Lüge
jede lüge
die durch deinen mund
das licht der welt erblickt
lebt nur dafür
das kostbarste zu töten
vertrauen
Background:
Mir ist dieses Prosagedicht zu einer Zeit eingefallen, als man mir - wie könnte man es anders erwarten - einen Bären aufgebunden hatte. Wie es häufig vorkommt, war mir das lange nicht bewusst und ich vertraute länger auf diese Lüge, als dass ich die Wahrheit kennen konnte bzw. diese zu akzeptieren bereit gewesen wäre. Seit damals erachte ich das Vertrauen als die wichtigste Säule in einer Beziehung, mithin auch als das kostbarste Gut, zumal es schwer zu erwerben, dafür aber umso leichter zu zerstören ist.
Aktueller Anlass für die Veröffentlichung dieses po8ischen Ergusses ist das mehr als zweiwöchige Schweigen aus dem Bistum Regensburg, speziell von Bischof Müller, zu dessen Verantwortlichkeit bei der Einsetzung eines verurteilten Kinderschänders als Pfarrer. Doch hier halte ich es mal mit Papst Bonifatius VIII., der gesagt hat: "Wer schweigt, scheint zuzustimmen." - Danke, Herr Müller, für diesen klärenden Kommentar.
8 ist mein Name sicher nicht,
nicht mein IQ, nicht mein Gewicht.
Denn das, was hier geschrieben steht,
das heißt auf Englisch: der Poet!
Mittwoch, Oktober 17, 2007
Montag, Oktober 15, 2007
Neulich beim Auspreisen...
Nunja, ich war am vergangenen Freitag beim Auspreisen dabei, genauer gesagt beim Deschnerauspreisen bzw. der Verleihung des ersten Deschnerpreises der Giordano-Bruno-Stiftung, einer mit 10.000 € dotierten Auszeichnung und diese ging an Richard Dawkins.Wieder einmal wäre es müßig, würde ich mir die Finger wundschreiben, was da alles passiert ist, steht dies doch eloquent, sehr ausführlich und trefflich dargestellt auf hpd-online:
Das Besondere an dieser Preisverleihung war nicht nur die Erstmaligkeit des Ereignisses, sondern auch die Tatsache, dass dieser Preis den Namen eines Lebenden trägt: „Wir sind dem Diesseits verpflichtet", meinte Herbert Steffen, Vorstandsmitglied und Stifter der Giordano Bruno Stiftung. Da auch der Namensgeber anwesend war, brachte die Stiftung das Kunststück fertig, mit einem Preis zwei lebende Persönlichkeiten und ihr Werk zu ehren.Besonders ergreifend - im wahrsten Sinne des Wortes - war es für mich, dass ich zwei Menschen die Hand schütteln durfte (und jeweils ein Autogramm einheimsen), die mich unter vielen anderen zu diesem Blog inspirierten und weiterhin inspirieren. Nach dem einen ist der Preis benannt, der andere hat ihn erhalten. It was a pleasure to meet you.
Nachtrag:
Mittlerweile gibt es hier auch einen kurzen Videoausschnitt.
Freitag, Oktober 12, 2007
Das po8ische Bilderrätsel #52
Wieder Freitag und wieder ein neues Rätsel. Diesmal ist es recht kurz und wie ich hoffe auch nicht allzu schwer...

Leider muss ich (mal wieder) das letzte Rätsel selbst lösen, da anscheinend niemand den österreichischen Heimatdichter kennt:
Peter Alexander - Alexander + Ross + Schwarzenegger - Schwarzer ~= Peter Rosegger
Leider muss ich (mal wieder) das letzte Rätsel selbst lösen, da anscheinend niemand den österreichischen Heimatdichter kennt:
Peter Alexander - Alexander + Ross + Schwarzenegger - Schwarzer ~= Peter Rosegger
Donnerstag, Oktober 11, 2007
Die po8ische Rezension #6
Dalai Lama, Fall eines Gottkönigs - Colin Goldner
(ISBN: 978-3932710216, z.Zt. anscheinend vergriffen bzw. in Neuauflage)
Ähnlich wie Mynareks Papstentzauberung ist Goldners Buch eines der wenigen Juwele auf dem deutschen Buchmarkt, das sich nicht in endloser Lobhudelei über seine Scheinheiligkeit, den Vorturner der tibetischen Gelbmützen, Tenzin Gyatso oder, wie er mit seinem Geburtsnamen heißt, Lhamo Dhondrub auslässt. Goldners Sachverstand (er besitzt m.W. eine psychotherapeutische Hochschulausbildung) sowie seine lockere Art zu schreiben ohne dabei eine dezidierte Quellenarbeit zu vernachlässigen machen das Buch zu einem Genuß und einem Augenöffner zugleich.
