Donnerstag, September 21, 2006

Neulich bei Larry King...

Mit einiger Zeitverzögerung (die USA sind schließlich mindestens 6 Stunden hinten dran), haben sich auch der aktuelle und der ehemalige Präsident zu Benedettos Rede in Regensburg (wahrscheinlich mussten sie erst mal nachschauen wo Regensburg so genau liegt) geäußert. Wie zu erwarten hat der eine Extremist, dem anderen die Stange gehalten. Doch schauen wir zuerst mal auf die Worte Clintons:
"Jeder von uns, der solche Bemerkungen macht, vor allem jemand in einer so erhabenen Position wie der Papst", erschwere die Aufgabe der Moderaten in der muslimischen Welt[...]. Die moderaten muslimischen Geistlichen würden versuchen, ihre Religion von fanatischen Islamisten "zurückzuerobern".

Interessant, dass die friedlichen muslimischen Moderaten etwas "zurückerobern" wollen, tststs. Weiters, wie soll man etwas zurückerobern, was vorher gar nicht erobert wurde? Eine monotheistische Religion ist per se intolerant, da bedarf es keiner Islamisten dazu!

Naja, und was bekommt man von GWB zu hören?
Er wisse es zu schätzen, "dass er versucht hat zu erklären, was er meinte"

Klar, das macht Bush ja auch schon seit fast zwei Legislaturperioden (thank God there're only two)
"Dieser Kampf dreht sich nicht um Religionen", sagte er. "Dies ist ein Kampf zwischen Menschen, die Religion benutzen, um zu töten, und denjenigen unter uns, die für Frieden sind."

Hä? Hab ich da was verpasst? Den Irak-Krieg evtl.? Außerdem wieder schön friedlich und nächstenliebend den "Kampf" und den "Frieden" in einem Satz genannt - wie schon immer in der Religionsgeschichte. Denn schafft man durch friedliches Herumbeten nicht, die anderen zu seinem Glauben zu bewegen, dann muss ein heiliger Krieg herhalten. Doch Beten und Kampf, Segen und Krieg gingen schon immer Hand in Hand (die Militärseelsorger - welch ein Hohn - können ein Lied davon singen!).
Es gehe nicht um einen Kampf der Kulturen, sondern um "einen Kampf um Kultur". Der Papst habe dies deutlich gemacht. "Ich denke, das hilft denjenigen von uns, die besonders der muslimischen Welt klar zu machen versuchen: Wir kämpfen nicht gegen den Islam"

Wieso kämpft eigentlich niemand für die Vernunft? Lohnt sich das nicht? Wieso werfen Bush & Co. nicht mal ihren bescheuerten Kreationismus über Bord? *sigh*

Naja.. ich halte mich da an Voltaire, der gesagt hat (und dem ich nur voll zustimmen kann):
Doch dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seine Mitbürger glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte, dass er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt, dass er, um diesem Werk Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben lässt: Das ist nun mit Sicherheit etwas, dass kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke auf die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat bei ihm jedes natürliche Licht erstickt.

Dienstag, September 19, 2006

Neulich in Coin...

Die Gläubigen der GNM (siehe auch hier) haben sich am Arsch der Welt in Coin eingefunden um ihrem Meister zu huldigen bzw. dessen schwachsinnige u.v.a. unbestätigte Theorie um die Entstehung von Krebs schon etlichen Menschen das Leben gekostet hat, zu lobpreisen. Sie nannten den Ringelpietz mit anfassen "Wissenschafts-Thing" und viel mehr als irgendsoein unwissenschaftliches Dings ist dabei auch nicht rausgekommen:

In seinem Rundschreiben (verbreitet duch seinen Propheten Pilhar1) heißt es da wie folgt:

Alle Anwesenden waren zutiefst beeindruckt und glücklich. Immer wieder bedankten sich Patienten für das „Göttergeschenk der Germanischen Neuen Medizin“ la medicina sagrada (=heilige Medizin) und versicherten, dass sie jetzt keine Angst mehr hätten.
Super. Ein paar Gehirnamputierte GNM-Jünger haben keine Angst mehr. Genausogut könnte man in die nächste Nervenklinik fahren und ein paar Insassen fragen, wie viel Angst sie vor dem Verrücktwerden haben.

Das Denkmodell von Hamer, übrigens ein überzeugter Antisemit, ist ein geschlossenes (deswegen ja auch die Nähe zur geschlossenen Anstalt - sowohl physisch, also auch psychisch), umso mehr ist es ein Schlag ins Gesicht für jede Wissenschaft, dass sich diese Scharlatane ständig das Mäntelchen eines Wissenschaftlers anziehen, bis jetzt aber noch nichts brauchbares zustande gebracht haben (außer heiße Luft und seltsame Bücher).

Was in dem Rundbrief unerwähnt bleibt, die GNM hat vor einem deutschen Gericht mal wieder eine schwere Schlappe einstecken müssen. D.h. die Hoffnungen auf einen "Prof. Hamer" schwinden immer mehr (zum Glück), zumal ja auch der Habilitationsausschuss dargelegt hat, dass der Prüfling für die erforderlichen Nachweise zu sorgen hat (was Hamer in 25 Jahren noch nicht einmal gelungen ist - aber alle anderen sind ja soooo böse!).

Wer Geisteskranke Hamer-Jünger unter sich erleben will, der kann ja mal hier reinschauen (aber auf eigene Gefahr!) ;-)

1: Das ist der Vater des (damals) krebskranken Mädchens, das mit einem kiloschweren Tumor durch halb Europa gefahren wurde und die trotz anfänglicher Hamer-Behandlung überlebt hat. Seitdem leidet er unter Wahrnehmungsstörungen und ist Hamers Prophet. Da Prophet von Profit kommt, verdient er an der ganzen Scheiße auch ganz gut...

Montag, September 18, 2006

Neulich in Absurdistan...

Tja, allzulang war er nicht, der Besuch unseres (schein)heiligen Vaters, aber er hat zumindest ausgereicht um die unzivilisierte Welt in Wallungen zu versetzen. Auslöser war seine wissenschaftliche theologische Abhandlung über Vernunft im Glauben (eigentlich eine contradictio in adiecto - ein Widerspruch in sich). Dabei zitierte er so ungeschickt, dass wenn er Jenninger hieße und eine Rede zum Jahrestag der Reichskristallnacht hielte, seinen Hut nehmen könnte. Und zwar folgendes:

Ohne sich auf Einzelheiten [...] einzulassen, wendet er sich [...] mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.
Abgesehen davon, dass man genau dasselbe Zitat über die katholische Kirche bringen könnte, genügte es um die mimosenhaften Muslime, genauer, die fanatischen Islamisten auf den Plan zu rufen, jene religiösen Einbahnstraßendenker, die darin das "letzte Glied eines Komplotts für einen Kreuzzug" sehen.

[Exkurs:
Bernhard von Clairvaux (1090-1153), Heiliger und Kirchenlehrer hat folgendes gesagt:
"Für Christus den Tod erleiden oder geben ist nie Verbrechen, sondern Ruhm. Der Kämpfer Christi kann ruhigen Gewissens töten und im Frieden sterben. Stirbt er, so arbeitet er für sich; tötet er, so arbeitet er für Christus. Er trögt daher das Schwert mit gutem Grunde. Er ist der Beauftragte Gottes zur Bestrafung der Bösen und zur Erhöhung des Guten. Wenn er einen Übeltäter tötet, ist er kein Menschentöter, sondern ein Töter des Bösen, und man soll in ihm den Rächer im Dienste Christi, den Verteidiger des Christenvolkes sehen."]
Gut, ganz unbegründet ist die Furcht vor einem neuen Kreuzzug nicht, waren doch die alten grausam genug und diverse christliche Protagonisten sind auch heute fanatisch genug - wenn da mal nix im Busch ist. Nur stellt gerade dieses Verhalten keinen schlagenden Beweis für die Friedfertigkeit des Islam dar (die Verwüstung und die Morde bzgl. der Mohammed-Karrikaturen übrigens auch nicht, liebe Gläubige!).

Im Übrigen verläuft die Diskussion gerade mit diesen Gläubigen meist nach diesem Schema1:

  1. Verkneife Dir jede kritische Äußerung zum Islam
  2. Akzeptiere den Islam als friedfertig
  3. Akzeptiere den Islam als einzig wahre Religion
  4. Akzeptiere, dass Dein Glauben/ Deine Werte höchstens geduldet werden, aber prinzipiell weniger Wert sind
  5. als Folge dieser Akzeptanz: Akzeptiere, dass Du auch als Nicht-Moslem den Vorgaben des Islams zumindest in der Öffentlichkeit folgst.

Doch schauen wir uns mal ein Zitat aus diesem friedfertigen Buch an:


Manche Ungläubige sollten durch euren Sieg vernichtet oder erniedrigt werden, damit sie sich geschlagen zurückziehen. (Sure 3, 127)
Nachdem ich weder an den christlichen, noch den islamischen Schwurbel glauben kann, weil es einfach unglaublich ist, muss ich vernichtet oder erniedrigt (oder am besten beides) werden. Ein Buch in dem so etwas steht, kann kein heiliges Buch sein - das sagt einem die Vernunft. Nicht so den Gläubigen, da kommt dann mindestens eines der folgenden "Gebote" ins Spiel2:

Die 10 Gebote moslemischen Diskussionsverhaltens

  1. Du hast den Koran gar nicht gelesen!
  2. Du hast den Koran nicht richtig gelesen!
  3. Du hattest die falsche Übersetzung!
  4. Den Koran kann man gar nicht übersetzen, denn er ist Gottes Wort!
  5. Wenn du ihn (den Koran) gelesen hast, hast du ihn falsch verstanden!
  6. Wenn du vielleicht Teile verstanden hast, hast du eben nicht alles verstanden!
  7. Auch wenn man den Koran sein ganzes Laben lang studiert, kann man ihn nie ganz verstehen!
  8. Du musst alles im Kontext sehen!
  9. Du hast den Kontext nicht berücksichtigt!
  10. Du bist ein intoleranter Rassist ohne Respekt!
Weder der Islam, noch das Judentum, noch das Christentum sind per se friedvolle Religionen. Dass nicht noch mehr Leute abgeschlachtet werden liegt zum großen Teil daran, dass es viele vernünftige und wenig fanatische Gläubige gibt. Die Übergänge sind leider fließend und in Extremsituationen (s. z.B. Baby-Caust), kann man nicht vorhersagen ob sich ein Gläubiger für die Humanität oder für seinen Glauben entscheidet - das ist der Unsicherheitsfaktor.

Einen Außenstehenden erinnert das (Glaubens)Schauspiel teilweise an zwei Kleinkinder, die im Sandkasten sitzen.
"Mein Gott/Hund/Papi/Sandhaufen/etc. ist viel besser als deiner!" - "Stimmt ja gar nich, meiner is besser und auch viel größer!" - "Neein, meiner is der größte!" - "Nein, meiner!"
Der Unterschied ist nur, dass Kleinkinder lernfähig sind.

So, und morgen schicke ich aus Protest ein Mettbrötchen nach Mekka...

1: hier geklaut
2: hier geklaut

Samstag, September 16, 2006

Neulich in Boston...

Es gibt Gelegenheiten, die sollte man nicht ungenutzt verstreichen lassen. So z.B. die zufällige Begegnung mit einer Person aus einer "Consulting-Butze" deren Namen ich aus rechtlichen Gründen hier nicht nennen will ;-)

Nachdem die Berater ja eigentlich immer einen Tick schlauer sein sollten als der Rest (sonst wäre eine Beratung sinnlos), habe ich mir natürlich erhofft hier den einen oder anderen klugen Gedanken mitzunehmen.

Folgende Consultant-Klischees wurden allerdings prompt erfüllt:
  • Neoliberaler Kapitalismus is beste was gibt
  • Arbeitslose wollen nicht arbeiten
  • Wir haben kein anderes System (Kapitalismus) also machen wir das beste draus (abzocken)
  • Bevor man irgendjemanden ethisch in Frage stellen darf (Ackermann) muss man selbst erst mal auf Hartz IV sein
Nachdem mir dann noch gesagt wurde, wenn's mir hier (in .de) nicht passt, dann kann ich ja gehen, bin ich auch gegangen und habe mich von einer Flasche Becks bzgl. meines Alkoholpegels beraten lassen - das war um Klassen besser.

Mittwoch, September 13, 2006

Neulich bei Markus...

"Lasset die Kindlein zu mir kommen..."
(Mk 10, 14)
Hmmm...... Nein!

Dienstag, September 12, 2006

Neulich beim Karstadt...

