke der der weißen Haselsträucher nahe dem schnellen Wirbelstrom und der Kirche von St. Tysilio von der roten Höhle".

Ich halte mich da lieber an andere englische Zungenbrecher, wie z.B. diese hier:
Three swiss witch-bitches, which wished to be switched swiss witch-bitches, wish to watch three swiss Swatch watch switches. Which swiss witch-bitch, which wishes to be a switched swiss witch-bitch, wishes to watch which swiss Swatch watch switch?

I'm not the fig plucker,
Nor the fig plucker's son,
but I'll pluck your figs
till the fig plucker comes.
Die sind auch schwer auszusprechen, aber man muss dafür wenigstens kein Walisisch können...

Donnerstag, September 04, 2008

Neulich bei den armen Diskriminierten...

Das katholische Witzblatt berichtet über Äußerungen eines Erzbischofs Mamberti zur "Christianophobie", also der Angst vor Christianisierung oder vor Christen an sich, die ja historisch gesehen (Missionierung der Neuen Welt, Hexen-, Junden-, Ketzerverfolgung usw.) nicht ganz unbegründet ist:

Dieser angstvollen Ablehnung des Christentums, der „Christianophobie“, müsse man ebenso kraftvoll entgegen wirken wie dem Antisemitismus und der „Islamophobie“, betonte Erzbischof Mamberti beim Rimini-Treffen. Christianophobie bestehe aus drei Hauptproblemen: aus einer falschen Information über das Christentum, aus Intoleranz und Diskriminierung sowie aus Gewalt und Verfolgung. „Leider sind Vorurteile noch immer eine brennende Sorge.”
Seltsam nur, dass man dem guten Herrn Mamberti genau dasselbe vorwerfen könnte, denn Christen haben über etliche Jahrhunderte hinweg andere Weltanschauungsgemeinschaften auf Grund von falschen (oder gar keinen) Informationen, aus Intoleranz und Diskriminierung mit Gewalt und Verfolgung heimgesucht. Diese Heimsuchung war teilweise so effektiv, dass man von den Betroffenen nichts mehr hörte (z.B. Abligenser).

Bei weitem erstaunlicher ist aber, was der röckchentragende Prälat noch von sich gibt und zwar im selben Artikel:
Eine andere Form von “Christianophobie” sprach ein britischer Parlamentsabgeordneter vergangenes Jahr an: Der radikale Säkularismus gebe in Medien und Politik seines Landes den Ton an und dränge die traditionelle christliche Kultur an den Rand, beklagte Mark Pritchard. Das Diskriminierungsverbot aufgrund sexueller Orientierung durch die Labour Party im Vorjahr habe katholische Adoptionsagenturen gezwungen, entweder zuzusperren oder sich zu fügen und Kinder praktizierenden Homosexuellen anzuvertrauen.
D.h. wir haben hier wieder die übliche Geschichte, dass zwar der Splitter in anderer Leute Augen operativ entfernt werden will, der Diskriminierungsbalken im eigenen Auge aber gar nicht als solcher wahrgenommen wird. Solange sich die katholische Praxis nicht ändert, immer dann laut "Feurio" zu rufen, wenn man (wie z.B. in Indien) wenig Einfluss hat und sich unterdrückt fühlt, aber auf der anderen Seite in den säkularen Gesellschaften Europas weiterhin versucht Minderheiten wie z.B. Homosexuelle, geschiedene Frauen usw. zu diskriminieren, solange werden die "brennenden Sorgen" nur als das entlarvt, was sie sind: scheinheiliges Geschwätz!

Mittwoch, September 03, 2008

Neulich beim christlichen Marketing #2

Gregor von Nazianz (ca. 330 - ca. 390)

Unique selling proposition: Wenn du davon ausgehst, dass es vor Gott nichts gibt und dass er keine Ursache hat, die älter ist als er selber, dann hast du ihn als "ursprungslos" und "ungezeugt" bezeichnet.

Reason why: Wenn Du davon ausgehst, dass Gott nicht aufhören wird zu sein, dann hast du ihn als "unsterblich" und "unvergänglich" bezeichnet.


Gott. Gemacht für die Ewigkeit.



Pseudo-Dionysius (6. Jh. n.u.Z.)

Unique selling proposition: [...] die Übergottheit, die über alles überwesentlich entrückt ist. Es gibt keinen Namen und keinen Begriff von ihr [...]

Reason why: [...] sie ist in das Überwesentliche enthoben.

Supporting evidence: Nicht einmal den Namen Güte glauben wir ihre zutreffend beizulegen; nur aus Verlangen, über jene unaussprechlihce Natur etwas zu erkennen oder zu sagen, weihen wir ihr in erster Linie den ehrwürdigsten aller Namen.
Gott. Das Wort sagt alles.



Augustinus von Hippo (354-430)

Uniqute selling proposition: Sei dem wie ihm wolle: dass Gott trotzdem ist, wirst due nicht leugnen können [...]

Reason why: Gibt es etwas noch Vorzüglicheres, so ist es um so eher Gott, wenn nicht, so ist die Wahrheit selbst bereits Gott.

Gott - Schön zu wissen, dass es ihn gibt.



Hier geht's zu #1

Dienstag, September 02, 2008

Das Wort zum Sonntag #55

Thema heute:
Warum Religion nur willkürliche Moral liefern kann.


Dank des klerikalen Marketing hat sich die (Wahn)Vorstellung in vielen Köpfen festgesetzt, dass Religion bzw. religiöse Erziehung zu mehr Moral bzw. zu moralischerem (und damit impliziert) besserem Verhalten führe, als ein Aufwachsen in einer gottlosen Umgebung. Hier werden auch meist die beiden "atheistischen Gespenster", nämlich Nazi-Deutschland oder der sowjetische Stalinismus, vorgebracht, unbesehen der Tatsache, dass die 5% Atheisten in der Bevölkerung damals Hitler gar nicht an die Macht bringen konnten und dass die russisch-orthodoxe Kirche auch keine Probleme hatte mit den Stalinisten zu kooperieren.


Dabei ist die Problematik über die göttliche Begründung der Moral schon seit Platon bekannt. Er formulierte dies, wenn auch nicht vollständig durchdacht, in dem Dialog Euthyphron, welcher zu folgendem Dilemma führt:

Angenommen Gott erscheint und erteilt folgenden Befehl:
Szenario 1: Schenke einem Bedürftigen 100 €
Szenario 2: Foltere deinen Nachbarn

Der Befehl aus Szenario 1 erscheint offensichtlich als eher positiv, egal ob er von einem Gott, dem Vorgesetzten oder der Ehefrau/dem Ehemann kommt.


Beim Befehl aus Szenario 2 ist die Lage schon erheblich schwieriger. Hier widerspricht der Befehl offensichtlich dem allgemeinen moralischen Standard, dass nämlich Folter inhuman ist. Wird diese nun von einem Gott befohlen ergeben sich mehrere Möglichkeiten:

a) Gott ist ein Sadist
b) Gott verfügt über mehr Wissen (z.B. dass der Nachbar die Welt in die Luft sprengen will und nur unter Folter seinen teuflischen Plan gesteht)
c) Gott will nur den Glauben testen
d) ...

D.h. egal welcher Befehl von Gott kommt, man sollte in höchstem Maße vorsichtig sein. Noch dazu zeigt dieses Dilemma auch, dass egal welcher Befehl von Gott kommt, es immer einer moralischen Beurteilung des Menschen bedarf, bevor man diesen umsetzt.


Welcher Weg könnte nun aus diesem Dilemma führen? Nun, wenn Gott keinen Befehl, sondern eine Regel aufstellen würde, d.h. eine Regel ist eine Kombination aus einem Verhaltensvorschlag mit einer zusätzlichen Begründung. Z.B. könnte Gott folgende Regel aufstellen:
Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten! Du wirst nicht alle Menschen lieben können, aber du solltest respektieren, dass jeder Mensch – auch der von dir ungeliebte! – das Recht hat, seine individuellen Vorstellungen von „gutem Leben (und Sterben) im Diesseits“ zu verwirklichen, sofern er dadurch nicht gegen die gleichberechtigten Interessen Anderer verstößt.

Eine solche Regel ist aus sich heraus verständlich. Das Problem dabei ist nun, dass es zur Aufstellung solcherlei Regeln keines Gottes bedarf (der Vorgesetzte oder der Lebensabschnittsgefährte hätte etwas vergleichbares von sich geben können), denn die Begründung macht eine göttliche Autorität (welche dem Befehl oder Gebot den nötigen Nachdruck verleiht) völlig überflüssig. Schlimmer noch, jeder unbegründete Befehl Gottes erscheint höchst willkürlich und weckt massive Zweifel.