Leseprobe (Quellenangaben entfernt):
(ISBN: 978-3932710216, z.Zt. anscheinend vergriffen bzw. in Neuauflage)
Ähnlich wie Mynareks Papstentzauberung ist Goldners Buch eines der wenigen Juwele auf dem deutschen Buchmarkt, das sich nicht in endloser Lobhudelei über seine Scheinheiligkeit, den Vorturner der tibetischen Gelbmützen, Tenzin Gyatso oder, wie er mit seinem Geburtsnamen heißt, Lhamo Dhondrub auslässt. Goldners Sachverstand (er besitzt m.W. eine psychotherapeutische Hochschulausbildung) sowie seine lockere Art zu schreiben ohne dabei eine dezidierte Quellenarbeit zu vernachlässigen machen das Buch zu einem Genuß und einem Augenöffner zugleich.Leseprobe (Quellenangaben entfernt):
Leider ist das Buch aus dem Jahr 1999, so dass die letzten 8 Jahre im Leben des tibetischen Grinsebärs fehlen, was aber wahrscheinlich mit einer aktualisierten Auflage wettgemacht wird.Die Macht des buddhistischen Klerus über Tibet kannte bis zum Einmarsch der Chinesen im Jahre 1950 praktisch keine Einschränkung. Mittels eines enggespannten Netzes an Klöstern - laut Propaganda der exiltibetischen Regierung habe es mehr als 6.000 davon gegeben -, wurde das tibetische Volk gnadenlos unterdrückt und ausgebeutet. Ein Riesenheer ordinierter Mönche (die Zahlen für die Zeit vor 1959 schwanken zwischen 114.000 und 500.000) machten Tibet zu einer absolutistischen Theokratie, die sämtliche Belange des Lebens durchherrschte: praktisch jede Familie stellte zumindest ein männliches Mitglied an den Klerus ab (in der streng patriarchalen Kultur des tibetischen Buddhismus spielten und spielen Frauen bzw. Nonnen nur eine untergeordnete Rolle).Um monastischen Nachwuchs heranzuziehen, wurden und werden kleine Jungen, oft schon im Alter von zwei bis drei Jahren, ihren Müttem weggenommen (bzw. von diesen weggegeben, um für sich selbst ,,spirituelles Verdienst'' zu erlangen; getrennt von ihrer Familie leben die Jungen hinfort in einer ausschließlich von Männern geprägten, äußerst repressiven Klosterwelt, in der sie, ohne jeden Kontakt zu realen Frauen, einer überdies extrem frauenfeindlichen Erziehung unterworfen sind. Einer der meistzitierten tibetischen Lehrer, mit dem die Mönchsschüler konfrontiert werden, ist der Mystiker Milarepa (1040-1123 u.Z.), dessen gesammelte Erkenntnis auch außerhalb der Klöster weit verbreitet ist. Laut Milarepa ist ,,die Frau immer eine Unruhestifterin (...) die primäre Ursache des Leidens (...) im besten Fall kann sie anderen dienen, im schlimmsten Fall bringt sie Mißgeschick und Unglück''. Sie sei, karmisch bedingt, ein prinzipiell übles und minderwertiges Wesen, aufgrund ihrer ,,Neigung zu schlechten Gewohnheiten, die in der Vergangenheit entstanden ist, (...) in der niederen Form einer Frau geboren''. Der Abscheu Frauen gegenüber wird systematisch gesteigert durch Meditationstexte, die die Mönchsschüler auswendig zu lernen haben: So sei etwa die ,,Gebärmutter [gemeint ist vermutlich die Vagina, d. A.] äußerst unrein und übelriechend. Denn diese ist mit Eiter, Blut, Getier und anderem völlig angefüllt. Diese sehr beengende dunkle Höhlung ist ein Sammelpunkt größter Schrecken.''
8 von 8 möglichen Punkten
Mittwoch, Oktober 10, 2007
Neulich in der Servicewüste...
Deutschland soll ja eine Servicewüste sein und der Kunde eher ein Leibeigener, denn ein König. Umso erfreulicher ist es, dass es inmitten dieser Wüstenei doch die eine oder andere Oase gibt.Eine dieser Oasen ist mitten in Hamburg zu finden, genauer gesagt in der Spitalerstraße bzw. hier. Denn obwohl ich nur ein kleines Uhrenproblem hatte und nicht das Diamantencollier für zigsundfufzigtausen Euronen kaufen wollte, wurde mir kompetent und generös geholfen. Ich war kein Kunde zweiter Klasse (obwohl leicht underdressed) sondern genoss einen first-class-Service. Leider ist ein solches Geschäftsgebaren selten geworden, umso mehr sollte man die verbliebenen Juwelen dieser Gattung unterstützen (und ein bisschen Schleichwerbung machen ;-) ).
Folgender PR-Spruch steht auf deren Homepage:
Höchste Ansprüche an Qualität und Tradition, an Zuverlässigkeit und Kompetenz sind unsere Handlungsmaximen, die Ihnen die Welt von Wempe erlebbar machen. Wir laden Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihren Besuch in unserer Niederlassung.und das ist eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen kein Wort gelogen ist.
An dieser Stelle ein dickes und ehrliches Dankeschön für den vorzüglichen Dienst am Kunden!
Sonntag, Oktober 07, 2007
Neulich beim Rattenfänger...