Es gibt Situationen, da ärgert man sich einfach. Da kauft man etwas, steht an der Kasse, bezahlt 4,35 € mit einem 10-Euro-Schein und 5 cent und erhält nur 70 cent retour.

Dummerweise ist man sich nicht sicher, dass man der Dame an der Kasse einen 10er gegeben hat, denn diese ist davon überzeugt, dass es nur ein 5-Euro-Schein war.

Nach ein bisschen hin und her, verabschiedet man sich, hinterlässt die Telefonnummer, falls die Differenz bei der abendlichen Abrechnung noch auftauchen sollte und... ärgert sich eben, dass man nicht besser aufgepasst hat.

Und dann gibt es Situationen, da fängt man wieder an, an das Gute im Menschen zu glauben, wenn man 15 Minuten später unter der angegebenen Telefonnummer zurückgerufen wird, sich die (nette) Dame an der Kasse (die inzwischen einen außerordentlichen Kassensturz gemacht hat) entschuldigt und meint, man könne die 5€ jederzeit bei ihr abholen und es tue ihr wirklich Leid für die Umstände.

Man muss sogar sagen, dass diese Dame mehr menschliche Größe gezeigt hat, als es die meisten "Eliten" tun, die uns lediglich das Geld aus der Tasche ziehen, sich aber dafür nicht im geringsten entschuldigen, geschweige denn einen Fehler eingestehen.

Montag, September 11, 2006

Neulich in München (II) ...

Ding, Dong die Hex ist tot Hurra! Der Papst ist da!
Was für eine Freude und was für ein wunderbares Erbrechen meinerseits, wenn man nach einem erholsamen Wochenende nach Hause kommt und folgendes von Benedetto lesen muss:

"Bitte, geht mit Euren Kindern in die Kirche zur sonntäglichen Eucharistiefeier. Ihr werdet sehen, das ist keine verlorene Zeit, das hält die Familie richtig zusammen und gibt ihr ihren Mittelpunkt."
Wenn man bedenkt, dass man (falls man das 80. Lebensjahr erreicht) ca. 30.000 Tage zur Verfügung hat, so kommen darauf ca. 4.300 Sonntage. Ziehen wir mal 300 ab, damit das Rechnen leichter fällt und nehmen nun noch ca. 2 Std. für Gottesdienst + Vorbereitung an. Dann folgt daraus, dass man 8.000 Stunden seines Lebens für den Gottesdienst "opfert". In Tagen ergibt das ca. 330, und das ist schon fast ein Jahr. Wer also der Meinung ist, dass es sich lohnt ein Jahr seines Lebens dafür wegzuschmeißen, von einem Zauberer während eines kanibalistischen Rituals einen Keks in den Mund zu bekommen, naja.. dem kann ich auch nicht helfen, aber er sollte sich wenigstens bewusst sein, warum er das macht.

"Ich weiß, dass es schwer ist, in unserer pluralistischen Welt den Glauben in der Schule zur Sprache zu bringen. Aber es reicht eben nicht, wenn die Kinder und jungen Menschen in der Schule nur Kenntnisse und technisches Können, aber keine Maßstäbe erlernen, die der Kenntnis und dem Können Richtung und Sinn geben"
Tja, und dass der Forschung jahrhundertelang Richtung und Sinn gegeben wurde resultierte letztendlich im Mittelalter, der Ermordung von Giordano Bruno, der Anklage von Galiliei uvm.. Kinder sollten möglichst unvoreingenommen Wissen vermittelt bekommen. Kinder sollten möglichst ergebnisoffen ihre "Forschungen" betreiben können. Kinder sollten in der Schule kritisches Denken lernen anstatt ihre Zeit mit dogmatisierten Konfessionsunterreicht zu verplempern!

"Es gibt eine Schwerhörigkeit Gott gegenüber, an der wir gerade in dieser Zeit leiden"
Wir sind schwerhörig gegenüber Gott? Habe ich da was verpasst? Wird nicht ständig Gottes Wort in jeder Fußgängerzone, auf diversen Webseiten und unzähligen Gotteshäusern gepredigt? Bekomme ich nicht ständig irgendwelche lustigen Zitate aus dem alten Buch um die Ohren, ohne mich wesentlich dafür anzustrengen?
Gesetzt den Fall - und das ist der bei weitem wahrscheinlichere - es gibt den alten Herrn gar nicht, so würde sich sowohl unsere als auch seine Schwerhörigkeit uns gegenüber auflösen und wir könnten endlich anfangen das Leid der Welt zu bekämpfen als es von Gott gegeben hinzunehmen.

"Das Soziale und das Evangelium sind einfach nicht zu trennen"
Naja.. so schamlos hat schon lange niemand mehr gelogen. Wenn er gesagt hätte "das Schwert und das Evangelium sind einfach nicht zu trennen" oder "Tod und das Evangelium" oder "weltlicher Reichtum und das Evangelium sind einfach nicht zu trennen" so hätte ich ihm uneingeschränkt zugestimmt.

"Die Welt braucht Gott. Wir brauchen Gott."
Braucht die Welt wirklich eine Clique von apologetischen Predigern, die darauf aus ist, den Leuten durch die Beseitigung der Probleme, die sie ohne diese Gang gar nicht hätten, das Geld aus der Nase zu ziehen? Dass Paparatzi für sich und die Catholica spricht und dafür natürlich Gott braucht, ist wiederum einleuchtend (und wahrscheinlich der einzig ehrlich gemeinte Satz, den er in .de ablassen wird).

Mittwoch, September 06, 2006

Neulich in meinem Briefkasten...

...fand ich doch das da:

Schade irgendwie, dass ich die Zeugen Jehovas nicht leibhaftig angetroffen habe, hätte ich doch gerne mit ihnen eine erfrischende Diskussion über den Weltuntergang, die Blutspende, die Evolutionstheorie und folgende Bibelstelle geführt (nachdem sich die ZJ im Englischen die "Bible Students" nennen):
Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden. (Hos 14,1)
Mal sehen wie sich deren Gott da rausredet...

Btw, sieht die Broschüre billig und wie ein Pamphlet aus dem Ostblock (mit 50er Jahremotiv) aus, als der Kommunismus in seinen letzten Zügen lag und kein Geld für anständige Flyer da war. Wer will schon so einen Intershop-Glauben annehmen, wenn es doch Paparatzi gibt?

Donnerstag, August 31, 2006

Neulich am Biopol...

Als ich diesen Artikel schrieb, wusste ich noch nicht, dass jemand aus meinem näheren Umfeld auf die süßen Säuseleien, die vielversprechenden Verheißungen dieser Seite reingefallen ist und mit (meinem) Geld einen ebensolchen Biopol erstanden hat :-#

An der darauf folgenden Standpauke hat zumindest die Telekom gut verdient und ich wollte mit einem Update der Story solange warten, bis ein wesentlicher Meilenstein erreicht ist.

Diesen haben wir nun erreicht, denn nachdem der/die Käufer/in in einem Telefonat klargestellt hatte, dass der Biopol nichts nütze und ich "fuchsteufelswild" wäre, kam die lapidare Antwort, dass bei Rücksendung uns bzw. mir das Geld vergütet würde. Dies ist heute auch geschehen, so dass man - bis jetzt zumindest - von einem Ende ohne Schrecken sprechen kann. Die Reaktion ist verständlich kommen doch vermutlich auf zehn verkaufte Biopole zwei Rückgaben, denn wer einmal so viel Geld für spiritistischen Krams ausgegeben hat, ist allein schon wegen des Preises überzeugt, dass es wirkt und fängt an sich über die Wirkung selbst zu belügen.

Eben deswegen noch mal mein Aufruf an dieser Stelle, dass man bei "spirituellen" oder "esotherischen" Produkten die gleiche Sorgfalt walten lassen sollte, wie man es bei Gebrauchtwagen tun würde. Wenn ein solcher nicht fährt und der Verkäufer auch nicht erklären kann wieso er dies ohne Räder, Motor und Lenkung tun sollte, dann sollte man möglichst die Finger davon lassen.

Dienstag, August 29, 2006

Neulich im Asyl für Merk(el)befreite...

Die potenteste Frau im Staate hat sich - wie schon weichgespülte Journalisten zuvor - ins Gandalfs Burg Castel Gandolfo begeben und dem Pontifex Maximus (wie schon in der Geschichte soundsoviele Kaiser und Könige zuvor) ihre Aufwartung gemacht. Spiegel-Online bemerkte nur, dass "Merkel [...] sich beim Papst vor[stellt]", wohingegen die katholische Seite für Realsatire titelt: "Deutsche Kanzlerin für Gottesbezug in der EU-Verfassung". Glücklicherweise hat einer vom Radio Vatikan den Wortlaut ihres darauffolgenden Statements aufgezeichnet, so dass ich ihn hier wiedergeben kann:

„Wir haben über die Themen Religionsfreiheit gesprochen und uns vor allen Dingen mit der Rolle Europas beschäftigt. Hierbei habe ich noch einmal unterstrichen, dass wir eine europäische Identität in Form eines Verfassungsvertrages brauchen, und habe noch einmal deutlich gemacht, dass der Gottesbezug aus unserer Sicht ein sehr wesentlicher Teil sein sollte, weil das Christentum die europäische Geschichte in wesentlicher Weise geprägt hat. Der Heilige Vater hat dazu herausragende Schriften veröffentlicht.“
Wie treffsicher formuliert, denn keine andere Religion (auch nicht der Islam) hat mehr Menschenopfer gefordert, als das Christentum - und somit Europa jahrhundertelang durch seinen blutigen Stempel "in wesentlicher Weise geprägt".

Gemäß Bild.de bzw. eines gewissen Herrn Hugo Müller-Vogg soll für Merkel "das Gebot der christlichen Nächstenliebe [...] – neben der sozialen Marktwirtschaft – 'ein weiterer Grund' gewesen, in die CDU einzutreten."

Nachdem die Geschichte eher vom Versagen der christlichen Nächstenliebe zeugt, als von deren Anwendung, geht das gut Hand in Hand mit der sozialen Marktwirtschaft, die (seit ihrer Einführung) auch eine stete Talfahrt antrat. Reiche werden immer reicher (auch dank aller Bundesregierungen) und als ausgleichende Gerechtigkeit, die Armen immer ärmer. Wenn mir jetzt noch einer erklären kann, was daran sozial sein soll, vielleicht ändere ich meine Meinung...

Zu der Papst-Stippvisite erfährt man auf bild.de noch die brandaktuellen Kommentare der Daheimgebliebenen:
Die Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion, Ingrid Fischbach (CDU): "So sieht für mich ein besonderer Segen zum Regierungshandeln der Bundeskanzlerin aus!"

Die Staatsministerin im Kanzleramt Maria Böhmer (CDU): „Sein Segen wird ihr in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe für unser Land Ermutigung und Orientierung, aber auch Bestätigung sein.“

Na toll, so schlecht steht es schon um .de, dass ohne den "Segen" nichts mehr geht. Wie in einem abstürzenden Flugzeug, in dem dann alle "Gläubigen" zu beten anfangen (obwohl doch am Ende das Paradies wartet), so fangen alle, die politisch nicht mehr weiterwissen, an, mit mystischen Spielereien wie "Segen" zu hantieren. Ein bisschen Vernunft und Logik wären stattdessen angebracht! Aber wir haben noch eine Chance und die bietet das Krichenrecht:
Can. 99 — Wer dauernd des Vernunftgebrauchs entbehrt, gilt als seiner nicht mächtig und wird Kindern gleichgestellt.
Da dieser Tatbestand bei Politikern offensichtlich dauerhaft der Fall ist, können wir die "Eliten des Landes" (zumindest diejenigen von den C-Parteien) längerfristig bevormunden lassen ;-)

Sonntag, August 27, 2006

Neulich bei der (schein)heiligen Inquisition...

Inquisition kommt vom lateinischen "inquisitio" was soviel wie Befragung oder Untersuchung heißt. Umsomehr war man natürlich gespannt, als eine Auswahl handverlesener Journalisten (die eine Schande für den Beruf den investigativen Journalisten sind), unseren Benno XVI. in seinem Faber Castell Castel Gandolfo (eine der zusammengeschwindelten Ländereien, s. Konstantinische Schenkung) befragten bzw. interviewten, sozusagen als Vorbereitung für seinen Besuch in .de, der wieder mal alle ein Schweinegeld kosten wird. Jetzt würden endlich die Fragen kommen, die so viele christliche und unchristliche Menschen bewegen, jetzt kommt die Wahrheit auf den Tisch.

Eigentlich wollte ich das Interview im Wortlaut wiedergeben, aber das würde doch irgendwie den Rahmen sprengen. Dafür kann man es sich bestimmt noch einige Zeit hier anschauen.

