Dienstag, Juli 21, 2009

Neulich auf der Zigarettenschachtel...

Die Schweizer haben mit einer Unart angefangen, die mir bislang nur aus Canada bekannt war, nämlich dämliche Sprüche mit Horrorbildchen auf Zigarettenschachteln abzudrucken. Das sieht dann ungefähr so aus:

Seltsam nur, dass wir derartige Erziehungsmaßnahmen nicht auch auf anderen Dingen finden...



Oder wie wäre es mit diesem leckeren Bildchen, permanent auf jeder Motorhaube eingraviert?


Dienstag, Juli 14, 2009

Das Wort zum Sonntag #63

Thema heute:
Die Farce der "sozialen Gerechtigkeit".

Nachdem man dieses Wort speziell aus der politischen (aber auch aus der religiösen!) Ecke alle Nase lang zu hören bekommt, speziell jetzt, wenn es mit Riesenschritten auf die Wählerverarschung Wahlen zugeht, sollte man sich mal etwas genauer damit beschäftigen, was damit genau gemeint sein soll bzw. wie "sozial gerecht" es wirklich zugeht.

Offensichtlich geht es auf dieser Welt nicht allzu "gerecht" zu. Viele Menschen leben in Gebieten, die kaum in der Lage sind, sie zu ernähren und wenn, dann nur unter hartem körperlichem Einsatz. Tausende verhungern jedes Jahr, viele Kinder sterben, andere wiederum kaufen sich ein Auto nach dem anderen oder befinden sich im Stadium Adipositas III. Ich denke ich muss das nicht weiter ausführen um aufzuzeigen, dass diese Welt alles ist, nur nicht gerecht.


Doch mittlerweile haben wir eine Möglichkeit gefunden, diese Welt ein bisschen gerechter zu machen durch - die Nierenspende. Tausende Menschen weltweit sind von der Dialyse abhängig. Auf der anderen Seite gibt es Millionen von Menschen, die nicht nur eine funktionierende Niere, sondern sogar zwei davon haben. Das ist - sozial gesehen - höchst ungerecht. Insofern wäre es doch recht chic, wenn der Staat all diejenigen mit zwei Nieren zwingen würde, eine davon einem Dialysepatienten abzugeben. Natürlich sollte das nicht alles willkürlich geschehen, sondern vorher wird die Bevölkerung biopsiert und eine staatliche Spenderdatenbank erstellt. Anschließend wird - sofern mehrere Spender vorhanden sind - per Zufall einer ausgewählt. Eine Entschädigung gibt es natürlich nicht, sondern nur das Recht eines jeden auf eine funktionieren (Spender)Niere.

Ließe sich für so einen Vorschlag eine Mehrheit finden?

Und wenn nicht, dann frage ich mich, wieso mein Geld, welches genauso mir gehört, wie meine Niere, an Bedürftige zwangsumverteilt werden darf, so mich doch die Erlangung desselben meine Lebenszeit und meine Gesundheit kostet.

Eine Nierenspende, so sie freiwillig geschieht, ist ein höchst sozialer Vorgang, einer Selbstaufopferung nahekommend. Eine Zwangsnierenspende ist nichts weiter als Barbarei. Leute zu motivieren, sich freiwillig sozial zu engagieren ist eine beachtenswerte Leistung und zu befürworten. Leuten jedoch Geld abzupressen unter dem Deckmantel etwas Gutes zu tun (denn das Gegenteil von Gut ist gut gemeint) und dabei selbst noch gut zu leben, ist nichts weiter als heuchlerische Erpressung und bigotte Wegelagerei.

Bezogen auf das o.a. Thema heißt das, dass ein erzwungenes Sozialverhalten näher an der Erpressung ist, denn an einer freiwilligen Mitmenschlichkeit. "Gerecht" hieße, alle gleich zu behandeln, also dem mittellosen HartzIV-Empfänger das Geld des Steuerzahlers zukommen zu lassen und dem dialysierten Steuerzahler die Niere des HartzIV-Empfängers. Insofern ist die praktizierte Gerechtigkeit ein höchst subjektives, der jeweiligen Situation angepasstes Vorgehen, was wiederum nicht wirklich etwas mit dem Wortsinn zu tun hat.
Demokratie, das ist die Kunst, sich an die Stelle des Volkes zu setzen und ihm feierlich in seinem Namen, aber zum Vorteil einiger guter Hirten die Wolle abzuscheren.
(Romain Rolland, frz. Dichter, 1866-1944)

Freitag, Juli 10, 2009

Neulich beim sozialen Zyklus...

Päpste menstruieren mental. So sie dies tun, befinden sie sich im Zyklus und Ergebnis dessen ist eine Enzyklika. Anscheinend sind sie dabei immer auch auf geistigem Entzug, dafür vom hl.Geist beseelt (wahrscheinlich nicht nur diesem...). 141 Seiten hat der aktuelle Papst noch zu Stande gebracht, Horst Herrmann benötigt ungefähr so viele Zeilen in diesem Artikel um den schwachen Glanz des Pamphlets völlig zum Erlöschen zu bringen:
Über die päpstlichen Vorstellungen von einer Weltinstanz können viele nur lachen. Dieser Papst hat nicht einmal die Pius-Brüder im Griff. Katholiken können sich nicht darüber einigen, wie die Hostie empfangen werden soll: Mund- oder Handkommunion? Und da schwebt Benedikt XVI. eine Art ständiger Krisengipfel vor, „um die Weltwirtschaft zu steuern“, die Ökonomien zu sanieren, „den Umweltschutz zu gewährleisten und die Migrationsströme zu regulieren“. Ein solches von allen anerkanntes Gremium, schreibt Ratzinger, müsse befugt sein, „gegenüber den Parteien, den eigenen Entscheidungen wie auch den in den verschiedenen internationalen Foren getroffenen abgestimmten Maßnahmen Beachtung zu verschaffen.“ Die Ackermänner dieser Welt hören es und kommen aus dem Lachen nicht heraus. Auf wie vielen Wirtschafts-konferenzen wird in den nächsten Tagen wohl über Ratzinger gespottet werden?

Montag, Juni 29, 2009

Neulich am Ufer...

"Projekte mit Nearshorern"1 mit "Projekten mit Nashoernern" zu verwechseln, kann u.U. lebensgefährlich sein...

1: "Ich hasse Anglizismen. Das ist alles Bullshit." (Georg Kofler, Geschäftsführer von Premiere)

Samstag, Juni 27, 2009

Neulich beim nichtbewerteten Film...

Wer der Meinung ist, man habe (zumindest in der westlichen oder 1. Welt) den Faschismus überwunden, der wird durch diesen Film eines Besseren belehrt. Und wie bei Zensursulas Stoppschildern kommt der faschistische Ansatz verpackt in einer Bonbonhülle aus guten Vorsätzen daher, nämlich dem Vorsatz, die Jugend zu schützen - sehr widerlich.


Samstag, Juni 20, 2009

Neulich bei der Antwort...


Hier noch mal eine etwas jüngere Version...


Mittwoch, Juni 10, 2009

Neulich im Panorama...

Neulich bei der Pflichtdebatte...

Die SPD hat am Sonntag verloren (genauer gesagt, sie hat nichts dazugewonnen) und ist deswegen etwas bockig. Da der Fehler ja nie bei einem selbst, sondern immer bei anderen liegt, ventiliert ein gewisser Jörn Thießen etwas von "Wahlpflicht" in die Welt, was auf Telepolis hier treffend kommentiert wurde:
Nachdem die Wahlbeteiligung am letzten Sonntag nun auch mit viel Rabulistik nicht positiv gewertet kann und die SPD z.B. in Bayern noch das Prinzip Hoffnung anwendet (Die Themen stimmen, das Personal auch - wenn die Menschen erst die Krise am eigenen Leib spüren, sieht alles ganz anders aus...), wird nun die Wahlpflicht von dem SPD-Abgeordneten Thießen ins Spiel gebracht. 50 Euro Strafe soll derjenige zahlen, der nicht von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, denn der Gang zur Wahlurne ist ja schließlich Zeichen der demokratischen Willensbildung und die lebt nicht nur von Politikern, sondern auch von der Teilhabe der Bevölkerung, auch wenn diese darin besteht, regelmäßig ihr Kreuzchen auf einem Zettelchen abzugeben - und das dem, der vor der Wahl die beste Schleimspur hinterlässt, auf der der Wähler dann zur Urne rutscht.

Freitag, Juni 05, 2009

Neulich bei den 16 Zwergen...

Wie Spiegel-online schreibt, haben sich die 16 Innenminister zusammengefunden, um darüber zu beraten, was auf heimischen PCs und/oder Fernsehern zu laufen hat, bzw. was man denn noch alles an medialer Unterhaltung verbieten könnte. Dabei kommen mit erstaunlicher Regelmäßigkeit immer die gleichen unbelegten Stereotypen zum Einsatz:
"Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt", sagte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann zu "Welt Online". "Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt."
Ganz großes Kino. Die meisten Amokläufer haben sich auch vor der Tat mit ihrem Schniedel beschäftigt und die ad nauseam dargestellte kriegerische Gewalt in der Tagesschau (welche zu fast 100% von Politikern verursacht wurde) senkt natürlich überhaupt keine Hemmschwelle.

Verbieten, verbieten, verbieten und dann natürlich noch Kontrolle. Die einzige Antwort, welche die 16 Politkasper zu bieten haben. Nunja, wo die Sonne der Erkenntnis tief scheint, wirft selbst ein Zwerg lange Schatten...

Neulich beim Rechtsüberholen...

Ich hatte mich ja schon mal über die Unsinnigkeiten von Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgelassen, doch wie dieser Ausschnitt von extra 3 zeigt, hat Recht noch lange nicht etwas mit Gerechtigkeit oder gar mit Logik zu tun...

Mittwoch, Juni 03, 2009

Neulich in Wichita...

Wiedereinmal zeigt christlich-religiöser Fanatismus seine hässliche Fratze (obwohl es diesen lt. diverser Bischöfe ja gar nicht gibt):
In den USA wurde der “Abtreibungsarzt” George Tiller von einem fanatischen Abtreibungsgegner ermordet. Der Täter ist “für das Leben”, aber das ist wohl relativ, wenn es um das Leben von Ärzten geht.