Es gibt Filme, da stimmt einfach alles. Da stimmt die Story, die Charaktäre sind glaubwürdig, die Kameraführung atemberaubend und man kann genau an den Stellen lachen, an denen man lachen soll. Besonders beeindruckend ist das dann, wenn es sich bei dem Film um einen Animationsfilm handelt (früher Zeichentrick, heute computeranimiert).Und genau so ein Film ist Ratatouille - doch warum soll ich mir die Finger wundschreiben, so es doch schon sooo viele gute Kritiken zu diesem Film gibt? Hier mal ein Auszug einer solchen, zu der ich nur sagen kann "je suis d'accord pour tout":
"Ratatouille" ist eine einzige Parodie auf die kulturellen Eigenheiten der Franzosen und ihre Bohème geworden, ohne daß der Fehler gemacht wurde, mittels defunèsker Überdrehtheit das Ziel erreichen zu wollen. Vielmehr wird von Bird, Regisseur und Drehbuchschreiber in Personalunion, auch noch der uramerikanische Traum des Tellerwäschers, der zum Millionär wird, auf äußerst amüsante und kreative Art liebevoll durch den Kakao gezogen und so ein vielschichtiger, für alle Altersschichten überaus unterhaltsamer Animationsfilm aus dieser Melange. Allein schon die absolut nicht zu toppenden Sympathiewerte für die Hauptfigur Remy sorgen dafür, daß diese neue Speerspitze des Animationsfilms haften bleibt und die Erinnerung sogar an die bisher gelungensten Genrevertreter unweigerlich verblassen lassen wird.
8 von 8 möglichen Punkten
Freitag, Oktober 05, 2007
Das po8ische Bilderrätsel #51
Mmh.. das letzte Rätsel war anscheinend nicht po8isch genug. Mal sehen ob es mit dem heutigen klappt:

Die Auflösung des letzten Rätsels:
Hale Berry - Hale-Bopp - Bob + white ~ Barry White
Die Auflösung des letzten Rätsels:
Hale Berry - Hale-Bopp - Bob + white ~ Barry White
Mittwoch, Oktober 03, 2007
Neulich bei der Fürstin...
Die katholische Realsatireseite hat sich mit Gloria Fürstin von Thurn und Taxis unterhalten. Geistesblitze gabe es - wie zu erwarten war - keine, jedoch scheint die Fürstin under einer seltsamen Art von Amnesie und/oder geistiger Verwirrung zu leiden, denn bzgl. den berechtigten Angriffen auf Eva Herrmann und Kardinal Meisner ventilierte sie folgendes:Heute wird man öffentlich angeklagt und vors Medientribunal gezerrt, ohne sich adäquat verteidigen zu können. Ob zu Recht oder nicht – der Angeklagte ist gebrandmarkt und gesellschaftlich out. All das erinnert an die Zeit vor der Inquisition. Also an eine Zeit, wo es noch keine geregelte Rechtsprechung gab und ein Beschuldigter ohne Verfahren verurteilt werden konnte.
Interessant, dass hier der öffentliche Diskurs über öffentliche Äußerungen von Prominenten mit einer barbarischen und menschenverachtenden Praxis des Mittelalters verglichen werden. Noch dazu impliziert ihre dümmliche Fürstlichkeit, dass es zur Zeit der Inquisition eine "geregelte Rechtsprechung" gab! Denn das einzig "öffentliche" an der Inquisition war die Hinrichtung der Delinquenten, deren einziges Vergehen es war, etwas anderes geglaubt zu haben!
Noch dazu sollte man sich an dieser Stelle die Äußerung der fürstlichen Taxifahrerin in Erinnerung rufen, die sie dieses Jahr im April tätigte und die ihr in obigem Interview anscheinend völlig entfallen war:
Ich finde, wir bräuchten wieder eine Inquisition für die Leute, die immer unseren Bischof angreifen, oder für die, die Frauen als Priester wollen.
Bei so einem intellektuellen Armutszeugnis und offensichtlichem Geschichtsunverständnis kann man eigentlich nur noch tiefes Mitleid empfinden. Ernst nehmen sollte man die Frau jedoch nicht mehr.
Sonntag, September 30, 2007
Das Wort zum Sonntag #32
Thema heute:
Warum funktioniert Gott als "erste Ursache" nicht?
In vielen Religionen, so auch im Christentum oder dem Islam, hört man immer wieder die gleiche Leier. Die Wissenschaft kann nicht erklären woher wir kommen, was sozusagen der erste Grund für das menschliche Leben, das Leben überhaupt, die Erde oder das Universum wäre, da es aber einen solchen Grund bzw. Ursache geben müsse, weil schließlich alles eine Ursache habe, so müsste eben letztendlich das Universum auch einen solchen besitzen und dieser sei nun eben Gott.
Mal abgesehen davon, dass man, selbst wenn man eine "erste Ursache" für das Universum unterstellte, nicht zwangsläufig auf einen Gott, geschweige denn auf einen bestimmten Gott schließen kann, so ist die weit wichtigere Frage, die sich sofort anschließen muss, diejenige, was denn dann die Ursache für Gott wäre. Denn wenn nichts ohne Ursache existieren kann (infinite Regression), so kann dann per definitionem auch Gott nicht ohne Ursache, also unverursacht existieren, da man ansonsten eine Ausnahme für die zuvor aufgestellte Regel definiert hätte.