Bemerkenswert dabei war, dass Prof. Dr. Gerhard Fuchs weiter zum Bestand der Lügen des Liber Pontificalis beigetragen hat. Nannte er doch Benedetto den Nachfolger Petri, der (lt. katholischer Geschichtsschreibung) der erste Bischof in Rom gewesen sein soll (und das auch noch paarundzwanzig Jahre). Lügen deshalb, weil es keinen einzigen Nachweis darüber gibt, dass es Petrus jemals zu seinen Lebzeiten nach Rom geschafft hat, geschweige denn, dass er dort jahrelang Bischof war. Aber was soll man von einem Herrn des Bayrischen Rundfunks anderes erwarten? (von einem Prof. schon eher.. aber naja)

Alle Fragen waren abgekartet - zumindest drängt sich dieser Verdacht auf - und die Antworten mit sehr großer Wahrscheinlichkeit vorbereitet. B16 lässt sich nicht mehr so leicht auf's Glatteis führen, er wettert auch nicht gegen die Randgruppen (Homosexuelle etc.) sondern weist darauf hin, was die Kirche (speziell die katholische) alles tolles zu bieten hat.

Hier mal ein Beispiel aus dem aktuellen Katechismus (das Paparatzi allerdings nicht gebracht hat):

597. Warum schließen wir mit der Bitte: „Sondern erlöse uns von dem Bösen“?

Mit dem Bösen ist die Person Satans gemeint, der sich Gott widersetzt und „die ganze Welt verführt“ (Offb 12, 9). Der Sieg über den Teufel ist durch Christus schon errungen. Doch wir bitten, dass die menschliche Familie von Satan und seinen Werken befreit werde. Wir bitten auch um das kostbare Geschenk des Friedens und um die Gnade des beharrlichen Wartens auf das Kommen Christi, der uns endgültig vom Bösen befreien wird.

Man sieht ganz deutlich, dass der Teufel höchst persönlich in jedem lustigen Vaterunser noch seine Rolle spielt, obwohl ja aufgeklärte und liberale Katholiken nicht mehr so recht an das ganze Höllen-Teufel-Geschwurbel glauben wollen.

Doch jetzt noch mal ein kleiner Auszug was unser oberster Brückenbauer wirklich im Interview gesagt hat:
(zum Thema AIDS): Wenn man nur Know-how weitergibt, nur beibringt, wie man Maschinen macht und mit ihnen umgeht und wie man Verhütungsmittel anwendet, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass am Schluss Krieg herauskommt und
Aids-Epidemien.

Somit ist bewiesen: durch Anwendung von Verhütungsmitteln entstehen AIDS-Epedemien! Na da hätten wir uns doch die eine oder andere Forschungsmilliarde einsparen können, hätten wir nur früher im Vatikan nachgefragt!

(Zur Rolle der Frau in der Kriche): Sie wissen, dass wir uns durch den Glauben, durch die Konstitution des Apostelkollegiums bestimmt und nicht dazu ermächtigt fühlen, Frauen die Priesterweihe zu erteilen. Aber man sollte auch nicht meinen, in der Kirche ist nur jemand etwas, der ein Priester ist. Es gibt eben ganz viele Aufträge und Funktionen in der Kirchengeschichte. Von den Schwestern der Kirchenväter angefangen bis ins Mittelalter, wo große Frauen eine sehr bestimmende Rolle ausgeübt haben.

Sry, Ladies, also auch in dieser papalen Amtszeit wird's wieder nix mit weiblichen Vorturnerinnen (Achtung: Tautologie!) in den katholischen GEZ (GehirnEinzugsZentralen ..äh Gottes-Erlebnis-Zentralen). Und bei den mittelalterlichen Frauen hat er mal wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen, mussten diese doch oftmals die "bestimmende Rolle" als Spitze des Scheiterhaufens einnehmen, auf den man sie ob ihrer Hexenkünste steckte...
Lustig bei dem Interview war noch der klerikale Enthüllungsjournalist vom Radio Vatikan, Eberhard von Gemmingen SJ, dessen Grinsen wohl erst post mortem operativ entfernt werden kann...

Donnerstag, August 17, 2006

Neulich in der Ökumene...

Seltsam, ihren Keks ...pardon ihre Hostie können Katholiken und Protestanten nicht zusammen essen aber im Eindreschen auf Minderheiten zeigen sie wieder Geschlossenheit. Wie - wie üblich - im kath.net zu lesen war, protestiert Hartmut Steeb (Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz und - nur ganz nebenbei erwähnt - Vater von 10 Kindern) wie so oft gegen den Christopher-Street-Day in Stuttgart. Die Qualität des Protestes erreicht aber ungeahnte Dimensionen.

Man kann eine Sache persönlich gut finden oder nicht. In .de darf man sogar öffentlich sagen, dass man sie nicht gut findet - so etwas nennt man Meinungsfreiheit. Dass aber Steeb jetzt frech bei Merkel & Co. (die sich für den CSD ausgesprochen haben) anmerkt, "dass diese Art aktiver Unterstützung von Homosexualität und Lesbentum weder für die Zukunft unseres Landes gut ist, noch das Vertrauen in die Politik stärkt", finde ich schon ein starkes Stück. Schätzungen zufolge beträgt die Zahl der Homosexuellen in diesem Land ca. 4 Mio.. Dagegen stehen >40 Mio Christen die (nicht Gott sei Dank) immer weniger werden.

Aber dem nicht genug, Steeb greift jetzt in die theologische Trickkiste und schreibt der Kanzlerin "Es wäre fatal, wenn Sie sich der Ideologie dieser Bewegung ergeben würden". Welcher Ideologie? Alle Macht den Schwulen? Lesben heim ins Reich? Homosexualität gibt dem Homo-Sapiens erst die Existenzberechtigung? Also so sehr ich mich bemühe, beim besten willen finde ich keine Ideologie, die zu gleichgeschlechtlichen Paaren passt - wohl aber eine archaisch inhumane Einstellung auf Steebs Seite, die man die christliche Ideologie nennen kann!

Wer jetzt schon meint, das wäre alles gewesen, nein, weit gefehlt! Hat man die schmutzige Wäsche erst ausgepackt, dann kann man gleich noch ein bisschen mit Schlamm werfen. So zitiert Steeb in seinem Brief noch einen Pfaffen im Ruhestand, nämlich Hans Lachmann. Sein Brief muss sich dann - lt. kath.net - folgendermaßen angehört haben:


"Aus einem Programm einer Minderheit, die vor Diskriminierung durch die gesellschaftliche Mehrheit zu schützen ist, wurde ein Problem der Mehrheit, die sich dem Lebensgefühl einer Minderheit anzupassen hat." Konservative Christen würden von der Homosexuellenbewegung als "Homo-Hasser, Nazis, Faschisten" verunglimpft.

Nicht die Mehrheit, die der Minderheit keinen Schutz gewährt, die lieber "das Böse aus [ihrer] Mitte wegtun" (5Mos 22,24) will und wenn es erlaubt wäre, solche Leute einsperren oder so lange psychiatrisch behandeln ließen, bis sie auch 10 Kinder mit einem Heteropartner in die Welt setzten, eben nicht dieser Mehrheit werden faschistoide Züge vorgeworfen, nein, der Minderheit! Die Minderheit unterdrückt die Mehrheit, also darauf muss man doch erst mal kommen. Wenn es nach der Kirchengeschrichtsschreibung ginge, dann wurden damals wohl auch die +90% Christen in Deutschland von ein paar atheistischen Nazis unterdrückt und sind gezwungen worden sich anzupassen. So wie Konrad Gröber, Erzbischof von Freiburg 1944 dem Papst Pius XII. schrieb:
"Wir verkennen manches Gute der neuen Weltanschauung nicht. Wir finden aber bei näherem Zusehen, daß es in ihrem Besten Kopie des Christtums [!] ist." (wenn der Mann nur geahnt hätte, wie recht er hat!)

Was diese scheinheiligen Heuchler dabei übersehen, dass die jahrhundertelange Intoleranz der "Religion der Nächstenliebe und des Friedens" gegen alles was nur kreucht und fleucht und dabei unchristlich war (also alles was anders war, alles was neu war... fast alles eben), dieser abgrundtiefe Hass der Christen, Juden und Muslime v.a. gegen Homosexuelle die "conditio sine qua non", d.h. die notwendige Bedingung, den kausalen Zusammenhang zu einem Christopher-Street-Day darstellt!

Die Ironie bei der Sache ist, dass diejenigen, denen die Liebe von Mann zu Mann "ein Gräuel" (Lev 18,22) ist, selbst ihr Leben lang im Röckchen ..pardon der Soutane rumlaufen, sich (fast) nur mit Männern treffen und voll von Liebe an den Vatergott und dessen Sohn (auch beides Männer & Jesus hatte nur Jünger und war unverheiratet... sehr verdächtig!) sind, genau dieses Verhalten im profanen Zusammenhang verurteilen.

Sonntag, August 13, 2006

Neulich im National Geographic...

Wie man hier nachlesen kann, wurde eine Umfrage durchgeführt, wieviele Menschen nach Ländern unterteilt die Evolutionstheorie für richtig halten.

Das Gute zuerst: "nur" ca. 20% in .de halten die Theorie für falsch
Jetzt das Schlechte: "nur" ca. 40% in den USA halten die Theorie für richtig

Wenn man jetzt weiter hochrechnet, dann könnte man sagen, dass ca. 16 Mio. Menschen in Deutschland gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis zugunsten spiritueller Hirngespinste verwerfen (zum Vergleich: NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland hat 18 Mio. Einwohner).

Was mir noch stark zu denken gibt: das einzige muslimische Land (Türkei) hat noch einen größeren Anteil an Evolutionstheorie-Ablehnern als die USA. Ich wäre nur auf die Werte von Saudi-Arabien, Iran, Pakistan etc. gespannt, aber wahrscheinlich hat man dort die Demographen gleich gesteinigt oder ihnen ob der Frage die Hand abgehackt...


Freitag, August 11, 2006

Same procedure as every year, James.

Es ist so weit und die Anti-Terror-Kämpfe haben wieder begonnen.

Interessant ist, dass mir bis jetzt noch niemand schlüssig erklären konnte wieso man einen Anti-Terror-Kampf kämpfen muss, aber keinen Anti-Blitzkrieg- oder Anti-Kesselschlacht-Kampf. Alle drei Begriffe beschreiben militärische Taktiken und ein Kampf gegen diese kann nicht gewonnen werden.

Was ich noch nicht verstehe ist, dass die mutmaßlichen Attentäter, die Attentäter in spe sozusagen, von London ja definitiv nicht in der Sicherheitskontrolle am Flughafen geschnappt wurden, sondern noch vor ihrem Probelauf! Nachdem aber "Terror" jetzt wieder in aller Munde ist, wird eben noch 10x stärker am Flughafen kontrolliert, obwohl diese Checks bis jetzt nicht einen Terroranschlag verhindert, wohl aber Millionen von Passagieren zusätzlich genervt haben. Eine kausale Verknüpfung von stärkerer Sicherheitskontrolle zu weniger Terroranschläge kann ich nicht erkennen.

What's next? Das ist wohl die große Frage. Proktologische Untersuchungen vor Flugantritt? Nacktfliegen, damit man nichts mehr verstecken kann? Auf die Idee das Hangepäck zu verbieten ist ein Innenminister ja schon gekommen. Absolute Sicherheit bedeutet eben auch absolute Kontrolle.

Man sollte sich bei jeder Sicherheitskontrolle am Flughafen darüber im Klaren sein, dass hier unser rechtsstaatliches Prinzip außer Kraft gesetzt wird. "Jeder ist unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist" wird zu "Jeder ist ein Terrorist, bis er das Gegenteil bewiesen hat". Das erinnert fatal an "Jemand ist eine Hexe/ein Hexer, bis das Gottesurteil das Gegenteil bewiesen hat". Ich will damit nicht die Security-checks für Freizeitterroristen abschaffen (denn einen ausreichend gebildeten und fanatischen Terroristen halten diese eh nicht ab), man sollte nur ein bisschen darüber nachdenken, was man da macht, wenn man seine Schuhe, Gürtel, Hemd und Hose auszieht...

Statistisch gesehen ist es bei weitem wahrscheinlicher, dass man einen tödlichen Haushaltsunfall erleidet, als von einem Terroristen in einem Flugzeug ins Nirvana gesprengt zu werden. Insofern muss ich entschieden dazu aufrufen, alle Haushalte nach spitzen Gegenständen sowie Objekten wie Leitern o.ä. zu durchsuchen und diese zu konfiszieren. Weiters sollte der Strom abgestellt werden (denn dieser kann auch tödlich sein), ebenso wie das Wasser (wie viele sind schon in der Badewanne ertrunken). Ein Verbot aller brennbaren Substanzen wie z.B. Papier, Gardinen (Verbot bzw. harte Bestrafung von Zigarettenbesitz ist eh schon in Planung) o.ä. sollte sich ebenso anschließen wie das Einziehen sämtlicher Reinigungsmittel auf chemischer Basis.