Samstag, Mai 30, 2009

Neulich beim Schmarotzen...

Ein paar "Gottlose" haben unter hohem persönlichem Aufwand (und dank etlicher - wahrscheinlich ebenfalls "gottloser" - Spender) die Buskampagne auch in Deutschland auf den Weg gebracht. Was liegt da näher, als das mediale Interesse auszunutzen und sich schmarotzend an dieses mit einer Gegenkampagne zeitgleich anzuschließen, wie dies vom evangelikal ausgerichteten Missionswerks "Campus für Christus e.V." praktiziert werden wird. Diese haben sich (wie hier berichtet) offenbar auch einen Bus (natürlich einen teureren - denn der letzte Christ in Armut war ja der arbeitslose Zimmermann) gemietet und wollen... naja.. missionieren - was auch sonst:

"Wir begrüßen die Aktion der Buskampagne, die zum Nachdenken über Gott anregt. Gerade deshalb greifen wir das Thema gern auf und laden zum fairen, aber kritischen Dialog ein. Dabei möchten wir gern weitergeben, welche Erfahrungen wir als Christen mit Gott machen."
Mich würde nur interessieren wie groß der Widerstand der Kirchen wäre, wenn säkulare Verbände auf den Kirchentagen ihre Zelte aufschlügen. Wie gerne würden wohl Bücherstände, z.B. vom Denkladen, auf derartigen Veranstaltungen gesehen, bei denen Ungläubige die Gläubigen zum Nachdenken bewegen wollen?

Und so tun die Streiter für Gott das, was Pfaffen allerorts am besten können, nämlich sich blutegelartig an die Leistung anderer dranzuhängen und davon zu leben - seit Jahrtausenden nicht wirklich etwas Neues.

Mittwoch, Mai 27, 2009

Neulich beim Gesetzesgesetz...

Da Menschen natürlicherweise der Umfang ihres Handelns meinst nicht völlig bewusst ist, muss dieses u.U. korrigiert werden. Aktuell kann man das sehr schön an Zensursulas Herumrudern im Kinderpornonet Internet beobachten. Nicht nur, dass ihre vorgeschlagenen Stop-Seiten keinen einzigen Fall von Kindesmissbrauch verhindern können, nein, diese einzurichten kostet auch ein Schweinegeld und bringt zusätzliche Verunsicherung. Dies hat sie offensichtlich erkannt (wie aus dem spigel-online Interview hervorgeht) und reagiert darauf wie folgt:
Nein, ich nehme die Petition sehr ernst, zum Beispiel den Vorwurf der unkontrollierten Listen. Wir wollen die Transparenz verbessern. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir ein Gremium mit unabhängigen Experten schaffen, das die Blockierlisten unter dem Mehr-Augen-Prinzip anschaut.
Somit sollen in ein (gegen Kinderporno1) unnützes Millionengrab noch weitere Millionen gekippt werden, damit zumindest die Kontrolleure kontrolliert werden können (btw, wer kontrolliert dann eigentlich die Kontrolleure der Kontrolleure?). Wäre es nicht vernünftiger die ganze Kontolliererei zu lassen und die Gelder dort zu verwenden, wo wirklich das Leid von missbrauchten Kindern gelindert werden kann?

Wieso sucht sich vdLeyen nicht ein paar Gleichgesinnte, die ihre Idee auch toll finden, sammelt Geld, überredet (oder bezahlt) Internetprovider ihrer Idee zu folgen und richtet ihre Stop-Seiten in privater Initiative ein, ohne dass es den gemeinen Steuerzahler auch nur einen Euro kostet (bzw. dieser kann dann ja freiwillig spenden, wenn er will)? Wieso sucht sie für das Kontrollgremium nicht ehrenamtliche Mitarbeiter? Vielleicht weil ein derartig blödsinniger Plan von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre und jeder, der klar bei Verstand ist, nicht einen müden Euro für Zensurmaßnahmen ausgäbe? Vielleicht aber auch nur, weil sie die Macht dazu hat sich diesen Scheiß von anderen Leuten bezahlen zu lassen und sich Kinderporno so super zu PropagandaWahlkampfzwecken eignet? Wer weiß das schon...

1: Mit Dank an den Oberclown für die Richtigstellung

Mittwoch, Mai 20, 2009

Neulich beim Gutheißen...

Wie in diesem Artikel zu lesen ist, hat sich der Europäische Gerichtshof gegen den Markt entschieden. Das wäre ja an sich noch nichts besonderes, so könnte er sich ja mal z.B. gegen den staatlich organisierten Waffenmarkt entscheiden, d.h. EU-Länder sollten kein Kriegsgerät mehr exportieren, doch weit gefehlt, es geht um die Pille bzw. Pillen.

Was jeden stutzig machen sollte, der noch nicht komplett auf Linie gebürstet ist, ist die Tatsache, dass dies alle gutheißen. Allen voran Ulla Schmidt, die sich v.a. auf die Fahne schreiben kann das deutsche Krankenkassensystem weiter verschlimmbessert zu haben:
"Die Apotheke im Eigentum des Apothekers sichert in Deutschland eine von Kapitalmarktinteressen unabhängige Arzneimittelversorgung"

Dicht gefolgt von der Union, die verlauten lässt,
durch das Urteil der Luxemburger Richter könne der bewährte Weg "mit unabhängigen, inhabergeführten Apotheken in Deutschland im Interesse der Arzneimittelsicherheit und -verfügbarkeit" fortgesetzt werden.

Auch die Arzneimittelhersteller lassen durch ihren Verbandssprecher verlautbaren
"Es sorgt für den Erhalt des bewährten deutschen Apothekenvertriebswegs. Aus Sicht der Hersteller innovativer Medikamente werden so zwei besonders wichtige Punkte garantiert: Arzneimittelsicherheit und Versorgungsqualität für den Patienten"

Und ebenso der Apothekenverband ventiliert durch seinen Sprecher:
"Das ist ein guter Tag für den Verbraucher- und Patientenschutz in Deutschland und Europa."

Soviel Einigkeit und das im Gesundheitswesen? Potzblitz! Fast schon zynisch mutet es da an, dass der letzte Satz des Artikels lautet:
Mit einem Umsatz von gut 35 Milliarden Euro im Jahr zählt der deutsche Apothekenmarkt zu den weltgrößten.

Planwirtschaftlich organisierte Arzneimittelversorgung ist also das Nonplusultra für... hm... wahrscheinlich für den Apotheker, nehme ich mal an. Und wenn nicht für diesen, dann zumindest für die Pharmaindustrie, welche zu festgestetzen Arzneimittelpreisen ihr Zeug unter die Leute bringen kann. Konkurrenz schadet da ja nur, denn dann könnten Medikamente ja am Ende für den Verbraucher noch billiger werden (wo wir doch alle wissen, dass Bayer, Pfizer & Co. gemeinnützige Unternehmen sind, welche ausschließlich an der Gesundung des Patienten interessiert sind).

Wieder einmal zeigt die EU ihre hässliche Fratze, Binnenmarkt ja, ABER nur dort, wo es den Beteiligten in den Kram passt. Alles was nicht passt, wird passend gemacht und das mit den fadenscheinigsten Begründungen.


Samstag, Mai 16, 2009

Neulich beim Energiepass...

Ein haufen bürokratischer Pappnasen haben sich in Brüssel hingesetzt und vor 7 Jahren mal wieder ein supertolles Papier ausgearbeitet. Genauer gesagt, hat die Europäische Kommission etwas vorgeschlagen und dann hat man sich Gründe aus den Fingern gesogen, warum Hausbesitzer plötzlich nicht mehr ohne Energiepass auskommen können. Diese Gründe hören sich ungefähr so an:
(19) Die regelmäßige Wartung von Heizungskesseln und Klimaanlagen durch qualifiziertes Personal trägt zu einem korrekten Betrieb gemäß der Produktspezifikation bei und gewährleistet damit eine optimale Leistung aus ökologischer, sicherheitstechnischer und energetischer Sicht. Eine unabhängige Prüfung der gesamten Heizungsanlage ist angebracht, wenn eine Erneuerung auf Grundlage der Kosteneffizienz in Betracht kommt.

Das übliche non-sequitur. Zunächst ist es ja richtig, dass die "regelmäßige Wartung" zu einem "korrekten Betrieb" und "optimaler Leistung" führen kann, jedoch folgt daraus keineswegs, dass es "angebracht" ist, hier jemandem unabhängige Prüfer auf den Hals zu hetzen. Das ist nur verqueres, ökologisches Denken, dass jeder Hausbesitzer die größte Dreckschleuder als Heizung im Keller hat und Millionen Liter Erdöl im Jahr verbraucht. Schon aus purem Egoismus wird der Hausbesitzer seine Kosten zu reduzieren versuchen. Dies noch verschärft, wenn er vermietet um seine Position gegenüber der Vermieterkonkurrenz bzgl. der Nebenkosten zu verbessern. Eine solche Prüfung ist somit allein schon aus ökonomischen Gründen Makulatur, die Ökologie muss dafür gar nicht bemüht werden.

Naja.. lange Rede kurzer Sinn, man zwingt jetzt Eigenheimbesitzer dazu, ihr Haus untersuchen zu lassen um dann in den Besitz eines solchen Papiers zu kommen. Intressant, das hier mal nicht die Kosten der Allgemeinheit aufgedrückt werden und der Hausbesitzer den Pass kostenlos bekommt, sondern er muss selbst ca. 500 Euro berappen um ein völlig wertloses Stück Papier zu bekommen, da es ein Gesetz auf einem genauso wertlosen Stück Papier gibt, welches dies fordert. Kommt man dem nicht nach, so wird man wahrscheinlich irgendwann mal eingesperrt.

Doch es gibt natürlich unverbesserliche Optimisten, die sich auch den größten Blödsinn noch schönreden, wie z.B. diese hier:
Für Hausbesitzer ist der Energieausweis eine wichtige Orientierungshilfe und ein optimaler Einstieg in die energetische Gebäudemodernisierung. Denn er weist übersichtlich die energetischen Mängel des Hauses auf und zeigt, mit welchen wirtschaftlichen Maßnahmen die Energiebilanz verbessert werden kann. Ist eine energetische Modernisierung erfolgt, halten Gebäudeeigentümer mit dem Energieausweises ein hervorragendes Instrument zur Bewerbung ihrer Immobilie in der Hand.