Dies wird aber alle Nase lang gerne gemacht. Diverse Kleingeister sprechen dann gern vom "unbewegten Beweger" oder vom "unverursachten Verursacher" (einer der Fehler Aristoteles, die aber dann bereitwillig von Thomas von Aquin, dem Kirchenlehrer, auf den sich noch der Wojtyla-Papst stützte, aufgenommen und zu einem seiner "fünf Gottesbeweise" verwurstet wurde), was aber letztendlich nichts anderes ist, als die zuvor eingeführte unendliche Kausalkette an einer Stelle willkürlich abzubrechen.
Als weitere Folge, nämlich wenn Gott unverursacht existieren könnte, so liegt der Verdacht nahe, dass es evtl. noch mehr Dinge gibt, die "unverursacht" existieren und somit könnte man mit derselben Gültigkeit behaupten, dass z.B. das Universum ohne Ursache zu existieren begann.
D.h. gerade wenn die Gottheit der Gläubigen dafür herhalten muss, den Anfang (noch dazu ohne jeglichen empirischen Beleg!) zu erklären, kommt nichts weiter als Geschwurbel dabei heraus, denn der Scheinerklärer steckt in einem Dilemma (bzw. genauer im Münchhausen-Trilemma, das z.B. Hans Albert in seinem "Traktat der kritischen Vernunft" darstellt). Entweder er landet bei einer infiniten Regression, also alles hat eine Ursache, somit hätte auch Gott eine Ursache z.B. den Ur-Gott und dieser wiederum eine Ursache, nämlich den Ur-Ur-Gott usw., oder er bricht die Kausalkette willkürlich an einem bestimmten Punkt ab ("Gott sei die erste Ursache"), widerlegt aber damit zugleich seine Ausgangsbasis ("nichts geschieht unverursacht") und hat somit hauptsächlich heiße Luft produziert.
Warum funktioniert Gott als "erste Ursache" nicht?
In vielen Religionen, so auch im Christentum oder dem Islam, hört man immer wieder die gleiche Leier. Die Wissenschaft kann nicht erklären woher wir kommen, was sozusagen der erste Grund für das menschliche Leben, das Leben überhaupt, die Erde oder das Universum wäre, da es aber einen solchen Grund bzw. Ursache geben müsse, weil schließlich alles eine Ursache habe, so müsste eben letztendlich das Universum auch einen solchen besitzen und dieser sei nun eben Gott.
Mal abgesehen davon, dass man, selbst wenn man eine "erste Ursache" für das Universum unterstellte, nicht zwangsläufig auf einen Gott, geschweige denn auf einen bestimmten Gott schließen kann, so ist die weit wichtigere Frage, die sich sofort anschließen muss, diejenige, was denn dann die Ursache für Gott wäre. Denn wenn nichts ohne Ursache existieren kann (infinite Regression), so kann dann per definitionem auch Gott nicht ohne Ursache, also unverursacht existieren, da man ansonsten eine Ausnahme für die zuvor aufgestellte Regel definiert hätte.
Dies wird aber alle Nase lang gerne gemacht. Diverse Kleingeister sprechen dann gern vom "unbewegten Beweger" oder vom "unverursachten Verursacher" (einer der Fehler Aristoteles, die aber dann bereitwillig von Thomas von Aquin, dem Kirchenlehrer, auf den sich noch der Wojtyla-Papst stützte, aufgenommen und zu einem seiner "fünf Gottesbeweise" verwurstet wurde), was aber letztendlich nichts anderes ist, als die zuvor eingeführte unendliche Kausalkette an einer Stelle willkürlich abzubrechen.
Als weitere Folge, nämlich wenn Gott unverursacht existieren könnte, so liegt der Verdacht nahe, dass es evtl. noch mehr Dinge gibt, die "unverursacht" existieren und somit könnte man mit derselben Gültigkeit behaupten, dass z.B. das Universum ohne Ursache zu existieren begann.
D.h. gerade wenn die Gottheit der Gläubigen dafür herhalten muss, den Anfang (noch dazu ohne jeglichen empirischen Beleg!) zu erklären, kommt nichts weiter als Geschwurbel dabei heraus, denn der Scheinerklärer steckt in einem Dilemma (bzw. genauer im Münchhausen-Trilemma, das z.B. Hans Albert in seinem "Traktat der kritischen Vernunft" darstellt). Entweder er landet bei einer infiniten Regression, also alles hat eine Ursache, somit hätte auch Gott eine Ursache z.B. den Ur-Gott und dieser wiederum eine Ursache, nämlich den Ur-Ur-Gott usw., oder er bricht die Kausalkette willkürlich an einem bestimmten Punkt ab ("Gott sei die erste Ursache"), widerlegt aber damit zugleich seine Ausgangsbasis ("nichts geschieht unverursacht") und hat somit hauptsächlich heiße Luft produziert.
Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wieviel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen.
(Albert Einstein)
Samstag, September 29, 2007
Neulich bei der Heuchelei...