Nachdem das aber für unser Sicherheitsbedürfnis nicht reichen wird, empfehle ich die Videoüberwachung aller Haushalte. Man könnte ja z.B. eine Kamera in den Fernseher einbauen und somit gleich eine Art Gegensprechanlage installieren... ich glaube George Orwell hatte da mal eine brilliante Idee...

Sonntag, August 06, 2006

Neulich bei Stefan Mross...

Ich hielt ja immer diese Geschichten von Vampiren und Untonten für kompletten Humbug. Der sonntägliche Fernsehgarten mit Stefan Mross belehrte mich aber eines Besseren. Dort traten Maria und Margot Hellwig auf, die, wie untenstehende Bilder klar und deutlich beweisen, nicht mehr am Leben gewesen sein können, d.h. es muss sich um Volksmusik singende Zombies oder ähnliches gehandelt haben.

Wieso können diese Urgesteine des schlechten Geschmacks nicht einfach in Würde altern? Sind es finanzielle Nöte? Der Drang immer im Mittelpunkt stehen zu müssen? Und vor allem, warum sieht die Tochter genauso alt aus wie die Mutter (beide wie ein 86 Jahre alter Pfirsich)? Und warum musste der Kameramann immer wieder und wieder eine Portraitaufnahme während des Singsangs machen? Ich vermute er war ein Sadist.

Doch noch etwas steht jetzt bewiesenermaßen fest: So wie Mross nicht Trompete spielen kann, kann auch der Schönheitschirurg der Hellwigsisters nicht wirklich liften.

Irgendwie ist mein Sonntag jetzt im Eimer und ich muss mich ganz schnell mal übergeb.....

Freitag, August 04, 2006

Neulich in France...

Ich weiß nicht, wem es ähnlich geht, aber ich kann das ganze Dopinggeraffel nicht mehr hören. Doping hier, Doping da, Ullrich hat 35.000 € zuviel (und diese fürs Dopen ausgegeben) etc. blabla...

Wieso teilt man die Sportler nicht in zwei Kategorien auf? Doper und Nicht-Doper. Die Nicht-Doper müssen pro-aktiv jedes Medikament (und sei es auch nur ein Aspirin) anmelden, die Doper können nehmen was sie lustig sind. Für die Nicht-Doper gibt es eine Positiv-Liste, d.h. alle Medikamente darauf sind Nicht-Doping-Mittel.

Es gäbe dann die Olympischen Spiele und die Dopolympics, die Fußball WM und die Fußballdope WM etc.pp.

Bei den Nicht-Dopern gäbe es schärfste Kontrollen in Verbindung mit Aberkennung der Siege der letzten 3 Jahre und Rückgabe der Preisgelder bei Zuwiderhandlung, bei den Dopern selbstredend gar keine Kontrollen und Maßnahmen.

So könnte sich jeder selbst aussuchen wo er am liebsten mitspielen möchte und wo er sich am wohlsten fühlt. Die Zuschauer in gleicher Weise, wo sie am liebsten zuschauen möchten. Und die Sponsoren, wo sie am liebsten werben möchten... dann hätte sich das Doping wahrscheinlich ganz schnell von ganz alleine erledigt.

So, und jetzt gönn' ich mir nen doppelten Epo ;-)

Nachtrag (06.08.2006):
Nachdem ich jetzt ein paar Tage über meinen eigenen Beitrag nachgedacht habe, ist mir auch eingefallen, was mir in der ganzen Doping-Debatte fehlt. Wo sind die hundertschaften von Sportlern, die sich aktiv und persönlich (und nicht nur allgemein hinter einer Kampagne verstecken) gegen das Doping aussprechen? Wo sind die Fußballer, Weitspringer, Springreiter, Geräteturner, die in jeder Sportschau im Fernsehen mindestens einmal erwähnen, wie verwerflich Doping ist?

Doping ist - und deswegen finden wir das auch so unschön - Betrug. Betrug an den Zuschauern, die eine vorgespiegelte Leistung bewundern, Betrug an der Konkurrenz, die ohne die chemische Keule in den Kampf zieht und v.a. Betrug an sich selbst. Wie kann man sich an einem Sieg erfreuen, den man nur durch Schummeln erreicht hat, wie ehrlich ist das Glücksgefühl auf Platz eins zu stehen, wenn man weiß, dass man ohne Beschiss nur eine kleine Nummer wäre? In meinen Augen ganz schön armselig...

Mittwoch, August 02, 2006

Neulich nach dem Urlaub...

Er kann's einfach nicht lassen. Wie ich bereits hier geschrieben hatte, hat unser Benedetto schon damals zum Gebet für den Frieden im Nahen Osten aufgerufen. Jetzt wiederholt er diesen Aufruf erneut:

Wörtlich meinte er: „Ich bitte alle, weiter für den lieben und gemarterten Nahen Osten zu beten. Wir haben die erschreckenden Bilder von so vielen hingeschlachteten Personen, vor allem Kindern, vor Augen - ich denke da besonders an Cana im Libanon. Noch einmal: Nichts kann das Vergießen unschuldigen Blutes rechtfertigen, von wem es auch begangen werden mag!“
[das bitte merken!]

Also von der 1 Mrd. Katholiken auf der Welt sollten es doch mindestens zwei hinbekommen haben und selbstlos im vollen Glauben an den Schöpfer, im Namen Jesu und in Hinsicht auf Joh 14,12-14

12 Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. 13 Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. 14 Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.
gebetet zu haben, oder? D.h. als Schlussfolgerung bleibt für mich, dass Jesus damals frech gelogen hat oder dass der Evangelist Johannes frech gelogen hat, als er diese Worte aufschrieb, oder dass es Gott scheißegal ist, wer sich da die Schädel einschlägt, oder dass Gott nicht allmächtig ist. Auf jedenfall weiß ich spätestens jetzt, dass Gott nicht so funktioniert, wie sich die Katholiken das so vorstellen. Das heißt aber auch, dass Himmel und Hölle, Sünde und Sakrament auch nicht so funktionieren wie sich die Catholica das vorstellt ;-)

Und wenn der Papst schon vor allem an die "hingeschlachteten" Kinder denkt, so möchte ich doch noch folgende Zitate aus der Heiligen Schrift einwerfen:

29 Es war Mitternacht, als der Herr alle Erstgeborenen in Ägypten erschlug, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf dem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker, und jede Erstgeburt beim Vieh. 30 Da standen der Pharao, alle seine Diener und alle Ägypter noch in der Nacht auf und großes Wehgeschrei erhob sich bei den Ägyptern; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. (Exodus 12,29f)

Vor ihren Augen werden ihre Kinder zerschmettert, ihre Häuser geplündert, ihre Frauen geschändet. (Jes 13,16)

2 Der Herr sagte zu mir: Fürchte ihn nicht, denn ich gebe ihn, sein ganzes Volk und sein Land in deine Gewalt. Tu mit ihm, was du mit Sihon getan hast, dem König der Amoriter, der in Heschbon seinen Sitz hatte. 3 Und der Herr, unser Gott, gab auch Og, den König des Baschan, und sein ganzes Volk in unsere Gewalt. Wir schlugen ihn und ließen keinen überleben. 4 Damals eroberten wir alle seine Städte. Es gab keine befestigte Stadt, die wir ihnen nicht genommen hätten: sechzig Städte, den ganzen Bezirk von Argob, das Königreich des Og im Baschan. 5 Alle diese Städte waren durch hohe Mauern, Torflügel und Torbalken befestigt. Hinzu kamen die zahlreichen offenen Landstädte. 6 Wir weihten sie der Vernichtung, wie wir es mit Sihon, dem König von Heschbon, getan hatten. Wir weihten die ganze männliche Bevölkerung und die Frauen, Kinder und Greise der Vernichtung. (5. Mose 3,2f)

Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. [weil Gott seinen Sohn auf die Erde schicken musste, mussten zuerst ein paar unschuldige Babys dran glauben!] (Mt 2,16)
Na? von wem ist hier das Blut vergossen worden? Wer hat's erfunden? Wer die Leute "hingeschlachtet"?

Oder muss man den pontifex maximus jetzt an Joh 8,7 ("Wer von euch ohne Sünde ist, ...") erinnern. Eher würde wohl passen: Ein jeder kehr' vor seiner eig'nen Tür, er hat wohl Dreck genug dafür! Und Dreck gab und gibt es wahrlich genug vor den Türen dieser scheinheiligen, ehrenwerten Gesellschaft!

"Noch einmal: nichts kann das" Beharren auf imaginären Göttern und/oder Wahnvorstellungen "rechtfertigen", schon gar nicht die fast 2000 jährige Blutspur der Kirche durch die Geschichte.

Sonntag, Juli 30, 2006

Neulich in Linz...

Es ist schon erstaunlich mit welcher Chutzpe manche Leute andere Leute abzocken. Man könnte hier auch über den Tisch ziehen sagen, Betrug wäre auch kein schlechter Ausdruck. Doch zunächst zu den Fakten:

Ein gewisser Reinhold Prinz betreibt ein sog. Bioenergetic Institut in Linz und verspricht vollmundig Leistungen, die in keinster Weise erklärt werden (oder wer weiß schon was Organ-Meridiane sind?). Weiters nutzt er seinen Internetauftritt auch um diverse Artikel unter die Leute zu bringen.

Ich greife mir jetzt mal wahllos zwei Dinge raus die der gute Herr Prinz feilbietet.

Das erste ist eine Salbe, die unter dem Namen Centella Creme läuft, unter der Verkaufskategorie TTK für Traditionelle Thailändische Kräuter, bei der für die 20g (in Worten: zwanzig Gramm) sage und schreibe 28,35 € zu berappen sind. Unterstellt man jetzt einen Wirkstoffgehalt von 20% (bei echter Medizin ist es i.d.R. nur ein Viertel davon), so kommt man auf einen Kilopreis von ca. 7000 €. Die Centella gehört zur Familie der Doldenblütler (zu der u.a. auch der Schierling gehört, und die meist giftig sind) und ist in tropischen und subtropischen Gebieten auf der ganzen Welt in einer Höhe zwischen 500 bis 2100 m weit verbreitet. Es sollte also mit äußerst geringem Aufwand möglich sein, diese Pflanze von ein paar armen Thais kiloweise in der thailändischen Natur sammeln zu lassen (der Stundenlohn in Thailand beträgt - aus dem BSP errechnet - ca. 1,1 €!). Unter der Tabelle der TTKs steht noch dazu folgendes:

Alle angeführten Produkte sind keine Medikamente und ersetzen daher NICHT den Arzt oder Therapeuten, sondern sind Nahrungsergänzungen, die bei den genannten Erkrankungen unterstützendund hilfreich eingesetzt werden.
Somit drängt sich hier zwangsläufig der Verdacht auf, dass mit geringem Aufwand und esoterischem Geschwurbel eine Menge Kohle gemacht werden soll.

Das zweite ist der BIOPOL.

Was ist der Biopol?
Er ist ein "Umweltharmonisator und Wasserbeleber" (das fehlende "h" habe ich eingefügt).

Wer sich jetzt fragt, was damit gemeint ist.. keine Sorge, die Antwort steht weiter unten:
STRAHLENHARMONISIERUNG - Der BIOPOL harmonisiert sämtliche Arten von gesundheitschädlichen Strahlen (Wasseradern, Erdstrahlen, E-Smog) auf ein für den menschlichen sowie tierischen Körper natürlich harmonisiertes Ausmaß.

BIOENERGETISCHE WASSERBELEBUNG - Der BIOPOL erzeugt sogenanntes rechtsdrehendes" Leitungswasser, das gesundheitswichtige Information an den menschlichen als auch tierischen Organismus weiterleitet.
Wer sich kritisch über Wasseradern, Erdstrahlen, E-Smog und den Wasserglauben informieren will - ich habe die Begriffe bereits verlinkt ;-)

Was kostet der BIOPOL?
Die kleinste Version kostet 500 €, die größte 2.400 €.

Und jetzt das Beste: 25 Jahre Garantie!
Ist natürlich einfach, bei einem Gerät bei dem keine Wirkungsweise erkannt werden kann 25 Jahre zu garantieren. Genauso könnte ich einen Stein sammeln, den verkaufen und für seine Funktion (nämlich ein Stein zu sein) 25 Jahre zu garantieren...