Richtig ist, der Energiepass ist eine weitere Gängelung der Bürokratie für die es absolut keine Notwendigkeit gibt. Weder verbraucht ein Haus weniger Energie durch so einen Pass, noch ändert sich irgendetwas an der Nutzung. Aber es ist mal wieder ein schöner Anlass das Privateigentum von jemandem betreten zu können, diesen zu maßregeln ("böse, böse, so ein hoher Energieverbrauch.. tststs") und im Anschluss ihm kräftig in die Tasche zu langen.

Naja.. wenn ich mal in die Lage komme, dass z.B. ein Mieter von mir einen Energiepass fordert, ich von diesem die Vorlage des polizeilichen Führungszeugnisses und eines amtsärztlichen Attests auf körperliche Gesundheit fordern werde. Schließlich muss ich mir ja als Vermieter einen Überblick verschaffen in welchem Zustand sich mein Mieter befindet. Komisch, dass dies noch nicht als EU-Richtlinie erschienen ist...

Nachtrag:
Ins gleiche Horn, wie die EU-Bürokraten stieß natürlich auch der Vorsitzende des hamburger Mietervereins. Das hört sich so an:
"Angesichts steigender Belastungen durch Wohn- und Energiekosten brauchen Mieter präzise Angaben über den Energiebedarf und die zu erwartenden Heizkosten", argumentiert der Vorsitzende Eckard Pahlke. Es sei doch aberwitzig, daß jeder, der ein Auto kaufe, genaue Angaben über den Spritverbrauch erhalte, während ein potentieller Mieter hinsichtlich der Energiekosten völlig im dunkeln tappe. Der Energiepaß sei da eine wichtige Entscheidungshilfe. Außerdem: "Unternehmen mit sanierten Beständen werden durch den Paß Wettbewerbsvorteile am Markt haben."

Auch hier die gleiche falsche Begründung wie schon weiter oben gesehen. Durch den Energiepass bekommt der Mieter nämlich überhaupt keine "präzisen Angaben" über "die zu erwartenden Heizkosten". Diese sind nämlich vom Verbrauch des Mieters abhängig und nicht vom Energiewert des Hauses. Und jeder Mieter, der nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, fragt natürlich wie hoch die Nebenkosten sind. Die Nebenkosten des Vormieters sind nämlich eine viel "präzisere Angabe", welche Belastung zu erwarten ist, als es der Energiepass je sein könnte. Und dann noch der letzte Kardinalfehler Pahlkes: Autos sind Mobilien, Gebäude sind Immobilien. Folglich ist jede Immobilie ein Unikat. Wenn man mit Unikaten handelt ändert ein Energiepass nichts an deren Wert, denn jedes Unikat muss einzeln bewertet werden (deswegen dauern Hauskäufe i.d.R. auch so lange). D.h. der hier und weiter oben zitierte "Wettbewerbsvorteil" ist gleich null und die 500 Mio €, die der Spaß geschätzt kosten wird, hätte man genausogut im Kamin verbrennen können.

Montag, Mai 11, 2009

Neulich beim Rücktrittsgesuch...

Wie der Feuerbringer berichtet unterliegt die Killerspiel-Verbotsfraktion einem Wahn, der sich durch nichts (außer ihrer persönlichen Meinung) rechtfertigen lässt:
Medien haben keine direkten Auswirkungen auf reales Verhalten. Insofern können wir feststellen, dass dogmatische Killerspiel-Gegner einem gefährlichen Wahn unterliegen, der die Presse-, Kunst-, und Meinungsfreiheit gefährdet, und darum von ihrer politischen Verantwortung baldmöglichst befreit werden sollten.
Ich hoffe Joachim Herrmann, bayerns Innenminister und Zensursula von der Leyen, Leiterin des Ministeriums für alles außer Männern Familien, Senioren, Frauen und Jugend, lesen sich das durch und handeln entsprechend.

Sonntag, Mai 10, 2009

Neulich bei interssanten Fragen...

...und diese stellt zur Abwechslung mal Friedhelm Busch. Ja, genau der Friedhelm Busch, welcher mit dem n-tv Börsenfernsehen von Oliver Kalkofe stundenlang durch den Kakao gezogen wurde. Nichtsdestotrotz ist dessen Artikel bei telebörse.de durchaus einen Blick wert:
Der Steinbruch möglicher Steuererhöhungen und Widersinnigkeiten ist noch längst nicht erschöpft: Vermögenssteuer wieder in Kraft setzen, auch wenn die Erhebung vermutlich mehr kostet als die Steuer an Einnahmen bringt. Erbschaftssteuer weiter erhöhen, auch wenn noch mehr Familienbetriebe daran zu Grunde gehen werden. Börsenumsatzsteuer von diesen geldgierigen Spekulanten kassieren, die mit ihren Aktienkäufen die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und ihre eigene Altersversorgung sichern. Oder Lastenausgleichszahlungen von denen, die in der Krise immer noch nichts verloren haben. Warum geben wir nicht gleich alle unser ganzes Geld dem Staat? Und der gibt dann jedem für Konsum und Wählerstimme das, was die Staatsbürokratie oder die Wahlkampfmanager für gerecht bzw. für nötig erachten.

Mittwoch, Mai 06, 2009

Neulich in Sizilien...

Don Corleone sagte:

Die Mafia verliere durch Schutzgeldhinterziehung viel Geld, "und die ehrlichen Schutzgeldzahler in Sizilien sind dabei die Dummen. Darüber reden wir."

Parallel dazu sagte Steinbrück (wie hier zu lesen ist):

Der deutsche Fiskus verliere durch Steuerhinterziehung viel Geld, "und die ehrlichen Steuerzahler in Deutschland sind dabei die Dummen. Darüber reden wir."

Richtig muss der Satz lauten:

Der sizillianische/deutsche Schutzgeld-/Steuerzahler ist immer der Dumme, weil er ehrlich Angst davor hat erschossen zu werden/ins Gefängnis zu gehen. Darüber reden wir.


Dienstag, Mai 05, 2009

Neulich bei den schwedischen Piraten...

Nachdem die Mainstream-Presse sich über das Urteil der Pirate-Bay-Betreiber ausgiebig gefreut hat, freut es mich umso mehr hier mal eine gegenteilige Meinung zu lesen:
[...] Es ist nicht die Aufgabe eines liberalen Rechtssystems, ein Geschäfts- oder Vertriebsmodell einer Plattenfirma oder irgendwelche Sonderinteressen zu schützen. Vielmehr sollte es das Ziel jedes Rechtssystems sein, jeder Person ein Leben in Freiheit zu garantieren und ihr — physisches — Eigentum zu bewachen. [...]

(mit Dank an ars libertatis fürs Daraufaumerksammachen)

Neulich bei der Zensurium tremens...

Im gestrigen "report Mainz" wurde auch ein Bericht über jugendliches Komasaufen gezeigt. Dass es solche Alkoholexzesse gibt, mag man für bedenklich halten - doch hey, wir hatten damals z.B. auch Engländer beim Schüleraustausch, die sich in nullkommanix die Birne weggelötet hatten, eine sogar krankenhausreif.

Wesentlich bedenklicher schien mir in dem Bericht die "Expertenmeinung" von Prof. Wolf-Dieter Ring, seines Zeichens Präsident der bayrischen Landeszentrale für neue Medien, welcher die Videos am liebsten verbieten würde. Der Eindruck wird erweckt, dass es sich hier tatsächlich um einen habilitierten Wissenschaftler handelt, obwohl der "Professor" wahrscheinlich nur ein organisatorischer Titel ist. Dieser Ring hat - gem. Bericht - auch schon veranlasst, dass eine Seite gesperrt wurde, die Jugendliche beim Zusichnehmen von Alkohol zeigt - alles aus Gründen des "Jugendschutzes" selbstverständlich.

Ganz anders ist jedoch seine Position zu offensichtlicher Abzocke von Sendern wie Scheiße hoch 9 9live, wie hier zu lesen:

Diese Art des Umgangs mit einer Aufsichtspflicht gibt bei BLM-Insidern allerdings nur bedingt zur Verwunderung Anlass, denn der Präsident der Landesmedienzentrale, Wolf-Dieter Ring, stellt den Einsatz für bestimmte Unternehmen unverhohlen als modernen medienpolitischen Pragmatismus dar. Trotzdem sitzt er relativ fest im Sattel: Umstritten ist er weniger in der Politik, als bei den Mitarbeitern seiner Anstalt, die er wie ein Fürst regiert. Zu seinem 60. Geburtstag musste die gesamte Belegschaft am Opernball-Fan vorbeidefilieren, während sie zur großen V.I.P.-Party nicht nur nicht eingeladen war, sondern dringlichst gebeten wurde, möglichst den Dienst vor dem Eintreffen der Gäste zu beenden und das Gebäude über den Hinterausgang zu verlassen.
Sehr interessant auch der letzte Absatz des Telepolis-Artikels:

Bei so prunkvollen Feiern bleibt natürlich wenig Zeit für eine effektive Kontrolle der Sender. So wenig, dass nach Informationen aus der Anstalt hunderttausende Unterschriften gegen Nachmittagstalkshows seit etwa einem Jahrzehnt "bearbeitet" werden – ohne Ergebnis, versteht sich. Andere ehemalige Mitarbeiter äußern anhand der erfahrenen Arbeitsabläufe den Verdacht, dass es sich bei der BLM um eine Alibi-Behörde handeln könnte, in der gegebenenfalls absichtlich ineffektiv gearbeitet wird, um Beschwerden des Publikums wirksam zu kanalisieren und ins Leere laufen zu lassen - damit Medienunternehmen weiter senden können wie bisher.
Doch report Mainz schickt noch einen "scharfen Hund" ins Rennen, Professor Christian Pfeiffer, der natürlich ebenfalls solche Internetinhalte, nämlich trinkende Menschen, für "hoch jugendgefährdend" hält. In Wikipedia kann man zu Pfeiffer folgendes lesen:

Pfeiffer gilt neben dem Neurologen Manfred Spitzer als einer der schärfsten Kritiker von digitalen Unterhaltungsmedien. Im Zusammenhang mit der Diskussion um „Killerspiele“ sagte Pfeiffer, dass insbesondere Jungen viele Stunden mit diesen Spielen vor dem Computer verbrächten. Eine Korrelation zwischen Videospielen und einer damit zusammenhängenden Gewaltbereitschaft der User konnte nicht nachgewiesen werden, allerdings konstatierte Pfeiffer einen direkten Zusammenhang zwischen zu zeitaufwändigem Videospiel-Konsum und nachlassenden Leistungen in der Schule: „Je brutaler die Spiele sind und je häufiger man sie spielt, desto schlechter sind die Noten.“ Weiterhin merkte er an: „Je mehr man Ego-Shooter spielt, desto höher ist die eigene Gewaltbereitschaft.“ Pfeiffer trat zu diesem Thema auch häufig in den Medien auf. Er wurde jedoch des Öfteren wegen seiner Art und Weise der Argumentation kritisiert, die viele als polemisch und verkürzt empfinden. Pfeiffers Aussagen und Schlussfolgerungen sind umstritten, nicht zuletzt, da die den Studien zugrundeliegenden Quellen in vielen Fällen nicht veröffentlicht wurden.
D.h. wir haben auf der einen Seite einen Möchtegernprofessor einer ineffektiven Behörde (über welche man einen ganzen Blogeintrag verfassen könnte) und auf der anderen Seite einen kriminologischen Kampfhund, die beide Internetvideos und -seiten unter dem Deckmantel des "Jugendschutzes" verbieten, somit zensieren möchten.