In seiner Stellungnahme (bei kath.net im vollen Wortlaut) zum Missbrauchsfall in der Gemeinde Riekhofen, die zum Bistum Regensburg gehört, ventilierte Wenn Jesus auch den schlimmsten Sündern verziehen hat und nach menschlichem Ermessen bei Peter Kramer wie bei jedem anderen Menschen, der auch mit Jugendlichen zusammenkommt, kein Übergriff auf Kinder mehr zu erwarten war, wie konnte man ihm eine zweite Chance versagen? Können wir in der Kirche die Strafe eines lebenslänglichen Ausschlusses aus der Seelsorge verhängen ohne verantwortbaren Grund, wenn unser modernes Rechtsempfinden von der Verhältnismäßigkeit der Strafe zur Tat und von einer Resozialisierung ausgeht?Doch jetzt wird die Luft um den Regensburger Bischofssitz allmählich dünner und die Beine der bischöflichen
Das sei zwar denkbar, habe die Antwort gelautet, doch nur unter der Bedingung, dass Peter K. keinen Kontakt zu Kindern mehr habe und beaufsichtigt werde, sagte der Sprecher der Zeitung. Dennoch wurde Peter K. im September 2004 von Bischof Müller zum Pfarradministrator von Riekofen und Schönach ernannt. In der Schule des Nachbardorfes Schönach erteilte er daraufhin Religionsunterricht.Nicht nur, dass die Strafen für geistliche
"Die Verantwortung für die Tat trägt der Täter." (Bischof Müller)Dabei wäre doch angesichts der himmelschreienden Heuchelei eine schonungslose Aufklärung angesagt. Doch hier möchte sich wohl der Prälat von Regensburg nicht mehr an das erinnert wissen, was er selbst noch im März herauskrakeelte:
Menschenfurcht und ängstliche Sorge um die Stimmung an der sogenannten Basis, das Buhlen um den Beifall der Meinungsmacher sind mit der Würde des Bischofsamtes unvereinbar.
Wenn ich nur immer so viel essen könnte, wie ich kotzen möchte...
Neulich beim Problem...
Die nichtgehaltene Rede des Publizisten Ralph Giordano zur Protestveranstaltung gegen den Bau der Moschee in Köln, in der er den Islam als das Problem identifiziert, wird ihm bestimmt wieder eine Menge Kritik einbringen. Prinzipiell kann man natürlich schlecht den Muselmännern den Moscheenbau versagen, so man den Anhängern des einfältigen dreifältigen Gottes weiterhin erlaubt ihre phallischen Gebetshäuser zu errichten.
Was jedoch in manch einer muslimischen Versammlungsstätte vor sich geht, das zeigt eindrücklich diese britische Dokumentation, die es in sechs Teilen auf youtube gibt:
Insofern kann man eigentlich nur noch ein Zitat des türkischen Lyrikers Zafer Senocak bringen, der da sagte, und das - mutatis mutandis - für (fast) alle Religionen gilt:
Was jedoch in manch einer muslimischen Versammlungsstätte vor sich geht, das zeigt eindrücklich diese britische Dokumentation, die es in sechs Teilen auf youtube gibt:
Undercover Mosque (Teil 1)
Undercover Mosque (Teil 2)
Undercover Mosque (Teil 3)
Undercover Mosque (Teil 4)
Undercover Mosque (Teil 5)
Undercover Mosque (Teil 6)
Insofern kann man eigentlich nur noch ein Zitat des türkischen Lyrikers Zafer Senocak bringen, der da sagte, und das - mutatis mutandis - für (fast) alle Religionen gilt:
Kaum ein islamischer Geistlicher, geschweige denn ein frommer Laie ist willens und in der Lage, das Kernproblem in der Denkstruktur des eigenen Glaubens zu sehen. Sie sind nicht bereit zur kritischen Analyse der eigenen Tradition, zu einer schonungslosen Gegenüberstellung ihres Glaubens mit der Lebenswirklichkeit in modernen Gesellschaften.
Freitag, September 28, 2007
Das po8ische Bilderrätsel #50
Und auch diesmal wieder ein Bilderrätsel der neueren Generation. Neu auch, dass diesmal der Bezug zur "Literatur" nur noch indirekt gegeben ist und es diesmal eher in Richtung Performance geht. Das letzte Rätsel wurde ja gelöst, insofern spare ich mir diesmal wieder die Auflösung.
Dienstag, September 25, 2007
Sonntag, September 23, 2007
Das Wort zum Sonntag #31
Thema heute:
Warum werden Ungläubige so stark verfolgt?
Jede Religion kennt Leute die nicht glauben, sei es, weil sie nicht glauben wollen oder weil sie die abgedrehten und hanebüchenen Geschicht(ch)en nicht glauben können. So liest man z.B. in der Bibel:
D.h. die ganzen Wahrheitsverkünder scheinen ein irrsinniges Problem damit zu haben, dass jemand anderes etwas anderes glaubt. Doch warum ist das so?