Die Krönung ist jedoch die Berschreibung der Wirkungsweise des BIOPOLs. Es fällt mir schwer das hier zu copy-pasten, weil ich dabei immer in schallendes Gelächter ausbreche:
Wirkqualität der BIOPOL - Produkte
Durch den inneren Aufbau des "BIOPOL"s (bzw. aller BIOPOL-Produkte) bedingt wird ein quantenphysikalisches Feld höherer Ordnung geschaffen, das jegliche Materie in seinem Feld strukturgebend moduliert. Das heißt, daß von einer höheren Dimensionsebene über Informationsfelder die Materie und Energie in unserem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum strukturgebend und informativ verändert werden kann.
Ah ja. Und warum haben die beiden Jungs das nicht schon längst zum Nobelpreis angemeldet? Vielleicht, weil sie zu bescheiden sind und das Dings lieber an Nicht-Physiker verkaufen? In dem obenstehenden Zitat wird nichts erklärt, sondern nur der Leser mit pseudowissenschaftlichem Fachgesimpel zugemüllt. "Quantenphysikalisches Feld" ist kein Ausdruck aus der Quantenphysik! Google liefer genau 5 Treffer für diesen Ausdruck und - man höre und staune - alle verweisen auf genau diesen BIOPOL! Nachtigall ich hör dir trapsen. Schade nur, dass man Schwachsinn nicht quantifizieren kann...

Jeder der bei diesen Jungs auch nur einen Euro lässt ist selber schuld, denn jeder kann tun und lassen was er will. Beschwert euch nur hinterher nicht bei mir und werft mir vor ich hätte es euch nicht gesagt...

Samstag, Juli 29, 2006

Damals in Russland...

Nicht, dass der letzte Weltkrieg von Abscheulichkeiten voll und an Grausamkeit kaum zu übertreffen war, nein, so muss ich doch jetzt lesen, dass 1,3 Millionen Menschen weniger hättten sterben müssen. Wie? Etwa durch einen besseren Invasionsplan der Alliierten? Durch ein weiteres Hitler-Attentat? Nein, weit gefehlt! Nur weil ein paar Christen zu egoistisch gebetet haben. Hier ist der Beweis:

Wie ich in diesem Forum an dieser Stelle lesen musste:

Ich will gerne von Gottes Beistand und Schutz berichten.Im letzen Weltkrieg habe ich den Polen-, Frankreich und Rußlandfeldzug von Anfang bis Ende, zum Teil als vorgeschobener Artilleriebeobachter mitgemacht und bin zum Schluß noch in russische Kriegsgefangenschaft geraten. Alle meine Angehörigen haben für mich gebetet und hl.Messen lesen lassen. Ich bin unverletzt geblieben und auf gar wunderbarer Weise aus der russ. Kriegsgefangenschaft entlassen worden. - Ein für mich bewiesener Beweis für die Erhörung tiefgläubiger Gebete meiner Eltern und Verwandten. Meine Dankbarkeit ist riesig. [Hervorhebung von mir]

Gott hat also offensichtlich ein Gebet erhört. Toll! Nur wären die Eltern und Verwandten des Schreibers nicht so irrsinnig egoistisch gewesen, so manisch auf die Heimkehr ihres Lieblings bedacht und hätten stattdessen für alle Kriegsgefangenen gebetet und Messen lesen gelassen, dann würden 1,3 Millionen Menschen (das ist nämlich die Zahl der, in russischer Kriegsgefangenschaft verstorbener oder vermisster, Soldaten) noch leben! Wo war hier die vielgepriesene Nächstenliebe? Wieso hat man nur an seinen Nächsten und nicht an die vielen anderen Nächsten, die ebenso in russischen Gefangenenlagern saßen und teilweise elendiglich verhungert sind, gedacht? Damals waren mehr als 90% der Bevölkerung Christen! Wo zeigt sich hier der (v.a. selbstbezeugte) Altruismus des Christentums?

Oder war das mit der Heimkehr nur pures Glück oder ein dummer Zufall und Gebete sind reiner Aberlgaube und funktionieren gar nicht?
"Mit oder ohne Religion können sich Menschen anständig verhalten und schlechte Menschen Böses tun; doch damit gute Menschen Böses tun, dafür braucht es Religion"
(Steven Weinberg, Atomphysiker)
PS: Vielleicht fällt ja auch dem einen oder anderen auf, dass (mal wieder) ein "wahrer" Christ an vorderster Front mitgeholfen hat die Anzahl von Gottes Geschöpfen auf diesem Planeten zu dezimieren... aber wahrscheinlich waren in seiner Bibel (mal wieder) die Seiten Mt 5,44 und Lk 6,27 grade wieder zum Arschabwischen verwendet worden - wie in allen Jahrhunderten zuvor auch.

PPS: Als ich nach dem Zitat von Weinberg gegooglet habe bin ich noch auf folgendes gestoßen... und ich muss sagen, selten war der Papst in spe so dicht an der Wahrheit dran, wie damals:
"Eine Aufgabe des absoluten Wahrheitsanspruches läßt den Glauben an Christus sich in mehr oder weniger frommes Geschwätz auflösen. [...]"
(Josef Ratzinger, Kurienkardinal)

Mittwoch, Juli 19, 2006

Neulich in Les Combes...

Wie man aus wohlinformierten Quellen erfahren kann, hat sich Benedetto (mal wieder) zu aktuellen politischen Themen geäußert:

"Ich stimme vollkommen mit der Erklärung der G8 überein. Es scheint mir, dass dies den Weg anzeigt, den man gehen muss. Ich habe dem nichts hinzuzufügen, außer an die Wichtigkeit des Gebetes zu erinnern, damit Gott uns helfen möge."
An anderer Stelle muss man gar lesen:
Papst Benedikt XVI. äußerte sich bestürzt über die Eskalation im Nahen Osten und verurteilte Terrorismus und Vergeltung auf beiden Seiten. "Kehrt auf den Pfad der Vernunft zurück", appellierte er von seinem italienischen Urlaubsquartier Les Combes an die Konfliktparteien.
Jawoll, kann man da nur sagen, "kehrt auf den Pfad der Vernunft zurück", den ihr ohne Religion(en) nie verlassen hättet! Scheinheiliger Schwätzer! Nun, es schlagen sich im Nahen Osten doch nicht etwa deswegen schon seit Jahrzehnten die Leute die Schädel ein, weil sehr viele religiöse Fanatiker sind? Weil die eine Seite etwas glaubt und die andere glaubt etwas anderes?

Und schön, dass Benedetto die Ergebnisse der G8 toll findet. Das hilft der Welt wirklich weiter. Aber natürlich vergaß er nicht, den Auftritt zu nutzen um den Blödsinn von Gebeten weiter zu verbreiten.

Gottes Wille steht fest, so sagt es schon Pred 3, 14 "Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden und Gott hat bewirkt, dass die Menschen ihn fürchten.". Welchen Sinn macht es da noch zu beten? Wird Gott seinen Willen ändern, so er doch allwissend ist, d.h. genau weiß was passiert ist, passiert und passieren wird?

Doch Benedetto wird ja noch konkreter - man kann mit Gebeten Gott bitten, damit er uns helfen möge. Was ist, wenn er jetzt nicht hilft? Ist er dann ein böser Gott? Ein gleichgültiger Gott? Ein nicht allmächtiger Gott? Nein, das wäre ja zu einfach :-)

Wenn man mit einem Gebet nicht das erwünschte Resultat erzielt, dann hat man eben falsch gebetet. So einfach ist das! Wenn ich mit einem viel zu großen Hammer auf einen viel zu kleinen Nagel schlage und deswegen immer meinen Daumen treffe, dann ist nicht etwa der Hammer oder der Nagel falsch, nein, ich mache einen Fehler beim Hämmern. Logisch oder?

Ob so viel Weisheit des hl.Vaters kann man sich nur vorbeugen und das gerade Gegessene noch mal durch den Kopf gehen lassen...

Dass es sich beim Beten um puren Aberglauben (das hören halt Gläubige nicht so gern, deswegen sollte man es nochmal betonen), ABERGLAUBEN handelt, verdeutlicht noch mal dieser englische Videoclip.

Samstag, Juli 15, 2006

Ich hab's immer gewusst...

.. ich bin nicht Papst, ich bin Spiderman!
(nur das mit Supergirl wundert mich ein bisschen...)

Your results:

You are Spider-Man

You are intelligent, witty,
a bit geeky and have great
power and responsibility.


Spider-Man
80%
Supergirl
75%
Superman
70%
The Flash
70%
Batman
65%
Robin
60%
Wonder Woman
55%
Iron Man
55%
Green Lantern
50%
Hulk
45%
Catwoman
20%



Click here to take the Superhero Personality Quiz

Sonntag, Juli 09, 2006

Neulich im Ackersenf...

Waffensen kennt wahrscheinlich keine Sau und bei der Stadt Rothenburg o.d.Wümme, neben der Waffensen liegt, ist es wahrscheinlich auch nicht viel besser (wenigstens bei mir war es so). Zumindest gibt es in Waffensen ein Highlight und das ist das TARANGA Hotel, auf deren Internetseite etwas marktschreierisch als "TARANGA Tagungszentrum und Hotelanlage zwischen Hamburg, Bremen und Hannover" angepriesen.

Ok, ich will es ihnen nicht verübeln, sagen sich doch in dem Bermudadreieck zwischen Hamburg, Bremen und Hannover die Füchse "Gute Nacht". Für eine Tagung oder ein Seminar ist es sogar recht gut geeignet, da man mangels Ablenkungsmöglichkeiten doch immer relativ früh im Bett ist.

So, jetzt aber genug Werbung gemacht. Was ich meiner geneigten Leserschaft (ich setze immer noch mehr auf Qualität denn auf Quantität, wie man an den unzähligen Kommentaren sehen kann *mitdemZaunpfahlwink*) nicht vorenthalten möchte sind die Zimmernamen. Jawohl, Zimmernamen, denn Nummern wären ja zu einfach! So ist jedes Zimmer nach einer lustigen Bachblüte (wem die Bach-Blüten nichts sagen, kann sich hier mal kurz informieren) benannt und es gibt da so lustige Namen wie eben "Ackersenf", "Einäugigerjähriger Knäul", "Drüsentragendes Springkraut", "Rotbuche" oder "Quellwasser".

Das Konzept ist ja ganz witzig und bricht auch gleich das Eis am ersten Abend ("Ich wohne in der Rosskastanie und Du?" "Doldiger Milchstern, was immer das auch ist!?"), birgt aber auch Probleme, die man sich in "normalen" Hotels nicht bewusst macht.

Die Zimmer sind alle mit Telefon ausgestattet, aber wo sonst die Zimmernummer als Durchwahl reicht, muss man sich hier mit dem Zimmernamen noch eine zusätzliche Zahl eingeprägen. Auch müssen die Bedienungen ständig Zimmernamen in Zahlen konvertieren, denn zum einen würde es ewig dauern, wenn man "Gefleckte Gauklerblume: 1 Bier" auf den Zettel schreibt, zum anderen sind moderne Kassensysteme nicht immer mit einer Schreibmaschinentastatur ausgestattet und gestatten meist nur die Eingabe einer Tischnummer/Gastnummer.

Was aber schon ein bisschen nervig ist - vor allem für mich - sind die blauen Zetteln auf dem Zimmer, in denen Informationen zu den jeweilgen Pflanzen enthalten sind. Dem aber nicht genug, nein, es muss auch noch irgendwelcher esotherische Blödsinn unter den Menschen - zumindest dem Teil der Menschheit die dort nächtigt - verbreitet werden. U.a. ist da zu lesen:

Affirmation zum Ackersenf:
In allen Dingen sollte die Fröhlichkeit angeregt werden und wir sollten uns weigern, uns von Zweifeln und Depression bedrücken zu lassen, sondern wir sollten vielmehr daran denken, dass diese nicht zu unserer Natur gehören, denn unsere Seele kennt nur Freude und Glück. [...]
Das positive Potential des Ackersenfs ist ein Gefühl des Getragenseins vorm Strom des Lebens. [...]Menschen, die das positive Potential des Ackersenfs verkörpern, sind gefühlsreiche, tiefempfindende Menschen.
Kraftformen des Ackersenfs:
"Ich bin leicht"
"Ich bin heiter"
"Ich gehe ins Licht"
Ackersenf - die Licht Blüte:
Vom Seelenschmerz zur Seelengröße.