Ich halte den Jugenschutz, speziell die deutsche Variante, für hochgradig asozial. Es wird ein riesiges finanzielles Rad gedreht, man weiß gar nicht wie schnell wer wo was wieder unter ein Verkaufsverbot bzw. auf eine Black-List setzen möchte - man spricht weichgewaschen von Indizierung, faktisch kommt es aber einer Zensur gleich und die Rechnung dafür bekommt - wie immer - der Steuerzahler präsentiert, egal wie sinnlos oder unnütz die Maßnahme auch sei.

Wie wäre es denn, wenn alle diejenigen, denen das Wohl der Jugend doch ach so am Herzen liegt (also Pfeiffer, Ring & Co.), die Dinge selbst finanzieren, die sie großspurig im Staatsfernsehen fordern? Wenn Ring eine Seite verbieten lassen will, so kann er doch dem betreiber die Domain abkaufen und diese stillegen. Wenn Pfeiffer die Videos (wie diesen hier - yousucktube hat ihn mittlerweile in vorauseildendem buckelnden Gehorsam gesperrt) nicht mehr sehen will, dann soll er doch den jugendlichen Machern die Rechte dafür abkaufen - dann kann er damit tun und lassen was er will. Einfacher, und v.a. wesentlich kostengünstiger, ist natürlich der Ruf nach der Beschneidung der Rechte aller mittels staatlicher Verbote - mit einem freien Rechtsstaat hat das aber nichts mehr zu tun (evtl. sollte man in diesem Zusammenhang über einen weiteren Wissenstransfer mit China nachdenken).

Was ich mich bei allen Jugenschutzdiskussionen immer frage: wenn schon die Eltern es nicht hinbekommen, die i.d.R. ihre Kinder besser kennen, diese leichter überwachen können und eine bessere Beziehung zu ihnen haben, dass die Sprösslinge das eine oder andere nicht machen, wie kommt man auf das schmale Brett, dass eine Behörde oder ein staatliches Verbot dies besser handhabt?

Sonntag, Mai 03, 2009

Neulich beim Nichtwählen...

Es sind ja nicht mehr allzuviele Sonntage hin, bis man sich in Deutschland die nächsten Pappnasen aussuchen darf, von denen man sich beherrschen lassen möchte. Umso interessanter finde ich - als zahlender Zuschauer wohlgemerkt, denn nicht jeder der in .de in die staatliche Umverteilung einbezahlt bekommt sein Recht auf ein bzw. zwei Kreuzchen -, dass mit Sicherheit auch über die große Menge der Nichtwähler lamentiert werden wird.

Umso erstaunlicher finde ich es, dass allen Nichtwählern pauschal Wahlfaulheit unterstellt wird. Das wäre ungefähr genauso, wie wenn ich allen C-Parteienwählern geschichtliche Unkenntnis unterstellte, nämlich dahingehend, dass es v.a. die Zentrumspartei war (aus der die C-Parteien hervorgingen und welche immer schon stark christlich durchtränkt war) die Hitler vor +70 Jahren den Weg ebnete.

So wie man dem kreuzbraven Wähler unterstellt, dass er aus seiner politischen Urteilsbildung sein Kreuzchen machte und nicht deswegen die CDU ankreuzt, weil er seine Karre verschrotten konnte, so sollte man den Nichtwählern unterstellen deswegen nicht mehr zur Wahl zu gehen, weil sie sich aktiv gegen das bestehende System entscheiden wollen - und das geht eben nur dadurch, dass man nicht hingeht. Selbst ein ungültiger Wahlzettel würde bescheinigen, dass man prinzipiell mit dieser Art der Herrschaft einverstanden ist, nur auf diesem Wahlzettel keine geeignete Herrscherkaste dabei war.

Und auch und gerade auch bei den Nichtwählern zeigt sich am deutlichsten, wie die parlamentarische Demokratie versagt. So man nämlich wirklich ein repräsentatives Abbild der Wähler haben möchte, dann müsste man auch die Nichtwählersitze im Parlament leer lassen. π x Daumen sind ca. 600 Sitze vorhanden, bei einer Wahlbeteiligung 2005 von 77,7% bedeutet das 23,3% aller Sitze, also ca. 140 Sitze, würde leer bleiben. Das sind fast so viele Sitze, wie jetzt die Grünen, die Linke und die FDP zusammen einnehmen.

Hört sich das nur für mich seltsam an, wenn man sagt, dass zwar niemand gezwungen wird zur Wahl zu gehen, aber anschließend gezwungen wird sich dem Diktat der Mehrheit zu beugen, ohne dass seine Entscheidung in irgendeiner Art und Weise berücksichtigt wird?
»Auf [dem] Planeten sind die Leute Leute. Die Anführer sind Eidechsen. Die Leute hassen die Eidechsen, und die Eidechsen regieren die Leute.«
»Merkwürdig«, sagte Arthur. »Ich meine, du sagtest, es wäre eine Demokratie.«
»Sagte ich«, sagte Ford, »ist es auch.«
»Und warum«, sagte Arthur, der hoffte, er höre sich nicht lächerlich begriffsstutzig an, »schaffen sich die Leute dann die Eidechsen nicht vom Halse?«
»Das kommt ihnen ehrlich gesagt nicht in den Sinn«, sagte Ford. »Sie haben alle das Wahlrecht, und so nehmen sie schlichtweg an, daß die Regierung, die sie gewählt haben, mehr oder weniger der Regierung nahekommt, die sie sich wünschen.«
»Du meinst, sie wählen tatsächlich die Eidechsen?«
»Aber ja«, sagte Ford achselzuckend, »natürlich«
»Aber«, sagte Arthur und stürzte von neuem auf die Kernfrage los, »warum?«
»Weil, wenn sie keine Eidechse wählen würden«, sagte Ford, »käme vielleicht die falsche Eidechse ans Ruder.«

(Douglas Adams, Macht's gut und Danke für den Fisch)

Freitag, Mai 01, 2009

Das Wort zum Sonntag #62

Thema heute:
Das ethische Dilemma von hierarischen Gesellschaftsformen.

Jegliche Regierungsform in der Menschen hierarchisch organisiert sind hat zwei grundlegende ethische Probleme, nämlich zum einen diese Hierarchie zu begründen, zum anderen die Begründung der Mittel zur Aufrechterhaltung derselben.

Ein ethisches Prinzip kann nämlich nur dann Gültigkeit haben, wenn es für eine klar definierbare Gruppe gleichermaßen gilt. Wenn man z.B. als ethisches Prinzip die menschliche körperliche Unversehrtheit anerkennt, so ist es unverständlich bzw. widersprüchlich, wenn diese dann nicht für muslimische oder jüdische Jungen gilt, denen man an ihren Penissen rumschnippelt. Um dies zu tun müsste man nämlich zunächst nachweisen, dass derartige Jungen außerhalb der Definition des ethischen Prinzips liegen - also in diesem Fall keine Menschen sind. Kann man das nicht, muss man entweder das Prinzip verwerfen und öffnet damit Tür und Tor um jedem zu jeder Zeit irgendetwas wegzuschnippeln (z.B. dem Opa einen Finger etc.) oder andernfalls die Tätigkeit des Schnippelns einstellen um den gesetzten Vorgaben gerecht zu werden.

Das grundlegende ethische Prinzip von Regierungen lautet: es gibt einen (oder eine Gruppe von Leuten) der neben der Macht über sich selbst noch Macht über andere Menschen hat. Doch hier sieht man auch gleich das Problem, denn es kann kein eindeutiges Kriterium genannt werden, dass den Machthaber vom Bemächtigten unterscheidet. Das ist den Beteiligten natürlich auch mehr oder weniger bewusst, weswegen die Aufrechterhaltung der Macht ausschließlich durch Gewalt geschehen kann. Man kann dies zwar durch Rationalisierung kaschieren (der Bemächtigte ordnet sich "freiwillig" unter, weil der andere schlauer, größer, schneller etc. ist), am Ende des Tages und so der Bemächtigte an der Struktur etwas zu ändern sucht, wird nur noch der Weg der Gewalt übrigbleiben, da eine ethisch-rationale Begründung nicht vorgelegt werden kann (ok, der Machthaber könnte auch die Macht aufgeben - nur haben wir das je beobachtet?).

Und wie gesehen ergibt sich hier auch gleich das zweite ethische Problem, welches lautet: es gibt einen (oder eine Gruppe von Leuten) die Gewalt gegen andere ausüben dürfen. Doch wenn man z.B. die heutigen Gesellschaften betrachtet, dann erkennt man, dass dies eben nicht als ethisches Prinzip des Zusammenlebens favorisiert wird und i.d.R. aggressive oder gewalttätige Taten gegen andere Menschen geahndet und geächtet werden. Auch hier gilt wieder, entweder alle dürfen Gewalt ausüben oder keiner darf das (oder man nennt schlüssige Abgrenzungskriterien zwischen den Gruppen) - sonst ist das ethische Prinzip für den Müll.