Der Glaube kommt immer dann ins Spiel, wenn kein Wissen vorliegt. So kann ich z.B. im Kino sitzen und glauben, dass ich den Herd eingeschaltet ließ (und mir deswegen Sorgen machen), jedoch kann ich nicht mehr glauben, dass der Herd eingeschaltet ist, wenn ich vor diesem in meiner Küche stehe. Insofern wimmelt es in allen Religionen nur so vor Dingen die man nicht weiß, nicht wissen kann oder auch prinzipiell nie wissen können wird - denn diese müssen eben geglaubt werden. Somit steht aber auch dieser Glauben auf sehr tönernen Füßen, denn er kann durch einen Gegenglauben außer Gefecht gesetzt werden.
Wenn ich an ein unsichtbares rosa Einhorn glaube und jemand anderer nicht an ein solches glaubt, so sind unsere beiden Positionen zunächst gleichwertig, zumindest solange bis Ockhams Rasiermesser zuschlägt und mein rosa Einhorn als zusätzliche aber unnütze Entität abrasiert.
D.h. der Glaube an Götter, Geister und Dämonen muss zusätzlich etwas verwenden um sich gegen derartige Rasiermesser zu schützen. Hier gibt es mehrere Mittel, die in Kombination angewendet werden:
Warum werden Ungläubige so stark verfolgt?
Jede Religion kennt Leute die nicht glauben, sei es, weil sie nicht glauben wollen oder weil sie die abgedrehten und hanebüchenen Geschicht(ch)en nicht glauben können. So liest man z.B. in der Bibel:
Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, die du nicht kennst noch deine Väter, von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie seien dir nah oder fern, von einem Ende der Erde bis ans andere, so willige nicht ein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge ihn nicht schonen, und du sollst dich seiner nicht erbarmen und seine Schuld nicht verheimlichen, sondern sollst ihn zum Tode bringen. (5. Mose 13, 7ff)Doch auch im Neuen Testament ist es nicht besser:
Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Mk 16,16)Also ewige Höllenqualen, für alle die, die nicht glauben. Weiter geht es im Koran, der ebenfalls voll von Grausamkeiten gegenüber Ungläubigen ist:
Und wenn ihr es aber nicht tut - und ihr werdet es bestimmt nicht tun - so fürchtet das Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind; es ist für die Ungläubigen vorbereitet. (Sure 2,2)
D.h. die ganzen Wahrheitsverkünder scheinen ein irrsinniges Problem damit zu haben, dass jemand anderes etwas anderes glaubt. Doch warum ist das so?
Der Glaube kommt immer dann ins Spiel, wenn kein Wissen vorliegt. So kann ich z.B. im Kino sitzen und glauben, dass ich den Herd eingeschaltet ließ (und mir deswegen Sorgen machen), jedoch kann ich nicht mehr glauben, dass der Herd eingeschaltet ist, wenn ich vor diesem in meiner Küche stehe. Insofern wimmelt es in allen Religionen nur so vor Dingen die man nicht weiß, nicht wissen kann oder auch prinzipiell nie wissen können wird - denn diese müssen eben geglaubt werden. Somit steht aber auch dieser Glauben auf sehr tönernen Füßen, denn er kann durch einen Gegenglauben außer Gefecht gesetzt werden.
Wenn ich an ein unsichtbares rosa Einhorn glaube und jemand anderer nicht an ein solches glaubt, so sind unsere beiden Positionen zunächst gleichwertig, zumindest solange bis Ockhams Rasiermesser zuschlägt und mein rosa Einhorn als zusätzliche aber unnütze Entität abrasiert.
D.h. der Glaube an Götter, Geister und Dämonen muss zusätzlich etwas verwenden um sich gegen derartige Rasiermesser zu schützen. Hier gibt es mehrere Mittel, die in Kombination angewendet werden:
- Heilige Bücher (fast jede Religion kennt eines)
- Indoktrination der Kinder (fast alle Religionen machen das)
- Verfolgung von Andersdenkenden (wenn alle das gleiche denken, gibt es keine Kritik)
Es bedarf nichts als Geschwätz, um beim Volke Eindruck zu machen. Je weniger es begreift, desto mehr bewundert es. Unsere Väter und Lehrer haben oft nicht das gesagt, was sie dachten, sondern was ihnen die Umstände und das Bedürfnis in den Mund legten.
(Gregor von Nazianz, Kirchenlehrer * um 390)
Neulich beim Lektionenlernen...
Der Film "Hamburger Lektionen" läuft seit dem 20. September in einigen Programmkinos in einigen deutschen Großstädten. Ich hatte heute das Bedürfnis mir diese Geschichte mal näher anzusehen.Die "Handlung" ist eigentlich recht flott wiedergegeben, denn der Film basiert auf einem Videomitschnitt zweier Predigten, die der Prediger Mohammed Fazazi in der hamburger Al-Quds-Moschee gehalten hat. Wer jetzt (wie ich und wie in wikipedia angekündigt) Hasspredigten erwartet à la "Tod den Ungläubigen", der wird zwangsläufig etwas enttäuscht werden (den die einfältigen Bannerschwinger findet man eher auf der Straße), wer es jedoch als einen Versucht betrachtet, einen tieferen Einblick in die kleingeistige Gedankenwelt des Islams zu bekommen, der kommt auf seine Kosten.