Der Mensch ist voll von Zweifeln, denn nur die Zweifel haben uns weitergebracht. Ebenso, wie ich an der Wirksamkeit der Bachblüten ernsthaft zweifle, zweifle ich auch daran, dass mir TARANGA oder der alte Herr Bach erklären können, was das ganze Ackersenfgeschwafel soll. Was ist ein "postitives Potential"? Die Möglichkeit, dass der Ackersenf was positives macht? Und wenn ja was? Mein Zimmer um 10 € billiger? Die Bedienung hübscher?... ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass "Ich gehe ins Licht" sich für mich anhört, als wäre der Hotelgast kurz vorm abnippeln - wollen wir mal nicht das Schlimmste hoffen...

Freitag, Juli 07, 2006

Neulich in Berlin...

Wie man hier lesen muss, scheinen ein Fußball und ein williges Weibchen auf manche Männer die gleiche Wirkung zu haben. Bei den Weibchen vergisst der Mann (neben guter Manieren) komplett seinen Verstand und denkt nur noch mit der Hose, beim Fußball eben nur noch mit dem Fuß:
Passend zur Fußball-WM hatten sich die Künstler ihren Beitrag ausgedacht: 16 mit Beton gefüllte Lederfußbälle brachten sie mit Ketten an verschiedenen Orten in Berlin an.
Das wirklich lustige kommt aber jetzt:
Die beiden jungen Männer bolzten mit Schwung gegen die Bälle - und hielten sich danach mit schmerzverzerrten Gesichtern die Füße.
Wie muss ich mir das jetzt vorstellen? Beide werden ja nicht zugleich auf den Ball getreten haben können. Somit muss zumindest einer zuerst ein schmerzverzerrtes Gesicht gehabt haben und sich den Fuß gehalten haben. Ich will ihm ja noch zu gute halten, dass er (vielleicht auf Grund des Schmerzes) den anderen nicht warnen konnte.

Aber zumindest der Zweite verdient (fast) den Darwin Award ("fast" weil er sich dabei nicht umgebracht hat). Wie blöd (oder besoffen) muss man sein, um auf einen Ball zu treten, den der Vorgänger schon keinen Zentimeter bewegen konnte und der diesem auch noch schreckliche Schmerzen zugefügt hat?

Aber statt dass die beiden beschämt über so viel Leichtsinn und Dummheit die Schnauze halten und nach Hause oder zum Orthopäden gehen, kommt dann folgendes:
Nun droht ein juristisches Nachspiel. Auf die beiden Künstler kommt ein Verfahren wegen gefährlicher und fahrlässiger Körperverletzung sowie wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu.
Wenn etwas typisch deutsch ist, dann das. Nicht die Deppen werden bestraft oder bestrafen sich selbst, sondern die Künstler. Und so ein Staat schreibt sich noch "Freiheit der Kunst" ins Grundgesetz...

Donnerstag, Juli 06, 2006

Weil man an mich mir nicht glaubt...

Des öfteren habe ich schon gesagt, dass sich die Kirche nicht ändern wird. Ständig schlägt mir dabei entgegen, dass wir doch das 21. Jh. schreiben, dass doch sooo viel caritative Hilfe geleistet werde (fragt sich nur auf wessen Kosten!) undundund.

Naja.. und dann muss man auf meiner Lieblings-Fundamentalistenseite das lesen:
Die Predigt von Bischof Anton Schlembach beim Pontifikalamt am 30. Juni 2006 im Wortlaut:
[...]
Wie der Mensch von Natur aus darauf angelegt ist zu essen, zu atmen, zu gehen, zu sprechen, zu denken, zu lernen, so hat er eine Naturanlage zur Anbetung. Zur Anbetung Gottes. Ein Mensch, der nicht anbetet, ist deshalb nicht voll entwickelt. Er bleibt unterentwickelt, lässt seine höchste Veranlagung, seine höchste Lebensmöglichkeit unbenützt. Er kommt nicht zu seiner eigentlichen Selbstverwirklichung. [...]
Hier zeigt sich wieder die hässliche klerikale Fratze. Nächstenliebe ja, aber nur gegen andere Anbeter. Toleranz ja, aber auch nur gegenüber denjenigen, die auch einer Wahnidee anhängen. Alle anderen sind "nicht voll entwickelt" also könnte man auch sagen (nachdem es sich hier ja um Geistlichkeit handelt) geistige Krüppel. Selbstverwirklichung findet man nur dann, wenn man an etwas glaubt für das es keinen Beweis, keine Begründung noch nicht mal eine vernünftige Erklärung gibt - also ich werde darauf wohl vergebens warten.

Aber da wir grade beim Beleidigen sind, die Gegenseite (mal wieder) angefangen hat und mir das Untenstehende erst vor kurzem untergekommen ist, hier noch ein paar Worte vom erfolgreichsten Schismatiker, Martin Luther, die ich statt "Wir sind Papst" lieber in der Bildzeitung gelesen hätte (so ich diese Papierverschwendung denn lesen würde):
"Die Papstsau von Rom, Papstesel und Bestie der Erde, ein vermummeter und leibhaftiger Teufel, ein Dreck, den der Teufel in die Kirche geschissen hat, beschissen und ausgeschissen, ein erzpestilenzialisches Ungetüm und spitalischer, stinkender Madensack."

Mittwoch, Juli 05, 2006

Neulich in Dortmund...

Es ist nicht fair auf Geschlagenen herumzutrampeln, insofern versuche ich nicht zu kritisieren, sondern nur etwas zu bedenken zu geben. Sepp Herberger soll einst gesagt haben:
"Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten!"

Die Metainformation darin ist (wenn man das Ganze etwas exegetisch angeht ;-) ), dass man das Spiel nach 90 Minuten gewonnen haben sollte... und nicht bis zum 11er Schießen rumeiern - kommt meist nur Murks bei rum.

Samstag, Juli 01, 2006

Was ich nich alles hab...

Tja, Sachen gibt's, die gibt's nicht und Homepages hat man oder man hat sie nicht. Wem dieser Zustand immer schon ein bisschen suspekt oder nicht genug war, für den gibt es Abhilfe. Ich hab jetzt nämlich auch gar keine Homepage. Wer mir nicht glaubt, hier der Beweis:

http://po8.hat-gar-keine-homepage.de/

Dienstag, Juni 20, 2006

Neulich in Göttingen-Ost...

Die freie Marktwirtschaft schmäht selbst die Fäkalien nicht (wie Kohl schon sagte: "nur was hinten rauskommt zählt") und so wird jetzt auf Autobahnraststätten 0,50 € für einmal Austreten verlangt. Derjenige, der sich - wie ich - nicht jeden Tag auf Deutschlands Autobahnen rumtreibt, fragt sich natürlich, wie man diesen Schweinepreis eintreiben will. Tja.. die Lösung ist recht simpel und erinnert ein klein wenig an den Skilift oder so manchen U-Bahneingang.

Ein Drehkreuz nebst Automaten, der selbiges aktiviert (nach einem halben Euro versteht sich), sowie die schon immer bekannte Reinigungsfachkraft (leider nicht auf dem Foto zu sehen) bieten die Gemütlichkeit, die man sonst nur noch von Bushaltestellen kennt.

Wer sich allerdings zu einem Kotau hinreißen lässt und vor den Augen des Klomanns/der Klofrau unter dem Kindereingang durchkriecht, der muss nichts bezahlen.

Aber was heißt hier bezahlen - völlig falsch gedacht! Man bekommt einen Gutschein über einen halben Euro, den man dann gegen etwaigen Verzehr oder Konsum in der Raststätte einlösen kann.

Dumm nur, wer vorher verzehrt und dann erst muss, denn dieser "Spezialfall" ist bei der Prozessanalyse nicht bedacht worden.

Und weiters stellt sich noch die Frage, für wie blöd SANIFAIR die Kunden hält. Die Preise der Rastanlagen sind so oder so zu teuer, daran ändert auch die Tatsache nichts, dass man die erste "Rate" von 50 €Cent am Scheißhaus "abdrücken" muss.

Sonntag, Juni 18, 2006

Neulich beim Busfahren...

Ok, mitgefangen - mitgehangen. Wenn mehr als 20 Leute im Reisebus mitfahren, ist es schwer, sich zum einen auf die Lautstärke zu einigen, mit dem etwas über das Bordlautsprecher 20.1 System dudelt, zum anderen auf das was darüber verbreitet wird.

Nachdem alle Neuerscheinungen - ob Coverversion, ob neu komponiertes Humtata - immer (meist) den gleichen Drum-Computer hinterlegt haben, der, alle anderen Elemente übertönend, mit 120 Schlägen pro Minute oder schneller etwas wie "hmpfts-hmpfts" zum "Gesamtkunstwerk" beiträgt, kam mir folgende Theorie zur Erklärung dieses starken Beats in den Sinn:
Weil die Menschheit immer blöder wird, muss Musik, so sie erfolgreich sein will, einen immer stärkeren Beat mitbringen, da sonst der Durchschnittstänzer nicht mehr weiß, wann er wie tanzen soll.

In Zeiten von PISA und Bild-Zeitung, Nachmittagstalkshows und Dilettantenstadl ist es einfach nur Konsequent dem Konsumenten gerade dort entgegen zu kommen, wo es ihn etwas kosten könnte - nämlich Hirnschmalz. Es ist so schön einfach, die Wellen des Basses & Schlagzeugs, die ohnehin schon (weil alles übertönend) den Körper schütteln, lediglich zu verstärken und voilá - fertig ist die Tanzbewegung.

Ich werde versuchen, diese Theorie durch empirische Belege zu erhärten. Falls jemand noch eine andere Erklärung für dieses Phänomen hat, bitte ich um Mitteilung per Kommentar :-)

Mittwoch, Juni 14, 2006

Neulich unter der Konstablerwache...

Ich schlenderte gemütlich Richtung S-Bahn, da fiel mir folgendes Plakat auf:




Dort, wo bei der zitierten Bibelstelle "..." steht, steht in der EU-Einheitsübersetzung "nicht zugrunde geht, sondern". Interessant, das Weglassen von vier Worten nimmt dem Satz komplett das Angstpotential.

Konsequent weitergedacht allerdings sagt obige Stelle aus, dass jeder der nicht glaubt eben zugrunde gehen wird - eine massive Drohung an alle diejenigen, die mit diesem Verein nichts anfangen können.

Würde eine andere Sekte wie z.B. Scientology ein gleich großes Plakat mit deren abstrusen Theorien aufhängen, wäre das Geschrei wieder groß, aber christliche Glaubensrichtungen genießen halt in .de Narrenfreiheit.... "Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich." (Mt 5,3)

Btw, das c-plakat.de hat nicht mal ein Impressum. Sollte sich der eine oder andere Rechtsanwalt genötigt sehen eine Abmahnung zu schreiben - meinen Segen hat er ;-)

Dienstag, Juni 06, 2006

Neulich in München...

Kaum schlägt man ein Onlinemagazin auf und ahnt nichts Böses, muss man da doch folgendes lesen:


Stoibers Glaubensgipfel
Nach Mohammed-Karikaturen und TV-Papstsatire geht CSU-Chef Edmund Stoiber in die religiöse Offensive: Gemeinsam mit Vertretern der Glaubensgemeinschaften will er das Strafrecht verschärfen. Vertreter muslimischer Organisationen fehlten bei dem Treffen. [...]
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) fordert als Gastgeber der Runde "einen Grundkonsens, dass nicht alles mit Füßen getreten werden darf, was anderen heilig ist". Deshalb habe er den "politischen Willen", eine Initiative im Bundesrat zur Verschärfung des Strafrechtsparagrafen 166 zu starten, der bisher die Beschimpfung eines religiösen Bekenntnisses unter Strafe stellt.[...]

Hmm... in Bayern hat ja vor allem die C-Partei eine lange tradition und "religiöse" Themen werden dort heißer gekocht als anderswo. Nichtsdestotrotz birgt das ganze Gerangel um § 166 - gerade in Bezug auf die Mohammed-Karikaturen - nicht einer gewissen sozialen Sprengkraft. Da ich nicht davon ausgehen kann, dass jeder diesen StGB-Paragraphen genau kennt, sei dieser hier angeführt:

§ 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
Bezogen auf die Mohammed-Karikaturen besagt dieser Paragraph, dass wenn ein Zeichner ein paar Bildchen malt, die dazu geeignet sind, einen (vandalisierenden und/oder pöbelnden und/oder plündernden und/oder etc.) Mob von Fundamentalisten auf die Straßen zu bewegen, nicht die Teilnehmer des Mobs, sondern der Zeichner bestraft wird - die Logik verstehe mal wer will...

Und da lt. Herrn Stoiber "nicht alles mit Füßen getreten werden darf, was anderen heilig ist", plädiere ich hiermit für die Abschaltung der Kirchenglocken und des Muezzins, denn meine Ruhe ist mir heilig!