Als weitere Erschwernis kommt hinzu, dass die allermeisten von uns noch keine göttlichen Befehle empfangen haben, sondern absolut alles, d.h. Bibel, Koran, Veden usw.usf wurde von Menschen aufgeschrieben (auch wenn sie diese Befehle evtl. durch göttliches Diktat empfangen zu haben glauben). Somit sollte man bei dererlei Befehlen oder Geboten zusätzlich auf der Hut sein, denn ein Gebot, dass von einem Menschen unter den göttlichen Diktus gestellt wurde, nur um seine eigenen Ziele zu verfolgen, lässt sich nicht von einem Gebot unterscheiden, das ein Gott zur Verfolgung seiner eigenen Ziele (oder zum Wohl der Menschheit) aufstellt.

Fazit: Moral kann kann aus einer Religion heraus kommen, doch wenn diese nicht willkürlich sein will (d.h. eine Regel liefert), so ist die Religion überflüssig. Mutatis mutandis gilt das natürlich ebenso für den dahintestehenden Gott/Götter.

Sonntag, August 31, 2008

Neulich beim christlichen Marketing #1

...oder wie die Kirche das Marketing erfand1. Theologische "Beweise" mit einem modernen Werbeslogan versehen:

Origines (185-254)

Unique selling proposition: Wahrhaft Gott ist also "der Gott".

Reason why: Die nach ihm geprägten Götter sind wie Bilder eines Urbildes.

Supporting evidence: An gewissen Stellen setzt Johannes die Bezeichnung "Gott" mit dem Artikel und meint damit den ungezeugten Urheber allen Seins. An anderer Stelle lässt er den Artikel weg und sagt einfach "Gott". Nämlich dann, wenn das "Wort" Gott genannt wird.

Gott. Das Original.
Nur echt mit Artikel. Garantiert vom heiligen Johannes.



Gregor von Nyssa (335-395)

Uniqute selling proposition: [...] dass überall bei der göttlichen Natur nur Vollkommenheit in Frage kommen kann [... führt] zur [zwingenden] Annahme eines einzigen Gottes.

Reason why: [...] weil der Begriff der Vollkommenheit eine Mischung ausschließt - noch eine Unterscheidung zwischen Untergeordnet- und Übergeordnetsein - denn der Begriff der Gottheit wäre da nicht mehr denkbar, wo der Begriff der Unterscheidung festgestellt werden kann.
Nobody is perfect. Nur Gott.


1: Zitiert aus "Jesus wäscht weißer - wie die Kriche das Marketing erfand", Bruno Ballardini

Freitag, August 29, 2008

Frosch reloaded...

Nachdem ich ja schon über den Frosch am Kreuz berichtete, hat sich doch jetzt auch noch der Pontifex Maximus, der größte Brückenbauer, aus Rom dazu eingeschaltet. So schreibt dazu das kath.net:
Das ganze habe "die religiösen Gefühle vieler Menschen verletzt, die im Kreuz ein Symbol der Liebe Gottes und unseres Heils sehen, das Anerkennung und religiöse Verehrung verlangt". Dies betont Benedikt in einem Brief an dem Vorsitzenden des Regionalrats von Südtirol Franz Pahl.
Also wenn eine Gruppe Menschen im Kreuz ein "Symbol der Liebe" des unsichtbaren rosa Einhorns sieht, welches "Anerkennung und religiöse Verehrung verlangt", so darf man einen Frosch daran nicht festnageln. Dass aber andere Menschen im Kreuz ein Symbol für eine menschenverachtende Folterstrafe der Antike sehen und weiters jahrhundertelange Unterdrückung des freien Geistes durch das Christentum, das schein jenen geistlichen Röckchenträgern nicht in den Sinn zu kommen.

Ich muss das christliche Kreuz auch an allen Ecken und Enden ertragen, also tolerieren, insofern ist es wohl nicht zu viel verlangt, wenn Christen, allen voran ihr Vorzeigetransvestit, ein einziges Kreuz mit einem Frosch daran erdulden, zumal sich dieses in einem Museum befindet und nicht an jedem Kirchturm.

Mittwoch, August 27, 2008

Neulich bei der Abzocke mit Armin & Andrea...

Ein gewisser Armin Mattich bietet "Hilfe aus der Geistigen Welt" für all jene, die gerne auf billiges Geschwätz und unbelegte Behauptungen hereinfallen. So veranstaltet er Kurse für 15 Euronen pro Person (25 bis 250 Teilnehmern kann geholfen werden - zumindest ihren Geldbeutel zu erleichtern - was dann nach Adam Riese in 375 bis 3.750 € als Einnahme aus so einer Veranstaltung resultiert), in denen

"die Heiler ... sodann intensiven Kontakt mit dem Unterbewusstsein der Teilnehmer auf[nehmen] und konzentrieren sich mit ihren stillen Gebeten auf das Wesentliche."
Ah ja, und wenn ein Teilnehmer den "Kontakt" nicht spürt, so liegt das einfach daran, dass dieser eben mit dem unbewussten Unterbewusstsein stattfand! Der Trick hätte mir mal in der Schule einfallen sollen: Aber Herr Lehrer, haben sie denn nicht gemerkt, dass ich in intensivem Kontakt mit ihrem Unterbewusstsein stand und dort die Frage korrekt beantwortet habe?

Aber es geht natürlich noch weiter.

In der Regel findet die Heiler/in genau das, was Menschen gegenwärtig benötigen, auch ohne ein Wort zu wechseln. Im ganzem Verlauf werden an Sie keine Fragen gestellt. Sie haben jedoch die Möglichkeit, besondere Hinweise zu notieren und vor Ihren Stuhl zu legen. Bereits in der Meditation lesen die Heiler/in die vorhandenen Notizen und beten nochmals für die Betroffenen. Weiterhin können Sie Bilder von Ihren Angehörigen auf einen dafür vorgesehenen Tisch mit der Bildfläche nach unten platzieren. Auch für diese Personen wird gebetet. Armin und Andrea arbeiten in Halbtrance und bringen die dabei frei werdenden Kräfte auf ihre eigene Weise zum Ausdruck. Des weiteren bittet die Heiler/in mit stillen Gebeten um himmlischen Beistand, Trost, Klarheit, Kraft und Hilfe für ihre Mitmenschen.
Und irgendwie haben sie ja auch recht mit dieser Beschreibung: "In der Regel findet der Heiler genau das, was Menschen (Anm.: eben dieser Heiler) gegenwärtig benötigen", nämlich das Geld der anderen. Wie sie dann ihre "tollen Erfolge" erzielen, schreiben sie ja fast ausführlich hin, denn die Opfer Patienten schreiben vorher alle Sorgen auf. Dann wird gebetet, meditiert, zwischen Halb-, Viertel- und Dreisechzehnteltrance hin- und hergeschaltet und den Leuten eine Show geboten, die nur knapp vom Testbild überboten wird (zumindest wenn man lange genug draufschaut).

Es wird leider immer gerissene Abzocker wie Armin & Andrea geben, die sich leichtgläubige Opfer suchen, ihnen etwas vom Pferd erzählen und mit Astralleibern, Kirlianphotographie und ähnlichem Schwachsinn Leute dazu verführen, ihr mühsam Erspartes für gequirlte Scheiße auszugeben.

Esoterik und Faschismus überschneiden sich in ihrem elitären Führerkult, ihrem Schicksals-, Karma- und Vorsehungsglauben; sie überschneiden sich in ihrer antisozialen und antiaufklärerischen Haltung. Und nicht zuletzt überschneiden sie sich auch im blinden Fanatismus ihrer Anhänger.
(Colin Goldner)

Sonntag, August 24, 2008

Das Wort zum Sonntag #54

Thema heute:
Warum Märtyrertum und -kult Blödsinn ist.

Interessanterweise investieren viele Glaubensrichtungen Energie und Zeit in das Märtyrertum bzw. den Märtyrerkult, d.h. die Verehrung von Leuten, die dabei gestorben sind, als sie ihren Glauben verteidigten.

Dabei ist oft der Wunsch Vater des Gedankens, dass die eigene Glaubensrichtung irgendwie mehr plausibel oder wahr würde, so sich jemand von gewisser (tatsächlich meist zweifelhafter) Reputation, für seinen Glauben opfert. Jedoch ist diese Ansicht genauso schwachsinnig, wie wenn Frau Merkel glauben würde, das Regierungsprogramm der CDU würde nur deswegen glaubwürdiger, weil sich Hr. Steinmeier Hr. Schäuble dafür am nächsten Baum aufknüpfen lässt.