Fast schon klaustrophobisch mutet die Szene im Studio an, in der der Zuschauer mit der Leinwand und dem darauf "vorlesenden" Manfred Zapatka alleingelassen wird. Nicht offen, aber versteckt, paraphrasiert oder in Parabeln versteckt drängt sich so über zwei Stunden lang das inhumane Gedankengut islamischer bzw. islamistischer (wobei ich hier nicht wirklich unterscheiden will) Prediger dem Zuschauer auf. Ein Film v.a. auch, vor dessen Hintergund man die Appeasementpolitik der Bundesregierung mit diversen muslimischen Verbindungen in Frage stellen muss.
Ein Film aber auch, der einen kirchenkritischen Menschen nicht wirklich überrascht, so es doch (zumindest mit englischen Untertiteln) zahlreiche Hassvideos auf youtube.com gibt und das verschrobene Gedankengut verbunden mit zirkulärer Logik über alle Religionen relativ ähnlich ist. Allein die misantrope Einstellung des Islams ist faszinierend, denn so wie der Eskimo 25 verschiedene Worte für Schnee kennt, der Hamburger 25 verschiedene Worte für Regen, so hat der Islam anscheinend 25 verschiedene Klassen von Ungläubigen, denen er aber so gut wie allen die Pest und den Tod an den Hals wünscht. Zu guter letzt sollte man auch noch in der richtigen Stimmung für den Film sein - zwei Stunden lang eine Predigt anhören ist nicht jedermanns Sache.
6 von 8 möglichen PunktenHier gibts noch ein paar Pressestimmen und unten den (sehr spartanischen) Trailer:
Freitag, September 21, 2007
Neulich beim Polittisieren...
Es kann so nicht weitergehen, deswegen dachte ich mir, ich gehe einfach ins Polittbüro und sage denen mal meine Meinung. Leider lief es etwas anders und Lisa Politt sagte heute in eben diesem wenn schon nicht ihre, so zumindest doch eine Meinung.Wer jetzt aber auf Grund des Plakats der Meinung ist, er bekomme 2 Stunden Religionskritik serviert, der liegt genauso falsch wie der, der in derselben Zeit billige Zoten à la Tom Gerhard erwartet.
Geboten wird von Politt zwar ein breites Spektrum, erwartet wird allerdings auch eine hohe Aufmerksamkeit sowie eine gewisse Bildung um ihrem pointierten Humor auch immer folgen zu können. Das Programm selbst wird eigentlich am besten durch den Untertitel beschrieben, der da lautet: "von der Überlegenheit der westlichen Zivilisation" und diese wird auch ausgiebig durch den Kakao gezogen. Deswegen gibt es auch einen kleinen Punktabzug von meiner Seite (wegen leichter Irreführung):
7 von 8 möglichen Punkten
Gegen Ende ihrer Kleinkunst meinte sie, so es uns gefallen habe, mögen wir es doch unseren Freunden weitersagen, so es uns nicht gefallen habe, so mögen wir doch unsere Verwandten auf ihr Programm aufmerksam machen....
Po8 hat seine Schuldigkeit getan ;-)
Das po8ische Bilderrätsel #49
Nachdem die letzten Rätsel ja nicht so toll gelöst wurden habe ich mir eine Verbesserung überlegt. Jetzt gibt es kleine Flaggensymbole, die selbst nicht erraten werden müssen, aber mit dem Bild etwas zu tun haben. Sei es, dass sie anzeigen wo sich das Gezeigte befindet oder z.B. welche Sprache zum Einsatz kommen sollte. Et voilà:

Und hier die Lösung des letzten Rätsels:
Fort + DinA4 - D - A4 + brass ~ Fortinbras
Und hier die Lösung des letzten Rätsels:
Fort + DinA4 - D - A4 + brass ~ Fortinbras
Donnerstag, September 20, 2007
Gerade im Bundestag...
Man kommt der Trennung von Kirche und Staat in kleinen Schritten näher. So wurde nun eine Petition im Bundestag eingereicht, die darum bittet §7 Abs. 3 GG ersatzlos zu streichen. Dieser lautet wie folgt:"Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnis-freien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religions-gemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Reli-gionsunterricht zu erteilen."Die Begründung ist ebenfalls so gut formuliert, dass ich sie nicht vorenthalten möchte:
In der Praxis führt der Artikel 7(3) zur Aufspaltung der Klassenverbände nach Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen. Dies widerspricht der Offenheit für eine Vielfalt der Mei-nungen und Auffassungen, die konstitutive Voraussetzung einer öffentlichen Schule in einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen sind. Er behindert die auf Toleranz und Nicht-Diskriminierung beruhende Integrationsaufgabe des Staates in einer pluralistischen Gesellschaft bis hin zur Gefährdung des inneren Friedens.Insofern möchte ich auch dazu aufrufen, diese Petition zu unterstützen.
Sonntag, September 16, 2007
Neulich zur falschen Zeit...
Spiegel-online schreibt:
© by God's own terrorists
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble warnt vor einem nuklearen Terroranschlag. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis ein solcher Angriff erfolge. Der Rat des Ministers: Man solle sich die restliche Zeit nicht mit Untergangsstimmung verderben.Dabei ist das doch alles längst Geschichte...