Betrachtet man nun die Vorgehensweisen in modernen Gesellschaften, so erkennt man, dass z.B. Polizisten Gewalt ausüben können ohne dafür geächtet zu werden, Nicht-Polizisten werden aber für gleichartige Handlungen bestraft. Beispiel: wenn mich ein Polizist mit einer Waffe bedroht und ich weglaufen will um der Gefahr zu entgehen, dann schießt mir dieser ins Bein ohne dass dieser Akt der Aggression Folgen hätte. Wenn ich aber meinem Nachbarn die Pistole auf die Brust setze, dieser wegläuft und ich ihm ins Bein schieße, so werde ich sanktioniert, i.d.R. eingesperrt. Insofern stellt sich die Frage, was denn einen Polizisten prinzipiell von einem Nicht-Polizisten unterscheidet? Und wenn man hier kein Kriterium nennen kann, so ist die Begründung der Polizeigewalt für die Füße bzw. das ethische Prinzip zu verwerfen.

Gleiches gilt natürlich auch für religiös organisierte Gesellschaften. Der Vorbeter behauptet zu wissen was die jeweilige Gottheit will und zur Durchsetzung der göttlichen Gesetze bedient er sich profaner Gewalt. Weder kann man begründen, warum der jeweilige Kleriker diese Macht besitzt, noch welches ethische Prinzip hinter der Gewaltausübung liegt.

Die meines Erachtens einzige Möglichkeit hier wieder auf ethisch begründbares Terrain zu gelangen ist, die Machtlosigkeit aller zum Prinzip zu erklären. Keiner hat Macht über den anderen, woraus sich auch ergibt, dass keiner initial Gewalt gegenüber einem anderen anwenden kann. D.h. wir sollten uns nicht nur dafür einsetzen, dass Religionen keine Macht mehr haben bzw. bekommen, sondern mit dem gleichen Nachdruck müssen wir uns - so wir konsequent sein wollten - dafür einsetzen, dass Regierungen jedweder Art ihre Macht einschränken bzw. verlieren.
Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen.
(Isaac Asimov)

Montag, April 27, 2009

Damals beim Zipferlaken...

Der Zipferlake

Verdaustig war's, und glaße Wieben
rotterten gorkicht im Gemank.
Gar elump war der Pluckerwank,
und die gabben Schweisel frieben.

»Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind!

Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr.
Vorm Fliegelflagel sieh dich vor,
dem mampfen Schnatterrind.«

Er zückt' sein scharfgebifftes Schwert,
den Feind zu futzen ohne Saum,
und lehnt' sich an den Dudelbaum
und stand da lang in sich gekehrt.

In sich gekeimt, so stand er hier,
da kam verschnoff der Zipferlak
mit Flammenlefze angewackt
und gurgt' in seiner Gier.

Mit Eins! und Zwei! und bis auf's Bein!

Die biffe Klinge ritscheropf!
Trennt' er vom Hals den toten Kopf,
und wichernd sprengt' er heim.

»Vom Zipferlak hast uns befreit?

Komm an mein Herz, aromer Sohn!
Oh, blumer Tag! Oh, schlusse Fron!«
So kröpfte er vor Freud'.

Verdaustig war's, und glaße Wieben

rotterten gorkicht im Gemank.
Gar elump war der Pluckerwank,
und die gabben Schweisel frieben.

(Christian Enzensberger nach einem Original von Lewis Carroll)

Sonntag, April 26, 2009

Neulich beim Sieg der Vernunft...

Die Initiative für ein Wahlpflichtfach Religionsunterricht, das dem Ethikunterricht gleichgestellt wird und zwischen denen sich die Eltern / SchülerInnen entscheiden müssen, hat im Volksentscheid keine Mehrheit bekommen und ist damit abgelehnt worden.




(Bild geklaut beim Feuerbringer)

Freitag, April 24, 2009

Neulich bei der Realsatire...

Wie eine Satire liest sich dieser Artikel, welcher aber vollkommen ernst gemeint ist:

Die Einnahmen des Bundes
Nichts kommt von selbst. Straßen, Schulen, Arbeitslosengeld — alles kostet. Die Mittel muss sich der Staat bei Bürgern, Unternehmen und Organisationen besorgen. Die oberste Verpflichtung des Parlamentes: Dass es bei den Steuergesetzen so gerecht und nachvollziehbar wie eben möglich zugeht.
"Besorgen" ist in diesem Fall ein Pseudonym für "mit Gewalt nehmen" oder auch "rauben", "stehlen" oder "abpressen". Die "oberste Verpflichtung" scheint ebenfalls ein schlechter Witz zu sein, denn weder ist das deutsche Steuersystem gerecht (gibt es überhaupt ein "gerechtes" Steuersystem?), noch ist es nachvollziehbar - Stichwort hierzu: Steuerklassen, Mehrwertsteuer (7%, 19%) usw.usf.. Doch es geht ja noch weiter:

Größter „Brocken“ aus Sicht des Bundes ist die Umsatzsteuer. Sie funktioniert im Prinzip ganz einfach: Diese Steuer begleitet jedes Produkt, ganz gleich, wie oft es weiterverarbeitet oder veredelt wird, bis es vom Endverbraucher gekauft wird. Weil es von Stufe zu Stufe mehr an Wert gewinnt, wird die Steuer auch Mehrwertsteuer genannt.
Klar, warum nur einmal kassieren, wenn man sich blutegelartig an die gesamte Wertschöpfungskette hängen kann. Der letzte in der Kette (i.d.R. der Verbraucher, denn der Einzelhandel hat normalerweise die höchsten Aufschläge) hat dann wieder die Arschkarte gezogen, denn der Löwenanteil der MwSt. wird von diesem erbracht - alle anderen können nämlich gegenrechnen. Mit "gerecht" hat auch das nichts zu tun. Doch der Artikel ist ja noch nicht zu Ende:
Die Steuerschätzer dürfen nie vergessen, dass Steuern auch das Verhalten der Bürger lenken. Häufig setzt der Staat die Steuerschraube ein, um anderes zu bewirken als nur mehr Einnahmen. So freute sich die Gesundheitsministerin über eine wachsende Nichtraucherquote in der Folge höherer Tabaksteuer und die Drogenbeauftragte über einen sprunghaft wachsenden Konsumverzicht von Jugendlichen bei den sogenannten Alcopops durch eine drastische Besteuerung.
Abgesehen davon, dass hier ganz unverblümt davon gesprochen wird, was man seitens der Politik wirklich will, nämlich Leuten mit DaumenSteuerschrauben zu etwas zu zwingen, freut sich die Gesundheitsministerin zu früh. Raucher beanspruchen das Gesundheitssystem weniger als Nichtraucher. D.h. das nächste, was nach der erhöhten Tabaksteuer angepasst werden muss, sind die Krankenkassenbeiträge... und zwar nach oben, weil Mdm. Schmidt in ihrer gesundheitlichen Allmachtsphantasie wieder nicht bis 3 zählen kann. Und wenn die Jugendlichen halt keine Alcopops mehr kaufen können (oder wollen), dann trinken sie halt wieder Bier oder besorgen sich den Schnaps aus dem Supermarkt - Prohibition soft also.

Letztlich werden auch noch ein paar Zahlen geliefert, die deutlich aufzeigen, wohin das Ganze gehen soll:
In den ersten 50 Jahren der deutschen Nachkriegsgeschichte finanzierte sich der Bund mehr aus direkten Steuern (wie der Einkommensteuer) als aus indirekten Steuern (wie der Umsatzsteuer). 1950 betrug dieses Verhältnis 50,6 zu 49,4 Prozent (5,3 zu 5,2 Milliarden Euro). 1989 war das Verhältnis auf 59,5 zu 40,5 Prozent (159,5 zu 121,6 Milliarden Euro) auseinander gedriftet.
In nicht ganz 40 Jahren hat der Staat seinen Diebstahl so verfeinert, dass sich die Einnahmen verdreißigfacht (!) haben.

Dabei ist das Problem offensichtlich: so wie es die Aufgabe des Bäckers ist, Brote zu produzieren, so ist es die Aufgabe des Sozial- oder Wohlfahrtsstaats, Wohlfahrtsempfänger zu produzieren. Fehlten diese nämlich und ginge es allen Leuten einigermaßen gut, so würde die Berechtigung für diese gigantische Umverteilungsmaschine wegfallen.

Montag, April 20, 2009

Neulich bei der Buskampagne...

Wie man z.B. in diesem Artikel sehen kann, sträuben sich die deutschen Verkehrsbetriebe atheistische Werbung an oder in ihren Fahrzeugen anzubringen.


Um so ärgerlicher, wenn man dann z.B. gestern mit so einem Scheiß in der Hamburger U-Bahn belästigt wird:

Sonntag, April 12, 2009

Neulich bei den Länderspielen...

Youtube zensiert jetzt anscheinend auf Länderebene. Nicht dass das jemanden davon abhalten könnte die Videos zu sehen, nein, es ist lediglich ein höherer Aufwand nötig. Seltsam irgendwie, dass man aus dem dritten Reich und zig Diktaturen, welche immer als erstes dazu übergehen, freie Meinung zu verbieten oder einzuschränken, nichts gelernt hat.

Samstag, April 11, 2009

Neulich bei den Zynikern...

Also ich stelle mir mal so vor, mein ganzes Hab und Gut ist gerade bei einer Naturkatastrophe draufgegangen, die halbe Familie ist gestorben und ich überlege mir jetzt, was ich am dringendsten brauche bzw. was man am ehesten spenden sollte. Daraus erstelle ich dann eine Liste in der Reihenfolge der Wichtigkeit. An welcher Stelle käme dann wohl das da:


Doch letztendlich hat er nicht nur Trost gespendet - hätte mich ja auch gewundert:

Difficile est satiram non scribere.

Sonntag, April 05, 2009

Neulich in Nordhessen...

Man erfährt gerade aus spiegel-online:
Vater schlug mit Hammer auf seine schlafenden Kinder ein

Familiendrama in Nordhessen: Ein geschiedener Vater hat versucht, seine drei kleinen Kinder im Schlaf mit einem Hammer zu erschlagen. Der drei Jahre alte Junge und seine fünf und sieben Jahre alten Schwestern erlitten lebensgefährliche Kopfverletzungen.