Es ist für mich auch komplett unverständlich, wieso alle naselang "religiöse Gefühle" verletzt werden können. Eine göttliche Entität kann schon mal per se keine solchen haben (denn dann müsste diese an sich selbst "glauben" - was noch in keiner religiösen Sekte Sinn gemacht hat), d.h. diese Gefühle können nicht gemeint sein. Die einzigen Gefühle, die man verletzen könnte, sind die der Gläubigen. Jetzt gibt es allerdings schon den Tatbestand der Beleidigung (§ 185 ff StGB), der einen persönlichen verbalen oder optischen (Karikaturen) Angriff ausreichend abdeckt. Auch kann ein Einzelner explizit darlegen, warum und in welchem Maß er beleidigt wurde.

Soll aber - wie von Señor Stoiber gefordert - der Zustand des Beleidigtseins einer Gruppe bewertet werden, wer legt dann den Maßstab fest? Die Kirche? Der Papst? Herr Stoiber? Und vor allem, wie ist man als Gruppe beleidigt? Genügt es, wenn (z.B. bei Popetown) einige Fundamentalisten beleidigt sind oder muss die ganze Christenheit beleidigt sein? Was ist, wenn die Kritik gerechtfertigt ist, aber trotzdem als Beleidigung empfunden wird? Hier würde einer Wischi-Waschi-Rechtssprechung Tür und Tor geöffnet.

Obwohl die christlichen (und auch die islamischen) Schriften (Bibel, Kirchenlehrer etc.) voll von Hetze gegen die "Ungläubigen" sind und diese bestenfalls auf den Mond, schlimmstenfalls in die Hölle wünschen, so habe ich noch keinen organisierten Haufen Atheisten durch die Straßen ziehen sehen, die proklamierten, ihre profanen Gefühle wären durch die Höllenwünscherei verletzt worden. So etwas nennt man nämlich Toleranz - aber davon gab es im Christentum/Islam eh nie genug... ;-)

Der richtige, säkulare Ansatz wäre, Paragraph 166 ersatzlos zu streichen!

Samstag, Juni 03, 2006

Neulich in einer Theokratie Polen...

Auf meiner lieblings Realsatireseite musste ich glatt folgendes lesen (Hervorhebung von mir):
„Neu in Polen ist, dass politische Parteien ihren Katholizismus ausdrücken möchten“, erklärte der polnische Soziologe Pawel Spiewak. [...] „Vor einigen Jahren war ein typischer Pole katholisch in seinem privaten Umfeld. Jetzt drückt er das offen aus.“. Dies sei „untypisch für Europa“. In den letzten Jahren begann eine politische Bewegung in Polen, die christlichen Werte wieder in der EU zu verankern. [...] Einer britischen Zeitung sagte der ehemalige Kommunist [Aleksander Kwasniewski Präsident von Polen]: „Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass auf das antike Griechenland, Rom und die Aufklärung verwiesen wird, ohne sich auf christliche Werte zu beziehen, die so wichtig für die Entwicklung Europas sind.“

Nunja... zuerst einmal ist man, ob solch klarer Äußerungen, erst einmal der Meinung im falschen Film zu sein, denn wir schreiben das Jahr 2006 und nicht 1496 (als "God's-Own-Country" gerade erst entdeckt wurde). Weiters sollte man Spiewak einmal fragen, wie "neu" es wirklich ist, dass sich ein Regime zum Glauben, speziell zum Katholizismus, bekennt. Soweit mir bekannt, hat sich schon im 4. Jhd. unserer Zeitrechnung Kaiser Konstantin zum Glauben bekannt und seinen "Katholizismus" ausgedrückt - was, wie landläufig bekannt sein sollte, in Mord, Todschlag, Genozid und dem Papsttum endete.

Schön, dass die Polen diese alte Tradition wiederentdeckt haben. Die erste Bemerkung eines soziologischen Psychopathen Soziologen könnte ich ja noch so stehen lassen, aber dass der polnische Präsident "Aufklärung" und "christliche Werte" ohne rot zu werden in einem Atemzug nennt und diese v.a. noch gleichberechtigt erscheinen lassen will, das wird alle, die während der Aufklärung ihr Leben für mehr Freiheit gelassen haben, zu schnellen Rotationsbewegungen in ihren Ruhestätten veranlassen. Dafür gibt es wirklich "keine Entschuldigung"!

Schön, dass die Polen nach einer mehr als 10-jährigen Phase der Freiheit, wieder unter das Joch einer Macht wollen - allerdings keiner weltlichen, sondern einer, die das ewige "Heil" verspricht.

Vielleicht sollte ich Herrn Kwasniewski mal folgendes Zitat von Karheinz Deschner per Em@il schicken - evtl. ist ja noch was zu retten:
"Denn nie erstrebt die christliche Kirche, zumal die katholische, Freiheit, grundsätzliche Freiheit, sondern stets nur Freiheit für sich. Nie erstrebt sie die Freiheit der anderen! Angeblich des Glaubens, tatsächlich ihrer Herrschsucht wegen, zerstört sie vielmehr jedes Freiheitsbewußtsein und -bedürfnis, sobald immer sie kann, drängt sie jeden Staat, ihre "Rechte" zu schützen, die Menschenrechte zu ruinieren, und dies durch alle Jahrhunderte."
Wehret den Anfängen!

Neulich in Bratislava...

Da schlägt man seine virtuelle Zeitung auf, liest folgendes
Irland und die Slowakei legen Klage gegen Vorratsdatenspeicherung ein
und freut sich, dass es in EUroland doch den einen oder anderen Mitgliedsstaat gibt, dem Dinge wie Datenschutz, persönliche Freiheit und pauschale Kriminalisierung noch nicht ganz egal sind.

Liest man allerdings den Artikel, so stellt sich heraus, dass Irland&Slowakei nicht wegen der Verfassungsfeindlichkeit an sich dagegen sind, sondern weil das falsche EU-Organ die Richtlinie erlassen hat.

Wer es noch nicht verstanden hat oder sich noch nicht damit beschäftigt hat, hier noch mal das wichtigste zum Mitschreiben:
Die ISPs (Internet Service Provider, also diejenigen, die den Internetzugang bereitstellen) sollen dazu gezwungen werden die Zugangsdaten auf Vorrat zu speichern, lt. Richtlinie 24 Monate. Auf diese dürfen dann, neben den ISPs selbst natürlich, staatliche Organe zum Zweck der Strafverfolgung zugreifen.

Analog könnte man das vergleichen mit der Spurensicherung, die jeden Abend auf St.Pauli die Fingerabdrücke sämtlicher Bierflaschen auf Vorrat sicherstellt, denn es könnte ja eine davon während einer Schlägerei als Waffe verwendet werden. Und die Fingerabdrücke sind noch nicht genug, denn die Wirte sind verpflichtet, die Ausweisdaten der Bierflaschenkäufer zu notieren. (ok, hinkt ein bisschen, macht aber den Wahnsinn der hier betrieben wird etwas besser greifbar)

Weltweit gibt es ca. 1 Mrd. Internetzugänge. Nimmt man an, jeder zugang wird einmal täglich aktiviert und die Vorratsdaten werden "nur" 6 Monate gespeichert (und nicht 3 Jahre lang, wie es die Ir(r)en möchten), dann käme man auf die astronomische Zahl von 180.000.000.000 (i.W.: einhundertachzig Milliarden) Datensätzen. Das Speichern derselben sollte zur heutigen Zeit nicht mehr das ganz große Problem darstellen, aber hat schon mal jemand über die Auswertung nachgedacht? Nehmen wir mal 1 Euro pro 1000 Datensätze zur Auswertung an, so ergäbe das eine Belastung von 180 Mio € - dafür könnte man auch 1800 Spezialisten einstellen (oder mehr als 3000 normale Polizisten). Diese hätten, meiner bescheidenen Meinung nach, eine größere Aussicht auf Erfolg, auch nur einen Kinderschänder oder Terroristen dingfest zu machen - denn diese beiden Gruppen werden litaneihaft heruntergeleiert, wenn es um die Begründung der Datenspeicherung geht.

Der Denkfehler bei der Geschichte ist folgender: die Vorratsdatenspeicherung verhindert erst einmal kein Verbrechen. Sie kann maximal deren Aufklärung erleichtern (ähnlich einer Videoüberwachung), öffnet aber parallel dazu dem Missbrauch Tür und Tor. Wieviel könnte jemandem die Information wert sein, dass sein Vorgesetzter online Blumen bestellt hat und auf der Karte "Für Monique, die bezauberndste Frau auf Erden" steht, seine Frau aber Helga heißt?

Donnerstag, Juni 01, 2006

Neulich bei Korsika...

... oder wie bastle ich mir eine "Neue Medizin".

Man nehme:
- ein geschlossenes, kritikimmunes Denkmodell
- einen Pseudowissenschaftler (landläufig auch Scharlatan genannt)
- eine Weltverschwörungtheorie
- mindestens einen glühenden Anhänger für die Missionierung

First things first, hier die Hypothese (zur Sicherheit als Gesetz formuliert):
1. Po8'sches Gesetz: Die eiserne Regel des Herzinfarkts
Der Herzinfarkt "geschieht" immer ein paar Tage vorher im Magen und macht sich als "Knurrendes Geräusch" (in Memoriam an meinen Kater Lucky nenne ich es Kater-Lucky-Syndrom, abgekürzt KLS) bemerkbar. Sollte so ein KLS auftreten erfolgt exakt 3 bis maximal 31 Tage später ein Herzinfarkt. Dieses KLS geht einher mit der psychischen Imagination der vollständigen oder teilweisen Inanition (medizinische Fachausdrücke sind super, oder?). Diese drei Symptome treten immer zusammen auf und wurden mit unzähligen klinischen Verifikationen bewiesen! (praktisch noch, wenn man diese(s) Hypothese (Gesetz) mit ein paar unverständlichen Grafiken und obstrusen Bildern untermauert)

(Jetzt ist es natürlich blöd, wenn man sich keinen Ausweg aus der Misere einfallen lässt)
Ein Butterbrot und die psychologische Betreuung des Inanitionskonflikts sind der Ausweg aus diesem Teufelskreis. D.h. wer beides anwendet, kann dem Tod noch mal von der Schippe springen - muss aber nicht.

(Nun die Verallgemeinerung, denn das zeigt die Genialität des Ansatzes)
Es ist bestätigt, dass diese Methode nicht nur bei Herzinfarkten erfolgversprechend ist, nein, auch bei allen anderen Krankheiten lassen sich durch diese Therapie signifikante Erfolge nachweisen.

(als nächstes: Feindbild aufbauen)
Aber die Schulmedizin und Pharmazie behaupten, dass nur ihre sündhaft teuren Medikamente, die voller Chemikalien stecken gegen Herzinfarkte helfen. Dabei weiß doch jeder, dass auch bei der Herstellung von Cyclon B Chemikalien verwendet wurden, d.h. es handelt sich hier um chemische Kriegsführung gegen die Patienten! Wohingegen meine Methode auf dem natürlichen Butterbrot beruht - und somit nicht schädlich sein kann!

(jetzt noch die Weltverschwörung - denn mit der kann man alles erklären und widerlegen)
Jetzt fragt man sich natürlich, warum diese einfache, natürliche, nebenwirkungsfreie Methode noch nicht Einzug in die Schulmedizin genommen hat. Das liegt allein an der weltweiten Verschwörung der Kommunisten, deren Ziel es ist, alle Kapitalisten an Herzinfarkt sterben zu lassen, die sich aber selbst mit Butterbroten kurieren! Das ist auch der Grund warum mir die Approbation nie zugesprochen wurde und ich nicht als Mediziner praktizieren darf! (Ausrufezeichen machen sich immer gut ;-) )

Zum Schluss muss man noch einen Deppen finden, der blöd genug ist, diesen Schwachsinn in die Welt hinauszutragen. Je größer der Schwachsinn, desto öfter muss man ihn wiederholen, bis er geglaubt wird. Ein guter Ansatz sind z.B. Stammtische, bei denen kleinen Gruppen zuerst der Verstand entzogen und ihnen dann der geistige Dünnschiss eingetrichtert wird - das geht auch gut zusammen mit Powerpointfolien.

Wenn jetzt einer meiner Leser glaubt, dass es sowas nicht gäbe und dass wohl niemand dumm genug wäre auf so einen Blödsinn reinzufallen, der sei eines besseren belehrt:
Seit über 25 Jahren zieht ein gewisser Dr. Hamer mit einer abstrusen, unbewiesenen bzw. widerlegten Krebstheorie durch die Lande und vergiftet die Hirne von ganz normalen Menschen und - was noch schlimmer ist - von Krebskranken, die sich in ihrer Situation an jeden Strohhalm klammern, auch wenn die Theorie (pardon.. das Gesetz) noch so hirnrissig ist.