Trotz dieses leicht verständlichen Zusammenhangs reißt dieser Kult nicht ab. So behaupten z.B. Christen alle Nase lang, dass im römischen Reich so unglaublich viele Christen verfolgt wurden, die dann (als Märtyrer versteht sich) in diversen Arenen ihr Leben lassen mussten. So schreibt z.B. Deschner in der Kriminalgeschichte des Christentums (Hervorhebung von mir):
Vor allem werden den Heiden nun, kurz nach der letzten Christenverfolgung, eben diese Verfolgungen vorgehalten und sogleich gigantisch übertrieben – bis tief ins 20. Jahrhundert hinein, wo man noch in dessen zweiter Hälfte das Christentum schon vom Ende des 1. Jahrhunderts an »in seinem eigenen Blute waten« sieht, mit der »ungeheuren Schar heroischer Gestalten« prahlt, »die, die Stirnen von Martyrerblut gezeichnet, das ganze zweite Jahrhundert durchziehen« (Daniel-Rops); wobei man gerade noch, 1956 (!), zugibt, es seien »nicht Millionen« gewesen (Ziegler). Seriösere Forscher schätzten die Zahl der christlichen Opfer gelegentlich, nicht unwidersprochen, auf 3000, auf 1500 – in allen drei Jahrhunderten! Wie problematisch diese Zahl sein mag: die Christen erschlugen in Mittelalter und Neuzeit mehr Juden häufig in einem einzigen Jahr, manchmal an einem einzigen Tag!
D.h. wollten jetzt die Christen ihren "Märtyrern" irgendeine Glaubwürdigkeit zubilligen, so müsste im Umkehrschluss das Judentum die einzig wahre Religion sein, da es am meisten Märtyrer vorzuweisen hat.

Doch dem nicht genug, so werden Märtyrer meist nur innerhalb der eigenen Weltanschauung bzw. innerhalb der eigenen Gruppe dieser Weltanschauung akzeptiert. Die Attentäter von 9-11 gelten bestimmt in div. fundamentalistischen muslimischen Gruppen als Märtyrer, die in einem heiligen Krieg ihr Leben gelassen haben, wohingegen gemäßigte Muslime sich davon distanzieren und ihnen damit auch den Märtyrerstatus absprechen. Somit ist nichts relativer, als der Anspruch Märtyrer zu sein, was jeden vernünftigen Menschen davon abhalten sollte einer zu werden (neben der Tatsache, dass es nichts beweist).

Ein weiterer tragischer Aspekt dieses Kultes ist, dass er nicht weniger, sondern eher mehr wird, und bei jedem noch so blöden Anlass hervorgekramt wird. So schrieb z.B. das kath.net "Pater Thomas ist ein Märtyrer". Doch was war passiert?
Auf seinem Motorrad war der Priester unterwegs in ein Dorf gewesen, wo er die Sonntagsmesse halten sollte, nachdem er mit den Schwestern des Lingapetta-Konvents in Burgida Eucharistie gefeiert hatte. Als man ihn fand, war er am ganzen Körper schwerst verwundet, die Augen waren ausgestochen.

Jetzt sollte man aber auch dazu sagen, dass es absolut nicht bekannt ist, ob Pater Thomas bitterlich um Gnade winselte und jeglichem Glauben abschwören wollte, so man ihn nur am Leben ließe, oder ob er mit stoischer Gelassenheit und der Gewissheit auf seinen Platz im Himmel den Tod nahm wie ein Mann. Abgesehen davon betreibt die katholische Kirche in Indien ein Missionierungsprogramm, d.h. man will Leute dazu bewegen, ohne vernünftige Beweise etwas anderes zu glauben, als sie es bisher getan haben (mit Religionsfreiheit hat das imho nicht viel zu tun, eher mit marktschreierischem Anbiedern: mein Gott wäscht weißer als der Gott von nebenan!). Dies erzeugt an allen Ecken und Enden Probleme mit anderen Ethnien, denn oftmals sind "humanitäre Einsätze" von Caritas, Diakonie usw. im Ausland nichts anderes, als verkappte Missionierung. Diesbezüglich (obwohl es schon fast zu weit führt) noch dieses schöne Zitat des Ethnologen Christian Adler:
Wer aber denkt, die christliche Missionierung hätte etwas gelernt aus ihren Fehlern der Vergangenheit, der hat weit gefehlt. In Neu-Guinea wurde am Grünen Tisch zwischen Katholiken und Protestanten eingeteilt und entschieden, wer wem welchen christlichen Glauben bringen darf. Eines Tages taucht dann ein Missionar mit großem Gefolge bei einem Stamm auf als der große Gönner und verschenkt reichhaltig Güter wie z.B. Salz oder Äxte aus Eisen, sowie Glasperlen. Nicht selten sind es Kinder, die gegen Entlohnung einen Landeplatz für Hubschrauber und eine Missionshütte bauen. Ab diesem Moment ist der Missionar unabhängig vom Stamm und beginnt seine Arbeit. Er sucht sich die sozial schwächsten Stammesmitglieder heraus, gewinnt sie durch Geschenke, und diese Außenseiter stellen dann auch die ersten bereitwilligen Täuflinge dar. Dann beginnt die Durchdringung der ganzen Bevölkerung, die sich darin äußert, daß der Stamm von westlichen Zivilisationsgütern abhängig gemacht wird und danach der Glaubensübertritt durch jene Güter erpreßt wird.
Ist erst einmal der ganze Stamm christianisiert, wird durch sinnlose Verbote (ein Mensch darf nicht nackt sein, rituelle Tänze sind unchristlich) das jahrhundertealte Gefüge der Bevölkerung zerstört, bricht die alte Ethik, die sich als überlebensnotwendig an die Umweltbedingungen angepaßt hat, zusammen, kommt der Stamm in arge Bedrängnis. Betrachtet man das soziale Gefüge der Stämme Neu-Guineas von der Küste Richtung Landesinnere, so läßt sich durchaus ein Gefälle des Zerfalls von Stämmen feststellen, die schon länger missioniert wurden und jenen, die erst vor kurzem mit dem christlichen Glauben und somit mit der westlichen Zivilisation in Kontakt traten. Durch das Auflösen aller Sozialstrukturen aber sind nicht wenige Stämme bereits ausgestorben! Traurig, aber wahr.

Nachdem sich an der christlichen Missionspraxis imho nichts wesentlich geändert hat (oder hat jemand bessere Informationen?), kann ich mir nur zu gut vorstellen, dass ein paar fundamentalen Hindus das Geseiere Pater Thomas (und die damit verbundene Spaltung der Glaubensgemeinschaft) im Dorf so auf den Keks ging (denn diese halten ja - wie Pater Thomas - auch nichts von Religionsfreiheit), dass sie am Priester ein Exempel statuieren wollten. Das macht diesen Pfaffen aber nicht zu einem Märtyrer, sondern man kann ihn wohl eher mit einem Aufwiegler vergleichen, der sich auch nicht baff zu wundern braucht, wenn ihm das Establishment eins vor den Latz knallt.

Wie dem auch sei, das Märtyrertum und dessen Kult ist Bullshit (wie übrigens Anglizismen auch), denn es beweist nichts, sondern dessen Glorifizierung fordert (wie bei den Missionierungsversuchen) nur zusätzliches Leid heraus. Wie es um den Märtyrerkult in Wahrheit bestellt ist, schreibt Deschner in seiner Kriminalgeschichte, mit der ich auch meinen sonntäglichen Sermon ausklingen lassen möchte:
Von einer allgemeinen und planmäßigen Christenverfolgung kann erst unter Kaiser Decius im Jahr 250 gesprochen werden. Damals starb, als erster römischer Bischof Opfer einer Verfolgung, Fabian – und er starb im Gefängnis; man hatte über ihn gar keine Todesstrafe verhängt. Bis dahin aber gab die alte Kirche von siebzehn römischen Bischöfen bereits elf als »Märtyrer« aus, obwohl keiner von ihnen Märtyrer war! Dabei hatten sie bereits zweihundert Jahre lang Seite an Seite mit den Kaisern residiert. Und doch lügt man auf katholischer Seite – mit kirchlicher Druckerlaubnis (und Widmung: »Der lieben Gottesmutter«) – noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts: »Die meisten Päpste sterben in jener Zeit als Märtyrer« (Rüger).

Freitag, August 22, 2008

Neulich bei der Fernsehkritik...

Naja.. ich habe ja hier und hier schon etwas über fernsehkritik.tv gesagt, insofern muss ich mich nicht wiederholen.

Jedoch wäre noch anzumerken, dass heute Folge 16 on-internet gegangen ist... :-)

Mittwoch, August 20, 2008

Neulich beim Bullenreiten...

Tammox hat sich dieser Aufgabe angenommen und einen Artikel zu Red-Bull verfasst, der an einigen Stellen einigen Leuten einige Augen öffnen sollte:
Vielleicht sollte man dem „Getränk“ neben Taurin auch noch Marcumar zusetzen -das verflüssigt das Blut wieder und senkt damit die Infarkt-Gefahr.Marcumar ist übrigens nichts anderes als Rattengift - aber wenn die Verbraucher schon drei Milliarden für Zuckerwasser übrig haben, das womöglich einen Schlaganfall auslöst, stören sie sich an ein bißchen Rattengift sicherlich auch nicht.

Dienstag, August 19, 2008

Neulich im Mittelalter...

Vieles aus dieser Zeit glaubt man überwunden zu haben, schließlich hatten wir doch die Aufklärung. Dummerweise haben wir aber auch die Sekte der ewig Gestrigen mitgeschleppt und einen ewig Vorgestrigen lässt das katholische Realsatiremagazin zu Wort kommen:
Der Geistliche [Anm.: Jeremy Davis] ist auch studierter Physiker und in seiner Diözese seit 1986 offiziell als Exorzist tätig. Kürzlich hat er ein Buch über das biblische und praktische Verständnis von Exorzismus veröffentlicht.