Jedoch sucht man jetzt vergebens den hessischen Innenminister Volker Bouffier, der die gefährlichen Tötungstrainingssoftware wie Super Mario Bros. u.ä. auf eine schwarze Liste setzen will und die Softwarehersteller dazu auffordert, derartige Killerspiele doch in Zukunft nicht mehr zu produzieren. Wieso sieht hier niemand das Offensichtliche??

Freitag, April 03, 2009

Neulich in London...

(für Anonym aus Österreich:
"Wissenschaft fliegt dich zum Mond
Religion fliegt dich in Gebäude)

Mittwoch, April 01, 2009

Neulich bei den bayrischen Betonschädeln...

Wie aus der Pressemitteilung des bayrischen Innenministeriums hervorgeht, hat sich ein weiterer merkbefreiter Politiker zu Computerspielen geäußert - und zwar der bayrische Innenminister Joachim Herrmann - was sich wie ein Aprilscherz anhört, aber offensichtlich ernst gemeint ist:

"Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden."

Selbst wenn die Software nicht mehr in .de produziert würde (was sie meines Wissens eh nicht wird) und auch nicht vertrieben würde, so bestehen doch (der EU sei dank) genügend Möglichkeiten dies auch über das Ausland zu besorgen - d.h. eine derartige Forderung ist nicht nur hirnrissig, sondern geht auch an der Realität vorbei.

Interessant auch, dass man private "Killerspiele" verbieten will, aber bei den globalen Killerspielen seitens der Politiker immer brav mitmischt. Sei es "nur" durch Waffenverkäufe oder aber durch Entsendung von Truppen. Doch der Schwachsinn hat, wenn es nach dem bayrischen Innenministerium geht, noch kein Ende gefunden... weiter steht da:

Für Herrmann ist es wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt. "Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden."

Soso, für Herrn Herrmann ist es also "wissenschaftlich klar erwiesen", was dem geübten Leser aber nur zeigt, dass man als bayrischer Innenminister keine Ahnung von Wissenschaft haben muss und anscheinend auch sonst nicht viel auf der Pfanne, denn seine "Schlussfolgerungen" sind nichts als billige Agitation. Doch der Tiefpunkt ist leider immer noch nicht erreicht:

"Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Leider habe viele Eltern überhaupt keine Vorstellungen davon, welchen dauerhaften Schaden ihre Kinder hier nehmen." Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.

Das einzige, was imho geächtet gehört, sind "christlich-soziale" Politiker, die meinen, sie müssten ihr verschrobenes Weltbild mittels Fehlschlüssen oder Scheinargumenten allen anderen Menschen als das Nonplusultra aufs Auge zu drücken. Interessant auch, dass der, der gegen "Killerspiele" eine Hetzjagd entfachen möchte, selbst in einer katholischen Studentenverbindung war und Hauptmann der Reserve ist, also dem echten Töten unter staatlicher Pseudo-Legitimation. Wasser predigen und Blut saufen - oder wie muss ich das verstehen, Herr Herrmann? Schön, dass Sie dem politischen Schwachsinn wieder ein Gesicht gegeben haben.

"Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal Fresse halten!"
(Dieter Nuhr)

Montag, März 30, 2009

Neulich beim Stimmvieh...

Der spiegel-online berichtet überraschend kritisch über ein Unding, welches sich das Bundesmerkel im Wahljahr ausgedacht hat - die Abwrackprämie.
Deutschland im Abwrackwahn: Seit die Bundesregierung zum 27. Januar die sogenannte Umweltprämie einführte, die jedem Käufer eines Neuwagens 2500 Euro schenkt, wenn er ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet, erlebt der Automarkt eine wundersame Zwischenkonjunktur mit absurden Folgen. Pressen malmen quer durchs Land im Dauereinsatz, Käufer strömen in die Präsentationshallen, Ersatzteile überschwemmen den Markt - die Preise für Altmetall und Gebrauchtwagen sind im freien Fall. Gleichzeitig suchen Studenten oder Geringverdiener oft vergeblich nach dem 1000-Euro-Wagen.

Selbst wenn man unsterstellt, dass hier etwas Gutes getan werden wollte, so erstaunt doch einerseits die unglaubliche Kurzsichtigkeit der Politik in Verbindung mit der unfassbaren Naivität des Wahlviehs.

Lt. dem Artikel wollen ca. 8 Mio. Autobesitzer die 2.500 € abkassieren. Nach Adam Ries(e) macht das 20.000.000.000 €, also mehr als die Einnahmen der Tabaksteuer. Folglich kommt - grob gerechnet - auf jeden der 40 Mio Arbeitnehmer eine Mehrbelastung von 500 € zu, und das nur, weil das Merkel so tut, als habe es Geld zu verschenken.

Wer sein Auto abwracken lässt, ist im Prinzip also vorsetzlich asozial, so er den Merkel-Trick durchschaut oder andernfalls ein einfältiger Trottel - man kann es sich aussuchen.

Dienstag, März 24, 2009

Neulich beim Schwachsinn^2...

Spiegel-online schreibt:

Bonuszahlungen an bestimmte Manager in den USA sollen laut Votum des Repräsentantenhauses künftig mit 90 Prozent besteuert werden. Dem von den Demokraten eingebrachten Gesetzentwurf zufolge soll dieser höchste Steuersatz für alle Angestellte gelten, die über ein Familienjahreseinkommen von mindestens 250.000 Dollar verfügen und deren Firmen mindestens fünf Milliarden Dollar aus dem staatlichen Rettungsfonds bekommen haben.

Tja, anstatt zu sehen, dass diese milliardenschweren "Hilfsprogramme" schon ein Schritt in die falsche Richtung waren, reagiert man entrüstet so diese Milliarden auch zu Bonuszahlungen verwendet werden und fordert diese mit einem neuen Gesetz zurück. Wie wäre es, wenn man sich schon das Hilfprogramm gespart hätte? Hätte das nicht nur die jetzt verdammten Bonuszahlungen, sondern auch das neue Gesetz verhindert?


Mir kommt das immer so ein bisschen vor wie die Brandstifter, die einen Waldbrand gelegt haben (Wirtschaftskrise) und jetzt erzählen, dass nur Löschen mit Benzin das Problem löst (Geld in den Markt pumpen). Dann sieht man, dass in dem Wald einer steht und sich am Großbrand seine Zigarette anzündet (Bonuszahlungen), was die Konfiszierung der Schachtel Zigaretten nach sich zieht - ein rationales Vorgehen ist für mich hier nicht erkennbar... aber war es das je?

Montag, März 23, 2009

Neulich in der hpd Röhre...

Tube heißt ja bekanntlich Röhre und das gleiche Synonym verwenden auch die Briten für ihren Fernseher. Daraus erklärt sich dann ganz einfach, warum man ein Videoportal "youtube" nennen kann. Nunja, dieses Portal nutzt jetzt auch der hpd und hat dort schon ein paar Videos bereitgestellt... hoffentlich werden es bald mehr.

Samstag, März 21, 2009

Gerade beim blinden Aktionismus...

Eigentlich wollte ich es mir sparen etwas über den aktuellen Amoklauf zu schreiben und vorherzusagen, dass mal wieder "Killerspiele" ganz oben auf der Agenda stehen wird, aber anscheinend wollen die Angehörigen der Opfer ihr Leid und ihre Trauer in Rache verwandeln und mittels eines offenen Briefs ein "politisches Signal" setzen.

Menschlich ist das nur allzu verständlich, denn es stellt sich unweigerlich die Frage warum so etwas passieren konnte. Nur kann man (wie so oft) die Geschehnisse nicht auf einen Grund auf eine Ursache zurückführen. Folglich wird in o.g. Brief natürlich auch ein ganzes Paket geschnürt, was sich denn so alles in der Gesellschaft verändern müsse, damit die Wiederholung eines solchen Amoklaufs unwahrscheinlicher werde. (Dabei sollte man aber immer im Hinterkopf bewahren, dass es bei weitem wahrscheinlicher ist, bei einem Haushaltsunfall zu sterben, als durch einen Amokschützen ums Leben zu kommen - wieso finden sich so wenig offene Briefe bzgl. dieser großen Gefahr?)