Dabei sagt ein alter wissenschaftlicher - und mit dem gesunden Menschenverstand leicht nachvollziehbarer - Grundsatz:
Außergewöhnliche Behauptungen bedürfen außergewöhnlicher Beweise

(und wenn schon nicht Beweise, dann zumindest Belege oder Begründungen)

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, der möge sich zuerst einmal auf
www.pilhar.com begeben. Wer dann tatsächlich noch der Meinung sein sollte, dass etwas wahres dran ist, der sei auf folgende Seite verwiesen:
http://hintergruendegnm.blogspot.com/
hier wird sehr ausführlich und verständlich dargelegt warum die GNM (Germanische Neue Medizin) nicht funktionieren kann.

Hamer (zugeschriebenes Zitat):
"Ich bin Gott und Pilhar ist mein Prophet!"

Heiteres Zitateraten

Fülle die Lücken und ordne das richtige Zitat der Person zu:
„Jeder ____(1)____ ist dazu angehalten, laufend die eigenen Überzeugungen den Aussagen ____(2)____ und der Tradition ____(3)____ gegenüberzustellen, um ____(4)____ treu zu bleiben, auch wenn dies fordernd und menschlich schwer zu begreifen ist. Wir dürfen nicht der Versuchung des Relativismus erliegen oder jener der rein subjektiven oder selektiven Interpretation ____(5)____. Nur die ganze Wahrheit kann uns dafür öffnen, dass wir ____(6)____ [...].“
(1)
Nationalsozialist - Kommunist - Scientologe - Christ

(2)
des Führers - des Evangeliums - Marx' und Lenins - L. Ron Hubbards

(3)
der Kirche - der Dianetik - der Partei - der kommunistischen Partei

(4)
der Klarheit - dem Kampf gegen den Bolschewismus - dem Wort Christi - dem Klassenkampf

(5)
des "Kapitals" - des "Stürmers" - der Vernebelungen Xenus - der Heiligen Schrift

(6)
die Krönung der menschlichen Rasse sind - Genossen im Kampf gegen den Kapitalismus sind - ganz Christus angehören - Thetanen sind

Wer hat's gesagt?
a) Benedikt XVI.
b) Julius Streicher
c) John Travolta
d) Leonid Breschnew

Sonntag, Mai 28, 2006

Neulich beim alten Psalter...

Nachdem sich Benedetto auf einer Rundreise durch Polen befindet und dort auch wieder mal das ein oder andere geistliche von sich gab, so ist mein Blick doch auf einer Stelle seiner Rede in Auschwitz hängengeblieben, nämlich diejenige, an der er Psalm 44 zitiert. Nachdem ich meiner (zugegebenermaßen beschaulich) kleinen Leserzahl nicht zumuten kann, jede Stelle der heiligen Schrift auswendig zu kennen, hier der Psalm im original und ungekürzt! (Hervorhebungen von mir, blau hat Paparatzi verwendet):


1 [Für den Chormeister. Ein Weisheitslied der Korachiter.] 2 Gott, wir hörten es mit eigenen Ohren, unsere Väter erzählten uns von dem Werk, das du in ihren Tagen vollbracht hast, in den Tagen der Vorzeit. 3 Mit eigener Hand hast du Völker vertrieben, sie aber eingepflanzt. Du hast Nationen zerschlagen, sie aber ausgesät. 4 Denn sie gewannen das Land nicht mit ihrem Schwert, noch verschaffte ihr Arm ihnen den Sieg; nein, deine Rechte war es, dein Arm und dein leuchtendes Angesicht; denn du hattest an ihnen Gefallen. 5 Du, mein König und mein Gott, du bist es, der Jakob den Sieg verleiht. 6 Mit dir stoßen wir unsere Bedränger nieder, in deinem Namen zertreten wir unsere Gegner. 7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, noch kann mein Schwert mir helfen; 8 nein, du hast uns vor unsern Bedrängern gerettet; alle, die uns hassen, bedeckst du mit Schande. 9 Wir rühmen uns Gottes den ganzen Tag und preisen deinen Namen auf ewig. [Sela] 10 Doch nun hast du uns verstoßen und mit Schmach bedeckt, du ziehst nicht mit unserm Heer in den Kampf. 11 Du lässt uns vor unsern Bedrängern fliehen und Menschen, die uns hassen, plündern uns aus. 12 Du gibst uns preis wie Schlachtvieh, unter die Völker zerstreust du uns. 13 Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld und hast an dem Erlös keinen Gewinn. 14 Du machst uns zum Schimpf für die Nachbarn, zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen. 15 Du machst uns zum Spottlied der Völker, die Heiden zeigen uns nichts als Verachtung. 16 Meine Schmach steht mir allzeit vor Augen und Scham bedeckt mein Gesicht 17 wegen der Worte des lästernden Spötters, wegen der rachgierigen Blicke des Feindes. 18 Das alles ist über uns gekommen und doch haben wir dich nicht vergessen, uns von deinem Bund nicht treulos abgewandt. 19 Unser Herz ist nicht von dir gewichen, noch hat unser Schritt deinen Pfad verlassen. 20 Doch du hast uns verstoßen an den Ort der Schakale und uns bedeckt mit Finsternis. 21 Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen und zu einem fremden Gott die Hände erhoben, 22 würde Gott das nicht ergründen?Denn er kennt die heimlichen Gedanken des Herzens. 23 Nein, um deinetwillen werden wir getötet Tag für Tag, behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. 24 Wach auf! Warum schläfst du, Herr? Erwache, verstoß nicht für immer! 25 Warum verbirgst du dein Gesicht, vergisst unsere Not und Bedrängnis? 26 Unsere Seele ist in den Staub hinabgebeugt, unser Leib liegt am Boden. 27 Steh auf und hilf uns! In deiner Huld erlöse uns!

Nachdem ich mir ein Theologiestudium geschenkt habe und der Meinung bin, wenn jemand etwas zu Papier bringt (oder heutzutage etwas ins Netz stellt o.ä.), dann muss sich der Text durch bloßes Lesen erschließen.

In Psalm 44 erschließt sich mir zuersteinmal eine Lobeshymne auf die vielen "Nationen" die man - Gott sei Dank & dank Gottes Hilfe[!] - "zerschlagen" hat. Dann geht der Psalter in Meckern über, denn so richtig gut lief es anscheinend nicht mehr und zum Schluss fragt er, warum der alte Herr schlafen gegangen ist, weil die Kriegstreiber (bzw. deren Söhne) vom Beginn des Psalms jetzt selbst in der Scheiße stecken.

Wie kann man auf der einen Seite an eine ausgleichende, göttliche Gerechtigkeit glauben, wenn man auf der anderen Seite die Siege toll findet, die Niederlagen aber weinerlich bejammert. Und v.a. was soll den Opfern des Nationalsozalismus so ein Psalm sagen?

Hier ein paar meiner Vorschläge:
  • Seid selbstgerecht im Sieg, wehleidig in der Niederlage.
  • Vernichtet was euch unter die Finger kommt, fleht um Gnade, wenn ihr selbst an der Reihe seid.
  • Gott liebt die Eroberer und entzieht sich den Geschlagenen
  • ...
Wie auch immer, es ist ein gutes Beispiel für die selektive Wahrnehmung und vor allem für die selektive Verbreitung der heiligen Schrift durch den Klerus. Mit viel verve, wird eine Stelle in der Bibel gesucht die zu den ungeheuerlichen Greultaten in Auschwitz passt, deren Kernaussage - die ebenfalls unmenschlich ist - wird jedoch geflissentlich verschwiegen.

Und ich möchte an dieser Stelle mit den Worten Senecas d.J., eines römischen, nicht-christlichen Philosophen schließen, dass sich diverse Kleriker auch mal hinter die Ohren schreiben könnten:
"Niemand irrt für sich allein. Er verbreitet seinen Unsinn auch in seiner Umgebung."

Mittwoch, Mai 24, 2006

Neulich in der Bibliothek...

...kam ich an einem Regal vorbei in dem auffallend kleine und dünne Bücher standen. Hier eine dezente Auswahl:
  • Anleitung zur arabischen Demokratie
  • Al Gore: Meine wilden Jahre
  • "Die Reise ins Ich" von Dennis Rodman
  • Die christliche Sicht der weiblichen Emanzipation
  • Amelia Earharts Führer durch den Pazifik
  • Helikopter City Tours in New York 2002
  • Deutschlands berühmteste Rechtsanwälte
  • Das amische Telefonbuch
  • Bundesfinanzministerium: "Steuern leicht gemacht"
  • "So kriegen sie jede rum - Anmachtips" von Guido Westerwelle & Klaus Wowereit
  • "Wie man legal Wahlen gewinnt" von George W. Bush
  • "Das Buch der Tugenden" von Bill Clinton
  • Klinische Bestätigung der Homöopathie
  • "Empfängnisverhütung" von Papst Benedikt XVI.
  • "Qualitätssicherung in Softwareprojekten" von Bill Gates
  • Stadtführer Salzgitter
  • "Schlank & Fit" von Ottfried Fischer
  • Viele Verschiedene Arten 'Uwe' zu buchstabieren
  • Der Unterschied zwischen Realität und Dilbert
  • UNIX leichtgemacht
  • Ayatollah Chomeinis "Anleitung zur religiösen Illustration"
  • Modeführer für Ingenieure
  • Alles, was Männer über Frauen wissen
  • Alles, was Frauen über Männer wissen
  • Französische Gastfreundschaft
  • "Graz, meine Heimatstadt" von Arnold Schwarzenegger
  • Englische Gastronomie
  • "Kuscheln mit Tigern" von Siegfried & Roy
  • "Wie man als Musiker Karriere macht" von Art Garfunkel
  • Fortschritte bei den Menschenrechten in China
  • "Die perfekte Rede" von Edmund Stoiber
  • "So klappt das erste Rendezvous" von Mike Tyson
  • Verzeichnis der mormonischen Scheidungsanwälte
  • "So wollte ich die echten Mörder stellen" von O.J. Simpson
  • "Dinge, die ich nie für Geld machen würde" von Dennis Rodman
  • "Mein gewinnendes Lächeln" von Angela Merkel

Samstag, Mai 20, 2006

Neulich im Matheunterricht...

Es fasziniert immer wieder, wenn man Dinge wie diese lesen muss:
Unions-Fraktionsvize Michael Meister (CDU) betonte, es gebe keine Alternative. Man habe lediglich die Wahl zwischen zwei Übeln, nämlich zwischen den Steuererhöhungen und einer wachsenden Staatsverschuldung. Dabei sehe das Gesetz nicht nur Steuererhöhungen, sondern ebenso eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten vor. Dies sei auch ein Beitrag zu mehr Wirtschaftswachstum.
Das heißt also, es gibt nur eine entweder-oder-Entscheidung. Entweder die Steuern werden brutal erhöht oder die Staatsverschuldung steigt ins Unermessliche. Dass es eine dritte Alternative, nämlich die Prüfung und evtl. Einsparung von allen Subventionen - wie vor der Wahl angekündigt, gibt, ist schon wieder völlig aus den Köpfen verschwunden. Ich würde, wäre ich Wahlberechtigter im Kreis Bergstraße, diesen Dampfplauderer Dr. Meister (der im übrigen im Fachbereich Mathematik promovierte, aber offensichtlich nicht bis drei zählen kann) nicht mehr wählen.

Und wenn schon Kürzungen, dann stehen nur die üblichen Verdächtigen auf dem Subventionseinsparungsprogramm:
Eigenheimzulage & Pendlerpauschale.

Dabei gäbe es einen schönen Batzen bei einer Firma zu holen, die in Europa der größte nichtstaatliche Arbeitgeber ist, und deren Vermögen in .de auf ca. 500 Mrd. € geschätzt wird. Die Rede ist, wie könnte es anders sein, von der theologischen Supermarktkette - lassen sie ihr Hirn bei uns und nehmen sie den Glauben mit nach Hause - mit einer Filiale in jedem Dorf:

Das heißt zusätzlich zur Kirchensteuer (ca. 9 Mrd.€/Jahr) bläst jeder Christ, Muslim, Jude, Buddhist, Shintoist und Atheist dem Klerus 14 Mrd. Euro in den Ar$ch. Die Einnahmen der Tabaksteuer in .de bewegen sich in ungefähr derselben Dimension. Betrachtet man die aktuelle MwSt. Erhöhung - von der sich Merkel & Co. 21 Mrd.€ erwarten, so könnte die Erhöhung um 2/3 geringer ausfallen, wenn, ja wenn man nur mal alle Subventionen auf den Prüfstand legte....

Wie sagte schon Karlheinz Deschner:
Das einzig Sichere an der Erlösung, ist der Erlös daraus.