Was lernen wir hier als erstes? Selbst ein Physikstudium schützt nicht davor geistigem Dünnschiss zu verfallen. Doch es kommt noch besser, denn Davis hat ja schon alles identifiziert, was in der Gesellschaft falsch läuft:
Promiskuität, Homosexualität und Pornographie bezeichnet der 73-jährige Priester Jeremy Davies als Formen sexueller Perversion, die zu Besessenheit führen können. Auf die besondere Verbreitung der Homosexualität in den letzten Jahren angesprochen, meint er: „Unter den Gründen für die Homosexualität ist ein ansteckender dämonischer Faktor.“
[...]
„Auch heterosexuelle Promiskuität ist eine Perversion; und der Intimverkehr, der in den geheiligten Raum ehelicher Liebe gehört, kann zum Einfallstor nicht nur für Krankheiten, sondern auch für böse Geister werden“, führt Davies aus.

Wen wundert es, dass ein "Exorzist" alles als dämonisch brandmarkt, was normal ist, würde er sich doch andernfalls die Grundlage seiner Daseinsberechtigung entziehen.

Ein Staat, der tatenlos zusieht, wie dahergelaufene Pfaffen psychisch kranke Menschen "exorzieren", macht sich imho der Mittäterschaft schuldig. Solchen Menschen muss medizinisch-psychiatrisch geholfen und nicht ein Kreuz auf die Stirn gedrückt und lateinische Zaubersprüche gemurmelt werden, à la "Aberakadaberon - husch und weg ist der Dämon".

Natürlich kann man solchen Schwachsinn müde belächeln, wie so viele andere esoterische Praktiken (z.B. Ausrichten der Chakren o.ä. Schmarrn), jedoch ist die Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen immanent, wie z.B. der Fall Anneliese Michel zeigt. Von den psychischen Schäden, die durch so ein katholisches Geisterheiler-Gedöhns verursacht werden mal ganz zu schweigen.

Doch das Problem ist nicht ein geistiger Schwachmat wie Davis, das Problem sitzt viel weiter oben, wie kath.net (wahrscheinlich unbeabsichtigt - oder sind sie sogar stolz darauf?) zugibt:
Das Amt eines Exorzisten in der katholischen Kirche kann nur ein Priester ausüben, der von seinem Bischof dafür eigens beauftragt worden ist, eine spezielle Ausbildung absolviert hat und Frömmigkeit, Kenntnisse, Klugheit und einen integren priesterlichen Lebenswandel vorweisen kann, wie das Kirchenrecht definiert. Einem offiziellen exorzistischen Ritus gehen medizinische und psychiatrische Untersuchungen voraus, um andere Ursachen der Störungen auszuschließen. Seit 2005 bietet der Vatikan Exorzismuskurse für Priester an.

Im 21. Jahrhundert, etwa 1000 Jahre nach dem finsteren Mittelalter, bietet ein absolutistischer Zwergstaat in Italien weiterhin Dämonenaustreibungskurse an und ignoriert damit mehr als 100 Jahre psychologischer Forschungsarbeit. Ein Schlag ins Gesicht für jeden, der sich jahrelang an der Uni oder im Beruf mit dem Thema menschliche Psyche wissenschaftlich beschäftigt hat.

Noch widerlicher bei dieser Geschichte ist, dass man zwar die Gefahr des Terrorismus in den schillerndsten Farben zu schildern weiß, aber echte Gefahrenpotentiale, wie z.B. solche "Exorzisiten" nicht postwendend des Landes verweist inkl. Einreiseverbot. Doch für so einen Schritt haben Merkel & Co. wohl zu wenig Eier in der Hose...
Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt ... so halte ich dafür .... daß es wahre Teufel sind.
(Martin Luther)

Sonntag, August 17, 2008

Das Wort zum Sonntag #53

Ok, ich bin bisschen faul z.Zt., aber ich bin auch im Urlaub. Deswegen habe ich mir einen Gastredner für das Wort zum Sonntag geholt:

Donnerstag, August 14, 2008

Neulich beim Papst-Song...

Wie das katholische Realsatiremagazin berichtet, hat doch tatsächlich ein Protestant ein papstkritisches Lied mit dem Namen "Mensch Benedikt" geschrieben. Wie zu erwarten war, ist die Haut religiöserseits immer recht dünn, v.a. dann wenn es um den Oberröckchenträger aus Rom geht. So steht in dem Artikel:

Wegen seines papstkritischen Liedes "Mensch Benedikt" habe er zahlreiche "wüste Beschimpfungen bis hin zur Gewaltandrohung" per E-Mail erhalten, sagte er gegenüber idea. Es sei das erste Mal gewesen, dass Polizisten eines seiner Konzerte geschützt hätten.
Tja, soviel (mal wieder) zum Thema tolerantes und pazifistisches Christentum bzw. Catholica.

Ein Blick auf den Text offenbart™ jedoch nichts wirklich neues und lässt auch vermuten, dass das Lied nicht allzu dolle ist:

Bittlinger fragt Benedikt XVI. in seinem Song:
"Warum schmähst du andere Christen? Warum suchst du offen Streit
und sagst: ,Ihr seid keine Kirche, weil ihr fehlerhaft seid!'?
Wer im Glashaus wirft mit Steinen, endet schnell im Scherbenmeer
und auch viele Katholiken decken diesen Stil nicht mehr."
Naja.. erinnert so ein bisschen an Streetworker "gekreuzt" mit Howard Karpfenteich Carpendale, also nichts was ich mir antun würde, ohne dafür fürstlich entlohnt zu werden.

Auf der anderen Seite muss man ja als Atheist schon für jedes bisschen Kritik am Wirsindpapst dankbar sein... insofern: Danke Clemens!

Sonntag, August 10, 2008

Das Wort zum Sonntag #52

Thema heute:
Stiftet Religion Sinn oder Unsinn?

Eine gern kolportierte Tugend von Religionen ist, dass diese so schön sinnstifend sein sollen. Das ganze Leben ist, wenn man es aus der Brille eines Wissenschaftlers betrachtet, größtenteils planlos ("der blinde Uhrmacher"), sinnlos und größtenteils voller Leid. Wie schön, dass man sich doch einfach durch eine Märchengeschichte einen Sinn hineinfabulieren kann.

Doch welchen Sinn vermitteln Religionen eigentlich? Ausgehend von den drei Monotheistischen Religionen könnte man diesen mal wie folgt subsummieren:
  1. Es steckt ein tiefer Sinn in allem, den wir nur nicht kennen (Gottes Plan o.ä.).
  2. Sinnloses Leid ist bestandteil dieses "Plans".
  3. Ein allmächtiges Wesen (aka Gott, Allah etc.) steht hinter allem und hat uns ganz schrecklich lieb.
  4. Mit dem Tod ist nicht alles aus, sondern je nach Betragen geht es unendlich weiter (auf die eine oder andere Art).
Der erste Punkt ist schon an sich recht hanebüchen, denn wie will man einen Sinn im Leben finden, wenn sich dieser auf einen prinzipiell unerschließbaren Plan gründet? So etwas mag vielleicht als Placebo-Beruhigung durchgehen, eine sinnstiftende Qualität hat ein Plan, den man nicht kennt, nicht.

Die größte Herausforderung für ein Sinngebungsverfahren ist für uns der Anblick sinnlosen Leids. Ob jetzt Menschen, die wir lieben, von tödlichen Krankheiten dahingerafft werden oder uns Unbekannte bei Naturkatastrophen umkommen, die Frage nach dem Warum, nach dem Sinn, ist immer offen. Auch hier bietet Religion wiederum nur ein Placebo an, in dem Angehörigen (denn die Betroffenen haben es meist eh schon hinter sich) vermittelt wird, ihr Verstorbener wäre Bestandteil in diesem tollen Plan und hätte somit seinen wertvollen Beitrag zum Gelingen desselben geleistet. Wahrscheinlich kommt so eine Herangehensweise nicht nur mir zynisch vor, denn mit einer deraritigen Begründung, einer derartigen "Sinnstiftung" lässt sich jegliches menschgemachtes und nicht-menschgemachtes Gräuel rechtfertigen. Und auch hier gilt, eine nicht nachvollziehbare Begründung für Leid ist eben keine Begründung und darin lässt sich auch kein Sinn finden.