Hier nun die Vorschläge der Angehörigen:
  • Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird. Die derzeitige gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. Bedenkt man, dass ein junger Mensch gerade in dieser Zeit durch die Pubertät mit sich selbst beschäftigt und häufig im Unreinen ist, so ist die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21 Jahre unerlässlich.
Ein derartiger Vorschlag wird die Bundeswehr ganz besonders freuen, welche die Rekruten ja schon ab dem 18. Lebensjahr einzuziehen gedenkt. Weiters war der Amokschütze 18 Jahre alt, die Erhöhung von 14 auf 21 ist somit schlicht willkürlich und ohne Begründung, da dieser nicht die letzten 4 Jahre seines Lebens schießen geübt hat. Dieser Vorschlag zieht lediglich eine zusätzliche Gängelung Tausender vernünftiger Sportschützen nach sich, die plötzlich auf ihren Sport verzichten müssten - und zwar für die nächsten 7 Jahre.
  • Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. Das Fernsehen, als noch wichtigste Informations- und Unterhaltungsplattform, hat einen sehr großen Einfluss auf die Denk- und Gefühlswelt unserer Mitbürger. Das Fernsehen setzt heute die ethischen und moralischen Standards. Wenn wir es zulassen, dass unseren Mitbürgern weiterhin täglich Mord und Totschlag serviert werden, ist abzusehen, dass die Realität langsam, aber stetig dem Medienvorbild folgen wird. Von den Sendern muss verlangt werden, dass sie ein ausgewogenes Programm anbieten und die Zurschaustellung von Gewalt reduziert wird. Eine „Gewaltquote“, der Anteil von Sendungen mit Gewalt in Relation zur Gesamtsendezeit pro Sender, sollte eingeführt werden.
Tja, nachdem mir persönlich das Fernsehprogramm seit Jahren schon nicht gefällt, habe ich die Konsequenz daraus gezogen und schaue es nicht mehr. Das ist die einfachste Lösung, anstatt hier mit "Gewaltquoten" und ähnlichem Firlefanz zu argumentieren. Weiters fehlt auch die fundierte Herleitung, wie das Fernsehen "ethische und moralische Standards" setzen soll. Das Fernsehen ist lediglich ein Spiegel der Gesellschaft, ist dieses amoralisch, so ist es die Gesellschaft auch und somit auch die Unterzeichner dieses Briefes - as simple as that.
  • Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden. Spiele, ob über Internet oder auf dem PC, die zum Ziel haben, möglichst viele Menschen umzubringen, gehören verboten. Gleiches gilt für alle Gewalt verherrlichenden Spiele, deren Aufbau und Darstellung sehr realistisch sind und bei denen viel Blut fließt.
Und ich will, dass Email verboten wird, denn jeder Amokläufer der letzten Zeit hat vor seinem Amoklauf noch Emails gelesen... Auch hier fehlt wieder jeglicher Nachweis, dass "Killerspiele" Amokläufe begünstigen oder gar verursachen. Sry, aber es geht die Angehörigen (und den Staat) einen glatten Scheißdreck an, was sich auf meiner Festplatte befindet und wieviele tausend Pixelmenschen ich jeden Tag umzubringen gedenke - das ist - wie Religion - Privatsache!
  • Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet. In der virtuellen Welt werden heute anonym und gefahrlos Gedankengänge artikuliert und diskutiert, die eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Wie diese Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht. Es darf aber nicht sein, dass sich junge Menschen anonym gegenseitig aufhetzen und zu Gewalteskalationen auffordern.
Auch hier erschließt sich mir der Gedankengang nur aus einem Vergeltungsbedürfnis. Millionen von Menschen sollen bzgl. der freien Rede eingeschränkt werden, weil 15 Menschen auf tragische Weise ums Leben kamen. Alle sollen leiden, nur weil die Angehörigen auch leiden - sehr seltsam und auch bezeichnend, da doch gerade Deutschland in Bezug auf Jugendschutz eine stete Vorreiterrolle einnimmt und sogar mit Pseudo-Zensur-Gremien (nämlich der BPjM) Erwachsenen den Zugang zu Informationen erschwert bzw. unmöglich macht. Wieso gab es in Ländern, die derartige Überwachungspraktiken nicht haben (Österreich, Italien, Spanien...) nicht wesentlich häufiger derartige Amokläufe, was man ja erwarten würde, hätte diese These nur den Hauch einer Berechtigung.
  • Bei Gewaltexzessen wie in Winnenden müssen die Medien dazu verpflichtet werden, den Täter zu anonymisieren. Dies ist eine zentrale Komponente zur Verhinderung von Nachahmungstaten.
Nachdem oben schon die Gedankenfreiheit eingeschränkt werden sollte, hier nun auch noch die Einschränkung der Pressefreiheit - das ist wenigstens Konsequent.

Vielleicht sollten sich die Angehörigen fragen, warum Amokläufe nie in Militärkasernen oder Polizeistationen stattfinden, sondern immer an Schulen oder Universitäten? Jemand der Amoklaufen will, wird sich natürlich einen Ort aussuchen, bei dem er möglichst sicher gehen kann, dass er auf keine Gegenwehr stößt. Und jemand der Amoklaufen will, wird sich auch illegal eine Waffe besorgen können (wie z.B. Erfurt zeigte). Kriminellen ist es nämlich i.d.R. egal ob Waffenbesitz strafbar ist oder nicht, da sie so oder so vorhaben gegen geltendes Recht zu verstoßen - die Waffe ist nur das i-Tüpfelchen.

Insofern möchte ich die Angehörigen dazu aufrufen, mal ein bisschen mehr in der Realtität anzukommen und aus ihrer persönlichen Trauer und ihrem persönlichen Leid nicht eine kollektive Verurteilung der Gesellschaft zu basteln. Was .de wirklich nicht braucht sind noch mehr und noch schärfere Gesetze, sondern weniger Staat und mehr Eigenverantwortung der Bürger.

Ich warte ja nur noch darauf, dass irgendeiner auf die glorreiche Idee kommt Amokläufe bundesweit zu verbieten um das Problem zu beheben...

Mittwoch, März 18, 2009

Das Wort zum Sonntag #61

Thema heute:
Die Unsinnigkeit von Geschwindigkeitsbeschränkungen.

(Fast) Jeder, der einen Führerschein besitzt und mit einem Auto fuhr wird (wenn er sich selbst gegenüber ehrlich ist) zugeben, schon einmal die zulässige Höchstgeschwindigkeit übertreten zu haben. Vermutlich "passiert" dies in .de etliche tausendmal pro Stunde und auch gerade jetzt.

Doch warum neigen Menschen dazu die "zulässige Höchstgeschwindigkeit" zu übertreten? Warum fahren wir z.B. nicht mit 200 km/h über einen unasphaltierten Waldweg? Warum fahren wir nicht 30 km/h auf einer 8 spurigen Autobahn? Nun, der Mensch trifft eine persönliche Risikoabschätzung (RA) bzgl. multipler Faktoren wie z.B. Wetterlage, Verkehrsdichte, Zustand des Fahrzeugts, Sicherheitsmaßnahmen (Airbags etc.) im Fahrzeug, Ablenkung durch Insaßen, persönliche Risikobereitschaft, Wirtschaftlichkeit der Fahrweise usw.. Die lokale Geschwindigkeitsbegrenzung fließt als ein weiterer Faktor in diese Betrachtung mit ein.

D.h. mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung maßt sich ein Dritter, in dem Fall das Verkehrsministerium (oder lokale Verantwortliche) an, eine bessere RA treffen zu können als ich. D.h. wenn meine persönliche RA auf einer vierspurigen Stadtautobahn zu dem Schluss kommt, hier sind 112 km/h in Ordnung, so zwingt man mich auf Grund eines Blechschildes, auf welchem 60 km/h in einem roten Kringel steht und (im Zweifel) mit Waffengewalt bzw. Zwangsenteignung, diese willkürliche Geschwindigkeit zu fahren. Persönliches Leid und zusätzliche Kosten (v.a. in Lebenszeit) wird dabei billigend in Kauf genommen.

Dabei läuft das Konzept der derzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzung auch der aktuellen Fahrzeugtechnik zuwider. Ein Fahrzeug hat heute einen kürzeren Bremsweg als vor 30 Jahren, ein Fahrzeug bietet heute eine höhre aktive und passive "Sicherheit" also vor 30 Jahren. D.h. wir kommen schneller zum stehen als vor 30 Jahren (treffen also u.U. die Mauer gar nicht) und so wir sie doch treffen, landet unser Kopf in einem Airbag anstatt auf dem Lenkrad (nachdem Gurtstraffer alles noch mal schön festgezurrt haben usw.). Das einzige, was sich nicht verändert hat, ist das Verkehrsschild.
Für 1953 lässt sich das erste Bundesergebnis (nach dem heutigen Gebietsstand) errechnen: 12 631 Verkehrstote kamen statistisch auf fast 4,8 Millionen Fahrzeuge. Beide Zahlen stiegen in den Folgejahren: 1970 wurden 21 332 Verkehrstote gezählt, der Kraftfahrzeugbestand hatte auf 20,8 Millionen zugenommen. Seitdem ist – mit wenigen Ausnahmejahren – die Zahl derVerkehrstoten permanent gesunken, trotz weiter steigendem Fahrzeugbestand. (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Doch was wäre der po8ische Blog, wenn er nicht auch eine Alternative aufzeigen würde. Wie wäre es, wenn wir nur noch Schilder hätten, die dem Autofahrer Empfehlungen nahelegen.

Der große Vorteil wäre, dass zum einen unbekannte Fakten (z.B. spielende Kinder) in die Risikobetrachtung des Autofahrers unmittelbar einfließen können und zum anderen, dass die moderne Art der Wegelagerei mittels mobiler oder statischer Radarfalle nicht mehr möglich wäre, denn es gibt keine "richtige" oder "falsche" Geschwindigkeit mehr.

Denn verantwortungsvolles und bewusstes Handeln resultiert nicht aus einer möglichst stark (durch Verbote/Verbotsschilder) reglementierten Umgebung, sondern aus einer Umgebung in der ein möglichst hohes Maß an Freiheit für das Individuum herrscht.

Mittwoch, März 11, 2009

Neulich beim Stehlen...

Nachdem die Bußgelder schon wieder erhöht wurden, mal das hier:


§ 21 Fahren ohne Fahrerlaubnis

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
  1. ein Kraftfahrzeug führt, obwohl er die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder ihm das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist, oder

  2. als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, der die dazu erforderliche Fahrerlaubnis nicht hat oder dem das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten ist.
(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen wird bestraft, wer

  1. eine Tat nach Absatz 1 fahrlässig begeht,

  2. vorsätzlich oder fahrlässig ein Kraftfahrzeug führt, obwohl der vorgeschriebene Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung in Verwahrung genommen, sichergestellt oder beschlagnahmt ist, oder

  3. vorsätzlich oder fahrlässig als Halter eines Kraftfahrzeugs anordnet oder zulässt, dass jemand das Fahrzeug führt, obwohl der vorgeschriebene Führerschein nach § 94 der Strafprozessordnung in Verwahrung genommen, sichergestellt oder beschlagnahmt ist.
(3) In den Fällen des Absatzes 1 kann das Kraftfahrzeug, auf das sich die Tat bezieht, eingezogen werden, wenn der Täter

  1. das Fahrzeug geführt hat, obwohl ihm die Fahrerlaubnis entzogen oder das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten war oder obwohl eine Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuchs gegen ihn angeordnet war,

  2. als Halter des Fahrzeugs angeordnet oder zugelassen hat, dass jemand das Fahrzeug führte, dem die Fahrerlaubnis entzogen oder das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs oder nach § 25 dieses Gesetzes verboten war oder gegen den eine Sperre nach § 69a Abs. 1 Satz 3 des Strafgesetzbuchs angeordnet war, oder

  3. in den letzten drei Jahren vor der Tat schon einmal wegen einer Tat nach Absatz 1 verurteilt worden ist.


D.h. es geht hier nicht darum, dass derjenige prinzipiell kein Auto führen kann, sondern dass sich eine Organisation anmaßt darüber zu bestimmen unter welchen Bedingungen er ein Fahrzeug führen darf. Tut er es doch, so wird er zwangsenteignet - darf aber weiterhin die ganze Chose zwangsmitfinanzieren.

Sonntag, März 08, 2009

Damals im heiligen Herz...