© by God's own terrorists
Das Wort zum Sonntag #30
Thema heute:
Warum ist der Schutzengel ein falsches Konzept?
Lt. wikipedia vertrauen ca. zwei Drittel aller Deutschen auf die Intervention von Schutzengeln. Mit viel exegetischer Mühe soll man dieses Konzept auch aus Matthäus 18,10 herauslesen können:
Fall b) ist schon interessanter. Hier wird natürlich in steter Regelmäßigkeit darauf verwiesen, dass allein auf Grund des Schutzengels die Katastrophe verhindert wurde. Also der Frontalzusammenstoß vermieden, der Wasserrohrbruch noch ohne nennenswerte Schäden entdeckt, das Gasleck gefunden oder die Pfanne noch schnell vom Herd genommen, bevor selbiges Feuer fing. Die Frage, die man sich aber in dem Fall stellen sollte lautet: Erstens, warum kam es zu dieser brenzligen Situation und zweitens, welche Aktion hat es wirklich verhindert. Bei genauer Analyse wird man immer eine natürliche Erklärung finden, warum die Katastrophe nicht eingetreten ist.
Die intellektuelle Banktrotterklärung ist allerdings Fall c). Denn hier beginnen (wie beim Beten auch) die Rationalisierungsstrategien. Ist etwas Schlimmes passiert, so ist es eben nicht der Fehler des Schutzengels sondern eine der folgenden Erklärungen wird ins Spiel gebracht:
Eine weitere Dummheit des Schutzengelglaubens ist, dass dieser unter wissenschaftlicher Beobachtung nicht mehr funktioniert. Stellen wir uns einmal einen einfachen Versuch vor: ein Rouletttisch, bei dem der Probant sein gesamtes Hab und Gut verspielt, wenn die Zahl nicht kommt, auf die er gesetzt hat. Ein hinreichend trainierter Schutzengel sollte eine solche okonomische Katastrophe doch verhindern können, oder? Und tatsächlich, er tut dies auch aber mit der Wahrscheinlichkeit von 1:37, die dem Rouletttisch zu eigen ist. Um auch jeden Zweifel auszuräumen, nehme man 37 Schutzengelgläubige und lasse diese jeweils auf eine andere Zahl setzen. Welchen Ausgang dieses Experiments erwartet jemand mit gesundem Menschenverstand?
Warum ist der Schutzengel ein falsches Konzept?
Lt. wikipedia vertrauen ca. zwei Drittel aller Deutschen auf die Intervention von Schutzengeln. Mit viel exegetischer Mühe soll man dieses Konzept auch aus Matthäus 18,10 herauslesen können:
Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.Doch bei Leuten, die sich von einem Schutzengel besessen wähnen, bestehen eigentlich nur drei Möglichkeiten:
- es passiert nichts
- man entgeht knapp etwas Schlimmem
- es passiert etwas Schlimmes
Fall b) ist schon interessanter. Hier wird natürlich in steter Regelmäßigkeit darauf verwiesen, dass allein auf Grund des Schutzengels die Katastrophe verhindert wurde. Also der Frontalzusammenstoß vermieden, der Wasserrohrbruch noch ohne nennenswerte Schäden entdeckt, das Gasleck gefunden oder die Pfanne noch schnell vom Herd genommen, bevor selbiges Feuer fing. Die Frage, die man sich aber in dem Fall stellen sollte lautet: Erstens, warum kam es zu dieser brenzligen Situation und zweitens, welche Aktion hat es wirklich verhindert. Bei genauer Analyse wird man immer eine natürliche Erklärung finden, warum die Katastrophe nicht eingetreten ist.
Die intellektuelle Banktrotterklärung ist allerdings Fall c). Denn hier beginnen (wie beim Beten auch) die Rationalisierungsstrategien. Ist etwas Schlimmes passiert, so ist es eben nicht der Fehler des Schutzengels sondern eine der folgenden Erklärungen wird ins Spiel gebracht:
- Ich war böse und das ist jetzt die Strafe
- Der Schutzengel hat noch das Allerschlimmste verhindert (also z.B. Personenschaden beim Verkehrsunfall)
- Es war mein Fehler, da konnte der Schutzengel auch nichts mehr daran ändern
- etc.etc.
Eine weitere Dummheit des Schutzengelglaubens ist, dass dieser unter wissenschaftlicher Beobachtung nicht mehr funktioniert. Stellen wir uns einmal einen einfachen Versuch vor: ein Rouletttisch, bei dem der Probant sein gesamtes Hab und Gut verspielt, wenn die Zahl nicht kommt, auf die er gesetzt hat. Ein hinreichend trainierter Schutzengel sollte eine solche okonomische Katastrophe doch verhindern können, oder? Und tatsächlich, er tut dies auch aber mit der Wahrscheinlichkeit von 1:37, die dem Rouletttisch zu eigen ist. Um auch jeden Zweifel auszuräumen, nehme man 37 Schutzengelgläubige und lasse diese jeweils auf eine andere Zahl setzen. Welchen Ausgang dieses Experiments erwartet jemand mit gesundem Menschenverstand?
Einen Wahn verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden.
(Ludwig Börne)
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