An der Idee, dass es irgendjemanden gibt, der allüberall ist und v.a. die Spezies Mensch ganz furchtbar doll liebhat, sollte man nach dem zweiten Punkt schon berechtigte Zweifel haben - diese Punkte schließen sich gegenseitig aus und lassen sich nur mit theologischem Doppeldenk auf einen Nenner bringen (oder man hat eine seltsame Definition von Allgüte & Liebe). Doch welchen Sinn stiftet das Wissen, dass man eine Entität rund um die Uhr um sich weiß? Also ich vermute mal selbst schwer ineinander Verliebte wollen den angebeteten Partner nicht jede Sekunde um sich wissen, mit ihm aufs Klo gehen, oder gemeinsam Zähneputzen, Fußnägelschneiden und Pickelausdrücken. Und genauso verkommt ja auch der jeweilige Gott zu einem unsichtbaren Freund, den man immer genau dann aus der Mottenkiste holt, wenn man gerade einsam ist, gedanklich Leerlauf hat oder gewisse Rituale anstehen. Die übrige Zeit, also beim Kacken, Fußnägelschneiden oder Pickelausdrücken ist Gott genauso ins Nebenzimmer gestellt, wie der jeweilige Lebensabschnittsgefährte. Doch welchen Sinn stiftet eine solches Wesen? Zum einen könnte es der Überwachungsgott sein, auf Grund dessen rund um die Uhr Überwachung sich der Gläubige nicht zu "sündigen" getraut, seinem Leben somit mehr Sinn bzw. ein besseres ethisches Verhalten verleiht (was bei den übrigen Menschen allerdings Nachdenken und ein gesundes Gewissen besorgt und die ethischen Maßstäbe von Religionen sind äußerst zweifelhaft, aber davon mal abgesehen), zum anderen könnte diese Allumarmung zu einem andauerden Geborgenheits- und Hochgefühl führen, was gut mit dem ersten Punkt harmoniert, denn man spielt ja eine außergewöhnliche Rolle im Plan und sieht den "Sinn" somit bestätigt (bei anderen Leuten besorgt das ein gesundes Selbstvertrauen bzw. -wertgefühl). Jedoch kann das alles nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nicht tatsächliche Anwesenheit den Sinn stiftet, sondern nur die geglaubte. D.h. man kann genauso gut - wie Sam Harris es beschrieb - sich einen kühlschrankgroßen Diamanten in seinen Garten hineindenken und behaupten, dass das Leben erst richtig Sinn ergebe, seit man um diesen Diamanten (den man natürlich nie ausgraben würde) weiß. Dieser Diamant gibt so eine unglaubliche Beruhigung, dass man gar nicht weiß wie irgendein anderer Mensch ohne einen solchen überhaupt leben könne etc.blabla.

Und letztlich noch die "Überwindung" des Todes. Meist wird dies unterschwellig mit der Frage eingeleitet, welchen Sinn denn unser ganzes Dasein überhaupt habe, wenn doch mit dem Tod sowieso alles vorbei ist, wenn alle Gefühle, alle Gedanken, Freundschaften, Beziehungen und all das, was uns im Leben wichtig war, mit dem Tod sein Ende findet. Eine derartige Betrachtung erscheint auf den ersten Blick offensichtlich sinnlos. Doch jetzt zieht man religiöserseits das Kaninchen aus dem Hut und beginnt das "Leben nach dem Tod" (an dieser Stelle sei angemerkt, dass die Wenigsten an ein "Leben vor der Geburt" glauben - Reinkarnationsgläubige ausgenommen, aber das ist eh ein Kapitel für sich - genausowenig wie an ein "Leben nach dem Leben nach dem Tod" oder an ein "Leben nach dem Leben nach dem Leben nach dem Tod" usw.). Willkürlich wird hier die Annahme getroffen, dass unsere Existenz nicht mit unserem physischen Körper verschwindet, sondern dass wir Menschen (hier ist man nämlich sehr chauvinistisch, müsste man doch ansonsten den Himmel mit Stechmücken, Spinnen und sonstigem Getier teilen) noch über eine "unsterbliche Seele" o.ä. verfügen (die natürlich auch wie der Gott unsichtbar und nicht erkennbar ist...), welche das Wesentliche aus dem irdischen Leben mitnimmt und bis in alle Ewigkeit fortlebt - wo, das entscheidet selbstverständlich der entsprechende Gott. Der einzige Sinn in dieser eschatologischen (=jenseitsgerichteten) Betrachtungsweise, den ich erkennen kann, lautet: bringt alle kleinen Kinder um, damit sie so schnell wie möglich zu ihrem tollen ewigen Leben gelangen können. Das wäre aber nicht im Sinne des Erfinders, und so hat jede eschatologisch ausgerichtete Religion Verbote zur Selbsttötung und Tötung anderer aufgestellt. Doch lassen wir diese Betrachtung mal außen vor, so stiftet auch ein jenseitsgerichtetes Leben im Diesseits wenig bis gar keinen Sinn. Es besteht sogar die Gefahr, diesseitigen real greifbaren Sinn (z.B. Gründung einer Familie, Selbstverwirklichung, Erkundung des Planeten etc.) zu Gunsten eines jenseitigen zu opfern.

Aus den gezeigten Beispielen lässt sich leicht erkennen, dass den Menschen innerhalb der Religion nicht wirklich ein Weg der Sinnsuche aufgezeigt, wohl aber abgeschmackte Sinntheorien vorgesetzt werden, die einer kritischen Prüfung nicht standhalten. Es werden durch die Religionen nur die Sinnfragen beantwortet, die von selbigen vorher aufgestellt wurden unter der Prämisse, dass die jeweilige Religion die absolute Wahrheit™ gepachtet habe.

Fazit aus dieser kleinen und selbstverständlich unvollständigen Analyse:
Wer auf billige Pseudosinnstiftung steht, der wähle Religion!
Leben, das Sinn hätte, fragte nicht danach.
(Theodor Adorno)

Samstag, August 09, 2008

Lieber SWR,

Ihr habt Freitag vergangener Woche die "lange Nacht des Übersinnlichen" gebracht. Angefangen habt Ihr diese mit der Wiederholung des Nachtcafés vom 11. Januar, bei dem mit Colin Golnder wenigstens noch ein kritischer Kopf (der, btw, neben dem Moderator das einzigen Highlights der Sendung war) in der Runde saß und den ganzen Hexen, Geistersehern und Engelsschwätzerinnen Paroli bieten konnte. Doch im Anschluss ging es gleich weiter mit der Dauerwerbesendung für Scharlatane aller Couleur.


Als nächstes brachtet Ihr einen dreiviertelstündigen Beitrag über "Rätselhafte Heilung", in welchem die Reporter völlig unkritisch und mit staunenden Augen durch einzelne Fälle spontaner Heilung stolpern und Betroffene mit ihrem Krebs ein "Abkommen schließen" und ähnlicher Schwurbel mehr. Hier vermittelt ihr eindeutig falsche Hoffnungen, denn die zig Todkranken, die eine derartige Behandlung nicht überlebt haben, habt ihr nicht aufgeführt.


Danach war noch "Die Geistheilerin von Lustadt" dran, sowie "Die Stimme in meinem Kopf" und noch, als wäre das noch nicht genug gewesen "Die Wahrsager von Mainz". Erneut drei Werbeplattformen, in denen die Protagonisten Behauptungen über ihren Scheiß hinausposaunen konnten, ohne dass auch nur ein Reporter eine kritische Frage gestellt hätte, jeder auch noch so abstruse Blödsinn wird als (gott)gegeben hingenommen. Einfach widerlich.


Als letzten Beitrag habt ihr dann noch über "Das Geschäft mit den Sternen" berichtet. Von der Dreiviertelstunde waren mindestens 30 Minuten Selbstdarstellung von seltsamen Sterndeutern (u.a. ein "Wirtschaftsastrologe" - viel blöder ging es nicht mehr!) gegen Ende hin vermischt mit einigen kritischen Stimmen v.a. gegen anonyme Astrologieanschreiben. Eine prinzipielle Kritik, dass Astrologie weder erklärt ist, es keine Studien gibt, die das "Funktionieren" von Astrologie bestätigen oder ein paar Anmerkungen, dass die These Millionen Lichtjahre entfernte Sonnen hätten Einfluss auf unser Leben jeglicher Vernunft widerspricht, suchte man vergebens. Stattdessen wieder nur Behauptungen, Behauptungen, Behauptungen.


Kritischen oder aufklärerischen Journalismus scheint ihr nicht ernst zu nehmen oder nicht zu kennen und wenn die Berichterstattung in einem Gebiet schon so miserabel ist, in welches ich mich ein bisschen eingelesen habe, wie unterirdisch ist es dann wohl in anderen Bereichen, denen ich noch nicht so viel Aufmerksamkeit widmen konnte? Das Nachtcafé war sehenswert (aber wiederholt), bei den restlichen Sendungen waren ca. 10 Minuten von über 3 Stunden einigermaßen gehaltvoll. Somit bewegt ihr euch langsam aber sicher auf das Niveau von Sendern wie Astro-TV (hier wird gezeigt, wie dieser funktioniert) & Co. nur unter dem Deckmäntelchen einer "öffentlich-rechtlichen Berichterstattung".


Doch ich muss euch dankbar sein, weiß ich doch wieder einmal, warum ich keine Fernsehgebühren bezahle.


Mit unesoterischen und -freundlichen Grüßen,


Po8

Freitag, August 08, 2008

Gerade bei der Selbstbeweihräucherung...

Hm... nach zweieinhalb Jahren habe ich es ja doch zum meinem 500. Beitrag geschafft. Ich denke niemand ist darüber verwunderter als ich selbst...