... oder auch "Sacré Cœur" wie man das Mädcheninternat nannte. Geführt wurde es natürlich - bei dem Namen! - von Nonnen, welche mit christlicher Nächstenliebe durchtränkt waren:
Enge Bindungen an andere Menschen wurden im Sacré Cœur nicht gerne gesehen. Ich hatte Freundschaft mit der temperamentvollen Tochter eines Kollegen meines Vaters geschlossen. So wie ich war sie an Freiheit gewöhnt. Unsere Freundschaft musste den Müttern jedoch ein Dorn im Auge gewesen sein. Wir wurden, getrennt voneinander, im Keller des Internats mit fünfzehn Peitschenhieben auf den Po bestraft. Anschließend mussten wir ein Gelübde ablegen, niemandem, auch nicht unseren Eltern, von der Züchtigung zu erzählen.

Freitag, März 06, 2009

Neulich beim Atheisten-Bashing...


Geklaut bei ars libertatis - aber ich musste das einfach haben ;-)

Donnerstag, Februar 12, 2009

Montag, Februar 09, 2009

Freitag, Januar 30, 2009

Neulich bei der Wiiiiiiii...

Photoshop-Phriday zeigt, welch verdecktes Potential noch in der Wii steckt.


Mittwoch, Januar 28, 2009

Montag, Januar 26, 2009

Die po_8ische Hölle #1 - The Beginning

So manch einer mag sich ja schon gefragt haben, warum hier so wenig passiert - nunja, dies liegt v.a. daran, dass ich schon mit dem Training für das (wahrscheinlich) 2011 erscheinende Diablo 3 begonnen habe - sinnigerweise natürlich mit dem Vorgänger.


Das Spiel kostet inkl. Erweiterung (ohne diese sollte man es sich nicht mehr kaufen - denn wer will noch in einer Auflösung von 640x480 spielen?) etwa 15-20 €uronen, die jedoch recht gut investiert sind, denn die Benutzung der Server, das sog. Battlenet, ist kostenfrei (und soll auch für Diablo3 kostenfrei bleiben). Hierbei wird noch zwischen dem "closed" und dem "open" Battlenet (kurz bnet genannt) unterschieden, d.h. beim offenen bnet fungiert der startende Computer als Server, beim geschlossenen wird das Spiel auf einem Server gestartet. Grund dafür ist, dass das closed bnet vor Manipulationen möglichst sicher sein soll (faktisch aber nicht zu 100% ist).

Also flux einen Account im closed bnet erstellt (in meinem Falle natürlich "Po_8") und dann steht man vor der Qual der Wahl. Sieben Charaktäre stehen zur Auswahl und man kann sich kaum entscheiden, wen man wählen soll. Diese sind:
  • Amazone
  • Zauberin
  • Barbar
  • Paladin
  • Totenbeschwörer
  • Assassine
  • Druide
Es gibt wahrscheinlich fast so viele Philosophien darüber, womit man anfangen sollte, wie es Spieler im bnet gibt. Mein persönlicher Favorit für den Start bei Null ist der Totenbeschwörer oder engl. "Necromancer" und zwar in der Ausprägung Skelettmagier, d.h. er beschwört einen Arsch voll Skelette, die ständig um ihn herumwuseln. Der große Vorteil dieses Charakters ist seine fast völlige Teilnahmslosigkeit bei kämpferischen Auseinandersetzungen (bisschen fluchen, bisschen Kadaverexplosion - den Rest machen ja die Skelette) und das Faktum, dass er auch mit schlechter Ausrüstung alle drei Schwierigkeitsstufen schafft. Der große Nachteil ist, dass er sich recht lahmarschig spielt, da er auf die Arbeit seiner Skelette warten muss. Ein weiterer Nachteil ist, dass nur wenige Leute freiwillig mit ihm spielen wollen, da die große Anzahl der Viecher (Skelette, Skelettmagier, Golem und wiederbelebte Monster) die Bildwiederholungsrate in die Knie gehen lassen.
cya in hell ;-)

Freitag, Januar 09, 2009

Neulich beim christlichen Marketing (letzter Teil)

Karl Jaspers (1883-1969)

Uniques selling proposition: Die rationale Form und das anschauliche Sein ist jedes Mal nur das Medium, in dem der eigentliche Beweis aus der Erfahrung des Ungenügends sich hervortreibt. Blickt man durch den Schleier der rationalen Sprache hindurch, so sieht man die Quelle jedes Beweises im Seinsbewusstsein der Existenz, das sich zum Ausdruck bringt.

Reason why: Die Kraft der Beweise besteht nur im existentiell erfüllten Gehalt der Gegenwart des Seins, worin als Chiffre die Transzendenz vernommen wird. [...] Gegen meinen Zweifel gibt es keine Widerlegung, sondern nur ein Tun. Die Transzendenz wird nicht bewiesen, sondern von ihr wird gezeugt. Die Chiffre, in der sie mir ist, wird nicht wirklich ohne mein Tun.


Gott. Just do it.



Luigi Fantappié (1901-1956)

Uniques selling proposition: In dem Wesen, das die Ursache von allem ist, [...] muss eine unendliche Rationalität wirken.

Reason why: Alle Gesetze des naturwissnschaftlichen Universums leiten sich im Grunde von einer einzigen Art Gleichung ab und sind deren partielle Ableitungen.

Supporting evidence: Die komplette Theorie der Zahlen und um so mehr die gesamte Mathematik stellen im wahrsten und tiefsten Sinne des Wortes "unendlich" ein unendliches System der Wahrheit dar, was bedeutet, dass kein menschlicher Geist, der ja immer Beschränkungen unterliegt, dem je auf den Grund gehen und es komplett besitzen könnte. [...] Die heutige Mathematik sollte nicht mehr als Naturwissenschaft betrachtet werden, sondern eher als die wahre und eigentliche metaphysische Wissenschaft, die wahre und eigentliche "Ontologie".

Gott. Zahlen lügen nicht!



Wilhelm Friedrich Weischedel (1905-1975)

Unique selling proposition: Indem das skeptische Denkendas unvordenkltiche Geheimnis als seinen eigenen Ursprung und als Mächtigkeit über aller Wirklichkeit erfährt, redet es von Gott.

Reason why: Nimmt man so das Geheimnis als Wirklichketi und als letzte Wirklcihkeit an, dann scheint man in der Nähe von Mystik und christlichem Glauben zu geraten. Denn auch für die Mystik ist das erste das Mysterium der Gottheit [...].

Supporting evidence: So ist das Geheimnis als das, was allem Denken vorangeht, das Unvordenkliche, was also allem Denken zuvor ist, ohne doch als solches eigens gedacht werden zu können. [...] Das Wissen von der Gottheit ist ebensosehr Erkenntnis wie Verzicht auf Erkenntnis: Ein Umkreisen des Geheimnisses.


Gott. Zweifeln sie noch, oder glauben Sie schon?


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Mittwoch, Januar 07, 2009

Lord Helmchen revolution...

Prosit Neujahr!

Vermutlich hat jeder mitbekommen, dass Dieter Althaus, seines Zeichens CDU Ministerpräsident von Thürigen, am 1. Januar in einen Skiunfall auf österreichs Pisten verwickelt war. Bekannt ist derzeit folgendes:
  • Althaus trug einen Helm und überlebte schwerverletzt
  • die Frau trug keinen Helm und starb auf dem Weg ins Krankenhaus
Auf Grund dessen gibt es einen Run auf Skihelme, da man - wie beim Radfahren - in die Denkfalle tappt, dass ein Helm das Leben rette. Dabei ist der einzige Garant dafür eine umsichtige und vorsichtige Fahrweise, welche man leider immer weniger und weniger beobachten kann. Einer der wenigen, die die Faktenlage richtig einschätzen, ist der Ufallchirurg Christoph Kruis, der im SZ-Artikel so zitiert wird:
"Medizinisch betrachtet bietet ein Helm Schutz vor Gewalteinwirkung und bietet dem Individuum zweifelsfrei einen Vorteil." [...] "Im Bergsport ist immer wieder zu beobachten, dass ein Zusatz an objektiver Sicherheit durch bessere Ausrüstung sehr schnell egalisiert wird durch eine dadurch erst verursachte höhere Risikobereitschaft." [...] "Die Menschen müssen Eigenverantwortung übernehmen. Beim Sprung von einem 50 Meter hohen Kirchturm haben Sie beim Aufprall eine Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern. Den gleichen Effekt haben Sie, wenn zwei Skifahrer mit 50 Stundenkilometern aufeinander prallen. Diese Dimension ist den meisten Skifahrern gar nicht klar."

Und speziell diese erhöhte Risikobereitschaft kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Leute, die erst eine Woche auf den Brettern stehen, düsen die viel zu leichten Pisten in einem viel zu hohen Tempo hinunter. Ein Sturzhelm (denn wie beim Fahrradhelm ist vom Skihelm auch nicht viel mehr zu erwarten) erhöht die eigene gefühlte Sicherheit und zugleich aber auch das Risiko aller anderen Skifahrer durch die riskantere Fahrweise.

Und wenn man sich diesen Video ansieht, dann liegt bei mir die Vermutung nahe, dass die Frau (von der man immer weniger und weniger hört, war sie doch nur Hausfrau und 4fache Mutter, noch dazu aus Slowakei! - da ist ein Ministerpräsident natürlich wichtiger...) nur deswegen sterben musste, weil Althaus über seine Verhältnisse fuhr, evtl. nach vorherigem Genuss von 1-2 Jagertee - das wird die Blutuntersuchung zeigen, und ihrem ungeschützten Kopf noch mal ordentlich eins mit seinem Sturzhelm eingeschenkt hat (oder er hatte einfach den besseren Betonschädel?). Gestützt wird diese These vom ungewöhnlichen Unfallort, der tief in der Piste der Frau lag (wie man hier oder hier sehen kann) und von meinen persönlichen Erfahrungen. Um derartige Verletzungen auf beiden Seiten hervorzurufen muss man schon mit ordentlichem Tempo unterwegs sein - kontrolliertes Abschwingen genügt hier nicht. Wie passend auch, dass keine Zeugen aufzufinden sind, obwohl ich menschenleere Pisten seit 20 Jahren nicht mehr gesehen habe, und Althaus unter Amnesie leidet. Honi soit qui mal y pense...