Neulich beim Vergleichen...

Allensbach führt eine Umfrage zum Thema Sterbehilfe durch und alle, alle druckten sie ab (oder so ähnlich). Nun ist es aber gerade interessant wie diese Meldung verwurstet wurde. Ich habe mal zwischen dem hpd (in blau) und der katholischen Realsatireseite (in rot) verglichen, teilweise mit erstaunlichen Einsichten:

Überschrift:

72 % der Bevölkerung für passive Sterbehilfe
Deutsche: Mehrheit für Euthanasie
Der Begriff Euthanasie (=guter Tod) hat an sich nichts verwerfliches, jedoch wurde dieser im dritten Reich missbraucht. Kath.net will anscheinend mit der bewussten Verwendung in der Überschrift genau diese Assoziation herstellen: Sterbehilfebefürworter = (verkappter) Nazi

Einleitender Satz:

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Juli 2008 eine Umfrage zur Sterbehilfe durchgeführt und bestätigt die Ergebnisse früherer Umfragen: 72 % der Befragten sind für „passive Sterbehilfe" und 58 % für „aktive Sterbehilfe".
In einer Umfrage sprachen sich 58 Prozent für aktive Sterbehilfe aus. Unter Katholiken sind es rund 50 Prozent.
Gut, man muss sein Klientel im Auge behalten und anscheinend interessiert die katholische Seite eben nur oder vornehmlich, was die Katholiken machen - möchte man zumindest meinen.

Bild:

hpd zeigt eine Verkleinerung der Umfragegrafik
kath.net zeigt eine medizinische Spritze
Auch hier wird durch das medizinische Gerät ganz klar eine negative Konnotation mit der Thematik aufgebaut. Man "spritzt" Leute in den Tod, Assoziationen zur amerikanischen Todesstrafenpraxis oder zu diversen Praktiken der Naziärzte kommen in den Sinn.


Anmerkung zur Konfessionalität:

Hinsichtlich der Konfessionszugehörigkeit sind die Unterschiede nicht gravierend und folgen auch nicht den Verlautbarungen ihrer Kirchen. Auch 56 % der Evangelischen und 50 % der Katholiken sprechen sich für eine aktive Sterbehilfe aus.
Bei den Protestanten liegt der Anteil der Befürworter mit 56 Prozent nur knapp unter dem Bevölkerungsschnitt. Von den Katholiken ist jeder zweite für aktive Sterbehilfe. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Menschen anderer Religionszugehörigkeit oder ohne Konfession befürworten aktive Sterbehilfe.
Dadurch, dass die Umfrage nur zwischen römisch-katholisch, protestantisch und allem anderen Unterscheidet, ist das Exponieren der "65%" wenig zielführend, da ohne weitere Angaben zur Streuung um diesen Wert pro Weltanschauungsgemeinschaft keine Schlüsse gezogen werden können. Dagegen kann man bei den beiden christlichen Konfessionen davon ausgehen, dass hier wirklich eine Mehrheit (bzw. fifty/fifty) die Sterbehilfe befürworetet, obwohl dies im Gegensatz zu deren Glaubensvorstellungen steht. D.h. man könnte hier von einer leichten Überinterpretation der Ergebnisse durch kath.net sprechen.

Fazit:

Insofern entsprechen diese Meinungsbilder früheren Umfragen (2002), die ebenfalls eine Zustimmung in den genannten Größenordnungen ermittelten.
- nichts -
Der hpd lässt hier den Leser nicht im Regen stehen und zeigt auf, dass sich nicht wirklich etwas geändert hat (trotz der evtl. unglücklich formulierten Frage Allensbachs).

Resümee:
Ausgewogene Berichterstattung ist ein seltenes Gut geworden. Umso erfreulicher zu sehen, dass es noch immer den einen oder anderen Pressedienst gibt, für den dies nicht nur eine hohle Phrase ist.

Mittwoch, August 06, 2008

Neulich bei der Liebe zur Überwachung...

Dass das Christentum eine Religion der Liebe sei wird ja allenthalben gerne kolportiert, obwohl "Gehorsamskult" wohl eher den Kern der Wahrheit trifft. Nicht nur, dass der (eingebildete) Gott schon eine 24stündige Überwachung aller Menschen vornimmt, nein, natürlich überwachen sich auch die Schäfchen untereienander und werden selbstvernatürlich auch von ihrem Hirten genauestens beäugt. Welche perfiden Züge dies annimmt zeigt ein Fall aus den USA, wo ein (angeblich technikfeindlicher) Priester seinen Gläubigen über das Internet nachrecherierte und die so gewonnenen Informationen in seiner Predigt verwendete (spiegel online & Larknews):
Der eine kauft lieber ein Boot als zu beten, die andere treibt sich in Bars rum und ein Elternpaar weiß nichts von den College-Sünden ihrer Tochter. Wie aus dem Himmel schallen da die Ermahnungen des Pastor Alton direkt ins Herz der Finsternis: "Es war so, als ob der Heilige Geist direkt zu mir gesprochen hätte," staunt der Bootkäufer. Die Bar-Besucherin bittet um Vergebung: "Ich weiß, ich hätte nicht in dieser Umgebung herumlungern dürfen." Die anderen holen ihre arme Tochter heim vom College, um ihr statt Partyskills "Gutes Benehmen" beizubringen.
In seiner Gemeinde gilt der Stalking-Pastor als Technik-Feind. Das World Wide Web nennt er World Wide Waste (weltweiter Müll), die E-Mail schlicht Sündenmail. Doch Alton speichert 170 Bookmarks, surft wöchentlich stundenlang seinen Schäfchen hinterher – um doch noch eines ihrer Vergehen aufzuspüren und in seine Sonntagspredigt einzuarbeiten.
Das scheint zu wirken, die Gemeinde ist baff, glaubt an höhere Mächte. Pastor Alton ist da bodenständiger: "Wenn sie die Verbindung zwischen dem, was sie von sich im Netz preisgeben und dem, was ich sage, nicht hinbekommen, dann könnte ja wirklich Gott zu ihnen sprechen." Jedenfalls behandelten sie Alton nun mit "viel mehr Respekt."

D.h. zukünftig wird man bei Geistlichen, neben dem sexuellen Missbrauch auch noch Stalking auf die Liste der Vergehen setzen, auf die man vermehrt sein Augenmerk richten sollte.

Sonntag, August 03, 2008

Das Wort zum Sonntag #51

Thema heute:
Warum "Inpfkritiker" eher "Krankheitsgläubige" heißen müssten.

Glücklicherweise ist für die meistn Menschen Impfen noch der Normalfall, d.h. man ist sich der Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Impfserum und beimpfter Krankheit bewusst. Das Prinzip ist ja auch recht einfach erklärt. Es gibt Krankheitserreger, welche nach einer "Sonderbehandlung" nicht mehr in der Lage sind die Krankheit hervorzurufen. Von denen wird dem zu Impfenden eine Dosis verabreicht und fertig ist die Laube. Den Rest erledigt das körpereigene Immunsystem, welches schon mal vorsichtshalber sein Equipment auf diese Krankheit hin ausrichtet. Kommt dann tatsächlich mal ein aktiver Vertreter vorbei, so wird dieser schneller eleminiert oder kann sich nicht so entfalten wie er gerne möchte.

Nun gibt es aber selbsternannte "Impfkritiker" bzw. Krankheitsgläubige, die die Faktenlage ignorieren. Gem. deren Darstellung ist es nämlich nicht den Bemühungen der Ärzte zu verdanken, dass die meisten und früher oftmals tödlich verlaufenden Krankheiten so gut wie nicht mehr existenz sind, sondern diese haben sich ihr eigenes System gebastelt welches in groben Zügen so aussieht:

  • Impfen ist böse und unnatürlich
  • Kinder müssen gewisse Krankheiten durchstehen (positiver Effekt)
  • Am Impfen verdient nur die Schulmedizin und die Pharmakonzerne
  • Die Gefahr der Impfnebenwirkungen wird hochgespielt
  • Die Gefahr der impfbaren Krankheiten wird heruntergespielt
Der Kenner merkt gleich, dass es sich hier um eine Variation der Verschwörungstheorie handelt, die (abhängig vom Enthusiasmus des Verschwörungstheoretikers) nicht widerlegbar ist, denn alles kann irgendwie in Zweifel gezogen werden und, als letzten Ausweg, der Raffgier der Ärzte und Pharmazie angekreidet werden. Harte Fakten werden weitestgehend ignoriert, uminterpretiert oder verfälscht.

Hier der Vorher-Nachher Vergleich bei Einführung der Impfung (aus wikipedia):
D.h. wir haben es hier mit einer zeitlich unabhängigen Verbesserung für unzählige Menschen zu tun, die neben temporärem Leid, nämlich der Krankheit an sich, auch Komplikationen und Sterbefälle auf Grund der Erkrankung vermeiden konnte. Die Wirksamkeit von Impfungen ist unter Medizinern unbestritten, was jedoch ein paar Unverbesserliche nicht daran hindert, dies anzuzweifeln. Jedoch stellen sie eben keine eigenen Nachforschungen an, sondern benutzen Statistiken und Beipackzettel um ihren Glauben aufrechtzuerhalten.

Hier kommen wir auch gleich zum stärksten Argument der Impfkritiker: Impfungen haben Nebenwirkungen. Das verwundert nicht wirklich, denn alles hat eine Nebenwirkung, selbst Wasser kann - im Übermaß genossen - zum Tod führen. Für die Masernimpfung lauten die Nebenwirkungen wie folgt:
Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es häufig (bei bis zu 5 % der Impflinge) innerhalb von 1–3 Tagen, selten länger anhaltend, an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen; gelegentlich auch verbunden mit einer Schwellung der zugehörigen Lymphknoten sowie häufigen Allgemeinsymptomen wie leichter bis mäßiger Temperaturerhöhung (5–15 %), Kopfschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein oder Magen-Darm-Beschwerden. Im Abstand von 5–14 Tagen nach der Impfung können bei etwa 2 % der Impflinge Symptome im Sinne einer leichten „Impfkrankheit“ auftreten: Fieber verbunden mit einem schwachen masernähnlichen Ausschlag. In der Regel sind diese genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen vorüber gehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Komplikationen
Im Zusammenhang mit einer Fieberreaktion kann es beim Säugling und jungen Kleinkind selten einmal auch zu einem Fieberkrampf (in der Regel ohne Folgen) kommen. Allergische Reaktionen (meist auf im Impfstoff enthaltene Begleitstoffe wie Gelatine oder Antibiotika) sind sehr selten; über allergische Sofortreaktionen anaphylaktischer Schock) wurde nur in Einzelfällen berichtet. Eine Allergie gegen Hühnereiweiß ist grundsätzlich keine Gegenanzeige gegen die Impfung, da heutige auf Hühnerfibroblasten hergestellte Impfstoffe keinerlei Ovalbumin bzw. nur noch eine kaum mehr nachweisbare und damit nicht signifikante Menge Ovalbumin enthalten. Nach Masern-Erkrankung ist die Masern-Einschlusskörperchen-
Enzephalitis (Krämpfe, Herdsymptome, Halbseitenlähmung) bei schwer Immundefizienten nicht selten. Nach Masern-Impfung sind in der Weltliteratur nur wenige Fälle beschrieben, darunter 1998 die Erkrankung eines Kindes im zeitlichen Zusammenhang mit einer Masern-Mumps-Röteln-Impfung, bei dem durch Hirnbiopsie Masern-RNA nachgewiesen wurde; die Sequenzierung gestattete die Identifikation als Impfvirus. Die Komplikation tritt 5 Wochen bis 8 Monate nach der Impfung bei schwer immunsupprimierten Individuen auf und verläuft meist tödlich.
Auf Grund unserer miserablen Risikobetrachtungsweise wird jetzt natürlich der eine oder ander sagen, dass ja doch ein Gesundheitsrisiko durch die Impfung besteht. Dies ist auch unbestritten, nur ist das Risiko ohne Impfung an Masern zu erkranken 100%, wohingegen der Horrorverlauf bei einer Masernimpfung nur dann eintritt, wenn man an seinem Immunsystem herumgespielt hat! Die Komplikationen ohne Masernimpfung hat der Assistenzarzt ausführlich beschrieben, deswegen sei hier nur folgender Satz erwähnt:
50% der Kinder mit einem komplikationslosen Verlauf haben anschließend EEG-Veränderungen, soll heißen dass sie potentiell gefährdet sind, Krampfanfälle zu bekommen.
Auch bringt die Impfkritikermeschpoke vor, dass ja unzählige geimpfte Kinder impfschäden davontrugen, welche sie ihren Kindern ersparen möchten. Zu den Impfschäden kann man sich beim Robert-Koch-Institut schlau machen (was diese Impfkritikdeppen aber nicht machen, denn das RKI steckt ja mit der Pharmalobby unter einer Decke und derartige Dokumente sind alle gefälscht). Hier wiederum ein Auszug zum Thema Masern:
In der Öffentlichkeit werden insbesondere Komplikationen nach Verwendung von Masern-Mumps-Rötelnimpfstoff (MMR-Impfstoff) diskutiert. Nur 3% (sieben Fälle) der von sechs Bundesländern gemeldeten Komplikationen betreffen diese Impfung.Ausgehend von einer vorsichtigen Schätzung und bei einer angenommen Durchimpfungsrate für die erste Masern-Mumps-Rötelnimpfung von circa 75 bis 80%, sind in diesen Bundesländern 1,7 bis 1,9 Millionen Dosen Impfstoff im Jahr verimpft worden. Dies entspräche einer maximalen Rate von sieben Komplikationen/16 Millionen Impfstoffdosen. Die berichteten Gesundheitsstörungen dieser sieben Kinder betreffen: eine vollständig ausgeheilte Meningitis, einmal Impfmasern, einen unklaren fortschreitenden Hirnabbauprozess, eine spastische Diplegie und eine Halbseitenlähmung mit Gangstörung (zwei ohne nähere Angaben). Eine nachträgliche kausale Bewertung dieser Ereignisse ist nicht möglich. Systematische Analysen oder Kausalitätsbewertungen anhand der von der WHO definierten Kausalitätskriterien sowie epidemiologische Analysen erlaubt das vorhandene Datenmaterial ebenfalls nicht. (Link)
D.h. bei Prüfung der Faktenlage und unter der Annahme, dass keine weltweite Verschwörung von Millionen von Ärzten und allen Pharmazieunternehmen vorliegt, löst sich die "Impfkritik" in eine reine Luftnummer auf, die meist nur von der Spezies Eltern "geglaubt" wird, die eh schon den ganzen anderen Schwachsinn, wie Homöopathie, Bachblüten, Reiki usw., glauben.

Dabei bleibt festzuhalten, dass sich die "Impfkritiker" als Sozialschmarotzer gerieren, denn sie profitieren von der hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung, sind aber nicht bereit ihren Teil dazu beizutragen und tragen noch aktiv dazu bei, dass diese weiter sinkt. Nachdem es keine gesetzlich vorgeschriebene Impfung gibt, kann man nur auf das Rückgrat der Kindergärtenleitungen und Schulen hoffen, die sich z.B. dafür einsetzen könnten, nur geimpfte Kinder aufzunehmen und zwar mit der Begründung, dass eine beabsichtigte und billigend in Kauf genommene Körperverletzung durch Nichtimpfung in einer Sozialgemeinschaft nicht tolerierbar ist.

Donnerstag, Juli 31, 2008

Neulich beim GynekoScientologen...

Der hpd berichtet in einem mehrteiligen Artikel (wovon erst ein Teil erschienen ist - den zweiten reiche ich dann auch noch nach) über Scientology. Das angenehm überraschende ist, dass hier nicht wie üblich wahllos auf eine Glaubensgemeinschaft eingedroschen wird, sondern differenziert Ross und Reiter bzw. Hase und Igel beim Namen genannt werden:
Wer Scientologen einmal persönlich kennen gelernt hat, kann das nicht bestätigen. Es sind schlicht normale Leute und über Religion hat jeder der Befragten seine eigene Auffassung. Von außen gesehen ist der Glaube der Scientologen ebenso absurd wie christliche, muslimische, jüdische, buddhistische oder andere Religionsmythen. Es handelt sich zudem um eine kleinere Religionsgemeinschaft, die in der Übersicht des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes (REMID) unter „Verschiedene Gemeinschaften / neuere religiöse Bewegungen" aufgelistet wird und nicht zu den größten zählt.



Zu Teil 2 bitte hier klicken

Mittwoch, Juli 30, 2008

Neulich bei der gewagten Hypothese...

Der Fischblog hat vor kurzem eine interessante Geschichte gebracht, dass die meiste Biomasse auf Parasiten entfällt - zumindest verglichen mit anderen Tiergruppen. Das verleitet mich nun zu folgender Annahme:

Gesetzt den Fall man hat es wirklich mit einem Schöpfer des Lebens auf der Erde zu tun, so favorisiert er mit dieser Biomasseverteilung ja klar das Parasitentum. Das geht sogar so weit, dass manch ein Parasit eine Geschlechtsumwandlung am Wirt vornimmt und diesen rücksichtslos zu seinen Zwecken ausbeutet.

Nun stellt in diesem Zusammenhang die Priesterkaste die logische Fortsetzung dieses Parasitentums dar. Sie beuten die Wirte bzw. Gläubigen in Form von Opfertieren oder Kirchensteuer aus, gaukeln diesen etwas vor (was sie ohne die Priester gar nicht nötig hätten) und halten sie in permanenter Abhängigkeit (Beichte, Buße, Zeremonien & eine Heilslehre). Somit wäre dieses Vorgehen zumindest einmal ein Hinweis darauf, dass vielleicht doch was an der Schöpfungsgeschichte dran sein könnte... ;-)

Neulich in der Bullenscheiße...

Auch wenn der Titel anderes vermuten lässt, um Bullenscheiße handelt es sich wirklich nicht was Penn & Teller auf youtube.com zu bieten haben. Dort sind eine ganze Reihe ihrer "Bullshit" Videos vertreten, die ich an dieser Stelle dem geneigten Leser etwas näherbringen möchte. Anzumerken sei noch, dass diese (wie zu erwarten war) auf englisch und für den amerikanischen Zuschauer bestimmt sind, was einen bestimmten Stil nach sich zieht. Nichtsdestotrotz sind diese fast immer sehr unterhaltsam und lehrreich.

Penn & Teller über die Bibel:


Teil 2 / Teil 3

Penn & Teller über Kreationismus:
Teil 1 / Teil 2 / Teil 3

Penn & Teller über Mutter Teresa & andere (Schein)Heilige:
Teil 1 / Teil 2 / Teil 3

Montag, Juli 28, 2008

Neulich im Kinderzimmer...

Kinderspielzeug wird auch immer bescheuerter.... der Transreformator:

Oder Öko-Computerspiele...


Hier kommts her.

Sonntag, Juli 27, 2008

Das Wort zum Sonntag #50

Thema heute:
Ist Atheismus (auch nur) ein Glaube?

Zur Beantwortung der Frage sollte man sich zunächst auf eine Definition von "Glaube" einigen. Glaube im Sinne von vermuten oder Vermutung kann hier nicht gemeint sein. Eine sinnvolle Definition von Glaube im Zusammenhang mit einer Weltanschauung könnte lauten:

Ich halte meine Weltanschauung für wahr und richte mein Leben danach aus.
Nun beinhaltet "Glaube" aber eben auch, dass gewisse geglaubte Parameter erfüllt sind und nicht, dass diese Parameter nicht erfüllt sind. Man kann z.B. einen Ufo-Glauben entwickeln, d.h. man glaubt dass eine Entität "UFO" existiert und diese UFOs irgendetwas machen (z.B. die Welt beobachten, Leute entführen und vergewaltigen, die Weltherrschaft an sich reißen1 etc.) .

Auf der anderen Seite käme aber kein Mensch auf die Idee einen Nicht-UFO Glauben ins Leben zu rufen. Rein semantisch, wäre nämlich ein Nicht-UFO alles außer einem UFO und somit all das, worauf wir uns ohnehin einigen können, denn ein Fernseher ist sicher ebensowenig ein UFO, wie ein Auto oder ein Wäschetrockner.

Eine Definition über "nicht" funktioniert einfach nicht:
"Was gab es heute zu Mittag?"
"Nicht-Schweinsbraten!"
"Ok, aber was gab es denn dann?"
"Nicht-Chickencurry!"
"Hmpf..."

Weiters ist es völlig unmöglich aus der Nicht-Existenz irgendeine Handlungsprämisse dieser abzuleiten. D.h. man kann nicht sagen, wie Nicht-Chickencurry schmeckt (einzig, dass es nicht wie Chickencurry schmeckt), genausowenig, wie man das Aussehen eines Nicht-UFOs beschreiben kann (abgesehen davon, dass man das Aussehen eines UFOs auch nicht beschreiben kann, denn sonst wäre es kein solches mehr). D.h. diese ganze "Nicht-Geschichte" führt nirgendwo hin und es lässt sich auch keine vermittelbare Weltanschauung oder irgendwelche Handlungsprämissen daraus ableiten ("Soll ich Nicht-Chickencurry oder Nicht-Schweinsbraten essen?").

Warum aber wird seitens unser theistischen Mitbürger so oft der Vorwurf erhoben Atheismus sei "auch nur ein Glaube", ein Glaube eben daran, dass es Gott nicht gäbe. Dies resultiert imho zum einen nur aus der äußerst begrenzten bzw. beschränkten Sicht, dass es eben genau nur diesen Gott (Allah, Jahwe, Fitzliputzli, Zeus etc.) gäbe, an den der Theist gerade zu glauben beliebt, d.h. es wird unterschwellig ein Dualismus ähnlich der Pascal'schen Wette ins Leben gerufen, entweder man glaubt an z.B. Jesus oder eben nicht. Zum anderen sähe sich der Theist aber auch gerne als pares inter pares, also als Gleicher unter Gleichen, denn damit könnte man jedes Argument gegen den Theismus in ein Argument gegen den Atheismus umdrehen.

Dass das nicht so funktioniert, lässt sich leicht verdeutlichen:
"Muslime sollten erst einmal einen nachprüfbaren Beleg bringen, dass deren Gott so existiert, wie sie sich das vorstellen."
Und jetzt mit Atheismus:
"Atheisten sollten erst einmal einen nachprüfbaren Beleg bringen, dass deren Nicht-Gott so existiert, wie sie sich das vorstellen."

Abgesehen davon, dass derartige Aussagen sinnlos sind, haben wir uns darauf geeinigt, dass Nicht-Existenzen niemals nachgewiesen werden müssen, sondern immer nur Existenzen. Die Nicht-Existenz ist der Normalfall. Wenn man z.B. die Existenz eines negativen Effekts von Handys behauptet, so ist man für dessen Nachweis zuständig und nicht alle anderen für den Nachweis der Nicht-Existenz eines solchen Effekts (mal ganz abgesehen davon, dass dies für die meisten Dinge ohnehin unmöglich ist). Wer Behauptungen aufstellt ist in der Beweispflicht und nicht derjenige, der Behauptungen ablehnt in der Gegenbeweispflicht.

Somit kann man Atheismus unter der Rubrik "Sammelbegriff zur Ablehnung unbelegter Behauptungen" ablegen, aber eben nicht unter einer Glaubensrichtung.
Alle von Menschen verursachten Katastrophen in der Weltgeschichte und in der Gegenwart, vom Holocaust bis zum Völkermord, haben ihre Ursache in der Abkehr der Völker von Gott.
(Ingo Friedrich, CSU-Politiker)

1: Dieses ganze Weltherrschaftsgedöhns finde ich sehr lustig, da es immer impliziert, man risse diese von jemandem weg und dieser Jemand sei der Mensch. Die übliche Selbstüberschätzung des Homo Sapiens...

Freitag, Juli 25, 2008

Neulich bei den Kaninchenzüchtern...

Das katholische Onlineblättchen stellt doch tatsächlich folgende sinnfreie Argumentation ins Netz:
"Das Neutralitätsgebot bedeutet, dass sich der Staat mit keiner Religionsgemeinschaft identifizieren darf", sagt Schwester Cornelia Bührle, Beauftragte der Erzbischöfe von Hamburg und Berlin in Mecklenburg-Vorpommern am Donnerstag in Schwerin. "Ebenso wenig wie schulischer Sportunterricht aus unserem Staat eine Sportrepublik macht, macht Religionsunterricht aus unserer Republik einen Gottesstaat." Die Forderung des Humanistischen Vereins verkenne das Wesen dieses Neutralitätsgebotes, sagt die Juristin.

Somit würde ein Homöopathieunterricht auch nicht gegen das Neutralitätsgebot verstoßen, denn es entstünde dann sicher auch keine Homöopathenrepublik, wenn der Staat an staatlichen Schulen den kleinsten der Kleinen die "Vorteile" der Homöopathie nahelegte. "Schülerinnen und Schüler würden auf autoritäre Weise von wesentlichen Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung und Bildung abgeschnitten. 'Selbst Physikunterricht kommt nicht an der Homöopathiefrage vorbei...'" (oder so ähnlich). Als nächstes stünden dann wohl die Kaninchenzüchter mit einer Forderung nach eigenem Unterricht auf der Matte...

Manche schrecken auch vor nichts zurück...

Unterschätzte Risiken: Sandhügel1

Rettungsversuche durch einen Betriebsmitarbeiter und anschließend durch die alarmierte Feuerwehr blieben erfolglos. Weil für die Helfer akute Lebensgefahr durch nachrutschenden Sand bestand, musste die Bergung zunächst eingestellt werden.
Der Sand wurde schließlich mit einem Radlader abgetragen. Erst rund zwei Stunden nach dem Unfall wurde der Junge tot geborgen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er erstickt ist.

(
15-Jähriger erstickt in Kieswerk - Spiegel online)

Unterschätzte Risiken: Haustiere
Eine 76-jährige Rentnerin aus Laim ist beim Spazierengehen über ihren Hund gestolpert und wenig später an den Folgen des Sturzes gestorben.
(Rentnerin stürzt über Hund und stirbt - Süddeutsche)

Wer mehr über unterschätzte Risiken wissen will, sollte sich mal Erichs Sammlung anschauen.

1: Ok, der Titel ist geklaut, aber ich konnte einfach nicht widerstehen

Mittwoch, Juli 23, 2008

Dienstag, Juli 22, 2008

Neulich beim Niederknien...

Die katholische Realsatireseite titelt
Weltjugendtag: Papst Benedikt wünscht Mundkommunion

Hmm... ob das wohl etwas mit diesen Vorfällen zu tun hat? Da soll noch einer sagen, dass die Catholica nicht zu Veränderungen bereit sei - honi soit qui mal y pense ;-)